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Christians Weg zum Gipfelkreuz ist beschwerlich und gefahrvoll. Doch während andere Bergsteiger in die Tiefe stürzen, steigt er an der Hand des Todes weiter auf. Aber der Tod ist nicht ohne Anspruch - es bleibt eine Forderung zu erfüllen …
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Seitenzahl: 20
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Siegfried Ahlborn
Das Hypomochlion
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Das Hypomochlion
Impressum neobooks
Breitbeinig stand er und schaute mit starrem Blick auf das Geschehen zu seinen Füssen, während die Schneeflocken sein greises Haupt umspielten.
Der junge Mann zu seinen Füßen lag etwa zwanzig Meter unter ihm am Hang und rührte sich nicht mehr. Bergdohlen hatten ihn entdeckt und begannen an seinen Kleidern zu zerren.
„Gestorben vor dem Hypomochlion“, murmelte der Alte und war wie von Geisterhand verschwunden. Ein Helikopter der Bergwacht näherte sich.
Sie hatten den Vermissten schnell gefunden, da der Hinweis auf den Berg eindeutig war.
Viele Bergsteiger waren in der letzten Zeit an diesem Berg geblieben. Was war es, was sie dort überfiel? Schwindel, Angst, Unsicherheit oder gar Selbstmordgedanken? Seit einiger Zeit rätselte man über dieses Phänomen. Aber noch mehr darüber, dass sich scheinbar keiner der mutigen Kletterer davon abhalten ließ, den Berg zu besteigen.
Da hatte die Bergwacht den regungslosen Körper erreicht und ließ einen Helfer an einem Seil zu ihm hinab. Der konnte nur noch den Tod feststellen und befestigte den reglosen Körper mithilfe eines zweiten Helfers auf einer schwebenden Bare, um ihn ins Dorf am Fuße des Berges zu transportieren.
Der Alte lachte und wandte sich dem nächsten Kletterer zu, der gerade begonnen hatte, den Berg zu besteigen.
Dieser kam an sein erstes großes Hindernis, das auch der vor ihm gegangene und später verunglückte Wanderer am Anfang seiner Tour zu überwinden gehabt hatte. Es war ein Felsvorsprung, der nicht umgangen werden konnte, sondern der mit einiger Mühe erklommen werden musste.
Der junge Mann, der sich jetzt auf dem Wege nach oben befand, setzte seinen Rucksack ab, nahm einen kräftigen Schluck aus seiner Wasserflasche und schaute nach oben. Der Felsenvorsprung, der sich vor ihm auftürmte, sah bedrohlich aber nicht unüberwindbar aus. Er wusste, dass er ihn meistern konnte, wollte aber erst einmal Kraft sammeln und ließ sich für einen Moment auf einem passenden Stein nieder.
Er war früh aufgebrochen und hatte vor, am gleichen Tage noch den Gipfel zu erreichen. Dort wollte er übernachten, denn für beide Wege war die Zeit zu knapp. Und er freute dich schon auf den Blick von oben, von dem alle Welt schwärmte.
