Auserwählt für den Vampirkönig - T.S. Ryder - E-Book

Auserwählt für den Vampirkönig E-Book

T.S. Ryder

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Beschreibung

Liebe bedeutet Schwäche. Menschen sind zerbrechlich. Kann dieser Vampirkönig dem Begehren seines Herzens widerstehen?

Tindra ist nicht auf der Suche nach der großen Liebe. Alles, was sie will, ist ein freier Tag. Und genau das verschafft ihr die Anmeldung zu einem Mensch-Vampir-Verkupplungs-Programm. Was sie nicht erwartet hat, war, dass sie von den Vampirprinzen, Thor, ausgewählt werden würde, was sich als wahrgewordener Traum herausstellen könnte ...

Nur ist sie mehr an dem Vampirkönig interessiert …

Der Vampirkönig, Rollon, ist seit vielen Jahrzehnten alleine. Aber als er Tindras berauschenden Duft riecht, will er nichts mehr, als seine Fänge in sie zu versenken und ihr Blut zu lecken … Und sich in andere verbotene Vergnügen mit ihr stürzen.

Tindra ist allerdings tabu. Sie gehört seinem Sohn.

Nicht, dass dies wichtig wäre. Menschen sind zu zerbrechlich, zu kurzlebig, um sich mit ihnen einzulassen.

Aber Thor hält eine Überraschung bereit …

Und ein alter Feind taucht wieder auf …

Kann Rollon seine dunklen Begierden kontrollieren?

Wird Tindra überleben, als sie zum Ziel des Feindes wird?

Kann es für einen Menschen und einen Vampirkönig eine Zukunft geben?

Dies ist eine eigenständige paranormale Liebesgeschichte in einer Reihe von Vampirkönig-Liebesromanen. Die Bücher haben alle ein garantiertes Happy End und handeln von jeder Menge Action, heißen Vampiren, sinnlichen Szenen und Schwangerschaften.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel Eins – Tindra

Kapitel Zwei – Rollon

Kapitel Drei – Tindra

Kapitel Vier – Rollon

Kapitel Fünf – Tindra

Kapitel Sechs – Rollon

Kapitel Sieben – Tindra

Kapitel Acht – Rollon

Kapitel Neun – Tindra

Kapitel Zehn – Rollon

Kapitel Elf – Tindra

Kapitel Zwölf – Rollon

Kapitel Dreizehn – Tindra

Kapitel Vierzehn – Rollon

Kapitel Fünfzehn – Tindra

Kapitel Sechzehn – Rollon

Kapitel Siebzehn – Tindra

Kapitel Achtzehn – Rollon

Kapitel Neunzehn – Tindra

Über T.S. Ryder

Bücher von T.S. Ryder

Auserwählt für den Vampirkönig

Ein paranormaler Vampirroman

Die Chroniken des Vampirkönigs Buch 1

T.S. Ryder

Copyright © 2021Heartbeat Reads - Alle Rechte vorbehalten.

Es ist in keiner Weise legal, Teile dieses Dokuments in elektronischer Form oder in gedruckter Form zu reproduzieren, zu vervielfältigen oder zu übertragen. Die Aufzeichnung dieser Publikation ist strengstens untersagt und jegliche Speicherung dieses Dokuments ist nur mit Genehmigung des Herausgebers gestattet. Alle Rechte vorbehalten.

Impressum:

Heartbeat Reads

[email protected]

Kapitel Eins – Tindra

Endlich, ein freier Tag.

Tindra saß am anderen Ende einer versammelten Menschengruppe und blätterte sich durch das letzte Comic-Buch, das sie mitgebracht hatte. Hätte sie gewusst, dass sie es bis zum Ende des Auswahlprozesses schaffen würde, hätte sie mehr Bücher mitgebracht. Wie es kommen musste, hatte sie nun jede Ausgabe zweimal gelesen und suchte nur noch nach Beweisen, die ihre Theorie, dass der Haupt-Schurke der lange verloren geglaubte Bruder der Heldin war, unterstützen würde.

Sie warf einen Blick auf das Ende des langen Saals, wo einige Vampire wild herumgestikulierten und die Masse an Männern und Frauen davon abhielten, auf die Bühne zu eilen und die Räume zu überfallen, in der die Vampire darauf warteten zu wählen. Sie schüttelte ihren Kopf, wodurch ihr ihr braunes Haar in die Augen fiel, und wendete sich wieder ihrem Comic zu.

Sie hatte Riesenglück, im Rennen dafür zu sein, als Vampirpartnerin ausgewählt zu werden. Dies fand nur alle fünf Jahre statt und es gab einen strikten Auswahlprozess. Tindra hatte keinerlei Interesse daran, selbst in den prunkvollen Hallen zu leben. Sie hatte sich nur angemeldet, weil ihr Chef ein Arschloch war und es seinen Mitarbeitern untersagte, einmal ganze 24 Stunden frei zu haben. Allerdings wurden ihm kürzlich Lohneinbußen erstattet, sodass er die Bewerbungen praktischerweise in die Hände seiner weiblichen Mitarbeiter weitergereicht hatte.

Nur an die Frauen. Ganz abgesehen davon, dass einige der Vampire nach männlichen Begleitern suchten.

Ein plötzlicher Schrei ertönte in dem überfüllten Raum und Tindra zuckte zusammen. Ihr Blick auf die Bühne war blockiert, also stieg sie auf ihren Stuhl, um über die Köpfe der Menge sehen zu können. Ein kleines Stöhnen entfuhr ihren Lippen. Der Prinz selbst kam auf die Bühne. Tindra hatte ihn einige Male im Fernsehen und in den Nachrichten gesehen. Sie hatte jedoch nie irgendwelche Gerüchte über ihn und etwaige Gefährtinnen gehört. Hatte er sich nun dazu entschlossen, eine Gefährtin auszuwählen?

Vampire paaren sich nicht mit Menschen, erinnerte sie sich selbst. Sie haben Partnerinnen, die ihnen Blut und Sex und was auch immer geben, aber keine Gefährtinnen.

Der Prinz war gut aussehend – wenn auch ein wenig zu adrett für ihren Geschmack. Er hatte die Ausstrahlung eines Mannes, der perfekt hergerichtet war, von seinem bartlosen Kinn bis hin zu seinem Maßanzug. Er murmelte dem Wächter neben ihm etwas zu, und der Vampir, mit dem er gesprochen hatte, schickte andere Wächter in die Menge. Sie prüften die Bewerbungsanhänger einiger Frauen und führten sie auf die Bühne.

Einer der Wächter blieb direkt vor ihr stehen und streckte seine Hand aus. „Kann ich bitte deine Karte sehen?“

Tindra starrte ihn leeren Blickes an.

„Um deine Orientierung zu überprüfen.“ Er strahlte sie mit einem blendenden Lächeln an und zwei lange, geschwungene Fangzähne kamen zum Vorschein. Wie die eines Säbelzahntigers, nur klein genug, um im Mund versteckt zu sein, wenn dieser geschlossen war. Sie waren auf eine exotische Art und Weise wunderschön.

Leise reichte Tindra ihm ihre Karte, auf der eindeutig „Männer“ angekreuzt war. Sie hatte darüber nachgedacht, zum Spaß alle Möglichkeiten anzukreuzen, aber jetzt war sie froh, dass sie sich dagegen entschieden hatte. Man stelle sich vor, sie hätte das ausgerechnet dem Prinzen erklären müssen!

Der Wächter bot ihr seinen Arm an und sie nahm ihn. Einige Gesichter in der Menge blickten sie finster an, während Männer und Frauen auf sie eindrückten und schrien, dass der Prinz sie an ihrer Stelle wählen solle. Eine Frau wurde sogar aus dem Saal getragen, als sie Flüche und Drohungen an diejenigen richtete, die auf die Bühne gebracht wurden. Tindra fand sich selbst bald mit den anderen Frauen wieder, die dem Prinzen gegenüberstanden. Seine Nasenflügel blähten sich, als er sie begutachtete.

Sein Blick wurde von dem Comic-Buch, das sie immer noch in ihrer Hand hielt, gefangen und er bewegte sich langsam auf ihren Hals zu. Mit immer noch aufgeblähten Nasenflügeln, lehnte er sich nahe an sie und nahm eine Strähne ihrer Haare, um daran zu riechen. Er nickte und nahm zufrieden lächelnd ihre Hand.

„Du bist perfekt.“

„Was?!“, schrie die Frau hinter ihr. „Die? Die hat einen Männerkörper! Schau sie dir doch an. Sie hat nicht einmal Brüste. Hättest du nicht lieber die hier?“

Sie streckte ihre Brust heraus und brachte das, was Körbchengröße Triple-D sein musste, gefährlich zum Wackeln. Tindra starrte auf sie und kämpfte gegen das Bedürfnis an, ihre Hände über ihre eigene kleine Brust zu falten. Waren die echt? Wie viel Pudding musste sie essen, um Brüste dieser Größe zu bekommen?

Der Prinz ignorierte die Frau. Er legte einen Arm um Tindras Hüfte und führte sie von der Bühne, als die Menge in Schreie ausbrach.

Der Lärm wurde ausgeblendet, als sie in ein Hinterzimmer gingen. Ein paar mehr Vampire warteten und einige von ihnen begutachteten sie mit Interesse. Sie drückte ihren Comic an ihre Brust, als ihr plötzlich einfiel, dass sie ihren Rucksack vergessen hatte. Mit einem Seufzer riss sich sie los und drehte sich um – aber der Wächter, der mit ihnen gekommen war, hatte den Rucksack.

„Danke”, sagte sie und nahm ihn.

„Wie heißt du?“, fragte der Prinz, als er sie weiter davonführte.

„Tindra. So wie die Tundra, aber mit einem I anstatt des Us.“

Er nickte. „Und ich bin Thor.“

„Ja. Ich weiß. Der Prinz.“

Bald waren sie draußen und der Wächter öffnete die Tür einer Stretch-Limousine für sie. Sie stieg ein und musste ein Kreischen unterdrücken. In der Limousine saß der männlichste Mann, den sie jemals gesehen hatte. Er trug eine Jeans und eine abgetragene Lederjacke, hatte einen Bartschatten und langes, schwarzes Haar, das mit einem Lederband nach hinten zusammengebunden war. Seine Augen waren dunkel und durchdrangen sie, als er sie begutachtete. Anders als die anderen Vampire hatte er gut gebräunte Haut. Sie stand ihm gut, zusammen mit seinem markanten Kinn und den hohen Wangenknochen. Tindra vergaß fast, wie man sich bewegte, als sie in ihren Sitz glitt und ihn anstarrte.

Warum hatte er sie nicht ausgewählt anstatt des Prinzen?

Plötzlich traf es sie wie ein Schlag. Oh mein Gott … Der Prinz hatte sie ausgewählt. Sie war einfach ohne Protest mitgegangen, aber sie konnte das nicht. Sie konnte nicht seine Partnerin im Palast sein! Was sollte mit ihrem Job geschehen … den sie hasste. Oder ihrer Familie … die sie die meiste Zeit vermied, denn sich mit ihnen zu unterhalten war ungefähr so, wie dem eigenen Selbstbewusstsein in den Fuß zu schießen.

„Ist sie nicht ein wenig zu alt für dich?“, fragte der Vampir in einem kalten Ton.

„Alt?“ Ja, vielleicht hatte sie ein paar silberne Strähnen in ihrem Haar und leichte Lachfalten unter ihren Augen. Aber das machte sie bestimmt nicht alt, besonders für Vampirverhältnisse nicht! Sie faltete ihre Hände und hätte ihm fast in die Brust gestoßen. „Pass mal auf, Freundchen. Ich bin erst dreißig, und wenn das für einen tausend Jahre alten Vampir alt ist, dann ist das dein Problem –“

Ihre Augen weiteten sich, als der Vampir eine Augenbraue hochzog. Sie erkannte ihn, als er sich zu ihr umdrehte, und es traf sie wie eine Faust in den Magen. Rollon. Der König. Der verdammte Vampirkönig. Und sie hatte ihn Freundchen genannt. Hitze stieg in ihr Gesicht und sie schrumpfte vor ihm zusammen.

„Entschuldigung!“, schoss aus ihr heraus. „Oh, entschuldigen Sie, Eure Hoheit. Majestät? Ähm … entschuldigen Sie. Ich habe nicht wahrgenommen, dass Sie es sind. Sie rasieren sich üblicherweise vor Pressekonferenzen und die Kleidung ist … also, Sie sehen gut aus, aber das ist nicht das, was ich an einem König erwartet hätte, und –“

Rollon hob seine Hand und sie wurde sofort still. Ihr Gesicht brannte und sie überlegte, wie schwer sie verletzt werden würde, wenn sie sich einfach aus dem Fenster schmeißen würde. Da sie eine Straße, umzingelt von einer Unmenge an bewachten Fahrzeugen, entlangfuhren, wahrscheinlich ziemlich schwer. Hoffentlich würde es ein angenehmes Koma werden. Der dunkle Blick des Königs blieb auf ihr und beruhigte sie.

„Ich verstehe, dass das hier eine neue Situation für dich ist”, sagte er ruhig. „Das ist auch der Grund, weshalb ich dieses Verhalten von dir dieses eine Mal hinnehmen werde. Aber nur dieses eine Mal. Verstanden? Partnerin meines Sohnes hin oder her, mit mir spricht man nicht respektlos.“

Tindra nickte ehrfürchtig. Sie wagte einen Blick auf Thor, der mit einem kleinen Lächeln aus dem Fenster starrte. War das seine Art von Humor? Und er war Rollons Sohn … sie sahen mehr wie Brüder aus. Wenn sie hätte raten sollen, hätte sie gesagt, dass Rollon etwa in ihrem Alter war, als er in einen Vampir verwandelt wurde.

„Thor?“ Rollon warf ihm einen Blick zu. „Hast du etwas zu sagen?“

Der Prinz zuckte. „Ich bringe ihr bei, wie sie sich zu verhalten hat, Dad.“

Dad. Das klang so seltsam aus dem Mund eines Prinzen. Wie alt war er noch gleich? Zu ihrem Glück konnte sie es sich nicht erinnern.

„Gut”, sagte der König.

„Aber ich glaube, du musst ihr gegenüber trotzdem etwas toleranter sein. Tindra hier sieht mir nicht danach aus, als ob sie die besten sozialen Fähigkeiten hätte.“

Tindra hätte fast gefragt, ob es wegen ihres Comics war, aber sie biss sich auf die Zunge. Die Wahrheit war, dass sie wirklich nicht die besten zwischenmenschlichen Fähigkeiten hatte. Sie interessierte sich für Nerd-Kultur, etwas, das für Frauen wie sie immer als extrem unangebracht angesehen wurde – das Mannsweib, das ein kariertes Hemd und Jeans High Heels und pinken Kleidern vorziehen würde.

„Es war gegen meine Intuition, meinen Sohn eine Partnerin aus dem Volk aussuchen zu lassen, aber ich würde sagen, du bist schön genug, um für ihn herzuhalten.“ Rollons Augen wanderten über ihre Figur. „Zumindest wirst du es sein, sobald du in weiblicher Kleidung steckst und jemand dein Haar gebürstet hat.“

Sie antwortete nicht darauf und verschränkte ihre Arme vor ihrer Brust. Als die Gebäude an ihr vorbeizogen, wand sie ihre Gedanken ihren Eltern zu. Wie sollte sie ihnen erklären, dass sie von dem Vampirprinzen davongestohlen wurde? Was würden sie sagen? Würden sie darauf bestehen, dass sie ihn auf Besuch mitbringt oder dass sie ihn sofort verlässt, bevor er sie noch mehr ruinieren konnte, als sie es eh schon war?

Und wo sie schon darüber nachdachte … Was würde geschehen, sobald sie den Palast erreichten? Würde er von ihr erwarten, seine aufblasbare Puppe plus Blutkonserve zu sein?

Thor reichte über den Sitz und griff sie an der Hüfte. Er zog sie zwischen ihn und seinen Vater. Sie war zu nah an beiden, um sich wohlzufühlen. Ein Arm blieb um ihre Taille gelegt, während er die andere Hand in seine nahm.

„Du musst keine Angst haben”, sagte er lächelnd. „Alles wird perfekt werden.“

Tindra zwang sich dazu, zu nicken. Die einzige Frage war, was er unter perfekt verstand?

Kapitel Zwei – Rollon

Sie war schön. Keine herausragende Schönheit, aber schön. Sie hatte den berauschendsten Duft an ihr. Oh, sie hatte dieselben süßen Untertöne, den die meisten Frauen hatten, aber da war noch etwas anderes. Reich und schmackhaft. Wie der erste Tropfen Blut nach dem Juni-Fasten. Berauschend. Er verstand, weshalb Thor sie gewählt hatte.

Rollon schüttelte seinen Kopf und brachte so die Partnerin seines Sohnes aus seinen Gedanken. Gestaltwandler hatten ihn wieder herausgefordert und er würde eine Gruppe Männer anführen, um sie in ihre Schranken zu weisen. Er schnallte sich eine kurze, silberne Klinge um die Hüfte. Silber hatte die Wirkung, den natürlichen Heilungsprozess von Gestaltwandlern zu verlangsamen. Es konnte auch durch Vampirfleisch schneiden, das normalerweise so hart wie Diamant war.

„Du bleibst im Palast”, befahl er seinem Sohn, als Thor sich in ein Lederwams schnürte.

Thor blickte auf. „Dad, ich bin ein genauso guter Kämpfer wie jeder andere Vollblutvampir.“

Rollon nickte. „Das bist du. Du bist aber auch mein Sohn und wirst in meiner Abwesenheit als mein Stellvertreter wirken. Deine Dame wird es nicht gut aufnehmen, wenn du sie erst auswählst und dann einfach so zurücklässt”, sagte er. „Tindra hat dich noch nicht in ihr Bett gelassen, oder?“

Thor war finsteren Blickes. „Es ist meine Aufgabe, im Kampf an deiner Seite zu sein.“

„Deine Aufgabe ist es, deinem König zu gehorchen.“ Rollon konnte nicht anders, als zu lachen. Thor würde eines Tages einen hervorragenden König abgeben. Er hatte mehr Selbstkontrolle als Dutzende von Vampiren zusammen. Wenn Rollon so einen leckeren Menschen auf sich warten hätte, würde er den halben Reichtum seines Königreiches dafür ausgegeben, um sie zu beeindrucken. So würden es viele Vampire machen. Sein Lächeln verblasste. „Du musst deinen Anspruch permanent machen, und zwar bald.“

Sein Sohn zuckte mit den Schultern. „Das wird bald passieren. Aber ich muss gestehen, dass ich enttäuscht bin, dass du nicht freundlicher zu ihr bist, Dad. Tindra kann echt nett sein, wenn du ihr eine Chance geben würdest.

Nett.

Rollon zog sein Wams über ein locker sitzendes T-Shirt. Seit dem Moment, als Tindra in die Limousine gestiegen war, hatte er alles mit und an ihr machen wollen. Er wurde hart, als ihr Duft ihn umgab, und als sie zu reden begann, musste er an all die sündhaften Dinge denken, die er mit so einem Mund anstellen könnte. Wenn es irgendjemand anderes als sein Sohn gewesen wäre, der sie ausgesucht hätte, hätte er ihn sofort herausgefordert. Menschlich oder nicht, er wollte sie. Und auch nicht auf nette Art und Weise. Er würde sie nicht zwingen, aber er würde sie sehr wohl verführen. Und sie würde in seinen Händen schmelzen.

„Ich tue nur, was am besten ist”, sagte er steif und vermied damit, seinem einzigen Sohn mitzuteilen, welche Gedanken er hatte.

„Ich habe sie mit gutem Grund ausgewählt. Ich will, dass ihr beiden euch versteht.“

„Du kennst meine Haltung, Menschen als Partnerinnen auszuwählen. Sie sind zerbrechlich und kurzlebig. Ich würde dich lieber mit einer Bärin als Gefährtin sehen. Die sind wenigstens robust und können mit Vampirblut ernährt werden, sodass sich ihre Lebenserwartung um tausend Jahre verlängert.“

Thor war für einen Moment lang still, bevor er seinen Kopf auf eine Seite streckte. Da war ein vertrauter Blick in seinen Augen, der dafür sorgte, dass Rollon sich anspannte, bevor er überhaupt etwas gesagt hatte.

„Menschen können genauso lange wie wir leben, wenn sie in einen Vampir verwandelt werden.“

„Nach dem, was deiner Mutter passiert ist –“ Rollon unterbrach sich selbst und nahm einen tiefen Atemzug. „Nein. Das Gesetz ist aus einem guten Grund ein Gesetz und ich werde es nicht aufheben. Auch nicht für dich, Thor. Außerdem, würdest du jemanden, den du liebst, das wirklich durchmachen lassen wollen?“

Thor zuckte. „Ich weiß nicht, wie es ist. Ich bin als Vampir geboren worden, erinnerst du dich?“

Rollons Blick wurde weich, als er sich zurückerinnerte. Der Tag, an dem sein Sohn geboren wurde, war der Tag, an dem sein Leben wirklich begonnen hatte. Das schreiende, rote Kind wuchs so schnell zu dem Mann heran, den er vor sich sah. Manchmal war es schwer zu glauben, dass Thor nach menschlichen Standards erwachsen war. Er alterte seit fast hundert Jahren nicht mehr, doch Rollon machte sich noch immer ständig Sorgen um ihn.

„Geh und lass Zander wissen, dass wir uns bald aufmachen.“

Thor verbeugte sich hastig und verließ den Raum. Rollon seufzte, als die Tür zufiel. Er hätte eigentlich Thor für diese Mission losschicken sollen. Es war nur ein Scharmützel, wenn überhaupt. Keine wirkliche Gefahr. Die Gestaltwandler, die in ihr Revier eingedrungen sind, waren Kundschafter, sonst nichts. Aber er machte sich trotzdem Sorgen um seinen Sohn. Es war nur eine Ausrede, dass er wollte, dass Thor hierblieb, um seine Dame zu beeindrucken. So gering die Gefahr auch war, die Zähne von Gestaltwandlern waren das Einzige neben Silber, das Vampirhaut durchdringen konnte.

Alles egal. Er sollte dem Mädchen wenigstens sagen, dass er sie nicht als Person missbilligte, bevor er sich aufmachte. Der Mensch musste sich etwas entspannt und wohl fühlen, so, dass Thor erfolgreich sein konnte.

Es war nicht nur, weil er sie wiedersehen wollte.

Er war fertig damit, seine Lederrüstung anzulegen, und ging in das Zimmer, das ihr zugewiesen wurde. Sie bemitleidete sich wahrscheinlich selbst, in ihren Jeans und ihrem übergroßen Pullover, und war traurig, dass es ihr jetzt noch nicht erlaubt war, den Palast zu verlassen. Ihre Familie durfte sie hier besuchen kommen, aber angesichts ihrer neuen Position wäre es gefährlich für sie, ohne richtige Bewachung zu gehen.

Zu seiner Überraschung hörte er Gelächter aus dem Zimmer. Als er klopfte, antwortete Ingrid, die Hausdame. Sie knickste zur Begrüßung.

„Ist Tin… der Mensch hier?“, fragte er.

„Ja, Mylord.“ Ingrid öffnete die Tür, um ihn hereinzulassen. „Lady Tindra, der König ist hier, um dich zu sehen.“

Rollon schritt ein. Seine Augen wanderten über eine schöne Maid in einem Kleid … Er musste noch mal schauen.

---ENDE DER LESEPROBE---