Blinder Feind - Jeffery Deaver - E-Book
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Beschreibung

Am Anfang steht der TodNoch vor wenigen Stunden ahnte die New Yorker Büroangestellte Gabriela McKenzie nicht, dass ihr Leben bald einem Alptraum gleichen würde. Doch jetzt ist ihr Chef verschwunden, und ein skrupelloser Gangster verlangt von ihr eine halbe Million Dollar und die Herausgabe der mysteriösen »Oktoberliste« – sonst stirbt ihre kleine Tochter. Helfen kann Gabriela nur der attraktive Daniel Reardon, der Erfahrung mit Entführungsfällen hat. Kurze Zeit später befinden sich die beiden auf der Flucht – und niemand weiß, wer am Ende mit dem Leben davonkommen wird …

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EPUB
MOBI

Seitenzahl:312


Buch

Als Gabriela McKenzie, Büroleiterin einer kleinen New Yorker Investmentfirma, eines Morgens in der Arbeit eintrifft, muss sie feststellen, dass ihr Chef spurlos verschwunden ist und offenbar große Geldsummen von Investoren hat mitgehen lassen. Nur wenig später verwandelt sich ihr Leben in einen Albtraum, denn ein Mann namens Joseph teilt ihr mit, dass er ihre kleine Tochter in seiner Gewalt habe. Er verlangt von Gabriela eine halbe Million Dollar und eine mysteriöse Liste mit streng vertraulichen Namen und Daten – die Oktoberliste –, wenn sie Sarah lebendig wiedersehen will. Die Lage scheint aussichtslos – wie soll Gabriela Josephs unmögliche Forderungen erfüllen? Doch in einer Hotelbar lernt sie durch Zufall den attraktiven Daniel Reardon kennen. Er hat Erfahrung mit solchen Fällen, da er bereits zahlreiche Verhandlungen mit Entführern geführt hat, um die Freilassung von im Ausland gekidnappten Geschäftsleuten zu erwirken, und er hat Freunde, die er ebenfalls für Gabrielas Schutz mobilisiert. Auf der Flucht vor der Polizei, die keinesfalls von der Entführung erfahren darf, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um die Oktoberliste zu finden, Gabrielas Tochter zu retten und den unbekannten Feind zur Strecke zu bringen.

Autor

Jeffery Deaver, Jahrgang 1950, hat sich seit seinem großen Erfolg als Schriftsteller aus seinem Beruf als Rechtsanwalt zurückgezogen und lebt nun abwechselnd in North Carolina und Kalifornien. Für seine Romane – die in 150 Ländern erscheinen und bislang in 25 Sprachen übersetzt wurden – wurde Deaver mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Ian Fleming Steel Dagger der »Crime Writers Association of Great Britain«. Die Verfilmung seines ursprünglich unter dem Titel Die Assistentin erschienenen Romans Der Knochenjäger mit Denzel Washington und Angelina Jolie war ein weltweiter Kinoerfolg. Sowohl Jeffery Deavers Thriller um das Ermittlerpaar Lincoln Rhyme und Amelia Sachs als auch die Reihe um die Kinesikspezialistin Kathryn Dance erfreuen sich einer riesigen Fangemeinde.

Jeffery Deaver

Blinder Feind

Ein rückwärts erzählter Thriller

Mit Fotografien des Autors

Deutsch von Fred Kinzel

Die Originalausgabe erschien 2013

unter dem Titel The October List

bei Grand Central, New York.

1. Auflage

Taschenbuchausgabe Februar 2015

bei Blanvalet, einem Unternehmen der

Verlagsgruppe Random House GmbH, München

Copyright © Jeffery Deaver, 2013

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe 2015

by Blanvalet, in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München

Fotografien im Buch © Jeffery Deaver

Umschlaggestaltung: www.buerosued.de

Umschlagmotiv: Getty Images/Photographer’s Choice/David Muir

AF · Herstellung: sam

Satz: Buch-Werkstatt GmbH, Bad Aibling

ISBN: 978-3-641-14535-4

www.blanvalet.de

Das Leben lässt sich nur rückwärts verstehen,

doch es muss vorwärts gelebt werden

Søren Kierkegaard

Kapitel 36

Sonntag, 18.30 Uhr

Sie stand am Fenster der Wohnung in Manhattan und spähte durch einen Schlitz im Vorhang. Ihre Hände zitterten.

»Sehen Sie jemanden?«, fragte der Mann auf der anderen Seite des Zimmers. Seine Stimme klang nervös.

»Ich bin mir nicht sicher. Vielleicht.« Gabriela zog die dicken Stoffbahnen zusammen, als fürchtete sie, jemand könnte die Fenster mit einem Fernglas absuchen. Oder mit dem Zielfernrohr eines Scharfschützengewehrs. Ihre Körperhaltung war angespannt. »Natürlich habe ich vorhin auch niemanden gesehen. Bis es zu spät war.« Sie murmelte erregt vor sich hin. »Ich wünschte, ich hätte eine Waffe. Ich würde sie benutzen. Wenn da jemand ist, ich schwöre bei Gott, ich würde sie benutzen.«

»Aber wer sollte da sein?«, fragte Sam Easton.

Sie wandte sich vom Fenster ab und trat rasch einen Schritt auf ihn zu. »Wer? Es könnte jeder sein. Wie es aussieht, will wirklich alle Welt diese verdammte Oktoberliste haben!«

»Woher sollte jemand wissen, dass Sie hier sind?«

Gabriela lachte bitter. »Ich scheine keinerlei Geheimnisse mehr zu haben.« Sie zögerte, dann spähte sie widerstrebend erneut nach draußen. »Ich kann es einfach nicht sagen. Ich dachte, da wäre jemand. Aber im nächsten Augenblick war er verschwunden. Ich …« Sie flüsterte plötzlich wie von Sinnen: »Der Riegel!«

Sam legte den Kopf schief und sah sie an.

Mit vor Schreck weit aufgerissenen Augen fragte Gabriela: »Habe ich ihn vorgeschoben?« Sie lief rasch aus dem Wohnzimmer in den Flur hinaus und kam einen Augenblick später zurück. »Nein, alles in Ordnung. Es ist abgesperrt.«

Sam nahm nun ihren Platz am Fenster ein und sah hinaus. »Ich sehe Schatten, ich sehe Bewegung. Aber ich bin mir nicht sicher. Könnte eine Person sein, könnte auch nur ein Baum sein, der sich im Wind bewegt. Die verdammte Straßenlaterne vor dem Gebäude brennt nicht.« Er warf Gabriela einen Blick zu. »Hat sie zuvor funktioniert?«

»Ich weiß nicht«, sagte sie. »Kann sein. Wie könnte jemand eine Straßenlaterne abschalten?«

Sam antwortete nicht. Er entfernte sich ebenfalls von dem Schlitz zwischen den Vorhängen, durchquerte das Zimmer und setzte sich auf einen gepolsterten Lederhocker nicht weit von ihr. Sie hatte zuvor schon bemerkt, dass er gut in Form war, aber nicht so deutlich gesehen, wie schlank seine Hüften, wie breit seine Schultern waren. Sein Sakko und das weiße Hemd spannten über den Muskeln.

»Herrgott, wie ich das hasse!«, tobte Gabriela. »Sarah … was macht sie durch? Was denkt sie? Was …?« Die Stimme versagte ihr. Dann atmete sie langsam aus und ein. »Wie lange noch, glauben Sie, bis wir Bescheid wissen?« Daniel und Andrew waren vor etwa einer halben Stunde aufgebrochen, um Joseph zu treffen.

Sie wischte sich einen Tropfen Blut von der Unterlippe.

»Schwer zu sagen«, antwortete Sam. »Joseph verfolgt seine eigenen Absichten. Als … Er ist in der Position, in der er so ziemlich alles bestimmen kann.«

Gabriela wusste, er hatte »als Entführer« sagen wollen, dann aber offenbar beschlossen, sie nicht weiter dadurch aufzuregen, dass er es aussprach.

Gabriela atmete langsam aus und drückte gegen ihren Brustkorb. Sie stöhnte leise. »Ich hasse diese Warterei.«

»Die beiden kriegen das schon hin«, sagte Sam unbeholfen.

»Ja, meinen Sie?«, fragte sie flüsternd. »Joseph ist ein Verrückter. Unberechenbar. Ich habe keine Ahnung, was er tun wird.«

Schweigen legte sich wie ein Nebel auf den schwach beleuchteten Raum, ein von zwei Fremden erzeugtes Schweigen, die darauf warteten, etwas über das Schicksal eines Kindes zu erfahren.

»Wann genau ist es passiert?«, fragte Sam. Sein Anzug war nicht zugeknöpft, das Hemd, das er ohne Krawatte trug, war gestärkt und glatt wie Spachtelmasse.

»Wann Joseph sie entführt hat?«, fragte Gabriela. Sie scheute sich nicht, das Wort zu benutzen. »Gestern. Samstagvormittag.«

Eine Ewigkeit her. Das war der Ausdruck, der ihr in den Sinn gekommen war, aber sie benutzte ihn nicht vor diesem Mann, den sie erst seit ein paar Stunden kannte.

»Und wie alt ist Sarah?«

»Sechs«, antwortete Gabriela. »Sie ist erst sechs.«

»Großer Gott.« Sams längliches, steintrockenes Gesicht ließ Abscheu erkennen. Er hatte ein Gesicht, das älter war als das der meisten Männer Mitte dreißig. Sein Unterkiefer bebte.

Gabriela nickte, ein Zeichen der Dankbarkeit für die Anteilnahme. »Ich hasse Sonntage«, sagte sie nach einer Pause.

»Ich weiß, was Sie meinen.« Sam ließ den Blick wieder auf ihr ruhen. Die neue schwarze Jeans, die sie auf der Flucht gekauft hatte, während sie mit Daniel durch die Straßen New Yorks gehetzt wurde. Sie saß schlecht. Ein unförmiges, unvorteilhaftes dunkelblaues T-Shirt. Er hatte ihr zerzaustes kastanienbraunes Haar bemerkt und ein hageres Gesicht, dessen Make-up längst durch Tränen zerflossen war. Er ließ den Blick auch über ihre schmalen Hüften und den üppigen Busen wandern, hatte aber erkennbar kein sinnliches Interesse. Wie immer seine Vorlieben oder sein Beziehungsstatus aussehen mögen, dachte Gabriela, ich stehe bestimmt nicht sehr gut da.

Sie stand auf und ging in die Ecke des Zimmers zu einem schwarzen Rucksack, an dem noch das Preisschild baumelte. Sie öffnete ihn, entnahm ihm eine kleinere Sporttasche und holte aus dieser ein Knäuel Strickwolle, ein paar Nadeln und das Teil, an dem sie gerade arbeitete. Die Fäden waren tief grün und blau …

Der Widerhall einer Liedzeile.

Es war eins ihrer Lieblingslieder.

Gabriela setzte sich wieder in den schäbigen purpurnen Plüschsessel in der Mitte des Zimmers. Ihre Augen waren gerötet, ihre Haltung ließ Angst erkennen. Sie hielt die Wolle zwar in den Händen, aber noch begann sie nicht mit der rhythmischen, tröstlichen und so vertrauten Bewegung der roten Stricknadeln. Sie betupfte den Mund mit einem Papiertaschentuch. Betrachtete das Tuch, das weiß wie feinstes Leinen war, aber jetzt rot gefleckt. Die Nagelpolitur an ihren Fingern hatte einen ähnlichen Farbton.

Dann – klapper, klapper, klapper– strickte Gabriela fünf Reihen. Sie hustete mehrmals, hielt sich die Seite unterhalb der rechten Brust und schloss kurz die Augen. Sie schmeckte Blut, es schmeckte salzig, bitter, nach Kupfer.

Die Stirn sorgenvoll gefurcht, fragte Sam: »Sollten Sie nicht eine Notaufnahme aufsuchen, wenn es so blutet? Es sieht aus, als wäre es schlimmer geworden.«

Gabriela lachte kurz auf. »Das wäre wahrscheinlich keine gute Idee. Hat Daniel Ihnen nicht gesagt, was heute Nachmittag passiert ist?«

»Ach so, natürlich. Daran habe ich nicht gedacht.«

»Ich werde damit leben müssen, bis ich Sarah zurückhabe. Dann lasse ich alles untersuchen. Höchstwahrscheinlich im Gefängniskrankenhaus.« Ein höhnisches Grinsen begleitete die letzte Bemerkung.

Sie sah sich wieder in dem Apartment um. Als sie vor zwei Stunden mit Daniel eingetroffen war, war sie so in Gedanken gewesen, dass ihr kaum etwas aufgefallen war. Davon abgesehen, dass die Wohnung mit abgenutzten Möbeln vollgestellt war und etwas Provisorisches verströmte, war sie düster, vor allem jetzt in der Dämmerung. Vermutlich war diese Atmosphäre auf die hohen Decken, die kleinen Zimmer und die graue Tapete zurückzuführen, die mit winzigen blassen Blumen bedruckt war. Ihr Blick ging zu dem schmiedeeisernen Kaffeetisch in der Mitte des Zimmers. Mit seinen spitzen Rändern sah er aus wie eine Waffe aus einem Science-Fiction-Film.

Schmerz…

Der Tisch machte sie hochnervös. Aber wie so oft in den beiden vergangenen Tagen dachte sie: dein Ziel. Alles, woran du denken solltest, ist dein Ziel.

Sarah. Sarah zu retten ist dein einziges Ziel. Denk daran, denk daran, denk daran.

Sie wandte sich an Sam. »Arbeiten Sie viel mit Daniel?«, fragte sie.

»Wir unterhalten seit fast sieben Jahren eine Beziehung mit ihm und dem Norwalk Fund«, erwiderte Sam.

»Wie viele Leute haben ihm schon gesagt, dass er wie dieser Schauspieler aussieht?« Sie dachte an Freitagabend zurück – konnte es wirklich erst zwei Tage her sein? –, als sie Daniel kennengelernt hatte. Dann dachte sie an später am Abend, an seine feuchte Stirn und darunter die blauen Augen, die zugleich entspannt und intensiv blickten.

»Sehr viele«, sagte Sam und rieb sich den kahlen glänzenden Schädel. »Ich selbst werde nicht oft gefragt, ob ich dieser oder jener Schauspieler bin.« Er lachte. Vielleicht hatte er doch so etwas wie Humor.

»Und der Chef Ihrer Firma, Andrew – wie war sein Nachname gleich noch?«

»Faraday.«

»Ein faszinierender Mann«, sagte Gabriela. »Ich habe noch nie gehört, dass sich jemand auf so etwas spezialisiert.«

»Es gibt nicht viele Unternehmen, die das tun, was wir tun. Er hat sich einen Namen gemacht. Reist überall auf der Welt herum. Fliegt mindestens hunderttausend Meilen im Jahr.«

Sie strickte eine weitere Reihe Blau und Grün. Klapper, klapper.

»Und Ihr Job, Sam?«

»Ich bin jemand, der im Hintergrund wirkt. Der Einsatzleiter des Unternehmens.«

»Wie ich«, sagte sie. »Ich manage das Büro meiner Firma und …« Sie verstummte und stieß ein freudloses Lachen aus. »Ich habe es gemanagt. Bevor das alles passiert ist.« Sie seufzte, tupfte sich erneut den Mund ab und untersuchte das Taschentuch, dann strickte sie weiter, als hätte sie es einfach satt, schlechte Nachrichten zu erhalten. Sie sah Sam spöttisch an. »Und Babysitter gehört zu Ihrer Aufgabenbeschreibung?«

Er öffnete den Mund, wie um zu protestieren, aber dann grinste er nur. »War es so offensichtlich?«

»Es gab nur einen vernünftigen Grund, Sie in die Geschichte mit hineinzuziehen: Sie sollen dafür sorgen, dass ich den beiden nicht in die Quere komme.«

»Daniel und Andrew verhandeln mit einem Kidnapper über die Freigabe Ihrer Tochter. Was würden Sie tun, wenn Sie dabei wären?«

Sie zuckte mit den Achseln. »Joseph verdammt noch mal die Augen auskratzen.«

»Genau das hat sich Daniel auch gedacht. Besser, wenn Sie hierbleiben.«

»Und falls ich mich davonschleichen wollte, um an dem Treffen teilzunehmen, wie würden Sie mich aufhalten?«

»Ich würde wahrscheinlich betteln.«

Sie lachte.

»Was wissen Sie über Joseph?«, fragte Sam.

Das Lächeln verschwand wie Wasser auf ausgedörrter Erde. »Er ist ein Monster, ein Sadist.« Sie warf einen Blick zu der Drogerietasche, hinter deren weißem Kunststoff ein Blutfleck erkennbar war.

Sam bemerkte ihn ebenfalls. »Daniel hat mir davon erzählt. Unglaublich. Wer tut so etwas?«

Sie schloss kurz die Augen und furchte die Stirn. »Joseph ist groß und einschüchternd. Ein Tyrann, ein Schläger. Aber wissen Sie, was noch schlimmer ist? Er hat diese verrückte Seite an sich. Sein Haarschnitt etwa. Er hat sehr dichtes blondes Lockenhaar, und er fettet es ein oder macht sonst was damit. Es ist unheimlich. Er grinst viel. Und er hat – wie soll ich sagen? – er hat so einen Tonfall drauf beim Sprechen. Sie haben ihn über die Telefonlautsprecher gehört. Dieses Höhnische und übertrieben Fröhliche.«

»Wissen Sie, wie er sich anhörte? Wie diese Figur aus einem der Batman-Filme. Die von Heath Ledger gespielt wurde.«

»Ja, Sie haben recht. Genau. Der Joker.«

Plötzlich ballten sich Gabrielas Fäuste um ihr Strickzeug, als wollte sie das angefangene Teil zerreißen. Nach einem Moment war es dann, als würde die Luft aus ihr entweichen, sie ließ den Kopf und die Schultern hängen. »Himmel, was für ein Albtraum, dieses Wochenende.« Ein armseliges Lächeln trat auf ihre Lippen. »Vor zwei Tagen war ich eine Mutter mit einer Arbeit, die mir Freude machte. Ich hatte Daniel gerade kennengelernt, und es hat wirklich gefunkt zwischen uns. Und jetzt? Meine Tochter wurde entführt. Daniel und Ihr Boss sind womöglich auf dem Weg, erschossen zu werden. Die Polizei ist hinter mir her, und ich habe … ich habe heute ein paar schreckliche Dinge getan. O Gott …«

Sie wies mit einem Kopfnicken in Richtung Fenster. »Und offenbar ist Joseph nicht der Einzige, um den wir uns Sorgen machen müssen. Diese gottverdammte Oktoberliste. Warum musste sie ausgerechnet mir in den Schoß fallen?«

»Es wird alles gut«, sagte Sam, aber sie wussten beide, dass es lediglich eine Floskel war.

Nach einem Moment fragte Gabriela: »Warum tut Daniel das alles für mich? Jeder andere wäre längst abgehauen.«

»Warum? Er hat ein persönliches Interesse an den Geschehnissen.«

»Welches?«

»Sie.«

»Mich?«

Sam lächelte. »Er mag Sie. Das hat er mir jedenfalls gesagt … Und er hat gesagt, ich soll es Ihnen nicht verraten.«

Sie stellte sich Daniels kurz geschnittenes schwarzes Haar vor, sein markantes Kinn, die funkelnden blauen Augen.

Der Schauspieler…

Sie spürte das Kribbeln tief in ihrem Bauch. Sie hatte eine Erinnerung von seinen Lippen auf ihren, von der Nähe seines Körpers. Wie er roch, wie er schmeckte. Die Feuchtigkeit auf seiner Stirn und auf ihrer. »Ich mag ihn auch.«

»Die Sache ist die«, sagte Sam und beugte sich auf seinem Lederhocker nach vorn. »Klar ist, Daniel sieht gut aus, er ist reich und ein netter Kerl. Viele Frauen bemerken das und denken: Jackpot. Aber es interessiert sie nicht, wer er in seinem Innersten ist. Nichts verbindet sie mit ihm. Daniel sagte, bei Ihnen und ihm hat es gefunkt, bevor Sie wussten, dass er das Boot, die schicken Autos und das viele Geld hat.«

»Ja, unsere erste Begegnung war nicht gerade die romantischste in der Geschichte der Beziehungen zwischen zwei Menschen.« Sie sah Sam vorsichtig an. »Okay, er mag mich. Aber er tut das alles auch wegen der Sache, die in New Hampshire passiert ist, oder?«

»Er hat Ihnen davon erzählt?« Sam wirkte überrascht.

»Das hat er, ja. Klang ziemlich übel.«

Ein Nicken. »O ja. Hat seine ganze Sicht auf das Leben verändert. Und es stimmt, wahrscheinlich ist das wirklich einer der Gründe, warum er Ihnen hilft. Eine Art Wiedergutmachung für das, was passiert ist. Das war hart. Mit seinen Kindern mittendrin und allem.«

»Ja.«

»Daniel erzählt nicht jedem von New Hampshire. Eigentlich kaum jemandem.«

Sie blickte auf ihr Strickzeug, auf das Geflecht aus Farben. »Es ist so verdammt riskant, was er und Andrew tun. Sie haben es heruntergespielt, aber …« Sie zog ihr Handy aus der Tasche des Sweatshirts, blickte auf das Display und steckte es wieder ein.

»Und?«

»Nichts.« Ein Seufzen. Sie stand auf, ging zur Bar und schenkte sich Rotwein ein. Sah Sam an und zog die Augenbrauen in die Höhe. Sam nickte. Sie füllte ein Glas für ihn und ging damit zur Couch zurück. Sie tranken einen Schluck. Kein Anstoßen und kein Trinkspruch natürlich. Nicht jetzt.

Gabriela setzte sich und führte das Glas zum Mund, doch dann trank sie nicht, sondern atmete hörbar aus.

»Alles in Ordnung?«, fragte Sam.

Mit tief gefurchter Stirn betrachtete sie einen Zeitungsartikel auf dem Alien-Kaffeetisch und schoss mit einem Ruck nach vorn.

»Mein Gott«, sagte sie.

»Was ist?«

Sie blickte auf, die Augen groß wie Münzen. »Ich weiß, was es ist.«

Er sah sie fragend an.

»Die Oktoberliste, Sam.« Sie schob ihm die New York Times hinüber. Er hob sie auf. »Ich weiß, was es bedeutet!«, fuhr sie fort. »Die Hinweise waren die ganze Zeit da. Ich habe nur den Zusammenhang nicht hergestellt.« Sie senkte die Stimme. »Es ist schlimm, Sam. Was passieren wird, ist wirklich schlimm.«

Doch bevor sie noch etwas sagen konnte, ertönte ein Geräusch aus dem Flur: ein Klicken, gefolgt von den markanten melodischen Tönen der quietschenden Wohnungstür. O-oh, hoch-tief. Ein Luftzug.

Gabriela stand rasch auf. Sam Easton drehte sich mit seinem Weinglas in der einen Hand und der Zeitung in der anderen in Richtung Flur um.

»Geht es meiner Tochter gut?«, rief Gabriela. »Bitte sagt es mir. Geht es meiner Tochter gut?«

Ein Mann trat rasch ins Zimmer. Aber es war weder Daniel Reardon noch Andrew Faraday, die von der Mission zur Rettung ihrer Tochter zurückkehrten.

Joseph trug eine schwarze Jacke, Handschuhe und eine gelb getönte Fliegerbrille. Sein glänzendes goldenes Lockenhaar hing ihm halb über die Ohren.

Er hielt eine Pistole in der Hand, deren Mündung in einem klobigen Schalldämpfer aus gebürstetem Metall endete.

»Nein!«, stieß Gabriela hervor und warf einen Blick zu Sam.

Nachdem Joseph rasch den Raum überflogen hatte, wandte er sich ihnen zu und hob beinahe spielerisch die Waffe.

Kapitel 35

Sonntag, 17.50 Uhr

Vierzig Minuten früher

Das Lagerhaus war noch genauso, wie er es am Freitag verlassen hatte, als er hier gewesen war, um Vorbereitungen zu treffen.

Feuchte Ziegelwände, bedeckt mit abblätternder hellgrüner Farbe, der Geruch von Reinigungsmitteldämpfen und Öl, Pestiziden und Rost, das unfreundliche Neonlicht. Eine der Lampe begann zu flackern, und Joseph stand von dem Tisch auf, an dem er gesessen hatte, holte einen verklebten Wischmopp aus der Ecke und zertrümmerte mit dem Ende des Stiels die störende Röhre. Es gab nichts, was stabil genug gewesen wäre, damit er sich hätte daraufstellen können, um die Neonröhre herauszuschrauben. Scherben fielen herab, Staub auch. Das Geräusch des brechenden Glases war ein Wohlklang für ihn.

Das Gebäude hier ähnelte dem, wo er in der Nacht zuvor seine kleine Operation durchgeführt hatte, dem Lagerhaus in der Nähe des Times Square. Hier in SoHo bestand Nachfrage nach gewerblichem Raum, der sich in Privatwohnungen verwandeln ließ – zu astronomischen Summen natürlich. Dieses spezielle Gebäude hier würde wahrscheinlich nie umgewandelt werden. Es gab keine Fenster. Schlecht für den Verkauf an Anwälte und Broker, die es schick haben wollten. Gut jedoch für Josephs Zwecke. Tatsächlich konnte er noch eine schwache Spur dunkelbrauner Spritzer auf dem Boden erkennen. Vor mehreren Monaten waren diese Verfärbungen leuchtend rot gewesen. Der Mann hatte Joseph schließlich erzählt, was er wissen wollte.

Massive Ziegelwände, die Schreie wirksam schluckten.

Ehe er zu seinem Stuhl zurückkehrte, ging er zu dem Heizkörper und drehte ihn auf. Schimmlig riechende Luft kam aus den Lüftungsschlitzen. Lauwarm. Dennoch behielt er die Handschuhe aus dünnem fleischfarbenem Stoff an. Nicht wegen der Wärme jedoch. Der Zwang der professionellen Gewohnheit. Joseph erinnerte sich an viele Gelegenheiten, bei denen er in sommerlicher Hitze solche Handschuhe getragen hatte.

Er setzte sich wieder auf den Stuhl, über dessen Rückenlehne er seine Lederjacke gehängt hatte. Dann nahm er die Baseballmütze ab und rieb sich die dichten goldenen Löckchen, ehe er in die mitgebrachte Tasche griff und den auffälligen grünen Karton mit Dom Pérignon herausnahm. Schließlich zog er noch zwei Mobiltelefone aus der Tasche – sein eigenes iPhone und das Gerät, das er aus derselben Wohnung mitgenommen hatte, aus der der verpackte Champagner stammte. Sein Handy legte er auf den Tisch. Das andere sah er durch – wobei er wegen der Handschuhe nur leicht unbeholfen scrollen konnte – und registrierte die Telefonnummern und SMS.

Joseph legte das Samsung beiseite, streckte die Beine aus und sah auf die Uhr. Er würde nicht lange warten müssen. Das war gut. Er war angespannt. In solchen Momenten war man immer nervös. Man musste es sein. Er hatte einen Haufen Männer gekannt, die entspannt waren, als sie es besser nicht gewesen wären. Sie waren jetzt tot oder hatten sich sehr, sehr stark zu ihrem Nachteil verändert.

Doch Adrenalin allein brachte einen noch nicht ans Ziel.

Er warf einen Blick zu der Tür auf der Rückseite der Lagerhalle, die mit einem schweren Vorhängeschloss gesichert war. Sie führte zu einer kleinen Abstellkammer. Warmes gelbes Licht strömte unter der Tür hervor. Man hörte die DVD mit der Kinderserie Dora the Explorer.

»Hey, Boots! Lass uns mal da rübergehen!«

Joseph sah erneut zu dem Karton mit dem Champagner, der auf einer Seite von Blutflecken verunstaltet wurde. Sechs Punkte in einer Reihe wie ein Teil des Morse-Codes für SOS. Er wusste um das Renommee von Dom Pérignon, auch wenn er noch nie welchen getrunken hatte. Das erinnerte ihn daran, dass er durstig war. Er stand auf und ging, steifbeinig von der Kälte, zu einem Küchenschrank in der Ecke des Lagerhauses, wo er eine Flasche seines Spezialgebräus verstaut hatte. Er schraubte den Drehverschluss ab und trank durstig fast die Hälfte des Inhalts aus. Fühlte ihn tröstlich durch seine Kehle rinnen.

Langsam, ermahnte er sich.

Aber dann kippte er den Rest hinunter.

Er wischte sich mit dem Ärmel über den Mund und stellte die Flasche auf den Tisch. Er würde sie natürlich mitnehmen, wenn er ging, nachdem er das Glas mit seiner verräterischen DNA blank poliert hatte.

Dann ließ Joseph seine schwere Gestalt wieder auf den Stuhl sinken und zuckte wegen eines heftigen Schmerzes in seiner Hüfte zusammen. Er griff in seine Jackentasche und holte die Neun-Millimeter-Glock hervor, ließ das Magazin herausspringen und ersetzte die beiden Kugeln, die er vor nicht allzu langer Zeit abgefeuert hatte. Er dachte an die Augen des Opfers, die ihn schockiert angesehen hatten – zu betäubt, um sich auch nur zu fürchten. Immer merkwürdig, diese Augenblicke, bevor die Waffe losging. Die Leute verhielten sich auf die verrückteste Weise. Heldenhaft, erbärmlich, sogar gleichgültig. Er hätte ein Buch darüber schreiben können.

Joseph legte die Waffe auf den Tisch und fischte den Schalldämpfer hervor, überprüfte, ob er nicht blockiert war, und schraubte ihn auf die Mündung. Dann steckte er sich die Waffe in den Hosenbund.

Er sah auf seine Uhr. Die Frist lief in zwei Minuten ab. Er fragte sich, ob …

Ein kräftiges Klopfen ertönte von der vorsintflutlichen Tür.

Ein Blick durch das Guckloch, das er gestern installiert hatte. Daniel Reardon und ein distinguiert aussehender Geschäftsmann. Joseph schlug leicht an den Griff seiner Waffe, um sich genau daran zu erinnern, wo sie an seinem Körper saß. Dann schob er den Türriegel zurück.

Kapitel 34

Sonntag, 16.00 Uhr

Eine Stunde und fünfzig Minuten früher

Im Wohnzimmer der Wohnung machte Daniel Reardon die Anwesenden miteinander bekannt. »Das ist Gabriela McKenzie.«

»Andrew Faraday«, sagte der ältere der beiden Männer, die eben hereingekommen waren. »Sam Easton«, stellte sich der zweite Mann vor.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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