Das Licht von Prag - Ralf Hagedorn - E-Book

Das Licht von Prag E-Book

Ralf Hagedorn

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Beschreibung

Das Licht von Prag Prag, 1929: In den goldenen Gassen der tschechischen Metropole begegnen sich zwei Seelen, die eine gemeinsame Sprache sprechen, die der Poesie und der Träume. Hanna, eine junge Verlegertochter aus Dresden, und Jan, ein visionärer tschechischer Architekt, finden in einem versteckten Antiquariat über einer Erstausgabe von Rilkes "Stunden-Buch" zueinander. Es ist der Beginn einer Liebe, die alle Grenzen überwinden will. Doch während Jan davon träumt, die Welt mit Gebäuden aus Licht und Glas zu modernisieren, ziehen am Horizont die Schatten des Nationalsozialismus auf. Was als hoffnungsvolle "Brücke aus Papier" in ihren Briefen beginnt, wird bald von der grausamen Realität des 20. Jahrhunderts auf die Probe gestellt. Zwei Städte, ein Schicksal: Von der "Goldenen Stadt" Prag bis zum brennenden Dresden des Jahres 1945 folgt die Geschichte zwei Menschen, die zwischen die Fronten der Ideologien geraten. Architektur vs. Zerstörung: Jan muss miterleben, wie seine gläsernen Entwürfe Betonbunkern weichen müssen, während Hanna zur Wächterin verbotener Worte in der Buchhandlung ihres Vaters wird. "Das Licht von Prag" ist eine epische Erzählung über die unerschütterliche Kraft der Literatur und eine Liebe, die lauter spricht als das Dröhnen der Panzer. Ein Zeugnis dafür, dass Hoffnung auch in der tiefsten Dunkelheit ein Zuhause finden kann, versteckt zwischen den Zeilen eines Buches.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
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Seitenzahl: 41

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Das Licht von Prag

Eine Liebe zwischen den Zeilen

IMPRESSUM:

Ralf Hagedorn

c/o IP-Management #4887

Ludwig-Erhard-Str. 18

20459 Hamburg

Geschichte von mir Erfunden, mithilfe von ChatGPT geschrieben.

Coverbild Gemini.

Kapitel 1: Das Licht von Prag (1929)

Der Oktober in Prag trug in jenem Jahr ein Kleid aus flüssigem Gold. Die Sonne stand tief über den Türmen der Kleinseite und verwandelte die Moldau in ein glitzerndes Band, das die Stadt nicht nur teilte, sondern wie eine kostbare Brosche zusammenhielt. Hanna, gerade erst dreiundzwanzig Jahre alt, lehnte am steinernen Geländer der Karlsbrücke und spürte die Kühle des Sandsteins unter ihren Handflächen. In Dresden, ihrer Heimat, war die Luft oft schwerer, gesättigter vom Ruß der Industrie, doch hier, in der „Goldenen Stadt“, schien selbst der Staub zu leuchten.

Sie war mit ihrem Vater, Friedrich, gereist. Er war ein Mann des alten Schlages, ein Verleger, der die tschechischen Druckereien für ihre Präzision schätzte. Während er in verrauchten Kontoren über Papierstärken und Satzspiegel verhandelte, war Hanna entwischt. Sie trug ein schlichtes, aber elegantes Kostüm in Waldgrün, das Haar unter einem modischen Topfhut verborgen eine junge Frau der Weimarer Republik, hungrig nach Leben und noch hungriger nach Worten.

Ihr Weg führte sie in die Zlatá ulička, die Alchimistengasse, und schließlich tiefer in die Gassen der Altstadt, wo die Häuser sich so eng aneinander lehnten, als wollten sie sich gegenseitig Geheimnisse zuflüstern.

Das Antiquariat „Konečný“

Es war ein kleiner Laden, dessen Schaufenster so vollgestopft war mit Folianten, dass kaum Licht ins Innere drang. Über der Tür hing ein schmiedeeisernes Schild, das im Wind leise quietschte. Hanna trat ein, und das Klingeln der Glocke wurde sofort vom schweren, süßlichen Geruch nach Leder, Staub und vergehender Zeit verschluckt.

Sie liebte diesen Geruch. Er roch nach Beständigkeit.

Am hinteren Ende des Ladens, in einer Nische für Lyrik, sah sie es: Ein schmales Bändchen, gebunden in dunkelblaues Leinen mit Goldprägung. „Das Stunden-Buch“ von Rainer Maria Rilke. Es war eine Erstausgabe aus dem Jahr 1905. Ihr Herz machte einen kleinen Sprung. Rilke, der Wanderer zwischen den Welten, der Deutsche aus Prag, er war die Brücke, die sie heute suchte.

Als sie die Hand ausstreckte, um den Buchrücken zu berühren, geschah es. Eine andere Hand, größer, mit langen, schmalen Fingern, die leicht nach Tusche und Zirkel rochen, legte sich zeitgleich auf das Buch.

Hanna schreckte zurück, ihre Wangen röteten sich.

„Verzeihung“, sagte sie hastig auf Deutsch.

Ein leises Lachen erklang aus dem Halbdunkel der Regale. Der Mann, dem die Hand gehörte, trat einen Schritt vor. Er war groß, trug einen einfachen grauen Mantel und hatte dunkles Haar, das ihm ein wenig unordentlich in die Stirn fiel. Seine Augen waren von einem ungewöhnlichen Grau-Blau, wie der Himmel über der Moldau vor einem Gewitter.

Ein deutsches Herz für tschechische Lyrik?“, fragte er. Sein Deutsch war nahezu perfekt, doch die Vokale waren weicher, gesungener. „Oder sollte ich sagen: Ein deutsches Herz für einen Prager Jungen, der auf Deutsch schrieb?“

Rilke gehört niemandem allein“, antwortete Hanna, ihre Stimme nun fester. „Und er gehört überall hin.“

Der Mann lächelte und nahm das Buch vorsichtig aus dem Regal. Er betrachtete es mit einer fast zärtlichen Ehrfurcht, bevor er es Hanna hinhielt. „Da haben Sie recht. Ich bin Jan. Jan Zelenka. Und wenn Sie dieses Buch so ansehen, als wäre es ein verlorener Schatz, dann haben Sie ein größeres Anrecht darauf als ich, der ich nur nach einer Inspiration für einen Fassadenentwurf suchte.“

Das Café Slavia

Stunden später saßen sie im Café Slavia, dem Herzschlag der Prager Intelligenzija. Draußen ratterten die Straßenbahnen vorbei, drinnen klirrten die Kaffeelöffel gegen feines Porzellan. Jan war Architekt, ein Visionär der funktionalistischen Schule, der davon träumte, Prag mit Glas und Licht zu modernisieren, ohne seine Seele zu verkaufen.

Sehen Sie diese Stadt, Hanna“, sagte er und deutete aus dem großen Fenster. „Sie ist wie eine Schichtentorte. Ganz unten der mittelalterliche Schlamm, darauf der Barock-Zuckerguss und wir, wir versuchen gerade, das Glasdach obendrauf zu setzen. Alles existiert gleichzeitig.“

Hanna hörte ihm zu und vergaß ihren Kaffee. Jan sprach nicht wie die jungen Männer in Dresden, die entweder nur über das Geld sprachen, das sie nicht hatten, oder über die Politik, die immer lauter und hasserfüllter wurde. Jan sprach über Räume, über Lichtverhältnisse und darüber, wie Architektur das Glück der Menschen beeinflussen konnte.

In Deutschland wird es unruhig“, sagte sie leise, während sie einen Löffel Milchschaum betrachtete. „Mein Vater sagt, das ist nur ein vorübergehendes Gewitter. Aber in den Buchläden verkaufen sich plötzlich Bücher, die nach Blut und Boden riechen, nicht nach Geist.“

Jan legte seine Hand kurz in die Nähe ihrer, ohne sie zu berühren. „Dann müssen wir eben mehr Licht bauen, Hanna. Je mehr Glas wir verwenden, desto weniger Platz bleibt für die Schatten.“

Der Abschied am Bahnhof