Die Liebe meines Lebens - Jutta Dorn - E-Book

Die Liebe meines Lebens E-Book

Jutta Dorn

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Beschreibung

Als 14-jährige verliebt sich Almut in den älteren Magnus. Durch Versetzung des Vaters und Umzug der ganzen Familie verliert sie alle Freunde. In den Ferien findet sie ihre Liebe wieder. Aber nur kurze Zeit, da die Arbeit die Freunde ins Ausland führt. Fünf Jahre kein Lebenszeichen von Magnus. Almut trägt ein großes Geheimnis in sich. Will eine Familie gründen und findet im Krisengebiet ihre wahre, große Liebe.

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Seitenzahl: 152

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Jutta Dorn

Die Liebe meines Lebens

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Mein 14.ter Geburtstag

Magnus

Ein Tag am Strand

Abschiedsschmerz

Die Weihnachtsüberraschung

Silvesterparty und heiße Liebe

Die Abschlussprüfung

Alexa

Siebter Himmel im Krisengebiet

Das Wiedersehn

Große Überraschungen

Der schönste Tag

Impressum neobooks

Mein 14.ter Geburtstag

Der vierzehnte Geburtstag sollte etwas ganz besonderes werden, so meine Eltern, da wir aus unserer schönen Stadt mal wieder wegziehen mussten.

Mein Vater, ein bekannter Architekt, hatte ein Preisausschreiben in einer größeren Stadt gewonnen und sollte dieses Projekt selbst leiten. Er wollte sich von der Familie nicht trennen, und so mussten wir alle mit.

Für meine beiden Geschwister, Bruder Arnold -10 Jahre alt-, Annerose -16-jähriger Teenager und mich, Almut - war es natürlich sehr schwer, da wir wieder unsere Freunde verlassen und die Schulen wechseln mussten.

Im September sollte der große Tag des Umzugs sein.

Jetzt im Juni, mein 14. Geburtstag, wurde gleichzeitig als Abschiedsfest für unsere Freunde festgehalten.

Ich durfte meine ganze Klasse mit Eltern oder Begleitpersonal - 18 Schüler und Schülerinnen - sowie das Lehrpersonal einladen. Meine Geschwister durften ihre engsten Freunde ebenfalls einladen. Na, das sollte eine schöne Party werden. Zum Glück waren unser Haus und Garten riesengroß und dementsprechend stand für dieses Fest genügend Platz zur Verfügung. Wir waren sehr gespannt, wer alles von den Freunden zu diesem großen Geburtstags- und Abschiedsfest kommen würde. Für die Freunde und Nachbarn unserer Eltern, sollte ein extra Fest im August stattfinden.

Endlich war der große Tag angebrochen. Er begann mit viel Sonnenschein und guter Laune. Die Familie saß schon im Garten am Kaffeetisch und wartete nur noch auf mich. Wurde gleich mit einem fröhlichen Geburtstagsständchen begrüßt und von allen geherzt und geküsst.

„Den Gabentisch, der diesmal etwas größer ausgefallen ist, könnt ihr nachher ansehen“, meinte meine Mutter, „sonst wird mir die Zeit zu knapp, bis die Gäste kommen. Deine Geschwister bekommen diesmal auch Geschenke, da sie für die neue Wohnung und ebenso für die Schule noch einige Sachen benötigen“.

Wir waren anschließend mit großem Hallo bei der Auspackerei. Es gab viele kleine und große Gaben, die wir uns schon immer heimlich gewünscht hatten. Diesmal waren die Eltern recht großzügig gewesen. Sie wollten uns bestimmt den Abschied von den Freunden damit erleichtern.

Die Besuchszeit war für 15.00 Uhr vorgesehen und wir waren schon gespannt, wer von unseren Freunden pünktlich und mit Begleitung erscheinen würde. Der Garten war mit Girlanden und Lampions geschmückt. Auch die Lauben und Sitzplätze hatten von der Schmückerei etwas abbekommen.

Die Kaffeetafeln waren schon für die Gäste bereit und wir schon ganz aufgeregt. Die ersten Freunde kamen pünktlich und ohne Begleitung, es waren meine und Anneroses geladenen Gäste. Bei den 10-jährigen Freunden war immer eine Begleitperson dabei. Arnolds Freund Oswald, kam mit seinem Onkel Magnus, der gerade zu Besuch, bei seiner Schwester, war. Oswalds Eltern hatten noch einen anderen unaufschiebbaren Termin und waren froh, dass der Onkel sich bereit erklärt hatte, den Neffen zu begleiten

Die Kaffeetafel wurde gestürmt und sah hinterher wie ein großes Schlachtfeld aus. Diesmal brauchten wir die Tische nicht abräumen, da genügend Erwachsene die Arbeit übernahmen.

Wir sollten uns ruhig amüsieren. Was wir auch taten. Erst wurden einige Lieder zusammen gesungen und es hörte sich ganz gut an. Auf allgemeinen Wunsch sangen meine Schwester und ich das gewünschte Lied: „Ännchen von Tharau“ im Duett. Bekamen großen Applaus. Eine Zugabe lehnten wir ab und meinten, jetzt können wir zu den vorbereiteten Spielen übergehen.

Pfänderspiel riefen einige übermütig. Da fast alle mit einstimmten, begannen wir mit dem gewünschten Spiel. Wir setzten uns in einen großen Kreis und Magnus wurde gleich zuerst ausgewählt. Ihm wurden die Augen verbunden und ein paarmal im Kreis rumgedreht. Dann musste er eine Person richtig erraten. Vor Beginn wurden die Spielregeln festgesetzt. Der Rater musste auf eine Person zugehen und seine Lippen sollten leicht den Auserwählten berühren und erraten, wer es war.

Magnus hatte es besonders schwer, da er die meisten von uns überhaupt nicht kannte und so lag er gleich daneben. Beim zweiten Versuch kam er auf mich zu und ich weiß nicht ob er geschummelt hat, er erkannte mich jedenfalls auf Anhieb. Als seine Lippen leicht meine trafen, hatte ich am ganzen Körper ein komisches Gefühl und mir war, als wenn die Welt still stehen und ich in die Endlosigkeit versinken würde.

Almut muss jetzt raten riefen die Freunde und mir wurden die Augen ebenfalls verbunden. Auch ich lag beim ersten Durchgang daneben und musste noch einmal raten. Meine Freunde drehten mich, bis mir ganz schwindlig wurde und dann schupste man mich auf jemand zu. Beim berühren der Lippen, hatte ich wieder das komische Gefühl und rief ganz erschrocken, das kann nur Magnus sein, der wird einmal mein Mann. Alle lachten. Magnus verstand aber keinen Spaß und meinte, „du bist noch viel zu jung für mich, du kleine pummelige Puppenmutti.

Schämte mich und lief davon. Meine Freundin Valerie kam mir nach, und meinte, „du kannst deine Gäste nicht alleine lassen und musst dich wieder zeigen“.

„Du hast ja recht, es ist nur ein Spiel und das braucht man nicht so ernst zu nehmen“.

Wir gingen wieder nach draußen und das Pfänderspiel war noch im vollen Gange. Die verschiedenen Spiele dauerten bis in die frühen Abendstunden.

Zum Abendessen sollte gegrillt werden. Die Herren der Schöpfung erklärten sich gleich dazu bereit, weil die Frauen es sowieso nicht richtig können und genug mit den Beilagen zu tun haben. So wurde es dann auch gemacht.

Nach dem Abendessen kamen die Tanzeinlagen. Das Geburtstagskind wurde natürlich von allen Herren aufgefordert. Auch Magnus kam zu mir und tanzte mit mir zum Rand. „Almut, ich möchte mich bei dir noch entschuldigen, hab es nicht so gemeint, wie es vielleicht bei dir rübergekommen ist, verzeih“. „Mmh“! „Ist es jetzt wieder gut und sind wir wieder Freunde? Ich möchte dich nicht gerne zur Feindin haben. Na, komm sei wieder gut“.

„Ja, ich nehme die Entschuldigung an“. Dann tanzten wir noch eine Runde und Magnus verabschiedete sich, da es bereits 22.00 Uhr war und die jüngeren Gäste nach Hause mussten. Er war ja mit Oswald gekommen.

Wir 14-jährigen durften bis Mitternacht bleiben und die 16-jährigen blieben noch eine Weile länger.

Zum Glück war Wochenende und wir konnten den nächsten Tag richtig ausschlafen.

Das Abschiedsfest meiner Eltern, für deren Freunde und Nachbarn, haben wir im August auch gut überstanden. Es war aber längst nicht so schön und aufregend wie an meinem Geburtstag. Magnus war nicht dabei und gesungen wurde auch nicht. Ebenso fehlten die lustigen Spiele. Die Erwachsenen redeten und tanzten nur. So was Langweiliges.

Endlich waren Ferien und wir mussten unsere Sachen für den Umzug packen. Da meine Eltern unser Haus auf unbestimmte Zeit vermietet hatten, wurde es ganz leer geräumt. Einige Freunde, die noch nicht in Urlaub waren, kamen uns helfen und wir hatten viel Spaß bei der schlimmen Schufterei.

Der Möbelwagen kam pünktlich und so fuhren wir unserer neuen Wohnung mit bangem Gefühl entgegen. Am späten Nachmittag hatten wir unser neues Ziel erreicht und wurden doch noch freudig überrascht. Die Eltern hatten ein kleines Haus mit Garten am Stadtrand gemietet. Wir befürchteten schon in einem Hochhaus zu landen, aber dem war ja jetzt nicht so.

Meine Mutter meinte, ihr müsst heute noch eure Zimmer richten, denn hier im Norden sind die Sommerferien bereits rum und die neue Schulzeit beginnt in zwei Tagen“. Wir murrten zwar, aber es half uns auch nichts. Die Zimmer wurden von uns gemeinsam eingeräumt und waren auch schnell bezugsfertig. Fix und fertig versanken wir in unseren Betten und waren recht gespannt was uns die Zukunft bringen würde.

Am nächsten Morgen kamen wir ausgeschlafen, voller Tatendrang, an den im Garten gedeckten Frühstückstisch.

Annerose meinte, „Na da können wir ja unser nächstes Abschiedsfest auch im Garten geben“.

„Immer langsam, junge Dame, wir müssen es hier schon einige Jahre aushalten und dann sehen wir weiter“, sagte mein Vater.

„Ihr seid heute von der Hausarbeit freigestellt, die neuen Schulpläne liegen in den Zimmern und ihr könnt euch etwas für die Schule vorbereiten“, so meine Mutter.

„Ja, die können gut reden, brauchen keine neuen Schulen besuchen und neue Freunde finden“, murrte ich in meinen Bart.

Die Schulen waren nicht schlecht und Freunde fanden wir auch. Lebten uns schnell ein und die Zeit rannte uns davon.

Magnus

Inzwischen waren einige Jahre vergangen, mein 17. Geburtstag war ebenfalls vorbei und wir hatten Schulferien. Durften die Ferienorte diesmal selbst bestimmen. Meine Freundinnen - Carmen, Karola, Ingeborg, Hiltrud und ich - wollten uns am See für die bevorstehenden ABI-Prüfungen vorbereiten. Arnold fuhr mit den Eltern in die Berge und Annerose mit ihren Freunden in den Süden.

Der erste Tag war gleich grau verhangen und so verabredeten wir uns in unserem Lieblings-Café, bei Luciano. Durch die Ferien- und Urlaubszeit fanden wir in dem überfüllten Café nur noch einen hinteren Eckplatz. Es störte uns aber nicht, da wir ja Ferien hatten und guter Laune waren. Dem Wirt tat es leid, dass wir uns in die äußerste Ecke verkriechen mussten und versprach uns einen anderen Platz, sobald etwas frei werden würde.

Im Café war ein buntes Völkchen vertreten. Gesungen wurde in allen Ecken und man spürte, dass die Leute alle in Urlaubsstimmung waren. Jeder sang oder schunkelte mit.

Luciano kam zu uns und sagte, „die Herren dort drüben feiern ihren Abschied aus Deutschland und fragen an, ob die hübschen Damen das Lied „Ännchen von Tharau“ kennen und wenn ja, singen würden“.

Karola meinte, „na, da lassen wir uns doch nicht lange bitten, auf geht’s, meine Damen" und fing gleich an zu trällern. Wir fielen lebhaft mit ein und brachten noch alle Verse zusammen. Zugabe, Zugabe riefen die meisten Gäste, aber Carmen rief, „jetzt seid ihr dran oder alle zusammen noch einmal“. Nun ging die Singerei erst richtig los. Die Stimmung war bombig und Luciano meinte, „wenn meine Lieblingsgäste da sind, ist immer Jubel und Trubel, bleibt mir bloß weiterhin treu“. Wir versprachen es und bestellten uns noch etwas zu trinken. Die Herren kamen an unseren Tisch und wollten uns zu den Getränken einladen, da wir ihren Musikwunsch erfüllt hätten. Blickwechsel von uns Mädels gegenseitig, dann nahmen wir einstimmig die Einladung an.

„Wir möchten uns erst noch nach guter Sitte vorstellen“, meinte der Mutigste von ihnen. „Ich bin der Ferdinand, jene sind meine Freunde - Magnus, Dieter, Alfons und Guiseppe - und wer seid ihr“?

„Ich bin die Carmen, ich die Karola, ich die Hiltrud und ich die Ingeborg“, sagten meine Freundinnen.

„Und wer bist du, hast du keinen Namen oder gehörst du nicht dazu“? fragte mich Magnus.

„Doch, ich bin die Almut, habe nur ein bisschen geträumt, das ist alles“, sagte ich schüchtern. Hatte natürlich wieder das unerklärliche Gefühl am ganzen Körper, was mir mal wieder komisch vorkam.

Ferdinand fragte, ob wir an ihren Tisch kommen würden, da wäre mehr Platz und schöner die Aussicht. Wir gingen mit und bekamen unsere Getränke. „Stoßen wir doch gleich mal auf die neugewonnenen Freunde an“, meinte Dieter. „So jung kommen wir auf keinen Fall mehr zusammen“.

Es wurde noch recht lustig, die Getränke machten noch einige Male die Runde und gesungen wurde auch kräftig.

„Was macht ihr Jungens eigentlich hier, wir haben euch noch nie im Cafe gesehen“, fragte Karola.

Ferdinand meinte, „wir feiern unsere bestandenen Abschluss-Diplome, dann den Abschied aus Deutschland und freuen uns auf unseren neuen Job in der Dritten Welt. Und was macht ihr“?

Karola wieder, „wir haben Ferien und wollen uns am See für die ABI-Abschluss-Prüfungen vorbereiten. Morgen geht es gleich los, wenn das Wetter mit macht, sind wir den ganzen Tag dort“.

„Dürfen wir euch einen Tag begleiten, wir sind ja nur noch drei Tage in Deutschland, oder ist eure Lernerei gleich in den ersten Tagen so wichtig“, fragte Alfons?

„ Nein, natürlich dürft ihr kommen, wir können ja Grillen und uns ein bisschen besser kennen lernen“, diesmal Ingeborg.

Magnus fragte: „Sind alle Damen einverstanden“?

Carmen: „Ja wir machen immer alles zusammen, bei einer Nein-Stimme, reden wir noch einmal darüber, sonst verbleiben wir dann beim –NEIN-„.

„Na, ihr seid ja gut, normal zählt doch die Mehrzahl und nicht die Einzahl, wie bei euch“, sagte Ferdinand.

Ich sagte daraufhin, „wir haben unsere eigenen Meinungen und machen nicht das, was alle machen“.

„Bravo“, wieder Magnus. „Ja Ferdinand, wir werden uns dann verabschieden, da wir noch die Koffer packen müssen, sonst wird die Zeit zu knapp“, meinte Magnus; „bis Morgen die Damen, drehte sich um und ging, Ferdinand hinterher

„Magnus, sag mal, was ist mit dir heute eigentlich los, so kenne ich dich gar nicht. Als dein Freund bist du mir jetzt aber eine Erklärung schuldig, oder“?

„Ach Ferdinand, es ist eine lange unselige Geschichte, die an Almuts vierzehnten Geburtstag begann.

Es war beim Pfänderspiel. Mich traf es zuerst. Meine Augen wurden verbunden und man musste den zu Küssenden erraten. Der erste Kuss war gleich eine Niete. Beim zweiten Versuch traf ich auf Almut. Erkannte sie aber durch ihren frischen, lieblichen Geruch, der mir schon bei der Begrüßung aufgefallen war. Wir haben nur ganz leicht unsere Lippen berührt. Ich dachte, jetzt bleibt die Welt stehen. Dieses unbeschreibliche Gefühl hat mich fast verrückt gemacht und dann erwischte es mich noch einmal als Almut dran war und mich küsste. Wollte und konnte es nicht einsehen, dass eine 14-jährige in mir solche starken Gefühle erwecken konnte. Sie hat mich auch erkannt und meinte, das wird einmal mein Ehemann, zweimal haben wir uns jetzt schon erkannt, das muss doch eine Bedeutung haben. Ob sie die gleiche Empfindung hatte, kann ich nicht sagen. Sie stand jedenfalls ganz schön erschrocken da. Was tat ich, ich beleidigte sie als kleine minderjährige, pummelige Puppenmutti.

Beim Tanzen habe ich mich dann bei ihr entschuldigt, aber meine Gefühle hat es dadurch auch nicht beruhigt. Ich und ein kleines unschuldiges Kind. Sie ging mir damals höchstens bis an mein wildpochendes Herz. War ich etwa krank, fragte ich mich besorgt?

Du hättest ihre Familie kennenlernen müssen. Alles hochintelligente, wunderschöne Menschen. Vom kleinen Bruder angefangen, bis zu den Schwestern und den Eltern. So ein Familienleben kannten meine Schwester und ich nur bis zu meinem 14. Lebensjahr. Unsere Eltern sind an meinem Geburtstag tödlich verunglückt und wir lebten ab diesem Zeitpunkt bei den Großeltern. Meine

Schwester Alexa, war gerade mal zehn Jahre alt.

Habe Almut dann hier zufällig wieder getroffen. Sie hat mich aber nicht gesehen. Bin ihr dann noch einige Male wieder unerkannt begegnet und habe gesehen, als sie in dieses Café ging. Darum waren wir auch heute hier. Sie geht mir einfach nicht mehr aus dem Sinn. Ich bin immer noch der Meinung, dass sie die gleichen Gefühle gespürt hat, hätte sie sonst so erschrocken gesagt, dass ich einmal ihr Ehemann werde?

Heute habe ich dieses Gefühl im Café gespürt, da ich sie aber nicht gesehen habe, dachte ich, jetzt bin ich geheilt, ich spüre dieses Gefühl auch für andere weibliche Personen und schaute mich um, wo denn dieses Wesen steckte. Dann sah ich sie, durch die vielen Menschen, sie leuchtete wie ein heller Stern. Ihre Bernsteinaugen funkelten und die Haare sprühten lauter gesponnenes Gold.

Bei der Vorstellung wollte ich sie ein bisschen ärgern und tat als wenn ich sie nicht kenne. Sie ist ja trotz ihrer schlanken Größe und wunderbaren Ausstrahlung immerhin noch ein halbes Kind, mit ihren 17 Jahren. Ihr Geburtstag war erst kürzlich. Den werde ich jedenfalls niemals vergessen, da er ja meine ganzen Gefühle durcheinander gebracht hat. Morgen am Strand, möchte ich nur still im Sand neben ihr liegen und noch einmal diese unbeschreiblichen Gefühle, für die lange Zeit im Ausland, mitnehmen. Was sagst du nun dazu, Ferdinand“?

„Ich weiß es nicht, bist du jetzt ein romantischer Träumer oder Spinner?

So kenne ich dich überhaupt nicht. Du, sonst so ein kühler und praktischer Fanatiker im Beruf und bisherigem Leben, mit diesen Gefühlen im Bauch. Warst du eigentlich schon beim Seelenklempner“?

„Ja spotte nur, ich habe schon alles Mögliche mit den bezauberndsten Damen versucht, aber vergebens. Was mach ich bloß“?

„Sag mal, was war das mit dem gewünschten Lied vorhin, hat es auch eine Bewandtnis mit dem vierzehnten Geburtstag? Du bist ja fast vergangen und deine Augen wären dir beinahe aus dem Kopf gefallen“.

„Ja, Almut und Annerose haben es im Duett gesungen und diese liebliche Stimme hat mich ebenfalls berauscht. Wollte jetzt nur testen, ob das Gefühl auch angehalten hat“.

„Und hat es“?

„Ja, du hast es doch auch bemerkt, wäre am liebsten gleich hin gesprungen und hätte sie in meine Arme reißen mögen. Ein Glück, dass wir für einige Jahre ins Ausland gehen, da kann Almut in Ruhe ihr Abitur und Studium beenden. Sie möchte Tiermedizin studieren und nebenbei Musik. Ob es aber noch relevant ist, kann ich nicht sagen“.

„Mann, oh Mann dich hat es aber ganz schön erwischt. Wollen wir noch um die Häuser ziehen und deine Almut in uns ertränken, oder gleich ins Quartier“?

„Am liebsten gleich nach Hause, sonst habe ich morgen einen Kater und kann meine Gefühle nicht richtig steuern. Es wäre ganz schön fatal und Almut möchte ich auch nicht durcheinander bringen“.

„Na, dann ab ins Körbchen, können ja noch an den Vorbereitungen für unsere Abreise rumbasteln. Dann müssen wir nicht überstürzt die Sachen ordnen“.

„Na sagt mal, was war mit Magnus los, euer Freund war aber kurz und bündig ist er immer so“? fragte Carmen.

„Ja, ich weiß auch nicht, was Magnus heute hat. Dabei hat er mit Bravour als Abschluss-Bester seine Prüfungen bestanden. Dies ist mithin also nicht der Grund. Er ist sonst die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft in jeder fatalen Lage. Hat immer für alle ein offenes Ohr, und nie kommt ein unfreundliches Wort über seine Lippen“, kam Guiseppe ins Schwärmen.

„Wer weiß. welche Laus ihm über die Leber gelaufen ist. Vieleicht hat er auch bloß wieder mal seine elenden Kopfschmerzen und da ist ja wohl keiner gut drauf .Wir müssen uns dann auch von den netten Damen verabschieden und freuen uns auf den schönen Tag am See“, so Dieter.

„Auf Wiedersehen am Strand“, riefen Carmen und Ingeborg. „Ja Mädels, dann bis Morgen“, sagte ich und ging auch nach Hause.

Ein Tag am Strand

Am nächsten Morgen wurde ich unsanft durch einen Heidenkrach an meiner Tür geweckt. Ging sie öffnen und vor mir standen frisch und munter - Carmen, Hiltrud, Karola und Ingeborg.