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Was macht man, wenn man von dem Mann schwanger ist, den man eigentlich töten soll?
Belinda Greene ist die beste Kopfgeldjägerin der Welt. Als sie also den Auftrag erhält, den Vampirkönig zu töten, kann sie das auf jeden Fall durchziehen, oder?
Falsch gedacht. Schon bald ist Belinda diejenige, die um ihr Leben fürchtet.
Zu ihrem Glück kommt ihr ein heißer Fremder zu Hilfe. Genau der Typ, von dem sie immer geträumt hat. Perfekt.
Bis sie herausfindet, dass er der Vampirkönig ist. Und dann findet sie auch noch heraus, dass sie mit seinem Kind schwanger ist …
Nach tausenden von Jahren hat der Vampirkönig Carlos endlich seine Gefährtin gefunden. Diese Frau ist die Richtige für ihn. Aber sie ist ein Mensch. Und sie will ihn tot sehen.
Und unglücklicherweise ist das nicht Carlos’ einziges Problem. Eine uralte Dämonin will sich an Carlos rächen, und was würde sich da mehr anbieten, als sein ungeborenes Kind zu töten?
Kann Carlos seine Feindin gefangen nehmen und sein Kind retten?
Können Carlos und Belinda ihr Kriegsbeil begraben und zueinander finden?
Ist die Liebe stärker als Hass?
Dies ist eine eigenständige paranormale Liebesgeschichte in einer Reihe von Vampirkönig-Liebesromanen. Die Bücher haben alle ein garantiertes Happy End und handeln von jeder Menge Action, heißen Vampiren, sinnlichen Szenen und Schwangerschaften.
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Veröffentlichungsjahr: 2021
Inhaltsverzeichnis
Kapitel Eins
Kapitel Zwei
Kapitel Drei
Kapitel Vier
Kapitel Fünf
Kapitel Sechs
Kapitel Sieben
Kapitel Acht
Kapitel Neun
Kapitel Zehn
Kapitel Elf
Über T.S. Ryder
Bücher von T.S. Ryder
Der Käfig des Vampirkönigs
Ein paranormaler Vampirroman
Die Chroniken des Vampirkönigs Buch 3
T.S. Ryder
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Impressum:
Heartbeat Reads
Die Wartezeit am Grenzübergang war unfassbar lang. Es gab einen so langen Stau, dass Belinda sich fast wünschte, sie könnte die Nacht in einem Motel übernachten und am Morgen zurückkommen. Die Gilde hatte jedoch den sehr strengen Zeitplan erwähnt, der sie erwartete, und so musste sie noch am selben Tag über die Grenze. Ihr Motorrad schnurrte zwischen ihren Beinen und der Helm ruhte auf dem Lenker, während sie darauf wartete, dass sie an der Reihe war.
„Warum dauert das denn so lange?“, stöhnte sie.
Ihr Partner, Bill Jetson oder Johnson oder so ähnlich, gähnte. Er hatte sein Motorrad abgestellt und schob es einfach immer ein Stückchen, wenn es weiterging. „Hab Geduld, kleine Schwester. Wir kommen an, wenn wir ankommen. Es hat keinen Sinn, sich darüber aufzuregen.“
Am liebsten hätte Belinda ihn angeschnauzt und ihm gesagt, dass er sie nicht so nennen sollte – schließlich war sie nicht seine Schwester, und sie hatten sich gerade erst kennengelernt –, aber hielt sich zurück. Es hatte keinen Sinn, ihren Partner zu verärgern, noch bevor die eigentlich gefährlichen Dinge angefangen hatten.
Dies war ihr erster Auftragsmord. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie immer nur Aufträge erhalten, in denen sie das Ziel lebend fangen sollte. Die Gilde, oder besser gesagt, die Kopfgeldjägergilde, hatte eine Spezialeinheit für Tötungsaufträge: Die Weiße Wache. Man hatte ihr diesen Auftrag zugeteilt, um zu sehen, ob sie eines Tages Teil der Wache werden könnte. Man hatte sie nicht gefragt, ob sie den Posten haben wollte. Sie tat lediglich, was man ihr sagte.
Wenn es jemanden gab, der gefunden werden musste, dann war sie diejenige, die man rufen musste. Im Laufe ihres Lebens bei der Gilde hatte Belinda bewiesen, dass sie die Beste war. Aufgaben, die als unmöglich galten, wurden ihr übergeben, und sie hatte sie erledigt. Der Unterschied zwischen ihr und den anderen war nicht nur ihre Erfolgsbilanz. Sie war diejenige, die am meisten zu beweisen hatte, wenn man bedachte, wie sie in der Gilde gelandet war.
Trotzdem, Auftragsmorde …
Die Fahrzeuge vor ihr setzten sich in Bewegung, und sie bewegte sich mit ihnen vorwärts. Es war mehr als nur der Auftrag selbst, das sie nervös machte. Es ging eher darum, auf wen das Kopfgeld ausgesetzt war: König Carlos, ein Vampir vom Volk der Fae, der Tausende von Jahren alt war. Während die meisten Fae unter sich blieben, abgesehen von den gelegentlichen Berühmtheiten, gab es immer noch einzelne Königreiche, die als eigene Länder fungierten und ihre eigenen Gesetze hatten. Carlos regierte eines dieser Königreiche. Das war der Grund, warum Belinda in der Schlange zwischen Oregon und Carlos’ Königreich warten musste.
Als sie endlich am Grenzübergang angekommen war, gab sie ihre Papiere ab und wurde durchgewunken. Als sie die Straße ein paar Hundert Meter weiterfuhr, hielt sie an, um auf Bill zu warten. Der arrogante Mann übergab seine Papiere – und ein Licht im Inneren der Station leuchtete rot auf. Belinda spannte sich an. Sie sah noch zwei Minuten lang zu, bevor sie ihr Motorrad startete und davonfuhr. Ein Blick zurück zeigte, dass ein paar bewaffnete Wachen die Station verließen.
So ein Mist.
Bill hatte sie begleiten sollen. Aber der Idiot hatte sich natürlich erwischen lassen. Wenn er es schaffte, aus der ganzen Sache rauszukommen, würde er umdrehen und sofort zur Gilde zurückkehren. Er hatte den ganzen Auftrag in Gefahr gebracht. Wenn sie es gewesen wäre, wäre sie tot, weil sie den Auftrag nicht erfüllt hatte. Aber er? Er war nur der Führer. Er würde glimpflich davonkommen. Es war ihre Aufgabe, den König zu töten, nicht seine.
Sie hoffte nur, dass er die Mission nicht so stark gefährdet hatte, dass sie deswegen ebenfalls in Gefahr war.
Belinda fuhr in einem gleichmäßigen Tempo und achtete darauf, dass sie sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung hielt, ohne sich dabei von allen überholen zu lassen. Einige Stunden später, weit entfernt von der Grenze, hielt sie an einem Rastplatz an, um sich wieder zu sammeln. Sie trank eine ganze Flasche Wasser und zählte bis zehn.
„Okay, Greene“, murmelte sie vor sich hin. „Das Wichtigste zuerst. Hol dir die Pflöcke.“
Es war zu riskant, Waffen von der anderen Seite der Grenze mitzunehmen, also gab es ein Versteck, das sie auf dieser Seite finden musste. Darin würde sie alles finden, was sie brauchte, um ihre Mission zu erfüllen. Pflöcke aus Silber und Eisen, Gifte und Pistolen. Ohne Bill würde sie ihren Plan anpassen müssen. Der ursprüngliche Plan war, dass er ein Ablenkungsmanöver starten sollte, damit sie sich in den Palast schleichen, den König töten und wieder abhauen konnte, bevor jemand etwas mitbekam. Aber jetzt, da sie allein war …
Sie zog ihr Handy aus der Tasche und rief die Gilde an. Wie üblich ging niemand ran. Sie hinterließ eine kurze Nachricht darüber, was passiert war, auf dem Anrufbeantworter. „Ich werde die Mission alleine fortsetzen. Melden Sie sich mit weiteren Details, falls nötig.“
Sie würden sie anrufen, wenn sie Verstärkung schicken wollten. Wahrscheinlich würden sie es sie aber allein machen lassen. Sie arbeitete besser allein. Vielleicht war das alles ein Test, um zu sehen, wie gut sie unter schlechten Bedingungen zurechtkam.
Vampire gehörten zu den tödlichsten Fae. Nur Dämonen waren noch gefährlicher, wenn auch nicht viel. Sie musste also nicht nur irgendwen töten, sondern ein uraltes Wesen, das wahrscheinlich mehr Attentatsversuche überlebt hatte, als sie Winter erlebt hatte. Aber andererseits … wie viel schwieriger konnte es schon sein, einen Vampir zu töten, als einen zu entführen? Solche Missionen hatte sie schon erledigt. Es musste einfacher sein, nur selbst aus dem Palast zu entwischen, wenn ihr Job erledigt war, als einen schreienden, strampelnden Fae mit sich zu schleppen.
„Erledige einfach die Mission, Greene. Dann gibt es einen Vampir weniger, der der Welt das Blut aussaugt.“
Ein seltener Anflug von Schuldgefühlen ließ sie zusammenzucken. Nicht alle Vampire waren böse. Sie hatte sogar ein paar getroffen, die ganz nett waren. Tatsächlich hatte sie mehrere Freunde in der Gilde, die Vampire oder mit Vampiren verheiratet waren. Und, als sie Nachforschungen über ihre Zielperson angestellt hatte, war sie zu dem Schluss gekommen, dass König Carlos ein gnädigerer König war als die meisten Fae-Herrscher – oder sogar menschliche.
Er hatte sein Königreich stark modernisiert und bot den menschlichen Bürgern eine Menge kostenloser Dienstleistungen an. Nur wenige Menschen fuhren Auto, weil die öffentlichen Transportmittel in und zwischen den Städten innerhalb des Königreichs kostenlos und effizient war. Alles war solarbetrieben. Die Künste wurden gefördert und Bildung war für alle kostenlos.
Aber in der Gilde spielte es keine Rolle, was sie über ihre Ziele dachte. Nur dass sie gehorchte und sie herbrachte. Oder, in diesem Fall, sie tötete.
Die Gilde war alles, was zählte.
***
Nachdem sie das Waffenversteck gefunden und alles, was sie unauffällig tragen konnte, mitgenommen hatte, machte sich Belinda auf den Weg in die Hauptstadt. Es war ein kleines Risiko, auf ihrem Motorrad zu bleiben, da das Fahrzeug die Aufmerksamkeit auf sie lenken würde, aber sie hatte es mit Emoji-Aufklebern beklebt. Selbst auf ihrem Helm prangte ein großes Ahornblatt. Zusätzlich hatte sie sich alle möglichen Flaggen auf ihren Rucksack genäht. Jeder, der sie ansah, würde denken, sie wäre eine Touristin, was helfen würde, ihre Neugierde ein wenig zu verringern.
Es war kurz vor Mitternacht, als sie in der Stadt ankam. Durch die stundenlange Fahrt war ihr Körper ganz steif und der Stress der Mission hatte sie erschöpft. Als eine kleine Bar fand, in der noch Licht brannte, fuhr sie auf den Parkplatz. Sie würde einen schnellen Happen essen und sich dann ein Hostel zum Schlafen suchen, bevor sie am Morgen den Palast auskundschaften würde.
Sie rollte die Schultern zurück, als sie die Bar betrat. Die mit kurzen Stacheln bewehrten Schultern ihrer Lederjacke fühlten sich zu eng an. Als sie ihren Helm abnahm, fuhr sie mit der Hand durch ihr kurzes schwarzes Haar. Die dichten Locken verfingen sich in ihren Fingern, aber das Kokosnussöl, das sie am Morgen benutzt hatte, machte es immer noch weich. Seufzend setzte sie sich an einen Tisch.
Erst jetzt bemerkte sie, dass die anderen Leute in der Bar sie seltsam ansahen.
Belinda verspannte sich, während sie sich umschaute. Es waren nur etwa ein Dutzend Leute in der Bar, aber sie konnte jetzt sehen, dass es nicht die Art von Leuten waren, die sie zuerst vermutet hatte.
Die Frau in der hintersten Ecke hatte violett-blaue Haut, und aus ihrem Haaransatz sprossen gebogene Ziegenhörner. Der Mann in ihrer Nähe hatte Schuppen auf den Armen und im Gesicht, und die vier Personen vor ihr hatten spitze Gesichter und Panzer auf ihren Rücken. Die ihr am nächsten stehende Person, ein Mann, hatte übergroße gelbe Augen mit Schlitzen als Pupillen. Der Barkeeper war mit einer feinen Fellschicht bedeckt. Sie alle waren Fae. Und sie sahen nicht glücklich aus, einen Menschen in ihrer Mitte zu sehen.
Eine Bardame, die ein altmodisches Korsett trug und deren Haut so blass war, dass sie angemalt zu sein schien, eilte zu ihr herüber.
„Ich würde gerne die Speisekarte sehen“, grunzte Belinda und versuchte, so zu tun, als sei alles in Ordnung.
„Du musst gehen“, flüsterte die Bardame. „Es ist Vollmond.“
Vollmond? Belinda warf wieder einen Blick auf die Fae um sie herum. Im Geiste zählte sie sie. Da waren zwei Elfen. Ein paar Wer-Tiere. Und war dieser eine ein Eisriese? Man sagte, der Vollmond stelle verrückte Dinge mit den Fae an … War sie in etwas hineingestolpert, das die Menschen nicht sehen sollten?
Belinda richtete sich auf. „Ich mache mich dann mal auf den Weg.“
Sie schnappte sich ihren Helm und wandte sich zur Tür, nur um einen Fae mit Ziegenaugen und einer gespaltenen Zunge zu sehen, der ihr den Weg versperrte. Die Bedienung wich vor ihr zurück, während die anderen Fae in der Bar nach vorne gingen. Der Barkeeper grinste sie an, während er die Bar umrundete.
„Menschen sind hier immer willkommen“, sagte er. An der Innenseite seines Handgelenks konnte sie mehrere kleine Stacheln sehen. Vermutlich Giftstachel. Nach der Art, wie er sprach, war er eine Art Gestaltwandler. „Für deine Art gibt es eine ganz spezielle Speisekarte.“
Die Bedienung verdrehte ihre Hände. „Bitte …“
Der Barkeeper schlug ihr mit einer Hand ins Gesicht.
Belinda dachte nicht einmal darüber nach, was ihr Handeln sie kosten könnte. Sie sprang nach vorne und schwang ihren Helm in Richtung des Gesichts des Barkeepers. Er traf seine Nase mit einem befriedigenden Knirschen. Die Bedienung flitzte davon und Belinda grinste. Es war furchtbar lange her, dass sie in eine richtige Schlägerei verwickelt gewesen war.
Ein anderer Fae sprang sie von hinten an und versuchte, ihre Arme zu packen, aber Belinda trat auf seinen Fuß und gab ihm dann einen Ellbogenstoß in den Hals. Einer der käferartigen Fae kam von links auf sie zu, und mit einer schnellen Drehung packte sie ihn und schleuderte ihn gegen den anderen, der versuchte, sich von der anderen Seite anzuschleichen. Der Eisriese griff nach ihr, und sie schlüpfte zwischen seinen Beinen hindurch. Dabei zog sie sich ihren Helm auf den Kopf und verpasste dem Fae, die sie auf der anderen Seite zu packen versuchte, einen Kopfstoß.
Die Hand des Barkeepers schoss hervor. Belinda blockte sie instinktiv ab. Die Stacheln an seinem inneren Handgelenk streifte ihre Haut und ihr wurde augenblicklich schwindelig. Während sie taumelte, drückte der Eisriese mit seinem stählernen Griff beide Arme an ihre Seiten. Belinda gab ein quiekendes Geräusch von sich, als er sie zusammenpresste.
„Nicht zu fest“, tadelte der Barkeeper. „Menschen sind viel mehr wert, wenn sie nicht zerquetscht sind. Hast du eine Ahnung, wie viel wir für ihre Körperteile auf dem Schwarzmarkt bekommen können?“
Ein anderer Fae zog ihr den Helm vom Kopf und setzte ihn sich selbst auf. „Da hatten wir ziemliches Glück, was? Ein Mensch stolpert zufällig bei Vollmond herein?“
„Glück?“, sagte eine tiefe, melodische Stimme von hinten. „Ich glaube nicht.“
Eine riesige Axt erschien wie aus dem Nichts. Sie durchtrennte den Helm auf dem Kopf des Fae. Der Riese ließ Belinda los, als sie ein quietschendes Geräusch von sich gab und fiel. Hinter dem gefallenen Fae stand der schönste Mann, den sie je gesehen hatte. Belinda starrte ihn mit offenem Mund an, während er in die Mitte der Fae umherwirbelte. Ihr Kopf drehte sich ein wenig, als sie auf einen Stuhl sackte. In seiner Hand befand sich eine kleine Axt, die mit Gold verziert war. In der anderen hielt er einen langen Dolch.
„Wow“, gurrte sie, als der Fremde dem Barkeeper das Gesicht einschlug.
Sie kicherte, als er die beiden Käfer mit seinem Dolch aufspießte, und klatschte, als der Eisriese auf die Knie fiel und darum bettelte, verschont zu werden. In der Ferne heulten Sirenen, und plötzlich war der Fremde direkt neben ihr. Er hob sie in seine Arme und trug sie zur Tür hinaus.
„Warte.“ Belinda runzelte die Stirn. „Ich möchte auch jemandem ins Gesicht schlagen.“
„Das ist ziemlich gewalttätig, findest du nicht auch?“
Belinda schmollte. „Du hast sogar eine Axt. Warum darf ich nicht wenigstens jemanden schlagen?“
Der Fremde gluckste, während er sie auf ihr Motorrad setzte. „Du verschwindest jetzt besser. Die Polizei wird bald hier sein und – Scheiße!“ Seine Augen waren schwarz. Wie Tintenfässer, die eine Million Geschichten in ihren reizvollen Tiefen hielten. Er packte ihr Gesicht und brachte es näher zu seinem. Sie streckte sich, um ihn zu küssen, aber seine Hände waren fest auf ihr und hinderten sie daran, näher zu kommen. „Du wurdest vergiftet.“
„Der Barkeeper hatte Stacheln an seinem Handgelenk.“ Belinda kicherte wieder und zeigte ihrem gut aussehenden Retter die Verletzung an ihrem Arm. „Er hat mich damit gekratzt. Siehst du? Ich blute. Hmm … Das muss ein Betäubungsmittel sein. Vielleicht sogar ein Opioid oder so, denn ich fühle mich sehr, sehr glücklich … Du bist wunderschön.“
Der Fremde sprang hinter ihr auf das Motorrad, einen Arm fest um ihre Taille geschlungen, während er den anderen zum Lenken benutzte. Bald wehte der Wind durch Belindas Haar. Sie warf ihre Hände in die Luft, während sie vor Aufregung schrie.
„Huuuiii! Wir fliegen!“ Sie drehte sich um und schmiegte sich an den Hals ihres Fremden. Er roch nach Kürbiskuchen. Um zu wissen, ob er so gut schmeckte, wie er roch, leckte sie an seinem Hals. Sie konnte spüren, wie sein Adamsapfel wippte, und leckte erneut, diesmal kichernd.
Sie wusste, dass sie sich Sorgen machen sollte. Egal, was für ein Gift dieser Barkeeper in seinen Stacheln hatte, sie war in einer schlechten Situation. Ihr Gehirn funktionierte nicht richtig und ihr war plötzlich unglaublich heiß. Wenn sie nicht aufpasste, würde sie am nächsten Morgen im Bett neben einem völlig Fremden aufwachen, nachdem sie Sex gehabt hatte, an den sie sich nicht erinnern konnte … Aber sie konnte sich nicht dazu zwingen, sich Sorgen zu machen. Es gab Schlimmeres, als sich auf einen gut aussehenden Kerl zu stürzen, oder?
Plötzlich bogen sie von der Straße in eine Gasse. Dort hielt der Fremde das Motorrad an und stieg ab. Belindas Augen weiteten sich, als sie ihn beobachtete. Wollte er sie etwa verlassen?
Er öffnete seinen Mund. Zwei lange, perlmuttfarbene Reißzähne blitzten auf. Sie schnappte nach Luft. Er war ein Vampir? Wollte er ihr Blut trinken? Aber die Reißzähne kamen nicht in ihre Nähe. Stattdessen bohrten sie in sein eigenes Handgelenk, und dann wurde es gegen ihren Mund gepresst. Belinda würgte protestierend.
„Trink.“ Seine feste, befehlende Stimme duldete keinen Widerspruch. „Das wird die Wirkung des Giftes umkehren.“
Gift, dachte sie, dann trank sie.
***
Die menschliche Frau trank nur ein wenig von seinem Blut, bevor sie sich übergab. Er stellte sicher, dass sie noch ein paar Schlucke nahm, bevor er sein Handgelenk verband und sie wieder auf das Motorrad setzte. Diesmal fuhr er schneller, da sie sich nicht mehr so viel bewegte. Er fand schnell ein Hotel und bezahlte für ein Zimmer. Sie wachte auf, als er sie zum Zimmer trug. Als sie dort ankamen, waren ihre Augen offen und klar. Sie hatten das schönste Bernsteinbraun, das er je gesehen hatte.
„Wo sind wir?“, fragte sie ihn, als sie im Zimmer waren.
„Wir sind in einem Hotel.“
Sie verdrehte die Augen. Carlos mochte das. Das war einer der Gründe, warum er gerne diese spätabendlichen Spaziergänge in die Stadt unternahm. Die Leute erwarteten nie, dass ihr König unter ihnen wandelte. Ein paar Stunden lang konnte er so tun, als wäre er nicht der König. Als ob er nicht das erdrückende Gewicht dieser Verantwortung auf sich trüge.
„Ich weiß, dass es ein Hotel ist, Klugscheißer. Ich wollte fragen, wo wir sind.“
„Es ist das Starlight-Blinks-Hotel in der dreiundfünfzigsten Straße. Ich versorge nur noch deine Kampfverletzung und bin dann weg.“
Er öffnete den Erste-Hilfe-Kasten, den er von der Rezeption geholt hatte, und deutete ihr an, sich zu setzen. Die Menschenfrau betrachtete ihn einen Moment lang, bevor sie sich auf das Bett setzte. Ihr lockiges Haar fiel ihr in die Augen, während sich ein Lächeln auf ihren Lippen ausbreitete.
„Es freut mich, zu sehen, dass du im wirklichen Leben genauso hübsch bist, wie wenn ich unter Drogen stehe“, gurrte sie.
