3,99 €
Ein neuer Fall für Sabrina Lenz, der unkonventionellen Privatdetektivin mit einem scharfen Blick für das Verborgene und Verführerische. Verena Volkhard, die elegante Ehefrau eines superreichen Medienmoguls, hegte den Verdacht, von ihrer Haushälterin bestohlen worden zu sein. Um diskret und unauffällig Beweise sammeln zu können, wurde Sabrina Lenz als neue Fahrerin eingestellt, einer Rolle, die ihr Zugang zu den verborgenen Seiten der Familie verschaffte. Während ihrer Ermittlungen tauchte sie tief in eine Welt voller heimlicher Affären, leidenschaftlicher Begegnungen, sexueller Fetische und ausgelassener Partys ein, bei denen die Grenzen zwischen Macht, Lust und Missbrauch verschwammen. Doch die Situation eskalierte, als Sabrina Lenz einem gefährlichen Drogendealer auf die Spur kam, der nicht nur mit illegalen Substanzen handelte, sondern auch eine weitere finstere Strategie verfolgte: Er unterwarf die wohlhabenden Frauen der High Society, nutzte ihre Schwächen aus und spielte mit ihren Begierden – sexuell, manipulierend, zerstörerisch. Als die Detektivin erkannte, dass der Fall viel komplexer war, als sie zunächst angenommen hatte, bat sie um die Unterstützung von Ulrike Lorenz, einer Kommissarin der Münchner Drogenfahndung und dominanten Lesbierin, mit der Sabrina Lenz vor einiger Zeit selbst eine heiße Affäre geführt hatte. Gemeinsam nahmen sie die Verfolgung des Drogendealers auf. Es entwickelte sich eine gefährliche Jagd nach Macht, Geld und sexueller Kontrolle, bei der keine Grenzen mehr Bestand hatten. Lassen Sie sich in die wundervolle Welt des Sex & Crime mit atemberaubender Action entführen, voller Spannung und unerwarteten Wendungen erzählt. Ein Buch, das durch gleichgeschlechtliche Intimitäten, Tiefgang und wahre Liebe hervorsticht, das schriftstellerische Qualität mit schärfster Erotik verbindet. Alle handelnden Personen sind bereits volljährig. Aber Vorsicht! Erotikszenen werden nicht verniedlicht, sondern authentisch dargestellt.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 175
Veröffentlichungsjahr: 2026
Amelie Wild
Die Sucht einer Frau
Ein Fall für Sabrina Lenz (Band 2)
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Prolog
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
Impressum neobooks
Es stimmt, dass männliche Detektive, die unter starkem Stress stehen, zu Alkohol oder verschreibungspflichtigen Medikamenten greifen, um damit fertig zu werden. Diese Laster bieten eine vorübergehende Flucht vor einem gefährlichen Job.
Weibliche Detektive entwickeln unter diesem Druck eine dysfunktionale Bewältigungsstrategie und flüchten sich in ein riskantes Sexualverhalten. Es ist ein unbequemes Thema, da viele Frauen nicht bereit sind, offen über ihre Triebe, ihren Fetisch, ihre Fantasien und über ihre sexuellen Bedürfnisse zu sprechen.
Ich bin eine selbstdiagnostizierte lesbische Nymphomanin, die süchtig nach heftigem, hemmungslosem und leidenschaftlichem Sex ist.
Meine lesbische Orientierung habe ich bereits sehr früh entdeckt, als ich während meiner Schulzeit mit meiner besten Freundin erotische Liebesspiele ausprobiert habe. Ich spürte sofort die starke Wirkung, als ich den Duft einer anderen Frau einatmete, als ich zum ersten Mal die intimen weiblichen Säfte auf meiner Zunge geschmeckt habe.
Über diese ersten Erfahrungen und meine weitere Entwicklung zur lesbischen Nymphomanin werde ich in dieser Romanserie noch ausführlicher erzählen.
Aber vielleicht sollte ich mich kurz vorstellen: Ich heiße Sabrina Lenz, bin zweiunddreißig Jahre jung, besitze den Körper einer Venus, die Geschmeidigkeit eines Panthers und Augen wie funkelnde Diamanten.
Kurz gesagt, das war völlig übertrieben!
Ich bin eine normale Frau mit schulterlangen, dunkelbraunen Haaren, grünen Augen, trage die Kleidergröße 36 und bin 168 cm groß.
Meine äußerliche Normalität ist von Vorteil, da es für meine Arbeit hilfreich ist, nicht sofort aufzufallen. Ich bin selbständige Privatdetektivin mit einem eigenen, kleinen Büro in München-Schwabing.
Mein kleines Unternehmen besteht aus meiner Sekretärin Mila Novak, und zwei freiberuflichen Mitarbeitern, die ich je nach Bedarf beschäftige.
Unser Team leistet seit über fünf Jahren erfolgreiche Arbeit, sodass wir einen sehr guten Ruf genießen.
Sabrina Lenz lag entspannt auf der Couch im Wohnzimmer, neben sich stand eine offene Tüte Chips, während sie amüsiert in den Fernseher schaute.
Es lief gerade der Eurovision Song Contest, live aus Basel. Ab und zu fragte sie sich, ob die Auftritte wirklich ernst gemeint waren oder ob es sich vielleicht um eine Art Comedy-Veranstaltung handelte.
Pedro lag neben ihr auf der Couch. Der Junge war bereits nach dem zweiten Auftritt eingeschlafen.
Sabrina strich sanft durch die dunklen Haare ihres Sohnes, spürte, wie sie von tiefer Liebe durchflutet wurde.
Pedro war das Wichtigste in ihrem Leben!
Sie legte die Tüte Chips zur Seite, da sie Angst hatte, das laute Knabbern würde den Jungen aufwecken.
Während des Auftritts des österreichischen Kandidaten, eines jungen Sopranisten mit einer beeindruckenden Countertenor-Stimme, dachte sie an Isabella Weigel, die Staatsanwältin mit den schulterlangen, blonden Haaren. Sie erinnerte sich daran, dass sie gemeinsam in der Oper gewesen waren. Dort hatten sich die Gesangsstimmen ähnlich angehört.
Plötzlich nahm sie den intimen, weiblichen Duft von Isabella Weigel wahr, während der Geschmack der Chips auf ihrer Zunge verblasste.
Sabrina versuchte vergeblich, sich an die Handlung und den Titel der Oper zu erinnern. Nur an das Vibrations-Ei, das sie während der Aufführung in ihrer Möse getragen hatte, konnte sie sich noch gut erinnern. Isabella hatte die Vibrationen bequem mit einer Fernbedienung gesteuert.
Sabrina war mehrmals heftig zum Höhepunkt gekommen!
Während Sabrina auf den Fernseher starrte, dachte sie über Isabella nach – eine Frau aus wohlhabendem Hause, vermögend und mit einem reichen Mann verheiratet. Isabella liebte die Oper und exklusive Designer-Kleidung.
Ich schaue den ESC im Fernsehen und trage eine ausgebeulte Jogginghose, sagte sich Sabrina in Gedanken.
Isabella liebt Sushi und Sterne-Restaurants.
Ich gehe zu McDonald's oder knabbere Chips auf der Couch, stellte Sabrina fest.
Isabella sieht aus wie ein Top-Model, immer perfekt gestylt und geschminkt.
Ich vergesse manchmal, mir die Zähne zu putzen und meine Haare zu kämmen, überlegte Sabrina.
Isabella geht ins Fitnessstudio, um ihren perfekten Körper zu trainieren, und lässt sich die Nägel in einem Nagelstudio stylen.
Ich habe Hüftspeck, große Brüste und knabbere gelegentlich an meinen Fingernägeln, dachte sich Sabrina peinlich berührt und überlegte, ob sie etwas für ihr Äußeres tun sollte.
Dann sah sie die Tüte Chips neben sich, zuckte mit den Schultern und knabberte weiter.
„Es gibt Zeiten für Sport und Augenblicke für Chips. Alles hat seine Zeitfenster im Leben eines Menschen. Auch wenn mein Chips-Zeitfenster schon ewig zu dauern schien“, lachte Sabrina über sich selbst.
Wahrscheinlich waren es auch die großen Gegensätze, die Isabella dazu veranlasst hatten, sich nicht mehr zu melden!
Oder vielleicht hatte die Staatsanwältin momentan viel zu tun, beruhigte sich Sabrina und blickte auf ihr Handy. Die letzte WhatsApp-Nachricht von Isabella war bereits 17 Tage alt.
Aus den Augen, aus dem Sinn!
Sabrina zuckte mit den Schultern. So lief es in ihrem Leben meistens ab: Frauen kamen und gingen, die Affären waren leidenschaftlich, aber auch schnell wieder vorbei.
Die einzigen Konstanten im Leben von Sabrina Lenz waren ihr homosexueller Ehemann Toby und ihr adoptierter Sohn Pedro.
Dann ließ Sabrina ihre Gedanken zu Charlotte Remy schweifen. Das schwarzhaarige Mädchen hatte ihr während der Ermittlungen geholfen, die Familie Leichtenberg zu Fall zu bringen.
Doch Charlotte war entführt, gefoltert und sexuell missbraucht worden!
Seit diesen schrecklichen Ereignissen befand sie sich in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung, und jeglicher Kontakt war untersagt. Täglich sorgte Sabrina sich um Charlotte, da sie das Mädchen angeworben hatte und sich die Schuld für deren geistigen Zustand gab.
Während dieser Gedankengänge hatte Sabrina den weiteren Ablauf und die Stimmenvergabe des ESC verpasst. Jetzt konnte sie noch die Siegerehrung im Fernseher ansehen. Österreich hatte tatsächlich gewonnen.
Vielleicht gehe ich doch noch einmal mit Isabella in die Oper, dachte sie lächelnd und stand auf.
Sie hob Pedro von der Couch empor, und trug den Jungen in sein Kinderzimmer in den ersten Stock des Reihenhauses. Die nächsten Minuten kniete sie neben dem Bett des Jungen, beobachtete seine Atemzüge, sein entspanntes Gesicht.
Das schlafende eigene Kind war ein viel schönerer Anblick als das Fernsehprogramm oder eine Oper jemals sein könnten.
Sabrina stand auf, strich nochmals durch Petros Haare und lächelte. Sie verließ das Kinderzimmer, blickte kurz in das Schlaf- und Arbeitszimmer von Toby. Er war dieses Wochenende mit seinem neuen Liebhaber, und einigen Freunden in den Bergen zum Wandern. Sabrina vermutete eher ein Rudelbumsen in einer Hütte.
Es war ihr egal.
Sie akzeptierte Tobys homosexuellen Neigungen, so wie er ihre lesbische Orientierung respektierte.
Wichtig war nur Pedro!
Kurz nach neun Uhr am Montagmorgen betrat Sabrina ihre kleinen Büroräume in München-Schwabing.
Sie blieb im Eingangsbereich stehen, blickte über die schmale Theke und lächelte. Mila Novak, die Sekretärin, war vertieft in das Display ihres Handys und sah sich gerade einen Pornofilm an. Auf dem Bildschirm waren zwei Männer zu erkennen, die eine Rothaarige im Sandwich fickten.
„Du stehst auf Gruppensex, hm?“, meinte Sabrina und stellte ihre Handtasche auf die Ablagefläche der Theke.
„Oh! Mist!“, erschrak Mila, schaltete ihr Handy aus und schob es zur Seite. „Ich habe dich nicht kommen gehört!“
„Klingt nach einer angemessenen Entschuldigung dafür, sich während der Arbeitszeit einen Pornofilm anzusehen“, sagte Sabrina lächelnd.
„Es gab bisher nur einen Anruf. Eine Frau hat ihren Besuch angekündigt, möchte dir einen Auftrag erteilen!“, berichtete die Sekretärin und schob die roten Locken zurück.
„Was hat sie gesagt?“
„Ich bringe dir gleich die Notizen“, antwortete Mila.
„Und eine Tasse Kaffee“, bat Sabrina und betrat ihr Bürozimmer.
Der Raum war funktional eingerichtet. Die Wände waren in einem warmen Beige-Farbton gestrichen, um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. In der Raummitte stand ein großer Schreibtisch aus dunklem Holz, auf dem ein Monitor, eine Lampe und einige Aktenordner ordentlich sortiert standen. Vor dem Tisch standen zwei Besucherstühle.
Die Regale an der rechten Wandseite waren voller Akten, Fotos und Beweismaterialien, und boten einen schnellen Zugriff auf wichtige Informationen. Dezente Dekorationen, wie eine witzige Wanduhr, eine Pinnwand mit Notizen und Blumen auf dem Fensterbrett verliehen dem Raum eine persönliche Note.
Sabrina ließ sich auf ihrem Bürostuhl hinter ihrem Schreibtisch nieder, schaltete den Computer an und holte ihr Smartphone aus der Handtasche.
Kurz darauf brachte Mila eine Tasse Kaffee und stellte sie auf dem Schreibtisch ab.
„Die Frau heißt Verena Volkhardt, klang reich und sehr wichtig“, sagte die Sekretärin.
„Was sagte sie über einen möglichen Auftrag?“
„Sie will mit dir persönlich sprechen.“
„Wann kommt sie vorbei?“
„Im Laufe des Vormittages, eine genaue Uhrzeit konnte sie nicht sagen, da sie doch so wichtig und reich ist“, antwortete Mila, verdrehte die Augen und verließ das Bürozimmer.
Sabrina lehnte sich in ihrem Stuhl zurück.
Reiche Leute ärgerten sie mehr als alles andere auf der Welt!
Nein, dachte sie, die reichen Menschen standen nur an zweiter Stelle ihrer persönlichen Liste!
Der erste Platz ging an Zivilanwälte! Nach Sabrinas Meinung waren es Blutsauger in Business-Anzügen.
Voller Zorn dachte Sabrina an das letzte Jahr zurück, als sie selbst verklagt worden war. Eine Frau hatte sie beauftragt, um herauszufinden, was ihr Ehemann abends trieb, wenn er nicht nach Hause kam. Sabrina deckte schließlich auf, dass er eine Affäre mit einer Trans-Frau hatte, die er regelmäßig über das Internet engagierte.
Sabrina schrieb die Fakten in ihren Bericht, hängte beweisfähige Fotos dazu und übergab alles der Auftraggeberin. Ein Zivilanwalt bedrängte anschließend die Ehefrau, Sabrina auf Schmerzensgeld zu verklagen. Es war angeblich rassistisch und frauenfeindlich, wenn man von einer Frau mit einem Schwanz Fotos angefertigt hatte!
Zum Glück hatte der zuständige Richter die Klage abgewiesen. Die Klägerin hatte die Verhandlungskosten bezahlen müssen!
Sie ärgerte sich nicht über reiche Menschen, weil sie mehr Geld hatten, sondern weil sie sich durch das Geld mehr Probleme schufen, die dann wiederrum von ihr gelöst werden mussten.
Sabrina arbeitete in der nächsten Stunde an den eingegangenen E-Mails, als es an ihrer Zimmertür klopfte.
Mila streckte den Kopf herein. „Dein Termin ist da!“
„Sie darf eintreten“, antwortete Sabrina.
Die Frau war blond, schätzungsweise um die vierzig Jahre alt, mit perfektem Make-up und einer Frisur, die wahrscheinlich wöchentlich von einem Luxus-Friseur gestylt wurde. Sie trug ein Kostüm, Nylons, High-Heels und glänzenden Schmuck.
Ihr Name war Verena Volkhardt.
Sie schien eindeutig wohlhabend zu sein, denn der Schmuck, die Designer Handtasche und das Kostüm übertrafen sicher den Wert von Sabrinas PKW.
Sie gab sich alle Mühe, anderen Menschen zu zeigen, dass sie reich war.
Wie auch immer, sie blickte skeptisch auf den Stuhl, den ihr Sabrina anbot, strich ein paar Mal mit der Hand über das Sitzkissen und sagte dann: „Ich werde stehen bleiben.“
„Ich unterhalte mich nicht mit Menschen, die vor meinem Schreibtisch stehen!“, sagte Sabrina und ließ sich wieder auf ihrem Bürostuhl nieder.
„Wann wurde der Stuhl zuletzt gereinigt?“
„Das Büro wird zweimal in der Woche gründlich gereinigt!“, antwortete Sabrina genervt und überlegte, ob sie die Blonde hinauswerfen sollte.
„Dann könnte die Sitzfläche des Stuhls sauber sein“, meinte die Frau nachdenklich.
Sabrina verdrehte die Augen. „Setzen sie sich!“
Verena Volkhardt nickte und ließ sich auf dem Stuhl nieder.
„Was kann ich für sie tun?“, fragte Sabrina, und nahm einen Block und einen Kugelschreiber aus der obersten Schublade.
„Meine Haushälterin bestiehlt mich. Ich möchte, dass sie es beweisen, damit ich sie feuern kann!“, antwortete die Blonde.
„Ich bin eine Privatdetektivin! Wenn man sie bestohlen hat, dann sollten sie zur Polizei gehen, und Anzeige erstatten.“
Die Blonde runzelte die Stirn, blickte nachdenklich auf ihre perfekt manikürten Fingernägeln, dachte kurz nach und antwortete dann: „Das will ich aber nicht! Der Vorfall würde den Weg auf Instagram finden, und ich müsste es im Golfclub erklären!“
Sabrina starrte die Frau an, als wäre sie aus einer geschlossenen Anstalt entlaufen.
„Ich habe wirklich Wichtiges zu tun!“, meinte Sabrina und ärgerte sich, die Frau empfangen zu haben.
Verena Volkhardt streckte den rechten Arm nach vorne, deutete mit dem Zeigefinger auf Sabrina und sagte: „Mir wurde gesagt, dass sie sehr diskret sind. Ich sollte sie bereits im Vorfeld warnen, dass, wenn dieser Fall auf Instagram landet, meine Anwälte sie auf alles verklagen werden, was sie jetzt noch besitzen! Verstehen wir uns?“
Sofort kamen in Sabrina die Erinnerungen an den Fall mit der Trans-Frau wieder empor, als sie verklagt worden war.
Sie sprang zornig auf und fauchte: „Wenn sie mich bedrohen wollen, können sie ihren verdammten Arsch sofort wieder aus meinem Büro wuchten! Raus hier!“
Verena Volkhardt klappte der Mund auf. „Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie jemanden erlebt, der so mit mir gesprochen hat!"
„Entweder sie verhalten sich respektvoll, bedrohen mich nicht in meinem Büro, oder sie verschwinden wieder! Klar?“
Die Blonde starrte fast eine Minute lang in Sabrinas Augen, schien zu überlegen, wie sie sich verhalten sollte.
Schließlich räusperte sich Verena Volkhardt und lächelte. „Der persönliche Umgang mit ihnen wird nicht einfach werden. Aber damit kann ich umgehen.“
„Dann kommen wir zurück zu ihrem Problem.
„Ich will nicht, dass meine Haushälterin ins Gefängnis kommt, denn dort kann sie alles auf Instagram posten!“, sagte die Blonde.
„Im Gefängnis haben nur sehr wenige Inhaftierte ein Handy. Ich glaube nicht, dass dort etwas auf Instagram gepostet wird“, erwiderte Sabrina und lehnte sich in ihrem Bürostuhl zurück.
„Ich will einfach, dass sie verschwindet! Mein Anwalt sagte mir, dass er sie zwingen kann, eine Geheimhaltungsvereinbarung zu unterschreiben, wenn ich Beweise für ihre Diebstähle vorlegen kann.“
„Und ich soll diese Beweise liefern?“
„Ich bezahle das doppelte Honorar, wenn sie mir diese Beweise besorgen!“, sagte die Blonde.
Sabrina wollte der Frau am liebsten den ausgestreckten Mittelfinger zeigen, und sie aus dem Büro weisen. Aber das doppelte Honorar konnte sie gut gebrauchen. Es standen wichtige Investitionen an! Sie benötigten im Haus dringend eine neue Küche.
„Ich brauche noch einige Informationen, bevor ich den Auftrag übernehme“, sagte Sabrina.
„Das kann ich verstehen. Was wollen sie wissen?“
„Wie kamen sie zu der Vermutung, von ihrer Haushälterin bestohlen worden zu sein?“
Die Blonde runzelte die Stirn und antwortete: „Unsere Haushälterin heißt Helena Burger. Sie kocht alle unsere Mahlzeiten, und kauft dafür die Lebensmittel ein. Sie kümmert sich auch um den Weinkeller und die Spirituosen der Bar. Dafür habe ich ihr eine Kreditkarte übergeben. Die Kontoauszüge bekomme ich. In den letzten sechs Monaten haben sich die Ausgaben verdoppelt. Aber wir essen nicht mehr als zuvor. Wir trinken auch nicht mehr, hatten auch keine Party oder Einladungen, die erhöhte Ausgaben erklärt hätten.“
„Ich übernehme den Auftrag, wenn ich die nachfolgenden Voraussetzungen erfüllt bekomme!“, sagte Sabrina.
„Ja?“
„Ich brauche die Kreditkartenabrechnungen der letzten sechs Monate, und zum Vergleich die Abrechnungen des letzten Jahres!“
„Das verstehe ich, und werde es vorbereiten“, antwortete Verena Volkhardt. „Was noch?“
„Es muss eine Möglichkeit geschaffen werden, dass ich mich, ohne Verdacht zu erwecken, in ihrem Haus aufhalten kann. Idealerweise in der Nähe der Haushälterin. Ich muss überprüfen können, was sie kauft! Haben sie eine Idee, wie wir das bewerkstelligen können?“
Die Blonde runzelte die Stirn, dachte einige Sekunden nach und strahlte dann.
„Haben sie einen gültigen Führerschein?“
„Ja“, antwortete Sabrina.
„Dann können sie die neue Fahrerin für Helena sein!“, sagte die Blonde mit einem Gesichtsausdruck, als hätte sie gerade die letzte Frage der TV Sendung Wer-wird-Millionär richtig beantwortet.
„Ihre Haushälterin hat einen eigenen Fahrer?“, erkundigte sich Sabrina erstaunt.
Verena Volkhardt nickte. „Helena hat kein eigenes Auto, also habe ich ihr eines besorgt. Sie hat auch keinen Führerschein, also habe ich einen Studenten eingestellt, der sie herumfährt, wenn sie einkaufen muss. Das funktionierte bis zu seinem Abschluss gut, danach hat der Junge aufgehört Helena zu fahren, da er einen anderen Job gefunden hat. Jetzt muss ich Massimo, meinen eigenen Chauffeur, ausleihen, wenn Helena etwas benötigt. Das ist lästig für mich, da ich Massimo selbst brauche. Wenn ich eine Fahrerin für Helena habe, wird das mein eigenes Leben erleichtern. Außerdem können sie auf diese Weise herausfinden, welche Einkäufe Helena auf meine Kosten tätigt!“
„Das ist ein guter Plan. Ich kann mich unauffällig in der Nähe der Haushälterin aufhalten!“, nickte Sabrina.
„Perfekt! Wann können sie anfangen?“, fragte die Blonde.
Nun, die ganze Sache mit einer Haushälterin, die von einem Chauffeur zum Einkaufen gefahren wurde, schien für Sabrina etwas übertrieben zu sein, aber sie nahm an, dass reiche Leute ihre Haushälterinnen nicht mit dem Bus zum Supermarkt fahren lassen konnten.
Sabrina beschloss, nicht in die Gedankenwelt der reichen Menschen eindringen zu wollen. Daher zog sie einen leeren Vertrag aus einer Schreibtischschublade, füllte den Auftrag und das Tageshonorar aus.
„Unterschreiben sie hier! Dann planen wir den weiteren Ablauf“, sagte Sabrina und schob den Vertrag über den Schreibtisch.
Verena Volkhardt unterschrieb, ohne, den Inhalt gelesen zu haben.
„Ich brauche ihre Konfektionsgrößen!“, sagte die Blonde.
„Warum?“
„Ich werde ein entsprechendes Outfit anfertigen lassen. Ein Chauffeur hat wie ein Chauffeur auszusehen“, antwortete Verena Volkhardt.
Sabrina wollte nicht näher nachfragen, wie in der Welt der Reichen ein Chauffeur auszusehen hatte. Es war ihr auch egal. Der Job war gut bezahlt, da war sie auch bereit, das anzuziehen, was sich die Auftraggeberin vorstellte.
Sabrina notierte auf einem Blatt ihre Konfektionsgrößen.
„Ich werde das Outfit anfertigen lassen. Es sollte bis Ende der Woche fertig sein. Dann kommen sie zu meinem Anwesen, und ich stelle ihnen Helena vor!“
Das war eine weitere Sache, die Sabrina an reichen Leuten nervte. Sie mussten immer sagen, dass sie auf einem Anwesen lebten, nicht nur in einem Haus.
La Saxum Club
Münchner Norden
Sabrina seufzte, blickte erneut auf ihr Handy und überlegte, wie lange sie noch im Club bleiben sollte, bevor sie nach Hause fuhr. Sie hatte gehofft, wieder eine volle Tanzfläche und fröhliche Frauen vorzufinden, so wie bei ihrem letzten Besuch mit Charlotte.
Aber heute Nacht war der Club fast leer!
Es gab nicht einmal Zugangskontrollen! Kira, die Türsteherin, schien heute Nacht keinen Dienst zu haben.
Trotzdem hatte Sabrina ihren Slip in ein kleines Schließfach gesperrt, das sich neben dem Eingang befand. Das waren die zwei wichtigsten Regeln des La Saxum Clubs: Es durfte keine Unterwäsche getragen werden. Außerdem war der Zugang nur in einem Rock gestattet.
Diese Regeln gefielen Sabrina!
Und jetzt saß sie allein an einem Tisch, trank ein Pils und langweilte sich. Sie hatte sich bewusst einen Platz in der hintersten Ecke ausgesucht, da sie immer den Überblick behalten wollte, und eine Wand im Rücken bevorzugte. Es waren die Schutzmaßnahmen einer einzelnen Frau, einer Detektivin, wenn sie im Einsatz war.
Hier im Club war dieses Verhalten übertrieben, da hier keine Gefahren drohten, aber sie konnte nicht aus ihrer Haut. Während sie einen Schluck Pils trank, ließ sie ihre Augen durch den Club schweifen.
An der Bartheke standen drei Frauen, schätzungsweise um die vierzig, vermutlich Sekretärinnen, die nach Dienstschluss noch etwas Spaß suchten.
An einem Tisch saßen zwei junge Mädchen, die wild knutschten, und sich heftig befummelten. Sabrina blickte immer wieder zu diesem Tisch, da die Handlungen sehr erotisch, fast pornografisch waren.
Die Tanzfläche war leer. Die Musik langweilig.
War es mittwochs immer so fad hier im Club, überlegte Sabrina.
„Hallo!“
Sabrina hätte sich fast an ihrem Pils verschluckt, als sich eine unbekannte junge Frau auf den linken Stuhl neben sie gesetzt hatte.
„Äh. Ja. Hallo!“, antwortete Sabrina. „Ich kenne dich nicht!“
„Das werden wir jetzt ändern!“, erwiderte die Fremde. „Ich bin Estelle.“
Sabrina drehte sich in Richtung des Mädchens und betrachtete sie aus der Sichtweise einer Detektivin; alles überprüfend, nichts auslassend.
Estelle lächelte und zeigte unbefangen die Doppelreihe ihrer makellos gewachsenen perlweißen Zähne. Alles an ihr wirkte auf Anhieb vollkommen. Die Lippen waren voll und schwellend, als wäre hier mit einer Schönheits-OP nachgeholfen worden. Die hohen Jochbeine gaben ihrem Gesichtsoval einen rassigen, fast hochmütigen Anstrich.
Das Mädchen sah blendend aus, musste Sabrina neidlos anerkennen. Der dunkelbraune Pagenschnitt rahmte ein makellos geformtes Mädchengesicht ein. Die großen, grünbraunen Augen sorgten für einen Gesamteindruck totaler Unschuld.
Es war eindeutig eine junge Frau, die auf Partys, Clubs und exklusiven Veranstaltungen zuhause war.
„Ich bin Sabrina“, antwortete die Detektivin und musste sich zusammenreißen, nicht auch noch die Form und die Größe der Brüste der Brünetten zu überprüfen, denn das wäre auffallend gewesen.
Oder nicht?
Sie befanden sich in einer Lesbenbar. Hier war es üblich, auf die Titten der anderen Frauen zu starren.
Also, was solls, dachte sich Sabrina und ließ die Blicke tiefer sinken. Die Brünette trug ein hautenges, silbernes Latex-Shirt, dass perfekt die wohlgeformten Brüste modellierte. Passend zu dem Shirt trug das Mädchen einen schwarzen Latex-Rock.
Während Sabrina sich bemühte, nicht ununterbrochen auf die Brüste der Brünetten zu starren, näherte sich von der anderen Seite eine weitere junge Frau, und ließ sich auf den rechten Stuhl sinken.
„Du machst ihr Angst, Estelle“, sagte die zweite Frau.
„Sie scheint vor meinen Titten Angst zu haben, da sie ständig auf mein Shirt starrt“, antwortete Estelle.
„Das verstehe ich! Deine Titten machen mir auch ständig Angst; sie sind so perfekt!“
„Danke, Süße!“
Sabrina drehte jetzt den Kopf und betrachtete das zweite Mädchen. Sie wurde sofort von den Augen des Mädchens magisch angezogen. Die Pupillen hatten einen sehr hellen Grünton, mit einer fast hypnotischen Wirkung. Die Nase war schmal und vorne leicht spitz. Die Lippen waren voll, erinnerten sie an die aufgespritzten Lippen älterer Schauspielerinnen.
Die Farbe der Haare war ungewöhnlich, fast schon sensationell. Einen so glänzenden Rotton hatte Sabrina nie zuvor gesehen. Wie flackerndes Feuer! Die leicht gewellten Haare fielen offen bis zur Mitte des Rückens herab.
„Prüfung abgeschlossen?“, fragte die Rothaarige.
„Äh. Prüfung?“
„Du betrachtest mich, als wäre ich die Beute deiner nächsten Mahlzeit. Willst du auch meine Titten ansehen, oder wollen wir uns zuerst vorstellen?“
