Hühnerterrorismus - Johann Henseler - E-Book

Hühnerterrorismus E-Book

Johann Henseler

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Beschreibung

Vorsicht! Die Anschaffung von Hühnern stellt eine ungewollte Störung des bisherigen Daseins dar! Das Ausmaß dieser Eingriffe, ja Angriffe, ist so enorm, dass man dies mit Terrorismus zutreffend bezeichnen kann. Zum Glück gibt es einige wirksame Gegenmittel... Ein betroffener Hühnerhalter gibt Einblicke in seinen Leidensweg.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 30

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Inhalt

Überfall

Umerziehung

Strafe als Kompensation

Scheitern der Integration

Einzeltäter

Gegenterror und blutiges Ende

1. Überfall

„Womit sollen wir denn diesmal Heidi und Bernd zurücküberraschen? Nächste Woche ist schon ihr Hochzeitstag!“ Hildy sah mich fragend an. „Du wolltest doch etwas Passendes besorgen. Ich hoffe, dass es den Scheußlichkeitsanforderungen genügt, damit wenigstens ein Teil meiner Rachegelüste befriedigt wird!“

Es hatte sich eingebürgert, dass wir sowie Heidi und Bernd uns gegenseitig eine „Überraschung“ zum Hochzeitstag schenkten. Wir hatten abgemacht, dieses Geschenk wenigstens ein Jahr , also bis zum nächsten Geschenk zum Hochzeitstag, nicht zu entsorgen, sondern seiner Bestimmung gemäß zu verwenden, egal wie unbrauchbar oder unerwünscht es war. Das letzte Geschenk für uns war ein überdimensionaler, an Hässlichkeit kaum zu überbietender Riesengartenzwerg gewesen Das Aufstellen dieser Gänsehaut verursachenden Scheußlichkeit hätte auch unvoreingenommene Betrachter zu der nicht abwegig erscheinenden Überzeugung kommen lassen, dass unsere geistige Gesundheit bereits höchst gefährdet sei. Wir versteckten den Inbegriff der deutschen Spießbürgerkultur daher zwischen zwei Tannen, so dass wir hoffen konnten, dass er von den Mitmenschen übersehen würde. Leider trog diese Hoffnung -Hildy und ich mussten so tun, als sei uns das Gespött von Nachbarn, Verwandten und Bekannten gleichgültig. Das verlangte nach einer passenden Retourkutsche.

„Selbstverständlich habe ich etwas besorgt! Ich meine, dass es den höchsten Ansprüchen genügt. Es steht in der Garage. Es war nicht gerade billig!“

„Wenn es seinen Zweck erfüllt, ist das egal. Kann ich es sehen?“

Ich zeigte auf ein großes Paket. „Ich hole es mal raus!“

Tatsächlich war Hildy zufrieden. „Das entschädigt mich für die erlittene Seelenpein.“

Es handelte sich um einen großen Plastikspringbrunnen in der Form eines Hinterns, bei dem sich an anatomisch korrekter Stelle das Loch für die Wasserdüse befand.

„Schön, dass du zufrieden bist, ich bin es auch. Das Einzige, was mir ein wenig Unbehagen bereitet, ist das Geschenk für uns beim nächsten Mal. Schlimmer als das hier kann es kaum sein!“

Diese Worte sollten sich als grandiose Fehleinschätzung erweisen.

Mit Spannung , aber auch mit einem mulmigen Gefühl, erwarteten wir das Zurückgeschenk.

Am Hochzeitstag tauchten Heidi und Bernd mit einem riesigen Pappkarton auf, der an einigen Stellen durchstochen war. Den entluden sie recht vorsichtig aus ihrem Kofferraum und brachten ihn kommentarlos in unseren Garten. Wir verfolgten die Aktion vom Fenster aus.

Die Glückwünsche nahmen wir in der Wohnung entgegen und anschließend wurden wir zum Geschenk geleitet.

Der Inhalt des Kartons entpuppte sich als drei Hühner, einem Ei, einigen Klecksen Hühnerscheiße und einem Zettel, auf dem in Bernds Schrift stand: „ Ich helfe mit, einen Hühnerstall zu bauen.“

Ich betrachtete diese spontane Invasion der drei gefiederten ungebetenen Gäste als feindlichen Überfall, der unabsehbare Folgen hatte. Schon jetzt war klar, dass mindestens für die Dauer eines Jahres ein Teil des Gartens zwangsweise durch eine Fremdnutzung okkupiert würde, und der Bau eines Hühnerstalls Arbeit und Kapital erforderte.

Zu meinem Entsetzen schien sich Hildy tatsächlich über das Geschenk zu freuen. Sie bedankte sich überschwänglich und aß sofort das mit Spuren von Hühnerkacke gesprenkelte Ei, wobei sie voll des Lobes über den unvergleichlichen Geschmack war und ihren Entschluss bekannt gab, nunmehr den gesamten Eierbedarf der Familie aus eigener Produktion zu bestreiten.

Es sollten die teuersten Eier der Weltgeschichte werden.

Unsere 11-jährige Tochter, die sofort erklärte, dass sie den Garten nicht mehr betreten wolle, solange die ekligen Viecher noch darin wären, hatte eine geradezu gehirnwäscheartige Methode gewählt, um das in ihren Augen drohende Unglück abzuwenden. Sie schrieb Stapel von Zetteln von unterschiedlicher Größe mit dem Text: Hühner sind Scheiße!