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Sich streiten, sich zanken, meckern, klugscheißen, rumzicken, blödeln, provozieren, bohrend fragen, willkürlich etwas behaupten, unlogisch sein, völlig daneben liegen, komisch oder wirklich verzweifeln ... Das ist nur eine unzulängliche Auswahl der Zustände zwischen diskutierenden langjährigen Ehepartnern. Aber auch, wer noch nicht so lange zusammenlebt, kann sich sowie den Partner oder die Partnerin in den Dialogen wiedererkennen. Mit Selbstironie führen Er und Sie Diskussionen über witzige, manchmal ärgerliche alltägliche Begebenheiten, die hier augenzwinkernd wiedergegeben werden.
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Seitenzahl: 77
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Prologe
Einen ausreden lassen
Richtig informieren
Schnell sein
Ahnung haben
Einem etwas Gutes raten
Spontan sein
Vorsichtig sein
Technik beherrschen
Auf Gleichberechtigung achten
Etwas Dringendes besorgen
Fehler zugeben
Achtsam sein
Sich von etwas trennen können
Sinnvoll aufräumen
Entscheiden können
Sich an Wichtiges erinnern
Ordnung halten
Wichtiges wahrnehmen
Informationsquellen nutzen
Essen mit Verstand
Realistisch sein
Gerecht teilen
Fair spielen
Für Nachschub sorgen
Präzise planen
Vorsichtig fahren
Ruhebedürfnis respektieren
Geduldig sein
Platzsparend packen
Geschickt improvisieren
Effektiv besichtigen
Klug fragen
Pünktlich sein
Sich wehren
Sich eindeutig äußern
Cool bleiben
Geschickt sein
Einen Witz richtig erzählen
Einen Witz verstehen
Verdächtigungen aushalten
Die französische Hochzeit
Parken in Spanien
Als Schuldiger geboren,
zum Prügelknab´ erkoren,
verantwortlich für alle Pleiten,
kritisiert von allen Seiten,
so leidet dieses Opferlamm
mit dem Namen: Ehemann.
Sympathisch, offen, nettes Wesen,
klug, bescheiden und belesen,
die kennt sich aus, wie man genießt,
die jünger aussieht als sie ist,
schmückt die Wohnung mit Geschmack,
ist auch geistig schwer auf Zack
putzen, kochen, Hausarbeit,
dazu ist sie stets bereit,
treu, leidenschaftlich, gut gekleidet,
die Unanständiges vermeidet,
sparsam, umsichtig, verlässlich,
begehrenswert, nur nicht hässlich:
So muss sie sein, verlangt der Mann,
doch hält er sich nicht selber dran.
Er: „Also, ich erzähle euch jetzt mal, welche Folgen es hatte, dass wir einen neuen Schuhschrank gekauft haben. Wir hatten im kleinen Flur…“
Sie: „…also in der Diele, wenn man rein kommt…“
Er: „…einen braunen…“
Sie: „…mit Nussbaum furnierten…“
Er: „…Schuhschrank stehen, den wir schon als Hochzeitsgeschenk seit unserer Hochzeit besaßen.“
Sie: „Von wegen! Den haben wir selbst gekauft, damals, für 350 DM, was viel Geld war. Aber er war ungemein praktisch, er hatte…“
Er: „Das ist doch jetzt egal! Jedenfalls war er recht unansehnlich, sein Lack war abgestoßen…“
Sie: „Du verrätst ja schon alles!“
Er: „Was soll ich nicht verraten?“
Sie: „Dass er lackiert ist.“
Er: „Warum nicht?“
Sie: „Wenn er nicht lackiert gewesen wäre, hätten wir ihn womöglich behalten!“
Er: „Wenn er nicht lackiert gewesen wäre, dann hätte er ja noch schrecklicher ausgesehen.“
Sie: „Aber dann hätten wir ihn lackieren können.“
Er: „Und warum haben wir ihn nicht lackiert?“
Sie: „Weil er schon lackiert war! Du hast das alles nicht kapiert, am besten erzähle ich weiter. Aber fall mir nicht dauernd ins Wort, wie du das sonst immer machst.“
Sie kommen in dem Ferienapartment an der Ostsee bei schneidender Kälte an. Die Terrassentür schließt nicht vollständig.
Sie: „Da pfeift ja so der Wind rein, da könnte man ja Drachenfliegen. So kriegen wir das hier aber nicht warm.“
Er: „Wir müssen die Rille irgendwie stopfen. Gib mir mal ein Handtuch.“
Er erhält ein Handtuch und klemmt es zwischen Tür und Rahmen.
Sie: „Das reicht nicht. Es zieht von oben bis ganz unten.“
Er holt kleingerissene Stofflappen, die eigentlich als Einmalwaschlappen gedacht sind, und steckt sie in die Rille. Zusätzlich reißt er Zeitungen auseinander, faltet sie schiebt sie auch hinein. Schließlich ist er fertig. Die Terrassentür ist eigenartig verziert.
Sie: „Du hast mir gar nicht gesagt, was du mit dem guten Handtuch machen willst.“
Er: „Was soll das heißen?“
Sie: „Die Rille zwischen Rahmen und Tür ist bestimmt ganz dreckig.“
Er: „Wahrscheinlich.“
Sie: „Wenn ich das Handtuch noch retten soll, muss ich es jetzt einweichen.“
Er: „Soll das heißen, dass du jetzt das Handtuch wiederhaben willst?“
Sie: „Ja!“
Er: „Dafür muss ich die Tür öffnen. Dann fällt aber die ganze andere Isolierung herunter.“
Sie: „So ist das eben, wenn man einen nicht richtig informiert. Die Arbeit, die du dadurch hast, hättest du dir sparen können!“
Er: „Bist du fertig? Können wir jetzt endlich fahren?“
Sie: „Ja!“
Nach 10 Minuten.
Er (mit gereizter Stimme): „Bist du immer noch nicht fertig? Ich warte schon seit 10 Minuten. Angeblich warst du da schon fertig.“
Sie: „Mal wieder typisch. Du stehst rum, während ich alles machen muss. Soll ich es dir aufzählen? Ich musste die Einkaufstaschen holen, dann…“
Er: „Ich will gar nicht wissen, was du alles noch machen musstest. Aber wenn du sagst, dass du fertig bist, erwarte ich auch, dass du fertig bist. Während der Zeit unserer Ehe habe ich bestimmt zusammengerechnet drei Jahre gewartet, bis es endlich losging.“
Sie: „Dafür hast du vor der Ehe, als wir und kennen lernten, noch nicht einmal eine Woche gewartet, bis es losging!“
Als gute Kundin der Postbank erhält sie einen Kalender, auf dem jedes Monatsbild zusätzlich mit ihrem Namen verziert ist, eine Brezel, Gießkannenwasser, Gebirge tragen in den verschiedensten Variationen ihren Namen Alwine.
Sie: „Was für dämliche und dilettantische Fotos, und auf jedem wird auch noch mein Vorname, den ich noch nie leiden konnte, verwurstet. Wenn sie ja wenigstens meinen zweiten Vornamen Luise genommen hätten und nicht diesen schäbigen: Alwine.“
Ihre jüngste Tochter: „Deine älteste Tochter Astrid hat auch einen Vornamen, den sie nicht leiden kann. Und sie hat keinen zweiten Vornamen.“
Sie: „Sollte ich sie etwa nach der Patin Astrid Angelika nennen? Außerdem liegt dieser Fall anders!“
Er: „Wieso liegt der Fall da anders?“
Sie: „Astrid ist ein schöner Name. Die Astrid hat nur keine Ahnung! Sogar unser Hund hieß früher so!“
Sie und er bereisen Südspanien. Am Ende eines heißen Tages sind beide durchgeschwitzt.
Sie: „Möchtest du morgen ein neues Hemd anziehen?“
Er: „Ja, bitte!“
Sie: „Eins mit kurzen oder langen Ärmeln?“
Er: „Eins mit langen.“
Sie: „Es wird aber morgen sehr heiß. Möchtest du nicht lieber doch eins mit kurzen Ärmeln?“
Er: „Ich friere so schnell. Eins mit langen ist besser.
Sie: „Bei dem Wetter kann man nicht frieren. Kurze wären besser!“
Er: „Warum fragst du mich überhaupt, wenn du sowieso weißt, was für mich besser ist?“
Sie: „Ich berate dich nur, und es ist mal wieder typisch, dass du nicht auf mich hörst!“ Er: „Um des lieben Friedens willen, nehme ich das mit kurzen Ärmeln.“
Sie: „Du sollst sagen, was du möchtest, nicht das, von dem du annimmst, dass ich es möchte. Und du möchtest eins mit langen Ärmeln, also kriegst du eins mit langen Ärmeln, obwohl das unvernünftig ist.“
Kurz danach hören sie den Wetterbericht, der eine noch größere Hitze ankündigt.
Sie: „Siehst du jetzt ein, dass kurze Ärmel besser sind?“
Er: „Nun gut, ich nehme dann doch eins mit kurzen Ärmeln.“
Sie kramt im Koffer.
Sie: „Ich sehe gerade, dass ich die mit kurzen Ärmeln vergessen habe einzupacken. Aber du wolltest ja sowieso eins mit langen.“
Sie und er laufen durch ein Altbauviertel von Köln - Sülz.
Er: „Du meinst doch, dass ich zu oft und zu lange überlege, also nicht spontan genug bin. Jetzt kannst du ja mal beweisen, dass du spontan bist.“
Sie: „Was hast du denn für einen großartigen Test für mich?“
Er: „Wir gehen in irgendein Haus, läuten an irgendeiner Wohnung und fragen, ob wir uns bei einer Tasse Kaffee etwas miteinander unterhalten können.“
Sie: „Und wann willst du das machen?“
Er: „Jetzt sofort, mit dir, wenn du den Mut dazu hast. Such dir das Haus aus, in das wir gehen.“
Sie: „Wie wär´s mit diesem?“
Sie zeigt auf den nächststehenden Altbau.
Er: „Nehmen wir den nächsten, der ist größer, da haben wir mehr Auswahl.“
Sie: „Gut.“
Sie gehen zum nächsten Altbau.
Sie mustert die Namen auf den Klingeln.
Sie: „Da gibt es zweimal Schmitz und einmal Schmid, das ist uninteressant.“
Er: „Hier steht auch Huhn. So nenne ich dich doch manchmal. Vielleicht wohnst du ja da.“
Sie drückt auf die Klingel von Huhn.
Die Tür wird geöffnet. Er tritt in das Treppenhaus.
Sie: „Willst du wirklich da hoch?“
Er: „Nicht allein! Wir gehen beide da hoch, oder machst du einen Rückzieher?“
Sie steigen die Treppen zum dritten Stock hoch.
Die Wohnungstür von Huhn ist noch geschlossen.
Sie: „Willst du da jetzt wirklich nochmal läuten?“
Er: „Ja, selbstverständlich!“
Er läutet, während sie sich hinter ihn stellt.
Die Tür wird geöffnet, eine alte Dame tritt heraus.
Er: „Können wir zusammen eine Tasse Kaffee trinken und uns dabei etwas unterhalten?“
Die alte Dame lächelt erfreut: „Ach, Hans, ich habe dich ja schon lange nicht mehr gesehen. Und jetzt kommst du mich sogar mit deiner Freundin besuchen. Kommt rein, ich mach sofort Kaffee.“
Sie begreift sofort, dass es sich um eine Bekanntschaft handelt. Während die alte Dame schon in die Wohnung vorgeht …
Sie: „Du hast nicht bewiesen, dass du spontan bist, aber dass du gut bescheißen kannst, das hast du bewiesen!“
Sie: „Trinkst du überhaupt?“
Er: „Ja, natürlich!“
Sie: „Wenn ich zwei Flaschen getrunken habe, bist du immer noch nicht mit einer fertig.“
Er: „Ich trinke eben etwas langsamer.“
Sie: „Ich hole mir jetzt eine neue Flasche. Soll ich dir eine mitbringen?“
Er: „Ja!“
Sie: „Lass mal sehen, wieviel du noch in der Flasche hast. Da ist ja noch fast die Hälfte drin. Dann brauchst du jetzt keine neue Flasche.“
Er: „Ich trinke die alte jetzt aus.“
Sie: „Bestimmt nicht auf einmal. Ich bringe dir jetzt noch keine mit.“
Er: „Warum fragst du mich dann überhaupt?“
