Der Tod eines Untoten - Harri Anholt - E-Book

Der Tod eines Untoten E-Book

Harri Anholt

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Beschreibung

Ein kleiner Mann mit Beinprothese geht auf eine lange Reise. Rache hat er geschworen! Und jetzt sollte ihn sein Schicksal ereilen, dem Verräter, den Feind. Jetzt endlich! Aufgespürt hatte er ihn nach all den Jahren! In Ystad hatte er sich verkrochen!

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Veröffentlichungsjahr: 2023

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Inhaltsverzeichnis

Impressum

Harri Anholt

Der Tod eines Untoten

Sein letzter Versuch

Ein kleiner Mann verließ eiligen Schrittes den Bahnhof von Wyborg. Sein Gang sah recht merkwürdig aus. In der rechten Hand hielt er einen Gehstock, in der linken einen kleinen Koffer. Das linke Bein warf er stets etwas nach vorne, was dem Gang etwas Hüpfendes gab. Als wäre mit dem Bein etwas nicht so, wie es eigentlich hätte sein sollen. Eine Verletzung? Eine Prothese möglicherweise. Wer genau hinsah, konnte bemerken, dass sich der kleine Mann öfter kaum merklich scheu umsah, als würde er etwas befürchten. Bekleidet war der Mann mit einem marineblauen Anzug, weißem Hemd und weinroter Krawatte. Darüber einen dreiviertellangen schwarzen Mantel. Auf dem Kopf die hierzulande unvermeidliche Tschapka. Es war kalt, die Temperstur unter minus zehn Grad gefallen, trotzdem hatte er die Tschapka nicht über die Ohren geklappt. Dass er ein Toupet trug, war darunter nicht zu erkennen. Auch wenn er die Tschapka abnahm nicht. Die Perücke war von bester Qualität. Dunkelbraun, fast schwarz, durchwirkt mit grauen Strähnen. Im Gesicht ein Ho-Chi- Min-Bart. Jedoch nicht wild wuchernd, sondern gestutzt und sehr gepflegt. Schwer zu schätzen, das Alter des Mannes. Er mochte um die fünfzig, konnte aber auch sechzig Jahre alt sein. Einen Pass trug er in seiner Brusttasche. CCCP stand drauf. Sojus, Sowjetski, Sozialistitscheski Respublika. Zu Deutsch, Union sozialistischer Sowjet-Republiken. Kurz UdSSR oder einfach Sowjetunion. Innen der Name: Wassili Kalinin, Augenfarbe grau, Größe 1,62 m. Geboren am 27. Januar 1941 in Zossen.

Von weit her war Wassili gekommen. Aus Odessa in der Ukraine. Dort hatte Moskau ihn hingeschickt. Nach einigen Jahren Studium und Ausbildung. Wegen seiner organisatorischen Fähigkeiten, die die Genossen dort schätzen gelernt hatten. Unruhen hatte es im Osten der Ukraine immer wieder zwischen Russen und Ukrainern gegeben. Nicht unbedingt in der Zivilbevölkerung. Der ganze Stunk war immer von gewissen Kreisen ausgegangen, die sich stets sehr bedeckt hielten. Nationalisten, Faschisten teilweise. Und Kriminelle. Die galt es damals, zu unterwandern, in ihre höchsten Kreise einzudringen, selbst jedoch unerkannt zu bleiben. Das war nun alles vorbei. Moskau hatte einen neuen Auftrag erteilt. Und wer weiß... Das Bahnhofsgebäude nunmehr hinter sich, stand Wassili Kalinin auf dem Vorplatzt an der Straße, schaute sich um. Überall Schnee, möglicherweise war die Straße auch noch glatt! Und das konnte er heute gar nicht gebrauchen. Das Bein! Wenn er stürzte, es wäre nicht nichtauszudenken! Nein, das durfte nicht geschehen. Also, langsam voran. Doch hier musste ein Wagen stehen. Wassili schaute – jawohl, weiter rechts stand an Wolga. Etwa fünfzehn Meter entfernt. Langsam setzte er sich in Bewegung, denn der Fahrer war ausgestiegen, hatte ganz kurz gewinkt. Ganz langsam, Schritt für Schritt ging er auf das wartende Auto zu. Plötzlich hatte er den unwiderstehlichen Drang, sich umzuschauen, doch Wassili widerstand. Er hatte doch bereits gesehen, dass niemand in der Nähe war. Wer sollte ihm hier auch folgen? Kein Aas kannte ihn hier in diesem Wyborg, diesem Kaff. Kalinin hatte den „Wolga“ erreicht ohne zu stürzen. Der Fahrer sprach kein Wort, hielt ihm aber hinten links die Tür auf. Wassili war ihm irgendwie dankbar dafür, sagte jedoch ebenfalls nichts. Wozu auch. Erkannte diesen Kerl doch gar nicht, wollte ihn auch nicht kennenlernen. Zuerst warf er den nun hinderlichen Stock auf die Rückbank, dann den Koffer hinterher. War schon richtig gewesen vom Fahrer, ihn links einsteigen zu lassen. Auf der anderen Seite wäre es schwieriger geworden mit dem, mit dem Bein zuerst. Wassili nannte sein linkes Bein stets nur das „Bein“. Wie er zu dem gekommen war, darüber mochte er jetzt nicht nachdenken. Jetzt ging es an die finnische Grenze, nach Valnikkala. Der Wagen zog auch bereits an, kaum, dass Wassili Kalinin sich ins Polster hatte sinken lassen. Er atmete hörbar aus. Die Furcht vor einem Sturz war vorbei. Er hätte sich sowas kaum leiten können. Herrgott, ein Unfall! Dann wäre es wohl vorbei mit der langen Reise, die ihm bevorstand. Das Visum für Finnland galt nur drei Tage. Wassili machte es sich bequem im geräumigen „Wolga“. Lange würde sie ja nicht dauern, diese Fahrt nach Valnikkala an der finnischen Grenze. Hatte er geschlafen in dem weichen Poster? Wassili schreckte hoch – der Wagen hatte gestoppt – Valnikkala! Man war also schon da. Etwas mühsam quälte sich Wassili Kalinin aus dem „Wolga“, zückte seinen Pass. Der finnische Grenzer nahm, ihn entgegen, schaute hinein, sah Wassili an, schaute wieder in den Pass. Was glotzte der denn dauern? Mit dem Pass musste doch alles in Ordnung sein. Da brauchte man doch nicht ständig.... Der Beamte reichte ihm den Pass zurück. Na, geht doch, dachte Wassili, steckte den Pass ein. Nun noch durch das Gebäude. Stock und Koffer gepackt und los. Auf der anderen Seite sollte wieder ein Auto auf ihn warten. So war es abgesprochen und geplant. Gesprochen hatte Wassili kaum mit dem Grenzbeamten. Hatte nur genickt, wenn der etwas sagte. Hatte kein Wort verstanden. Mein Gott, man sprach doch nicht auch noch Finnisch. Das Zollgebäude oder was immer es war, Kalinin hatte es hinter sich. Die erste Sorge war wieder, würde es draußen glatt sein? Nein, war es nicht. Hier hatten sie gut geräumt. Die zweite, wo war sein Auto? Himmel Arm und Zwirn - hier war kein Auto! Wassili machte ein paar Schritte. Sollte hier etwa die ganze Aktion schon scheitern, bevor sie begonnen hatte? Wassili fluchte auf Russisch. Machte wieder ein paar Schritte, spähte um die Ecke des Gebäudes – da stand ein Auto. Schlief der Kerl etwa, der darin hockte? Auf leisen Sohlen schlich Wassili näher. War schon ganz nahe, klopfte mit der Gummispitze seines Stockes auf die Motorhaube – da schrecke er hoch, der Faulpelz! Sprang wie ein Wiesel aus dem Wagen. Leider kein „Wolga“. Aber bis zum Bahnhof Vorojoki waren es ja kaum mehr als fünfzig Kilometer. Wassili stieg ein, nachdem ihm der Fahrer dienstbeflissen die Tür geöffnet hatte. Dieses Mal leider an der rechten Seite. Was Wassili noch mürrischer machte, als er ohnehin schon war. Auch deshalb kein Wortwechsel mit dem Fahrer. Mein Gott, Finnisch! Aber sprachen in Finnland nicht auch viele Leute Schwedisch? Nein, lieber nicht. Wassili schmunzelte leicht im Fond des „Ford“. Finnisch sprach er nicht, dafür aber Russisch, Englisch und Deutsch. Neuerdings auch Schwedisch. Natürlich unabdingbar, dieses Schwedisch, hatte man in Moskau gesagt. Weil es doch für unbestimmte Zeit seine Heimat werden sollte. Seine Heimat? Wieder schmunzelte Wassili Kalinin in seinen Ho-Chi-Min-Bart. Was hatten sie nicht alles aufgestellt mit ihm in Moskau! Nur, um ihm dieses merkwürdige Schwedisch beizubringen. In so ein Labor hatte er müssen. Mehrere Stunden am Tag hatte er da zubringen müssen. Manches Mal am Tage, aber auch in der Nacht. Auf einem Bett hatte er liegen müssen, die Augen geschlossen. Einschlafen war nicht verboten. Doch ständig diese schwedischen Lektionen! Immer wieder. Tatsächlich war er da schon mal eingeschlafen, doch dagegen hatte niemand etwas gehabt. Gelacht hatten sie, diese Sprachwissenschaftler. Hatten ausgeschaut wie Ärzte in ihren weißen Kitteln. Er würde schon sehen. Selbst im Traum, im Schlaf noch würde er Schwedisch lernen. Skeptisch war er gewesen. Im Schlaf! Mein Gott, wer sollte den im Schlaf eine Sprache lernen können. Und doch, aller Skepsis zum Trotz, er hatte Schwedisch gelernt! Und wie. Wenn es auch ein bisschen gedauert hatte. Wieder schmunzelte Wassili. Dinge gab es, die gab es gar nicht. Doch warum bremste de Fahrer plötzlich? War sie etwas schon da? Wie doch die Zeit vergeht, dache Wassili. Er fragte nun doch: „Virojoki?“ Der Fahrer nickte, sprang aus dem „Ford“: Kommen Sie, ich helfe ihnen in den Zug.“ Auf schwedisch! Schau einer an, dachte Wassili. Der Bursche konnte doch gar nicht wissen, ob er ihn verstand. Trotzdem zog er einen Zwanzig Kronen-Schein aus seiner Brieftasche. Mit einem Grinsen und „tack“ verschwand die Banknote in der tiefen Tasche des Fahrers. Wie versprochen, half er Wassili Kalinin durch den kleinen Bahnhof und in den Zug. Reichte Wassili zuletzt seinen Stock hinauf: „God resa.“

„Tak sa mycket“, erwiderte Wassili Kalinin. Knapp zweihundert Kilometer bis Helsinki. Zeit, sich etwas auszustrecken. Nicht gerade der Orientexpress, aber warm war es im Zug. Doch keine Ahnung, wie lange er brauchen würde bis Helsinki. Wenn´s gut lief vielleicht zwei Stunden. Wassili zog den schweren Wintermantel aus, schwang Koffer und Tschapka nach oben. Zum Glück war sein Abteil leer. Wenn er Glück hatte, würde es bis Helsinki auch so bleiben. Wurde es nicht schon wieder dunkel draußen? Weiße Nächte sollte es an der Newa geben, sagte man. Na ja, die Newa war schon weiter weg. Wassili kuschelte sich in seine Fensterecke. Müdigkeit überkam ihn. Lange war wer schon unterwegs, die Augen fielen ihm zu. Aber das Bein! Abnehmen müsste man es. Aber hier im Zug? Auch wenn niemand im Abteil war, nein, das ging nun wirklich nicht. Aber eine bessere Position müsste man finden. Wirklich ein High-Tech-Produkt, dieses neue Bein. Fast federleicht. Das Schwerste an ihm war wohl der Fuß. Sollte wohl auch so sein. Schon wegen der Schwerkraft. Wassili streckte beide Beine weit von sich. Ja. So könnte es gehen. Wassili Kalinin entschlummerte. Wie so oft, waren auch die Träume wieder da. Sein Bein! Schlimme Träume. Immer wieder sah er diesen Hai. Obwohl es gar nicht sein konnte, biss der ihn ins Bein! Wassili wachte auf. Oft schmerzte es immer noch. So, als wäre der Fuß noch dran. Daran würde man sich wohl nie gewöhnen. Es gäbe da Möglichkeiten, hatten die Ärzte ihm gesagt. Bisher hatte er es ignoriert. Doch weshalb war er aufgewacht? Weil der Zug plötzlich bremste und hielt! Doch nicht schon Helsinki? Nein. Konnte auch gar nicht sein. Er schaute durchs Fenster, dann auf seine Armbanduhr – es musste Kotka sein. Also erst ein Drittel der Strecke nach Helsinki. Erst nachdem der Zug wieder angefahren war, sah Wassili, dass es wirklich Kotka war. Er hockte sich zufrieden wieder in seine Ecke. Denn zugestiegen war niemand in sein Abteil. Der widerwärtige Traum kam nicht zurück. Auch der Phantomschmerz war nicht so schlimm. Der Zug hielt in Helsinki. Wassili Kalinin hatte Mantel und Tschapka angezogen und stand still draußen auf dem Bahnsteig und ließ die Menschen an sich vorüberströmen. Eingedenk dessen, was man ihm eingeschärft hatte. Weglassen, die Leute. Warten bis er abgeholt wurde. Es würde nicht lange dauern. Trotzdem wurde Wassili schon bald ungeduldig. Die Kälte hier! Die Füße! Na ja, halt nur einer. Aber das reichte ja auch schon. Dann, endlich, steuerte jemand direkt auf ihn zu. Sagte etwas auf Finnisch, Wassili nickte nur und folgte dem Mann. Ein großer vierschrötiger Mensch. Mit dem würde sich so rasch keiner anlegen. Der Bursch machte ihm auch nicht die Tür des Wagens auf! Also musste er umständlich seinen Koffer und selbst den Stock abstellen, seine Sachen auf den Rücksitz legen und hineinkrabbeln. So ein Kamel, finnisches! Also kein Wort zu diesem ungehobelten Burschen. Fuhr auch gleich an wie bei der Formel eins, kaum dass er drinnen war! Wo der wohl mit seinem Insassen hin wollte? Wassili hielt die Augen geschlossen im Fond des Autos. Wozu sich noch künstlich aufregen. Der Mensch da vorne würde seine Anweisungen haben. Und da bremste er auch schon – viel zu heftig! Wassili konnte sich gerade noch vorne mit den Händen abstützen. So ein Aas! Machte der das etwa absichtlich? Na, einen Zwanziger würde der nicht bekommen! Dann aber kam er doch herum und öffnete ihm die Tür, tat aber sonst nicht dergleichen. Wieder musste Wassili sich seine Sachen schnappen und aus dem Wagen krabbeln. Stock und Koffer in den Händen, schaute Wassili Kalinin sich um – man stand vor einem Mehrfamilienhaus. Der Fahrer ging voran, winkte, ihm zu folgen. Vorsichtig setzte Wassili einen Fuß vor den anderen. Dunkel war es und vielleicht auch glatt. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste! Der Fahrer schellte an der Tür. Es dauerte etwas, ehe eine ältere Dame die Tür öffnete. Der Fahrer brabbelte etwas auf Finnisch. Wassili wartete bereits ungeduldig. So ganz genau hatte man ihn wohl doch nicht informiert in Moskau. Also aufgepasst. Der Fahrer machte sich auch schon vom Acker. Hatte nur zwei Finger an seine Tschapka gehoben, ihm selbst nur kurz zugenickt.

„Herzlich willkommen, Herr Kalinin“, sagte die Matrone plötzlich auf Schwedisch. „Ich habe Sie bereits erwartet. So kommen Sie doch herein, bitte.“

„Guten Abend, gnädige Frau. Vielen Dank. Ich freue mich, sie zu sehen.“ Wassili Kalinin war erleichtert. Er folgte der Dame ins Innere des Hauses.

„Für diesen Abend und auch diese Nacht sind Sie mein Gast, lieber Herr Kalinin“, sagte die Dame wieder. „Nennen Sie mich ganz einfach Lisa.“

„Ergebensten Dank, Lisa. Ich heiße Wassili. Sagen Sie einfach Wassili.“ Beide standen auf dem hell erleuchteten Flur. Wassili entledigte sich seines Mantels, hängte die Tschapka an die Garderobe. Den Stock hängte er mit der Krücke in die Manteltasche und folgte Lisa ins Wohnzimmer. Sie musste früher mal eine schöne Frau gewesen sein. Doch das nebenbei. Frauen hatten in Wassili Kalinins Leben kaum eine Rolle gespielt. Daran würde sich auch heute nichts ändern. Seine Erinnerungen an die Weiber waren wirklich nicht die besten.

„Sie werden sicher hungrig sein, Wassili. Ich mache Ihnen gleich etwas zurecht.“ Sagte es und verschwand mit einem „Aber so setzen Sie sich doch bitte“, in der Küche. Wassili hatte wirklich einen Bärenhunger! Mein Gott, wann hatte er zuletzt etwas gegessen? Wie verrückt knurrte ihm der Magen! Ob Lisa es etwa gehört hatte? Auf die Toilette müsste er auch mal.

„Ich müsste mich mal ganz kurz etwas frischmachen, Lisa“, rief Wassili einfach so auf Verdacht. Sie würde ihn schon hören. Einfach durch fremde Räume wandern gehört sich nicht.

„Ich komme, Wassili“, rief Lisa auch schon. „Hier auf dem Flur, diese Tür, bitte.“ Wassili ging ins Bad, schaute sich um – alles da, was man in europäischer Zivilisation so brauchte. Rasch das inzwischen angesammelte Wasser loswerden. Es war auch höchste Zeit geworden. Nun die Hände waschen, auch ein paar Tropfen ins Gesicht, das Toupet, ja, es saß immer noch gut. Es roch schon ganz wunderbar auf dem Flur! Da lief Wassili schon das Wasser im Munde zusammen. Lisa hatte ein Omelett gebraten! So, wie es sich gehörte. Wassili setzte sich und begann zu speisen. Ein Hochgenuss, dieses Omelett! Kochen konnte sie, die Lisa. Wie das schmeckte!

„Ach Gott, Wassili“, sagte Lisa, stand auch schon auf. „Ich hole Ihnen eine Flasche Bier. Sie werden doch sicher auch Durst haben nach der langen Reise.“

„Daran könnte man sich gewöhnen, Lisa“, lachte Wassili. „Haben Sie vielen Dank.“ Auch ein Glas hatte sie bereitgestellt, doch er trank lieber gleich aus der Flasche. Ein ausgezeichnetes Omelett, dann ein würziges Bier. Herz, was willst du mehr. Was jetzt noch fehlte, war eine anständige Mütze Schlaf. Und den bekam Wassili Kalinin auch bald. Ein kleines aber feines Zimmer hatte Lisa für ihn. Er brauchte nur noch einsteigen. Natürlich nicht ohne die Hygiene vorher. Und dann endlich das Bein vom Leibe! Doch das musste die Lisa nicht sehen. Waren sowieso immer recht neugierig, die Weiber. Auch das Toupet musste sie nicht sehen. Machte sich womöglich noch lustig über ihn. Nun aber hinein ins Vergnügen. Wassili war auch schon bald in tiefen Schlaf gefallen, hatte nichts mehr gespürt. Doch dann war er aufgewacht. Hatte zuerst ganz still gelegen, sich orientieren müssen. Warum war er plötzlich aufgewacht? Mein Gott, die Blase! Das gute Essen, das Bier danach. Vorsichtig versuchte er, aufzustehen, erschrak sofort! Etwas Unverzeihliches war ihm passiert, sein Stock! Er hatte ihn im Flur doch in den Mantel gehängt. Und nun? Okay, auf einem Bein hüpfen und das Gleichgewicht zu halten, zu balancieren, das hatte er schon oft müssen. Doch nicht in dieser völlig fremden Umgebung! Sollte er es riskieren? Mein Gott, wenn die Alte ihn so sah! Aber es half ja alles nicht, es musste sein. Wassili hüpfte los. Die Umgebung hatte er sich eingeprägt so gut es eben gehen wollte. Zunächst in den Flur, aber der Lichtschalter! Den hatte er nicht im Kopf. Also ohne Licht. Vorsichtig nach dem Mantel getastet – er hatte ihn! Das war schonmal die halbe Miete. Nun in die Toilette. Das ging mit Stock schon viel besser. Etwas Mondlicht drang durch das kleine Fenster, da war auch der Schalter – es wurde auch höchste Zeit! Erleichtert stapfte Wassili wieder zurück in sein Zimmer und lauschte – hatte die Alte etwas gemerkt? Nichts rührte sich, alles blieb still. Wie spät war es eigentlich? Halb vier? Da war och noch viel Zeit. Wassili legte sich wiede hin. Wecken um sieben Uhr hatte sie ihm noch nachgerufen. Dann Frühstück, und es würde ihn jemand abholen. Hatte er auf einen schnellen Schlaf gehofft, nein, ein Irrtum. Der Schlaf wollte nicht kommen. Dabei hatte er doch so gut geschlafen wie lange nicht. Ach der Phantomschmerz war wieder da. Da müsste man wohl doch eines Tages mit dem Arzt reden. Keine Ahnung, was die mit einem machten, aber wenn er das mal loswerden konnte... Wassili wälzte sich von einer Seite auf die andere. Wild schossen die Gedanken ihm durch den Kopf. Nach Stockholm morgen in der Frühe. Auf ein Schiff, eine Fähre. Wo er Seereisen nicht ausstehen konnte! Den Tod konnte man sich da holen. Dabei hatte er es versuchen müssen. Zweimal sogar. Wassili stöhnte. Diese Schmerzen! Würde er noch verrückt werden? Die Gedanken irren ihm durch den Kopf. Alles war dunkel um ihn. Wassili Kalinin schlief ein, spürte nichts mehr. Schwere Träume plagten ihn. Unruhig drehte e sich im Bett. Abgestürzt war er auf dem Schiff. Oder hatte ihn jemand gestoßen? Ihm auf den Kopf geschlagen! Der Stoß oder Schlag hatte ihm fast die Besinnung geraubt. Dabei hatte er doch selbst, damals, als er noch Willi hieß... das Wasser! Wassili wachte auf – hatte er schon wieder diesen bösen Traum? Immer wieder suchte der ihn heim! Es musste etwas geben, das noch nicht getan oder erledigt war, nur wusste er im Augenblick gar nicht, was das sein könnte. Aber wie spät mochte es jetzt sein? Halb sechs! Mein Gott, diese Albträume. Am besten, man stand gleich auf. Er hatte ja sowieso noch genug zu tun. Zuerst die Prothese. Alles Routine, tausendmal geübt. So, das Ding saß. Und jetzt? Das Untererzeug angezogen und die Anzughose drüber, das musste reichen. Vielleicht war Lisa noch nicht auf. Also ins Bad. Vorsichtig. Man musste sie ja nicht wecken, wenn sie noch schlief. Im Bad hatte sich Wassili Zeit gelassen, hatte vor allem auf sein Toupet geachtet. Doch das saß. Vielfach geübt. Als Lisa dann klopfte, saß Wassili Kalinin bereits fix und fertig auf der Bettkante.

„O, Sie sind bereits fertig, Wassili! Ich brauche noch eine Minute. Der Kaffee soll doch schön heiß sein, nicht wahr?“

„Lassen Sie sich nur Zeit, Lisa. Es pressiert doch nicht.“ Schwupp, war sie weg. Wassili schaute noch mal in den Spiegel – doch, das Toupet saß. Also auf, zum Frühstück. Es gab Brot, Butter und auch ein gekochtes Ei. Dazu Honig und Marmelade. Wassili aß mit Appetit. Und der Kaffee, einfach wunderbar. Schon im Zimmer hatte wer den Duft gerochen. Es dauerte gar nicht lange, da klingelte es auch schon. Wassili äugte – nein, nicht der von gestern. Ein sehr junger Mann heute. Aber was sollte er der Dame sagen zum Abschied? Wassili stand auf, reichte Lisa die Hand: „Ich weiß gar nicht, wie ich Ihnen danken soll, Lisa. Sie haben mich aufgenommen ohne zu fragen, haben mich bewirtet, ich weiß wirklich nicht...“

„Es ist alles in Ordnung, alles bestens geregelt. Machen Sie sich da keine Sorgen. Ich wünsche Ihnen eine gute Reise. Leben Sie wohl.“ Es war überstanden. Wassili Kalinin atmete auf. Stets voller Misstrauen, war es ihm eher unangenehm, zu erfahren, dass es jemand gut mit ihm meinte. Tief in ihm hockte der Argwohn. Wassili Kalinin glaubte nicht an das Gute im Menschen. Seine Erfahrung lehrte etwas anderes. Der junge Fahrer hatte ihn bis auf den Fin-Jet begleitet. Sogar bis in seine Kabine. Nein, keine Außenkabine. So spendabel waren sie wohl auch wieder nicht, die Moskauer. Zum Glück keine weiteren Kontrollen. Nicht mal seinen Pass hatten sie sehen wollen, sein Ticket kaum angeschaut. Nicht schlecht, sowas. Das Schiff würde schon in wenigen Minuten ablegen. Und wieder mal befand man sich auf einem solchen! Schon die ersten Schritte hatten wieder dieses Unbehagen in ihm erzeugt. Das würde er wohl sein Lebtag nicht mehr loswerden. Schiffe waren wirklich nicht seine Welt. Doch heute hatte es sein müssen. Ein Auftrag. Höhere Gewalt hätte man es nennen können. Wassili verzog das Gesicht in seiner Kabine. Dem jungen Fahrer hatte er trotzdem einen Fünfziger in die Hand gedrückt. Was eigentlich nicht nötig gewesen war. Man würde ihn bezahlt haben. Doch was solls. Sein Geld war es schließlich auch nicht. Wieviel Zeit würde er auf diesem schwimmenden Ding zubringen müssen, bis es endlich in Stockholm festmachte? Verdammt! Hätte er nur drauf geachtet. Jetzt hockte er hier, wusste nicht, was so alles passieren konnte auf der Überfahrt. Am besten, man blieb hier in der Kabine. Doch essen und trinken musste man ja auch. Ob man nicht mal jemanden fragte? Keine Bekanntschaften, kein Fraternisieren hatte man ihm eingeschärft. Die Armleuchter! Mit wem sollte er sich denn hier auf dem schwimmenden Sarg verbrüdern? Wassili hielt es nicht mehr länger in seiner Kabine, er musste hinaus an die frische Luft. Diese Beklemmungen, sofern er ein Schiff betrat! Seinen Mantel ließ er hier und stiefelte an Deck. Furchtbar eng, die Gänge hier. Man kam kaum an ihm vorbei, begegnete man jemanden. Kaum einen Fuß nach draußen gesetzt, sah er einen Uniformierten – sollte er nicht doch mal fragen? Aber in welcher Sprache! Finnisch konnte er nicht Schwedisch würde der vielleicht auch nicht können. Blieben nur noch Deutsch und Englisch. Sprachen nicht alle Seeleute Englisch? Das müsste doch klappen! Der Uniformierte kam näher – Wassili versuchte sein Glück auf Englisch – wie lange man wohl bis Stockholm brauchen würde? Und tatsächlich, es klappte. Achtzehn Stunden würde die Fähre stets brauchen bis Stockholm! Wassili dankte, hob die Hand, doch seine Tschapka hatte er ja in der Kabine gelassen. Achtzehn Stunden! Mein Gott, das war ja fast ein ganzer Tag. Also, um neun Uhr abgelegt, wäre man am nächsten Morgen gegen drei Uhr in Stockholm. Was für eine beschissene Zeit! Hätte man das denn nicht anders regeln können? Jetzt hockte man auch noch nachts hier an Bord! Mürrisch begab Wassili sich wieder in seine Kabine. Wenigstens gut geheizt hatten sie auf diesem alten Eimer. Sollte er die Prothese vielleicht abnehmen? Die saß zwar wie angegossen, doch ganz ohne Pflege ging es trotzdem nicht. Ein Blick auf die Uhr – nein, es lohnte sich nicht, den bis zum Mittagessen war es nicht mehr weit. Das Essen hatte Wassili Kalinin nicht besonders geschmeckt. Dabei war die Roulade gar nicht so schlecht. Es hatte wohl eher an seinem Unbehagen gelegen. Es war halt schwierig. Niemals würde ein Seemann aus ihm werden. Am besten, man legte sich nach dem Essen ein wenig aufs Ohr. Zuvor jedoch das Bein ab, den Stumpf einkremen. Die Prothese war dem Augenschein nach völlig in Ordnung. Die hatte auch bisher keinerlei Schwierigkeiten gemacht. Wassili streckte sich lang aus auf seiner Koje. In die Ferne schweiften die Gedanken. In eine ferne Vergangenheit. Wo sie wohl alle waren, die alten Bekannten? Freunde warn nie darunter. Schon komisch. Genossen, aber keine Freunde. Mit einem kleinen Grinsen um die Lippen schlief Wassili Kalinin ein. Diffuse Träume umwehten ihn. Klare Bilder sah er nicht, und sein Schlaf war unruhig. Der Fin-Jet hatte inzwischen fast den Finnischen Meerbusen passiert, näherte sich der offenen See. Auf der Brücke hatte der Zweite Offizier die Wache. Alles lief gut, nur die Großwetterlage schien sich umzustellen. Doch das war kein Grund zur Besorgnis. Es war wärmer geworden, das Thermometer war bis in die Nähe der Null-Grad-Marke geklettert. Eine Wetterfront schien im Anmarsch zu sein. Auch Wind war aufgekommen. Bisher nur Stärke vier bis fünf aus Südwest. Wahrscheinlich würde es bald Regen geben. De Finn-Jet hatte nun die freie See erreicht. Nur ganz sachte begann sich das Schiff in der See zu wiegen. Wassili Kalinin lag auf seiner Koje, schnarchte. Schwerer wurden seine Träume! Und wieder war er auf See. Hatte sich durchgerungen, war freiwillig an Bord gegangen, obwohl er es hasste, dieses verdammte Meer! Aus gutem Grund. Ein kurzes, aber grässlich heftige Unwetter hatte es gegeben im Indischen Ozean. Kaum fünfzehn Minuten hatte es gedauert, da schien schon wieder die Sonne. Da hatte er seine sportlichen Übungen wieder begonnen, doch die Reling, an der er turnen wollte, war noch nicht wieder trocken nach dieser fürchterlichen Sintflut, die sich über das Schiff ergossen hatte. Und da war es passiert! Abgerutscht war er mit den Händen und abgestürzt! Hatte einen heftigen Schlag am Kopf bekommen, war bewusstlos in den Ozean gestürzt! Hatte nicht mehr atmen können, doch er war wieder an die Oberfläche gekommen. Geschrien hatte er da! Hatte wie wahnsinnig geschrien, doch es war kein Laut über seine Lippen gekommen! War wie gelähmt, die Sprache. Und das Schiff, es entfernte sich weiter und weiter! Hatten sie denn nichts gemerkt? Sie mussten es doch merken! Und die Dunkelheit nahte schon und schon lange kein Land mehr in Sicht. Warm war das Wasser, doch nie würde er die Küste erreichen! Sterben würden sie ihn lassen. Hier, mitten im diesem entsetzlichen Ozean. Dennoch war er weitergeschwommen. Wie lange würde er durchhalten? Wie lange konnte ein Mensch überhaupt überleben unter den Bedingungen? Selbst wenn es sehr warm war, das Wasser, sicher nur Stunden. Dunkel war es inzwischen. Die Sterne am Himmel brachten auch nur wenig Licht, und seine Kräfte erlahmten schon! Da fuhr ihm ein jäher Schreck in alle Glieder – Haie! Das Meer hier war doch voll von Haien! Fressen würden sie ihn! Bei lebendigem Leibe! Fast gelähmt von Angst und Schrecken hatte er das Schwimmen aufgeben, war gesunken. Hatte bereits resigniert. Lieber ertrinken, als von Haien zerrissen und gefressen zu werden. Aber da – etwas Großes Langes - ein Ungeheuer, ein Krokodil!? Was immer es war, es war nicht auszumachen in der Dunkelheit. Aber ein Krokodil? Hier, mitten im Ozean? Da hatte er alle Kräfte noch einmal gebündelt – jetzt war schon alles egal! Einfach drauf zugehalten – ein Baumstamm! Mit knorrigen Ästen! An denen hatte er sich hochgezogen – er musste hinauf! Und mit letzter Kraft war es dann auch gelungen – Luft schöpfen nach dieser letzten Anstrengung, festhalten! Doch dann plötzlich ein Krachen und Splittern – ein Fahrzeug! Hilfe nahte – und tatsächlich, plötzlich helles Licht, ein Mann mit einem Bootshaken. Der hakte sich in seinem Unterhemd ein. Mehr hatte er ja nicht an. Nur noch die Turnhose – dann ein Strudel, ein Schnaufen von unten, ein furchtbarer Schmerz – Wassili Kalinin schreckte hoch – er hatte sich den Stumpf an der Kante seiner Kojenbegrenzung heftig angestoßen! Schwer atmend saß er aufrecht in de Koje – der Stumpf! Jetzt nur keine Verletzung. Alles wäre in Frage gestellt. Doch wie nun feststellen, was Sache war? Ein Spiegel musste her, doch er hatte hier keinen! Mein Gott, wäre er doch nie im Leben auf ein Schiff gegangen! Aber jetzt war es zu spät. Noch einmal befummelte er den Stumpf – so schlimm war es vielleicht gar nicht. Aber trotzdem, ein Spiegel musste her. Wie sollte er sonst sehen, wie der Stumpf unten aussah. Der Koffer! Da hatte er doch einen drinnen. Noch immer bedrückt von dem üblen Albtraum kletterte Wassili mühsam aus seiner Koje. Wieso bewegte sich denn dieser Rattendampfer? Sank der etwa? Heftige Unruhe wollte Wassili befallen, doch er kämpfte sie nieder. Es hätte doch Alarm gegeben, wenn das Schiff... Also erst den Spiegel und den Stumpf untersuchen. Doch diese Schräge plötzlich. Fast wäre er doch noch gestürzt! Welch ein Wahnsinn. Wie hatte er sich nur auf diesen Mist einlassen können! Aber sie hatten nun mal auf dem Weg über Land und Meer bestanden. Da hatte er sich fügen müssen. Viel zu klein, der runde Spiegel. Auch das Licht taugte nicht. Wassili setzte sich auf die kleine fest angebrachte Sitzbank. Nun das Bein ohne Fuß hoch, mein Gott, das Kreuz konnte man sich brechen hier! Wenn nur dieser Bock von einem Schiff mal stillstand. Nicht mal festhalten konnte man sich hier. So, nun endlich doch mal den Spiegel – also, das sah doch gut aus! Nichts passiert. Keine Wunde, nicht mal ein Kratzer. Wenigstens dieser Kelch war an ihm vorübergegangen. Da konnte man sich auch gleich wieder anziehen. Dennoch, die Haut unten am Stumpf war sehr dünn. Die einzige Schwachstelle. Die hieß es zu hegen und pflegen. Wieso legte sich dieser dämliche Seelenverkäufer eigentlich so auf die Seite? Tat so, als wollte er gar nicht wieder in die Senkrechte kommen. Dann aber doch noch. Langsam, wie in Zeitlupe. Das war ja beängstigend. Dann lieber mal nach oben an Deck. In der Mitte wären die Schwankungen wohl nicht mehr so heftig. Wassili, inzwischen wieder angezogen, stieg vorsichtig an Deck. Dieser Traum! Immer wieder das gleiche Thema. Mit Abwandlungen. Ein echter Albtraum. Aber mit viel Wahrheitsgehalt. Fast alles war wirklich passiert. Genau bis zu dem Punkt, als Rettung nahte. Dieser wilde Schmerz, das Bein! Danach nur Dunkelheit. Dunkelheit und erhebliche Erinnerungslücken. Nur jetzt nicht dran denken. Doch etwas war da noch. Ein Gefühl der Unzufriedenheit. Als gäbe es noch etwas Unerledigtes. Etwas, das er noch tun musste, es fast vergessen hatte. Was immer es sein mochte, es war viele Jahre her. Und wieso war es hier oben so kalt? Verdammter Mist – den Mantel hatte er unten gelassen! Kein Wunder., das man fror. Wieder nach unten? Wieder in diese Koje? Nur das nicht! Dieser Albtraum. Der konnte einem schon zu schaffen machen. Wenn nur Stockholm endlich in Sicht käme! Aber das würde noch dauern. Quer über die Ostsee. War es nicht Essenszeit? Schon. Aber er verspürte keinen Appetit. Der war ihm gründlich vergangen. Dazu dieses langwierige Schwanken. Wassili kletterte wieder hinunter in seine Kabine. Voll innerer Unruhe hockte er sich auf die kleine Sitzbank. Wieder in die Koje? Alles in ihm sträubte sich dagegen. Doch es war noch weit bis Stockholm.

---ENDE DER LESEPROBE---