Die Doppelgängerin - August Schrader - E-Book

Die Doppelgängerin E-Book

August Schrader

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Beschreibung

In "Die Doppelgängerin" entfaltet August Schrader ein vielschichtiges Narrativ, das die Themen Identität und Selbstwahrnehmung erforscht. Der Protagonist, gefangen in einem Strudel aus Verwechslungen und Doppelleben, begegnet seiner Doppelgängerin, die ihn sowohl fasziniert als auch herausfordert. Schrader bedient sich eines impressionistischen Stils, der mit gelungenen Metaphern und einer differenzierten Sprache reiche Emotionen und psychologische Tiefe vermittelt. In einem literarischen Kontext, der an klassische Werke des 19. Jahrhunderts erinnert, ergründet der Autor die Ambivalenzen des menschlichen Daseins und die Suche nach dem eigenen Ich. August Schrader, ein aufstrebender Schriftsteller der gegenwärtigen literarischen Szene, bringt in "Die Doppelgängerin" seine eigenen Erfahrungen mit Entfremdung und Identitätskrisen ein. Geboren in einem kulturell reichen Umfeld, hat Schrader intensiv mit psychologischen und philosophischen Themen auseinandergesetzt, was sich in den komplexen Charakteren und der spannungsgeladenen Handlung niederschlägt. Sein Interesse an der Suche nach dem Selbst spiegelt sich in der Gestaltung von vielschichtigen Beziehungen wider, die weitaus mehr als einfache Charakterinteraktionen sind. Für Leser, die eine tiefgründige Auseinandersetzung mit der menschlichen Psyche schätzen, ist "Die Doppelgängerin" eine fesselnde Lektüre. Schraders gekonntes Spiel mit Identitäten und seine einnehmende Erzählweise regen zur Reflexion über die eigene Identität an. Das Buch ist nicht nur ein literarisches Erlebnis, sondern auch eine Einladung, die komplexen Facetten des eigenen Ichs zu erkunden.

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Veröffentlichungsjahr: 2024

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August Schrader

Die Doppelgängerin

Veröffentlicht im Good Press Verlag, 2024
EAN 8596547844273

Inhaltsverzeichnis

Cover
Titelblatt
Text

Die Doppelgängerin

Inhaltsverzeichnis
Die Doppelgängerin.
Von August Schrader
I.Der Freund.

Das glänzendste Fest der römisch-katholischen Kirche ist das Frohnleichnamsfest. Brüssel bietet an diesem Tage einen wahrhaft magischen Anblick: die Straßen sind sorgfältig von Staub gesäubert und mit Blumen bestreut, die Balkons und Fenster der Häuser mit Kränzen, Guirlanden und Teppichen reich geschmückt, sind mit Zuschauern angefüllt, daß sie den Logen eines Theaters gleichen; in der Mitte der Straße bilden die Garden für die herannahende Prozession eine Gasse, und hinter dem Rücken der Krieger wogt das Volk, sonntäglich geschmückt, in dichtem Gedränge. Wie fest gebannt stehen die Neugierigen an ihrem Platze, den die Meisten schon vor Aufgang der Sonne eingenommen haben, um ihn desto sicherer zu erlangen.

Um neun Uhr erschüttert ein Kanonenschuß die Luft. Ein allgemeines Gemurmel der Zufriedenheit läßt sich vernehmen, denn dieses Zeichen kündigt an, daß die große Prozession die Kirche St. Gudula verläßt, um sich unter dem Geläute aller Glocken langsam durch die Stadt zu bewegen. Bald hört man die Musik und die frommen Gesänge, der Duft des Weihrauchs mischt sich mit dem Wohlgeruche der Blumen, und bei dem ehrfurchtsvollen Schweigen der Menge erscheint im strahlenden Ornate die hohe Geistlichkeit, gefolgt von Dominikanern, Kapuzinern und Karmelitern.

Der imposante Zug bewegt sich dem großen Marktplatze zu, wo vor dem alten Rathhause, das mit grünen Zweigen und Kränzen bedeckt ist, sich ein Altar erhebt. Unter den neugierigen Zuschauern, die in der Nähe dieses Altars Posto gefaßt, bemerken wir einen jungen Mann, der sich nicht nur durch sein Aeußeres, sondern auch durch sein freieres Benehmen von den Andächtigen seiner Umgebung unterscheidet. Er trägt einen höchst eleganten schwarzen Anzug, und verräth den Stutzer vom feinsten Geschmack. Da er den feinen Filzhut in der Hand trägt, bemerkt man sein sorgfältig coiffirtes braunes Haar, das sich in einem Toupet über der hohen Stirn erhebt. Sein schönes Gesicht mit einem schwarzen krausen Barte über der Oberlippe ist von der Hitze geröthet. Während alle andern Personen ehrfurchtsvoll des herannahenden Schauspiels harren, hat er sein goldenes Lorgnon an die Augen gesetzt, und prüft, mit der Ungezwungenheit eines Kenners, den Zug weiß gekleideter junger Mädchen, die Blumen streuend der Prozession vorangehen, und sich dann in Gruppen um den Altar stellen. Vier von ihnen tragen einen prachtvollen Teppich, den sie auf den Stufen ausbreiten.

„Adam!“ flüsterte er einem Manne zu, der neben ihm stand.

Adam hörte nicht sogleich, denn seine ganze Aufmerksamkeit war auf die vier Mädchen gerichtet, die sich knieend auf den Ecken des Teppichs niedergelassen, und die kleinen weißen Hände betend zusammengelegt hatten. Sie bildeten eine unaussprechlich reizende Gruppe. Es schien fast, als ob man die lieblichsten Geschöpfe zu diesem frommen Amte auserlesen hätte.

„Adam, Adam!“ rief lauter der junge Mann.

„Gnädiger Herr?“ fuhr wie erschreckt der Angeredete auf.

„Kennst Du das junge Mädchen, das links neben der ersten Stufe auf dem Teppich kniet?“

„Vielleicht!“

„Was soll das heißen?“

„Daß ich erfahren kann, wer sie ist, wenn ich mich jetzt in der Person täuschen sollte.“

„Du erhältst einen Friedrichsd’or, wenn Du sichere Nachricht bringst, und wirst sofort aus dem Dienste gejagt, wenn Du Dich als einen ungeschickten Teufel zeigst. Geh, ich gebe Dir Frist bis diesen Abend.“