Die 2. Lebensschiene - Johann Henseler - E-Book

Die 2. Lebensschiene E-Book

Johann Henseler

0,0
3,99 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Spurlos verschwindet Kim und keiner kann sich mehr an sie erinnern, nur ihre beiden besten Freundinnen Vanni und Lynn. Kim hinterlässt ihnen eine Botschaft, dass man mittels eines Pulvers in eine andere, unbekannte Parallelwelt versetzt wird. Vanni wagt die Reise ins Unbekannte, um Kim zu finden. Doch dabei gibt es einige böse Überraschungen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2018

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhalt:

Spurlos verschwunden

Die Flucht vor dem Tod

Das Pulver

Die Kontrolle

Die Rechenschnecken

Die Wand des Ruhms

Die Kampfansage

Die Redeschlacht

Die Planung des Aufstandes

Die Milchreisrevolution

Bittere Vorwürfe

Selbstzweifel

1. Spurlos verschwunden

Von allen vergessen?

Vanni kam immer als Letzte zur Schule, Lynn und Kim warteten auf sie. Heute stand Lynn aber allein da.

„Hast du Kim heute schon gesehen? Sie wartet doch sonst immer mit mir vor dem Haupteingang auf dich. Heute war sie aber nicht da!“

„Keine Ahnung, vielleicht ist sie schon drinnen!“, vermutete Vanni.

Beide suchten Kim eine Zeit lang im Gebäude, gaben aber bald auf.

„Sie ist bestimmt zu Hause, vielleicht ist sie erkältet“, meinte Lynn nach einiger Zeit. „Wir rufen sie in der Pause mal an und fragen, was los ist.“

Die Lehrerin, Frau Stötzel, betrat den Klassenraum und ließ ihren Blick über die Klasse schweifen: „Ich sehe, es fehlt keiner, dann fangen wir an.“

„Doch, Kim fehlt, Frau Stötzel!“, rief Vanni in die Klasse.

Die Klasse lachte.

„Ja, richtig!“, entgegnete Frau Stötzel. „Und Jutta, Aloys und Bartholomäus fehlen auch!“ Die Klasse lachte noch lauter.

Vanni blickte hilfesuchend zu Lynn, die nun laut in die Klasse rief: „Kim fehlt wirklich. Eine Jutta, einen Aloys oder einen Bartholomäus haben wir doch gar nicht in der Klasse!“

„Ach so, aber eine Kim haben wir! Wo ist sie denn?“, erwiderte Frau Stötzel.

„Sie fehlt doch!“ Vanni war verwirrt.

„Alle, die es nicht gibt, fehlen, und zwar schon seit dem ersten Schultag!“ Frau Stötzels Stimme wurde nun deutlich lauter.

Die Klasse lachte erneut.

„So, Vanni und Lynn, jetzt haben wir genug über euren Scherz gelacht, jetzt will ich nichts mehr davon hören, jetzt wird gearbeitet!“

Nach der Stunde rief Mark Vanni zu: „Das war ein lustiger Einfall von euch mit dieser Kim!“

Doch Vanni beachtete ihn nicht weiter, zog Lynn in eine Ecke, und beide begannen sofort miteinander zu tuscheln.

„Sind denn alle verrückt geworden?“, empörte sich Lynn. „Die tun ja alle so, als ob es Kim gar nicht gäbe! Frau Stötzel hat sich mit der Klasse bestimmt abgesprochen, um uns reinzulegen!“

„Das habe ich auch zuerst gedacht, aber Mark würde dabei nie mitmachen. Der ist doch in mich verknallt!“

Keine Erinnerung?

„Den Platz von Kim gibt es auch nicht mehr. Der Tisch, an dem sie alleine saß, steht gar nicht mehr in der Klasse!“

„Das wird mir langsam unheimlich. Komm, wir laufen schnell auf den Hof und rufen sie an!“ und ohne eine Antwort abzuwarten, lief Vanni in Richtung Ausgang.

„Dann kommen wir für die nächste Stunde viel zu spät zurück!“, gab Lynn zu bedenken.

„Ich will aber wissen, was los ist“, rief Vanni.

Da lief Lynn hinter ihr her.

Auf dem Schulhof rief Vanni sofort Kim an, aber die Telefonansage plapperte: „Kein Anschluss unter dieser Nummer!“, mithin gab es diesen Anschluss gar nicht.

Vanni war blass geworden, Lynn schaute sie verstört an.

„Wir müssen sofort zu ihrem Haus. Da ist bestimmt etwas Schlimmes passiert!“, krächzte Vanni und sogleich rannten beide in Richtung Eisdiele, die Kims Vater betrieb.

Schon aus einiger Entfernung bot die Eisdiele nicht das gewohnte Bild. Als sie das Haus erreicht hatten, prangte ihnen ein zerfleddertes Schild entgegen: „Wegen Betriebsaufgabe geschlossen!“ Die Fenster waren mit großen Pappen oder Brettern zugenagelt und das ganze Gebäude bot einen verwahrlosten Eindruck.

Lynn schauderte: „Es sieht so aus, als wären sie und ihre Familie gar nicht mehr da!“

Nur Einbildung?

Vanni schaute sie mit Tränen in den Augen an:

„Es sieht so aus, als wäre Kim nie hier gewesen, als hätte es sie gar nicht gegeben!“

„Aber wir wissen doch, dass es sie gibt!“

„Aber vielleicht sind wir die Einzigen und keiner glaubt uns.“

„Was machen wir jetzt?“ Lynn war ratlos.

„Wir suchen sie, vielleicht ist sie in großer Gefahr!“, sagte Vanni entschlossen.

„Aber wo sollen wir anfangen?“. Lynn war ratlos „Ich weiß es auch nicht. Vielleicht im Keller der Eisdiele. Da waren wir ja oft mit ihr zusammen.“

„Aber in der Eisdiele wohnt sie doch gar nicht!

Und wie sollen wir da reinkommen?“

„Keine Ahnung! Vielleicht bietet sich eine Möglichkeit. Aber jetzt müssen wir erst zur Schule zurück.“

Geistesabwesend ließen beide das Donnerwetter ihrer Klassenlehrerin über sich ergehen, die von „unerlaubtem Entfernen von der Schule während der Schulzeit“ redete, die einen wahren Wutanfall bekam, als Lynn auf ihre Frage, warum sie denn die Schule verlassen hätten, antwortete: „Um Kim zu suchen!“ und die daraufhin ankündigte einen Brief an die Eltern von Lynn und Vanni über das Fehlverhalten und die Unverschämtheit ihrer Kinder zu senden.

Verwirrt brachten die beiden Mädchen den Rest des Schultages hinter sich und verabredeten sich für den frühen Nachmittag.

2. Die Flucht vor dem Tod

Abschied für immer?

Als Vanni die Haustür am Nachmittag für Lynn öffnete, wedelte Lynn ihr mit einem Brief vor der Nase herum: „Du hast ihn auch bekommen? Ich verstehe davon nur die Hälfte!“

„Komm erst mal rein!“ Vanni zog Lynn in ihr Kinderzimmer. „So, jetzt lesen wir mal gemeinsam, was Kim uns geschrieben hat. Dann können wir ja zusammen versuchen, alles zu verstehen.“

Vanni begann laut vorzulesen:

Liebe Lynn, liebe Vanni!