Kontrolle über das Sprechen - Die (d.i. Mira Alfassa) Mutter - E-Book

Kontrolle über das Sprechen E-Book

Die (d.i. Mira Alfassa) Mutter

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Beschreibung

„Hinter dem Leben wie auch in ihm selbst liegt eine Stille, und nur in dieser verborgenen, unterstützenden Stille können wir die Stimme Gottes klar hören.“ (Sri Aurobindo)

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Veröffentlichungsjahr: 2022

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Omsriaurobindomira

ALLES

LEBEN

IST

YOGA

All life is Yoga. – Sri Aurobindo

Kontrolle über das Sprechen

Sri Aurobindo | Die Mutter

SRI AUROBINDO

DIGITAL EDITION

SRI AUROBINDO BHAVAN

BERCHTESGADENER LAND

www.sriaurobindo.center

© Copyright 2025

Herausgeber

AURO MEDIA

Verlag und Fachbuchhandel

Wilfried Schuh

Deutschland

www.auro.media

eBook Design

SRI AUROBINDO DIGITAL EDITION

Deutschland, Berchtesgaden

Kontrolle über das Sprechen

Auszüge aus den Werken von

Sri Aurobindo und der Mutter

Zweite Auflage 2025

ISBN 978-3-96387-097-2

© Fotos und Textauszüge

Sri Aurobindos und der Mutter:

Sri Aurobindo Ashram Trust

Puducherry, Indien

Blume auf dem Cover:

Leucanthemum x superbum (Chrysanthemum x superbum). Weiß, gelb.

Die von der Mutter gegebene spirituelle Bedeutung:

Das schöpferische Wort

Gehört nur dem Göttlichen.

Vorwort

Überall auf der Welt wächst das Interesse an Spiritualität und Yoga. Man kann eine zunehmende Suche nach dem wahren Sinn und Zweck des Lebens erkennen, eine Suche nach tieferen Lösungen für die Probleme, mit denen wir alle konfrontiert sind, und man kann eine zunehmende Bemühung beobachten, am evolutionären Wandel und Fortschritt der Menschheit beitragen zu wollen.

Bei dieser Suche und Bemühung wenden sich immer mehr Menschen an Sri Aurobindo und die Mutter, um Führung und Kraft zu finden. Aber in den umfangreichen Werken Sri Aurobindos und der Mutter wissen wir oft nicht, wo wir Antworten auf unsere Fragen finden können. Aus diesem Grund haben wir zu bestimmten Themen des alltäglichen Lebens einfache Auszüge aus ihren Werken zusammengetragen, die für die Sadhana eine praktische Orientierung im Alltag geben sollen, denn wahre Spiritualität bedeutet nicht, sich vom Leben abzukehren, sondern das Leben mit einer Göttlichen Vollkommenheit zu vollenden.

Diesbezüglich sagte die Mutter:

„Sri Aurobindo sollte nicht nach Büchern studiert werden, sondern nach Themen – was er über das Göttliche, die Einheit, die Religion, die Evolution, die Erziehung, die Selbstvervollkommnung, das Supramental, usw. gesagt hat.“ (CWM Vol. 12, p. 206)

Bei einer anderen Gelegenheit sagte sie:

„Wenn du wissen willst, was Sri Aurobindo zu einem bestimmten Thema gesagt hat, musst du zumindest alles lesen, was er zu diesem Thema geschrieben hat. Man wird dann sehen, dass er die widersprüchlichsten Dinge gesagt zu haben scheint. Aber wenn man alles gelesen und ein wenig verstanden hat, sieht man, dass all die Widersprüche sich ergänzen und in einer integralen Synthese geordnet und geeint sind.“ (CWM Vol. 16, pp. 309-10)

Unsere Titel aus der Reihe ALLES LEBEN IST YOGA sind ein Versuch, etwas mehr Klarheit über ein bestimmtes Thema zu gewinnen und so vielleicht unsere persönlichen Bemühungen in die richtige Richtung zu lenken. Denn Sri Aurobindo sagt:

„Es ist stets wünschenswert, sich in die richtige Richtung zu bemühen; selbst wenn man scheitert, bringt das Bemühen ein bestimmtes Ergebnis und ist niemals verloren.“ (CWSA Vol. 29, p. 87)

Die Übersetzung der Textstellen von Sri Aurobindo erfolgte aus dem ursprünglichen Englisch, während die meisten Passagen der Mutter bereits Übersetzungen aus dem Französischen waren. Fast alle Texte der Mutter wurden ihren Gesprächen, die sie mit Kindern und Erwachsenen führte, entnommen, einige ihren Schriften. Wir müssen außerdem berücksichtigen, dass die Auszüge ihrem ursprünglichen Zusammenhang entnommen wurden und dass jede Zusammenstellung ihrer Natur nach möglicherweise einen persönlichen und subjektiven Charakter hat. Es wurde jedoch der aufrichtige Versuch unternommen, der Vision Sri Aurobindos und der Mutter treu zu bleiben.

Die Textauszüge sind vom Verlag zum Teil mit Kapiteln und Überschriften versehen worden, um ihre Themen hervorzuheben. Sofern es möglich war, wurden sie in Anlehnung eines Satzes aus dem Text selbst gewählt.

Sri Aurobindo und die Mutter machen von der in der englischen Sprache gegebenen Möglichkeit, Wörter groß zu schreiben, um ihre Bedeutung hervorzuheben, häufig Gebrauch. Mit dieser Großschreibung bezeichnen sie meist Begriffe aus übergeordneten Daseinsbereichen, doch auch allgemeine wie Licht, Friede, Kraft usw., wenn sie ihnen einen vom üblichen Gebrauch abweichenden Sinn zuordnen. Diese Begriffe wurden in diesem Buch kursiv hervorgehoben, um dem Leser zu einer leichteren Einfühlung in diese subtilen Unterscheidungen zu verhelfen.

Eckige Klammern bezeichnen Einfügungen des Übersetzers, die um des besseren Verständnisses willen angebracht erschienen. Einige wenige Sanskritwörter wie Sadhana, Sadhaka, Yoga usw. wurden eingedeutscht, da sie durch ihren häufigen Gebrauch bereits als Bestandteil der deutschen Sprache angesehen werden können. Alle anderen Sanskritwörter sind kursiv hervorgehoben, wobei auf diakritische Transkriptionszeichen verzichtet wurde.

Die kursiv geschriebenen Textpassagen vor den Worten Sri Aurobindos und der Mutter sind Fragen bzw. Antworten von Schülern oder sonstige erläuternde Texte.

Inhaltsverzeichnis

Titelseite

Impressum

Anmerkung des Herausgebers

Zitate

1. WORTE SRI AUROBINDOS

1. Reden

2. Kontrolle über das Sprechen

3. Über eigene spirituelle Erfahrungen sprechen

4. Die Wahrheit sprechen

5. Zwei große Kräfte: Stille und Sprache

2. WORTE DER MUTTER

1. Ratschläge

2. Warum reden Menschen unnötig?

3. Kategorien gesprochener Worte und ihre Beherrschung

4. Wahres Streben frei von Worten

5. Verständigung ohne Worte

6. Wenn man etwas nicht versteht

7. Erkennen, was hinter den Worten ist

8. Die Macht der Worte

9. Präzises Denken ohne Worte

10. Schöpferisches Wort

11. Durch unkontrolliertes Sprechen verursachte Verletzungen

12. Versucht es einfach für eine Stunde

Bibliographie

Orientierungsmarken

Inhaltsverzeichnis

Cover

Titelseite

Copyright

Vorwort

Quellenangaben

Hinter dem Leben wie auch in ihm selbst liegt eine Stille, und nur in dieser verborgenen, unterstützenden Stille können wir die Stimme Gottes klar hören.

– Sri Aurobindo

Ich glaube, es ist eine für alle empfehlenswerte Übung: jeden Tag eine bestimmte Zeit freizuhalten, um den mentalen Geist ruhig, sogar still zu machen.

…mit dem Denken aufzuhören ist eine viel größere Leistung als das Ausspinnen endloser Gedanken, und es braucht dafür auch eine viel umfassendere Entwicklung.

…von jedem Gesichtspunkt aus, nicht nur vom spirituellen Blickwinkel her, ist es immer gut, für einige Minuten, wenigstens zwei Mal täglich Stille zu praktizieren. Aber es muss eine echte Stille sein, nicht bloß ein Verzicht auf das Reden.

Versuchen wir nun, für einige Minuten ganz still zu sein.

– Die Mutter

Teil 1 WORTE SRI AUROBINDOS

Kapitel 1

Reden

Sprache ist meistens der Ausdruck der oberflächlichen Natur. Wenn man sich zu sehr in solch einem Sprechen verliert, wird die Energie verschwendet und das innere Hören, welches das Wort wahren Wissens bringt, behindert.

Reden bedeutet einen vitalen Austausch, deshalb ist es durchaus möglich, dass eine Person depressiv wird, wenn sie mit jemand anderem spricht.

Reden – der gewöhnlichen Art – zerstreut sehr leicht die innere Verfassung oder zieht sie herunter, weil es normalerweise nur dem niederen vitalen und physischen Geist entspringt und jenen Teil des Bewusstseins zum Ausdruck bringt. – Es hat die Tendenz, das Wesen auf das Äußerliche zu fokussieren. Das ist der Grund, warum so viele Yogis Zuflucht in der Stille suchen.

Wenn der innere Frieden sehr stark ist, verdunkelt ihn das Sprechen nicht, – denn dieser Frieden ist, auch wenn er das Mental und das Vital durchdringt, nicht mental oder vital. Das Sprechen mag dann nur eine Wolke sein, die schnell vorbeizieht, ohne tieferen Einfluss auszuüben. Normalerweise zerstreut solches Reden aber das Bewusstsein, und man kann viel verlieren. Der einzige Nachteil des Nicht-Sprechens ist, das es zu sehr isoliert, wenn es umfassend ist, aber man verliert nichts, wenn man über diese Dinge [Nachrichten usw.] nicht spricht.

Predigten und Ermahnungen berühren den mentalen Geist nur oberflächlich. Wenn er zustimmt, ist er erfreut und angeregt, aber das ist alles. Ist er nicht einverstanden, wird der mentale Geist ungeduldig oder er kritisiert und wendet sich ab. Wenn die Vorhaltungen sehr überzeugend sind, mögen sie manchmal das Vital berühren und eine kurzzeitige Wirkung haben.

Bei allen Dingen muss es eine Kontrolle über das Denken und auch Sprechen geben. Aber während leidenschaftliche, rajasische, Heftigkeit ausgeschlossen wird, ist eine ruhige, kraftvolle Bestimmtheit im Denken und Sprechen manchmal unumgänglich, wenn Strenge notwendig ist.

Die Gewohnheit zu kritisieren – meistens unverständiges Kritisieren anderer, – das mit allen Arten von Vorstellungen, Schlussfolgerungen, Übertreibungen, falschen Interpretationen und sogar groben Erfindungen vermischt ist, ist eine der universalen Krankheiten. Es ist eine Krankheit des Vitals, das vom physischen Geist unterstützt wird, der sich zum Werkzeug des Vergnügens macht, welches das Vital an dieser unproduktiven und schädlichen Beschäftigung hat. Kontrolle über das Sprechen, Ablehnung dieser unzuträglichen Gewohnheit und der Lust des Vitals sind sehr notwendig, wenn innere Erfahrung irgendeine echte transformierende Wirkung im äußeren Leben haben soll.

Es ist auch besser, das Nichtsprechen über andere ernster zu nehmen und die Kritik an ihnen aus dem gewöhnlichen mentalen Geist heraus strikt zu unterlassen. Dies ist notwendig, um ein tieferes Bewusstsein und einen präziseren Ausblick auf die Dinge zu entwickeln, der in Stille die Bewegungen der Natur in einem selbst und in anderen versteht und nicht aufgerührt, verstört oder oberflächlich interessiert in eine äußerliche Regung hineingezogen wird.

Kapitel 2

Kontrolle über das Sprechen

Ja, es wäre besser, das Sprechen vollständig zu beherrschen, – es ist ein wichtiger Schritt für das Nach-Innen-Gehen und die Entwicklung eines inneren und yogischen Bewusstseins.

Absolute Stille und lockeres Reden sind zwei Extreme; keines von ihnen ist gut. Ich habe viele Menschen gesehen, die das Schweigegelübde, maunavrata, hielten, aber danach so redselig wie vorher waren. Es ist Selbstbeherrschung, die du erlangen musst.

Bei Unterhaltungen tendiert man dazu, in ein niederes und mehr äußerliches Bewusstsein abzusinken, denn Reden entspringt dem äußeren mentalen Geist. Aber es ganz zu vermeiden ist unmöglich. Was du tun musst, ist zu lernen, sofort zum inneren Bewusstsein zurückzukehren, und zwar so lange, wie du es nicht schaffst, immer aus dem inneren Wesen heraus oder wenigstens mit der Unterstützung des inneren Wesens zu sprechen.

Es ist etwas sehr Äußerliches, das an leichter Unterhaltung Vergnügen findet, und nur, wenn die Ruhe und eine damit einhergehende spontane Selbstkontrolle im niederen Vital etabliert sind, kann diese Tendenz in denen, wo sie vorhanden ist – d.h. in den meisten Menschen, – völlig besiegt werden.

All diese Dinge werden im Laufe der Zeit ausgearbeitet. Äußerst wichtig ist es, die Ruhe und mit ihr die wahre Kraft in das gesamte Wesen herabzubringen…

Das Sprechen bricht als Ausdruck des vitalen Wesens und seiner Gewohnheiten hervor, ohne auf die Kontrolle durch das Mental zu warten; die Zunge wurde als ungezogener Körperteil … bezeichnet. Es ist ein sehr notwendiger Bestandteil yogischer Selbstkontrolle, nicht dem Sprechimpuls zu unterliegen, fähig zu sein, ohne ihn auszukommen und nur zu sprechen, wenn man erkennt, was und wo es wirklich notwendig ist.

Dies kann nur mit Umsicht, Beharrlichkeit und einem starken Entschluss geschehen, aber wenn der Vorsatz vorhanden ist, kann es mit Hilfe der Kraft im Hintergrund getan werden.

Es ist offensichtlich, dass Dinge, die man lange gewohnt war, nicht sofort abgelegt werden können. Besonders das Sprechen ist etwas, was bei den meisten Mensch automatisch abläuft und nicht ihrer Kontrolle unterliegt. Es ist die Wachsamkeit, die die Kontrolle festigt, deshalb muss man auf der Hut vor der Gefahr sein, von der du sprichst: dem Nachlassen der Achtsamkeit. Aber es gelingt besser, je mehr es eine ruhige und unvermischte, furchtlose Wachsamkeit ist.

Die Gewohnheiten der physischen oder vital-physischen Natur zu verändern, ist immer am schwierigsten, weil sie automatisiert sind und nicht vom mentalen Willen beherrscht werden; für ihn ist es deshalb nicht einfach sie zu kontrollieren oder zu transformieren. Du musst durchhalten und die Gewohnheit der Kontrolle ausbilden. Wenn es dir oft gelingt, das Sprechen zu beherrschen, – dafür braucht es beständige Wachsamkeit, – wirst du schließlich sehen, dass Kontrolle sich von selbst einstellt und auf längere Sicht immer eingreifen kann. Man muss das so lange durchhalten, bis diese Regung für das Licht und die Kraft der Mutter völlig offen ist, denn wenn dies geschieht, kann die Sache schneller und manchmal mit großer Geschwindigkeit getan werden. Es gibt auch die Intervention des Seelischen. – Wenn das seelische Wesen ausreichend wach und aktiv ist, um jedes Mal einzugreifen und „Nein“ zu sagen, wenn du aufs Geratewohl reden willst, dann wird der Wandel leichter.

Meistens gehen menschliches Sprechen und Denken mechanisch nach bestimmten Mustern vor sich, die sich immer wiederholen, und es ist nicht wirklich der mentale Geist, der sie beherrscht und ihnen Vorschriften macht. Deshalb kann diese Gewohnheit einige Zeit erhalten bleiben, sogar, wenn der bewusste Geist ihr seine Zustimmung und Unterstützung entzogen und beschlossen hat, es anders zu machen. Aber wenn man durchhält, läuft diese unterbewusste mechanische Gewohnheit aus wie eine Uhr, die nicht aufgezogen wird. Dann kann man im Unterbewusstsein die gegenteilige Gewohnheit ausbilden, nur jenes Sprechen und Denken zuzulassen, dem das innere Wesen zustimmt.

Es ist … schwierig das Sprechen unter Kontrolle zu bringen, denn die Leute sind es gewohnt, das auszusprechen, was ihnen in den Sinn kommt, statt ihre Äußerungen zu überprüfen und zu beherrschen. Es gibt etwas Mechanisches beim Sprechen, und es ist nie leicht, es auf die höchste Stufe des Bewusstseins zu bringen. Aus diesem Grund ist Sparsamkeit beim Sprechen hilfreich. Sie fördert eine bewusste Kontrolle und hindert die Zunge daran, mit einem davonzulaufen und zu tun, was immer sie will.

Sich zurückzunehmen bedeutet, ein Zeuge seines eigenen mentalen Geistes und Sprechens zu werden, sie als etwas von sich Getrenntes zu sehen und sich nicht mit ihnen zu identifizieren. Wenn man sie wie ein Beobachter wahrnimmt, von ihnen getrennt, erfährt man, was sie sind, wie sie handeln. Dann sollte man sie kontrollieren, was man nicht gutheißt, zurückweisen und nur das denken und sprechen, was man als wahr empfindet. Das kann natürlich nicht alles auf einmal getan werden. Es braucht Zeit, diese Haltung des Zurückstehens zu festigen, und es dauert noch länger, die Kontrolle aufzubauen. Aber mit Übung und Ausdauer kann es gelingen.

Es [Sprechen] kann nur kontrolliert werden, wenn du dich innerlich von dem Teil, der spricht, trennst und fähig bist ihn zu beobachten. Es ist der äußere mentale Geist, der spricht, – man muss ihn vom inneren beobachtenden Mental aus anschauen und Kontrolle ausüben.

Man braucht wirklich eine innere Stille, – etwas Ruhiges, das das äußere Sprechen und Handeln anschaut, es aber als etwas Oberflächliches und nicht Zugehöriges empfindet und ihm ziemlich gleichmütig und unberührt gegenübersteht. Es kann Kräfte bringen, die das Sprechen und Handeln unterstützen oder ihnen die Zustimmung verweigern. Es kann sie auch weitermachen lassen und sie ohne inneres Engagement beobachten.

Dies geschieht natürlich, weil das Bewusstsein nach außen auf diese Dinge [Diskussionen und Gelächter] gerichtet ist, – man fällt aus der inneren Haltung heraus und hat Mühe, sie wieder zu erlangen, – besonders, weil es eine Art Zerstreuung der vitalen Energie gibt. Wenn man einen Zustand erlangt, in dem man diese Dinge nur mit dem äußeren Bewusstsein tun kann, und dabei im Innern bleibt und beobachtet, was sich auf der Oberfläche abspielt, aber ohne sich selbst darin zu vergessen, dann verliert man diese Haltung nicht. Aber es ist ein bisschen schwierig, diese eigene „Verdoppelung“ seiner selbst zu erreichen, – doch es gelingt mit der Zeit, wenn der innere Frieden und die Ruhe sehr intensiv und dauerhaft werden.

Hastigkeit beim Sprechen und Handeln – (im Übermaß, denn in gewissem Maße existiert es in allen) – ist eine Sache des Temperaments. … Es ist der sich nach außen wendende mentale Geist, der diszipliniert werden muss, damit er nicht zu schnell Entschlüsse fasst oder sofort vom Denken zum Sprechen und Handeln springt.

Die seelische Selbstkontrolle, die … während einer Diskussion erstrebenswert ist, würde unter anderem darin bestehen:

(1) Dem Impuls zu sprechen nicht zu erlauben sich zu sehr zu behaupten oder etwas ohne Nachdenken zu sagen, sondern immer mit einer bewussten Kontrolle zu sprechen und auch nur das zu sagen, was notwendig und hilfreich ist.

(2) Alles Debattieren, alle Auseinandersetzungen oder zu lebhafte Diskussionen zu vermeiden und einfach zu sagen, was zu sagen ist und es dabei zu belassen. Es sollte auch kein Insistieren darauf geben, dass du Recht hast und die anderen im Unrecht sind. Aber das, was gesagt ist, sollte nur als Beitrag zur Erörterung der Wahrheit einer Sache ins Spiel gebracht werden.

(3) Den Ton des Sprechens und der Formulierung sehr ruhig und still zu halten und nicht rechthaberisch sein.

(4) Sich nicht darum zu kümmern, wenn andere hitzige Meinungsverschiedenheiten haben, sondern ruhig und ungestört zu bleiben und nur das zu sagen, was helfen kann, die Dinge wieder ins Lot zu bringen.

(5) Sich nicht zu beteiligen, wenn es über andere (besonders über Sadhaks) Klatsch oder barsche Kritik gibt, – denn diese Dinge sind in keiner Weise hilfreich und ziehen das Bewusstsein von seiner höheren Ebene herunter.

(6) Alles zu vermeiden, was andere verletzen oder kränken würde.

Kapitel 3

Über eigene spirituelle Erfahrungen sprechen

Kapitel 4

Die Wahrheit sprechen

Kapitel 5

Zwei große Kräfte: Stille und Sprache

Teil 2 WORTE DER MUTTER

Kapitel 1

Ratschläge

Sprich weniger, handle mehr.

Sprich wenig, sei wahrhaftig, handle aufrichtig.

…Worte werden nicht immer so verstanden, wie sie gesagt wurden, und dann sind sie nicht immer dem Verständnis eines jeden angepasst.

Kontrolle über das, was man sagt, ist wichtiger als vollständige Stille. Das Beste ist zu lernen, das, was nützlich ist, auf die genaueste und wahrste mögliche Weise zu sagen.

Es ist die Kontrolle über sich selbst, die zuerst benötigt wird, und besonders die Kontrolle über die eigene Zunge! Wenn die Leute lernen könnten still zu sein, wie viel Ärger könnte vermieden werden!

Sei ruhig und sammle Stärke und Kraft nicht nur für die Arbeit, sondern auch – hauptsächlich – um die Transformation zu erreichen.

Die Gewohnheit zu kritisieren ist zerstörerischer als viele schlechte Gewohnheiten.

Jede geäußerte Lüge ist ein Schritt zur Desintegration.

Tratschen über das, was jemand tut oder nicht tut, ist falsch.

Solch einem Geschwätz zuzuhören, ist falsch.

Zu überprüfen, ob solch ein Geschwätz wahr ist, ist falsch.

Mit Worten bei einem falschen Geschwätz zurückzuschlagen, ist falsch.

Die ganze Sache ist eine sehr schlechte Art seine Zeit zu verschwenden und sein Bewusstsein herunterzuziehen.

Ärger hat niemals jemanden dazu gebracht, anderes als Dummheiten zu äußern.

Es ist immer ein Zeichen von Stärke, Dinge auf sanfte Weise zu sagen, und es ist immer Schwäche, wenn man mit unerfreulichen Dingen herausplatzt.

Eine spirituelle Atmosphäre ist manchmal viel hilfreicher als ein Austausch von Worten.

Süße Mutter, lehre mich unerschütterlich zu bleiben, wenn jemand mit mir spricht, denn mein Geist ist danach sehr zerstreut.

Identifiziere Dich nicht mit der Unterhaltung. Beobachte sie von oben und mit Distanz, als ob jemand anderes zuhören und sprechen würde, und sage nicht mehr, als absolut notwendig ist.

Kapitel 2

Warum reden Menschen unnötig?

Warum befasst man sich immer mit unnötigem Gerede? Warum sprechen wir ohne wirklichen Sinn?

Warum sprechen Leute unnötig? Ja, das kommt wahrscheinlich daher, das der Mensch instinktiv sehr stolz darauf ist, Worte formulieren zu können. Er ist das erste Wesen auf der Erde, das sprechen kann, das artikulierte Laute hervorbringt. Deshalb ist es eine Art… es ist, als ob ein Kind ein neues Spielzeug hat, mit dem es sehr gerne spielt. Der Mensch ist das einzige Tier auf Erden, das artikulierte Laute zu seiner Verfügung hat. Deshalb spielt er mit ihnen, weißt du… Ich denke, das ist es….

Und dann gibt es all diese Dummheit… Weißt du, ich habe auch gesagt, dass manche Leute erst denken können, wenn sie sprechen… Wenn sie nicht sprechen, denken sie nicht einmal! Sie sind nicht fähig in Stille zu denken, deshalb gewöhnen sie sich an zu sprechen. Aber je entwickelter man ist, je intelligenter man ist, desto weniger hat man es nötig sich auszudrücken. Es ist immer auf einer niederen Stufe, auf der man das Reden braucht. Und wirklich, ein Mensch, der sehr bewusst ist, der mental und intellektuell sehr entwickelt ist, redet nur, wenn es notwendig ist. Er äußert keine nutzlosen Worte. Nach der sozialen Stufenleiter ist es so… Nimm Menschen ganz unten auf der Skala: sie reden am meisten, sie verbringen ihre Zeit mit Reden. Sie können nicht aufhören! Was immer mit ihnen geschieht, drücken sie sofort in Worten aus. Und je entwickelter man ist und sich auf einer höheren Stufe der Evolution befindet, desto weniger braucht man das Sprechen.

Das hat zwei Gründe: erstens, weil es eine neue Fähigkeit ist, die natürlicherweise und instinktiv den Reiz neuer Fähigkeiten besitzt; zweitens, weil es dir hilft, dir deines eigenen Denkens bewusst zu werden. Sonst denkt man nicht, ist man nicht fähig seine Gedanken zu formulieren, außer man drückt sie mit Worten aus, laut…. Außer bei jenen, die durch ihren Beruf Sprecher sind – das heißt, jenen, die normalerweise politische Reden, Vorträge oder Unterrichtsstunden halten, – außer bei diesen, die offensichtlich beides gleichzeitig sein können – intellektuell und gesprächig sein, ist es generell die Regel. Je gesprächiger Leute sind, desto weniger sind sie intellektuell entwickelt!

Was sollte man tun um das Reden zu vermeiden?

Denken! Du musst nur ein bisschen mehr reflektieren. Wenn du es dir zur Gewohnheit machen kannst, zu denken, bevor du sprichst, und nur das zu sagen, was dir absolut notwendig erscheint, – dann wirst du dir sehr schnell bewusst werden, dass nur sehr wenige Worte unverzichtbar sind, außer unter praktischem Gesichtspunkt bei der Arbeit, wenn man mit jemandem zusammen arbeitet und Worte verwenden muss: „Tue dies“, „Gib mir das“ oder „Auf diese Weise“ oder „So geht das“. Und sogar hier kann man es auf ein Minimum reduzieren.

Wie kommt es, dass es Leute gibt, die eine Sache denken und etwas anderes sagen?

Ja, das geschieht sehr oft. Sie denken das eine und wenn sie zu sprechen beginnen, sagen sie genau das Gegenteil. Wenn das Denken die Zunge kontrollierte, würden viele Dummheiten vermieden. Du verlierst die Kontrolle und äußerst auf einen Impuls hin jede Art von Unsinn; es ist wie bei einer Maschine, die aus Vergnügen am Reden zu sprechen anfängt. Das scheint absurd, aber so ist es die ganze Zeit; es gibt sehr wenige Menschen, die dem entkommen. Sie sagen alle möglichen Dinge und fragen sich dann: „Warum habe ich das alles gesagt?“ Sie wissen nicht einmal warum. Ich kenne einige, die immer das sagen, was der andere hören will. Die Person, mit der sie sprechen, sagt zu sich selbst: „Er wird mir dies oder das erzählen“ oder er fürchtet: „Hoffentlich erzählt er mir jenes nicht“, und der andere beginnt wie eine Puppe genau das zu erzählen, sehr ruhig, ohne zu wissen warum!

Liegt es an mangelndem Willen?

Nein, es ist eine mentale Deformation. Es geschieht nicht sehr willentlich. Wenn der Wille hineinkäme, würde es weniger absurd sein, vielleicht.

Nein, es sind mentale Bewegungen, die Formation des Mentals, die mentale Kraft, die sich die ganze Zeit bewegt, die kommt und geht wie ein Eichhörnchen im Käfig, das immer rundherum rennt und nicht weiß, warum.

Ist es dann ein universales Spiel?

Nein, nicht sehr universal; es existiert in der Menschheit, es ist sehr menschlich. Wie viele menschliche Wesen haben einen ganz eigenen Gedanken? Ich bin mir ziemlich sicher, dass es in der gewöhnlichen Menschheit mit ihrer gewöhnlichen mentalen Struktur keine gibt. Wie viele Menschen haben einen Gedanken als Ergebnis des Nachdenkens? Sehr wenige, und wenn sie ihn haben, werden sie als schrecklich hart oder bemerkenswert intelligent oder despotisch oder autoritär angesehen, – sie werden mit allen Arten von Komplimenten überhäuft! Und das, nur weil sie eine präzise Denkweise haben.

Kapitel 3

Kategorien gesprochener Worte und ihre Beherrschung

Kapitel 4

Wahres Streben frei von Worten

Kapitel 5

Verständigung ohne Worte

Kapitel 6

Wenn man etwas nicht versteht

Kapitel 7

Erkennen, was hinter den Worten ist

Kapitel 8

Die Macht der Worte

Kapitel 9

Präzises Denken ohne Worte

Kapitel 10

Schöpferisches Wort

Kapitel 11

Durch unkontrolliertes Sprechen verursachte Verletzungen

Kapitel 12

Versucht es einfach für eine Stunde

ANHANG

Bibliographie

Zitate

CWSA Vol. 12, p. 88

CWM Vol. 3, pp. 195-96

Reden

CWSA Vol. 29, p. 159

CWSA Vol. 31, p. 333

CWSA Vol. 31, p. 82

CWSA Vol. 31, p. 94

CWSA Vol. 31, p. 94

CWSA Vol. 31, p. 94

CWSA Vol. 31, pp. 87-88

CWSA Vol. 31, p. 88

Kontrolle über das Sprechen

CWSA Vol. 31, p. 85

CWSA Vol. 31, p. 92

CWSA Vol. 31, p. 80

CWSA Vol. 31, p. 84

CWSA Vol. 31, pp. 88-89

CWSA Vol. 31, p. 86

CWSA Vol. 31, pp. 86-87

CWSA Vol. 31, p. 83

CWSA Vol. 31, p. 86

CWSA Vol. 31, p. 85

CWSA Vol. 31, p. 93

CWSA Vol. 31, p. 81

CWSA Vol. 31, p. 95

CWSA Vol. 31, p. 87

Über eigene spirituelle Erfahrungen sprechen

CWSA Vol. 30, p. 50

CWSA Vol. 30, p. 50

CWSA Vol. 30, pp. 51-52

Die Wahrheit sprechen

CWSA Vol. 29, p. 126

CWSA Vol. 31, p. 89

CWSA Vol. 31, p. 86

CWSA Vol. 31, p. 90

CWSA Vol. 31, pp. 90-91

CWSA Vol. 31, p. 91

CWSA Vol. 31, p. 90

CWSA Vol. 31, pp. 153-54

Zwei große Kräfte: Stille und Sprache

CWSA Vol. 13, p. 57

Ratschläge

CWM Vol. 14, p. 208

CWM Vol. 15, p. 58

CWM Vol. 9, p. 114

CWM Vol. 14, p. 202

CWM Vol. 14, p. 203

CWM Vol. 14, p. 203

CWM Vol. 14, p. 202

CWM Vol. 14, p. 207

CWM Vol. 14, p. 205

CWM Vol. 14, p. 205

CWM Vol. 14, p. 204

CWM Vol. 17, pp. 49-50

Warum reden Menschen unnötig?

CWM Vol. 6, pp. 222-23

CWM Vol. 4, pp. 201-02

Kategorien gesprochener Worte und ihre Beherrschung

CWM Vol. 12, pp. 57-64

Wahres Streben frei von Worten

CWM Vol. 6, pp. 98-99

Verständigung ohne Worte

CWM Vol. 6, pp. 94-95

Wenn man etwas nicht versteht

CWM Vol. 9, pp. 422-23

Erkennen, was hinter den Worten ist

CWM Vol. 3, pp. 64-66

CWM Vol. 3, p. 52

Die Macht der Worte

CWM Vol. 2, pp. 66-68

Präzises Denken ohne Worte

CWM Vol. 9, pp. 287-89

CWM Vol. 5, p. 73

CWM Vol. 5, p. 74

Schöpferisches Wort

CWM Vol. 7, pp. 342-44

Durch unkontrolliertes Sprechen verursachte Verletzungen

CWM Vol. 9, p. 144

CWM Vol. 14, p. 206

Versucht es einfach für eine Stunde

CWM Vol. 3, pp. 259-60

CWM: Collected Works of the Mother, 2nd ed., Vols. 1-17CWSA: Complete Works of Sri Aurobindo, 2012, Vols. 1-37