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Egal ob Hund, Katze, Meerschweinchen oder Schildkröte: Tiere nehmen heutzutage einen besonderen Stellenwert in der Gesellschaft und der Familie ein. Im Buch werden Geschichten und Anekdoten über eben diese Tiere und deren Besitzer erzählt. Lustig und auch manchmal etwas skuril ist "Das hat der ja noch nie gemacht!" ein kurzweiliges Buch zum Lesen vor dem Kamin, auf Reisen oder am Strand. Die erzählten Geschichten sind alle tatsächlich passiert und spiegeln den Alltag der Arbeit in einer Tierpension wider.
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Seitenzahl: 50
Veröffentlichungsjahr: 2019
Andreas Kühne
Das hat derja noch niegemacht!
Aus dem Leben einesTierherbergsvaters
© 2019 Andreas Kühne
Verlag und Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg
ISBN
Paperback:
978-3-7497-5297-3
Hardcover:
978-3-7497-5298-0
e-Book:
978-3-7497-5299-7
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Das hat der janochnie gemacht!
aus dem Leben einesTierherbergsvaters
Für Anne
Ich widme dieses Buch meiner Frau und meinen beiden Töchtern, meiner Enkelin und den besten Freunden, die man im Leben haben kann. Ich danke meiner lieben Kollegin in der Pension, die mir seit vielen Jahren treu zur Seite steht und mir immer zuverlässig den Rücken frei hält. Sie ist nicht nur irgendeine Mitarbeiterin, sondern für uns mittlerweile ein vollwertiges Familienmitglied geworden.
Inhalt:
Vorwort
Vom Dorfkind zur Stadtpflanze und zurück – eine nicht ganz ernstzunehmende Vorbetrachtung
Ein Tier namens Amtsschimmel
Früher war alles besser
Ein geruchsintensiver Beginn
Von Persern, Siamesen und anderen Hoheiten
Ein Papagei ist auch nur ein Mensch
Ein Tröpfchen gegen jedes Wehwehchen
Kleine Hunde und große Egos
Roger Rabbit & seine Freunde
Namen sind nicht Schall und Rauch
Erziehung ist (fast) alles
Von Fischen, Reptilien und anderen Wasserbewohnern
Mein Hund macht so was nicht! Von Herrchen, Frauchen und Bediensteten
Vorwort
Ein Mann soll in seinem Leben einen Baum pflanzen, ein Haus bauen und ein Kind zeugen. Angeblich stammen diese Worte von Martin Luther. Bäume habe ich schon einige gepflanzt, das mit dem Haus hat auch geklappt und mit zwei Töchtern habe ich das geforderte Soll an Kindern auch erfüllt. Heute möchte ich noch den Punkt „sollte ein Buch schreiben“ hinzufügen. In unserem täglichen Arbeitsleben erleben wir so viele lustige, interessante und auch traurige Situationen, dass ich mich bereits seit vielen Jahren mit dem Gedanken trage, von diesen Erlebnisse zu berichten.
Das Ergebnis dieser Überlegungen liegt nun vor Ihnen. Das Buch entstand während einer längeren Auszeit, in der ich die Zeit des Nichtstuns sinnvoll nutzen wollte.
Vielleicht erkennt sich ja der eine oder andere Leser in meinen Geschichten wieder.
Andreas "Kuno" Kühne
Vom Dorfkind zur Stadtpflanze und zurück – eine nicht ganz ernstzunehmende Vorbetrachtung
Das Verhältnis der Deutschen zu ihren Haustieren ist ein besonderes. Ich verlebte meine Kindheit und Jugend in den 70er und 80er Jahren im dörflichen Osten unseres damals noch geteilten Landes. Selbstverständlich hatten auch wir Haustiere aller Gattungen. Ich wuchs auf mit einem Hund, welcher für damalige Verhältnisse einen unverschämt adligen Stammbaum und den französischen Namen „Gaston von der Domäne“ vorweisen konnte, was sich natürlich auch im Anschaffungspreis in der Höhe eines damaligen Monatsdurchschnittsverdienstes widerspiegelte. Ansonsten war an Gaston oder Horst, wie wir ihn der Einfachheit halber nannten, wenig glamourös und er hatte trotz seiner edlen Shelty-Vorfahren eher das rüpelhafte Auftreten eines klassischen Dorfköters. Er war ständig auf der Pirsch, entweder um Geschlechtsgenossen im Dorf zu verdreschen oder um die vierbeinigen schwanzwedelnden Dorfschönheiten zu beglücken. Horst wurde stattliche 17 Jahre alt und hatte ein schönes Leben. Weiterhin gehörten zu unserem Haushalt zwei Kater, sechs Meerschweinchen, Kaninchen, Schweine, Schafe, Ziegen, Enten und allerlei Ziergeflügel.
Nun gut, der Begriff „Haushalt“ ist hier wohl etwas untertrieben – es hatte eher etwas von einem mittleren Bauernhof, obwohl meine Eltern beide nicht in der Landwirtschaft arbeiteten. Tiere wurden damals jedoch hauptsächlich zum Fortbestand des Hofe oder – wie im Fall von Horst leider nur mäßig erfolgreich – zum Schutz und zur Verteidigung desselben gehalten. Als Dorfkinder waren wir im Gegensatz zu unseren Freunden der urbanen Habitate durch die permanente Verfügbarkeit arschfrischer Eier, frisch geräucherter Wurst oder einem Bio-Gänsebraten deutlich privilegiert. Als ich später in der Kreisstadt mein Abitur machte, war die Leberwurststulle des Öfteren ein beliebtes Tauschobjekt. Später war es hilfreich bei der Beschaffung von Bückware aller Art. Für eine frische Bratwurst und eine Flasche „Kumpeltod“ - dem steuerfreien Trinkbranntwein der Bergleute - gab es mindestens 10 Sack Zement bei Frau Krause, der Göttin der für die Beschaffung und Verteilung von Baumaterialien zuständigen „Bäuerlichen Handelsgenossenschaft“ - kurz BHG. Ansonsten war die Haltung und Pflege der Tiere vor allem mit einem verbunden: viel Arbeit und wenig Freizeit.
Das Futter für alle unsere Tiere wurde selbst angebaut und verarbeitet und in den größeren Orten gab es eine Zoohandlung, besagte BHG und für die Gesundheit der Tiere einen Landtierarzt.
Der Tierarzt in unserm Dorf war Dr. Günter Kiefer und er lebte mit seiner Frau Helga wie Dr. Doolittle auf einem kleinen Gehöft mitten im Ort. Bei ihm brüteten die Enten in der Küche und der Familiendackel sorgte mit fletschenden Zähnen für die Sicherheit der noch ungeschlüpften Küken.
Günter war es auch, der uns Kinder von einer ganz anderen Seite an das Thema Haustiere heranführte. Jede freie Minute verbrachten wir entweder bei ihm auf dem Hof oder wir begleiteten ihn bei seiner Arbeit in den umliegenden Ställen. Er zeigte uns, wie man Schweine oder Schafe kastriert, Klauen schneidet oder Sauen künstlich besamt – was interessanter klingt, als es tatsächlich war. Das eberliche Genmaterial wurde in damals üblichen wohltemperierten Essenscontainern angeliefert und mittels eines sehr langen Trinkhalmes mit aufgesetzter „Olive“ zur Beglückung der willigen (oder wie der Fachmann sagte „rauschigen“) Sau eingebracht. Seit diesem Tag betrachte ich die kleine grüne oder schwarze Frucht südlicher Gefilde aus einem ganz anderen als den üblichen Blickwinkel.
Wie es wahrscheinlich bei allen jungen Menschen ist, drängte es mich mit 18 Jahren in die damals noch nicht ganz so weite Welt und ich ging nach Thüringen zum Studium und zur Armee – mit Tieren wollte ich erst mal nichts mehr zu tun haben und genoss lieber das intensive Studium der holden Weiblichkeit und die durchzechten Nächte mit meinen Brüdern im Geiste, welche mein ganzes restliches Leben eine besondere Rolle spielen sollten. Dazu aber später mehr.
