Bandsalat - Stephanie Lauer - E-Book

Bandsalat E-Book

Stephanie Lauer

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Beschreibung

Und plötzlich ist er da - der Tag, von dem man denkt "mir passiert das nicht". Einmal UPSIDE DOWN...Danke, liebe Zecke..! Und wer jetzt denkt, dass Hemiparese, Facialisparese, Dysarthrie und Co. dafür sorgen, dass ich mich ergebe, kennt mich schlecht! Jetzt erst recht!! Mit Humor, Sturkopf, straffem Therapieplan und jeder Menge Achterbahn- 599 Tage zurück ins Leben. Die ungeschönte Wahrheit um den Kampf zur Diagnose, Behördenstress, Rehazeit, Therapiealltag und natürlich auch Einblicke in "Tabuthemen", wie Sexualität. Frei raus - pur ICH und diese Diagnose, die echt kein Mensch braucht!

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Seitenzahl: 802

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Stephanie Lauer

Bandsalat

Stephanie Lauer

Bandsalat

Borreliose?! NE DANKE!!

Ich nehm lieber ne Piña Colada

Autobiografische Erzählung

Impressum

Texte: © 2023 Copyright by Stephanie Lauer

Umschlag: © 2023 Copyright by Stephanie Lauer

Verantwortlich für den Inhalt:

Stephanie Lauer

c/o autorenglück.de

Franz-Mehring-Str. 15

01237 Dresden

[email protected]

Druck: epubli – ein Service der Neopubli GmbH, Berlin

Vorwort:

Wir haben jetzt das Jahr 2023. So lange hat es gebraucht, bis dieses Buch endlich seinen Weg in den Druck gefunden hat.

Vorher war es ein Blog – fast täglich geschrieben ab Beginn der Diagnose. Das werdet ihr ab und an merken und natürlich auch, dass mein kleines Gehirn durchaus des Öfteren etwas Murmelfasching hatte. Hätte ich korrigieren können – wollte ich aber authentisch lassen.

Seht es mir nach, wenn ihr einen Rechtschreibfehler entdeckt – das soll und darf sein, weil man eben nicht immer auf rosa Wolken tanzt – wobei…der ein oder andere Stoff vom Superdoc – der kann was. #grins

Also, zurücklehnen und entspannt genießen. Wer nen Fehler findet und es uuuuunbedingt erzählen muss, darf gerne 1 Euro Strafe in mein Sparschwein für Spaßbremsen und Korinthenkacker werfen.

Viel Spaß und immer schön dran denken:

LACHEN durchaus erwünscht!! Auch ernste Themen brauchen ab und an ne Prise Humor.

Die Geschichte

Und plötzlich ist er da, der Tag, von dem man immer denkt: „Mir passiert sowas nicht.“ Doch- das passiert und es kann JEDEN treffen...aber von vorn:

Es war ein ganz normaler Montag. Ich war arbeiten und abends noch eine Runde im Wald joggen...habe ich schon 1000x gemacht, aber wie heißt es so schön...1000x berührt - 1000x is nix passiert. Ja, jetzt habt ihr alle nen Ohrwurm, aber glaubt mir, den würd ich liebend gern gegen dieses Mistvieh von Zecke tauschen. Na also, ich jogg da so und irgendwie schein’ ich ihr gefallen zu haben...sie beißt mich, ich merk nix...Ende der Story...

Oder doch nicht! 2 Tage später hab ich sie entdeckt - den Feind- schön gemütlich hat sie sich’s gemacht in meiner Kniekehle. Klar, da schaut ja auch so ein Mensch nicht täglich hin und da kann man gaaaanz gemütlich fressen und schlafen - schlau sind sie ja schon- das muss man ihnen lassen.

Da ich nicht wusste, wie man die jetzt am besten da rauszieht (ich hatte vorher nie eine Zecke), rief ich beim Arzt an und sollte auch direkt kommen. Das ging eigentlich schnell. Zack war se raus und ich vor der Tür, nicht ohne „nette“ Belehrung alla Peter Lustig: „DAS ist eine Zecke...die zieht man einfach raus...bleibt was stecken, ists blöd, is aber so...brauch man keine Panik haben - die machen nix.“

Ne klar, die wollen nur spielen…

Wochen später, die Zecke lang vergessen, bekam ich quälende Nackenschmerzen, die bis in den Kopf reichten, Halsschmerzen der linken Seite, konnte mich tagelang wahnsinnig schlecht konzentrieren, war schnell genervt und irgendwas stimmte nicht. Erst dachte ich an eine Migränephase. Die kenne ich- die hatte ich schon als Kind. Als es nach ein paar Tagen nicht besser wurde und sich mittlerweile Schwindel und ein Kribbeln im linken Gesichtsbereich bemerkbar machten, beschloss ich zum Arzt zu gehen...

So Leute, und jetzt schnallt Euch an - die Story glaubt kein Mensch, wenn ich’s nicht selbst erlebt hätte:

Ich also zu meinem Hausarzt. Symptome geschildert, die sich mittlerweile so stark zeigten, dass ich fast nicht mehr geradeaus schauen konnte und sowohl Arm als auch Bein der linken Seite langsam taub wurden. Erste Frage:“Ham se Stress?“ …äähhh was???

Joa nö, eigentlich nicht so. Die Symptome machen mir Stress, aber is das nicht normal?!

Hm, also der Doc weiter geforscht. Mittlerweile war mir auch wieder die Begegnung mit der Zecke eingefallen. Der Doc sich professionell die Bissstelle angeschaut und, weil in der Schule immer gut aufgepasst, direkt die schnelle Antwort: „Ne ne, Borreliose is das nicht. Da is ja gar kein Kreis.“ (Wanderröte meint der Spezi und die muss man gar nicht haben. Gibt eine atypische Version, wie sich später rausstellen sollte - meine!)

Ok, soweit so gut - er is der Chef...

Also weiter geforscht...die Nackenschmerzen müssen mal beim Orthopäden gecheckt werden...Überweisung 1

Die Bissstelle sieht komisch aus - Hautarzt - Überweisung 2

Krankmeldung 1 Woche ...Tschüss

STOP! So nicht!

Ich sitz da, kann mich kaum halten. Alles fühlt sich kribbelig und taub an, Schmerzen wie nie zuvor u soll jetzt Heim?!?!?

Also weiter genervt und drauf hingewiesen, dass es ja durchaus auch etwas Neurologisches sein kann. Schlaganfall zum Beispiel (man muss erwähnen, dass ich das schon durchaus einschätzen kann, weil ich vom Fach bin. Genauso weiß ich, dass dann jede Minute zählt) ...aber unser Doc...der hat Zeeeeit. Da er dachte ich „steiger mich da ja jetzt so rein“ wurde mir gnädiger Weise der Blutdruck gemessen. Wie dumm aber auch von mir, so ein Teil nicht daheim zu haben - gibts doch in jedem gut geführten Haushalt ab 65+. Nö, Blutdruck ok. Kann kein Schlaganfall sein (sollte ich ihm an dieser Stelle vielleicht sagen, dass der Blutdruck durchaus wieder ok sein kann, wenn der Anfall Stunden zurück liegt...?)

Auf viel Bitten und Drängen bekomm ich dann endlich meine Überweisung zum Neurologen (denn wir haben ja Zeit und das Krankenhaus is ja immerhin 2 Minuten entfernt) und dann doch sogar noch Blut abgenommen für einen Borreliose - Test (der natürlich Schwachsinn ist, aber die Frau L. sich ja so aufregt). Auf meine Bitte beim Neurologen anzurufen, damit ich direkt kommen kann, kam: „Nein, die gehen eh nie ans Telefon!“....

Ey Doc - DANKE FÜR NIX!!

Also ab ins Labor und ihr ahnt es schon- da sitzt sie- die genetisch genauso langsam gepolte Schwester (sind die verwandt ?!)

Sie lässt sich Zeit...schaut hier und da...geht...kommt...wieder weg...usw.…joa klar...wir ham se doch: alle Zeit der Welt...Wenn man so nen möglichen Schlaganfall hat, dann hat man den ja schon. Nimmt keiner weg - als gedulden.

Ich die Zeit genutzt und beim Neurologen angerufen. Oh Wunder- die gehen ans Telefon. Sollte zwei Stunden später da sein. Na, bis dahin wird die Schnecke das mit dem Blut ja gepeilt haben.

Hat sie...und ich später draußen...gefrustet mit 3(!) verschiedenen Überweisungen, dem Hinweis mich die Woche doch mal so richtig zu entspannen und einem netten Tschüss. Anmerkung: Mittlerweile bin ich seitlich vom Stuhl gerutscht, konnte mich kaum noch aufrecht halten und ein schwankender Seemann hatte durchaus Konkurrenz an mir…

Die Welt ist ein Irrenhaus und hier ist die Zentrale

Zwei Stunden später endlich beim Neurologen. Auf dem Weg dorthin, habe ich eine Kollegin getroffen. An dieser Stelle - Danke S. trotz nicht vorhandener Arztprüfung ist dir sofort aufgefallen, dass mein Gesicht mittlerweile schief ist und ich das Auge nicht mehr schließen kann.

Tja, und das hat auch der Neurologe bemerkt. Dr. E. - my Hero.

Kaum die Praxis betreten, schon auf dem Stuhl. Erster Verdacht Schlaganfall. Hey, da hat wohl doch einer in der Schule für große Götter in Weiß aufgepasst. Es folgte ein neurologischer Test: schon ziemlich krass, dass man

rückwärts umfällt, wenn man versucht bei geschlossenen Augen die Nase zu berühren. Ein EEG - alle Buchstaben an Ort und Stelle, wenn auch sprachlich mittlerweile stark verlangsamt (als Logopädin DIE Katastrophe). Reflextest - Doc da kannste links min Hämmerchen kloppen bis es kaputt is- da kommt nix…und eine Messung der Nervenströme- mehr schlecht als Recht.

Fazit: Hemiparese links (also Lähmung Arm und Bein), Facialisparese (Lähmung Gesichtsnerven), Dysarthrie (sprechen wie ein betrunkener Seefahrer), Wortfindungsstörungen …SAUBER!

Jetzt nur die Ursache finden. Schlaganfall durch das top EEG ausgeschlossen. Hinweis Zecke: AHA! Das passt!! Da ham was ja- Neuroborreliose, aber wir müssen das Ergebnis vom Blut abwarten oder eine Einweisung ins Krankenhaus einleiten zur Liquorpunktion (Hirnwasserentnahme).

Ich mittlerweile müde, gelähmt, gefrustet und hilflos...der Superdoc bester Laune, mit aufmunternden Sprüchen und dem absoluten Willen mir zu helfen (und hier wirklich: DANKE Doc !!!)

Allein die Tatsache ernst genommen zu werden, tat zu diesem Zeitpunkt richtig gut!

Da eine Liquorpunktion nicht ohne ist und ich ein williger Patient, haben wir uns drauf geeinigt, auch vor dem am Dienstag folgenden Blutergebnis (wir haben Donnerstag) schon mit der Medikation zu beginnen. Also Tabletten her und Dienstag neuer Termin. Dann gings nach Hause...irgendwie erleichtert, dass mir geholfen wird, mit nem schiefen Lächeln im Gesicht und der Gewissheit, es kann nur gut werden.

Tja, die Rechnung ohne die Hürden des Alltags gemacht. Step 1 mein Bett steht oben und da WILL ich hin. Ich lehne jede Hilfe ab - ich WILL das schaffen und wer sowas sagt, der muss es auch tun. Also schaff ich mich diese Treppe hoch, fluche wie ein Rohrspatz, aber ich schaffe es und hab leider nicht bedacht auch wieder runterzumüssen… (Popo rutschen deluxe).

Meine linke Körperseite fühlt sich an, als hängen 30kg dran. Das erste Umziehen- IRRE. Ab jetzt gibts nur noch Jogginghose (die schafft mir Freiheit allein auf Toilette zu kommen), Haare machen war einmal, schminken nicht dran zu denken...aber ok...bei dem Gesicht sowieso nix mehr zu retten...

Flaschen aufdrehen unmöglich, Brot schmieren eine Herausforderung, weil das scheiß Teil ständig vom Teller rutscht und man mit einer Hand ziemlich dämlich schmieren kann, Schuhe binden kannste vergessen, aber wer Joggingbuxe trägt, darf auch modische Schlappen kombinieren, umdrehen im Bett nur mit Hilfe möglich und so könnte ich noch ganz viele andere Dinge aufzählen, die einen an den Rand des Wahnsinns bringen, aber ich glaub ihr könnt Euch reindenken.

Die erste Nacht sehr unruhig. Klar, aufm Bauch schlafen, wie sonst, is nicht, weil es unfassbar die Luft abdrückt - und Morgens mal grad vergessen, was los is und schwupps aufm Boden gelegen. Nach der Erkenntnis, dass unterm Bett auch mal wieder gesaugt werden müsste und dem Ruf nach Hilfe, weil allein aufstehen unmöglich ist, starte ich also in den ersten Tag meines neuen „Borreliose-Daseins“ Zu dem Zeitpunkt- trotz Allem- noch ziemlich gut gelaunt und fleißig am Nachdenken, wie ich trainieren kann... (Danke, an meine lieben Kolleginnen, die mir viele Tipps, Hilfsmittel und liebe Worte gebracht haben.)

So, da wars also...das erste Wochenende meines neuen Seins....schlimm wars!! Frust wars!!

Man fühlt sich hilflos, allein trotz vieler Menschen, hat so viele Gedanken und eine ganze Menge Angst.

Ja, da hatte ich so viel Schiss wie nie zuvor!!

Und dann kam wieder der Wille- der sture Kopf, der sagt ICH WILL DAS NICHT!!!!!

Ich wär am liebsten weggelaufen, aber genau das ging ja nicht. Man ist gefangen in sich selbst. Der Kopf - auch wenn er noch so schmerzt- ist völlig da. Man stößt bei jeder Kleinigkeit an seine Grenzen. DAS soll jetzt so bleiben?! Niemals! Ab jetzt wird gekämpft. Egal wie - und wer auch immer sich diesen Scheiß für mich ausgedacht hat - ganz ganz dünnes Eis mein Freund. Nicht mit mir!

Endlich Montag...voller Erwartungen erst zum Hausarzt...der Gute wollt weder wirklich wissen, wie es mir geht, noch so richtig das Blutergebnis kommentieren, weil das ja nur „Kaffeesatzleserei“ sei…öööhm....joa...ich bin ja nicht vom Fach, aber selbst ich kann das Wort „POSITIV“ auf dem Zettel lesen...

Nach Empfang der nächsten Krankmeldung, weil die Frau L. ja immer noch so gestresst wirkt, ging’s direkt ab zum Superdoc. (Lieber Hausarzt...Papiere schonmal zusammenstellen, ich komm die dann irgendwann holen.)

Beim Neurologen kurz warten und mit einem Strahlen empfangen worden. Der Mann hat an mir den Narren gefressen. Gut so und vielleicht auch für Ihn endlich mal was Spannendes?!

Es gibt zwei Möglichkeiten:

Variante 1: weiter die Tabletten nehmen- dauert aber, bis das dann so richtig wirkt.

Variante 2: Infusionen...nicht ohne Warnung, dass diese sehr weghauen und ich die nächsten Tage nur schlafend verbringen werde. (Warnung zwei an meinen Mann gerichtet: „Ihre Frau wird anders werden.“ Was DAS bedeuten soll, wussten wir da noch nicht.)

Ok, was tun? Gibts eigentlich nicht viel zu überlegen. Die Borrelien, die kleinen Scheißerchen, die fressen in mir rum...die machen Alles kaputt und darauf hab ich kein Bock. Also her mit dem Stoff und soooo schlimm wird’s ja wohl nicht werden....

Wie sehr ich diesen Gedanken im Nachhinein gehasst habe, werdet ihr noch mitkriegen.

Also schnell zur Apotheke, den Stoff geholt und direkt die erste Ladung rein. Ab geht die wilde Fahrt...da hab ich noch gelacht und gescherzt...ihr werdet merken, dass das sich GANZ schnell ändert...

Da sitz ich nun- die Nadel rechts, meine Wasserflasche links, den Notfallknopf auf dem Schoß...Notfallknopf?! Echt jetzt?! Die wollen wohl bissl Dramatik in die Sache bringen - ich bin ne Frau -das is ne kleine Nadel und ein bisschen Flüssigkeit. Was soll da schon groß passieren?!?!? Aber ich lass Ihnen ja den Spaß und bin ein herausragend lieber Patient.

Trotz Schmerzen noch zu Scherzen aufgelegt harre ich der Dinge, die da kommen. Zwischendurch schaut Superdoc immer mal wieder mit einem Schmunzeln ins Zimmer...Wieso? Tja, das hab ich zu dem Zeitpunkt auch noch nicht kapiert. Kaum die Hälfte der Infusion drin, beginne ich langsam müde zu werden...ok, Gähnen is ja jetzt auch nicht das Ende der Welt...ich bin innerlich die Ruhe selbst und denke mir wirklich, dass das noch weitere 4x so ist und damit is die Sache abgehakt. Kaum is die Infusion leer, darf ich auch nach Hause. Yeah geschafft UND sogar überlebt - die stellen sich Alle an...tztztz...

Kaum im Auto - natürlich als Beifahrer und nicht ohne das ultimative Kennzeichen tapferer Indianer - einem fetten Pflaster, gehts zügig nach Hause...ok, das Gähnen wird immer mehr und irgendwie is mir auch ein bissl schwummrig, aber eigentlich fühlt sich das noch richtig gut an...so bissl wie rosa Wattewolken in einer Glitzerwelt.

Nach knapp 20 Minuten bin ich am Ziel und erstmal ab aufs Sofa. Ich soll ja brav sein und ruhen. Kennt ihr das noch, wenn ihr als Kind krank wart und den ganzen Tag Fernseh schauen durftet?! GEIL! Mach ich jetzt auch.

Ein bisschen hin- und hergezappt...Nachrichten mit diversen Leuten geschrieben, nix dabei gedacht...

Läuft!!!

Nee, läuft eben nicht!! Nach ein paar Minuten wird die Müdigkeit bleiern schwer, das eben noch schöne schwummrige Gefühl wird ein massiver Schwindel inklusive leichter Übelkeit. Ey was ‘n jetzt los - Hallo???

Ich hole mir die Decke, weil ich friere (bei 35 Grad Außentemperatur) und schwanke dabei wie ein Schiff bei hohem Seegang. Meine Sprache klingt ziemlich verwaschen und wenn man es nicht besser wüsste, würde man denken, ich hab am frühen Morgen ne mega Party veranstaltet.

Leider ist mir dann irgendwann gar nicht mehr zum Scherzen zumute. Mittlerweile hab ich wohl das Hauptlos gewonnen und darf auf dem großen Karussell ein paar Extrarunden drehen.

Ich weiß nicht mehr, wie ich liegen soll und wünsche mir nur, dass das GANZ schnell aufhört! Vielleicht sollte ich schlafen, aber kennt ihr das, wenn man so richtig ratzevoll im Bett liegt und den Fuß zum Bremsen raushält, weil Alles so schwankt?! Genau so fühlt sich das an...nur leider nicht dieses „schön“ beschwipst, sondern massiv einen übern Durst getrunken mit Übelkeit Deluxe.

Und weils so schön is und der Gott des Karmas mit mir anscheind ne Rechnung offen hat, dauert dieser Zustand ganze 8 (!) Stunden an!!!

Danach bin ich fix und fertig, fühle mich wie ausgespuckt und will nur noch eins: schlafen...

Was ein Horrortrip!!

Aber vielleicht muss sich der Körper erstmal dran gewöhnen…

Nach einer schlaflosen Nacht voller Schmerzen, Übelkeit und innerlicher Unruhe, geht es am nächsten Tag direkt um sieben wieder in die Praxis. Da es noch heißer werden soll und die Infusionen anscheind doch etwas härter ausfallen als gedacht, möchte ich das so früh wie möglich erledigt haben.

Also direkt wieder Nadel ran, Wasserflasche und Notfallknopf parat und heute mit einem etwas mulmigeren Gefühl die Infusion laufen lassen. Irgendwann erscheint der Doc und kann sich ein Grinsen mit einem breiten: „Naaaaaa?“ nicht verkneifen. Er bleibt noch bisschen, wir halten nen netten Plausch über dies und das und dann gehts auch schon wieder Heim...

Selbes Prozedere...müde...Fernseh (von dem ich so rein gar nix mehr kapiere) …aua ...ab geht die wilde Fahrt...

Spätestens jetzt kommen die Zweifel, was das eigentlich für ein „Rattengift“ ist, was da in meinen Körper fließt...

Ich habe seit Tagen keinen Appetit und man muss sagen, dass bei einer Größe von 1,67m und einem Gewicht von 56 kg nun wirklich nicht so dolle viel an mir dran ist, dass ich Wochen davon leben kann. Ich zwinge mich zum Essen und Trinken und versuche das Ganze einfach nur irgendwie tapfer zu überstehen. Helfen, kann mir hier sowieso keiner, also hilft nur Ruhe bewahren und der feste Glaube, dass Alles gut wird.

Auch diesmal dauert es ca. 8 Stunden und danach ist Schlafenszeit...

Am nächsten Morgen liege ich im Bett und heule!! ICH WILL DAS NICHT NOCHMAL MACHEN....DAS IST EIN WAHNSINN!!

Wenn ich könnt wie ich wollt, wär ich genau hier aus der Geschichte ausgestiegen.

Aber hilft ja nix - die wohnen ja noch in mir...die B O R R E L I E N - wasn das eigentlich fürn kack Name?! Konntet ihr euch keinen schöneren aussuchen?!!

Also anziehen, Auto, Arztpraxis. Der Doc hat absolutes Verständnis und motiviert mich, sogar ohne ein „ich hab’s dir gesagt“, das Ganze weiter durchzuziehen. Was soll ich auch Anderes machen....

Also ran an den Stoff und iiiiirgendwie ablenken. Doc im Ernst...wasn das für ein seltsamer Einrichtungsstil...zusammengewürfelte Bilder an weißen Wänden und drei Liegen im Raum...kommt noch jemand? Feiert heut jemand diese Party mit mir?!

Ne, kam natürlich keiner - außer immer wieder die netten Sprechstundenhilfen und der Doc - ein spitzen Team, bei dem man sich richtig gut aufgehoben fühlt.

Endlich wieder zu Hause passiert was???? Na, wer hat gut aufgepasst? Richtig- es geht wieder los.

Und als ob das Alles nicht schon schlimm genug ist, fängt es an, dass mir nicht nur nette Genesungswünsche und

liebgemeinte Fragen nach meinem Wohlbefinden zukommen, sondern es melden sich auch die sogenannten „Vollprofis“ ...diese Gattung Mensch, die Alles weiß und jeden damit belästigt, der es nicht hören will. Ich nenn sie nur Vollpfosten, aber das muss man denen ja nicht sagen, denn ich hab keinerlei Bock auf Diskussionen, ob so ein Vollpfosten aus Eiche oder Birke besteht.

Da kommen dann so geniale Fragen wie: „Biste nicht geimpft?“

Neeeein, bin ich nicht, denn Borrelien sind Bakterien. Impfen kann man nur gegen FSME, das sind nämlich Viren, die grippeähnliche Symptome, Fieber und Entzündungen des Gehirns und der Hirnhäute auslösen können.

MERKE: ‼️

Auch cool die Frage, wann ich wieder arbeiten gehe, weils doch NUR ein Zeckenbiss ist.

Joa, würd ich ja gern, sobald ich mich wieder bewegen kann, mein Gesicht keiner Fratze mehr gleicht, meine Konzentration wieder da ist und die Schmerzen weg sind. Ich würd sagen, noch so 1- 2 Tage, dann müsste das doch wieder gehen…man muss sich ja auch nicht so anstellen...tztztz...aber echt.

Ja und so endet dieser Tag, wie auch die vorherigen inklusive massivem Frust und aufgedunsenem Körper (ich sehe so schlimm aus, dass Kollegen mich Morgens auf dem Weg in die Praxis nicht erkannt haben). Wie ich damit klar komme? Gar nicht...ich leide...still für mich, aber ich leide…das ist ein Alptraum und ich mittendrin...

Täglich die Konfrontation mit den Dingen, die man nicht mehr kann in Kombination mit den Nebenwirkungen der Infusionen. Das ist nicht schön...nein...das isses wirklich nicht...

Tag 4...ihr kennt’s...Arzt...Sofa...Achterbahn...

Die Lähmung der Gesichtsnerven lässt langsam nach und jetzt bin ich „nur“ noch angeschwollen und halbschepp statt richtig krass schief. Mir läuft nicht mehr jeder Schluck Flüssigkeit aus dem Mund...jippi...und ich beiße mir beim Kauen nicht mehr ständig auf die Wange. Mein Auge macht noch große Probleme. Ich kann es schließen, wenn ich schlafe, allerdings nicht bewusst zukneifen. Bei jedem Versuch zieht sich das halbe Gesicht zu einer hässlichen Fratze....das geht ja mal gaaaar nicht. Zwinkern ist die Kernkompetenz einer jeden Frau - das hat mich im Leben schon öfter weitergebracht, aber selbst is die Logopädin und fleißig üben angesagt. Schon irgendwie praktisch, wenn man genau weiß, was zu tun ist.

Laufen ist sehr schwer. Ich ziehe mein Bein nach und bewege mich durch die Muskulatur der Oberschenkel und des Rückens. Gut, dass ich vorher viel Sport gemacht hab - da wär sonst gar nix drin. Ich spüre den Fuß, aber bekomme einfach keinen Druck drauf -weder mit Gewalt noch mit gut zureden...nix...als ob einer das Kabel abgeklemmt hat, was Gehirn und Fuß verbindet...scheiß Technik!

Mein Arm ist eine Herausforderung. Ich kann greifen mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger, aber die anderen Beiden...die gehören nicht dazu und krampfen, sobald ich versuche sie zu aktivieren. Generell ist der Arm schwer und ich trage die Hand meistens in der Hosentasche, damit die Schulter entlastet wird, die mittlerweile tierisch weh tut - klar, wenn die ganze Zeit ein Sack dran hängt...

Generell schmerzt der ganze Körper weh. Alles ist schwer, schief und eine Riesenbelastung für jegliche Muskulatur und die Wirbelsäule. Der komplette Rahmen verzogen und ich absolut nicht mehr Herr über meinen Körper. Ich WEIß, was ich machen möchte, aber ich kann es nicht mehr steuern. Ich sage meiner Hand „greif zu“ und es passiert nichts…als ob ich jede Bewegung komplett verlernt habe.

Natürlich das Ganze nur NEBEN meinen üblichen Nebenwirkungen der Infusionen...und nein- man gewöhnt sich NICHT dran....

Aber ich gebe nicht auf...ich kämpfe...ich benutze keinerlei Hilfsmittel und lasse mir auch sonst nur wenig helfen...da zahlt es sich aus einen richtigen Sturkopf zu haben (siehste Mama- der is doch für was gut.)

ACT LIKE A LADY - FIGHT LIKE A BOSS

…und damit komme ich zu dem Zeitpunkt ganz gut zurecht.

Tag 5 und 6 überbrücken wir mit Tabletten, da die Infusion sonst in der Notdienstzentrale angehängt werden muss (am Wochenende ist die Praxis geschlossen). Mit diesem Gedanken kann ich mich nicht anfreunden. Irgendwie brauche ich bei der ganzen Sache das stabile Umfeld und das ist eben die Praxis und Dr.E. Stabilität ist sowieso ganz wichtig: zu Hause sein, statt im Krankenhaus. Im eigenen Bett schlafen (neben meinem Mann). Die gewohnte Umgebung, wenn’s einem schlecht geht. JA, ich bin ein Heimscheißer!!!! Aber ich glaube ihr könnt das verstehen.

Eigentlich freue ich mich auf die Infusionspause. Die Tabletten sind nicht so stark mit Nebenwirkungen besetzt. Endlich mal ein wenig Erholung für Körper und Geist.

Ich verbringe das Wochenende im Schlaf-Übe-Modus...

Ich stoße an meine Grenzen, stürze, stehe auf und kämpfe weiter. Was bleibt mir auch Anderes übrig. Eine Infusion noch und dann isses geschafft. Dann noch ne Woche erholen und ab in den normalen Alltag. Ja, da hab ich so gedacht und mich konnte auch nichts davon abbringen...

Ganz wichtig in dieser Zeit - mein Seelentröster....meine Hündin Josie....sie war immer da...hat gekuschelt, geliebt, mit mir Spaß gemacht und mich immer wieder animiert nie aufzugeben...

Tag 7

Letzte Infusion

Ging doch schnell rum und dann ist’s geschafft...was freu ich mich wieder auf die Arbeit...so lang war ich noch nie krank...

Krass, ne?! Da schimpft man immer über den ganzen Stress und die typischen Montage und wenn mans nimmer hat, fehlts doch. Ich arbeite gern und liebe meinen Beruf und meine Patienten.

Aber jetzt erstmal die Infusion. Zur Abwechslung tauschen wir mal den Arm, denn ich seh mittlerweile aus, als wäre ich ein Junkie zu seinen besten Zeiten. Also dran das Ding...warten...müde werden...schnell einen Termin für in zwei Tagen ausmachen, den Doc nach nem Rezept für Physio fragen, was ich auch sofort bekomme…und ab Heim mit der Gewissheit es ist geschafft, die Borrelien tot und ich ein letztes Mal durch einen Vollrausch aus dem Leben gehebelt...ich hab’s geschafft!

Oder doch nicht...aber das wusste ich da noch lange nicht....

Es gibt Zeiten im Leben, an denen man einfach aussieht, wie gekotzt und es verdammt nochmal scheiße findet!! ..., weil da keine guten Worte mehr helfen...man sich selbst nicht mehr mag und aus diesem Alptraum leider nicht aufwacht. Diese Zeiten, als die Gesichtslähmung rückläufig war mit dem leeren Blick eines Zombies. Das war mein Infusionsmarathon. Ich ein Schatten meiner selbst...bei über 35 Grad Außentemperatur...abgeschlagen...müde...nicht mehr von dieser Welt....und innerlich?! Eine Achterbahnfahrt der Gefühle....mal voller Mut und dann wieder nur am Heulen....das hier...das ist das Verrückteste, was ich je erlebt habe...und es ist noch lange nicht vorbei

Aber so isses eben. Eigentlich bin ich eine Frau, die sehr gern Frau ist. Ich mag schöne Klamotten, Schminke, Haare machen, aber zu der Zeit - ALLES SCHEIß EGAL und sowieso nicht in der Lage es umzusetzen. Vielleicht versteht ihr jetzt, wieso der Leidensdruck so hoch ist, weils absolut nicht schön ist, den ganzen Tag Schmerzen zu haben, scheiße auszusehen, nichts mitzukriegen und sich nicht frei bewegen zu können.

Aber die Infusionen sind ja rum...noch bissl entspannen und dann gehts schon wieder…oder so....

Zwei Tage später sitze ich wieder beim Doc

„Frau L. Sie sehen...äääähmmm...wie soll ich’s sagen…LÄÄTSCHIG aus.“

Jap Doc, da haste Recht und soll ich dir was sagen - ich fühl mich auch so. Völlig kaputt. Das Immunsystem schlägt Wellen...meine Lymphknoten unter den Achseln, dem Nacken und vor Allem der Leiste sind so dick geschwollen, dass man richtig kleine Murmeln fühlt. Wusstet ihr, dass es in der Leiste so viele Dinger gibt!? Ich habe Halsschmerzen, der Kopf tut weh...mein Körper ist ein einziger Schmerz. Die Schleimhäute sind Alle geschwollen und entzündet und wenn ich sag ALLE, dann mein ich auch Alle. Vom Mund bis Intimbereich - alles wund. Ja liebe Kritiker - die Frau spricht davon, dass se nicht sitzen kann, weils wo klemmt. Na und?! F*ck you! Ihr müsst das ja nicht aushalten und scheen is dat nit!!!

Zusätzlich quält mich eine - netter Begriff „Latente Antriebsstörung“- das heißt mir is Alles egal. Ich krieg nix hin und das Leben zieht an mir vorbei. Ich bin so schnell wien Faultier auf der Flucht und sitze in meiner Seifenblase in einer Welt voll irrer hektischer Menschen. Mittlerweile hab ich 0,0 Appetit und schon 3 Kilo abgenommen.

Meine Periode ist völlig verdreht und all ihr Mädels wisst, dass man dann zur Furie werden könnte.

Mich kann NIX motivieren, ich will nur weg und selbst dafür bin ich zu faul.

Ich hab die klasse Idee und frag den Doc mal nach Reha. Dann wird das doch bestimmt wieder...

Vernichtendes Urteil: nach aktuellem Gesundheitsstand NICHT rehafähig!!! Mindestens weitere zwei Wochen zu Hause bleiben und Geduld haben...

Joa, is mir dann auch egal...so wie Alles...dann bleibt das eben so...ich ein Wrack...die Welt irgendwo da draußen ...

Am nächsten Tag habe ich meine erste Physio. Trotz überragend guter Laune, quäle ich mich hin und das war die beste Entscheidung überhaupt. Meine liebe Kollegin und Physiotherapeutin S. empfängt mich mit einem Lächeln und schaut sich erstmal an, wo es denn überall klemmt.

An dieser Stelle: Liebe S. du warst mein rettender Engel!

Ich danke dir so sehr, für deine Art mir Mut zu machen. Auch wenn jede Übung wahnsinnig schwer war und ich gefrustet hoch 1000, weil ich das Alles vorher im Schlaf gemacht hätte, warst du immer da und hast mich im wahrsten Sinne des Wortes „aufgefangen“...wie oft bin ich seitlich vom Wackelbrett gestürzt...konnte mich bei den Gleichgewichtsübungen nicht halten und du warst immer zur Stelle und hast mir das Gefühl von Sicherheit vermittelt. Du hast mir gezeigt, dass man, trotz Defizite, auch über sich selbst lachen kann. Du hast immer von einem WIR gesprochen und mich, wenn nötig, auch mal in den Arm genommen. Die Stunden bei dir waren mehr wert als Alles andere, weil ich aktiv etwas tun konnte. Ich konnte endlich etwas selbst in die Hand nehmen und meinem Körper zeigen, dass ich der Boss bin und nicht er. Danke Danke Danke und jetzt muss ich aufhören zu schreiben, weil sonst muss ich weinen…du bist ein Schatz!!

So, jetzt schnaufen wir mal Alle durch und packen die Tempos weg -das is aber auch Alles emotional. Aber wenn ich heule, dann kann bei euch ruhig auch mal ein Tränchen im Augenwinkel stecken...

Die nächsten zwei Wochen gleichen einem Abenteuerurlaub. Ich schlafe wenig, habe Gedankenkreise, übe viel und stoße immer wieder an meine Grenzen...ein kleines Beispiel ist das Abenteuer Supermarkt

Hierzu muss man sagen - ich liebe Einkaufen. Nicht nur Klamotten shoppen, sondern generell auch Lebensmittel kaufen. Ich also in Begleitung los zum Supermarkt. Weil mein Hirn einem Sieb gleicht, natürlich nicht ohne gut strukturierte Einkaufsliste. Ich betrete den Laden und WUUUUSCH - Wo bin ich hier gelandet…???

Alles ist laut, grell, bunt...viele Stimmen...viele Dinge in den Regalen...Ich kann mich nicht konzentrieren...alles zu viel...ich bin nicht in der Lage Geräusche, Optik und eigene Empfindungen zu kontrollieren. Ich stehe da in meiner Seifenblase und alles um mich herumtobt wie ein Wirbelsturm. Dieses Gefühl ist unbeschreiblich und hätte meine Begleitung mich nicht am Arm gepackt, würde ich heute noch genau dort stehen. Ich bin völlig überfordert. Reiz an Reiz und ich dazwischen....

Ich klammere mich an den Wagen und versuche mich langsam durch die Regale zu schieben. Wusstet ihr, dass Menschen doof kucken?! So richtig blöd...und keine Zeit haben?! ...ham die nicht...die rempeln einen einfach an und nehmen keinerlei Rücksicht...

Als persönliche Herausforderung kommt die Wursttheke in Sicht. Ich möchte 3 Dinge und sage mir diese wie ein Mantra immer vor. Da die Dame aber so langsam ist, weiß ich nach dem ersten Artikel den dritten nicht mehr. Ich bekomme totale Panik, fange an zu schwitzen und würde am liebsten im Erdboden versinken...los konzentrieren...Und ich schaffe es irgendwie doch noch. Gut, dass ich jetzt nicht irgendwas essen muss, was ich eigentlich gar nicht will.

Schnell den Rest suchen und raus hier!!

Nach dieser Erfahrung muss ich erstmal schlafen...Wahnsinn.

Und so zieht es sich wie ein roter Faden durch diese zwei Wochen...

Ich bin oft überfordert, weiß nicht wohin mit mir. Die Zeit fliegt unproduktiv vorbei und die einzigen Highlights sind die Physio-Stunden mit S.

Weil mein Arm- und Nackenbereich mir so sehr zu schaffen macht, habe ich mir zusätzlich Massage planen lassen...heilende Hände kann ich nur sagen...Danke liebe S.

Durch die Fehlhaltung und die Kompensation ist meine HWS so dermaßen verkrampft, dass es mir einen Nerv einklemmt. Keine schöne Sache, aber anscheind musste das jetzt auch noch sein.

Ich jammere wenig, ziehe mich zurück und versuche mich selbst irgendwie wieder auf die richtige Bahn zu bringen. Das kann’s doch nicht sein. Wo ist denn mein Elan…Meine Freude...mein Lachen...FOTT...und mit dieser Antwort muss ich wohl leben.

Mir hat mal jemand gesagt, dass ich immer so ein schelmisches Lachen und Glänzen in den Augen hätte. Hallo du da - weißte auch, wo ich’s wieder herkriege?! Dann melde Dich mal bei mir.

Meine Kopfschmerzen lassen etwas nach, sind aber täglich vorhanden. Trotz Allem eine Wohltat - man muss ja auch mal das Positive erwähnen.

Mein Gehirn trainiere ich mit diversen Apps zur Merkspanne, Konzentration und Wissen. Hey Hr. J. - ich komm mir dann bald die Millionen abholen.

Generell muss man ja sagen, dass ich den Volltreffer gelandet habe. DIE Zecke zu finden, die dann auch noch anbeißt UND die Bakterien in sich trägt, dass is wie ein 6er im Lotto. Den hätte ich lieber -dann hätte ich jetzt ein schickes neues Auto und käme grad braungebrannt aus dem Urlaub.

Braungebrannt ist ein gutes Stichwort. Draußen ist das geilste Wetter und ich darf es nicht genießen. Durch die Infusionen leide ich unter einer sogenannten „photoallergischen oder phototoxischen Reaktion der Haut.“ Das heißt, dass ich sofort Sonnenbrand bekomme, was wiederum bedeutet, dass ich mich auf die Abende freue, weil ich dann mit Josie und meinem Mann wenigstens ein paar Schritte vors Haus kann.

Generell wird das Laufen oder Fortbewegen immer besser. Ich schaffe mich irgendwie so durch, wobei mein Fuß immer wieder schleift und das nicht gut für Hüfte und Gelenke ist. Aber irgendwie muss es ja vorwärts gehen und mich soll und darf niemand den ganzen Tag tragen.

Zwischendurch checkt der Doc nochmal meine Leber- und Nierenwerte. Wenigstens da ist alles top und es kommt mir anscheind zugute vorher viel Sport gemacht zu haben.

Mein aktuelles Kampfgewicht hat nochmal 2kg verloren, was in der Gesamtsumme -5 ausmacht!

Hey, ich hab zwar fast keine Brust mehr, aber ich kann wieder bauchfrei tragen.

Dann sind auch schon wieder zwei Wochen rum und es erfolgt ein Termin beim Doc. Ich werde nochmal gründlich gecheckt. Diesmal falle ich nicht direkt rückwärts um, aber wisst ihr auch warum? Weil ich weiß, dass ich mich auf meine Zehenspitzen konzentrieren muss...pssst ...nicht verraten...war gepfuscht...aber ich glaub er hat’s gemerkt. *grins*

Auch das lustige Spiel mit dem Hämmerchen wiederholen wir und siehe da - er muss nur noch halb so oft klopfen, bis was passiert...Yeah ...Fortschritt...Nervenmessung - die Finger zucken.

Fazit:

- rückläufige Hemiparese (Halbseitenlähmung)

- rückläufige Facialisparese (Gesichtslähmung)

- latente Antriebsstörung

- LÄÄÄÄTSCHIG

- Nerv der Schulter geklemmt

- Kopfschmerzen

- Generelle Überlastung des Bewegungsapparats

Der Doc schimpft mit mir, weil ich zu viel übe und Alles unbedingt mit der Brechstange erreichen will. Er mäkelt an meiner Ungeduld und mahnt eindringlich mir selbst Zeit zulassen...

Damit platzt der Traum, endlich wieder arbeiten zu gehen. Fühlt sich an wie eigenes Versagen, aber er hat ja Recht: ich kann nichts dafür und es dauert seine Zeit.

Nur wo krieg ich diese Geduld her? Diese Ruhe, die ich so dringend bräuchte. Ich setze mich selbst unter Druck - niemand tut das sonst, außer mir.

Familie und Freunde stehen absolut hinter mir, meine Kollegen haben alles allein organisiert und übernommen. Danke K., dass du meine Rolle der „Teamleitung“ so souverän meisterst. Meine Chefs sind auch spitze und machen absolut keinen Druck. Erst gesund werden- dann wieder kommen (Danke auch dafür - so tolle Chefs haben nicht viele Menschen).

Nur ich, ich mache mir den Druck...ich allein bin das Problem und stehe mir im Weg...

Und wie komm ich jetzt da raus????

Es folgt ein Wochenende voller Gedanken und ein weiterer Termin beim Doc. Er ist nicht zufrieden mit meinem

Zustand. Trotz Allem gibt es positive Fortschritte: dieLymphknoten sind nicht mehr dick und auch die Halsschmerzen lassen nach. Meine massiven Nackenschmerzen sind mittlerweile so stark, dass mein linker Arm kribbelt und sich pelzig anfühlt. Zusätzlich bei manchen Bewegungen der lästige Nervenschmerz.

Der Doc beschließt- es wird Zeit für Reha!!

Ich freue mich ohne Ende!!!! Endlich ein Schritt weiter ...

Trotz dem Dämpfer, dass es eine stationäre Reha sein MUSS, weil er es für durchaus sinnvoll hält, mein normales Umfeld zu verlassen und mich mal nur auf mich zu konzentrieren, bin ich guter Dinge.

Zwei Tage später kann ich die Unterlagen abholen und bin erstmal geschockt. 23 Seiten sind auszufüllen! Halloooo?! Ich hab Probleme mit der Konzentration und die wollen hunderte Male meine Sozialversicherungsnummer und die Bestätigung, dass ich die Reha wirklich brauche?! Danke Danke Danke -als ob man sonst keine Probleme hat.

Aber was hilfst ?! Also ausfüllen und weg damit. Der Doc hat’s als „Eilantrag“ deklariert...eigentlich hätte er mich gerne in einer speziellen Klinik am Bodensee gehabt, aber dort beträgt die aktuelle Wartezeit 10-12 Monate und darauf habe ich absolut keine Lust. Ich will endlich wieder fit werden - endlich wieder ich! Außerdem hätte man es dann, da Wunschklinik, nicht als Eilantrag stellen können. Also habe ich mich für Variante B entschieden und warte gespannt, in welche Klinik ich komme.

Da ich davon ausgehe, dass „Eilantrag“ auch was mit schnell zu tun hat, fange ich direkt mal an zu shoppen. Ich seh zwar noch nicht wirklich pralle aus, aber das Outfit für die Reha muss passen - so bisschen Tussi bin ich ja doch.

Die Zeit fliegt nur so und Zack sind 6 Wochen rum und ich im Krankengeld. Wahnsinn. So lang war ich noch nie krank und hatte es auch nie vor zu sein, aber das kann man ja leider nicht beeinflussen.

Meine Tage bestehen aus Physio, Massage, üben, Hausarbeit und vor allem: WARTEN!

Wann kommt denn endlich die Zusage für die Reha und wo gehts hin? Da kommt dann wieder der Therapeut durch. Ich möchte schon in ein gutes Haus und nicht irgendwo hin, wo Platz ist. Das ist eben so und ich glaube die Menschen von der Post halten mich mittlerweile für ne arbeitslose Irre, weil ich sie jeden Morgen persönlich an der Tür begrüße.

Generell quälen mich meine üblichen Schmerzen und leider immer noch der Mangel an Appetit...Kampfgewicht -6 kg...so langsam ist das nicht mehr schön.

Und was mich noch quält, sind andere Menschen. Das ist wirklich unglaublich, was sich manche so denken. Von „stell Dich nicht so an“, über eigenen Anekdoten wiiiieee schleeecht es denjenigen ja mit ihrem Schnupfen geht ( ich hab dann mal irgendwann ne Extraportion Mitleid, wenn ich Zeit hab ) bis wertvollen Tipps und Tricks aus dem jeweiligen Erfahrungsschatz ( wahrscheinlich zu viele Artikel diverser Schundblättchen gelesen).

Wie gut, dass es soooo viele schlaue Mitbürger gibt und alle

ham se ein Riesenmaß an Empathie...Ach sorry, Erklärung für genau diese Menschen: Empathie is, wenn man die Bereitschaft oder Fähigkeit zeigt, sich in andere Menschen

einzufühlen...also so wie ihr es macht, nur genau annerst!

Einfach mal die Klappe halten - die schönste Eigenschaft, die Menschen haben können.

Wobei, die gibts ja auch: die Ignoranten. Die Gruppe Mensch, die einen einfach überrennt und nicht ernst nimmt. Die einfach entscheidet, ohne zu fragen und bei denen das Wort „nein“ nicht existiert. Aber wisst ihr was – NÖ, weil ich’s kann. NÖ, NÖ und nochmal NÖ!

Es vergehen weitere zwei Wochen und ich habe nichts von meiner Reha gehört. Eilantrag...Kommt der Sachbearbeiter täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln der...? -wir nennen keine Namen, aber ihr wisst was ich meine.

Ich bin genervt!!!!!!!

Für mich ist das echt verlorene Lebenszeit. Ich warte und warte und warte. Es geht zwar körperlich weiter, aber nur, weil ich seit mittlerweile 8 Wochen mein ganz eigenes Rehaprogramm mache. Weil ich selbst vom Fach bin und an der Quelle sitze, was gute Therapeuten und Übungen betrifft. Was machen denn die Menschen, denen es nicht so geht?! Die warten und sitzen da allein. Und da is meiner Meinung nach ein riesen Fehler im System!

Borreliose -genau dieser Mist hier -der macht ein tägliches auf und ab. Von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt ist Alles dabei. Da musste ein Kämpfer sein. Eine gefestigte Persönlichkeit. Musst Dich selbst immer wieder pushen. Brauchst die Rückendeckung deiner Freunde und Familie, aber auch das hat nicht jeder. Borreliose und ihre Auswirkungen gehen MASSIV an die Psyche und nur wenige erkennen das. Klar, man pfuscht sich so durch, aber innerlich?!

Ihr müsst euch das mal überlegen: Ich fühle mich seit 8 Wochen schlecht...8 Wochen...da brauchst einfach auch mal Sachen, die Dich auf andere Gedanken bringen. Außer zu Hause, Physio und Arzt hat man in der Zeit ja nicht viel gesehen. Wie viele Partys und Geburtstage hab ich verpasst, weil ich nicht in der Lage war hinzugehen. Das is doch alles Scheiße!!

Aber wenn das Leben dir in den Arsch tritt, dann tritt zurück!!

Und plötzlich isse da...die Zusage für meine Reha…und da kullern vor Freude auch ein paar Tränen. 4 Wochen mit Verlängerung seitens der Klinik möglich. Eine Stunde von zu Hause entfernt und eine richtig geile Klinik!!!!!!! Ich bin einfach mega happy!

Ich fühle mich das erste Mal seit Wochen, als ob mir jemand die Last von den Schultern nimmt. Ich weiß, wohin es geht. Ich kann’s planen und auch wenn’s noch knapp 4 Wochen dauert, fühle ich mich endlich wohl. Ja, ich bin ein Planer und muss Alles immer genau wissen. Ich brauch einfach diese Sicherheit und die kann ich jetzt genießen.

Und noch was genieße ich - kleine Auszeiten aus meinem grauen Alltag. Und da kann ich dann auch wieder aus vollem Herzen lachen...Und noch was geht wieder: Zwinkern!!

Generell habe ich sowieso tolle Fortschritte gemacht. Ich kann meinen Arm wieder vollständig bewegen (zwar behäbig, unfassbar schwer und mit einem Gefühl, als würde ich gegen ein Gummiband arbeiten, aber es geht), mein Gesicht gefällt mir wieder -Nur mein Bein...das macht Probleme. Durch die Fehlhaltung und Belastung ist mein Knie ständig dick, geschwollen und blau. Wir tapen es zur Stabilisierung, aber das Ende vom Lied ist das noch nicht. Ich bekomme einfach keinen Druck auf die linke Seite. Ich spüre Alles passiv, kann es aber nicht richtig ansteuern und koordinieren...

ABER, ich muss zufrieden sein. Meine ersten 500m gehend auf dem Laufband habe ich hinter mit und das war eine der schlimmsten Erfahrungen meines Lebens. Viele Fragen sich jetzt, warum, weil das doch ne ganze Menge ist. Ist es auch, aber nicht für jemanden, der ein paar Wochen vorher noch 32km wandern war und 10km joggen konnte. Das ist dann einfach NIX -da fühlt man sich wie der letzte Volldepp. So gehts mir eigentlich immer in der Physio. Rational gesehen is das geil, wenn man Fortschritte macht. Emotional eine Katastrophe, wenn man vorher viel Sport gemacht hat. Nach dieser Erfahrung musste ich auch wirklich erstmal weinen. Das war so der Punkt an dem ich mit voller Wucht gemerkt hab: „Hey, es ist nichts mehr so wie es mal war...“ …bitter...sehr bitter!

Und wie immer auf der Achterbahn kommt nach einem Auf ein Ab. Diesmal keine sanfte Fahrt, sondern so ein richtiges Aufklatschen auf den Boden der Tatsachen.

Ich hatte beim Doc nochmal Blut abgenommen bekommen. Ergebnis: Alles wie vor den Infusionen...Nichts gebracht. Alles genauso. Kein Wunder, dass die Schmerzen und der Schwindel nicht nachlassen…ich nach wie vor Probleme mit Kraft und Gleichgewicht habe...aber ich hab doch Fortschritte gemacht.?!?!?

Ja, hab ich, aber nur, weil mein Gehirn die Funktion der Extremitäten durch andere Areale ausgleicht. Mein Kopf hat quasi gelernt sich den Strom und das passende Kabel woanders anzuzapfen.

Mir reißt es den Boden weg!!!

Der Doc meint, Schuld wäre das Cholesterin. Meine Werte sind top, aber Borrelien lieben das Zeug und Cholesterin liebt Borrelien und weil die sich so mögen, hat das Cholesterin die Borrelien umkapselt und damit konnte kein Stoff der Welt diese Biester zerstören.

Und jetzt???? Ich soll doch bald in die Reha?!

Aber der Doc wär nicht der Doc, wenn er keine Lösung hätte: täglich Cholesterin- Spalter und Antibiose in Tablettenform gegen die Borrelien. Da die Infusionen so belastend waren und dann mein Reha-Antritt gefährdet wäre, ist diese Nummer vom Tisch.

Ich gehe Heim und fühle mich völlig überrumpelt. All die Nebenwirkungen- umsonst. Seit Wochen gequält - umsonst. Ich kann nicht mal weinen. Ich bin in Schockstarre.

Da war ich grad auf nem guten Weg. Konnte wieder lachen und jetzt Alles nochmal neu.

Also gut...auf gehts...ich WILL in diese Reha...!!! Ich hab doch nicht wochenlang umsonst trainiert, bin in der Physio ständig von Wackelbrett und Trampolin gefallen, vom Pezziball gerollt und hab mir blaue Flecken geholt. Ich hab doch keine verdammten Koordinationsübungen gemacht und mit dem Gesicht gebremst, nur damit diese Borrelien jetzt weiter meinen Körper und mein Gehirn zerfressen.

Also direkt dieses Zeug besorgt und rein damit!

*kotz* Dieser Cholesterin-Spalter ist so dermaßen eklig, dass ich Gänsehaut am ganzen Körper bekomme und das soll ich jetzt täglich 2x trinken.

Die erste Nacht habe ich von den Tabletten starke Nebenwirkungen. Kaum drin das Zeug, beginne ich zu lallen, schwanken und gleiche optisch einer übriggebliebene Alkoholleiche auf einer Party.

Und genauso sehe ich auch am Tag danach aus. Hangover deluxe. Tja Schatz, die sexy Frau gibt hier grad ALLES…

In den letzten Wochen ist so Einiges passiert, was einem „Hangover“ gleicht. Ich bin mehrfach die Treppe runter gestürzt, gegen Türrahmen gelaufen, vor verschlossenen Wasserflaschen gescheitert, beim Haare machen verzweifelt, beim Anziehen fast rückwärts umgefallen und noch soooo viel mehr.

Ich hab zum ersten Mal im Leben die einfachsten Dinge nicht mehr namentlich benennen können oder Sachen vergessen. Selbst wenn das nur Kleinigkeiten, wie die Wäsche in der Maschine waren oder, dass ich das halbe Brötchen in die Tüte gesteckt und andere Menschen verdächtigt habe, es gegessen zu haben...das war einfach nicht ich...!

Umso wichtiger waren die Menschen, die mich mit kleinen Nachrichten, Geschenken oder Überraschungen zum Lächeln gebracht haben. Man stößt so viel an seine eigenen Grenzen ...oder bekommt sie von anderen Menschen vor die Nase gehalten:

Hier noch ein paar Anekdoten:

Ich hatte ja schon von meinem Einkaufserlebnis berichtet, aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht den Sturkopf besitzen würde, das Ganze hinzukriegen. Also was hab ich gemacht? Ich bin wöchentlich in den Supermarkt - mit ganz viel Herzbubbern, aber dem Willen es durchzuziehen. Anfangs hat so ein Einkauf locker ne Stunde oder mehr gedauert und selbst dann hatte ich was vergessen und musste nochmal zurück (was ziemlich geil is, wenn laufen echt anstrengend ist). Mittlerweile klappt das wieder deutlich schneller, aber es gibt sie doch immer wieder- unsere überaus herzlichen Mitmenschen...

Erst letzte Woche hatte eine äußerst hektische Dame wohl ein Problem mit meiner Art der Fortbewegung und meinte mich einfach mit dem Karren zur Seite schieben zu müssen. Großartig, wenn man nicht richtig auf beiden Füßen steht und somit nach links ins Regal fällt. Statt einer Entschuldigung gabs einen abfälligen Blick. Hey du, vielleicht liest du das ja, du tust mir seeeehr leid. Dein Leben scheint wirklich ein Desaster zu sein und du auf der Flucht. Chill mal- hilft mir auch.

Dann gibts noch die sogenannten „Kassendrängler“ …ja, es dauert die Ware aufs Band zu legen...ja, es dauert sie wieder in den Wagen zu packen und ja, auch den Geldbeutel aus der Tasche zu kramen...aber es geht nun mal nicht schneller und genervte Aussagen alla „man wieso dauert das denn so lang ?“, machen´s nicht grad leichter meinen Stresspegel unten zu halten. Aber weißte was - irgendwann geh ich mit nem Säckchen Kleingeld einkaufen und sag ich hab’s passend! (Leute, mich selbst nervt das doch am meisten! Ich denke in normalem Tempo, bewege mich aber wie ne Schnecke auf Valium. Ich merke das – ich bin doch nicht blöd!)

Und dann gibts da noch meine Lieblingskategorie „die Wunderheiler“ …Ich muss hier sagen, ich habe absolut nichts gegen alternative Heilmethoden und wenn jemand da seine Bestimmung sieht, finde ich das sensationell. Auch ist es super, wenn diese Menschen anderen Menschen Tipps und Erfahrungen geben wollen. Wenn man aber doch merkt, dass jemand dafür zu dem Zeitpunkt so alles andere als zugänglich ist, dann sollte man auch aufhören zu bohren.

NEIN, ich werde mich nicht auspendeln lassen und dafür massig Geld hinlegen. Nein, ich werde keine Globuli nehmen und es ist mir egal, wem das schon geholfen hat! Ich mache das auf MEINE Weise und erwarte den nötigen Respekt meiner Person gegenüber. Es hilft auch nichts, wenn diese Menschen (und davon kenne ich anscheind mehrere) , mich immer und immer weiter mit diesem Thema bombardieren. Für mich macht’s keinen Sinn nach bestimmter Sternenkonstellation irgendwelche Übungen zu machen.

Ich singe meinen Borrelien ja auch nicht jeden Abend ein Lied vor, damit sie gut schlafen können.

Abschließend kann ich dazu nur sagen: vielleicht leg ich mal nackt in den Regen und lass mich von nem Vogel ankacken- das soll ja bekanntlich Glück bringen.

Generell kämpfe ich mit dem Gedanken, dass es bisher nichts gebracht hat und bin gefrustet, jetzt nochmal diese scheiß Medikamente nehmen zu müssen. Falls sich jemand fragt, wieso ich nie sage, welche genau das sind, dann hat das einen bestimmten Grund: ich möchte nicht, dass jemand Doktor Internet befragt und sich darauf stützt. Jeder Mensch ist anders - jede Borreliose ist anders. Meine Medikamente passen zu mir und es gibt so viele verschiedene Varianten. Sucht euch den Arzt eures Vertrauens und besprecht es individuell! Ich möchte nicht behaupten, dass meine Medikamente DIE ultimative Lösung sind...sind sie nicht...oder hoffentlich für mich. Ich beantworte gern Fragen, schreibt mir! Aber seht meinen Weg nur als eins:

Meine Geschichte soll aufklären und Mut machen. Genau deshalb zeig ich mich auch mit Bildern, die vielleicht nicht grad meine Schokoladenseite kennzeichnen oder erzähle Dinge, wie ein geschwollener Intimbereich, damit sich niemand schämen muss, dem es genauso geht (übrigens- wieder alles prima im Schlüppi). Ich erzähle frei, um anderen Betroffenen die Möglichkeit zu geben, auch frei zu sein. Vielleicht traut sich nicht jeder einfach mal rauszubrüllen, dass grad Alles kacke ist! Nur Mut - es IST kacke und da gibts dann auch kein Wort, was es besser beschreibt. Traut euch darüber zu reden. Seid wachsam, aufgeklärt und vor allem- habt keine Angst!!!

‼️NICHT JEDE ZECKE TRÄGT BORRELIEN‼️

Und selbst wenn, muss das lang nicht diese Auswirkungen haben wie bei mir...

Aber eins ist wichtig: falls ihr Zweifel habt, dann zieht die Zecke (sollte was stecken bleiben, wird der Körper es von alleine rauseitern) und holt euch in der Apotheke einen „Schnelltest“. Kostet ein paar Euro und die Zecke wird überprüft, ob sie was an sich hat. Generell überträgt sie es durch ihren Speichel und je länger sie im Körper steckt, umso mehr Zeit zum Spucken hat sie. Also sucht euch und eure Liebsten nach nem Spaziergang ab und schon ist die Gefahr minimiert. Sollte sich ein Kreis um die Stelle bilden, sofort zum Arzt, aber ihr wisst ja- gibts auch ohne Kreis.

Das mit dem „Schnelltest“ hat die liebe Ärztin, die mir die Zecke gezogen hat, leider nicht gemacht...

Und deswegen kämpf ich mich hier weiter durch. Die neuen Medikamente lassen mich irgendwie nicht ganz so pralle aussehen...

Die letzten Tage waren wieder ein auf und ab...

Sobald ich die Tablette genommen hab, kommt der Mann mit dem Holzhammer und schlägt zu. Und plötzlich wache ich wieder auf aus meinem komatösen Schlaf und stelle fest, dass es erst 4 Uhr morgens ist und ich mich wie überfahren fühle. An schlafen ist dann nicht mehr zu denken und der ganze Tag ist wie ein einziges Dornröschen-Intermezzo - müde, müde und nochmals müde.

Generell habe ich auch keinen Appetit und es macht’s nicht grad besser, vor den Mahlzeiten diese Ekelbrühe trinken zu müssen. Leider habe ich nochmal abgenommen: aktueller Stand -7 kg. So langsam reichts, aber essen ist die reine Qual. Ich versuche es immer wieder mit mehreren kleinen Mahlzeiten am Tag, aber es ist jedes Mal gezwungen.

Zudem plagen mich, mal mehr mal weniger, Schwindel und Kopfschmerzen, extremes Schwitzen und somit mehrfach am Tag duschen und umziehen (das kenn ich schon von den Infusionen, wobei ich da dachte es liegt an der krassen Außentemperatur) ...nö anscheind doch der Superstoff...ich hab so die Schnauze voll davon !! (Duschen bedeutet- mit Hilfe, weil ich sonst umfalle. Also mehrfach am Tag danach fragen, was ich hasse wie nur was).

Aber bald ist Reha und darauf freue ich mich. Endlich mal ein Tagesrhythmus und Aufgaben. Endlich mal das Gefühl es geht weiter. Ich weiß nicht, ob die Borrelien nach dieser Einheit tot sind, aber ich kann wenigstens mein Gehirn trainieren. Es fällt immer wieder auf, dass das nicht mehr wie vorher ist. Apps, die ich vorher neben Fernseh schauen und telefonieren gemacht hab, kosten mich jetzt richtig Konzentration und manchmal steh ich wie der Ochs vorm Berg und komme nicht weiter. Da könnt ich das Handy meterweit schmeißen, aber nützt ja auch nix, wenn ich mich jetzt auch noch um so ein neues Ding kümmern müsste...

Irgendwie fehlt mir grad der Antrieb. Mittlerweile ist es draußen auch nass und kalt geworden. Ich hab den ganzen schönen Sommer verpasst, wobei ich zwischendurch auch jeden Sonnenstrahl mitgenommen habe, sobald es ging.

Aktuell schaffe ich nur meine Tagesaufgabe. Hab ich euch noch gar nicht von erzählt. Wer mich kennt weiß, dass ich zwar sehr diszipliniert sein kann, aber auch echt einen „Schaden“ habe. Ich tanz dann durch die Küche, singe wo ich geh und steh, hab immer einen blöden Spruch auf Lager und spreche fließend sarkastisch in Kombination mit zweideutig. Ich kann eine ganze Nacht auf hohen Schuhen tanzen, ohne einen Tropfen Alkohol und mache peinliche Dinge, die andere nur zum Kopfschütteln bringen. Aber so bin ich eben...verrückt...aber pssst...das sind die Gene...

Joa und da kam eine Freundin auf die Idee: „Tanz Dich doch zurück ins Leben.“ Das schult Bewegung, Koordination und Kraft und baut gleichzeitig Stress ab. Ich habe das meiner Physiotherapeutin erzählt und sie fand den Vorschlag direkt super. Also war die Aufgabe des Tages: ein Lied tanzen. Musik war schnell gefunden -Songs aus Soul und Funk der 70er und 80er. Weils einfach Spaß macht und wisst ihr wer jedes Mal mit macht? Josie - der bekloppteste Seelenhund der Welt.

Und mein Ziel ist ganz einfach: ich gehe tanzen!!! Auf hohen Hacken mit einem geilen Outfit und allen Menschen, dir mit mir Spaß haben wollen. Ich schaffe das!!! Auch wenn ich grad noch nicht so richtig weiß wie, aber das muss - das sagen mir mein Sturkopf und mein Stolz.

Und so gehen wieder die Tage ins Land. Die Nebenwirkungen quälen. Die Laune schwankt zwischen unterirdisch und hysterischem Wahnsinn. Geduld ist wenig und Eigenmotivation ein Kraftakt. Man würd einfach gern schreien. Kennt ihr das, wenn man was absolut nicht will und trotzdem MUSS?! Und das geht seit fast 11 Wochen so. Ich kann mittlerweile jeden so gut verstehen, bei dem immer gesagt wird "du bist so anders geworden"...JA! Ist man- wird man...Ich bin auch anders - genieße mehr die Kleinigkeiten, hab mehr innere Ruhe (weil ichs lernen MUSSTE, um hier durchzukommen), rege mich viel weniger auf. Eigentlich schöne Eigenschaften, wenn der Grund nicht so traurig wär.

Und zu all dem, schlägt man sich noch mit der Bürokratie unseres Landes durch. Formulare für Formulare (so oft war ich im Leben noch nicht auf der Post), Anträge, Bestätigungen, Anrufe. Ich bin seit Woche 6 im Krankengeld, wenn man aber denkt, dass man das einfach so aufm Konto hat, dann denkt man falsch. Die brauchen ständig eine Bestätigung, dass man auch wirklich noch krank ist, da auf der Krankmeldung ein "voraussichtlich bis" steht und es ja durchaus sein kann, dass man wieder arbeiten geht. Also ständig zusätzlich zum Arzt und Bestätigung holen. Und weil das dann ja auch noch zu einfach wäre, telefoniert man noch ein Bisschen hinterher. Klar, man hat ja viiiel Zeit und Nerven - und wer brauch schon Geld.

Aber es kam dann irgendwann...jippi!

Dafür kam das Geld der Zusatzversicherung noch lange nicht. Die streiten lieber bisschen und schieben meine hundert Zettel von links nach rechts. Vielleicht sollt ich denen mal ein paar Fotos schicken oder anrufen, wenn die Laune unterirdisch ist?!

Und dann kriegt man vom Doc gesagt: "ruhig bleiben...entspannen sie sich.". Oh man - würd ich ja gern, aber dann nimm diese dummen Menschen weg und steck die irgendwo hin, wo se mir nicht auf die Nerven gehen!

Alles schlimm genug und man kriegts noch schwerer gemacht.

Ab Montag läuft das Ganze dann ins Übergangsgeld wegen der Reha. Mal schauen was das gibt, aber ich soll ja ruhig bleiben. Vielleicht kauf ich mir so ein "Fluch-Buch" - kennt ihr die? Entspannung durch Malen inklusive netten Flüchen.

Aber - und da kommt mir jetzt mein therapeutisches Wissen zugute-jede Medaille hat zwei Seiten:

Ich habe die letzten Wochen gemerkt, wem ich wichtig bin und wem nicht. Es sind neue Freundschaften entstanden, Bindungen noch fester geworden.

Diese Herzmenschen haben mich immer wieder motiviert, mich zum Lachen gebracht, mir zugehört, mitgeweint und gelitten. Sie waren einfach immer da und es waren auch Menschen, von denen ich so viel Anteilnahme nicht erwartet hätte! Da gab es kleine Überraschungen wie Schokoladen-Limo-Auszeiten, Sonnenblumen, endlosen Mails und Telefonate, Mutmach-Geschenke, Sekt-Crispi Chicken-Mittagessen, Karten, Bücher inklusive Widmungen, lustige Fotos, Besuche, Kaffeeplausch, Marzipanschokolade oder einfach auch nur witzige Anekdoten und Sprüche, die mich an Anderes denken lassen.

Ihr wisst genau wer gemeint ist. Ich DANKE Euch!! ❤ Ihr habt mich so genommen, wie ich war -schief, gelähmt, knatschig, weinend, lachend, hysterisch, schmerzgeprägt, antriebslos, lustig, nachdenklich und manchmal voller Tatendrang über meine Möglichkeiten hinaus. Ich durfte ICH sein und das war und ist mehr wert als jede Medizin...❤❤❤

Und dann sind da ja auch die kleinen glücklichen Momente. Schritt für Schritt. Zwar mit viel Konzentration den Fuß richtig zu belasten und Knie und Hüfte möglichst wenig zu überlasten, aber mit dem besten Support der Welt.

Ja, noch lange nicht wie früher stundenlang durch Wald und Wiesen auf Erkundungstour, aber mehr als am Anfang.

Mein Arm ist völlig zu bewegen, allerdings noch deutlich kraftloser, unkoordinierter und je nach Nackenverspannung mal mit und mal ohne Nervenschmerz (hey liebes Rehateam - Massagen bitte...ganz ganz viele...und Rotlicht...und Fango...und alles, was ihr sonst so habt.)

Mein Kurzzeitgedächtnis is ne Katastrophe, aber ich denke fest, dass das auch massiv an Müdigkeit und Schmerzpegel liegt ...

Appetit - ohne Kommentar.

Schwindel - hui wie schön dreht sich die Welt, wenn ich den Blickwinkel wechsel - beispielsweise Kopf runter und wieder hoch.- geht gar nicht!

Gleichgewicht- ich habs geschafft auf dem linken Bein stehend Luftballon-Tennis zu spielen. Schwankend und ab und zu festhalten bevor man fällt, aber ich habs geschafft.

Aber ich genieße die Zeiten, wenn die Sonne warm auf der Haut scheint (wobei sich das links und rechts unterschiedlich warm anfühlt- ist auch beim Duschen so) und ich einfach mal nichts reden muss. Wisst ihr was krass ist - diese Medikamente töten ja Alles. Schlechte UND gute Bakterien. Deswegen ist das Immunsystem total im Eimer und man hat ständig dieses "Krank"- Gefühl: mal Halsschmerzen, mal Schnupfen, mal einfach bäh...

Und es fällt auf, dass sich Haare und Haut verändern. Wie in der Pubertät - von fettig bis strohiger Friese - alles dabei.

UND ...die werden weiß...!! Die vorher sehr vereinzelten Haare im Granny-Style haben massig Freunde bekommen. Echt jetzt?! Danke lieber Karmagott. Ich bin 35...fühl mich wie 80 und soll jetzt auch so aussehen?! Nö nö, da gibts die liebe A., die färbt zur Not alle wieder schön.

"WIE SIEHST DENN DUUU AUS ??"...ääh ja...Danke auch, ne?!

Eine Frage, die mir die letzten Wochen so oft begegnet ist. Ja, wie seh ich aus?! Scheiße eben. So wie man nach diesem Weg einfach aussieht und ich glaub kaum, dass jemand anderem dabei Glitzer ausm Bobbes kommen würde. Diese Frage ist mittlerweile einfach nur noch verletzend, zeigt aber, dass die Mitmenschen einfach keine Ahnung haben, was es heißt Borreliose zu haben. Das ist in deren Gehirn gleichgesetzt mit Schnupfen und der ist ja bekanntlich nach ein paar Tagen weg. Schade und genau deswegen schreib ich das hier. JA, man sieht scheiße aus - ABER DAS IST LEGITIM!!! Irgendwann kommt der Punkt, da seh ich wieder aus wie früher. Der Teufel in mir sagt: „Geh hin und bring denselben Spruch" ...der Engel sagt: „Vergiss es einfach und geh deinen Weg.“…wer gewinnt weiß ich noch nicht...Aber aktuell sind genau DAS die Aussagen, die kein Mensch braucht!

Und heut beginnt der Tag mal wieder mit Behörden und ner Menge Nervenstress. Klar, die interessiert ja nicht, dass mein Kopf so groß wie ein Rathaus ist und die Tabletten gestern neben Achterbahn auch massive Übelkeit hervorgebracht haben. Und bitte mal nicht so anstellen -nach wochenlanger 4-Stunden-Nacht, kann man doch die überaus motivierte Dame im Kundencenter vielleicht auch noch bisschen überzeugen, mehr Spaß an der Arbeit zu haben. Weiterhelfen konnte sie dann auch nicht und gewusst hat se genauso viel. Also wieder meiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen und beim Arzt das Formular ausfüllen lassen, welches neben meinem eigens auszufüllenden Formularen dann wieder zu meinen neuen Freunden auf die Post gebracht werden muss. Und für was?! Damit ich mein Geld von der Zusatzversicherung bekomme. Und weil das soooo schön ist, möchten die das auch während meiner Reha immer wieder...äh Leute...ich bin da nicht zu Hause und stelle sicher keinen Nachsendeantrag. Aber die Dame vom Kundencenter ist ja ne pfiffige und hat DIE ultimative Idee: „Kopieren sie das Formular doch paar Mal und dann senden Sie es uns immer wieder zu." ...HÄ???? GEHTS NOCH!!! Ähm, nö!

Dann isser plötzlich da - der Tag, an dem es anfängt, dass man Häkchen hinter Dinge setzt...

Die letzte Physio: seltsames Gefühl. Die Stunden mit S. waren die letzten 11 Wochen meine absolute Konstante. Wir haben so viele Übungen zur Kraft und Koordination gemacht, Wahrnehmung und Überkreuzung der Hirnhälften geschult, Gleichgewicht und Konzentration auf den Körper erarbeitet. Wir haben Laufband, Pezziball, Matte, Swingstick, Trampolin, Wackelbretter, Luftballon-Tennis, Bälle und Gewichtssäckchen benutzt. Sie hat mir mehrfach mein geschädigtes Knie getaped, mir Mut gemacht, mich motiviert, mich zum Lachen gebracht. Ich habe viel gekämpft, geschwitzt und platt danach im Bett gelegen. Es waren einfach die schönsten Momente, weil ich aktiv sein konnte und ich wenigstens ein bisschen Kontrolle über meinen Körper hatte.

Die letzte Tablette: ein letztes Mal Karussell fahren. Übelkeit – schwanken – lallen – weinen - eine kurze Nacht – Schwindel - Schmerzen.

Hoffentlich!!! Der nächste Test folgt erst nach der Reha und bis dahin muss ich mit der Hoffnung leben, dass es was gebracht hat, alle Borrelien tot sind und ich’s geschafft hab!! Ansonsten wird es von vorne anfangen- wieder mal...und ganz ehrlich?! Da hab ich so absolut KEINEN Bock drauf!!!