11,99 €
„Ich möchte, dass wir zum Gedenken an Sri Aurobindo meditieren: über die Art, wie wir die Erinnerung in uns lebendig erhalten, und über die Dankbarkeit, die wir ihm für alles schulden, was er für diese große Verwirklichung getan hat und in seinem stets leuchtenden, lebendigen und aktiven Bewusstsein immer noch tut, diese Verwirklichung, deretwegen er gekommen ist, nicht nur, um sie der Erde zu verkünden, sondern um sie durchzuführen, und die er weiterhin durchführt.“ – Die Mutter
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2022
Omsriaurobindomira
ALLES
LEBEN
IST
YOGA
All life is Yoga. – Sri Aurobindo
Die Mutter
SRI AUROBINDO
DIGITAL EDITION
BERCHTESGADENER LAND
www.sriaurobindo.center
© Copyright 2025
Herausgeber
AURO MEDIA
Verlag und Fachbuchhandel
Wilfried Schuh
Deutschland
www.auro.media
eBook Design
SRI AUROBINDO DIGITAL EDITION
Deutschland, Berchtesgaden
Gedenken an Sri Aurobindo (1)
– Über Sri Aurobindo
Auszüge aus den Werken von
der Mutter
Zweite Auflage 2025
ISBN 978-3-96387-088-0
© Fotos und Textauszüge
Sri Aurobindos und der Mutter:
Sri Aurobindo Ashram Trust
Puducherry, Indien
Blume auf dem Cover:
Nymphaea caerulea (Egyptian blue Lotus). Blau.
Die von der Mutter gegebene spirituelle Bedeutung:
Die Mutter gab dem blauen Lotus anlässlich des hundertsten Geburtstages von Sri Aurobindo im Jahr 1972 eine besondere Bedeutung:
Der rote Lotus ist die Blume Sri Aurobindos. Aber eigens für die Hundertjahrfeier [1972] sollten wir den blauen Lotus wählen, die Farbe seiner physischen Aura, um den hundertsten Jahrestag der Manifestation des Höchsten auf Erden zu versinnbildlichen.
Überall auf der Welt wächst das Interesse an Spiritualität und Yoga. Man kann eine zunehmende Suche nach dem wahren Sinn und Zweck des Lebens erkennen, eine Suche nach tieferen Lösungen für die Probleme, mit denen wir alle konfrontiert sind, und man kann eine zunehmende Bemühung beobachten, am evolutionären Wandel und Fortschritt der Menschheit beitragen zu wollen.
Bei dieser Suche und Bemühung wenden sich immer mehr Menschen an Sri Aurobindo und die Mutter, um Führung und Kraft zu finden. Aber in den umfangreichen Werken Sri Aurobindos und der Mutter wissen wir oft nicht, wo wir Antworten auf unsere Fragen finden können. Aus diesem Grund haben wir zu bestimmten Themen des alltäglichen Lebens einfache Auszüge aus ihren Werken zusammengetragen, die für die Sadhana eine praktische Orientierung im Alltag geben sollen, denn wahre Spiritualität bedeutet nicht, sich vom Leben abzukehren, sondern das Leben mit einer Göttlichen Vollkommenheit zu vollenden.
Diesbezüglich sagte die Mutter:
„Sri Aurobindo sollte nicht nach Büchern studiert werden, sondern nach Themen – was er über das Göttliche, die Einheit, die Religion, die Evolution, die Erziehung, die Selbstvervollkommnung, das Supramental, usw. gesagt hat.“ (CWM Vol. 12, p. 206)
Bei einer anderen Gelegenheit sagte sie:
„Wenn du wissen willst, was Sri Aurobindo zu einem bestimmten Thema gesagt hat, musst du zumindest alles lesen, was er zu diesem Thema geschrieben hat. Man wird dann sehen, dass er die widersprüchlichsten Dinge gesagt zu haben scheint. Aber wenn man alles gelesen und ein wenig verstanden hat, sieht man, dass all die Widersprüche sich ergänzen und in einer integralen Synthese geordnet und geeint sind.“ (CWM Vol. 16, pp. 309-10)
Unsere Titel aus der Reihe ALLES LEBEN IST YOGA sind ein Versuch, etwas mehr Klarheit über ein bestimmtes Thema zu gewinnen und so vielleicht unsere persönlichen Bemühungen in die richtige Richtung zu lenken. Denn Sri Aurobindo sagt:
„Es ist stets wünschenswert, sich in die richtige Richtung zu bemühen; selbst wenn man scheitert, bringt das Bemühen ein bestimmtes Ergebnis und ist niemals verloren.“ (CWSA Vol. 29, p. 87)
Die Übersetzung der Textstellen von Sri Aurobindo erfolgte aus dem ursprünglichen Englisch, während die meisten Passagen der Mutter bereits Übersetzungen aus dem Französischen waren. Fast alle Texte der Mutter wurden ihren Gesprächen, die sie mit Kindern und Erwachsenen führte, entnommen, einige ihren Schriften. Wir müssen außerdem berücksichtigen, dass die Auszüge ihrem ursprünglichen Zusammenhang entnommen wurden und dass jede Zusammenstellung ihrer Natur nach möglicherweise einen persönlichen und subjektiven Charakter hat. Es wurde jedoch der aufrichtige Versuch unternommen, der Vision Sri Aurobindos und der Mutter treu zu bleiben.
Die Textauszüge sind vom Verlag zum Teil mit Kapiteln und Überschriften versehen worden, um ihre Themen hervorzuheben. Sofern es möglich war, wurden sie in Anlehnung eines Satzes aus dem Text selbst gewählt.
Sri Aurobindo und die Mutter machen von der in der englischen Sprache gegebenen Möglichkeit, Wörter groß zu schreiben, um ihre Bedeutung hervorzuheben, häufig Gebrauch. Mit dieser Großschreibung bezeichnen sie meist Begriffe aus übergeordneten Daseinsbereichen, doch auch allgemeine wie Licht, Friede, Kraft usw., wenn sie ihnen einen vom üblichen Gebrauch abweichenden Sinn zuordnen. Diese Begriffe wurden in diesem Buch kursiv hervorgehoben, um dem Leser zu einer leichteren Einfühlung in diese subtilen Unterscheidungen zu verhelfen.
Eckige Klammern bezeichnen Einfügungen des Übersetzers, die um des besseren Verständnisses willen angebracht erschienen. Einige wenige Sanskritwörter wie Sadhana, Sadhaka, Yoga usw. wurden eingedeutscht, da sie durch ihren häufigen Gebrauch bereits als Bestandteil der deutschen Sprache angesehen werden können. Alle anderen Sanskritwörter sind kursiv hervorgehoben, wobei auf diakritische Transkriptionszeichen verzichtet wurde.
Die kursiv geschriebenen Textpassagen vor den Worten Sri Aurobindos und der Mutter sind Fragen bzw. Antworten von Schülern oder sonstige erläuternde Texte.
Titelseite
Impressum
Anmerkung des Herausgebers
Zitate
1. EINIGE ERINNERUNGEN
1. Die Aura Sri Aurobindos
2. Die Macht von Sri Aurobindos Frieden
3. Die Macht von Sri Aurobindos Wort
4. Das Schreiben des Arya
5. Ballung von Kräften
6. Sri Aurobindos Schriften lesen
7. Perfektes Verstehen
8. Der heilende Blick
9. Die heilende Hand
10. Die Uhren liefen falsch
11. Grausamkeit war für Sri Aurobindo etwas höchst Abscheuliches
12. Wunder im Mental
13. Göttlicher Verzicht
14. Über Savitri
15. Sri Aurobindos Geschenk der Stille
16. Die subtil-physische Hand
17. Die Verwandlung eines Gefängnisses in einen Ort der Begegnung mit Gott
18. Die supramentale Einheit
2. DAS GÖTTLICHE OPFER
1. Der innere Beweggrund für Sri Aurobindos Weggang
2. Das Versprechen Sri Aurobindos
3. Warum Sri Aurobindo auf die Erde kam
4. Das edelste aller Opfer
5. Alles, was versprochen wurde, wird jetzt Wirklichkeit
6. Sri Aurobindo öffnet die Türen
3. SRI AUROBINDO – DER AVATAR
1. Die ewige Geburt
2. Die beiden Aspekte der Arbeit des Avatars
3. Das göttliche Erbarmen
4. Sri Aurobindo – der letzte Avatar
5. Sri Aurobindo und Krishna
6. Sri Aurobindo und Shiva
7. Unterwegs mit Krishna und Sri Aurobindo
8. Die Zusicherung des Herrn und die großartige Gewissheit
9. Grenzenlose Dankbarkeit
10. Sei einfach
4. SRI AUROBINDO IST STETS MIT UNS
1. Sri Aurobindos Zimmer
2. Ein wunderbares Geschenk von Sri Aurobindo zu seinem 90. Geburtstag
3. Sri Aurobindo verweilt im Feinstofflichen
4. Die Macht von Sri Aurobindos Namen
5. Sri Aurobindos Barmherzigkeit
Bibliographie
Inhaltsverzeichnis
Cover
Titelseite
Copyright
Vorwort
Quellenangaben
Ich möchte, dass wir zum Gedenken an Sri Aurobindo meditieren: über die Art, wie wir die Erinnerung in uns lebendig erhalten, und über die Dankbarkeit, die wir ihm für alles schulden, was er für diese große Verwirklichung getan hat und in seinem stets leuchtenden, lebendigen und aktiven Bewusstsein immer noch tut, diese Verwirklichung, deretwegen er gekommen ist, nicht nur, um sie der Erde zu verkünden, sondern um sie durchzuführen, und die er weiterhin durchführt.
– Die Mutter
Sri Aurobindo ist der ständige Avatar des Herrn.
Er ist stets mit uns und wir alle können in einem beständigen Kontakt mit Ihm sein, wenn wir das einzig nötige tun, nämlich Ihn einfach nur zu lieben.
– Die Mutter
…als ich aus Japan hier ankam. Ich befand mich auf dem Schiff auf offener See und erwartete nichts (natürlich war ich mit einem inneren Leben beschäftigt, aber physisch befand ich mich auf dem Schiff), als auf einmal, schlagartig, etwa zwei Seemeilen von Pondicherry entfernt, die Beschaffenheit, ich kann sogar sagen: die physische Beschaffenheit der Atmosphäre, der Luft, sich so sehr veränderte, dass ich wusste, wir traten in Sri Aurobindos Aura ein. Das war eine physische Erfahrung, und ich verbürge mich, dass jeder mit einem genügend erwachten Bewusstsein dasselbe fühlen kann.
Auch die umgekehrte Erfahrung habe ich gemacht, als ich das erste Mal im Auto von hier wegfuhr, nachdem ich jahrelang hier gewesen war. Als ich etwas hinter dem „Lake“ war, da fühlte ich plötzlich, wie die Atmosphäre sich veränderte: Die Fülle, die Energie, das Licht und die Kraft nahmen ab, wurden immer weniger … und dann … nichts mehr. Ich befand mich weder in einem vitalen noch einem mentalen Bewusstsein, sondern in einem ganz und gar physischen. Nun, wer in seinem physischen Bewusstsein empfindsam ist, muss das ganz konkret empfinden. Und ich kann euch versichern, dass das, was wir den „Ashram“ nennen, eine Verdichtung an Kraft hat, die keineswegs die gleiche ist wie die in der Stadt und noch weniger wie die auf dem Land.
Du erinnerst dich an die Nacht des großen Zyklons mit dem furchtbaren Getöse und den Regengüssen überall in der Stadt. Ich dachte, ich sollte in Sri Aurobindos Zimmer gehen, um ihm die Fenster schließen zu helfen. Ich öffnete die Tür ein wenig, und da sah ich ihn ruhig an seinem Schreibtisch sitzen und schreiben. In dem Zimmer herrschte ein so fester Friede, dass niemand sich hätte vorstellen können, dass draußen ein Zyklon wütete. Die Fenster standen weit offen und kein Tropfen kam herein.
Ich schildere dir eine Erfahrung, die ich bei meiner ersten Begegnung mit Sri Aurobindo in Pondicherry hatte. Ich war in einem Zustand tiefer Sammlung und sah Dinge im Supramental, Dinge, die sich auf Erden verwirklichen sollten, sich aber aus irgendeinem Grund nicht offenbarten. Ich erzählte Sri Aurobindo, was ich gesehen hatte und fragte ihn, ob diese Dinge sich offenbaren würden. Er antwortete einfach: „Ja“. Und in dem Augenblick sah ich, dass das Supramental die Erde berührt hatte und anfing, sich zu verwirklichen. Dies war das erste Mal, dass ich Zeuge der Macht war, wirklich zu machen, was wahr ist…
Der Mangel an Empfänglichkeit der Erde und der Menschen waren großenteils für die Entscheidung Sri Aurobindos hinsichtlich seines Körpers verantwortlich. Aber eines ist gewiss: Was auf der physischen Ebene geschah, hat keine Auswirkung auf seine Lehre. Alles, was er sagte ist absolut wahr und bleibt auch wahr. Die Zeit und der Lauf der Ereignisse werden dies überdeutlich bestätigen.
Ich war schmerzlich schockiert, als ich von der Übersetzung des Flyers hörte, den du hier im Ashram verteilst. Ich hätte nie gedacht, dass du solch einen Mangel an Verständnis, an Respekt und Ehrerbietung für unseren Herrn hast, der sich für uns voll und ganz geopfert hat. Sri Aurobindo war nicht verkrüppelt; wenige Stunden, bevor er seinen Körper verließ, erhob er sich von seinem Bett und saß lange Zeit in seinem Sessel und sprach frei zu allen, die ihn umgaben. Sri Aurobindo war nicht genötigt, seinen Körper zu verlassen. Er entschied sich dazu aus Gründen, die so erhaben sind, dass sie weit über den Verstand hinausreichen.
Und wenn man das nicht zu verstehen weiß, dann gibt es nur eines zu tun: Bewahre ein respektvolles Schweigen.
Sri Aurobindo hat seinen Körper in einem Akt höchster Selbstlosigkeit aufgegeben, auf die Verwirklichung in seinem eigenen Körper verzichtend, um die Stunde der kollektiven Verwirklichung schneller herbeizuführen. Sicher wäre das nicht notwendig gewesen, wäre die Erde etwas empfänglicher.
Was Sri Aurobindo versprochen hat und was uns, die wir jetzt hier sind, natürlich interessiert, ist, dass die Zeit gekommen ist, in der einige Wesen aus der Elite1 der Menschheit, die die notwendigen Bedingungen für die Spiritualisierung erfüllen, in der Lage sein werden, ihre Körper mit Hilfe der supramentalen Kraft, des supramentalen Bewusstseins und Lichtes so zu transformieren, dass sie nicht länger Tiermenschen sein werden, sondern sich zu Übermenschen entwickeln.
Dieses Versprechen hat Sri Aurobindo gegeben, und er stützte es auf das Wissen, dass die supramentale Kraft im Begriff war, sich auf der Erde zu manifestieren. Tatsächlich war sie schon vor langer Zeit in ihn herabgestiegen, er kannte sie und wusste, welche Auswirkungen sie hatte.
Und jetzt, wo sie sich, ich darf sagen, kosmisch, allgemein manifestiert hat, ist die Gewissheit der Möglichkeit der Transformation natürlich noch größer. Es gibt keinen Zweifel mehr daran, dass diejenigen, die die Bedingungen erfüllen oder erfüllen werden, auf dem Weg zu dieser Transformation sind.
Die Voraussetzungen teilt Sri Aurobindo ausführlich in der Synthese des Yoga mit, und noch ausführlicher in seinen letzten Artikeln über die Supramentale Manifestation. Es handelt sich also nur noch um die Verwirklichung.
Die Menschen wissen nicht, welch ungeheures Opfer Sri Aurobindo für die Welt erbracht hat. Etwa vor einem Jahr, als ich einige Dinge besprach, bemerkte ich den Drang, meinen Körper zu verlassen. Er sagte in einem wirklich strengen Ton: „Nein, das darf niemals geschehen. Wenn es für diese Transformation nötig ist, so möge ich gehen. Du wirst unseren Yoga der supramentalen Herabkunft und supramentalen Transformation zu erfüllen haben.“
Sri Aurobindo verkörperte in einem menschlichen Leib das supramentale Bewusstsein. Er offenbarte uns nicht nur die Art des zu folgenden Pfades und der zu befolgenden Methode, um zum Ziel zu gelangen, vielmehr hat er durch seine eigene persönliche Verwirklichung uns das Beispiel gegeben. Er hat uns den Beweis geliefert, dass es getan werden kann, und dass jetzt die Zeit gekommen ist, es zu tun.
1 Wer auf diese Weise sich selbst erkannt und beherrscht hat und alle Widerstände in sich selbst besiegt hat, hat dadurch sich selbst und seine Eroberung ausgeweitet und es anderen leichter gemacht, die gleiche oder eine ähnliche Eroberung zu vollbringen. Dies sind die Pioniere oder die Elite, die durch einen siegreichen Feldzug in sich selbst anderen zu ihrem Sieg verhelfen. (CWM Vol. 15, p. 337)
Sri Aurobindo kam auf die Erde, um die Manifestation der supramentalen Welt zu verkünden. Er verkündete diese Manifestation nicht nur, er verkörperte auch zum Teil die supramentale Kraft und zeigte durch sein eigenes Beispiel, wie man sich selbst für die Manifestierung vorbereiten muss. Das Beste, das wir tun können, ist, all seine Werke zu studieren, seinem Beispiel zu folgen und uns selbst auf die neue Manifestation vorzubereiten.
Das gibt dem Leben seine wahre Bedeutung und es wird uns helfen, alle Hindernisse zu überwinden.
Lasst uns für die neue Schöpfung leben, und wir werden immer stärker werden, indem wir jung und fortschrittlich bleiben.
Sri Aurobindo gab sein Leben, damit wir in das Göttliche Bewusstsein hineingeboren werden können.
Wir befinden uns in der Gegenwart von Ihm, der sein physisches Leben geopfert hat, um seinem Werk der Transformation vollständiger zu helfen.
Er ist stets bei uns und weiß, was wir tun, kennt all unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen.
Du hast gesagt, Sri Aurobindos Geburt sei etwas „Ewiges“ in der Geschichte des Universums. Was genau bedeutet dieses „Ewige“?
Der Satz kann auf vier unterschiedliche Weisen, auf vier aufsteigenden Bewusstseinsebenen verstanden werden:
1. Physisch hat die Konsequenz der Geburt eine ewige Bedeutung für die Welt.
2. Mental ist es eine Geburt, der man sich auf ewig erinnern wird in der universalen Geschichte.
3. Seelisch ist es eine Geburt, die sich von Zeitalter zu Zeitalter auf Erden wiederholen wird.
4. Spirituell ist es die Geburt des Ewigen auf Erden.
Seit Beginn der Erd-Geschichte, waltete Sri Aurobindo stets über alle großen irdischen Umwandlungen, in der einen oder anderen Gestalt, unter dem einen oder anderen Namen.
Die Frage bezieht sich auf den Satz, in dem ich von der Geburt Sri Aurobindos sprach – es war am Vorabend seines Geburtstages – und ich nannte sie eine „ewige Geburt“. Ich wurde gefragt, was ich mit „ewig“ meinte.
Wenn man die Worte wörtlich nimmt, bedeutet eine „ewige Geburt“ natürlich nicht viel. Aber ich werde euch erklären, dass es eine physische Erklärung oder ein physisches Verständnis, ein mentales Verständnis, ein seelisches Verständnis und ein spirituelles Verständnis geben kann – und in der Tat gibt.
Physisch gesehen bedeutet es, dass die Folgen dieser Geburt so lange andauern werden wie die Erde. Die Folgen von Sri Aurobindos Geburt werden während der gesamten Existenz der Erde zu spüren sein. Und so habe ich es „ewig“ genannt, ein wenig poetisch.
Mental gesehen ist es eine Geburt, deren Erinnerung ewig andauern wird. Durch die Zeitalter hindurch wird man sich an Sri Aurobindos Geburt erinnern, mit allen Konsequenzen, die sie hatte.
Seelisch gesehen handelt es sich um eine Geburt, die sich von Zeitalter zu Zeitalter in der Geschichte des Universums ständig wiederholen wird. Diese Geburt ist eine Manifestation, die periodisch, von Zeitalter zu Zeitalter, in der Geschichte der Erde stattfindet. Das heißt, die Geburt selbst wird erneuert, wiederholt, reproduziert und bringt jedes Mal vielleicht etwas mehr – etwas Vollständigeres und Vollkommeneres –, aber es ist die gleiche Bewegung der Herabkunft, der Manifestation, der Geburt in einem irdischen Körper.
Und schließlich könnte man vom rein spirituellen Standpunkt aus sagen, dass es die Geburt des Ewigen auf Erden ist. Denn jedes Mal, wenn der Avatar eine physische Form annimmt, ist es die Geburt des Ewigen selbst auf Erden.
Sri Aurobindo ist eine Emanation des Höchsten, der auf die Erde kam, um die Manifestation einer neuen Menschheit und der neuen Welt, des Supramentalen, anzukündigen.
Bereiten wir uns in aller Aufrichtigkeit und Bereitschaft darauf vor.
Wenn du in deinem Herzen und in deinem Denken keinen Unterschied zwischen Sri Aurobindo und mir machst, wenn du an Sri Aurobindo denkst, du auch an mich denkst, und wenn du an mich denkst, du unweigerlich auch an Sri Aurobindo denkst, wenn du den einen siehst, du unweigerlich auch den anderen siehst, als ein und dieselbe Person, – dann wirst du wissen, du fängst an, dich der supramentalen Kraft und dem supramentalen Bewusstsein zu öffnen.
In der Ewigkeit des Werdens ist jeder Avatar nur der Verkünder und Vorläufer einer vollkommeneren zukünftigen Verwirklichung.
Die Menschen neigen jedoch stets dazu, den Avatar der Vergangenheit zu vergöttlichen und dem Avatar der Zukunft entgegenzustellen.
Sri Aurobindo ist gekommen und hat der Welt die Verwirklichung von morgen verkündet. Wieder stößt seine Botschaft auf denselben Widerstand wie bei allen, die ihm vorausgegangen sind.
Die Zukunft wird aber die Wahrheit von dem erweisen, was er offenbart hat und sein Werk wird vollbracht werden.
Was ist das Göttliche?
Das Göttliche ist das, was du in Sri Aurobindo verehrst.
Zwei Aspekte bestehen parallel, die vom ewigen und höchsten Standpunkt gleichermaßen wichtig sind, in dem Sinn, dass beide gleichermaßen unerlässlich sind, um die Verwirklichung wirklich zur Verwirklichung zu machen.
Einerseits das, was Sri Aurobindo – der als Avatar das höchste Bewusstsein und den höchsten Willen auf der Erde darstellte – erklärte, dass ich sei, und zwar die universelle höchste Mutter. Und auf der anderen Seite das, was ich durch die integrale Sadhana in meinem Körper verwirkliche. Ich könnte auch die höchste Mutter sein, ohne eine Sadhana auszuüben, und in der Tat, solange Sri Aurobindo in seinem Körper war, führte er die Sadhana aus; mir kamen die Ergebnisse zugute; die Ergebnisse wirkten sich automatisch auf mein äußeres Wesen aus, aber er tat die Arbeit, nicht ich: ich war nur der Zwischenträger, der seine Sadhana auf die Welt übertrug. Erst nachdem er seinen Körper verließ, wurde ich gezwungen, die Sadhana selber fortzusetzen; nicht nur wie zuvor seine Sadhana auf die Welt zu übertragen, sondern sie selber auszuführen. Als er ging, übertrug er mir die Verantwortung für das, was er in seinem Körper tat, ich musste es jetzt tun. Es bestehen also diese beiden Aspekte, und mal überwiegt der eine, mal der andere (ich meine nicht aufeinanderfolgend in der Zeit, sondern … das geht um Augenblicke), und sie versuchen, sich zu einer vollständigen und vollkommenen Verwirklichung zu vereinen: das unsägliche, unbewegte ewige Bewusstsein der Vollzieherin des Allerhöchsten, und das Bewusstsein des Sadhak im Integralen Yoga, der in seiner aufsteigenden Bemühung einen wachsenden Fortschritt anstrebt…
Jene mit der Auffassung, ich sei die ewige universelle Mutter und Sri Aurobindo der Avatar, wundern sich, dass unsere Macht nicht absolut ist. Sie wundern sich, dass es uns nicht genügt zu sagen: „es ist so“, damit es „so“ sei. Der Grund liegt darin, dass für eine integrale Verwirklichung die Vereinigung beider Aspekte unerlässlich ist: der Macht, die von der ewigen Stellung herrührt, und der Macht der Sadhana in der evolutionären Entwicklung.
Mehrere Male brachte mir X seine Geringschätzung für die Mehrzahl der Leute im Ashram zum Ausdruck: „Warum behält Mutter all diese ‚empty pots‘ [leeren Töpfe]“, sagte er.
Wenn er sich auch nur einen Augenblick lang einbildet, dass ich glaube, alle Leute hier würden die Sadhana machen, irrt er gewaltig!
Die Idee ist, dass die gesamte Welt vorbereitet werden muss, in all ihren Formen, auch die am wenigsten für die Transformation fähigen. Es erfordert eine symbolische Repräsentation aller Elemente der Erde, an denen gearbeitet werden kann, um die Verbindung herzustellen [mit der supramentalen Welt]. Die Erde ist eine symbolische Repräsentation des Universums, und die Gruppe eine symbolische Repräsentation der Erde.
Das hatten wir 1914 mit Sri Aurobindo entschieden (das liegt schon lange zurück); denn wir sahen die beiden Möglichkeiten: das, was wir jetzt tun, oder uns in die Einsamkeit und Abgeschiedenheit zurückziehen, bis wir nicht nur das Supramental erreicht, sondern die materielle Transformation begonnen haben. Und Sri Aurobindo sagte mit Recht, dass man sich nicht abkapseln kann, denn je mehr man selber wächst, um so mehr universalisiert man sich, und folglich … you take the burden upon yourself [man nimmt die Last auf sich], auf jeden Fall.
Jemand möchte noch einmal Sri Aurobindos Zimmer besuchen und dort eine Zeit lang meditieren.
Was sind seine Berechtigung und sein Vorrecht auf ein solch großes Privileg? Ein weiterer Besuch ist in Ordnung. Menschen können in Sri Aurobindos Zimmer kommen. Aber um dort sitzen und meditieren zu dürfen, muss man viel für Sri Aurobindo getan haben.
Liebe Mutter, Du hast gesagt, dass man „viel für Sri Aurobindo getan haben muss, um in seinem Zimmer sitzen und meditieren zu dürfen“. Was meinst du damit, Mutter? Was kann man für den Herrn tun, das dieses „viel“ sein wird?
Etwas für den Herrn zu tun, bedeutet, Ihm etwas von dem zu geben, was man hat, oder von dem, was man tut, oder von dem, was man ist. Das heißt, Ihm einen Teil unserer Güter oder unseren ganzen Besitz zu schenken, Ihm einen Teil unserer Arbeit oder unsere gesamte Tätigkeit zu weihen oder uns Ihm ganz und ohne Vorbehalt hinzugeben, damit Er von unserer Wesensart Besitz ergreift, um sie zu wandeln und zu vergöttlichen. Aber es gibt viele Menschen, die, ohne etwas zu geben, immer nur nehmen und empfangen wollen. Diese Menschen sind selbstsüchtig und nicht würdig, in Sri Aurobindos Zimmer zu meditieren.
…am 15. hielten wir um zehn Uhr eine Meditation ab. Seit Viertel vor zehn saß ich in vollkommenem Schweigen am Tisch hier. Und … ich kann nicht sagen, Sri Aurobindo sei „gekommen“, denn er ist immer hier, aber er manifestierte sich auf eine besondere Art … Im Subtilphysischen wurde er konkret so groß, dass er mit gekreuzten Beinen auf dem ganzen Gebäudekomplex saß. Er ragte etwas darüber hinaus, aber er saß buchstäblich auf dem Gebäude. Das bewirkte, dass alle meditierenden Leute, wenn sie nicht verschlossen waren, in ihm waren. Er saß da (nicht auf ihrem Kopf!), und ich fühlte (ich war hier), ich fühlte die REIBUNG seiner Gegenwart im Subtilphysischen, eine absolut physische Reibung. Ich sah ihn, denn du weißt wohl, dass ich nicht dort drinnen bin (im Körper), ich sah ihn sehr groß, in vollkommenen Proportionen, sitzend, und dann kam er ganz sanft, ganz sanft, ganz sanft herab. Dieser Herabstieg verursachte die Reibung – sehr sanft, um den Leuten keinen Schrecken einzujagen –, ganz sanft, ganz sanft. Dann ließ er sich nieder und blieb mehr als eine halbe Stunde da, ein bisschen länger, einige Minuten länger, einfach so, völlig unbewegt, aber sehr konzentriert auf alle Leute, die da waren – sie waren in ihm.
Ich saß da, lächelnd, fast … fast lachend: Man fühlte ihn überall, überall (Mutter berührt ihren ganzen Körper). Aber in einem solchen Frieden – ein Friede! Eine Kraft! Eine Macht! Das Gefühl der Ewigkeit, der Unermesslichkeit, des Absoluten. Eine Empfindung des Absoluten, als sei alles vollbracht, als lebte man in der Ewigkeit.
Es war unwiderstehlich. Man musste völlig verschlossen sein, um das nicht zu fühlen.
Ich bestreite nicht, dass es viele verschlossene Leute gab. Das weiß ich nicht (lachend), ich fragte sie nicht nach ihrer Meinung.
Danach verschwand er nicht plötzlich: es geschah langsam, ganz langsam, wie etwas, das sich verflüchtigt. Dann ging alles wieder seinen gewohnten Gang, mit Konzentrationen hier und Aktivitäten dort.
Ich glaube, manche Leute müssen es gefühlt haben (vielleicht verstanden sie es nicht im vollen Ausmaß, denn sie hatten nicht die Schau des Ganzen), aber sie fühlten vielleicht, wie er in sie herabkam. Denn am Nachmittag, als alles wieder in seine gewohnte Ordnung zurückgekehrt war, kam es wie eine Welle des Bedauerns, als ob man sagte: „Ach, diese schöne Erfahrung ist vorbei.“ (Er ist natürlich immer da, aber nicht auf diese Weise! Er ist immer da.) Das ging durch die Atmosphäre: „Ach, jetzt ist der 15. August vorbei. Dieser schöne Anlass ist vorbei.“ Aber so war es … mehr als konkret, ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, es kam … mit einer Absolutheit.
Ich sah ihn sehr oft in seinem supramentalen Licht. Sehr oft kam er (als ich auf dem Balkon war, kam er – manchmal war er über dem Samadhi, er kam sehr oft), aber das … vor allem war das Ausmaß ungeheuer, denn, wie ich dir sagte,überragte er sitzend das Gebäude, und dann materialisierte er sich auf PHYSISCH fühlbare Weise. Es brachte eine solche Zuversicht, eine solche Freude, eine solche Gewissheit, ein solches Vertrauen. Alles war so sicher, so absolut gewiss, als sei alles vollbracht worden. Es herrschte nicht mehr diese Angst oder Spannung, die Dinge zu vollbringen.
Das dauerte ungefähr eine Dreiviertelstunde. Danach kehrten die Dinge in ihre gewohnte Ordnung zurück. (Schweigen)
Es war der schönste 15. August, den wir je hatten.
Es dauerte eine Dreiviertelstunde. (Schweigen)
Das einzige … (er hatte mir sein Vorhaben nicht angekündigt) aber als man mir sagte, dass man sich versammeln wolle, um eine halbe Stunde zu meditieren, nahm etwas in mir das sehr ernst: „Also gut!“ Ich bereitete alles für die Meditation vor. Ich setzte mich an den Tisch (ungefähr Viertel vor zehn) – und dann begann es. Es brauchte ungefähr fünf Minuten, um sich zu bilden. Ah! Dann verstand ich.
Er hat uns ein wunderbares Geschenk gemacht.
All seine Milde, all seine Größe, all seine Macht, all seine Ruhe, all das war da. Sogar viel stärker und viel klarer als zu der Zeit, wo er in seinem Körper war!
Ich hatte immer diesen Eindruck – in seinem Zimmer war es immer so. Wann immer ich ihn traf, hatte ich diesen Eindruck. Selbst während der ganzen Zeit, als ich arbeitete, hatte ich den Eindruck, dass er hinter mir stehe und alle Dinge verrichte. Aber dies war sehr viel stärker. Viel stärker … Man wurde erfasst, und dann gab es kein Entrinnen mehr. So war es. Es war etwas ABSOLUTES.
CWM Vol. 9, p. 172
White Roses, Part II, p. 3
CWM Vol. 4, pp. 223-24
CWM Vol. 3, p. 155
CWM Vol. 3, pp. 141-42
CWM Vol. 8, p. 281
CWM Vol. 8, pp. 261-62
CWM Vol. 12, p. 203
CWM Vol. 4, p. 85
CWM Vol. 4, pp. 237-38
CWM Vol. 4, p. 264
CWM Vol. 4, pp. 275-76
CWM Vol. 10, pp. 105-06
CWM Vol. 10, p. 158
CWM Vol. 9, pp. 149-151
Mona Sarkar
CWM Vol. 9, p. 28
CWM Vol. 9, pp. 253-54
CWM Vol. 10, pp. 68-69
Conversation with a disciple, September 26, 1962
CWM Vol. 13, p. 7
CWM Vol. 13, pp. 7-8
CWM Vol. 13, p. 9
CWM Vol. 8, p. 322
CWM Vol. 13, p. 8
CWM Vol. 12, p. 72
CWM Vol. 12, p. 205
CWM Vol. 13, p. 16
CWM Vol. 13, p. 8
The Supreme, pp. 38-39
The Supreme, pp. 38-39
The Supreme, p. 52
White Roses, part II, pp. 4-5
CWM Vol. 13, p. 10
CWM Vol. 13, p. 10
CWM Vol. 9, pp. 178-79
CWM Vol. 13, p. 19
CWM Vol. 13, p. 32
CWM Vol. 13, p. 22
CWM Vol. 13, pp. 27
Conversation with a disciple, October 10, 1958
Conversation with a disciple, September 20, 1960
CWM Vol. 10, p. 253
CWM Vol. 12, p. 211
CWM Vol. 12, p. 397
Conversation with a disciple, August 2, 1961
Conversation with a disciple, August 2, 1961
Conversation with a disciple, June 18, 1968
CWM Vol. 13, p. 6
CWM Vol. 13, p. 7
CWM Vol. 13, p. 11
CWM Vol. 3, p. 179
CWM Vol. 13, p. 7
Conversation with a disciple, September 16, 1961
Conversation with a disciple, April 3, 1962
CWM Vol. 13, p. 29
CWM Vol. 13, pp. 29-30
Conversation with a disciple, August 18, 1962
The Supreme, pp. 62-64
The Supreme, pp. 62-64
CWM Vol. 13, p. 9
