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Sir Ralf der Kreuzritter Normandie, 1095: Der Ritter Sir Ralf von Valmont folgt dem flammenden Aufruf von Papst Urban II. Gezeichnet von den Sünden zahlreicher Kleinkriege, sucht Ralf in der Reise nach Jerusalem nicht nach Gold, sondern nach dem Ablass seiner Sünden und dem Weg zum Himmel. Doch noch bevor er das Heilige Land erreicht, erkennt er die bittere Wahrheit: Der Krieg im Namen Gottes verwandelt Menschen in Schlächter. Begleiten Sie Sir Ralf und sein Gefolge auf einem unerbittlichen Marsch durch Europa im Umbruch und den gnadenlosen Osten Als die Mauern von Jerusalem schließlich unter den Ansturm der Franken fallen, weicht die religiöse Ekstase einer Orgie der Gewalt. Ralf erreicht sein Ziel, doch der Preis ist seine Menschlichkeit. Er kehrt als "Held" in die Normandie zurück, doch die Schatten der Wüste und die Schreie der Gefallenen lassen ihn nie wieder los. Sir Ralf der Kreuzritter, ist ein atmosphärisches Porträt des Ersten Kreuzzugs, eine Geschichte über den schmalen Grat zwischen tiefem Glauben und brutalem Fanatismus, über Kameradschaft im Angesicht des Todes und die schmerzhafte Erkenntnis, dass das wahre Paradies oft in der Unschuld liegt, die man hinter sich gelassen hat.
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Seitenzahl: 35
Veröffentlichungsjahr: 2026
Sir Ralf der Kreuzritter
IMPRESSUM:
Ralf Hagedorn
c/o IP-Management #4887
Ludwig-Erhard-Str. 18
20459 Hamburg
Mithilfe von ChatGPT geschrieben
Coverbild Gemini
Kapitel 1: Der Ruf von Clermont
Der Winter in der Normandie war ein unerbittlicher Feind. Der Frost saß tief in den Fugen der Burgmauern von Château Valmont, und in der kleinen Kapelle, in der Sir Ralf kniete, war der Atem als weißer Nebel zu sehen. Ralf, ein Mann, dessen Gesicht von einer alten Narbe über der linken Braue gezeichnet war, spürte die Kälte nicht. Sein Fokus lag auf dem Schwert, das nackt auf dem Altarstein lag.
Wochen zuvor hatte die Nachricht den Norden Frankreichs erreicht: Papst Urban II. hatte in Clermont gesprochen. Er hatte von geschändeten Kirchen im Osten berichtet, von Pilgern, die gequält wurden, und er hatte den Adligen etwas versprochen, das kostbarer war als Gold, den Ablass aller Sünden.
Für Ralf war dies kein bloßer theologischer Punkt. Seine Hände waren befleckt. Die Kleinkriege zwischen den Baronen, das Brennen der Dörfer, die Schreie derer, die im Weg standen, all das lastete auf seiner Seele wie Blei. Das Kreuz, das nun grob aus rotem Stoff auf seinen weißen Waffenrock genäht war, war sein Anker.
Ein Ritter ohne Reue ist nur ein Schlächter“, hatte sein Vater immer gesagt. Ralf bekreuzigte sich. Er war bereit, ein Schlächter Gottes zu werden.
Als die Sonne bleich über dem Horizont aufging, versammelte sich der kleine Trupp im Hof.
Sein Pferd:
Ein massiger, struppiger Destrier namens
Brennender
, der unter dem Gewicht der Kettenpanzerung schnaubte.
Sein Gefolge:
Vier Waffenknechte, zwei Knappen und sein treuer, aber mürrischer Schmied namens Gunters.
Die Ausrüstung:
Ein schwerer Topf Helm, das Kettenhemd (die
Brunne
), ein spitzer Schild aus Eschenholz und die Lanze.
Sir Ralf, die Vorräte sind knapp“, knurrte Gunter und zurrte einen Sack mit trockenem Zwieback fest. „Bis Konstantinopel werden wir Ratten fressen, wenn wir nicht bald Gold finden.“
Ralf sah ihn scharf an. „Wir suchen kein Gold, Gunter. Wir suchen den Weg zum Himmel.“
„Der Weg zum Himmel ist verdammt weit zu Fuß, Herr“, entgegnete der Schmied und spuckte in den Schnee.
Die Reise begann nicht mit einer Schlacht, sondern mit der Monotonie des Marsches. Sie schlossen sich dem Kontingent von Robert von der Normandie an. Tausende Menschen Ritter, Bauern, Frauen, Priester, bildeten eine endlose Schlange, die sich durch das Heilige Römische Reich fraß.
Bald schon verwandelten sich die Wege in Schlammfallen. Die Euphorie des Aufbruchs wich dem Hunger. Ralf sah, wie die ersten Bauern am Wegesrand starben, erschöpft von der Kälte. Hier lernte er die erste Lektion des Krieges:
Der größte Feind ist nicht das Schwert des Gegners, sondern der eigene Magen.
Bevor sie überhaupt die Grenzen des Christentums verließen, geschah das Unausweichliche. In den Städten entlang des Rheins entlud sich die religiöse Raserei. Ralf wurde Zeuge, wie fanatische Haufen, angestachelt durch Prediger über jüdische Viertel herfielen.
Er stand auf dem Marktplatz einer namenlosen Stadt, das Schwert in der Hand, während der Mob um ihn herum tobte.
„Ist das Gottes Wille?“, fragte sein Knappe, der junge Jean, mit bleichem Gesicht.
Ralf sah das Feuer in den Augen der Fanatiker. Er sah die Gier unter dem Deckmantel des Glaubens. Er antwortete nicht. Er wusste, dass dies erst der Anfang war. Der Krieg hatte sie bereits verwandelt, noch bevor sie einen einzigen „Ungläubigen“ gesehen hatten.
Die Alpen lagen nun vor ihnen ,ein massiver Wall aus Fels und Eis. Dahinter wartete der Balkan, ein Land voller Hinterhalte und fremder Zungen. Sir Ralf griff die Zügel fester. Seine Rüstung war bereits vom Rost des Regens gezeichnet, und sein Herz war härter geworden.
Kapitel 2: Blutiger Staub auf dem Balkan
Die Alpen lagen wie gefrorene Giganten hinter ihnen, doch die Erleichterung über den Abstieg in die ungarischen Tiefebenen hielt nicht lange an. Das Land, das sie nun durchquerten, war ein Labyrinth aus dichten Urwäldern, tückischen Sümpfen und Bewohnern, die in den Kreuzfahrern keine Befreier, sondern eine Heuschreckenplage sahen.
