Todeskampf im Indik - Harri Anholt - E-Book

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Harri Anholt

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Beschreibung

Haie an der Küste um Durban. Da stürzt Willi F. plötzlich ins Meer! Ein Unfall? Oder hatte da doch jemand nachgeholfen? Verzweifelt sieht W. sein Schiff enteilen! Doch er blutet, hat sich den Kopf angeschlagen - und die Haie riechen sein Blut! Doch in weiter Ferne ist die Küste! Nie wird er sie erreichen. Und es wird schon dunkel. Doch was ist das? Ein Ungeheuer, ein Krokodil? Hier, mitten im Ozean? Todesmutig schwimmt er darauf zu - es ist ein Baumstamm!

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Veröffentlichungsjahr: 2022

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Harri Anholt

Todeskampf im Indik

Die Leben des Willi F.

Inhaltsverzeichnis

Impressum

Todeskampf im Indik

Die Leben des Willi F.

Es war wieder mal so ein typischer beschissener Tag im November. Kalt und regnerisch. Man wusste gar nicht, was man anziehen sollte. Mal kam die Sonne durch, im nächst Augenblick wollte es anfangen zu regnen.

Oberleutnant Helmut Schmidt kam aus der Haustür des Rostocker Seefahrtsamtes und wäre fast in einen Regenschauer gerannt. Fluchend blieb er in der Tür stehen. Fragte sich, ob es wohl wirklich nur ein Schauer wäre. Denn das Sauwetter passte so richtig zu seiner Stimmung. Wenigstens hatte er in den Musterrollen der Schiffe gefunden, was er suchte.

Hatte der Regenaufgehört? Missmutig zog Schmidt den Kragen seines Mantels hoch, den Hut tiefer in die Stirn und machte sich per Pedes auf den Weg ins Haus der Schifffahrt. Nicht mal den Dienstwagen hatten sie ihm vom MfS gegeben. Und das bei dem Mistwetter. Dazu auch noch dieser Wind! Fast hätte der ihm den Hut vom Kopf gerissen, als er die Straße betrat! Gerade hatte er ihn noch ergreifen können. Dabei war der teuer! Sowas musste an privat bezahlen. Den hätten sie ihm beim MfS ganz bestimmt nicht ersetzt.

Einen kleinen Schauer hatte Helmut Schmidt, Oberleutnant des MfS, Des Ministeriums für Staatsicherheit, kurz vorm Haus der Schifffahrt doch noch abbekommen. Wie ein Hund schüttelte er sich im Eingang. Wütend. Auch das noch! So kurz vor dem Ziel. Und der Fahrstuhl? Das Ding funktionierte meistens gar nicht. Mal wieder eine Traube von Leuten davor! War das Ding etwas wirklich wieder kaputt?

Mann! Laufen bis in die achte Etage! Aber da kam der Lift – rasch hinüber – zu spät! Verflucht und zugenäht, er kam nicht mehr mit hinein! Also doch die Treppe. Vielleicht nur eine oder zwei Etagen. Da könnte er den Lift...

Auch das hatte nicht geklappt! Die Fingerkuppen hätte man sich blutig drücken können, der Lift wollte und wollte nicht kommen. Am Ende also doch die Treppe? Heute blieb einem mal wiede nichts erspart. Hinauf also. die Treppe. Man musste es halt sportlich nehmen.

Wütend warf Oberleutnant Helmut Schmidt seine Bürotür hinter sich zu. Den Mantel hätte er am liebsten gleich in die Ecke gefeuert, doch das tat er nicht, hängte ihn auf den Bügel, den Hut auf den Haken. Die Kleidungsstücke konnten ja am Ende nichts dafür. Besonderes der Hut.

Jetzt erst mal die nassen Schuhe von den Füßen und in den Sessel gepflanzt. Nachdenken, Schmidt, mahnte er sich selbst. Den Namen hatte er ja von diesem Wiedenbohm. Markus Wiedenbohm, Erster Offizier auf der „Aldebaran“ zurzeit, das Bürschchen. Ein ganz besonderes Früchtchen, dieser Wiedenbohm! Man kannte sich ja schon ein bisschen.

Schmidt grübelte vor sich hin. Eine ganz vertrackte Geschichte damals. Zwei Tote hatte es gegeben und obendrein eine Republikflucht. Und immer war Wiedenbohm irgendwie involviert. Nur hatte man ihm nie etwas nachweisen können. Was hatte sich da dieser Führkell damals alles einfallen lassen, der Stellvertretende Parteisekretär. Hatte sich höchst persönlich auf See begeben. Auf die schwankenden Planken eines Schiffes!

Der Hungere müsste einem schon plagen, sowas zu machen. Auf einer Afrikareise. Und alles nur, um diesen Wiedenbohm beim Kanthaken zu kriegen. Und das Ende vom Lied? Er kam selber nicht wieder zurück von dieser Reise. Verschollen, abgesoffen, von den Haien gefressen, der Blödmann! Manch einem war eben nicht zu helfen. Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.

Ist nie richtig geklärt worden, dieser Fall. Der Kapitän hatte alles Menschenmöglich getan. Da hatte es keine Zweifel gegeben, als sie bemerkt hatten, dass Willi Führkell weg war. Gefunden hatte man nichts von ihm. Viele Stunden hatte man geopfert, alle Pläne in Gefahr gebracht, ohne irgendeinen Erfolg. Kein Wunder, wimmelte es doch von Haien in diese Gegend damals.

Zwei Möglichkeiten gab es da eigentlich nur. Entweder, es hatte jemand nachgeholfen, dass der gute Willi, das schmächtige Kerlchen, über Bord ging oder der hatte Selbstmord begangen. Sollte ja an Bord auch einen schweren Stand gehabt haben, damals. Kein Aas sollte zuletzt noch etwas mit ihm zu tun haben wollen. Mal abgesehen von diesem Urs Pogginus, dem Dritten Offizier. Den hatte sich Willi damals ausbedungen, wollte ihn unbedingt an Bord haben. Sollte ihm helfen, die ganze Bande an Bord unter seine Fuchtel zu kriegen. Gebracht hatte ihm das alles nichts. Willi Führkell blieb für immer verschollen. Wenn man wenigstens dieses sagenhafte schwarze Büchlein in die Finger bekommen hätte! Da hatte mit Sicherheit so einiges dringestanden. Dass es existiert hatte, war belegt. Gefunden hatte man es nie. Auch da sollte dieser Wiedenbohm seine Finger im Spiel gehabt haben. Was wiederum nicht hatte bewiesen werden können. Das Gegenteil war der Fall. Immer konnte der Kerl nachweisen, dass er unschuldig war. Aber war er es wirklich? Da konnten einem schon Zweifel kommen.

Oberleutnant Schmidt hatte sich etwas beruhigt, seinen Ärger niedergekämpft. Trotzdem, die Geschichte hatte ihm am Ender noch selbst geschadet. Übergangen hatte man ihn beim MfS! Hauptmann hatte er werden sollen. Da war schon alles in Tüten und Papier. Und dann? Diesen Kuhkopf vom Fischkombinat hatten sie befördert! Einen, der von Tuten und Blasen keine Ahnung hatte. Und alles nur wegen diesem Würstchen von einem Führkell! Nichts hatte der zuwege gebracht. Selbst mit seinem Spitzel Kollicker nicht, den er ihm zuvor mal übergeben hatte. Den er jahrelang ausgebildet hatte. Von einem skrupellosen Kleinkriminellen zu einem brauchbaren IM. Nebel im Ärmelkanal hatte sie den über Bord geworfen. Und wieder hatte keiner die Schuld. Wiedenbohm schon gar nicht. Fein hatte der sich rausreden können. War damals auf der Kommandobrücke des Schiffes gewesen. Nachweisbar. Mit dem Kapitän zusammen. Konnte es also doch nicht gewesen sein. Wieder nicht.

Die Sache und die Akte „Führkell“ war inzwischen so etwas wie ein „cold case“. Sollte man sich damit überhaupt noch befassen? Andererseits, den Namen „Wiedenbohm“ hatte er. Auch dieser, wie hieß er doch gleich, ja, Pogginus. Auch der würde sich finden lassen. Musste sogar in den eigenen Akten stehen. Aber damit war es das dann auch schon. Um wirklich weiterzukommen, würde er sehr, sehr tief in die Vergangenheit diese Leute gehen müssen. Ganz besonders in die des Markus Wiedenbohm. Ein Erfolg musste endlich her! Denn oben beim MfS saßen sie ich im Nacken. Besonders bei den Informellen Mitarbeitern wollte es in letzter Zeit nicht mehr vorangehen. Und wenn er die Akte Führkell noch mal aufmachen wollte, musste er das ganz allein machen. Kein As würde ihm dabei helfen.

Eher im Gegenteil. Knüppel würde man ihm zwischen die Beine schmeißen. Man mochte es oben gar nicht, wenn abgeschlossenen Fälle plötzlich wieder ans Licht gezerrt wurden. Ganz nebenbei, ein Unterfangen, das einem Himmelfahrtskommando gleichkam. Denn wenn er nichts gravierend Neues zutage förderte, den eigenen Kopf könnte es kosten!

Ramona Gehrke schwebte im siebten Himmel! Ihre neue Zweizimmerwohnung hatte sie nach jahrelangem Warten endlich bekommen. Auch ihre Scheidung vom Ex, dem Gehrke, war jetzt auch durch. Ein entsetzliches Erlebnis, diese kurze Ehe und ihre lange dauernde Scheidung. Bauarbeiter war er. Groß und stark. Dabei hatte der Bildungsunterschied für sie gar keine Rolle gespielt. Ein paar Monate war auch alles ganz gut gegangen. Doch dann diese Trinkerei! Immer öfter war er betrunken nach Hause gekommen, stank nach Schnaps und Bier, wollte dann auch noch Sex. Da hatte sie sich ihm verweigert. Und beim nächsten Mal hatte er sie geschlagen! Erst mit der Faust auf den Arm, dann mit der Hand ins Gesicht – und da war dann alles vorbei, die Scheidung hatte sein eingereicht.

Die Kolleginnen und Kollegen des Lehrerkollegiums hatte ihr beim Umzug geholfen. Wie lange war das nun schon her? Egal, es war vorbei. Nach dem Bruch mit Gehrke hatte sie sich nur noch auf den Unterricht mit den Kindern konzentriert, hatte sich mit Männern überhaupt nicht mehr eingelassen. Bis dann ihre Freundin und Kollegin nicht mehr lockerlassen wollte. Eine Schönheit wäre sie, würde noch ganz versauern. Wäre doch ganz für die Liebe und fürs Kinderkriegen geschaffen! Auf keinen Fall dürfe sie diesem Ex nachtrauern. Nein, nachtrauern wollte sie dem nicht wirklich. Aber auf den Tanzboden? In die Bar? Auf gar keinen Fall!

Jawohl, genau das, hatte die Freundin nicht lockergelassen. Man müsse sich dich nicht gleich dem erstbesten an den Hals werfen! Und Aufmerksamkeit würde sie sofort auf sich ziehen, bei dem Aussehen, der Figur, dem klasse Hinterteil und den irrlichternden Augen! Schlange würden sie stehen, die Kerle! Und aussuchen könnte sie sich wen sie wolle.

Was hätte sie da noch sagen können? Ramona wusste genau um ihr Aussehen. Klasse, immer noch, ihre Figur. Schließlich war sie Lehrerin für Sport und Deutsch. In der Unterstufe. Die Beine durchtrainiert, fest, ihre Brüste, nein. verstecken musste sie nichts. Aber große Lust hatte sie auch nicht, auszugehen. Zu tief saß die Enttäuschung.

Alles Sträuben hatte am Ende nichts genützt, Ramona Steinhaus, geschiedene Gehrke, hatte sich doch breitschlagen lassen, war ins Café Corso gegangen. Und was war passiert? Ganz allein hatte sie am Tisch gesessen und gewartet! Quälend langsam warn da die Minuten verstrichen, doch die Freundin Kam nicht! Was so gar nicht deren Art war – es musste etwas Dringendes dazwischengekommen sein. Sonst wäre sein doch bestimmt gekommen.!

Noch fünf Minuten, hatte sie sich vorgenommen, dann würde sie wieder gehen. Immer wieder hatten Leute auf ihren Tisch geschielt. Vorsichtshalber hatte sie ihre Tasche auf einen der vier Stühle gelegt. Das hatte wohl etwas abgeschreckt. Bis zu diesem denkwürdigen Augenblick. Zwei Männer waren hereingekommen, groß und schlank der eine. Der andere rum einen halben Kopf kleiner – und hatte sie es nicht längst befürchtet? Die beiden steuerten nach einige Blicken in die Runde schnurstracks auf ihren Tisch zu! Was sollte sie nur sagen?

Auf die Frage des Großen hatte sie nur genickt, ein bisschen mürrisch vielleicht. Trotzdem hatte der sich artig bedankt. Aber wieso war der Kleine plötzlich schon wieder weg?

Aber das ging sie nun wirklich nichts an. Da kam auch schon die Serviererin. Tuschelte mit dem Langen. Kannten die sich etwa? Offenbar doch nicht. Die Serviererin rauschte davon.

Ramona Steinhaus beobachtete ihren neuen Tischnachbarn – ein stattlicher Bursche! Blond, graublaue Augen. Und enganliegende Ohren! Abstehende Löffel mochte sie wirklich nicht. Aber der hier? Ein offenes Gesicht, richtig männlich. Aber der guckte immerzu so!

„Ist etwas mit meiner Nase?“ Sie hatte es einfach sagen müssen.

„Aber nein, entschuldigen Sie bitte.“ Sichtlich unangenehm schien es ihm nun zu sein.

„Was ist es dann? Sie schauen immer so...“

„Nun, die Nase ist es nicht. Ihre Augen. Sie sind, ja, ungewöhnlich. Und wunderschön.“

„Finden Sie?“

Hätte sie da nicht wenigstens Danke sagen müssen?

Die Serviererin kam mit einer Flache Wein und drei Gläsern, enthob ihn somit einer Antwort. Ramonas Neugier war erwacht! Wieso denn drei Gläser? Sein Kumpel oder was der war, der war längst verschwunden. Da durfte man wirklich gespannt sein. Was mochte der denn jetzt mit den drei Gläsern vorhaben?

Die Serviererin schenkte ein paar Tropfen von dem Wein in das Glas ihres Nachbarn. Der trank den kleinen Schluck mit geschlossenen Augen, schien dann überrascht zu sein. Eigentlich ein ganz hübscher Bursche, dachte Ramona, nunmehr Steinhaus. Was würde er jetzt wohl machen?

Der nahm doch tatsächlich der Serviererin die Flasche aus der Hand, dankte und nickte ihr zu! Ob die sich nicht doch kannten? Jetzt schenkte er zwei Gläser ein! Fragte auch schon:

„Verzeihung, darf ich Sie zu einem Gläschen einladen? Der Wein ist wirklich gut, dieser Bordeaux.“

Damit hatte sie nun gar nicht gerechnet! Ramona war fast ein wenig erschrocken. Was sollte sie machen? Ablehnen? Annehmen? Warum eigentlich nicht? Ein Gläschen in Ehren...

„Ja, gern. Wenn der Wein wirklich so gut ist, wie Sie sagen.“

Ramona wollte nach dem Glas greifen, doch er kam ihr zuvor, reichte es ihr über den Tisch. Hell klangen die Gläser, als sie anstießen, sich ihre Hände für eine Sekunde berührten. Etwas länger versenkten sich die Blicke in einander.

„Ich heiße übrigens Marcus Wiedenbohm“, sagte er, nachdem sie die Gläser abgesetzt hatten. „Marcus mit „C“, wenn Sie erlauben.“

„Ramona Gehrke“, erwiderte sie amüsiert. „Ohne C“.

Beide lachten. Das Eis schien gebrochen. Und damals hieß sie ja wirklich noch Gehrke. Auch die Band begann jetzt zu spielen.

„Sie tanzen wohl gar nicht?“ Ramona hatte diese Frage einfach nicht lassen können.

„Um ehrlich zu sein, ich beherrsche diese schöne Kunst leider nicht, muss ich sagen.“

„Nicht? Wer soll das denn glauben? Ein Mannsbild wie Sie...“

„Es stimmt aber wirklich. Ich...“ Ramona ließ ihn nicht ausreden.

„Jeder Mensch kann tanzen. Der eine gut, der andere halt wenige gut. Kommen Sie, wir versuchen es einfach mal.“

Ramona Gehrke fasste sich an den Kopf, tat dann, als richtete sie etwas an ihre Frisur. Was war das denn heute? War sie völlig durchgeknallt? Jetzt animierte ich auch schon zum Tanzen! Aber nun hatte sie es getan. Wie würde er reagieren? Und ob er wirklich nicht...

Doch da stand er auch schon auf! Vielleicht etwas gequält, der Gesichtsausdruck.

Marc Wiedenbohm hatte es kommen sehen, das mit dem Tanzen. Ablehnen war nicht drin. Einfach zu schön, dieses wundervolle Geschöpf. Ob sie wohl wusste, wie sie auf Männer wirkte? Meistens wussten die Schönen es ganz genau. Und die hier, die hatte wirklich Klasse. Wer oder was mochte sie wohl sein? Mein Gott, diese Augen! Einzigartig. Noch nie gesehen, sowas. Und auch sonst, alles dran, was einen Mann begeistern konnte.

Marc ließ sie einen halben Schritt vorausgehen. Diese Figur! Auch und besonders von hinten betrachtet. Der Achtersteven, die Beine, einfach vollendet.

Ein Glück, dass die Tanzfläche so klein und rappelvoll war. Da blieb einerseits wenig Raum für Schritte, andererseits aber Ramona so nahe! Das konnte einem schon mal zu schaffen machen.

Sehr nahe war sie sogar! Den Arm um ihre Hüfte, spürte er ihren Duft, ihr Haar. Dezent und doch verführerisch. Und jetzt schlang sie auch noch beide Arme um seinen Nacken! War ihm noch näher! Marc Wiedenbohm fühlte, wie das Blut durch seine Adern rann, nur jetzt nicht noch eine Erektion! Und Konzentration! Mensch, Wiedenbohm, zusammenreißen! Auf Ramonas Füße achten. Sehen konnte er sie ja kaum bei der Enge hier. Und auf den Takt achten! Ein Glück, dass die Tanzfläche so voll war.

Schön, ein Fred Astaire war er nicht, der Herr Wiedenbohm, dachte Ramona. Schön war es trotzdem, in seinen Armen zu liegen, sich treiben lassen. Wenn er nur seinen Kopf etwas tiefer, ja, so. Sie hatte etwas nachgeholfen, den Kopf an seiner Wange. Schön, so. War da etwas an ihre Hüfte? Hatte Marcus etwa...? Mein Gott, war sie betrunken? Was war nur in sie gefahren?! Mit einem Mann hie, den sie überhaupt nicht kannte! War es der Wein? Aber man hatte doch kaum etwas getrunken!

Die Band machte eine Pause. Marc gelang es, einen halben Schritt zurückzutreten ohne jemandem auf die Füße zu steigen. Wirklich sehr eng hier.

„Wir sollten doch lieber an den Tisch gehen, Frau Gehrke. Einverstanden?“

Ramona wäre liebe noch geblieben, doch die Band spielte plötzlich etwas Wildes. Überfordern wollte sie ihren Tanzpartner auch nicht, so stimmte sie zu. Warm war ihr geworden.

Marcus, ganz Gentleman, hielt ihr den Stuhl. Ramona dankte es ihm mit einem tollen Augenaufschlag – sie wusste um die Wirkung ihrer Augen. Marcus setzte sich, war fast betäubt von diesem Blick – diese Augen! Versinken könnte man in ihnen. Ihr Gesicht in beide Händenehmen, es küssen. Immer wieder.

Stattdessen nahm Flasche und Glas, schenkte noch einmal ein. Es klappte auch ganz ordentlich. Nichts ging daneben. Er stieß noch einmal an mit Ramona, schaute tief in ihre Augen dabei – lächelte sie ihm zu? Tatsächlich! Man müsste etwas tun! An die Bar?

Marc spähte hinüber zur Bar. Ein Gedränge da drüben, doch da – ein Hocker war noch frei. Frei für Ramona. Gedacht und schon ausgesprochen:

„Was meinen Sie, Ramona. Ein Gläschen Sekt an der Bar? Wenn wir nun schon mal hier sind. Ich lade Sie ein, ja?“ War das nicht zu früh? Ein wenig zu dreist? Doch sie stimmte zu:

„Also gut, ein Gläschen nur, Marcus. Ich will nicht hoffen, dass Sie mich betrunken machen wollen.“ Ohrfeigen hätte sie sich selbst können nach diesem Satz! Was war das nur heute? Einen gutaussehenden Mann hatte sie neben sich, einen Gentleman und dann so einen Satz!

Doch Marc Wiedenbohm lachte nur: „Nein, das auf keinen Fall. Ein Gläschen Sekt würde eine solche Wirkung auch gar nicht haben können.“

Den freien Hocker hatte Ramona eben noch erwischt. Mit kühne, Schwung war sie drauf. Sportlich, sportlich! Marc sah es mit Vergnügen. Und da zog sie ihn auch schon näher zu sich heran. Noch bevor er die Bestellung aufgeben konnte, sagte Ramona plötzlich: „Wie ist es, Marcus, wollen wir nich „Du“ sagen?“

„Es wäre mir eine große Freude, Ramona. Doch erst den Sekt bitte.“

Marc suchte den Blick der Bardame zu erhaschen. Es klappte, er hob die Hand: „Zwei Sekt, bitte.“ Es ging auch ganz schnell. Einen Zwanziger hinüber, die Gläser in Empfang genommen, eines Monchen in die Hand gedrückt, noch in Blick ins Dekolleté der Bardame. O Gott. Der sprangen die Möpse fast aus dem Mieder! Hatte Ramona das gesehen? Und wieso Monchen? Hatte er das wirklich gesagt? Nein, wohl doch nur gedacht. Aber so ganz war er heute wohl doch nicht mehr Herr der Lage. Was für eine Frau! Und gar nicht abweisend!

Nun aber mit Ramona angestoßen. Leise klangen die Gläser. Dann war er da, der Augenblick – Ramona bot ihm ihre Lippen! Den Arm um ihre Schulter gelegt, Marc küsste sie. Spürte ihr Entgegenkommen, sie küsste zurück! Doch leider nur diesen flüchtigen Augenblick. Hatte er ihre Zungenspitze auf seiner Unterlippe gespürt? Da war es auch schon vorbei. Ein Glücksgefühl durchströmte Marc Wiedenbohm – sie hatte zurück geküsst!

Wieder zurück am Tisch, bemerkte Marc, dass Ramona unruhig wurde. Er sah sie forschend an. Hatte er etwas falsch gemacht? Der Kuss, der war doch nur...

„Ich möchte gehen, Marcus, hörst du?“

Hatte er wirklich richtig gehört? Gehen wollte Ramona? Jetzt, wo der Abend doch erst richtig begann, das durfte doch nicht wahr sein!

„Warum denn, Ramona“, fragte Marc, fast ein wenig verstört. „Habe ich etwas Falsches gesagt oder getan?

„Hast du nicht, Marcus. Doch der Alkohol. Ich vertrage sowas einfach nicht.“

„Soll ich dir denn ein Taxi rufen, Ramona?“ Marc Wiedenbohm war schwer enttäuscht, doch das musste ja niemand merken. Und Ramona schon gar nicht, wenn sie nichts von ihm wissen wollte. Dabei hatte das vor kurzem noch ganz anders ausgesehen. Doch gelacht hatte sie da plötzlich wieder! Ihr so schönes melodisches Lachen.

„Ein Taxi, liebster Marcus? Ich wohne doch gleich um die Ecke!“

„Dann darf ich dir aber wenigstens deinen Mantel holen.“

„Und du, Marcus?“

„Ich? Was soll ich denn machen, wenn du weg bist? Wahrscheinlich werde ich mich sinnlos betrinken und anschließend in der Gosse landen.“ Es sollte wie ein Scherz klingen, doch Marc merkte es selbst – es klang überhaupt nicht nach einem Scherz. Zu tief war di0e Enttäuschung.

„In der Gosse, Marcus? Ich bin ehrlich enttäuscht. Wo ich doch dachte, du begleitest mich.“

Das Herz im Leibe hüpfte ihm plötzlich wieder! Was für kein Wechselbad der Gefühle! Eben noch alles vorbei und nun? Begleiten sollte er sie! Ramona sollte er begleiten, diese wunderbare Frau. Ihm einen solchen Schrecken einzujagen!

Rasch noch die Zeche zahlen und ab, nach unten, Monchens Mantel holen. Ein saftiges Trinkgeld kürzte die Prozedur ab bei der Serviererin. Marc Wiedenbohm sauste die Treppe hinunter, doch Ramona folgte ihm auf den Fersen. Ging es ihr denn wieder besser?

Draußen hängte sich wie selbstverständlich bei ihm ein. Marc spürte ihren Körper an seiner Hüfte. Roch ihren feinen Duft neben sich. Marc Wiedenbohm passte sich mit einem raschen Zwischenschritt Ramonas Gangart an. Ewig hätte er mit ihr so laufen können.

Dann plötzlich bog sie auch schon mit ihm ab – waren sie nicht viel zu schnell gelaufen? Okay, das Wetter war nicht das schönste an diesem Abend, aber es regnete doch nicht. Kilometerweit hätte er noch mit ihr so laufen können.

Dann auch schon Halt in der Baderstraße. Ramona blieb stehen, reichte ihm den Schlüssel für die Haustür. Er trat einen Schritt zurück – was würde sie machen? Ihn jetzt wegschicken? Nichts dergleichen geschah! Ramona schob ihn lachend in den dunklen Hausflur.

„Eine Treppe höher, Marcus, flüsterte sie. Ich gehe mal voraus.“

Warum flüstert sie, dachte Marc. Hier war doch niemand. Oder vielleicht doch? Es war ein altes Haus. Da wusste man nie, was da so vor sich ging. Er folgte Ramona, blieb stehen, als auch sie stehenblieb. Sie schloss die Tür auf, blieb aber auf der Schwelle stehen. Also musste er an ihr vorbei. Näher vorbei, als er eigentlich wollte. Und da passierte es auch schon – im Türrahmen stehend küssten sie sich! Wer hatte angefangen, fragte sich Marc Wiedenbohm. Da schob ihn Ramona auch schon ins Zimmer. Diese Frau! Immer wenn es spannend wurde. Zu gerne hätte er sie weiterhin geküsst. Wie würde das hier heute nur enden?

Marc hatte Ramona den Mantel abgenommen: „Häng ihn einfach über den Stuhl, Marcüsschen. Mach es dir bequem. Es ist warm genug, zieh dein Sakko ruhig aus. Ich bin gleich wieder da.“

Marc tat, was sie verlangte, schaute sich um. Das Licht war hell genug. So konnte er manches gut erkennen. Schon klar, dass hier eine Frau wohnte. Blumen an den Fenstern. Und auch sonst alles pico bello. Sauber und aufgeräumt. An einer Wand ein Regal mit vielen Büchern. Was mochte sie da alles so lesen? Marc war drauf und dran, nachzuschauen, ließ es dann aber doch. Ramona konnte jeden Augenblick zurück sein. Es schickte sich nicht, in fremden Wohnungen herumzuschnüffeln.

Marc hatte sich doch noch hingesetzt. Auf dem Tisch eine Schale mit Süßigkeiten. Pfefferminz wahrscheinlich. Er nahm eine von den eckigen Dingern. Machten keinen frischen Atem. Doch war da nicht ein Geräusch – Ramona!

Marcus Wiedenbohm erstarrte auf seinem Stuhl, der Pfeffi! Er verschluckte ihn. Seine Erstarrung löste sich, Marc sprang auf, eilte zu ihr – sie hatte fast nichts mehr an! Nur ein fast durchsichtiges Etwas, das mehr durchscheinen ließ, als es verbergen konnte. Es reichte auch nur so eben über die Scham. Selbst die dunkelbraunen Nippel ihrer Brüste hoben sich deutlich ab – und schon hatte er das wundervolle Wesen in seine Armen, küsste Ramona voller Verlangen.

„Du hast noch viel zu viel an, Marcus, Liebster“ flüsterte Ramona an seinem Ohr.

Noch nie war Marc Wiedenbohm so schnell aus seinen Hosen! In fliegender Hast auch das Hemd über die Ohren gezogen, Ramona Half. Schon sperrte sein Glied, die Unterhose wollte nicht drüber. Eingezogen den Hintern, da ging es. Auch die Socken mussten noch dran glauben, mein Gott, sein Ding stand! Ob Ramona... Egal, er packte sie unter den Kniekehlen, den Arm um ihre Schulter, hob er sie hoch. Sie war leicht. Stieß überrascht einen kleinen Schrei aus, hatte augenblicklich ihre Arme um seinen Nacken geschlungen.

Marc trug Ramona hinüber ans Bett nebenan. Auch das letzte Textil noch über den Kopf gezogen – Ramona huschte hinein ins Bett, hob ihm einladend die Decke offen.

Nur nicht zu eilig! Marc versuchte, sich zurückzuhalten, seine Lippen suchten Ramonas Mund. Verlangend öffnete sie ihre Lippen, eine fürwitzige Zunge spitzelte hervor. Marc suchte sie zu packen, doch sie entglitt ihm wieder. Seine Hand glitt zu ihrem Busen, streichelte, spürte die Festigkeit der Knospen! Streicheln und küssen, überall! Atemberaubend, die Erregung! Doch weiter! Seine Lippen suchten Monchens Hals, fanden ihr Ohr, die Hand wanderte nach Süden, streichelte innen die Oberschenkel, Ramona seufzte, öffnete sich ihm. Vorsichtig mit den Fingern innen, Ramona zuckte, begann zu keuchen! Stöhnte auf, zog seine Hand zuzrück, schrie fast – „Marcus!“- zog ihn zu sich, auf sich.

Das Blut sauste Marc Wiedenbohm in den Ohren, doch er drang nur ganz wenig vor, bewegte sich nur leicht, dann etwas schneller – Ramona stöhnte, drängte sich ihm entgegen, da brachen alle Dämme! Tief, in wildem Stakkato dem ersehnten Ziel entgegen – es war geschehen! Marc blieb noch, bewegte sich kaum.

Marc blieb immer noch, noch immer völlig im Banne des eben Erlebten. Auf beiden Ellenbogen gestützt, lag er Wange an Wange mit Ramona. Zog sich dann vorsichtig zurück, glitt zur Seite. Ramona tat, was getan werden musste. Hatte vielleicht alles vorbereitet?

Marcus stützte sich ein wenig auf – und schaute in ein strahlendes Augenpaar! Was hätte er den anders tun können? Er küsste! Sanft und zärtlich, voller Glück und innerer Freude. Überall. Und Ramona? Sie genoss es! Seine Küsse auf ihre Lippen, die Augenlider und am Ende auch auf ihre Stirn. Mar Wiedenbohm war gefangen von diesem herrlichen Wesen, das sich ihm so willig hingegeben hatte. Er wusste, er würde nie von ihr lassen können. Wenn sie es nur wollte.

Niemand hatte gesprochen bis zu diesem Augenblick. Bis sich Ramona plötzlich aufstützte, Marc in die Augen sah:

„Ich muss wohl völlig irre geworden sein Marcus.“ Leise, fast ein wenig Zweifel in der Stimme. „Mit einem völlig fremden Mann, noch am gleichen Abend ins Bett mit ihm! Marcus, ich fürchte, ich muss mich ein wenig schämen. Was musst du nur denken von mir.“

Marc legte seinen Arm über Ramonas Brüste, beugte sich ein wenig über sie, küsste ihre Lippen, flüsterte.

„Du bist weder irre, noch musst du dich für irgendetwas schämen, Monchen. Liebes. Ich bin mir ganz sicher, es hatte alles so kommen müssen.“

„Das sagst du nur so. Weil du bekommen hast, was du wolltest.“

„Nein, nicht nur ich. Du hast es doch auch gewollt. Glaube ich jedenfalls.“

„Weil ich ein ganz ansehnliches Weibchen bin, nicht wahr? Das kam dir gerade recht.“

„Du bist gar nicht ansehnlich.“

„Was? Ich höre wohl nicht recht. Du...“ Ramona boxte ihn in die Rippen.

„Ich wollte sagen, dass du nicht nur ansehnlich, sondern wunderschön bist Ramona Gehrke. Zum Fressen schön! Alles an dir und überhaupt. So, das wollte ich dir sagen.“

„Wirklich? Du magst mich wirklich, Marcus Wiedenbohm?“

„Du weißt doch, Ramona, wir haben doch alle so ein Bild in uns, wie wir uns unsere große Liebe so vorstellen, nicht wahr?“

„Stimmt, Marcus. Ist aber nicht neu.“

„Für mich aber schon, Monchen. Denn du bist genau das, was ich mir unter der großen Liebe meines Lebens vorstelle.“ Marc sagte es voller Überzeugung.

„Ist das nicht doch ein bisschen vorschnell, Marcus? Ich meine, wir kennen uns doch gar nicht.“

„Dann frage ich mal so, Monchen. Möchtest du, dass ich nach dieser Nacht einfach so auf Nimmerwiedersehen verschwinde?“

„Mann, Marcus! Du kannst einem ja richtig Angst machen! Nein, das möchte ich natürlich nicht! Wie kannst du nur...“ Wieder boxen in die Rippen.

„Siehst du, Monchen, Liebes, ich möchte das auch nicht. Im Gegenteil.“

Marc flüsterte plötzlich nur noch: „Immer möchte ich dich bei mir haben.“ Seine Hand über Ramonas Brüsten, begann zu streicheln: „Tag und Nacht möchte ich mit dir zusammen sein, dich herzen, küssen und lieben, du wunderschönes Kind. Wie kann ein einziger Mensch nur so betörend schön sein.“

Es war gekommen, wie es hatte kommen müssen. Noch einige Tage und natürlich auch wunderschöne Nächte hatte Marc Wiedenbohm mit Ramona verbracht. Mit jeder Stunde, jedem Tag war die Zuneigung gewachsen, hatte sie wie eine Blume ihre ganze Pracht entfaltet, war auch die Liebe aufgeblüht.

Ängste hatte Marc ausgestanden. Hatte Schlimmes befürchtet. Weil er doch nun mal Seemann war und nicht immer da sein würde. Von seiner Ex hatte er erzähl. Doch Ramona hatte all seine Befürchtungen einfach weggewischt – nein, so eine wäre sie ganz bestimmt nicht!

Fast drei ganze Wochen hatte Ramona mit Marc Wiedenbohm In einer Woge des Glücks geschwelgt! Hatten an nichts anderes mehr denken können. Überredet hatte sie Marcus, sie von der Schule einmal abzuholen. Gesträubt hatte er sich, ihrem Drängen dann doch nicht wiederstehen können. Ihr ganzes Kollegium wartete doch schon, ihren „Neuen“ zu sehen. Doch nur aus der Ferne! Das hatte sie sich ausbedungen. Zu viele Leute auf einem Haufen, Leute die ihn und seine Liebe beobachten, ne2in, das wäre doch wirklich nicht gut.

Marcus hatte dann doch mitgemacht. Wer konnte einem solchen Wesen denn widerstehen! Hatte am Ende noch Spaß daran gefunden. Auf dem Platz vor der Schule hatte er gewartet, ihr Marcus. Da war sie auf ihn zu gerannt! Beide Arme hatte er da weit ausgebreitet, sie aufgefangen und wild herumgeschwenkt – gejauchzt hatte sie da, vor Überraschung und Freude. Und voller Liebe. Geküsst hatte sie ihn da, ihren Liebsten. Vor aller Augen.

Aber dann war doch geschehen, was Marcus vorhergesagt hatte – ein Telegramm, er musste fort, hinaus auf See. Für mindestens sechs Wochen. Auf Mittelmeerreise. Schlimm, der Abschied. Auch für Marcus. Geliebt hatten sie sich noch, die letzte Nacht. Dann war er gegangen. Zu seiner Mutter noch ganz früh am Morgen, dann zum Bahnhof. Nein, sie möge ihn nicht begleiten. Es würde nur noch schwerer werden dadurch. Abschied ist ein scharfes Schwert, das tief ins Herz dir dringt. Beide hatten diese Schärfe gespürt.

Doch die Wochen waren schneller vergangen als befürchtet. Zu tun hatte Ramona ja auch immer reichlich. Und noch war sie auch nicht geschieden. Es zog sich immer noch mit dem nächsten Termin. Auch mit dem Wohnungsamt und der neuen Wohnung war es noch nicht so weit.

Und dann kam er, ihr Marcus! War wieder zurück von seiner langen Reise. Und heiß flammte die Liebe wieder auf. Sie wusste es jetzt genau, ihr Marcus, diese Marcus Wiedenbohm, der liebte sie wirklich. Sie ihn natürlich auch. Und wie! Doch Marcus war ernster zurückgekommen von dieser Reise. Sie hatte es sofort gespürt. Es musste etwas passiert sein unterwegs.

Doch Marcus schwieg. Schwieg lange. Sie hatte ihn auch nicht löchern wollen. Wenn er nichts sagen wollte – doch dann hatte er es wohl selbst nicht mehr aushalten können.

Ja, es wäre etwas geschehen. Etwas ganz Furchtbares sogar. Und sie dürfte es auch nicht weitererzählen! Einen Mann hätten sie bei Nebel im Ärmelkanal verloren. Er wäre über Bord gestürzt und ertrunken. Der Kapitän hätte alles Mögliche versucht bei dichtem Nebel und dem vielen Verkehr, sie hatten ihn nicht mehr finden, nicht mehr retten können. Schlimmen Verdacht hätte es zu Hause gegeben. Ihn selbst hätte man verdächtigt. Sogar von Mord wäre da die Rede gewesen. Geschürt von einem gewissen Willi Führkell und auch vom MfS durch Oberleutnant Schmidt. Aber alles hätte sich zerstreut. Jeglicher Verdacht sei von ihm genommen, seine Unschuld sei bewiesen worden.

Fast starr vor Schrecken hatte sie zugehört, unfähig, auch nur ein Wort zu sagen! Ein Mann über Bord! Das war ja grauenhaft. Ertrunken im kalten Wasser des Meeres! Entsetzlich! Aber ihr Marcus hätte damit doch nichts...

Nein, hatte er da gelächelt. Natürlich nicht. Es wäre alles geklärt worden. Ein Unfall. Dessen Hergang zwar nicht genau hätte aufgeklärt werden können, weil niemand etwas gesehen hatte. Er selbst, Marcus, hätte zwar etwas gehört, doch da wäre er oben auf der Brücke gewesen. Glücklicherweise mit dem Kapitän selbst als Zeugen. Aber jetzt hätte er Urlaub! Und den wollte er mit seiner Liebe, mit ihr, seiner Ramona verbringen.

Ganze vier Wochen hatte dieser Urlaub schon gedauert. Allerdings, es waren keine Schulferien. Tag für Tag musste Ramona zum Unterricht. Hatte auch bis in die Abendstunden viel zu tun. Aber die Wochenenden gehörten beiden ganz und gar. Auch zur Mutter musste Marcus immer wieder. Und die beklagte sich auch schon! Wieso er seine Braut nicht endlich mal mitbrachte, sie vorstellte – so gehörte sich das doch! Oder war es - nein, die Mutter schwieg da lieber. Nur keine alten Geschichten aufwärmen. Gut, dass der Junge mit der Vergangenheit abgeschlossen hatte. Seine neue Liebe würde ihm guttun. Wenn er sie nur mal mit nach Hause brächte, seine Flamme!

Marc hatte auch mit Ramona darüber gesprochen – die Mutter hatte doch ganz recht. Ob sie nicht gleich am Wochenende zur Mutter...?

Mit etwas bangem Herzen hatte Ramona zugesagt. Hatte sich gleich gefragt, wie das wohl ausgehen würde. Wie war seine Mutter? Mehrmals hatte sie versucht, mehr von Marcus zu erfahren, doch der hatte wieder mal nur gelacht, sein in die Arme genommen – ob sie etwas Angst hätte! So eine couragierte Lehrerin würde sich doch vor einer Schwiegermutter nicht fürchten. Und im Übrigen, seine Mutter wäre ein phantastischer Mensch. Sie würde sie gernhaben. Und umgekehrt mit Sicherheit auch. Basta!

Am nächsten Tag, es war Dienstag, wurde Ramona kurz vor Schulschluss in die Direktion gerufen. Das war schon recht ungewöhnlich. Ramona war nicht erbaut. Hätte das nicht eher sein können? Oder hätte es nicht auch Zeit bis morgen gehabt? Schließlih hatte man docj sein eigenes privates Leben.

Trotzdem, Ramona ging natürlich hin. Frau Eichel bat sie auch, Platz zu nehmen. Kam auch sofort zur Sache. Man hätte doch schon mal drüber gesprochen. Wie sie, Ramona Gehrke, denn nun dazu stünde, Mitglied der Partei der Arbeiterklasse zu werden. Ihre Leistungen wären doch gut. Es stünden ihr dann auch alle Türen offen!

Türen offen? Und deshalb sollte sie hier erscheinen? Das hätte man doch...

Nein, das wäre es nicht allein. Ein Genosse vom MfS wäre gestern noch da gewesen. Hätte sich nach ihrem neuen Freund, Herrn Wiedenbohm erkundigt. Roman, ganz eschrocken, hatte sofort aufgehorcht, sich aber rasch zusammengenommen.– nach Marcus erkundigt? Das MfS?

Ja, so war es. Es hätte da Verstimmungen mit dem Parteisekretär Genossen Führkell gegeben. Auch wäre Genosse Wiedenbohm da in einen gewissen Verdacht geraten. Doch das hätte sich alles geklärt. Nur hätte Herr Wiedenbohm eine Mitgliedschaft in der SED kategorisch ausgeschlossen. Was eben bei der Reederei nicht gut angekommen wäre. Bestürzt war sie da gewesen. Hatte aber Frau Eichel nicht weiter gefragt, nur gesagt, dass sie das mit ihrem Freund Marcus Wiedenbohm, den sie in Bälde heiraten würde, besprechen müsse. Hatte sich damit verabschiedet.

Unruhe hatte Ramona unterwegs auf dem Heimweg ergriffen – was wollten diese Leute von Marcus und auch von ihr? War das eine Warnung oder sowas? Wie sollte man das Gespräch mit Frau Eichel verstehen? Na, ja, gedroht hatte sie ja nicht.

Marc hatte sich angehört, was Ramona vorbrachte. Nein, beruhigte er die Geliebte, nahm ihre Hand. Sie würden Leute für ihre Partei rekrutieren wollen. Monchen hätte es doch selbst gehört, keine Drohungen. Okay, das mit diesem Schmidt wäre schon seltsam. Aber den würde er schon kennen.

Geschmunzelt hatte Marcus bei seinen Worten. Nein, die schnüffelten doch überall herum. Wollten ihre Existenzberechtigung unter Beweis stellen, Monchen. Keine Sorge.

Sorgen hatte sich Ramona dann auch nicht weiter gemacht. Konnte sie auch nicht mehr, denn wieder war ein Telegramm gekommen – Marcus Wiedenbohm als Dritter Offizier auf eine Reise rund um Afrika!

Was für ein Schock, damals! Sie hatte Marcus gar nicht mehr loslassen können – mein Gott, Afrika! Und nun gar für vier Monate! Aber Marcus hatte sie in seine Arme genommen. Seine letzte Reise würde es sein, die so lange dauerte. Versprochen hatte er es ihr. Nur noch auf kleinen Schiffen würde er fahren. Und wer weiß, vielleicht würde er die Seefahrt bald ganz aufgeben. Nein, ganz und gar natürlich nicht. Es würde sich schon etwas finden. Es gab doch noch andere seefahrende Betriebe. Doch für Ramona ein schwacher Trost. Marcus wieder hinaus, aber so weit! Nach Afrika. Um die halbe Welt!

Schweren Herzens war Marc dann abgereist. Und wieder hatte er seiner Mutter die Liebe seines Leben nicht mehr vorstellen können- Alles war wieder viel zu schnell gegangen. Ja, die Liebe seines Lebens hatte er sie genannt. Und sie hatte es ihm geglaubt. Alles. Trotz aller Abschiede, Ramona liebte ihn. Das half über jeden Abschiedsschmerz hinweg.

Und nun hatte sie, Ramona Steinhaus, wie jetzt ihr Name wieder war, endlich diese so entsetzlich quälende Scheidung hinter sich. Hatte obendrein auch die neue Wohnung in de Saarlandstraße bekommen und war mit Hilfe der Kollegen bereits umgezogen. Hatte nur das Schlafzimmer mitgenommen. Das hatte sie damals ja auch selbst bezahlt. Alles andere hatte sie einfach dagelassen. Für eine Couch, den Tisch und Stühle fürs Wohnzimmer hatte ihr Geld noch gereicht. Noch recht leer sah das neue Wohnzimmer aus. Wenn nur Marcus, ihr Liebster da wäre! Und seine Mutter? Wieder hatte es nicht sein sollen. Aber sollte sie nicht selbst...?

Ramona war begeistert von ihrer plötzlichen Idee – sie würde die Mutter selbst besuchen! Schon bald! Da würde er staunen, ihr Marcus, wenn er wieder da war. Nein, sie hatte doch keine Angst! Beileibe nicht. Freuen würde er sich, ihr Liebster. Ganz bestimmt.

Himmel und Hölle hatte Willi Führkell in Bewegung gesetzt. Am Ende war es ihm auch gelungen. Bei Sturm und Schneetreiben war in einer finsteren Januarnacht gerade noch an Bord der „Saale“ geklettert. Im dänischen Alborg. Da lag sie, die die Reederei als Alttonnage gekauft hatte.

Monate hatte er, der Parteisekretär der Reederei, gebraucht, um seinen Plan in die Tat umzusetzen. Auf diesem Schiff wollte er die führende Rolle der Partei durchsetzen. Ein wild zusammengewürfelter Haufen sollte das sein auf dem Schiff. Als GdK, als Gehilfe des Kapitäns hatte er sich anheuern lassen. Im Range eines Ersteh Offiziers natürlich. Mit Seefahrtsbuch und allem Drum und Dran. So hatte er sich auf die unsicheren Planken eines Schiffes gewagt. Ganz im Dienste der Partei hatte er das Risiko auf sich genommen. Wasser hat bekanntlich keine Balken. Aber diese renitenten Seeleute, sie würde er formen, sie zu Botschaftern des ersten Arbeiter- und Bauernstaates zu machen. Sie zu befähigen, den Sozialismus in der Republik aufzubauen. Mit Nachdruck! Es durfte nicht sein, diese Menschen dem Klassenfeind zu überlassen, der seine gierigen Klauen immer wieder nach ihnen ausstreckte, sie mit ihren glitzernden Fassaden zur Republikflucht ermunterte! Dem würde er auf diesem Schiff einen Riegel vorschieben!

Anfangen würde er jedoch zunächst nur bei ihm, diesen Wiedenbohm. Dieser verdammte Kerl! Machte sich auch noch lustig über die Partei. Schwafelte vom Diener zweier Herren, wenn er in die Partei eintreten würde. Quatschte auch noch über den Demokratischen Zentralismus, der Blödmann. Hatte nichts begriffen. Nicht mal, dass ihm der sozialistische Staat erst seine Ausbildung zum Schiffsoffizier ermöglicht und bezahlt hatte, das undankbare Aas! Aber nicht mehr lange. Dann war endlich da Schicksal dieses Staatsfeindes besigelt.

Immer wieder war er einem Zugriff entwischt, hatte sich herausgewunden. Mit Erfolg. Und doch musste der seine Hände im Spiel gehabt haben, als dieser Matrose Kollicker im englischen Kanal bei Nebel über Bord gegangen war. Auch bei der Republikflucht in Griechenland hatte Wiedenbohm mit Sicherheit Vorschub geleistet. Aber wiederum hatte man es ihm nicht nachweisen können. Einfach zu dämlich, unfähig, dieser Oberleutnant Helmut Schmidt. Dass sie sowas überhaupt bei der Stasi duldeten. Dass der ihm damals diesen dämlichen Kollicker geschickt hatte, dieses asoziale Element. Überhaupt kein Wunder, dass sie den im Nebel über Bord geschmissen hatten. Und Wiedenbohm? Mal wieder mal die Unschuld vom Lande! Glatt wie ein Aal. Selbst den Kapitän hatte er als Zeugen gehabt.

Was hätte man da noch tun können? Nur eines! Selbst auf die schwankenden Planken gehen. Das war die einzige Möglichkeit im Moment, diesen Kerl zu fassen.

Und jetzt, hier unten in Südafrika, in Durban, da sollte es geschehen. Diesen Urs Pogginus, den hatte er sich noch an Bord geholt in Alborg. Gemeinsam mit Pogginus hatte er dem Wiedenbohm die Falle gestellt. Und was war passiert? Wieder nichts! Eine scheußliche Blamage! Mein Gott noch mal! Wieder war Wiedenbohm nicht hineingetappt in die Falle. Dabei hatte doch schon alles so gut ausgesehen. Aber wenn einer schon Pogginus heißt. Und Urs obendrein. War in der Partei, auch noch IM, aber doof wie ´n Russenbrot. Wenn man nicht alles selber machte! Nur von Hohlköpfen und Trotteln war man umgeben.

In Durban hatte es also auch nicht geklappt. Mit der Besatzung ebenfalls unterwegs nicht. Alles renitente Burschen. Versammlungen hatte er durchführen wollen. Und was war passiert? Geweigert hatten sie sich, die halsstarrigen Armleuchter. Nicht während der Arbeitszeit. Nein, das ginge nicht, so der Kapitän. Na, da würde man in Rostock mal schauen, ob sowas überhaupt noch Kapitän bleiben durfte, so ein Quatschkopf!

Jetzt aber nichts wie weg hier. Raus aus diesem Rassistenstaat Südafrika. Zum Kotzen, wie die hier mit den Schwarzen umgingen. Aber in Rostock, da würde alles anders aussehen. Alles hatte er, Willi Führkell, notiert in seinem klein Schwarzen Büchlein. Das würde diesem Marcus Wiedenbohm endgültig das Genick brechen, diesem Mörder und Fluchthelfer.

Die „Saale“ hatte Durban nach fast einer Woche Liegezeit wieder verlassen. Herrliche Tage hatte die Mannschaft hier erlebt. In einem wunderschönen Land mit einem herrlichen Sommerwetter. Und das mitten im Winter. Aber den gab es ja nur oben in der Nordhalbkugel. Marc Wiedenbohm hatte um kurz vor zwölf Uhr mittags seine Wache übernommen. Bei strahlendem Sonnenschein und fast spiegelglatter See. Nur eine Dünung rollte, aus der sich fliegende Fische herauskatapultierten. Sicher auf der Flucht vor Fressfeinden. Ein wunderbares Wetter. So machte die Seefahrt schon mal Freude.

Ein herrliches Wetter. Marc genoss es, genoss die leichte Brise des Fahrtwindes. So machte die Seefahrt mal Spaß. Ruhig, die See, kein Verkehr. Weit und breit kein Fahrzeug in Sicht. Gegen dreizehn Uhr trug Marc die Position ins Log buch ein. Ein gegisster Ort, denn es gab nichts, womit man eine genaue Position hätte ermitteln können. Für Landmarken war man zu weit weg und Funkfeuer oder ähnliches gab es nicht. Also eingetragen den Kreis und wieder auf der Brücke umgeschaut – aber da war doch etwas! Knapp vier Strich an Steuerbord – was war das? Eine Wolke? Gar nicht so groß, das Ding. Ansonsten strahlen blauer Himmel rings umher. Schön, die fliegenden Fische zu beobachten.

Marc ging von einer Nock in die andere. Zu tun gab es vorläufig nichts. Der nächste Ort wäre erst um vierzehn Uhr wieder in der Karte fällig. Wie zufällig schaute Marc nach achtern – das war doch Willi Führkell, der da aufkreuzte. Machte sich an der Reling zu schaffen – aha, wieder seine sportlichen Übungen. Das hatte sich der unangenehme Knirps während der letzten Tage so angewöhnt. Sportlich, sportlich, der Genosse GdK, den an Bord keine so recht leiden konnte. Ob der wohl nur hinter ihm, Marc Wiedenbohm, her war? Sollte er nur, wenn´s ihm Spaß machte. Doch voraus plötzlich die Wolke! Kam mit großer Geschwindigkeit näher, bedeckte schon die Hälfte des Himmels, war nun bereits über dem Schiff – und rauschte es auch schon! Wassermassen ergossen sich über der „Saale“! Ein Wolkenbruch? Eine Sintflut! Wasser stürzte vom Himmel, konnte gar nicht so schnell abließen, staute sich an Deck. Tiefe Finsternis ganz plötzlich! Eine Dunkelheit, die fast etwas Beängstigend hatte. Von den von der Sonne erhitzten Eisenpankenn des Schiffes stieg weißer Dampf auf - ein unglaubliches Schauspiel! Dazu das starke Rauschen des herabdonnernden Wassers auf das Schiff, es dröhnte fast in den Ohren! Ein Inferno! Eine Urkraft der Natur entlud sich. Richtig unheimlich! Nichts für schwache Nerven. Nur kein Schott und auch kein Fenster auf der Brücke öffnen! Wie in einer Waschküche zischte und brodelte es draußen. Hören konnte man es selbst hier drinnen auf der Brücke.

Trotz allem, Marc hatte die Zeit gefunden, alles ins Logbuch einzutragen. So hatte er es gelernt, so war es ihm in Fleisch und Blut übergegangen. Jedes Vorkommnis, gleich welcher Art, es gehörte ins Logbuch.

Wie lange hatte es angedauert, dieses Inferno? Kaum zehn Minuten, nicht mehr. Urplötzlich war es vorbei! Die Sonne schien wieder wie zuvor, doch die Sicht! Kaum zu glauben.

Wie dichter Nebel dampfte es auf dem ganzen Schiff, hüllte es ein wie in eine weiße Wolke! Marc stürzte ans Radargerät – nichts, keine Reflexe, kein Fahrzeug zu sehen. Aufatmen! Marc ging wieder in die Nock, schaute sich um. Der Nebel lichtete sich, langsam löste sich der Wasserdampf in der Sonne auf. Doch wo war Willi Führkell indessen abgeblieben? Marc schmunzelte in sich hinein. Verzogen würde er sich haben, der Genosse. Hatte vielleicht noch einen nassen Arsch abbekommen.

Pünktlich um sechzehn Uhr erschien Chiefmate Häberle auf der Brücke, Marc abzulösen. Eigentlich wieder zu spät, dachte Marc. Es gehörte sich doch zehn Minuten eher zu erscheinen, weil um sechzehn Uhr die Übergabe erledigt sein sollte. Doch der Chief Mate schien heute nicht gar so garstiger Stimmung zu sein. Was schon so ungewöhnlich war, dass es fast schon ins Logbuch gehörte! Marc schmunzelte bei dem Gedanken.

„Moin, Wiedenbohm“, bleckte Häberle seine vom Nikotin gelben Zähne. „Hast wohl einen nassen Arsch gekriegt vorhin, was? Die Hose vollgeschissen und willst jetzt fix runter. Oder?“

„Mein Verdauungstrakt ist noch ganz in Ordnung, Chief Mate. Keine Sorge. Aber einen gehörigen Schreck habe ich doch bekommen, sage ich Ihnen.“

„Ich auch, ich auch, Wiedenbohm. Mann, war dir das ´ne Flut.“

Marc ging voran in den Kartenraum, der Chief Mate folgte. Marc wies auf seinen Ort in der Seekarte, Häberle schaute kaum hin: „Mach dich vom Acker, Wiedenbohm, wenn sonst nichts ist.

---ENDE DER LESEPROBE---