Die Vergeltung - Harri Anholt - E-Book

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Harri Anholt

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Beschreibung

In der Flotte hält man den Atem an - ein Vorzeigekapitän der aufstrebenden Flotte der Reederei seines Postens enthoben! Was passierte auf seinem Schiff? Von schweren Vergehen ist die Rede. Von Schikanen und Schmuggel an Bord. Niemand wusste zunächst Genaueres. Nur der Erste Steuermann hatte etwas beobachtet, hatte einen bösen Verdacht. War es doch der Junge?

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Veröffentlichungsjahr: 2021

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Harri Anholt

Die Vergeltung

Inhaltsverzeichnis

Impressum

Harri Anholt

Die Vergeltung

Eine Kleinstadt im Brandenburgischen. Besonders viel war da nicht los. Etwa zwölftausend Seelen zählte sie nur. Und mit ihrem ländlichen Charakter war sie doch eher nur fast ein Dorf.

Sascha Mätzer machte das wenig aus. Hier war er zu Hause, hier fühlte er sich wohl im Kreis seiner Familie. Und nach Berlin, da war es doch nur ein Katzensprung. Da huschte man kurz mal in die Bahn und war ein paar Minuten später schon im Getümmel der Großstadt.

Sascha war nun schon in der neunten Klasse er EOS, der erweiterten Oberschule. Wo die Mutter Stellvertretende Direktorin war. Ernst Mätzer, Saschas Vater, war inzischen aufgerückt zum Zweiten Sekretär der Partei.

In der kleinen Familie der Mätzers herrschte Harmonie. Böse Worte gab es hier nicht. Schon gar keine lauten. Dafür sorgte die Mutter schon. Wer schreit, hat Unrecht, war Elfriede Mätzers Motto. Und als studierte Pädagogin hielt sie das auch mühelos durch.

Beide, Elfriede und Ernst Mätzer, waren nach dem Krieg in die SED eingetreten. Aus ganzer Überzeugung. Der Zweite Weltkrieg hatte es sie gelehrt: Eine neue Ordnung musste her! Eine Ordnung ohne gierige Ausbeuter und Kapitalisten.

Der Vater hatte dann erst etwas später mit dem Studium begonnen, hatte Gesellschaftswissenschaft studiert. Nach seinem Studium war er bald hauptamtlicher Kreissekretär geworden.

Im Ort standen die Eheleute Mätzer schon bald in hohem Ansehen. Elfriede schon wegen ihres vorbildlichen Umgangs mit den Kindern in der Schule, doch auch mit deren Eltern. Ernst Mätzer hingegen, weil er sich für die Belange der Menschen im Ort einsetzte, stets nach Lösungen für Probleme suchte. Was ihm in der schwierigen Nachkriegszeit nicht immer gelang. Doch selbst Misserfolge taten dem keinen Abbruch. Die Menschen schätzten die Mätzers eben. Und ein klein wenig färbte das auch auf Sascha ab.

Einmal jedoch war die Harmonie im Hause Mätzer dann doch ins Wanken geraten! Das passierte, als Sascha in der Schule seinen Berufswunsch nennen musste. Zu Hause hatte man darüber ja noch gar nicht gesprochen. Ernsthaft jedenfalls noch nicht. Hatte über Saschas Werdegang nicht entschieden, weil für die Mutter sowieso feststand, der Junge würde studieren! Was denn sonst?

Der Vater hingegen hatte dafür plädiert, dass der Junge doch bitteschön selber darüber entscheiden sollte – und nun das! Zur See wollte er, der Sohn! Großer Gott, zur See!

Die Mutter konnte es kaum fassen – entsetzlich! Unglaublich, sowas! Aufs Wasser hinaus. Herrgott noch mal, Wasser hat doch keine Balken!

Ernst Mätzer war ruhig geblieben: „Nun lass doch den Jungen machen, Elfriede. Studieren kann er doch immer noch, unser Sascha. Vielleicht kann er so gar Kapitän werden auf einem unserer schönen neuen Schiffe. Ist das vielleicht nichts?“

Ein bisschen gemurrt hatte sie da noch, die Mutter, war auch etwas enttäuscht gewesen. Doch laut war sie auch da nicht geworden. Am Ende hatte sie es dann doch eingesehen – wenn es denn unbedingt sein musste, das mit der Seefahrt!

So war es denn entschieden. Die Mutter überstimmt, die Harmonie wiederhergestell. Sascha stand nun vor dem Klassenabschluss. Seine Versetzung in die Zehnte war gesichert. Da brauchte sich niemand Sorgen machen. Gut gelernt hatte er, der Sascha, war ein guter Schüler gewesen. Sehr zum Stolz der Mutter. Stolz auch der Vatere, doch zeigte er es nicht so offen. Ein „Sehr Gut“ war es schließlich doch nicht geworden, aber fast! Da hatte ihm der Vater eine Kamera geschenkt! Eine Spiegelreflexkamera, eine EXA 1 A! Weil er doch so ein Fotofan sei, hatte der Vater noch hinzugefügt.

Fast wären da doch ein paar Tränen geflossen. Tränen der Freude, die Sascha kaum hatte unterdrücken können. Ein solches Geschenk! Das hatte er nie und nimmer erwartet! Das Teil hatte doch gut und gern seine dreihundert Mark gekostet!

Obwohl er es sonst nicht recht mochte, heute hatte er sie beide umarmt, die Eltern. Hatte sich ganz herzlich bei ihnen bedankt. Voll ehrlicher Dankbarkeit. Was für ein Geschenk! Von Stund´an sollte sie seine Begleiterin sein, die EXA. Kaum, dass er sie aus den Händen ließ, geschweige denn, aus den Augen. Die müsste er doch auch mal nach Berlin mitnehmen! So viel gute Motive gab es dort doch.

Sascha wusste, dass eine kleine Gruppe der Jungen aus der Zehnten des Öfteren nach Berlin fuhr. Was die dort in Berlin machten, wusste niemand. Das behielten die Burschen streng für sich, machten fast ein Geheimnis daraus. Doch Sascha war das wurscht. Zu gern wollte er mit seiner EXA nach Berlin.

Die anderen Schüler hatten schon öfter versucht, herauszubekommen, was die Gruppe der Geheimniskrämer wohl wirklich in Berlin machte, doch die sagten nichts, hielten dicht. Und jetzt, ganz plötzlich, da luden sie ihn, Sascha, ein, mitzukommen!

Noch misstrauisch, hatte er da nachgefragt. Doch wiederum nur Schweigen! Was für ein geheimnisvolles Getue, sagte Sascha sich da. Wollten die sich nur aufspielen? Da wollte er doch lieber nicht mehr fragen. Zu ärgerlich, dieses Gehabe.

Man hatte sich dann für den ersten Freitag nach Ferienbeginn am Bahnhof verabredet. Zum Berliner Automarkt sollte es gehen. Mehr hatten sie nicht gesagt, die Geheimniskrämer. Trotzdem war Sascha pünktlich zur Stelle, als die drei anderen eintrafen.

Erst, als alle vier im Zug saßen, bekam Sascha weitere Informationen. Gespannt wie ein Flitzebogen war er inzwsischen, versuchte aber, das zu verbergen.

Also, zum Automarkt. Es würde dort um Botengänge gehen, erfuhr Sascha nun. Um Botengänge für die Autohändler – und war enttäuscht. Botengänge! Was war das achon? Und daraus so ein Gewese zu machen!

Nur gegrinst hatten sie da, die drei anderen. Erst mal abwarte solle er. Würde schon noch sehen, wie der Hase läuft, würde schon noch merken, was dabei herauskäme, Grünschnabel! Und zu niemandem ein Wort, klar? Verstanden?

Doch, verstanden hatte er schon. Doch warum wieder diese Geheimnistuerei? Sascha überlegte. War da nicht doch vielleicht etwas nicht ganz koscher? Andererseits, Botengänge waren ja nichts Ungewöhnliches, waren keineswegs verboten. Also erst mal abwarten, wie sich die ganze Sache anließ.

Auf dem Automarkt angekommen, ging alles sehr schnell. Die drei schienen sich hier bereits gut auszukennen. Männer tauchten plötzlich auf und mit einem Mal hatte jeder einen Briefumschlag in der Hand! Der eine einen etwas dünneren, der andere einen dickeren. Genau konnte Sascha es nicht sehen in der Eile, mit der hier alles ablief. Dazu hatte jeder noch einen kleinen Zettel bekommen, auf dem eine Adresse stand.

Somit war die Sache klar, an diese Adresse sollte der Umschlag geliefert werden. Nach der Übergabe sollte es dann auch gleich den Lohn geben. Wieder in Form eines Umschlages.

Sascha befühlte seinen Umschlag, bevor er ihn einsteckte. War der nicht dünner, als der der anderen? Viel schien da nicht drinzustecken. Doch egal. Nur los jetzt. In den Umschlag zu schauen war nicht erlaubt, außerdn war der zugeklebt. Doch Geld war da bestimmt nicht drin. Erst mal einen Bliick auf die Adresse auf dem Zettel.

War gar nicht so weit, diese Adresse. Den Gang konnte man bequem zu Fuß erledigen. Da wäre noch reichlich Zeit, später ein paar Aufnahmen zu machen mit der Kamera.

Das Gebäude, das Sascha fast mühelos gefunden hatte, machte nicht den besten Eindruck auf ihn.

---ENDE DER LESEPROBE---