Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Das erste Anzeichen einer Demenz, war für mich ein Schock. Das Gesicht, das mir erschien, und mir zeigte, dass mein Denken zerbrach, erschreckte mich und zog mich gleichzeitig magisch an. Aber ich wollte ihm nicht folgen, obgleich sich – mit Beginn der Demenz – auch eine junge Frau einfand, die mir helfen wollte. Doch auch sie konnte mir die Angst vor dem Gesicht, das sich mir gezeigt hatte, nicht nehmen und brachte es sogar mit einem entflohenen Massenmörder in Verbindung. So suchte ich Hilfe im Kloster bei einem befreundeten Mönch.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 125
Veröffentlichungsjahr: 2015
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Siegfried Ahlborn
Demenz
wem das Denken zerbricht
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Das unheimliche Gesicht
Bruder Aurelius
Die geraubten Vorstellungen
Die Begegnung mit dem Mörder
In der Kapelle
Das Seminar im Kloster
Schauen, Lauschen, Verstehen
Bin ich‘s, oder bin ich‘s nicht
Die Bettlerin
Die Festnahme
Der gelähmte König
An der Quelle
Gehirn und Denken
Notwendigkeit und Freiheit
Die Hochzeit
Impressum neobooks
Das Chaos der Dunkelheit meines Geistes begann, als ich mich – mit meinem Bruder aus dem Theater kommend – verlief.
Ich hatte nur das Auto holen wollen und befand mich plötzlich an einem mir völlig fremden Ort. Wo war ich? Wo war mein Bruder? Was wollte ich hier?
Ich schaute auf mein Handy, um zu sehen, wo ich mich befand. Aber ich erkannte es nicht. Es zeigte mir nicht das gewohnte Bild und gab mir Worte und Zeichen in einer völlig fremden Sprache. Panik erfasste mich. – Und das war der Moment, wo ich ihm die Tür geöffnet haben muss. Ihm, dem Fremden, dem Chaos, dem Gesicht.
Unbewusst muss ich ihm Zutritt zu mir gewährt haben, denn mit Bewusstsein hätte ich es nicht getan. Er war erschreckend in seinem Ausdruck und unheimlich in seiner Präsenz. Ich sah es nur kurz – sein drohendes Gesicht – aber es hinterließ in mir eine unergründliche Angst. Ich wusste, dass es mich ab jetzt verfolgen würde. Er war gekommen, um mich zu töten.
Aber wem gehörte das Gesicht? Wer wollte meinen Tod? Was war das für ein Wesen? Ein Mensch? Ein Dämon? Oder einfach nur ein Gesicht, das mich, wie durch eine dunkle Wand hindurch, anschaute – nur kurz, aber lange genug, um mich bis ins Mark hinein zu erschrecken?
Plötzlich war mein Bruder wieder da und fragte mich, wo ich bleibe – und das Gesicht war verschwunden. Aber ich war gewarnt. Kampflos wollte ich mich nicht ergeben. Ich fragte meinen Bruder, ob er das Gesicht auch gesehen habe.
„Ein Gesicht? Was für ein Gesicht?“ fragte er.
Ich winkte ab. „Es war wohl nur eine Einbildung“, sagte ich.
„Ja, wahrscheinlich nur eine Einbildung. Komm, lass uns nach Hause fahren!“
Wir fuhren nach Hause und sprachen auch nicht mehr darüber. Aber zu Hause angekommen, fragte er mich, ob er mir noch helfen könne – und das gefiel mir nicht: Ich hatte doch nur ein Auto vergeblich gesucht… Also verabschiedete ich ihn und bat ihn, sich keine Sorgen zu machen, es sei ja nur eine Einbildung gewesen.
Auch ich wollte mir keine Sorgen mehr machen. – Und doch ging ich am nächsten Morgen dorthin zurück, wo ich das Auto gesucht hatte, denn ich glaubte nicht wirklich an eine Einbildung. Ich wollte Spuren von ihm, dem Fremden, finden.
Woher hatte er gewusst, dass ich dort sein würde? Und warum hatte er sich mir nur so kurz gezeigt? Wollte er mich quälen, bevor er mich umbrachte? Und warum überhaupt, wollte er mich umbringen? Das waren Fragen, die ich klären musste.
Jetzt war aber nichts zu sehen. Die Sonne schien und beleuchtete den Parkplatz, wo das Auto gestanden hatte – und die Mauer des Parks, hinter der mir das Gesicht erschienen war.
Hinter ihr blühten die schönsten Blumen und die Bäume standen im ersten Grün. Die Vögel sangen, und es war eine Stimmung, als wollte die Göttin Natura selbst zur Erde herniedersteigen. – War das wirklich die Mauer, die mir Angst gemacht hatte? War das der Park des unheimlichen Fremden?
Ich schaute über die Mauer in den Park und konnte doch nichts entdecken. Außer einer junge Frau, die vor einem Beet mit Frühlingsblumen kniete. Durch ein Tor der Mauer näherte ich mich ihr. Sie hörte mich kommen, erhob sich, und wandte sich mir zu. Sie hatte ein jugendlich hübsches Gesicht, dunkle Augen und dunkles, langes Haar.
Sie schaute mich erstaunt an und ich war beschämt, mich ihr genähert zu haben. Aber ich hatte das deutliche Gefühl gehabt, mich ihr nähern zu müssen. Sie lächelte und ich lächelte. Dann sagte ich:
„Entschuldigen Sie bitte, gestern Abend war ich hier und habe ein Gesicht in diesem Garten gesehen. Können Sie mir sagen, ob es hier einen Gärtner, oder einen sonst irgendwie Verantwortlichen gibt?“
Sie schüttelte den Kopf und schaute mich nachdenklich an: „Sind Sie sicher“, fragte sie, „dass es ein Mensch war und keine Einbildung?“
„Ja“, sagte ich, „Es war jemand, der mir schaden wollte.“
„Doch, doch“, bekräftigte sie. „Es muss eine Einbildung gewesen sein. Hier ist sonst niemand.“
Aber da war es plötzlich wieder, das Gesicht. Es erschien hinter ihr in der Hecke und lauerte mich an. Ich schrie auf und muss sehr verängstigt ausgesehen haben, denn sie fragte besorgt: „Kann ich Ihnen helfen.“
„Schauen Sie doch!“ sagte ich, und deutete auf die Hecke hinter ihr.
Sie schaute sich um, stutzte kurz, und schüttelte dann den Kopf.
„Haben Sie ihn gesehen?“ fragte ich.
„Nein!“
„Dann schauen Sie bitte noch einmal. – Sehen Sie ihn jetzt?“
„Nein!“
Aber ich sah ihn auch nicht mehr und musste klein beigeben. Da sagte sie plötzlich:
„Ich habe zwar von einem Entflohenen in der Zeitung gelesen, aber da war nichts. Was hat solch ein Gesicht hier auch zu suchen, wo nur die Frühlingsschönheit sprechen darf. Empfinden Sie denn diese Schönheit nicht?“
„Sie haben von einem Entflohenen gelesen?“ harkte ich nach.
„Ja, schon“, beschwichtigte sie, „ein Mörder soll entflohen sein – aber da war wirklich nichts. Ich hätte es ja auch gesehen. Also bitte, schauen Sie doch nur einmal diese schönen Beete hier, sehen Sie denn diese Schönheit nicht?“
„Schon, ja, aber nicht mit diesem Gesicht!“
„Das tut mir leid für Sie. Dann können Sie die Schönheit wirklich nicht sehen. Sagen Sie mir, wie ich Ihnen helfen kann.“
„Ich brauche keine Hilfe“, murmelte ich, denn mittlerweile fand ich diese Situation unerträglich. Ich kam mir vor, wie in einem Wald voller Vögel, die alle durcheinander zwitscherten. Irgendwie wollte mein Kopf nicht … Ich brauchte eine Antwort auf die Frage, warum ich ins Visier des Bösen geraten war, und wer den Auftrag bekommen hatte, mich zu töten, und nicht den Hinweis auf die Schönheit der Natur. Also wandte ich mich von ihr ab und lief, ohne anzuhalten und ohne zurückzuschauen, nach Hause.
Zu Hause angekommen bemühte ich mich zu rekonstruieren, wo ich mich in den letzten Tagen aufgehalten hatte, und welche Wege ich gegangen war. Vielleicht ließ sich ein Anhaltspunkt finden. Vielleicht hatte ich irgendeine Warnung übersehen. Vielleicht war ich schon lange beobachtet worden.
Ich überlegte und überlegte, aber immer wieder wurde ich von meinen wild irrlichtelierenden Gedanken abgelenkt und konnte mich nicht konzentrieren.
„Ihr müsst mal zusammenbleiben, um aufeinander zu hören“, sagte ich laut zu meinen eigenen Gedanken. Aber ich schaffte es nicht. Ich brauchte Hilfe, die Hilfe eines Sherlock Holmes, eines Menschen, der die Gedanken zusammenhalten konnte und im Ergreifen einer Idee die Wahrheit fand. Und ich wusste auch schon, wer dafür infrage kam.
Kurz darauf klopfte ich an das Tor eines nahegelegenen Klosters und wurde auf mein Bitten hin zu Bruder Aurelius geführt.
Ich kannte ihn aus meinen Besuchen im Klostergarten. In diesem Garten, in welchem ich oft und gerne spazieren gegangen war, hatten wir uns getroffen, angefreundet und so manches interessante Gespräch geführt. Dort hatte er mir auch gesagt, dass ich ihn jederzeit aufsuchen dürfte, wenn ich Fragen oder Sorgen hätte.
So empfing er mich wie einen alten Freund, und nachdem wir uns begrüßt hatten, setzten wir uns an einen kleinen, runden Tisch im Gästeraum einander gegenüber. Dann fragte er mich nach meinem Anliegen und ließ sich meine Geschichte erzählen.
Ich erzählte ihm sehr bewegt von der Suche nach dem Auto, meinen Ängsten, und dem unheimlichen Gesicht, das sich mir hinter der Parkplatzmauer und hinter der Hecke gezeigt hatte. Er hörte schweigend zu und sagte dann:
„Nun, Johannes, nun bringst du mir das eben wild Vorgebrachte noch einmal in Reim form – du kannst doch reimen…“
Ich schaute ihn erstaunt an. Damit konnte ich ja nun gar nichts anfangen. Aber der, trotz seines Alters jugendlich wirkende Mann, schaute mich aus seinen ruhigen Augen freundlich an und wartete geduldig, bis ich mich gesammelt hatte. Zögernd begann ich:
Ich war der Welt und mir verloren,
Als ich aus dem Theater kam.
Dann stockte ich. Es fiel mir schwer, meine Gedanken beieinander zu halten. Aber Bruder Aurelius wartete geduldig, bis ich die nächsten Zeilen gefunden hatte.
Zum Opfer ward ich auserkoren,
Für den, der mir mein Denken nahm.
Jetzt erhob er sich von seinem Stuhl und stellte sich in die Nähe des Fensters. Seine schlanke Gestalt und sein ebenmäßiges Gesicht waren aber dort gegen das Licht für mich kaum noch zu erkennen. Ich blinzelte und fuhr fort:
Ich sah ihn nicht,
Nur sein Gesicht,
Das ihm gehört,
Und mich zerstört.
Dann schwieg ich und wartete auf seine Reaktion. Doch plötzlich meinte ich, das unheimliche Gesicht, das mich belauert hatte, in ihm zu erkennen und sprang entsetzt auf. Da trat er schnell zu mir, legte seine Hand auf meine Schulter und bat mich, mich wieder zu setzen. Dann setzte auch er sich wieder und sagte: „Sprich die Reime noch einmal, aber hintereinander weg.“
Das tat ich dann auch, obgleich ich sehr suchen musste, da ich sie schon fast wieder vergessen hatte:
Ich war der Welt und mir verloren,
Als ich aus dem Theater kam.
Zum Opfer ward ich auserkoren,
Für den, der mir mein Denken nahm.
Ich sah ihn nicht,
Nur sein Gesicht,
Das ihm gehört,
Und mich zerstört.
Da kam mir mit einem Male eine Erkenntnis. Warum hatte ich gesagt: der mir mein Denken nahm? Warum das Wort „Denken“ und nicht das Wort „Leben“? Spielte mir mein Denken einen Streich? Bruder Aurelius nickte, als er meine Gedanken sah, und sagte:
„Dein Denken ist es, dein Denken zerbricht. Du siehst es in dem Gesicht.“
Ich erschrak. „Gibt es gar keinen Fremden, der mir schaden will? Bin ich es selbst in meinem Denken? Das kann ich nicht glauben …Wie kann denn ein Denken zerbrechen?“
„Es zerbricht, wenn du es nicht mehr halten kannst“, sagte er, und fügte hinzu: „Und halten lässt es sich nur aus eigener Kraft. Deshalb solltest du mir dein Denken in Reime kleiden.“ „Das war ansträngend“, sagte ich.
„Eben“, bestätigte er, „das sollte es auch sein. Nach unter rutscht man von alleine, nach oben muss man steigen. Lerne dich zu kontrollieren, Johannes. Der Mensch ist sein eigener Herr, sein Meister, sein Dompteur, sein Wagenlenker. Er schleift sich mit sich selbst, so wie ein Diamant. Er wird nicht fremdbestimmt.“
„Auch nicht von solch einem Gesicht?“
„Auch nicht von solch einem Gesicht. Erkenne dich selbst, Johannes – und bitte, folge mir, ich möchte dir etwas zeigen.“
Mit diesen Worten führte er mich in den Ostteil des Klostergebäudes, wo sich eine Kapelle befand. Aber schon auf dem Wege dorthin ging es wieder los.
Das Gesicht war wieder da. Es war wieder da, und es war ein dunkles Gesicht. Es war ein Gesicht mit einem unendlichen Schmerz. Es riss mich mit sich mit.
Und plötzlich waren das Kloster, der Mönch und alles, was ich gerade erlebt hatte, verschwunden und meine Kindheit stand vor mir. Aber unzusammenhängend und in einzelnen Rudimenten. Es gab keine logische Verbindung zwischen den einzelnen Wahrnehmungen.
Da sah ich mich auf der Schulbank sitzen - mit den Spielautos im Sand spielen - auf der Klassenfahrt im Gebirge auf Steinen balancieren… bis mich ein Herr in einem eigenartigen Outfit ansprach und mich aufforderte, mich zu besinnen. Ich war besonnen und sagte ihm, dass ich jetzt keine Zeit für ihn habe, sondern zu der Versammlung von Herren müsse, die schon viel zu lange auf mich gewartet hätten. Ich sagte ihm, dass es mich gefreut habe, und dass er mich jetzt aber bitte alleine lassen müsse.
Doch als ich ihn genauer anschaute, grinste mich schon wieder das Gesicht meines Mörders an. Jetzt musste ich handeln. Ich nahm all meine Kraft zusammen und schlug auf dieses Gesicht ein, bis ich einen Schlag bekam, der mich zu Boden streckte…
Zum Glück nur, dass in diesem Moment mein Freund Bruder Aurelius zugegen war. Er half mir auf und säuberte mich von dem Staub des Bodens.
„Warum bin ich schmutzig?“ fragte ich.
„Du bist gefallen“, sagte er nur und führte mich still weiter.
So kamen wir zu der Kapelle des Klosters. Am Eingang befand sich ein lebensgroßes Bild des Erzengels Michael. Vor diesem Bild blieben wir stehen.
„Oh“, sagte ich erstaunt, „ich erkenne es, ich habe es gemalt.“
Bruder Aurelius lächelte und sagte höflich: „Dann sag mir doch bitte, was es bedeutet.“
Ich betrachtete das Bild und war überfordert. Fühlte mich in diesem Moment aber auch wie in einem geistigen Vakuum.
„Das weiß ich nicht mehr“, sagte ich.
„Dann betrachte es einfach nur“, sagte er, und ich betrachtete es. Es zeigte den Erzengel in einem strahlenden Licht mit einem Kleid aus Silber und Gold. Mit der linken Hand griff er in den Himmel - und mit der rechten Hand, die ein Schwert hielt, hielt er einen sehr teuflisch aussehenden Menschen in Schach. Dabei schaute er diesen Bösen nicht an, sonder blickte auf mich mit einem Blick, der mich aufrief, ihm Rede und Antwort zu stehen – der aber auch gleichzeitig gütig und vergebend war. So stand er im Gleichgewicht zwischen Himmel und Hölle. Aber ich wusste nicht warum.
Doch eines wusste ich plötzlich und erschrak: Das Gesicht des Bösen, den Michael bezwang, war das Gesicht, das ich vorher gesehen hatte. Ja, das war es, das Gesicht …
Da sagte Bruder Aurelius: Schau, Johannes, schau auf die Augen des Engels:
Die Augen schauen nicht das Böse,
Auch nicht auf Krankheit, Tod und Schmerz.
So überwinden sie das Böse,
Und führen dich ins eigene Herz?“
Ich schwieg, schaute auf seine Augen und überlegte, was ich dazu sagen sollte – da fuhr er fort:
„Du darfst dir das fremde, dunkle Gesicht, das dich belastet, nicht mehr vorstellen. Du musst es einfach ignorieren und dir stattdessen etwas Gute, Positives, Schönes vorstellen – wie hier die Augen des Michael. Früher stellte sich der Mensch noch vor, was er sah. Heute lässt er sich zeigen, was er vorstellen soll. Dabei ist der Mensch das einzige Wesen, das Vorstellungen haben kann. Nur er hat die Möglichkeit sich selbst gedanklich in die Hand zu nehmen – eben im Vorstellen. Aber gleichzeitig ist dieses Vorstellen ein zweischneidiges Schwert. Wer sich einen Mord vorstellen kann, ist auch in Gefahr, ihn zu begehen, und wer sich kein göttliches Sein vorstellen kann, wird auch nie an ein Göttliches glauben. Du siehst, Johannes, im Vorstellen sind wir ganz wir selbst und zur gleichen Zeit angreifbar. Wer unsere Vorstellungen besitzt, besitzt auch uns. Mit dem Genuss vom Baum der Erkenntnis, hat Luzifer dem Menschen die Kraft der Vorstellung geschenkt. Aber wir dürfen sie ihm nicht blind überlassen, denn wer unsere Vorstellungen beherrscht, beherrscht auch uns.“
„Und wie kann ich meine Vorstellungen beherrschen?“ fragte ich und hatte doch Mühe seinen Gedanken zu folgen.
