Die Ratten. Königs Erläuterungen. - Rüdiger Bernhardt - E-Book

Die Ratten. Königs Erläuterungen. E-Book

Rüdiger Bernhardt

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Beschreibung

Königs Erläuterung zu Gerhart Hauptmann: Die Ratten - Textanalyse und Interpretation mit ausführlicher Inhaltsangabe und Abituraufgaben. In einem Band bieten dir die neuen Königs Erläuterungen alles, was du zur Vorbereitung auf Referat, Klausur, Abitur oder Matura benötigst. Das spart dir lästiges Recherchieren und kostet weniger Zeit zur Vorbereitung. Alle wichtigen Infos zur Interpretation. - von der ausführlichen Inhaltsangabe über Aufbau, Personenkonstellation, Stil und Sprache bis zu Interpretationsansätzen - plus 4 Abituraufgaben mit Musterlösungen und 2 weitere zum kostenlosen Download ... sowohl kurz als auch ausführlich. - Die Schnellübersicht fasst alle wesentlichen Infos zu Werk und Autor und Analyse zusammen. - Die Kapitelzusammenfassungen zeigen dir das Wichtigste eines Kapitels im Überblick - ideal auch zum Wiederholen. ... und klar strukturiert. - Ein zweifarbiges Layout hilft dir Wesentliches einfacher und schneller zu erfassen. - Die Randspalte mit Schlüsselbegriffen ermöglichen dir eine bessere Orientierung. - Klar strukturierte Schaubilder verdeutlichen dir wichtige Sachverhalte auf einen Blick. ... mit vielen zusätzlichen Infos zum kostenlosen Download.

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KÖNIGS ERLÄUTERUNGEN

Band 284

Textanalyse und Interpretation zu

Gerhart Hauptmann

DIE RATTEN

Rüdiger Bernhardt

Alle erforderlichen Infos für Abitur, Matura, Klausur und Referat plus Musteraufgaben mit Lösungsansätzen

Zitierte Ausgaben: Gerhart Hauptmann: Die Ratten. Berliner Tragikomödie. Hamburger Leseheft Nr. 220. Husum/Nordsee: Hamburger Lesehefte Verlag, 2011. Zitatverweise sind mit HL gekennzeichnet. Gerhart Hauptmann: Die Ratten. Berliner Tragikomödie. Ullstein Buch Nr. 23563. Berlin: Ullstein Buchverlage GmbH, 402011. Zitatverweise sind mit U gekennzeichnet.

Über den Autor dieser Erläuterung: Prof. Dr. sc. phil. Rüdiger Bernhardt lehrte neuere und neueste deutsche sowie skandinavische Literatur an Universitäten des In- und Auslandes. Er veröffentlichte u. a. Studien zur Literaturgeschichte und zur Antike-Rezeption, Monografien zu Henrik Ibsen, Gerhart Hauptmann, August Strindberg und Peter Hille, gab die Werke Ibsens, Peter Hilles, Hermann Conradis und anderer sowie zahlreiche Schulbücher heraus. Von 1994 bis 2008 war er Vorsitzender der Gerhart-Hauptmann-Stiftung Kloster auf Hiddensee. 1999 wurde er in die Leibniz-Sozietät gewählt.

Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf der vorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlages. Hinweis zu § 52 a UrhG: Die öffentliche Zugänglichmachung eines für den Unterrichtsgebrauch an Schulen bestimmten Werkes ist stets nur mit Einwilligung des Berechtigten zulässig.

2. Auflage 2017

ISBN 978-3-8044-6971-6

© 2007, 2013 by C. Bange Verlag, 96142 Hollfeld Alle Rechte vorbehalten! Titelbild: Inge Meysel als Jette John in der Inszenierung Die Ratten, Thalia Theater Hamburg – Februar 1965 © ullstein bild – Rosemarie Clausen

Hinweise zur Bedienung

Inhaltsverzeichnis Das Inhaltsverzeichnis ist vollständig mit dem Inhalt dieses Buches verknüpft. Tippen Sie auf einen Eintrag und Sie gelangen zum entsprechenden Inhalt.

Fußnoten Fußnoten sind im Text in eckigen Klammern mit fortlaufender Nummerierung angegeben. Tippen Sie auf eine Fußnote und Sie gelangen zum entsprechenden Fußnotentext. Tippen Sie im aufgerufenen Fußnotentext auf die Ziffer zu Beginn der Zeile, und Sie gelangen wieder zum Ursprung. Sie können auch die Rücksprungfunktion Ihres ePub-Readers verwenden (sofern verfügbar).

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INHALT

1. Das Wichtigste auf einen Blick – Schnellübersicht

2. Gerhart Hauptmann: Leben und Werk

2.1 Biografie

2.2 Zeitgeschichtlicher Hintergrund

2.3 Angaben und Erläuterungen zu wesentlichen Werken

Mietskasernen und ihre Bewohner: bevorzugtes Thema im Naturalismus seit 1880

3. Textanalyse und -Interpretation

3.1 Entstehung und Quellen

3.2 Inhaltsangabe

Erster Akt

Zweiter Akt

Dritter Akt

Vierter Akt

Fünfter Akt

3.3 Aufbau

Tragikomödie

Aristotelische und naturalistische Form

Einheit des Ortes und der Zeit

Die Bedeutung des 3. Akts

3.4 Personenkonstellation und Charakteristiken

Henriette John

Paul John

Pauline Piperkarcka

Bruno Mechelke

Harro Hassenreuter

Therese Hassenreuter

Alice Rütterbusch

Walburga Hassenreuter

Erich Spitta

Pastor Spitta

Sidonie Knobbe

Selma Knobbe

3.5 Sachliche und sprachliche Erläuterungen

3.6 Stil und Sprache

Mischung verschiedener Dialekte

Naturalistische Sprachgestaltung; Umsetzung von Sprachlosigkeit

Preisgabe des Dialogs – „windschiefes“ Gespräch

Metaphern und Symbole

3.7 Interpretationsansätze

Die Tragikomödie als Gegensatz zweier Welten

Hauptmanns Großstadt

Antike und moderne Mythen

Das Kunstgespräch im 3. Akt

4. Rezeptionsgeschichte

Uraufführung

Inszenierungen

Nachwirkung der Ratten in der literarischen Welt

Übersetzungen, Verfilmungen, Hörspiele

5. Materialien

6. Prüfungsaufgaben mit Musterlösungen

Aufgabe 1 *

Aufgabe 2 ***

Aufgabe 3 **

Aufgabe 4 ***

Literatur

Zitierte Ausgaben

Primärliteratur

Ausstellungskataloge

Lernhilfen und Kommentare für Schüler

Sekundärliteratur

Filme u. a.

1. Das Wichtigste auf einen Blick – Schnellübersicht

Damit sich jeder Leser in diesem Band rasch zurechtfindet und das für ihn Interessante gleich entdeckt, folgt eine Übersicht.  

Im 2. Kapitel wird Gerhart Hauptmanns Leben beschrieben und auf den zeitgeschichtlichen Hintergrund verwiesen:

Gerhart Hauptmann lebte von 1862 bis 1946. Erste dichterische Erfolge hatte er nach 1885 in Berlin. 1889 löste sein soziales Drama Vor Sonnenaufgang einen Theaterskandal aus.

Das Stück Die Ratten spielt 1886. Das Sozialistengesetz herrscht.

Die Wirtschaft wächst; in Berlin entstehen nach 1871 im Westen vornehme Viertel, während der Osten von Arbeitern bewohnt wird.

Die Griechenlandreise 1907 führte Hauptmann zu einer schicksalhaften Weltsicht, die in den Göttern die letzte Instanz und den Menschen einem Schicksal unterworfen sieht.

Das Stück entstand von 1907 bis 1911; Berlin wurde in dieser Zeit ein Ort der künstlerischen Avantgarde.

Das Mietshaus in Die Ratten ist eine Metapher für Preußen und Deutschland zwischen 1886 und 1910.

Arbeiter, Kleinbürger, auch Ausgestoßene, Prostituierte, Wahnsinnige und Alkoholiker rückten in die naturalistischen Figurenensembles ein, behandelt wurden auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse wie die Milieutheorie.

Im 3. Kapitel wird eine Textanalyse und -interpretation geboten.

Die Ratten – Entstehung und Quellen:

Die komplizierte Entstehungsgeschichte begann Mitte der achtziger Jahre. Eigene Erlebnisse, die bis 1885 reichen, und ein Pressebericht von 1907 gingen in die Handlung ein. Zwischen Frühjahr 1909 und Sommer 1910 wurde das Stück geschrieben. Letzte Veränderungen wurden im Oktober 1910 vorgenommen, im Januar 1911 wurde es uraufgeführt.

Schauspielunterricht und Kindestausch, Themen aus unterschiedlichen Blöcken, teils bestärkt durch aktuelle Ereignisse und Berichte, werden verbunden. Titel, Handlung und Schluss wechseln im Laufe der Entstehung mehrfach.

Ähnlichkeiten mit Werken anderer Autoren – z. B. mit August Strindbergs Gespenstersonate – sind vorhanden.

Inhalt:

In einer Berliner Mietskaserne treffen sozial unterschiedliche Gruppen aufeinander: Auf dem Dachboden befindet sich der Fundus des ehemaligen Theaterdirektors Hassenreuter, den die Arbeiterfrau John in Ordnung hält. Hier probt Hassenreuter mit Schülern, verleiht Kostüme und trifft sich mit seiner Geliebten.

In der zweiten Etage leben die Johns, die ein Kind verloren haben. Frau John nimmt sich mit fragwürdigen Mitteln des Neugeborenen eines polnischen Dienstmädchens an. Dadurch werden weitere illegale Handlungen ausgelöst, die in einem Mord gipfeln. Als sich die Verwicklungen lösen, ist ein zweites Kind, von Frau John dem Dienstmädchen unterschoben, gestorben und Frau John stürzt sich in ihrer Verzweiflung aus einem Fenster in den Tod.

Chronologie und Schauplätze:

Die fünfaktige Tragikomödie spielt 1886, in vorwilhelminischer Zeit, Schauplatz ist eine Mietskaserne in Berlin.

Das Drama besteht aus zwei unterschiedlichen Stücktypen: einem aristotelischen und einem naturalistischen. Sie sind reziprok zum Stoff eingesetzt, dem klassischen Stoff nach Schillers Die Braut von Messina wird ein naturalistisches Stationenstück, den Ereignissen um Frau John eine aristotelische Form unterlegt. Die beiden Stücktypen treffen in der Liebesbeziehung zwischen Spitta und Walburga zusammen. Der 3. Akt bekommt dabei eine besondere Bedeutung.

Bemühungen um die Einheit der Zeit werden unternommen, die Einheit des Ortes ist durch die Mietskaserne gegeben, die gleichzeitig zum Symbol für das Deutsche Reich nach 1871 unter preußischer Führung wird.

Personen:

Hauptpersonen sind u. a.

Henriette John:

über Mitte 30,

Proletarierin,

mütterlich bis zum Verbrechen,

nimmt sich das Leben;

Paul John:

40,

Maurerpolier, arbeitete bisher auswärts,

Sozialdemokrat,

versteht die Vorgänge nicht;

Pauline Piperkarcka aus Skorzenin:

„blutjunges“ polnisches Dienstmädchen,

schwanger,

verlassen,

verführbar,

selbstmordgefährdet;

Bruno Mechelke:

19,

Bruder der Henriette John,

asozial,

wird zum Mörder;

Harro Hassenreuter:

50,

Bismarck-Verehrer,

sein selbstbewusstes Auftreten ist die Maske eines Schmierenkomödianten;

Walburga Hassenreuter:

unter 16; hübsch,

noch ängstlich, aber schon selbstbewusst,

Typ der Kindfrau;

Erich Spitta:

21,

Student der Theologie,

will Schauspieler werden,

bricht aus seinen Traditionen aus,

Züge des jungen Gerhart Hauptmann;

Pastor Spitta:

60,

Landpfarrer,

unchristliches Verhalten gegenüber der Tochter,

reaktionär.

Stil und Sprache Gerhart Hauptmanns:

Mischung aus Berliner Dialekt, Gaunersprache, gebrochenem Berliner Dialekt u. a. Dagegen gesetzt wird die Hochsprache der Hassenreuters und Spittas.

Naturalistische Sprachgestaltung durch Auslassungszeichen ohne grammatische Funktion.

Umsetzung von Sprachlosigkeit: Das Verstummen wird episch mitgeteilt.

Die dialogische Struktur wird preisgegeben und zerstört.

„Windschiefes“ Gespräch: Die Menschen sprechen aneinander vorbei, hören nicht zu und reagieren unerwartet.

Der Dialog wird von zentralen Metaphern und Symbolen durchzogen: „Ratten“ und „Gespenster“, aber auch „Stern“.

Verschiedene Interpretationsansätze bieten sich an:

Die Tragikomödie als Gegensatz zweier Welten, in denen es eine Vielzahl von Gegensätzen gibt, z. B. den zwischen Theater und Wirklichkeit.

Die Großstadt trägt expressionistische Züge und wird für Hauptmann ein neuer Mythos.

Antike, christliche und moderne Mythen stehen nebeneinander und bedingen einander.

Archetyp (der Medusa) durch das soziale Moment bereichert.

Das Kunstgespräch im 3. Akt als Zusammenstoß unterschiedlicher Ästhetiken.

Rezeptionsgeschichte:

Nach der zwiespältigen Wirkung der Uraufführung 1911 setzte sich das Stück durch.

Traditionell arbeitende Regisseure und das moderne Regietheater nahmen sich des Stückes an.

Das Stück wurde auch durch Film, Fernsehen und Hörspiele verbreitet.

Es wirkte in literarischen Werken von Georg Kaiser und andere über Friedrich Dürrenmatt bis zu Günter Grass nach.

2. Gerhart Hauptmann: Leben und Werk

Gerhart Hauptmann (1862–1946) um 1910© ullstein bild

2.1 Biografie[1]

JAHR

ORT

EREIGNIS

ALTER

1862

Ober-Salzbrunn/Schlesien (heute: Szczawno Zdrój)

15. November: Gerhardt Johann Robert (sic!) Hauptmann wird im Hotel „Zur Krone“ (später: „Zur Preußischen Krone“) als Sohn des Hotelbesitzers Robert Hauptmann und seiner Frau Marie, geb. Straehler, und als jüngerer Bruder des Dichters Carl Hauptmann (1858–1921) geboren. Einige Vorfahren waren Häusler, Weber und Gastwirte, der Großvater mütterlicherseits Brunneninspektor.

1868–1874

Ober-Salzbrunn

Besuch der Dorfschule; 1873 privater Lateinunterricht.

5–11

1874–1878

Breslau

10. April: Eintritt in die Sexta der Realschule am Zwinger. Leidet unter der Schule. Umfangreiche außerschulische Lektüre. Schulentlassung am 29. April 1878 als Quartaner.

11–15

1877

Sorgau

Verarmung der Eltern, sie geben das Hotel auf und übernehmen die Bahnhofswirtschaft in Sorgau (Nieder-Salzbrunn). Freundschaft mit Alfred Ploetz.

14

1878

Breslau

Konfirmation in der Kirche zu St.-Maria-Magdalena.

15

1878/1879

Lohnig, Lederose

Nach vorzeitigem Abgang von der Schule Landwirtschaftseleve (Schüler) auf den Gütern seines Onkels. Aus gesundheitlichen Gründen Abbruch der Lehre im September 1879.

15/16

1879

Breslau

Oktober: Bereitet sich privat auf das Examen für den Einjährig-Freiwilligen Militärdienst vor, gibt im Mai 1880 auf. Blutsbrüderschaft in einer Gruppe mit pangermanischen Idealen, ihr gehören Bruder Carl, Alfred Ploetz, Ferdinand Simon an.

16

1880

Breslau

Gedichte und Epos Hermann, heroisierende Dichtungen in der Tradition Felix Dahns.

17

Lederose

Mai: Besuch bei den Verwandten, Leidenschaft für Anna Grundmann, seine Nachfolgerin als Eleve.

17

Breslau

Ab 6. Oktober: Besuch der Königl. Kunst- und Gewerbeschule, Bildhauerklasse. Freunde: Hugo Ernst Schmidt, Josef Block.

17

1881

Breslau

Januar: Ausschluss von der Schule wegen schlechten Betragens. Privatschüler bei Professor Haertel, durch ihn wieder Aufnahme in die Schule. Plastische Arbeiten.

18

Hohenhaus

Die Brüder Georg, Carl und Gerhart lernen die Töchter Adele, Martha und Marie (1860–1914) des Großkaufmanns Thienemann kennen, die sie später heiraten. 24. September: Hochzeit Georgs und dabei Aufführung von Gerharts Liebesfrühling. 29. September: Heimliche Verlobung Gerharts mit Marie auf Hohenhaus.

18

1882

Breslau

Marie Thienemann besucht ihn und gibt ihm wirtschaftliche Sicherheit. April: Abgang von der Kunstschule.

19

Jena

November: durch Prof. Haertel zum Studium als stud. hist.: Geschichte, Literatur, hört bei Ernst Haeckel.

20

1883

Jena/Berlin

Februar: Abgang vom Studium, großer Eindruck von Berlin.

20

Italien

April: Reise nach Spanien, Monaco und Italien, teils mit dem Bruder Carl. Capri, Vesuv, Neapel, Rom.

20

Hohenhaus

1. Juli: Rückkehr über Florenz, Zürich zu Marie. Bildhauerpläne.

20

Rom

Oktober: Bildhauer. Statue eines Kriegers bricht zusammen.

20

1884

Rom

Februar: Marie Thienemann besucht ihn, Typhuserkrankung.

21

Dresden

Sechs Wochen in der Zeichenklasse der Akademie der Künste. 8. Oktober: offizielle Verlobung mit Marie Thienemann.

21

Berlin

November: Immatrikulation gemeinsam mit Ferdinand Simon. Zwei Semester Studium u.a. bei Ernst Curtius und Du Bois Reymond. Nimmt Schauspielunterricht bei Alexander Heßler. Begeisterung durch Ibsens Ein Puppenheim (Nora). Lektüre: Lessings Hamburgische Dramaturgie. Eigenes Werk: Promethidenlos.

22

1885

Dresden

5. Mai: Eheschließung mit Marie in der Johanniskirche.

22

Hiddensee

29. Juli: erster Hiddenseebesuch; Rügenreise. Militäruntauglich.

22

Erkner

Wohnung zuerst in Berlin-Moabit, dann seit 30. 9. in Erkner.

22

1886

Erkner

Erster Sohn, Ivo, geboren. Schauspielunterricht.

23

Putbus

August/Sept.: Beziehungen zum Fürstlichen Theater. Blutsturz.

23

Erkner

Bekanntschaft mit Max Kretzer, Wilhelm Bölsche und Bruno Wille.

23

1887

Berlin

H. sieht Ibsens Gespenster im Residenztheater.

24

Erkner

Kontakt zum am 6. Mai 1886 gegründeten Verein Durch! Vortrag im Durch! über Georg Büchner (17. Juni).[2]

24

Altlandsberg

Erste Vernehmung am 17. Juni. wegen des Vereins „Pacific“ im Zusammenhang mit dem Breslauer Sozialistenprozess; Gefühl der Verfolgung. Inzwischen schreibt er sich „Gerhart“ statt „Gerhardt“ und bittet darum, so gedruckt zu werden.[3]

24

Schlesien

August: Wanderung mit Hugo Ernst Schmidt durch das Riesengebirge, die Heimat auch für seine Dichtung entdeckt.

24

Breslau

7.–14. November: Hauptverhandlung im Breslauer Sozialistenprozess. Hauptmann wird am 14. November vernommen.

24

1888

Zürich

29. Januar: Abreise nach Zürich, um sich weiterer Verfolgung zu entziehen. Carl Hauptmann und Martha haben ihn eingeladen. Freundeskreis mit Carl Henckell, Ploetz, Simon, John Henry Mackay, Wille, Bölsche, Frank Wedekind u. a.

25

Burghölzli

Psychiatrische Studien bei Auguste Forel, Besuch der Irrenanstalt.

25

Erkner

Rückkehr Ende Oktober.

25

1889

Hamburg

Mit Familie in Hamburg; Arbeit mit der naturalistischen„Notizbuchmethode“ Zolas, wie schon in Zürich.

26

Berlin

Beziehung zu Arno Holz und Johannes Schlaf. Gründung der Freien Bühne (5. April), Hauptmann tritt am 24. September in den Vorstand ein. Eröffnungsvorstellung mit Ibsens Gespenster am 29. September, enge Beziehungen zu Otto Brahm und Samuel Fischer.

26

Erkner

18. August: erste Begegnung mit der 14-jährigen Margarete Marschalk, Schwester des Komponisten Max M., in Erkner.Vor Sonnenaufgang erscheint im August, Uraufführung mit Skandal am 20. Oktober in der Freien Bühne.

26

Charlottenburg

September: Übersiedlung.

26

1890

Schweiz und Italien

Reisen. Zürich: Treffen mit Simon und Ploetz; Besuch Luganos u. a. Orte.

27

Friedrichshagen

Beziehungen zu der dortigen Künstlerkolonie.

27

Schreiberhau

Sommer: Kauf eines Hauses in Mittelschreiberhau.

27

1891

Berlin Schlesien

Februar: Treffen mit Henrik Ibsen.

Frühjahr: Reisen ins Eulengebirge, Studien zu den Webern.

28

Schreiberhau

9. August: Einzug in das umgebaute Haus, später folgt die Familie Carl Hauptmanns.

28

1892

Berlin

Verbot der Weber von der Zensurbehörde.

29

1893

Berlin

26. Februar: Uraufführung der Weber in der Freien Bühne (Neues Theater[4]) als geschlossene Aufführung.

30

Berlin

2. Oktober: Aufhebung des Weber-Verbots für das Deutsche Theater.

30

Berlin

14. November: entscheidende Begegnung mit Margarete Marschalk.

30

Zürich

Dezember: Reise zu Ferdinand Simon, trifft August Bebel. Es hatten auch Der Biberpelz und Hannele (Hannele Matterns Himmelfahrt, Hanneles Himmelfahrt) in diesem Jahr Premiere, Höhepunkte im Schaffen des Dichters.

31

1894

New York

Januar: Marie bricht mit den Kindern zu einer Reise nach New York auf, Hauptmann – der mit Margarete lebt – folgt ihr. Die Ehe ist jedoch de facto zu Ende, de juris erst 1904.

31

Schreiberhau Dresden/Berlin

Herbst: Auflösung des Haushalts; Marie siedelt mit den drei Söhnen nach Dresden über, Hauptmann nach Berlin.

31

1895–1901

Aufenthalte in Berlin, Dresden, Hiddensee, Schlesien, Italien. Grillparzer-Preis 1896 und 1899. Selbstmordabsichten.

32–38

1901

Agnetendorf

10. August: „Haus Wiesenstein“ wird bezogen. Es gehört nun zu den ständigen Aufenthaltsorten.

38

1903

Hirschberg

April: Geschworener in zwei Prozessen: gegen einen Weber wegen Brandstiftung und gegen eine Landarbeiterin wegen Kindestötung.

40

1903–1912

Wechselnde Aufenthalte, viele Bekanntschaften. Grillparzer-Preis 1905, Volksschillerpreis 1905, 1905 Ehrendoktor in Oxford.

40–49

1904

Scheidung von Marie, Heirat mit Margarete Marschalk.

41

1905

Berlin

13. September: Hauptmann begegnet Ida Orloff, heftige Liebe (Juni 1906 Trennung), wirkt in zahlreichen Texten nach.

42

1907

Berlin

Bericht im Berliner Lokalanzeiger gelesen: Kindestausch. Erste Ideen zu denRatten.

44

Griechenland

Reise von Triest nach Griechenland mit Familie und Freunden. Im Juni Rückkehr nach Agnetendorf.

44

1909

Sestri Levante

Frühjahr: Ausarbeitung derRattenbegonnen.

46

1910

Agnetendorf

Mai: Sohn Gerhart Erasmus geboren, zwei Tage später verstorben. Im August: Abschluss derRattenmit abweichendem Schluss.

47

1911

Berlin

Buchausgabe derRatten. Uraufführung: Freitag, den 13. 1., am Lessingtheater, Berlin.

48

1912

Stockholm

Nobelpreis. – Zahlreiche Feiern zu seinem 50. Geburtstag.

49/50

1913–1914

Wechselnde Aufenthalte, erster Film nach einem Hauptmann-Werk (Atlantis).

50/51

1914–1918

Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs kriegsbegeistert. Nationalistische Gedichte.

51–55

1919–1933

Gerhart Hauptmann wird zu einem der wichtigsten Dichter der Weimarer Republik. Große Ehrungen zum 60. Geburtstag 1922.

56–70

1924

Kloster auf Hiddensee

Mit der Familie Thomas Manns auf Hiddensee; Ärger Hauptmanns über die Gestalt Peeperkorns in Th. Manns Der Zauberberg.

61

1926

Kloster auf Hiddensee

Erstmals in „Haus Seedorn“, das er zuerst mietet, 1930 von der Gemeinde kauft und im Winter 1930/31 erweitern lässt.

63

1931

Darmstadt

Hauptmann inszeniert die Ratten am Landestheater.

68

1932

New York

Reden zu Goethes 100. Todestag. Feiern zu Hauptmanns 70. Geburtstag.

69/70

1933

München

15. Oktober: Uraufführung Die goldene Harfe zum Tag der deutschen Kunst, Zugeständnis an nationalsozialistische Politik. In der Zeit des Nationalsozialismus verhält sich Hauptmann opportunistisch: Er spricht sich nicht gegen ihn aus, stimmt in Einzelfällen sogar zu.

70

1936

Berlin

Gleichzeitig werden mehrere Stücke H.s in verschiedenen Theatern gespielt, darunter im Rose-Theater die Ratten, „es ist Festvorstellung“[5]. Hamlet in Wittenberg

73

wurde zum größten Theater-Erfolg des Jahres in Berlin. Goebbels besuchte am 6. 11. eine Aufführung von Schluck und Jau und empfing den Dichter in seiner Loge. Der S. Fischer Verlag bereitete die 5.–8. Auflage Im Wirbel der Berufung vor und die Volksbühne Berlin plante eine Aufführung der Weber.

1937

Zahlreiche Ehrungen zum 75. Geburtstag, u. a. Lorbeerkranz mit Hakenkreuzschleife, zur Aufführung des Michael Kramer erschien Goebbels, Biberpelz-Verfilmung mit Heinrich George, Ansprache H.s An die Deutschen in Übersee u. a.

75

1942

Breslau, Wien

Zum 80. Geburtstag zahlreiche Ehrungen in Breslau und Wien.

80

1945

Dresden

13./14. Februar: Der Dichter erlebt die Zerstörung der Stadt. Er schreibt seine berühmte Klage über den Untergang Dresdens.

82

1945

Agnetendorf

3.–6. Oktober: Johannes R. Becher besucht gemeinsam mit dem sowjetischen Kulturoffzier Grigorij Weiss Hauptmann und bittet ihn um Mitarbeit am kulturellen Neuaufbau. Hauptmann stimmt zu.

82

1946

Agnetendorf

6. Juni: Tod Gerhart Hauptmanns.

83

Berlin

21. Juli: Der Sonderzug mit dem Sarg Hauptmanns trifft ein.

Kloster auf Hiddensee

28. Juli: Seinem Wunsch entsprechend wird Gerhart Hauptmann bei Sonnenaufgang auf dem Inselfriedhof in Kloster beigesetzt.

2.2 Zeitgeschichtlicher Hintergrund

ZUSAMMENFASSUNG

Das Stück Die Ratten spielt 1886, in der ersten Zeit naturalistischer Erfolge. Es ist die Zeit des Sozialistengesetzes.