Blutrote Küsse - Jeaniene Frost - E-Book

Blutrote Küsse E-Book

Jeaniene Frost

4,8
6,99 €

Beschreibung

Düster, gefährlich, erotisch

Eine coole Vampirjägerin, jede Menge Action und eine schier unmögliche Liebe …

Da war er, der Pakt mit dem Teufel! Der Vampir schaute sie verführerisch und bedrohlich zugleich an. Wenn sie sein Angebot ablehnte, wäre für ihn Happy Hour und sie der Drink. Wenn sie zustimmte, würde sie jedoch ein Bündnis mit dem absolut Bösen eingehen ...

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Seitenzahl: 559

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Buch

Cat ist eine Halbvampirin und wurde zu bedingungslosem Hass auf alle Blutsauger erzogen. Seit sie alt genug ist, geht sie mit Halbwissen, das aus Filmen und Romanen stammt, auf die Jagd nach den Untoten – mit überraschendem Erfolg!

Doch dann begegnet sie Bones, einem Vampir, der ihre Welt auf den Kopf stellt. Nicht nur, dass er das gewisse Etwas zu haben scheint. Er macht auch noch selbst Jagd auf Vampire. Ist es möglich, dass nicht alle Blutsauger böse sind? Ganz sicher ist sich Cat da nicht, doch vorsichtshalber willigt sie ein, als er ihre Hilfe verlangt. Denn Bones ist auf einem Rachefeldzug gegen einen uralten Widersacher, und wenn Cat dabei Vampire vernichten kann, soll ihr das nur recht sein. Doch da geschieht das Unmögliche – sie verliebt sich in Bones …

Autorin

Jeaniene Frost lebt mit ihrem Mann und ihrem Hund in Florida. Obwohl sie selbst kein Vampir ist, legt sie wert auf einen blassen Teint, trägt häufig schwarze Kleidung und geht sehr spät zu Bett. Und obwohl sie keine Geister sehen kann, mag sie es, auf alten Friedhöfen spazieren zu gehen. Jeaniene liebt außerdem Poesie und Tiere, aber sie hasst es zu kochen. Zurzeit arbeitet sie an ihrem nächsten Roman.

www.jeanienefrost.com

Inhaltsverzeichnis

BuchAutorinWidmungKapitel 1Kapitel 2Kapitel 3Kapitel 4Kapitel 5Kapitel 6Kapitel 7Kapitel 8Kapitel 9Kapitel 10Kapitel 11Kapitel 12Kapitel 13Kapitel 14Kapitel 15Kapitel 16Kapitel 17Kapitel 18Kapitel 19Kapitel 20Kapitel 21Kapitel 22Kapitel 23Kapitel 24Kapitel 25Kapitel 26Kapitel 27DanksagungCopyright

Für meine Mutter, die immer an mich geglaubt hat, selbst wenn ich an mir gezweifelt habe.

1

Als ich das Blaulicht hinter mir bemerkte, erstarrte ich. Ich hatte nämlich beim besten Willen keine Erklärung für das, was ich auf der Ladefläche meines Pick-ups spazieren fuhr. Ich fuhr rechts ran und hielt den Atem an, als der Sheriff an mein Autofenster trat.

»Hi. Gibt’s Probleme?« Pure Unschuld lag in meiner Stimme, als ich darum betete, dass in meinen Augen nichts Ungewöhnliches zu sehen war. Beherrsch dich, du weißt, was passiert, wenn du dich aufregst.

»Ja, Ihr Rücklicht ist defekt. Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte.«

Mist. Das musste beim Aufladen passiert sein. Da war Eile geboten gewesen.

Ich gab ihm meinen echten Führerschein, nicht den gefälschten. Abwechselnd richtete er den Strahl seiner Taschenlampe auf den Ausweis und mein Gesicht.

»Catherine Crawfield. Du bist Justina Crawfields Tochter, oder? Von der Kirschplantage Crawfield?«

»Ja, Sir.« Das sagte ich höflich und gelassen, als hätte ich nicht das Geringste zu verbergen.

»Also, Catherine, es ist fast vier Uhr früh. Warum bist du so spät noch unterwegs?«

Ich hätte ihm sagen können, was ich in Wahrheit trieb, nur wollte ich mir keine Schwierigkeiten einhandeln. Oder einen längeren Aufenthalt in der Gummizelle.

»Ich konnte nicht schlafen, da dachte ich mir, ich fahr noch ein bisschen durch die Gegend.«

Zu meinem Entsetzen schlenderte er zur Ladefläche des Pick-ups und leuchtete mit der Taschenlampe hinein.

»Was hast du denn da hinten?«

Oh, nichts Besonderes. Eine Leiche unter ein paar Säcken und eine Axt.

»Säcke mit Kirschen von der Plantage meiner Großeltern.« Hätte mein Herz noch lauter geklopft, wäre er davon taub geworden.

»Tatsächlich?« Mit der Taschenlampe stieß er eines der unförmigen Plastikgebilde an. »Einer ist undicht.«

»Macht nichts.« Meine Stimme war fast nur noch ein Piepsen. »Die platzen ständig auf. Darum transportiere ich sie ja in diesem alten Laster. Die Ladefläche ist schon ganz rot.«

Erleichterung überkam mich, als er seine Erkundungstour beendete und wieder an mein Fenster trat.

»Und du fährst so spät noch durch die Gegend, weil du nicht schlafen konntest?« Seine Mundwinkel verzogen sich wissend. Er ließ den Blick über mein enges Oberteil und die zerzausten Haare schweifen. »Und das soll ich glauben?«

Die Anzüglichkeit war offenkundig, und ich verlor beinahe die Fassung. Er dachte, ich hätte mich in fremden Betten herumgetrieben. Wie meine Mutter vor fast dreiundzwanzig Jahren.Als uneheliches Kind hatte man es in einer solch kleinen Stadt nicht leicht, so etwas war hier noch immer nicht gern gesehen. Die heutige Gesellschaft hätte damit kein Problem mehr haben sollen, doch in Licking Falls, Ohio, hatten die Leute eigene Moralvorstellungen. Und die konnte man bestenfalls als archaisch bezeichnen.

Mit großer Anstrengung unterdrückte ich meinen Ärger. War ich wütend, fielen meine menschlichen Wesenszüge gewöhnlich wie eine zweite Haut von mir ab.

»Könnte das unter uns bleiben, Sheriff?« Noch ein unschuldiger Augenaufschlag. Bei dem Toten hatte der immerhin funktioniert. »Ich mach’s auch nie wieder, versprochen.«

Er maß mich mit Blicken und spielte dabei an seinem Gürtel herum. Sein Hemd spannte sich über seinem Wanst, doch ich sparte mir Bemerkungen über seinen Leibesumfang oder die Tatsache, dass er nach Bier stank. Schließlich lächelte er und ließ dabei einen schiefen Vorderzahn sehen.

»Fahr nach Hause, Catherine Crawfield, und lass das Rücklicht reparieren.«

»Ja, Sir!«

In meiner Erleichterung gab ich ordentlich Gas und fuhr davon. Das war knapp gewesen. Nächstes Mal würde ich vorsichtiger sein müssen.

Gewöhnlich galten die Sorgen der Leute Vätern, die ihrer Unterhaltspflicht nicht nachkamen, oder den Leichen, die ihre Familien im Keller hatten. Mir war beides nicht erspart geblieben. Oh, verstehen Sie mich nicht falsch, ich hatte nicht immer gewusst, was ich war. Meine Mutter, die Einzige, die sonst noch über das Geheimnis Bescheid wusste, hatte es mir erst gesagt, als ich sechzehn war. Ich wuchs mit Fähigkeiten auf, die andere Kinder nicht hatten, wollte ich aber etwas darüber wissen, wurde sie böse und befahl mir, nicht darüber zu reden. Ich lernte, verschwiegen zu sein und meine Besonderheiten zu verbergen. Alle anderen fanden mich einfach sonderbar. Ich hatte keine Freunde, trieb mich zu den merkwürdigsten Uhrzeiten draußen herum und war seltsam bleich. Selbst meine Großeltern wussten nicht, was in mir steckte, aber das galt schließlich auch für meine Opfer.

Meine Wochenenden verliefen inzwischen immer gleich. Ich klapperte alle Clubs ab, die man mit dem Auto innerhalb von drei Stunden erreichen konnte, immer auf der Suche nach Action. Nicht von der Sorte, die der gute Sheriff gemeint hatte; ich suchte etwas anderes. Ich soff wie ein Loch und wartete, bis der Richtige auf mich aufmerksam wurde. Jemand, den ich hoffentlich um die Ecke bringen konnte, falls ich zuvor nicht selbst dran glauben musste. Das machte ich jetzt seit sechs Jahren. Vielleicht wollte ich sterben. Eigentlich lustig, wo ich doch praktisch halbtot war.

Die Tatsache, dass ich in der Woche zuvor fast mit dem Gesetz in Konflikt geraten wäre, hielt mich daher auch am folgenden Freitag nicht von meinen Aktivitäten ab. So hatte ich wenigstens die Gewissheit, einen Menschen glücklich zu machen. Meine Mutter. Die hegte ihren Groll zu Recht. Ich wünschte mir bloß, er hätte sich nicht auf mich übertragen.

Die laute Musik des Clubs warf mich fast um und ließ meinen Puls in ihrem Rhythmus hämmern. Vorsichtig bahnte ich mir einen Weg durch die Menge und suchte nach jener unverkennbaren Aura. Der Club war brechend voll, ein typischer Freitagabend. Nachdem ich etwa eine Stunde lang herumgeschlendert war, machte sich allmählich Enttäuschung in mir breit. Hier waren anscheinend nur Menschen. Aufseufzend setzte ich mich an die Bar und bestellte einen Gin Tonic. Der erste Typ, der versucht hatte, mich umzubringen, hatte mir einen bestellt. Jetzt war das mein Lieblingsdrink. Hat schließlich keiner behauptet, ich wäre nicht sentimental, oder?

Immer wieder machten Typen mich an. Als junge Frau ohne männliche Begleitung stand einem in ihren Augen wohl »Fick mich« auf die Stirn geschrieben. Höflich bis leicht unhöflich ließ ich sie abblitzen, je nach Hartnäckigkeit des Verehrers. Ich wollte hier keinen Mann kennenlernen. Nach meinem ersten Freund Danny hatte ich mich nie wieder auf eine Beziehung einlassen wollen. War der Typ am Leben, interessierte er mich nicht. Nicht verwunderlich, dass ich kein erwähnenswertes Intimleben hatte.

Nach drei weiteren Drinks beschloss ich, den Club noch einmal abzuklappern, denn meine Lockrufe blieben unbeachtet. Es war fast Mitternacht, und bisher hatten die Leute hier nur getrunken, Drogen genommen und getanzt.

Am anderen Ende des Clubs gab es einige Sitzgruppen. Als ich dort vorbeikam, spürte ich, dass die Luft irgendwie aufgeladen war. Jemand oder etwas war in der Nähe. Ich hielt inne und ging langsam im Kreis, um die Lage zu sondieren.

Plötzlich konnte ich den nach vorn geneigten Scheitel eines Mannes ausmachen. Im zuckenden Diskolicht wirkte sein Haar fast weiß, doch seine Haut war faltenlos. Er sah auf und merkte, wie ich ihn anstarrte. Seine Brauen waren deutlich dunkler als sein anscheinend hellblondes Haar. Auch seine Augen waren dunkel, zu dunkel, als dass ich die Farbe hätte erkennen können. Seine Wangenknochen erschienen wie aus Marmor gemeißelt, und seine makellose, gleißend helle Haut blitzte unter seinem Hemdkragen hervor.

Bingo.

Ein falsches Lächeln im Gesicht, schlenderte ich übertrieben betrunken torkelnd zu ihm hin und ließ mich auf den Stuhl ihm gegenüber fallen.

»Hallo Hübscher«, sagte ich mit möglichst verführerischer Stimme.

»Jetzt nicht.«

Seine Antwort fiel knapp aus, und er hatte einen ausgeprägten britischen Akzent. Einen Augenblick lang stutzte ich. Vielleicht hatte ich ja zu viel getrunken und etwas missverstanden.

»Wie bitte?«

»Ich bin beschäftigt.« Er klang ungeduldig und leicht ärgerlich.

Ich war vollkommen verwirrt. Hatte ich mich getäuscht? Nur zur Sicherheit streckte ich den Arm aus und ließ meinen Finger leicht über seine Hand gleiten. Seine Haut strahlte eine ungeheure Energie ab. Also doch kein Mensch.

»Ich habe mich gefragt …« Um Worte ringend zermarterte ich mir das Hirn nach einer Anmache. Offen gestanden war mir das noch nie passiert. Solche wie er waren gewöhnlich leichte Beute. Ich hatte keine Ahnung, wie ein echter Profi in einer derartigen Situation gehandelt hätte.

»Willst du ficken?«

Die Worte rutschten mir so raus, und ich war selbst entsetzt, sie ausgesprochen zu haben. Gerade noch konnte ich mich davon abhalten, mir die Hand vor den Mund zu schlagen; diesen Ausdruck hatte ich noch nie benutzt.

Nach seiner zweiten Abfuhr hatte er mir den Rücken zugekehrt, jetzt sah er mich mit einem amüsierten Zucken im Mundwinkel wieder an. Seine dunklen Augen musterten mich abschätzend.

»Schlechtes Timing, Süße. Ich kann erst später. Sei ein braves Täubchen, und schwirr ab, ich finde dich.«

Mit einer wegwerfenden Handbewegung scheuchte er mich weg. Steif stand ich auf, verzog mich und konnte nur den Kopf schütteln darüber, wie die Situation sich entwickelt hatte. Wie sollte ich ihn jetzt umbringen?

Benommen suchte ich die Damentoilette auf, um mein Aussehen zu überprüfen. Mein Haar war in Ordnung, trotz seines üblichen auffallend intensiven Rottons, und ich trug mein Glücksoberteil, das schon den beiden anderen Typen zum Verhängnis geworden war. Als Nächstes bleckte ich die Zähne. Keine Essensreste. Schließlich hob ich noch den Arm und schnupperte an meiner Achsel. Nein, ich roch nicht übel. Was war es dann? Da kam mir ein Gedanke. War er vielleicht schwul?

Ich dachte darüber nach. Nichts war unmöglich … ich selbst war der Beweis. Ich konnte ihn ja im Auge behalten und sehen, ob er sich an Männer oder Frauen heranmachte. In dieser Absicht machte ich mich mit neuer Entschlossenheit wieder auf.

Er war weg. Der Tisch, über den er sich gebeugt hatte, verlassen, und in der Atmosphäre keine Spur von ihm. Immer hektischer suchte ich die Bar, die Tanzfläche und noch einmal die Sitzgruppen ab. Nichts. Ich hatte wohl zu viel Zeit auf der Toilette vertrödelt. Mich selbst verfluchend, schlich ich zurück an die Bar und bestellte mir einen neuen Drink. Alkohol betäubte mich zwar nicht, aber mit einem Drink in der Hand hatte ich etwas zu tun, denn an mir nagte das Gefühl, versagt zu haben.

»Schöne Damen sollten nie allein trinken«, sagte eine Stimme neben mir.

Ich drehte mich zur Seite, um dem Typen eine Abfuhr zu erteilen, hielt aber inne, als ich sah, dass mein Verehrer so tot wie Elvis war. Blondes Haar, etwa vier Schattierungen dunkler als das des anderen, türkisblaue Augen. Mann, heute Abend hatte ich echt Glück.

»Eigentlich trinke ich auch nicht gern allein.«

Sein Lächeln enthüllte schöne ebenmäßige Zähne. Damit ich dich besser beißen kann, Liebling.

»Bist du allein hier?«

»Hättest du das denn gern?« Neckisch verschämt klimperte ich mit den Wimpern. Der hier würde mir nicht entkommen, bei Gott.

»Das hätte ich sehr gern.« Seine Stimme war leiser, sein Lächeln breiter geworden. Gott, diese Leute hatten aber auch einen umwerfenden Tonfall drauf. Die meisten hätten sogar Telefonsex anbieten können.

»Gut, dann war ich bislang allein hier. Aber jetzt sind wir ja zu zweit.«

Kokett neigte ich den Kopf so, dass mein Hals gut zu sehen war. Seine Blicke folgten der Bewegung, und er leckte sich die Lippen. Oh, gut, er hat Hunger.

»Wie heißt du denn, hübsche Dame?«

»Cat Raven.« Eine Kurzform von Catherine und die Haarfarbe des ersten Mannes, der versucht hatte, mich umzubringen. Da sieht man’s. Sentimental.

Sein Lächeln wurde breiter. »Was für ein ungewöhnlicher Name.«

Er hieß Kevin, war achtundzwanzig und Architekt, behauptete er jedenfalls. Kevin war vor kurzem noch verlobt gewesen, aber sitzen gelassen worden, und nun suchte er einfach ein nettes Mädchen, mit dem er ein ruhiges Leben führen konnte. Vor Lachen hätte ich mich fast an meinem Drink verschluckt. Was für ein Schwachsinn. Als Nächstes würde er wahrscheinlich Fotos von einem Haus mit weißem Lattenzaun hervorkramen. Natürlich konnte er unmöglich zulassen, dass ich mir ein Taxi kommen ließ, und fand es sehr taktlos, dass meine fiktiven Freunde sich einfach so aus dem Staub gemacht hatten. Wie nett von ihm, dass er mich nach Hause fahren wollte, und ach, er musste mir ja auch unbedingt noch was zeigen. Na ja, da waren wir schon zwei.

Aus Erfahrung wusste ich, dass es viel einfacher war, ein Auto loszuwerden, in dem kein Mord begangen worden war. Deshalb richtete ich es so ein, dass ich irgendwie die Beifahrertür seines VWs öffnen und vor gespieltem Entsetzen schreiend davonlaufen konnte, als er sich auf mich stürzen wollte. Wie die meisten hatte er sich eine verlassene Gegend ausgesucht, sodass ich mich nicht zu sorgen brauchte, ein barmherziger Samariter könnte meine Schreie hören.

Gemächlich folgte er mir, hocherfreut über meinen unsicheren Gang. Ich tat, als wäre ich gestolpert, und wimmerte dramatisch, als er sich drohend über mich beugte. Sein Gesicht spiegelte nun seine wahre Natur wider. Ein düsteres Lächeln enthüllte obere Fangzähne, wo zuvor keine gewesen waren, und seine ehemals blauen Augen leuchteten nun furchterregend grün.

Auf allen vieren herumkrabbelnd, verbarg ich meine Hand, um sie in die Tasche gleiten zu lassen. »Tu mir nichts!«

Er kniete sich hin und packte mich im Genick.

»Es tut nur ganz kurz weh.«

Genau da griff ich an. Mit geübter Hand stieß ich blitzschnell zu und bohrte ihm die Waffe ins Herz. Ich drehte sie mehrmals herum, bis sein Mund schlaff wurde und das Leuchten in seinen Augen erlosch. Mit einem letzten Ruck stieß ich ihn von mir und wischte mir die blutigen Hände an der Hose ab.

»Du hattest recht.« Vor Anstrengung war ich außer Atem. »Es tut nur ganz kurz weh.«

Als ich sehr viel später nach Hause kam, pfiff ich vor mich hin. Die Nacht war schließlich doch kein kompletter Reinfall gewesen. Einer war mir zwar entkommen, ein anderer aber würde nicht mehr in der Finsternis sein Unwesen treiben. Meine Mutter war in unserem gemeinsamen Zimmer eingeschlafen. Ich würde ihr am Morgen Bericht erstatten. An den Wochenenden war das ihre erste Frage. Hast du eine von diesen Kreaturen erwischt, Catherine? Das hatte ich wohl! Und alles, ohne selbst Schaden zu nehmen oder mich von den Bullen schnappen zu lassen. Was wollte man mehr?

Ich war sogar so gut gelaunt, dass ich beschloss, es am Abend darauf noch einmal im selben Club zu versuchen. Schließlich trieb sich ein gefährlicher Blutsauger in der Gegend herum, den es zu stoppen galt, nicht wahr? Ungeduldig ging ich den üblichen Haushaltspflichten nach. Meine Mutter und ich wohnten bei meinen Großeltern. Die hatten ein bescheidenes zweigeschossiges Haus, eine umgebaute Scheune. Das abgelegene, weitläufige Grundstück kam mir wirklich gelegen.

Etwa gegen neun Uhr war ich unterwegs.

Wieder war es voll in dem Club, schließlich war Samstagabend. Die Musik war noch genauso laut, die Gesichter noch genauso ausdruckslos. Mein erster Rundgang blieb erfolglos, was meiner Stimmung einen leichten Dämpfer versetzte. Auf dem Weg zur Bar fiel mir das Knistern in der Atmosphäre erst auf, als ich seine Stimme hörte.

»Jetzt will ich ficken.«

»Was?«

Ich wollte mich gerade abrupt umdrehen, um dem unbekannten Widerling entrüstet die Meinung zu sagen, da hielt ich inne. Er war es. Die Röte schoss mir in die Wangen, als mir meine Worte vom Abend zuvor wieder einfielen.

»Ach ja, also …« Was sagte man eigentlich in so einer Situation? »Wollen wir erst mal was trinken? Ein Bier vielleicht …«

»Mach dir keine Umstände.« Er unterbrach mich, als ich gerade den Barkeeper rufen wollte, und fuhr mir mit dem Finger übers Kinn. »Gehen wir.«

»Jetzt?« Überrumpelt sah ich mich um.

»Ja, jetzt. Hast du es dir anders überlegt, Süße?«

In seinem Blick lagen Herausforderung und ein unergründliches Leuchten. Da ich ihn nicht noch einmal verlieren wollte, nahm ich mein Portemonnaie und deutete zur Tür.

»Du gehst vor.«

»Nein, nein.« Er grinste kühl. »Ladies first.«

Mich mehrmals über die Schulter umblickend, ging ich voraus zum Parkplatz. Draußen sah er mich erwartungsvoll an.

»Also dann, hol dein Auto, damit wir losfahren können.«

»Mein Auto? Ich … ich hab keins. Wo ist dein Wagen?« Ich rang um Fassung, doch innerlich war ich völlig durcheinander. Das hier entsprach ganz und gar nicht dem üblichen Ablauf, und das war mir unbehaglich.

»Ich bin mit dem Bike hier. Willst du mitfahren?«

»Auf dem Motorrad?« Nein, das ging gar nicht. Ich hätte keinen Kofferraum, in den ich die Leiche packen konnte, und ich würde sie ganz bestimmt nicht vor mir auf dem Lenker balancieren wollen. Ich konnte ja nicht mal Motorrad fahren. »Äh, dann nehmen wir eben meinen Wagen. Er steht da drüben.«

Auf dem Weg zum Pick-up ermahnte ich mich zu torkeln. Er würde hoffentlich glauben, ich hätte mächtig einen in der Krone.

»Ich denke, du hast kein Auto«, rief er mir nach.

Wie angewurzelt blieb ich stehen und drehte mich zu ihm um. Mist, das hatte ich gesagt.

»Hatte ganz vergessen, dass ich es hier abgestellt habe«, log ich unbekümmert. »Hab wohl zu viel getrunken. Willst du fahren ?«

»Nein, danke«, kam die prompte Antwort. Irgendwie ging mir sein ausgeprägter britischer Akzent auf die Nerven.

Mit schiefem Lächeln versuchte ich es noch einmal. Er musste fahren. Meine Waffe steckte in meinem rechten Hosenbein, weil ich bisher immer auf dem Beifahrersitz gesessen hatte.

»Ich finde echt, du solltest fahren. Ich bin ziemlich benebelt. Ich wickele uns noch um einen Baum.«

Keine Chance.

»Wenn du es lieber auf ein andermal verschieben möchtest …«

»Nein!« Mein Tonfall war so verzweifelt, dass er leicht die Brauen hochzog. »Ich meine, wo du doch so gut aussiehst und …« Was sollte man da bloß sagen? »Ich will mit dir in die Kiste.«

Er unterdrückte ein Lachen, seine dunklen Augen funkelten. Über dem Polohemd trug er lässig eine Jeansjacke. Das Licht der Straßenlaternen betonte seine Wangenknochen noch stärker. Noch nie hatte ich ein so fein geschnittenes Gesicht gesehen.

Er musterte mich von oben bis unten und fuhr sich mit der Zunge über die Innenseite der Unterlippe.

»Also gut, dann mal los. Du fährst.«

Ohne ein weiteres Wort nahm er auf dem Beifahrersitz des Pick-ups Platz.

Da ich keine Wahl mehr hatte, stieg ich auf der Fahrerseite ein und fuhr in Richtung Highway los. Die Minuten vergingen, aber mir fiel kein Gesprächsthema ein. Das Schweigen war zermürbend. Er sagte kein Wort, doch ich spürte seine Blicke auf mir. Schließlich hielt ich es nicht mehr aus und platzte mit der ersten Frage heraus, die mir in den Kopf kam.

»Wie heißt du?«

»Ist das wichtig?«

Ich sah nach rechts, und unsere Blicke begegneten sich. Seine Augen waren so dunkelbraun, dass sie schon fast schwarz wirkten. Wieder lag diese kühle unterschwellige Herausforderung darin, beinahe eine stumme Kampfansage. Alle anderen waren ganz wild auf ein Schwätzchen gewesen.

»Wollte ich bloß mal wissen. Ich bin Cat.« Ich fuhr vom Freeway ab auf eine nahegelegene Schotterstraße zum See.

»Cat, hmmm? Im Augenblick kommst du mir eher wie ein Kätzchen vor.«

Mit einem Ruck warf ich den Kopf herum und bedachte ihn mit einem wütenden Blick. Das konnte ja lustig werden.

»Ich heiße Cat«, wiederholte ich mit Nachdruck. »Cat Raven.«

»Wie du meinst, Kätzchen Piepmatz.«

Abrupt stieg ich auf die Bremsen. »Hast du ein Problem, Mister ?«

Er zog die dunklen Brauen hoch. »Kein Problem, Schatz. Ist das hier die Endstation? Willst du hier vögeln?«

Seine Offenheit ließ mir schon wieder diese nervige Röte in die Wangen schießen.

»Äh, nein. Ein Stückchen weiter noch. Da ist es schöner.« Ich lenkte den Wagen tiefer in den Wald hinein.

Er lachte leise. »Ganz bestimmt, Süße.«

Als ich den Pick-up an meinem Lieblingsplatz für solche Stelldicheins anhielt, warf ich ihm einen Blick zu. Er saß noch genauso da wie zuvor, regungslos. Die Überraschung, die ich in meinem Hosenbein für ihn parat hielt, konnte ich so unmöglich zutage fördern. Mit einem Räuspern deutete ich auf die Bäume.

»Wollen wir nicht draußen … vögeln?« Ein seltsames Wort, aber um einiges besser als ficken.

Ein kurzes Grinsen glitt über sein Gesicht, bevor er antwortete. »Ach nein. Hier ist es klasse. Ich steh auf Sex im Auto.«

»Na ja …« Verdammt, was jetzt? Das würde nicht funktionieren. »Hier ist nicht viel Platz.« Ich wollte die Tür öffnen.

Er rührte sich nicht. »Der Platz reicht dicke, Kätzchen. Ich bleibe hier.«

»Nenn mich nicht Kätzchen.« Mein Tonfall war schärfer, als es der romantischen Situation angemessen gewesen wäre, aber ich war ziemlich sauer. Je schneller er richtig tot war, desto besser.

Er ignorierte mich. »Zieh dich aus. Zeig mal, was du zu bieten hast.«

»Wie bitte?« Das war zu viel.

»Du wolltest doch nicht komplett angezogen mit mir vögeln, oder, Kätzchen?«, spottete er. »Eigentlich brauchst du ja auch nur den Schlüpfer auszuziehen. Na los. Lass dir nicht die ganze Nacht Zeit.«

Oh, das würde ihm noch leidtun. Hoffentlich würde er Höllenqualen leiden. Mit überlegenem Lächeln warf ich ihm meinerseits einen Blick zu.

»Du zuerst.«

Wieder grinste er und ließ seine Menschenzähne aufblitzen. »Du bist aber ein scheues Ding. Hätte ich gar nicht gedacht, so wie du dich an mich rangeschmissen und mich geradezu angebettelt hast, es dir zu besorgen. Wie wär’s damit; wir machen es gleichzeitig.«

Bastard. Das war das schlimmste Schimpfwort, das mir einfiel, und in Gedanken sagte ich es mir immer wieder vor, während ich ihn argwöhnisch im Auge behielt, als ich meine Jeans aufknöpfte. Lässig löste er seinen Gürtel, öffnete die Hose und zog das Hemd aus. Zum Vorschein kam ein straffer, blasser Bauch, unbehaart bis zur Scham.

So weit war ich noch nie gegangen. Ich war so verlegen, dass meine Hände zitterten, als ich mir die Jeans abstreifte und ins Hosenbein griff.

»Schau mal, Süße, was ich für dich habe.«

Ich warf einen Blick nach unten und sah, wie er mit der Hand sein Glied umfasst hielt, bevor ich schnell wieder wegsah. Fast hatte ich den Pflock schon in der Hand, nur noch einen Augenblick, dann …

Mein Schamgefühl war es, das mir zum Verhängnis wurde. Als ich den Blick abgewandt hatte, um seinen Schwanz nicht ansehen zu müssen, war mir entgangen, dass er die Hand zur Faust geballt hatte. Unglaublich schnell traf sie mich am Kopf. Ein Lichtblitz, stechender Schmerz und dann Stille.

2

Es war, als würde mir der Schädel gespalten. Quälend langsam öffnete ich die Augen und blinzelte ins Licht der nackten Glühbirne irgendwo in der Nähe. Meine Hände waren über meinem Kopf, die Handgelenke taten mir weh, und ich hatte solche Kopfschmerzen, dass ich mich augenblicklich zusammenkrümmen und meinen Mageninhalt von mir geben musste.

»Da war doch eine Miezekatze.«

Der Schreck, den mir die spöttische Stimme einjagte, vertrieb den Schmerz mit einem Schlag. Als ich den Vampir in meiner Nähe sah, schauderte ich.

»Da war ja doch, da war ja doch eine Miezekatze!«

Als er mit seiner Imitation von Tweety dem Kanarienvogel fertig war, schenkte er mir ein diabolisches Grinsen. Ich versuchte zurückzuweichen und merkte, dass meine Hände an einer Wand festgekettet waren. Meine Füße waren ebenfalls gefesselt. Mein Oberteil und meine Hose waren verschwunden, sodass ich nur noch in BH und Höschen dastand. Sogar meine Handschuhe, mein Markenzeichen, waren weg. O Gott.

»Also dann, Süße, kommen wir zur Sache.« Sein Tonfall war jetzt nicht mehr spielerisch, und sein Blick wurde kalt wie dunkler Granit. »Für wen arbeitest du?«

Ich war so überrascht, dass es einen Augenblick dauerte, bis ich ihm antwortete. »Ich arbeite für niemanden.«

»Schmonzes.« Er stieß das Wort scharf und deutlich hervor, und ich brauchte nicht zu wissen, was es bedeutete, um zu verstehen, dass er mir nicht glaubte. Als er näher kam, versuchte ich mich klein zu machen.

»Für wen arbeitest du?« Drohender diesmal.

»Für niemanden.«

Mein Kopf wurde zurückgeschleudert, als er mir eine Ohrfeige gab. Tränen traten mir in die Augen, aber ich unterdrückte sie. Ich würde sterben, aber zu Kreuze kriechen würde ich nicht.

»Fahr zur Hölle.«

Sofort klangen mir wieder die Ohren. Diesmal konnte ich Blut schmecken.

»Noch einmal: Für wen arbeitest du?«

Ich spuckte aus und funkelte ihn trotzig an. »Für niemanden, Arschgesicht!«

Er stutzte, dann wippte er auf den Absätzen und lachte so laut, dass es mir in den Ohren dröhnte. Als er seine Fassung wiedergewonnen hatte, beugte er sich vor, bis sein Mund nur noch Zentimeter von meinem Gesicht entfernt war. Reißzähne blitzten im Licht.

»Ich weiß, dass du lügst.«

Seine Stimme war ein Flüstern. Er neigte den Kopf, bis sein Mund meinen Nacken streifte. Ich blieb stocksteif und betete darum, stark genug zu sein, nicht um mein Leben zu betteln.

Kühler Atem strich mir über die Haut. »Ich weiß, dass du lügst«, fuhr er fort. »Letzte Nacht war ich nämlich auf der Suche nach einem Typen. Als ich ihn gefunden hatte, ging er gerade mit derselben hübschen Rothaarigen nach draußen, die mich auch schon angebaggert hatte. Ich folgte ihm, weil ich ihn überrumpeln wollte, solange er abgelenkt war. Doch ich musste beobachten, wie du ihm einen Pflock ins Herz gestoßen hast, und was für einen Pflock!« Er ließ die präparierte Waffe vor meinen entsetzten Augen baumeln. »Außen Holz, innen Silber. Na, das ist mal ein amerikanisches Qualitätsprodukt! Zack, da war er weg vom Fenster. Doch damit nicht genug. Du hast ihn in den Kofferraum gepackt und bist zu deinem Pick-up gefahren, hast ihm den verdammten Kopf abgehackt und die Leichenteile verscharrt und auf der Heimfahrt vergnügt vor dich hingepfiffen. Wie hast du das verdammt noch mal fertiggebracht, hmm? Du arbeitest für niemanden? Warum also rieche ich, wenn ich hier kräftig schnuppere …« Die Nase dicht an meinem Schlüsselbein atmete er ein. »… etwas nicht Menschliches? Schwach aber unverkennbar. Vampirisch. Natürlich hast du einen Boss. Gibt dir von seinem Blut zu trinken, nicht wahr? Macht dich stärker und schneller, aber du bist und bleibst doch nur ein Mensch. Wir armen Blutsauger schöpfen keinerlei Verdacht. Wir sehen nur … Nahrung.«

Er presste einen Finger sacht auf meinen jagenden Puls.

»Also, zum letzten Mal, bevor ich meine Manieren vergesse, sag mir, wer dein Boss ist.«

Ich warf ihm einen Blick zu, wohl wissend, das sein Gesicht das Letzte sein würde, das ich je zu sehen bekäme. Kurz durchzuckte mich Bitterkeit, bevor ich sie verdrängte. Keine Klagen. Vielleicht, vielleicht war die Welt durch mein Tun ein besserer Ort geworden. Mehr konnte ich mir nicht erhoffen, und so würde ich meinem Henker vor meinem Tod die Wahrheit sagen.

»Ich habe keinen Boss.« Jedes Wort war Gift. Höflichkeit überflüssig. »Du willst wissen, warum ich nach Mensch und nach Vampir rieche? Weil ich beides bin. Vor Jahren ging meine Mutter mit einem ihrer Meinung nach netten Kerl aus. Er war allerdings ein Vampir und vergewaltigte sie. Fünf Monate später wurde ich geboren, zu früh, aber voll entwickelt, ausgestattet mit einer ganzen Menge abgefahrener Fähigkeiten. Als sie mir endlich erzählte, wer mein Vater war, versprach ich ihr, als Wiedergutmachung jeden Vampir umzubringen, der mir über den Weg lief. Damit niemand sonst ein Schicksal wie sie durchleiden muss. Sie traut sich seither nicht mehr aus dem Haus! Ich jage für sie, und wenn ich jetzt sterben muss, bereue ich nur, dass ich nicht mehr von euch mit in den Tod habe reißen können!«

Ich hatte die Stimme erhoben, bis ich am Ende schrie, ihm die Worte ins Gesicht schleuderte. Ich schloss die Augen und machte mich auf den Todesstoß gefasst.

Nichts. Kein Laut, kein Schlag, kein Schmerz. Einen Augenblick später riskierte ich einen verstohlenen Blick und sah, dass er sich nicht gerührt hatte. Er tippte sich mit dem Finger ans Kinn und betrachtete mich mit einem Gesichtsausdruck, den man nur als nachdenklich bezeichnen konnte.

»Also?« Angst und Resignation verschlugen mir fast die Sprache. »Bring mich endlich um, du erbärmlicher Blutegel!«

Ich erntete einen amüsierten Blick. »Arschgesicht. Blutegel. Küsst du deine Mutter mit diesem Mund?«

»Sprich nicht über meine Mutter, Mörder! Deinesgleichen hat kein Recht, über sie zu sprechen!«

Ein angedeutetes Lächeln spielte um seine Lippen. »Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen, oder? Ich habe dich jemanden ermorden sehen. Und sagst du die Wahrheit, gehören wir einer Art an.«

Ich schüttelte den Kopf. »Mit deinesgleichen habe ich nichts gemeinsam! Ihr seid alle Ungeheuer, habt es auf Unschuldige abgesehen und kümmert euch nicht darum, dass ihr deren Leben ruiniert. Die Vampire, die ich umgebracht habe, haben mich angegriffen … Pech für sie, dass ich vorbereitet war. Vielleicht fließt etwas von diesem verfluchten Blut in meinen Adern, aber ich habe es zumindest dafür eingesetzt …«

»Ach, jetzt halt endlich die Luft an«, unterbrach er mich in dem gereizten Tonfall, in dem man ein Kind zurechtweisen würde. »Quatschst du ständig ohne Punkt und Komma? Kein Wunder, dass deine Verehrer dir immer gleich an die Gurgel wollten. Kann’s ihnen kaum verdenken.«

Sprachlos starrte ich ihn an. Die Redensart ›jemandem Salz in die Wunden streuen‹ verstand ich mit einem Mal allzu gut. Erst hatte er mich verprügelt, und jetzt wollte er sich vor meiner Ermordung auch noch über mich lustig machen.

»Tut mir leid, dass ich dich in deinen Beileidsbekundungen für deine toten Artgenossen unterbrechen muss, aber bringst du mich jetzt bald mal um, oder was?« Tapfere Worte, dachte ich. Zumindest besser als Rumgejammer.

Bevor ich auch nur blinzeln konnte, spürte ich seinen Mund auf meiner pochenden Halsschlagader. Alles in mir erstarrte, als ich das unverkennbare leichte Kratzen von Zähnen spürte. Bitte lass mich nicht betteln. Bitte lass mich nicht betteln.

Abrupt ließ er wieder von mir ab, während ich zitternd vor Erleichterung und Angst dastand. Eine Augenbraue hochgezogen sah er mich an.

»Hast es wohl eilig zu sterben, was? Aber erst musst du mir noch ein paar Fragen beantworten.«

»Warum sollte ich das tun?«

Sein Mund verzog sich leicht, bevor er antwortete.

»Glaub mir, es wäre wirklich besser für dich.«

Ich räusperte mich und versuchte, meinen Herzschlag zu verlangsamen. Ich musste ihm nicht auch noch Appetit machen.

»Was willst du wissen? Vielleicht sage ich es dir.«

Sein leichtes Grinsen wurde breiter. Schön, dass wenigstens einer von uns seinen Spaß hatte.

»Tapferes kleines Kätzchen, das muss man dir lassen. Also gut. Angenommen, ich glaube dir, dass du die Tochter eines Menschen und eines Vampirs bist. Davon hat man zwar noch selten gehört, aber darauf kommen wir später zurück. Also sagen wir, ich glaube dir, dass du die Clubs abklapperst auf der Jagd nach uns Teufeln, um deine Mami zu rächen. Bleibt die Frage, wie du herausgefunden hast, wie man uns umbringen kann. Das ist kein offenes Geheimnis. Die meisten Menschen glauben, Holz wäre die Lösung. Aber du nicht. Du willst mir wirklich weismachen, dein Umgang mit Vampiren hätte sich bisher darauf beschränkt, ihnen das Licht auszupusten?«

Und genau in diesem Augenblick, als meine Lebenszeit ablief und ich einem schrecklichen Tod ins Auge blickte, sprach ich die ersten Worte aus, die mir in den Sinn kamen.

»Gibt’s hier irgendwo was zu trinken? Nichts mit Gerinnseln drin meine ich, und nichts, was sich als 0-negativ oder B-positiv einstufen lässt. Hmm?«

Er schnaubte belustigt. »Durstig, Süße? Was für ein Zufall, das bin ich auch.«

Mit jenen schaurigen Worten zog er einen Flachmann aus der Jacke, hielt mir die Öffnung an die Lippen und kippte ihn leicht. Meine angeketteten Hände waren nicht zu gebrauchen, also nahm ich ihn zwischen die Zähne. Er enthielt Whiskey, der mir leicht im Hals brannte, doch ich schluckte immer weiter, bis mir der letzte Tropfen die Kehle hinunterrann. Seufzend öffnete ich den Mund, sodass die Flasche ihm wieder in die Hand fiel.

Er hielt sie verkehrt herum, offensichtlich amüsiert darüber, dass sie leer war. »Hätte ich gewusst, dass du so ein Schluckspecht bist, hätte ich dir den billigen Fusel angeboten. Willst wohl mit Pauken und Trompeten untergehen, was?«

Ich zuckte mit den Schultern, so gut es mit erhobenen Armen ging.

»Was ist? Habe ich jetzt den Geschmack versaut? Ich werde mich bestimmt noch im Grabe herumdrehen, weil ich dir nicht geschmeckt habe. Hoffentlich erstickst du an meinem Blut, du Bastard.«

Er lachte noch mehr. »Der war gut, Kätzchen! Doch genug der Ausflüchte. Woher hast du gewusst, was du nehmen musst, wenn kein Vampir es dir gesagt hat?«

Noch ein versuchtes Achselzucken.«Oh, ich habe hunderte von Büchern über unsere … deine Art gelesen, nachdem ich über meinen Vater Bescheid wusste. Die Meinungen waren unterschiedlich. Sie reichten von Kreuzen über Sonnenlicht bis hin zu Holz oder Silber. Eigentlich war es reine Glückssache. Eines Abends wurde ich in einem Club von einem Vampir angesprochen, der mich in seinem Wagen mitnahm. Natürlich hätte er netter nicht sein können, bis er versuchte, mich umzubringen. Da traf ich meine Entscheidung: Ich würde ihn umlegen oder dabei draufgehen, und ich hatte nur das große Dolchkreuz bei mir. Es klappte, war aber ein schönes Stück Arbeit. Doch jetzt wusste ich über Silber Bescheid. Später fand ich heraus, dass Holz überhaupt nichts taugt. Die hübsche Narbe an meinem Schenkel beweist es. Der Vampir hat über meinen Pflock nur gelacht. Mit Holz konnte man ihm eindeutig keine Angst einjagen. Dann kam ich auf die Idee, das Silber unter etwas zu verstecken, das die Vampire für harmlos halten würden. Besonders schwierig schien mir das nicht zu sein. Die meisten von euch waren so sehr damit beschäftigt, meinen Hals zu beglotzen, dass sie gar nicht merkten, wie ich meinen spitzen Helfer hervorzog. Das war alles.«

Langsam schüttelte er den Kopf, als begreife er es nicht. Schließlich starrte er mich durchdringend an und brüllte: »Du willst mir also weismachen, du hättest dank beschissener Bücher herausgefunden, wie man Vampire töten kann? Ist das so?«

Er fing an, mit kurzen, schnellen Schritten auf und ab zu gehen. »Trifft sich wirklich gut, dass die heutige Generation fast nur aus Analphabeten besteht, sonst säßen wir ganz schön in der Patsche. Kreuzdonnerwetter !« Er warf den Kopf in den Nacken und lachte schallend. »So was Saukomisches habe ich schon ewig nicht gehört!« Noch immer leise lachend blieb er dicht vor mir stehen.

»Woran hast du erkannt, dass er ein Vampir war? Hast du es gewusst, oder hast du es erst gemerkt, als er versucht hat, eine Arterienparty zu veranstalten?«

Arterienparty? Na ja, so konnte man es auch ausdrücken. »Ehrlich gesagt weiß ich nicht, woran ich es erkannt habe. Zunächst einmal seht ihr anders aus. Alle. Eure Haut wirkt … beinahe ätherisch. Ihr bewegt euch anders, zielgerichteter. Und in eurer Nähe spüre ich etwas in der Atmosphäre, so etwas wie statische Elektrizität. Zufrieden jetzt? Hast du gehört, was du wolltest?« Verzweifelt versuchte ich, nicht den Mut zu verlieren, doch dieses Schwätzchen ließ ihn mehr und mehr zusammenschrumpfen. Kaltschnäuzigkeit war meine einzige Verteidigung.

»Fast. Wie viele Vampire hast du umgelegt? Lüge mich nicht an, ich merke es.«

Die Lippen geschürzt zog ich trotz seiner Warnung eine Lüge in Betracht. Wäre es von Vorteil für mich, ihn glauben zu lassen, ich hätte nur ein paar auf dem Gewissen? Vielleicht würde es keinen Unterschied machen. Durchschaute er meine Schwindelei, würde er mich vielleicht nicht nur einfach umbringen. Es gab viel Schlimmeres als den Tod …

»Sechzehn, deinen Freund von letzter Nacht mitgezählt.« Die Ehrlichkeit hatte gesiegt.

»Sechzehn?«, wiederholte er ungläubig und musterte mich abermals eingehend. »Du hast sechzehn Vampire erledigt, ganz allein und nur mithilfe eines Pflocks und deines Dekolletés? Da schäme ich mich ja richtiggehend für meine Artgenossen.«

»Und ich hätte noch mehr um die Ecke gebracht, wenn ich nicht zu jung gewesen wäre, um in Nachtclubs zu kommen, denn da treiben Vampire sich gewöhnlich herum. Mal ganz abgesehen von der langen Zeit, die ich aussetzen musste, als mein Großvater krank geworden war«, fuhr ich ihn an. So viel zu meinem Vorsatz, ihn nicht noch wütender zu machen.

Mit einem Mal war er fort, und ich konnte nur noch die Stelle anstarren, an der er gerade noch gestanden hatte. Der war wirklich schnell. Schneller als alle Vampire, denen ich bisher begegnet war. Ich verfluchte meine eigene Ungeduld. Wäre ich doch erst am nächsten Wochenende wieder auf die Jagd gegangen …

Endlich allein, verrenkte ich mir fast den Hals, um mich zu orientieren. Jäh wurde mir bewusst, dass ich mich in einer Höhle befinden musste. Im Hintergrund konnte ich Wasser tröpfeln hören, und sogar für meine Augen war es finster. Die einsame nackte Glühbirne erhellte nur die unmittelbare Umgebung. Sonst war es dunkel, so dunkel wie in meinen Albträumen. Leise hallende Geräusche zeigten an, dass er noch hier sein musste, wo genau, wusste ich nicht. Meine Chance nutzend, umfasste ich die Handschellen, mit denen ich gefesselt war, und zog mit aller Kraft daran. Schweiß trat mir auf die Stirn, meine Beine verkrampften sich vor Anstrengung, als jeder Muskel auf dieses eine Ziel hinarbeitete.

Knirschend schabte Metall auf Stein, Ketten rieben rasselnd aneinander, und dann war die einzige Lichtquelle plötzlich aus. Resigniert sackte ich in mich zusammen, als ich aus der Dunkelheit Gelächter hörte.

»Oh, das tut mir aber leid. Die rühren sich kein Stück … und du auch nicht. Aber du hast es immerhin versucht. Wäre auch zu schade gewesen, wenn dein Widerstandsgeist schon erloschen wäre. Hätte weniger Spaß gemacht.«

»Ich hasse dich.« Um nicht loszuheulen, wandte ich das Gesicht ab und schloss die Augen. Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name …

»Die Zeit ist um, Süße.«

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe …

Meine Augen waren geschlossen, doch ich spürte, wie er näher kam und sich dann der Länge nach an mich presste. Unwillkürlich atmete ich in kurzen scharfen Zügen. Er griff nach meinem Haar und strich es vom Hals weg nach hinten.

… wie im Himmel so auch auf Erden …

Sein Mund presste sich auf meine Kehle, die Zunge fuhr in langsamen, kreisenden Bewegungen über meinen donnernden Puls. Harte Kanten bohrten sich mir in den Rücken, als ich versuchte, in die Felswand zu verschwinden, doch der kalte unnachgiebige Kalkstein machte ein Entrinnen unmöglich. Ich fühlte spitze, scharfe Zähne auf meiner ungeschützten und verletzlichen Halsschlagader. Er schnupperte an meinem Hals wie ein hungriger Löwe bei einer Gazelle.

»Letzte Chance, Kätzchen. Für wen arbeitest du? Sag mir die Wahrheit, und du bleibst am Leben.«

»Ich habe dir die Wahrheit gesagt.« Dieses piepsige Flüstern konnte unmöglich von mir kommen. Ohrenbetäubend hörte ich mein Blut rauschen. Hatte ich noch immer die Augen geschlossen? Nein, in der Dunkelheit konnte ich ein schwaches grünes Leuchten sehen. Vampiraugen.

»Ich glaube dir nicht …« Seine Stimme war sanft, hatte aber die Wucht eines Axthiebs.

Amen …

»Verdammte Scheiße, deine Augen …«

So tief hatte ich mich in mein inbrünstiges Gebet versenkt, dass ich nicht gemerkt hatte, wie er vor mir zurückgewichen war. Er starrte mich an, den Mund ungläubig geöffnet, die Fangzähne entblößt, das Licht meiner nun grün glimmenden Augen brachte sein Gesicht zum Leuchten. Auch seine braunen Augen hatten jetzt diesen durchdringenden Farbton angenommen, zwei entsetzte Blicke trafen sich in zwei gleichermaßen smaragdgrünen Lichtstrahlen.

»Was ist mit deinen verdammten Augen?«

Er umklammerte meinen Kopf mit beiden Händen. Noch immer ganz benommen davon, dem Tod so unmittelbar ins Auge geblickt zu haben, nuschelte ich meine Antwort.

»Wenn ich aufgeregt bin, verändern sie ihre Farbe von Grau zu Grün. Zufrieden jetzt? Schmecke ich dir jetzt besser?«

Er ließ meinen Kopf los, als habe er sich die Finger verbrannt. Ich sackte in meinen Ketten nach unten, der Adrenalinstoß war abgeklungen, und ich fühlte mich nur noch benommen und teilnahmslos.

Als er aufgeregt hin und her lief, hallten seine Schritte von den Felswänden wider.

»Scheiße, du sagst die Wahrheit. Musst du wohl. Du hast einen Puls, aber nur Vampire haben grün leuchtende Augen. Das ist unglaublich!«

»Freut mich, dass du darüber so aus dem Häuschen bist.« Durch mein Haar hindurch, das mir wieder über die Schultern gefallen war, warf ich ihm einen Blick zu. In der beinahe vollständigen Finsternis sah ich, dass er eindeutig aufgewühlt war, seine Schritte knapp und voller Energie, seine Augen, die eben noch blutdurstig grün gewesen waren, funkelten nun braun.

»Oh, das ist perfekt! Kommt mir sogar wie gerufen.«

»Was kommt wie gerufen? Bring mich um oder lass mich endlich laufen. Ich bin müde.«

Strahlend wirbelte er herum und machte die Glühbirne wieder an. Sie verbreitete das gleiche kalte Licht wie zuvor. Wie Wasser legte es sich über seine Züge. Eingehüllt darin wirkte er geisterhaft schön, wie ein gefallener Engel.

»Möchtest du gern Nägel mit Köpfen machen?«

»Was?« Ich war völlig perplex. Noch vor ein paar Augenblicken hatte ich mit einem Bein im Grab gestanden, nun wollte er Rätselraten mit mir spielen.

»Ich kann dich umbringen oder am Leben lassen, aber ans Leben sind ein paar Bedingungen geknüpft. Du hast die Wahl. Ohne Bedingungen kann ich dich nicht laufen lassen, du würdest nur versuchen, mich zu pfählen.«

»Du bist ja ein ganz Schlauer.« Offen gestanden glaubte ich nicht, dass er mich freilassen würde. Das musste ein Trick sein.

»Sieh mal«, fuhr er fort, als hätte ich nichts gesagt, »wir sitzen im selben Boot, Süße. Du jagst Vampire. Ich jage Vampire. Wir haben beide unsere Gründe, und wir haben beide unsere Probleme. Ein anderer Vampir spürt meine Gegenwart, was es verdammt schwierig macht, ihn aufzuspießen, ohne dass er es mitkriegt und stiften geht. Bei dir und deiner verführerischen Pulsader jedoch wähnen sie sich vollkommen in Sicherheit, aber du bist nicht stark genug, um es mit den wirklich großen Fischen aufzunehmen. Oh, du hast vielleicht ein paar Grünschnäbeln den Garaus gemacht, nicht älter als zwanzig, im Höchstfall. Kaum aus den Windeln raus, sozusagen. Doch einen Meistervampir wie mich …« Er senkte die Stimme zu einem scharfen Flüstern. »Den könntest du nicht mal mit zwei blanken Silberpflöcken erledigen. Ich hätte dich im Handumdrehen weggeputzt. Ich schlage dir also ein Geschäft vor. Du kannst weiter deiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen … Vampire umbringen. Aber du wirst dich nur an denen vergreifen, hinter denen ich her bin. Keine Ausnahmen. Du bist der Köder, ich der Haken. Die Idee ist perfekt.«

Das war ein Traum. Ein sehr, sehr böser Traum, den ich mir durch zu viele Gin Tonics eingehandelt hatte. Das war er also, der Pakt mit dem Teufel. Musste ich meine Seele dafür hergeben? Er musterte mich gleichzeitig erwartungsvoll und drohend. Lehnte ich ab, war mein Schicksal besiegelt. Sie brauchen mir kein Glas zu bringen, Fräulein, ich trinke aus der Flasche! Happy Hour, frisch von meiner Halsschlagader. Akzeptierte ich, ließ ich mich auf eine Zusammenarbeit mit dem leibhaftigen Bösen ein.

Sein Fuß trommelte auf den Boden. »Ich hab nicht die ganze Nacht Zeit. Je länger du wartest, desto hungriger werde ich. Vielleicht überlege ich es mir in ein paar Minuten anders.«

»Ich mach’s.« Die Worte entfuhren mir ohne Nachdenken. Hätte ich nämlich über sie nachgedacht, hätte ich sie nie ausgesprochen. »Aber ich habe auch eine Bedingung.«

»Ach ja?« Wieder musste er lachen. Mein Gott, der war aber auch gut drauf. »Du bist wohl kaum in der Position, Bedingungen diktieren zu können.«

Ich reckte das Kinn vor. Stolz oder riskant, Ansichtssache. »Ich will nur, dass du Nägel mit Köpfen machst. Du hast behauptet, du könntest mich im Handstreich besiegen, sogar wenn ich zwei Waffen benutze. Das sehe ich anders. Mach mich los, gib mir meine Sachen, und wir fangen an. Es geht ums Ganze.«

In seinen Augen blitzte jetzt eindeutig Interesse auf, und wieder lag dieses füchsische Lächeln auf seinen Lippen. »Und was verlangst du, wenn du gewinnst?«

»Deinen Tod«, sagte ich ohne Umschweife. »Bist du mir unterlegen, habe ich keine Verwendung für dich. Lasse ich dich einfach laufen, bringst du mich zur Strecke, das hast du selbst gesagt. Gewinnst du, halte ich mich an deine Regeln.«

»Weißt du, Schatz«, sagte er gedehnt, »wo du hier so angekettet bist, könnte ich dich einfach austrinken und wieder zum Alltag übergehen. Du lehnst dich ziemlich weit aus dem Fenster.«

»Du kommst mir nicht vor wie einer, der sich gern auf die langweilige Tour an einer festgeketteten Arterie bedient«, entgegnete ich dreist. »Ich glaube, du bist einer, der die Gefahr liebt. Warum sonst sollte ein Vampir Jagd auf Vampire machen? Also? Sind wir im Geschäft oder nicht?« Ich hielt den Atem an. Der Augenblick der Wahrheit war gekommen.

Langsam kam er auf mich zu und ließ seine Blicke über meinen ganzen Körper wandern. Mit hochgezogenen Brauen holte er einen Schlüssel hervor und ließ ihn vor meiner Nase baumeln. Dann steckte er ihn in das Schloss meiner Handschellen und drehte ihn um. Sie öffneten sich klickend.

»Zeig mal, was du zu bieten hast«, sagte er schließlich. Zum zweiten Mal in dieser Nacht.

3

Wir standen einander in der Mitte einer riesigen Höhle gegenüber. Der Boden war uneben und bestand nur aus Geröll und Erde. Bis auf meine Handschuhe war ich wieder angezogen und hatte den Pflock und mein Dolchkreuz, auch eine Sonderanfertigung, in den Händen. Als ich meine Kleidung hatte wiederhaben wollen, war er erneut in Gelächter ausgebrochen und hatte mir gesagt, meine Jeans seien zu unelastisch und würden mich in meiner Beweglichkeit einschränken. Scharf hatte ich ihm entgegnet, dass ich, Beweglichkeit hin oder her, nicht in Unterwäsche gegen ihn antreten würde.

Von der Decke hingen weitere Glühbirnen. Woher der Strom in der Höhle kam, konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, doch das war meine geringste Sorge. Hier unten ließ mich mein Zeitgefühl im Stich. Vielleicht war es früh am Morgen oder noch mitten in der Nacht. Kurz fragte ich mich, ob ich die Sonne jemals wieder zu Gesicht bekommen würde.

Er trug dieselbe Kleidung wie zuvor, um seine Beweglichkeit machte er sich offensichtlich keine Sorgen. Seine Augen blitzten vor Tatendrang, als er die Knöchel knacken und den Kopf auf den Schultern kreisen ließ. Meine Handflächen waren vor Nervosität schweißnass. Vielleicht hätte ich doch die Handschuhe anziehen sollen.

»In Ordnung, Kätzchen. Weil ich ein Gentleman bin, darfst du anfangen. Also los. Auf geht’s.«

Mehr brauchte es für mich nicht. Ich stürzte mich auf ihn, beide Waffen mordlüstern gezückt. Blitzschnell drehte er sich unter provozierendem Kichern zur Seite, sodass ich geradewegs an ihm vorbeirauschte.

»Willst du dich davonmachen, Schatz?«

Als ich wieder zum Stehen gekommen war, starrte ich ihn über die Schulter hinweg wütend an. Grundgütiger, der war schnell. Ich konnte seinen Bewegungen kaum mit den Augen folgen. Allen Mut zusammennehmend tat ich, als wollte ich mit der Rechten über Kopf weit nach ihm ausholen. Als er den Arm zur Abwehr hob, stieß ich von unten mit der Linken zu und schlitzte ihn auf, bevor mich sein Tritt in den Bauch traf. Mich zusammenkrümmend sah ich, wie er mit leichtem Stirnrunzeln seine Kleidung inspizierte.

»Das Hemd hat mir gefallen. Jetzt hast du es zerfetzt.«

Wieder umkreiste ich ihn, langsam gegen die Schmerzen in meinem Bauch anatmend. Ehe ich mich’s versah, war er auf mich losgegangen und hatte mir die Faust so heftig gegen den Schädel gedonnert, dass es mir vor den Augen flimmerte. Blindlings trat und schlug ich um mich, stach auf alles ein, was ich erreichen konnte. Er parierte mit harten und schnellen Fausthieben. Mein Atem kam stoßweise, ich konnte nur verschwommen sehen, doch ich holte mit aller Kraft aus. Mit einem Mal begann sich alles um mich zu drehen, als ich nach hinten geschleudert wurde und scharfe Felskanten mir in die Haut schnitten.

Er stand etwa drei Meter von der Stelle entfernt, an der ich am Boden lag. Im Nahkampf war ich ihm eindeutig unterlegen. Ich fühlte mich, als wäre ich von einer Klippe gestoßen worden, und er hatte kaum einen Kratzer abbekommen. Einer plötzlichen Eingebung folgend, schleuderte ich mein Kreuz. Es flog mit unglaublicher Geschwindigkeit und bohrte sich ihm in die Brust, aber zu hoch, zu hoch.

»Verdammte Scheiße, Mädel, das tut weh! «, knurrte er überrascht, als er es sich aus der Brust riss.

Blut strömte aus der Wunde und versiegte dann so plötzlich, als habe man einen Hahn zugedreht. Anders als gemeinhin angenommen hatten Vampire rotes Blut. Mit Schrecken wurde mir bewusst, dass mir nur noch eine Waffe geblieben war und ich ihn nicht einmal hatte schwächen können. Ich gab mir einen Ruck und sprang auf, meine Schritte waren schwer.

»Hast du genug?« Er trat mir gegenüber und holte einmal kurz Luft. Ich stutzte, denn ich hatte noch keinen Vampir atmen sehen. Mein eigener Atem ging heftig. Schweiß tropfte mir von der Stirn.

»Noch nicht.«

Wieder hatte ich es kaum wahrgenommen, da war er schon über mir. Ich wehrte Schlag um Schlag ab und versuchte dabei, ihn meinerseits zu treffen, doch er war zu schnell. Seine Faustschläge hagelten mit brutaler Gewalt auf mich nieder. Verzweifelt trieb ich meinen Pflock in alle erreichbaren Körperteile, verfehlte aber jedes Mal sein Herz. Nach etwa zehn Minuten, die mir wie eine Ewigkeit vorkamen, ging ich das letzte Mal zu Boden. Bewegungsunfähig starrte ich ihn unter geschwollenen Lidern hervor an. Jetzt brauche ich mir keine Sorgen über seine Bedingungen zu machen, dachte ich matt. Ich würde an meinen Verletzungen sterben.

Drohend stand er über mir. Alles um mich herum nahm ich wie durch einen roten Schleier und immer undeutlicher wahr.

»Hast du jetzt genug?«

Ich konnte nicht sprechen, nicht nicken, nicht denken. Als Antwort auf seine Frage wurde ich bewusstlos. Zu einer anderen Reaktion war ich nicht fähig.

Unter mir war etwas Weiches. Ich trieb dahin, trieb dahin auf einer Wolke und hüllte mich ein in ihren Flausch. Ich kuschelte mich weiter hinein, als die Wolke mich anmaulte.

»Wenn du mir die Decke klaust, kannst du auf dem Boden pennen!«

Hä? Seit wann waren Wolken gereizt und sprachen mit britischem Akzent?

Als ich die Augen öffnete, sah ich zu meinem Entsetzen, dass ich mit dem Vampir im Bett lag. Und ja, ich hatte offensichtlich die ganze Bettdecke an mich gerissen.

Wie von der Tarantel gestochen fuhr ich auf, woraufhin ich mir sofort den Kopf an der niedrigen Höhlendecke stieß.

»Auaaa …« Die schmerzende Stelle reibend, sah ich mich voll Angst und Abscheu um. Wie war ich hierhergeraten? Warum lag ich nicht im Koma, nachdem ich so übel zugerichtet worden war? Eigentlich ging es mir … gut. Abgesehen von der leichten Gehirnerschütterung, die ich mir wohl gerade eingehandelt hatte.

Ich wich so weit wie möglich in eine Ecke zurück. In dem kleinen Kalksteingelass gab es keinen erkennbaren Ausgang. »Warum bin ich nicht im Krankenhaus?«

»Ich habe dich gesund gemacht«, antwortete er einfach, als wäre das die normalste Sache der Welt.

Schreckensstarr fühlte ich meinen Puls. Gott, er hatte mich doch nicht etwa in einen Vampir verwandelt, oder? Nein, mein Herz hämmerte.

»Wie das?«

»Mit Blut, natürlich. Wie sonst?«

Auf die Ellbogen zurückgelehnt warf er mir einen ungeduldigen und müden Blick zu. Soweit ich sehen konnte, hatte er sich ein frisches Hemd angezogen. Was unter dem Laken war, wollte ich gar nicht wissen.

»Sag mir, was du mir angetan hast!«

Auf meine hysterische Reaktion hin verdrehte er die Augen, schüttelte sich das Kissen auf und drückte es an sich. Die Geste wirkte so menschlich, dass sie schon wieder unheimlich war. Wer hätte gedacht, dass Vampire Wert darauf legten, dass ihre Kissen aufgeschüttelt waren?

»Ich hab dir ein paar Tropfen von meinem Blut verabreicht. Dachte mir, du brauchst nicht viel, weil du ja eine Halbvampirin bist. Schnelle Selbstheilungskräfte sind dir vermutlich angeboren, aber du warst ja ziemlich mitgenommen. Das hast du dir natürlich selbst zuzuschreiben, du hast den blöden Zweikampf ja vorgeschlagen. Und jetzt entschuldige mich. Es ist schon Tag, und ich bin völlig erledigt. Für mich ist ja nicht mal was zu essen dabei rausgesprungen.«

»Vampirblut hat Heilkräfte?«

Er antwortete mit geschlossenen Augen. »Das hast du nicht gewusst? Kreuzdonnerwetter, du weißt ja überhaupt nichts über deine eigene Art.«

»Ich gehöre nicht deiner Art an.«

Er zuckte nicht einmal mit der Wimper. »Wie du meinst, Kätzchen. «

»Könnte ich durch zu viel Blut zur Vampirin werden? Wie viel ist zu viel?«

Er öffnete die Augen und funkelte mich böse an. »Hör mal, die Schule ist aus, Schatz. Ich will schlafen. Du hältst den Schnabel. Später, wenn ich ausgeschlafen habe, beschäftigen wir uns mit den Detailfragen, das ist Teil deiner Ausbildung. Gönn mir bis dahin ein wenig Ruhe.«

»Zeig mir, wie man hier rauskommt, und du kannst schlafen, so lange du willst.« Wieder sah ich mich vergeblich nach einem Ausgang um.

Er schnaubte verächtlich. »Na klar. Soll ich dir auch noch deine Waffen holen, damit du mir im Schlaf das Herz durchbohren kannst? Ganz bestimmt nicht. Du bleibst hier, bis ich dich rauslasse. Fluchtversuche kannst du dir sparen, du hättest sowieso keine Chance. Jetzt solltest du dich etwas ausruhen, denn wenn du mich noch länger wach hältst, will ich ein Frühstück. Alles klar?« Noch einmal schloss er die Augen, diesmal ganz entschieden.

»Ich schlafe nicht neben dir.« Entrüstung lag in meiner Stimme.

Im Bett wurde kurz herumgefuhrwerkt, dann traf mich ein Laken im Gesicht.

»Dann schlaf auf dem Boden. Du klaust mir sowieso immer die Bettdecke.«

Mangels Alternative legte ich mich auf den eisigen Felsboden. Das Laken bot kaum Schutz vor der Kälte, geschweige denn vor dem harten Untergrund. In dem vergeblichen Versuch, eine weniger unbequeme Stelle zu finden, wälzte ich mich herum, bis ich es, den Kopf auf die Arme gelegt, schließlich aufgab. Immerhin besser, als sich mit dieser Kreatur ein Bett zu teilen. Eher hätte ich mich auf ein Nagelbrett gelegt. Die Stille in der Höhle war irgendwie beruhigend. Eins stand fest, Vampire schnarchten nicht. Nach einiger Zeit schlief ich ein.

Ein paar Stunden mochten vergangen sein, mir kamen sie nur wie Minuten vor. Eine nicht gerade sanfte Hand rüttelte mich an den Schultern, und diese schreckliche Stimme dröhnte mir in den Ohren.

»Raus aus den Federn. Wir haben viel zu tun.« Als ich aufstand und mich streckte, begehrten meine Knochen mit hörbarem Knacken auf. Bei dem Geräusch grinste er.

»Das ist die gerechte Strafe dafür, dass du versucht hast, mich umzubringen. Der Letzte, der es mit mir aufnehmen wollte, hatte hinterher mehr als nur einen steifen Nacken. Du hast wirklich Glück, dass ich eine Verwendung für dich habe, sonst würden inzwischen nur noch meine rosigen Wangen an dich erinnern.«

»Ich bin schon ein echter Glückspilz.« Ich fühlte eher Verbitterung, gefangen in einer Höhle mit einem mordlustigen Vampir.

Er drohte mir mit dem Finger. »Nicht traurig sein. Du kriegst gleich eine erstklassige Ausbildung in Nosferatu. Glaub mir, das ist nicht vielen Menschen vergönnt. Aber du bist ja eigentlich auch gar kein richtiger Mensch.«

»Sag das nicht andauernd. Ich bin mehr Mensch als … Dings.«

»Na ja, wie sich das genau verteilt, werden wir gleich herausfinden. Geh von der Wand weg.«

Ich gehorchte, in dem kleinen Raum hatte ich kaum eine andere Wahl, denn zu nahe kommen wollte ich ihm nicht. Er stand vor der Steinwand, an der ich geschlafen hatte, und packte den Fels an beiden Seiten. Mühelos hob er die Steinplatte an und setzte sie seitlich ab. Dahinter tat sich eine Öffnung auf. So waren wir also in diese Gruft gekommen.

»Komm mit«, rief er mir im Hinausgehen über die Schulter zu. »Nicht trödeln.«

Als ich mich durch die enge Öffnung zwängte, erinnerte mich ein plötzlicher Blasendruck daran, dass meine Organe noch ganz menschlich funktionierten.

»Äh … ähem, hier gibt es nicht zufällig …« Zur Hölle mit Takt und Feingefühl. »Gibt es hier eine Toilette? Bei einem von uns sind die Nieren noch intakt.«

Er blieb abrupt stehen und musterte mich. Feine Lichtstrahlen drangen durch die Kalksteindecke und überzogen das Höhleninnere mit einem gitterartigen Muster. Also war es Tag.

»Meinst du etwa, das hier ist ein beschissenes Hotel? Was willst du als Nächstes, ein Bidet?«

Verärgert und peinlich berührt stieß ich hervor: »Wenn du keine Sauerei willst, solltest du eine Alternative anzubieten haben, und zwar schnell.«

Er stieß einen Laut aus, der äußerst stark an einen Seufzer erinnerte. »Mir nach. Aber nicht, dass du mir stolperst oder dir den Fuß vertrittst, ich werde dich bestimmt nicht tragen. Mal sehen, was sich machen lässt.«

Während ich hinter ihm herkletterte, tröstete ich mich, indem ich mir in allen Details ausmalte, wie er sich hilflos unter meinem Pflock wand. Ich sah es so deutlich vor mir, dass ich beinahe lächelte, als er eine Richtung einschlug, aus der man Wasser rauschen hörte.

»Da.« Er deutete auf einige Felsbrocken, die allem Anschein nach über einem kleinen unterirdischen Wasserlauf aufragten. »Das Wasser fließt von hier weg. Du kannst dich auf den Felsen erleichtern.«

Als ich davonhastete, rief er mir mit schneidender Stimme nach: »Übrigens, falls du vorhast, einfach runterzuspringen und wegzuschwimmen, ist das keine gute Idee. Der Bach ist knapp über null Grad kalt und tritt erst nach mehr als drei Kilometern wieder an die Oberfläche. Bis dahin wärst du längst unterkühlt. Das ist gar nicht angenehm, so zitternd in der Dunkelheit herumzuirren, Halluzinationen setzen ein. Außerdem hättest du unser Abkommen nicht eingehalten. Ich würde dich finden. Und dann wäre ich sehr, sehr ungehalten.«

Durch den grimmigen Unterton in seiner Stimme wirkten die Worte bedrohlicher als eine gezückte Pistole. Verzweiflung überkam mich. Der Gedanke an Flucht war mir tatsächlich gekommen.

»Bis gleich.« Er drehte sich um und entfernte sich ein Stückchen, wobei er mir den Rücken zukehrte. Seufzend kletterte ich auf die Felsen, wo ich in einem Balanceakt meinem ebenso dringenden wie ungelegenen Bedürfnis nachkam.

»Toilettenpapier steht wohl nicht zur Diskussion?«, blaffte ich.

Statt einer Antwort lachte er laut los. »Ich setz es auf die Einkaufsliste, Kätzchen.«

»Hör auf, mich Kätzchen zu nennen. Ich heiße Cat.« Als ich fertig war, kletterte ich wieder herunter, bis ich halbwegs festen Boden unter den Füßen hatte. »Wie heißt du eigentlich? Das hast du mir noch nicht verraten. Wenn wir zusammen … arbeiten wollen, sollte ich wenigstens wissen, wie ich dich nennen soll. Es sei denn natürlich, du hörst auf Beschimpfungen.«

Wieder spielte dieses füchsische Lächeln um seine Mundwinkel, als er sich mir zuwandte. Breitbeinig und mit leicht vorgeschobenen Hüften stand er da. Sein bleiches Haar umrahmte sein Gesicht in dichten Wellen. Die feinen Lichtbündel überall ließen seine Haut geradezu leuchten.

»Ich heiße Bones.«

»Eins nach dem anderen, Süße. Wenn du eine wirklich gute Vampirjägerin werden willst, musst du mehr über Vampire wissen.«

Wir saßen uns auf zwei Felsblöcken gegenüber. Die trüben Lichtstrahlen, die durch die Höhlendecke fielen, hatten einen leichten Stroboskopeffekt. Das war wohl die absurdeste Situation, die ich je erlebt hatte. Ich saß einem Vampir gegenüber und unterhielt mich mit ihm in aller Seelenruhe darüber, wie man seine Artgenossen umbrachte.

»Tageslicht verursacht bei uns höchstens starken Sonnenbrand. Unsere Haut geht nicht in Flammen auf wie im Kino, und wir verwandeln uns auch nicht in Knusperhähnchen. Allerdings schlafen wir gern bis spät in den Tag hinein, weil wir nachts am stärksten sind. Diesen wichtigen Punkt solltest du dir einprägen. Tagsüber sind wir langsamer, schwächer, träger. Besonders bei Tagesanbruch. Im Morgengrauen sind die meisten Vampire an ihren jeweiligen Schlafplätzen, und das müssen, wie du letzte Nacht wohl gemerkt hast, nicht unbedingt Särge sein. Oh, ein paar altmodische Typen schlafen nur in Särgen, aber die meisten von uns haben es gern bequemer. Einige stellen sogar Särge in ihren Schlupfwinkeln auf, damit Möchtegern-van-Helsings dort zuerst suchen und sie selbst sich in der Zwischenzeit unbemerkt heranschleichen können. Diesen Trick habe ich auch schon ein paarmal angewendet. Wenn du also denkst, du könntest einfach die Vorhänge aufreißen, Sonnenlicht ins Zimmer lassen, und schon ist die Sache erledigt, dann kannst du das vergessen.