Ein Omega auf Abwegen - Yael Gray - E-Book

Ein Omega auf Abwegen E-Book

Yael Gray

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Beschreibung

Als Jake, Alpha des MacArran-Clans, inmitten der schottischen Highlands einen verletzten Omega aufliest und mit auf die Burg seines Rudels bringt, ahnt er nicht, dass der ihm nur Scherereien einbringt. Nicht nur scheint der scheue Timothy sein Gedächtnis verloren zu haben. Außerdem riecht er verdammt nach Gefährte. Wenn Jake jedoch etwas nicht will, dann ist das eine Verbindung. Oder seine Familie an einen unbekannten Feind zu verlieren – erneut. Denn dass die Verletzungen von Misshandlungen stammen, ist deutlich. Was, wenn Timothys Verfolger den zarten Mann finden? Kann Jakes kleines Rudel ihnen etwas entgegensetzen? Timothy muss weg, so schnell wie möglich. Doch wie kann Jake ihn einem Schicksal überlassen, das schlimmer ist als der Tod? M/M-Wandler-Liebesroman. Enthält Hinweise auf Mpreg. Länge: 51.000 Wörter

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Veröffentlichungsjahr: 2020

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Ein Omega auf Abwegen

 

Das Rudel von MacArran Manor 1

 

 

 

 

Yael Gray

 

 

 

 

 

 

Roman

Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 28
Kapitel 29
Kapitel 30
Kapitel 31
Kapitel 32
Kapitel 33
Kapitel 34
Kapitel 35

 

Impressum

Kapitel 1

 

Jake

 

Nass glitzerte der Asphalt im Scheinwerferlicht des schweren Bentley. Viel war nicht von der legendären malerischen Schönheit der schottischen Highlands zu sehen. So weit von jeder Stadt entfernt blieben die Straßen unbeleuchtet. Satt füllte das Brummen des Motors den Innenraum.

Jake gähnte und lehnte sich bequemer im Beifahrersitz zurück. Noch eine Stunde, dann waren sie endlich daheim. Er warf Ben einen Blick zu, dessen helles Gesicht von den Lichtern des Armaturenbretts schwach beleuchtet wurde. Schatten betonten seine Narben und zeichneten ein Relief auf die markanten Züge.

Narben hatte sein bester Freund reichlich. Die trugen alle aus Jakes Rudel, ob auf dem Körper, auf der Seele oder auf beidem. Vermutlich passten sie deswegen so gut zusammen, dieser kleine Haufen zusammengewürfelter Wölfe.

Jake gähnte erneut.

Grinsend warf Ben ihm einen Seitenblick zu. Die Narbe, die seine Lippen verzerrte, ließ den Ausdruck zu einer Grimasse werden. »Willst du nebenher laufen? Ist vielleicht weniger langweilig.«

»Damit du das Radio kapern kannst?« Jake lachte. Ben stand auf Hardrock und Heavy Metal, was Jakes Ohren zum Implodieren bringen wollte.

»Niemals, Alpha! Ich habe nur dein Bestes im Sinn.« Süffisant hob Ben eine Braue.

Jake wusste, dass es nur die eine war, obwohl er ihn im Profil sah. Vermutlich zog sie den gegenüberliegenden Mundwinkel mit hoch. Denn Ben nannte ihn einzig im Scherz Alpha. Sie waren seit Jahren eng befreundet, nachdem Jake ihn mehr tot als lebendig in London aufgelesen hatte, zusammengeschlagen von Bens eigenem Rudel.

»Natürlich«, antwortete Jake trocken.

Doch bevor Ben eine passende Erwiderung finden konnte, hob das Fernlicht eine schmale, humpelnde Gestalt am Rande der einspurigen Straße aus dem Dunkel der Nacht. Schwarze Jeans, schwarze Lederjacke, helles Haar, den Daumen zum Anhalten ausgestreckt.

Etwas an dem Mann irritierte Jake auf Anhieb. Und es war nicht die Tatsache, dass es weit und breit in der Umgebung nichts gab außer MacArran Manor. Selbst die Burg war noch ein ganzes Stück entfernt. »Halt an.«

»Klar. Wie ist der den hierher gekommen?« Ben zog die Brauen zusammen, was ihn düsterer aussehen ließ, als er war, und bremste den Bentley ab. »Er ist verletzt.«

»Hm.« Groll stieg in Jakes Magen auf, er konnte nicht sagen, woher der so plötzlich kam. Außer von mit einem Schlag aufkommenden wilden Vermutungen, dass der Mann vielleicht überfallen und aus dem Wagen gestoßen worden war. Von einem Ex, der ihn verprügelt und rausgeworfen hatte. Von einem Unfall auf einer Seitenstraße. An der sie hätten vorbeikommen müssen. Waren sie aber nicht.

Er hatte sich schon abgeschnallt, noch ehe der Bentley ganz zum Halten gekommen war.

Der Mann blieb stehen, sah zu ihnen, obwohl er vermutlich nichts durch die Scheiben erkennen konnte. Hoffnung ließ ein viel zu hübsches Gesicht mit großen Augen aufleuchten. Auf der linken Wange prangte ein Bluterguss. Ein zaghaftes Lächeln verzog die vollen Lippen. Lippen, die an einer Stelle geplatzt und blutig waren.

Die Sorge und Wut in Jake stiegen an. Er öffnete die Tür und stieg aus. »Hey, hi. Wohin willst du? Brauchst du Hilfe?«

Die Augen des Mannes weiteten sich. Sein Blick huschte erschrocken über Jake und richtete sich dann starr auf sein Gesicht, als hätte er nicht mit einer Größe von fast zwei Metern gerechnet. Vielleicht auch nicht mit den breiten Schultern, der wilden Mähne und so dunklen Augen, dass sie in der Nacht selbst im Scheinwerferlicht schwarz wirkten. Er machte sogar einen Schritt zurück.

»Hey, alles okay. Ich tu dir nichts«, brummte Jake und hielt die Hände mit geöffneten Handflächen hoch, um ihm zu zeigen, dass er nicht bewaffnet war. Nicht, dass er Waffen brauchte. Aber er wollte dem Mann helfen, nicht ihn angreifen! »Ich bin Jake. Und du?« Mit 'nem Namen wirkte er gleich weniger bedrohlich, oder?

»T-Timothy.« Offensichtlich hatte der Mann vor Schreck sogar die Luft angehalten, denn jetzt atmete er ein. Wieder weiteten sich seine Augen, für einen Moment schien sein Blick sich zu verschleiern.

Der Gedanke gefiel Jake nicht, ganz besonders nicht unter Umständen wie diesem. Aber das war … anziehend. »Gut, Timothy. Wohin willst du?«

»Ei-einfach ein Stück weiter.« Timothy schauderte, und Jake wusste nicht, ob aus Furcht vor ihm, vor der Situation oder vor etwas anderem. Denn Angst hatte der Kleine eindeutig noch immer.

Hinter sich hörte Jake die Fahrertür klappen. Ben stieg aus, doch Jake drehte sich nicht zu ihm um. »Hier ist nichts in der Gegend. Außer MacArran Manor. Da willst du nicht zufällig hin?«

Vielleicht hatten Trevor, Connor oder Keith ihm verschwiegen, dass sie Besuch erwarteten. Das wäre angenehm. Dann konnten sie den Mann mitnehmen, und Jake würde dafür sorgen, dass er ins Warme kam und versorgt wurde. Frühlingsanfang, die Temperaturen waren viel zu frisch, um nur mit einer dünnen Lederjacke durch die Highlands zu stapfen, gerade des Nachts! Und dazu noch mit diesem Wind.

Zaghaft hob Timothy die Schultern. Sein Blick huschte von Jake zu Ben und zurück zu Jake.

»Was ist passiert?« Ben lehnte sich mit einem Unterarm aufs Autodach und machte mit der freien Hand eine Geste, die Timothy von oben bis unten umfasste. »Unfall?«

Timothy schluckte. Von Sekunde zu Sekunde schien er sich unwohler zu fühlen. »Bin … bin gefallen, glaube ich.«

»Glaubst du?« Jake hob die Brauen. Irgendetwas war faul an dem Kleinen, er konnte es spüren. Beinahe riechen. Und gleichzeitig wirkte er so unschuldig, großäugig und beschützenswert, dass Jake ihn einfach in den Wagen packen und mit nach Hause nehmen wollte. Nur um ihn sicher zu wissen. Einen Fremden, den er gerade einmal zwei Minuten kannte. »Du siehst übel aus. Ich …«

Der restliche Satz erstickte in seiner Kehle. Auffordernd hatte er einen Schritt auf Timothy zu gemacht. Vielleicht hatte der Wind zudem ein wenig gedreht. Auf jeden Fall bekam er eine volle Dosis des berauschendsten Dufts ab, der ihm je in die Nase gestiegen war. Herb und süß zugleich, nach Sandelholz und Vanille, nach … nein!

Fast hätte er das Grollen in seiner Kehle nicht unterdrücken können. Verdammte Scheiße! Das war nicht nur ein verletzter Anhalter, der Hilfe brauchte. Timothy war ein Omega. Und zwar der best duftendste Omega, den Jake je in seiner Nähe gehabt hatte. Auf Anhieb wusste er zwei Dinge. Auf keinen Fall würde er Timothy hier zurücklassen.

Und zudem musste er sich von ihm so weit entfernt wie möglich halten. Der Kerl roch nach Gefährte, und wenn Jake etwas nicht wollte, nicht brauchte und nicht haben würde, dann war das ein verdammter Gefährte! Erst recht keinen Omega!

»Sollen wir dir einen Krankenwagen rufen?«, fragte Ben aus dem Hintergrund und sammelte damit Jakes Gehirnzellen wieder zusammen. »Oder die Polizei?«

»Nein. Nein! Das brauche ich nicht.« Timothy bemühte sich um ein Lächeln. »Wenn ihr mich einfach ein Stück in eure Richtung mitnehmen könntet, wäre das toll. Wenn nicht, ist das auch okay. Dann laufe ich weiter.«

»Auf keinen Fall«, grummelte Jake. »Ich wiederhole mich, aber hier ist nichts. Die Straße gabelt sich in ein paar Kilometern. Ein Abzweig führt nach MacArran Manor, der andere in den Norden nach Glenvillesdale. Da bist du einige Tage unterwegs. Und Verkehr herrscht hier auch nicht wirklich. Dass dich noch jemand mitnehmen könnte, ist unwahrscheinlich. Was hältst du davon: Du begleitest uns, übernachtest im Gästetrakt. Morgen sehen wir dann zu, wie wir dich an deinen Zielort bekommen.«

Ein Taxi schwebte ihm vor. Scheiß drauf, wie viel das kosten würde. Am Geld sollte es nicht scheitern.

Timothy sah aus diesen verdammt großen Augen zu ihm auf. Unsicher biss er sich auf die Unterlippe, warf einen Blick über die Schulter zurück, als könnte eine Antwort – oder ein Verfolger – aus den Bergen auftauchen.

Sofort hatte Jake das Bedürfnis, die Hand auszustrecken, um die Lippe mit dem Daumen zu streicheln und unter den Zähnen hervorzuziehen. Fuck.

»Okay«, flüsterte Timothy und versuchte noch ein Lächeln. Es fiel genauso unsicher aus wie das Lippenbeißen. »Danke. Das klingt toll. Tut mir leid, dass ich euch solche Umstände mache.«

»Das passt schon.« Jake öffnete ihm die Tür, verfluchte sich gleich darauf dafür und stieg vorne ein, ohne zu warten, dass Timothy sich setzte. Große Klasse, jetzt hockte er für die nächste Stunde mit diesem zweibeinigen Aphrodisiakum auf engstem Raum zusammen und kam nicht raus. Hilflos ließ er das Fenster einen Spalt herunter.

Aus den Augenwinkeln sah er Ben grinsen. Ob der was ahnte? Na, sie kannten sich lange genug, dass Ben auf jeden Fall wusste, dass etwas war.

»Woher kommst du?« Langsam ließ Ben den Wagen anrollen, als die Türen sich geschlossen hatten.

Timothy holte Luft. Und stieß sie aus.

Jake konnte nicht widerstehen und drehte den Kopf. Schon wieder sah Timothy aus, als würde er sich fürchten.

»Ich weiß es nicht«, flüsterte der Kleine.

Jake runzelte die Stirn. »Du weißt auch das nicht?« Das klang wahlweise unglaubwürdig oder alarmierend. »Wie heißt du mit Nachnamen? Wie alt bist du?«

Die leicht geschwungenen Brauen zogen sich zusammen, die sonst so glatte Stirn kräuselte sich auf die niedlichste Weise. Wieder holte Timothy Luft, als sollte eine Antwort folgen, die dann doch nicht kam. Ängstlich zuckte er mit den Schultern, krümmte sich ein wenig.

Ach, du Scheiße! »Du erinnerst dich nicht?«

Mit zusammengepressten Lippen schüttelte Timothy den Kopf und senkte ihn gleich darauf.

Fuck, verdammt! Kein Wunder, dass der Kleine so verängstigt war! Jake hielt die Nase in den Fahrtwind, um den Duft aus seinem System zu bekommen und klar denken zu können.

Ben warf einen Blick in den Rückspiegel, dann einen zweiten zu Jake hin, ehe er wieder auf die Straße sah. »Wir haben zwar keinen Arzt daheim, aber Keith ist ziemlich fit, was die medizinische Versorgung betrifft. Der schaut dich besser nachher mal an.«

»Gute Idee.« Erleichtert nickte Jake. Mit Verletzungen hatte Keith reichlich Erfahrung. Nicht einmal Ben war so vernarbt wie der rotbraune Wolf, der aus einer illegalen Arena stammte. Dort hatte er jede Menge Zeit und ausreichend aus der Not geborene Möglichkeiten gehabt, sein Wissen über Heilkunde zu vertiefen.

»O-okay.« So, wie sich das anhörte, sank Timothy gerade tiefer in seinen Sitz.

Jake drehte sich nicht um. Es reichte, dass seine Sinne bei jedem Atemzug durcheinander gerieten. Verdammt, sein Schwanz regte sich auch. Was hieß regte. Der war hart. Um das zu beheben, würde er vermutlich das Fenster ganz herablassen und den Kopf nach draußen halten müssen. Irgendwie war das jedoch keine Alternative.

Kapitel 2

 

Timothy

 

Trotz des offenen Fensters und obwohl er fror, zog Timothy seine Jacke aus. Sein weißes T-Shirt war nicht einmal ansatzweise warm genug, aber er brauchte etwas, das er vor seinen Schritt halten konnte. Das durfte doch gar nicht wahr sein! Wie unfair war bitte das?

Von all den Autos in Schottland, die hier auf dieser Straße hätten entlang kommen können, musste es ausgerechnet eines sein, in dem ein Mann saß, der … Verdammt! Der roch, als wollte Timothy sich in seine Arme werfen und sabbernd zum nächsten Bett getragen werden. Wahlweise auch einfach nur bis zur Motorhaube.

Und als wäre das nicht fies genug, war der Kerl viel zu groß, viel zu breitschultrig, viel zu dunkelhaarig. Außerdem hatte er einen Blick drauf, der bis in Timothys Seele zu reichen schien. Jedes Mal, wenn Jake ihn aus diesen durchdringenden, schwarzen Augen ansah, wollte Timothys Herz die Flucht ergreifen. Und Timothy gleich mit.

Das war jedoch noch schlechter als die Idee, mit den beiden Wölfen mitzufahren. Denn dass die Männer das waren, konnte er riechen. Die mussten ebenfalls wissen, dass er einer war. Mist.

Timothy wollte mit der Rückbank verschmelzen. Vorzugsweise bis in den Kofferraum hinein. Dort wäre er zumindest vor diesem unglaublichen Duft sicher. Vermutlich.

Aber so, wie die Sache aussah, waren Jake und Ben seine beste Chance. Er hatte keine Ahnung, wie lange er schon die Straße entlang gehumpelt war, nachdem der LKW-Fahrer, der ihn bis hierher mitgenommen hatte, ihn rausgeworfen hatte. Weil Timothy ihm klar gemacht hatte, dass er sich nicht durch einen Blowjob für die Mitfahrgelegenheit bedanken wollte. Selbst wenn er ihn bis nach Inverness brachte.

Egal. Immerhin hatte der Idiot ihn ein ganzes Stück durchs Land kutschiert. Weg von Warren. Unwillkürlich schauderte er. Mit einem Mal spürte er jeden Bluterguss, jede Schramme, jede Schürfwunde auf seinem Körper mit neuer Deutlichkeit.

»Was ist das Letzte, an das du dich erinnerst?« Grollend unterbrach Jake den Gedankenstrom, der Timothy nonstop beschäftigt hatte, während er durch den Abend und schließlich durch die Nacht gestolpert war, und der auch hier nicht enden wollte.

Die dunkle Stimme ging Timothy durch und durch. Sie vibrierte durch jedes seiner Glieder und rief eine Gänsehaut auf seinen Armen hervor. Hoffentlich sah das keiner. Und falls doch, schoben sie es bitte auf die eisige Luft, die zum Fenster hereinkam. Obwohl ihm so kalt war, war Timothy dankbar für den kleinen Luftstrom.

Er zwang sich, nicht erneut auf seiner Unterlippe herumzukauen, was er eindeutig zu oft tat, wenn er unsicher und nervös war. »Nicht viel«, log er. »Ich … ich erinnere mich nur daran, dass ich laufe. Und dass mir alles weh tut.«

Das wiederum war nicht gelogen, und das hatten die beiden ohnehin gesehen. Timothy starrte auf seine hellen Unterarme, auf denen sich blaue Flecken zu bilden begonnen hatten. Weil er versucht hatte, sich vor den Schlägen zu schützen, hatten die eine ganze Menge abbekommen.

»Hast du Kopfschmerzen? Schmerzt dein Bauch?«, bohrte Jake nach. Zum Glück drehte er sich nicht um.

Warum nur musste er weiterfragen? Konnte er nicht einfach damit zufrieden sein, dass Timothy mitkam? Timothy klammerte sich an seiner Jacke fest. Na, eigentlich war das nett, dass er fragte. Dass er versuchte herauszufinden, ob der Anhalter schwerer verletzt war, als es den Anschein hatte.

»Nein.« Na ja, bis auf die blauen Flecken dort. Aber die waren nicht innerlich. Innen war er hoffentlich in Ordnung. So fest hatte Warren dann auch wieder nicht zugetreten. Immerhin hatte er seinen künftigen Gefährten nicht umbringen, ihm nur eine deutliche Lektion erteilen wollen. Ihn erziehen. Weil Timothy zu bockig und ungehorsam war. Er schluckte. In gewisser Hinsicht hatte Warren recht.

Jake bewegte sich, lenkte Timothys Blick auf die breiten Schultern. »Gut.«

Es war mehr ein Brummen als ein echtes Wort. Und es fuhr direkt in Timothys Bauch. Aber das war vollkommen egal, was der und seine niederen Regionen sagten. Jake war genau der Typ Mann, von dem er sich fernhalten musste. Hochgewachsen, muskulös, dunkel. Er machte ihm Angst. Doch er brachte ihn weiter weg von Warren. Für eine Nacht verhalf er ihm zu einem Dach über dem Kopf und vielleicht gar etwas zu essen. Und wenn alles gut ging, konnte Timothy am folgenden Tag sogar eine Mitfahrgelegenheit zu einer größeren Stadt ergattern.

Sein Gehirn wurde so leer, wie er behauptet hatte, dass es wäre, um keine Fragen beantworten und keine Lügen erzählen zu müssen. In denen hätte er sich ohnehin nur verheddert. Was in der nächsten Stadt geschah – er hatte keine Ahnung.

Timothy hatte keine Zeit gehabt, auch nur seinen Ausweis oder ein wenig Geld einzustecken, bevor er geflohen war. Was die Welt betraf, existierte er erst einmal nicht mehr. Aber selbst, falls er sich mit Betteln durchschlagen musste, alles war besser, als Warrens Gefährte zu werden.

Draußen huschte die Dunkelheit vorbei. Regen setzte ein. Bald wurde das Brummen des Motors von dem Huschen der Scheibenwischer untermalt. Obwohl ihm noch immer kalt war, konnte Timothy das leise Prasseln auf Scheiben und Autodach genießen. Er befand sich nicht mehr ungeschützt auf der Straße. Oh, was für ein Glück, dass die zwei ihn mitgenommen hatten!

Selbst Jakes Duft schien nicht länger ganz so aufdringlich zu sein. Vielleicht war es auch die Müdigkeit, die langsam Besitz von Timothy ergriff. Der bequeme Sitz machte es nicht besser. Timothy sank tiefer in die Polster und zog seine Jacke wieder höher, um sich zuzudecken.

Jake gab etwas von sich, das wie ein unwilliges Grunzen klang. Dann drehte er sich halb um und streckte einen muskulösen Arm an Timothy vorbei aus, um sich eine Jacke zu greifen und sie ihm zuzuwerfen. »Hier. Deck dich damit zu. Deine ist zu dünn.«

Nein, dachte Timothy. Auf keinen Fall. Das war Jakes! Sein Duft hing viel zu stark darin.

Doch die dunklen Augen richteten sich auf ihn, unglaublich intensiv unter den geraden Brauen, die sich eben ein Stück weit zusammenzogen, als wüchse Groll in Jake an. Vielleicht, weil Timothy nicht sofort dankbar zugegriffen hatte.

Er konnte nicht verhindern, dass sein Herz ängstlich schneller schlug und er die Jacke doch annahm. »Danke«, flüsterte er und breitete sie über sich aus.

Dunkelbraunes Leder, gefüttert mit hellem Fell. Es fühlte sich gut an. Ein wenig Wärme kehrte in Timothy zurück, als der Luftzug nicht mehr seine nackten Arme erreichte. Außerdem gehörte die Jacke vielleicht Jake, doch sie war nicht er. Und in einem unschuldigen Kleidungsstück machte sich der Duft gar nicht schlecht. Fast wollte Timothy sich sicher fühlen. Obwohl er das hier nicht war.

Trotzdem lächelte er. »Danke«, wiederholte er lauter.

Jakes Augen weiteten sich, als hätte er etwas sehr Erstaunliches gesehen. Dann drehte er sich mit einem weiteren dieser grummelnden Grunzlaute um.

Fast hätte Timothy gekichert. Er verkniff es sich in letzter Sekunde. Bloß nichts riskieren, das bewirken konnte, dass Jake sich angegriffen fühlte.

Eingekuschelt in Wärme, die schnell zurückkehrte, und ohne die Notwendigkeit, sich trotz Schmerzen bewegen zu müssen, begann Timothy, sich zu entspannen. Für den Moment war er tatsächlich sicher. Was kam, nachdem sie ihr Ziel erreichten, stand auf einem anderen Blatt, aber gerade konnte ihm nichts passieren.

Und er war müde. Endlos müde. Die letzte Nacht hatte er kaum Schlaf bekommen, die davor auch nur wenig. Dann heute fast den ganzen Tag auf den Beinen …

Seine Lider glitten herab.

Kapitel 3

 

Timothy

 

Er wachte auf, als der Wagen langsamer wurde. Erschöpft blinzelte er, brauchte einen Moment, um zu begreifen, dass er sich nicht einfach auf die andere Seite drehen und weiterschlafen konnte. Das hier war nicht sein Bett. Er lag nicht mal.

Vor ihm durch die Windschutzscheibe sah er etwas, das … kein Haus war. MacArran Manor hatte Jake ihr Ziel genannt. Das Herrenhaus der MacArran. Doch das, was sich da vor ihnen aus der Nacht erhob, war kein Herrenhaus, das war eine Burg!

Timothy riss die Augen auf und war mit einem Schlag hellwach. Details konnte er keine erkennen, dafür war es zu dunkel. Die Silhouetten von trutzigen Mauern und mehrere Türme waren dennoch gegen den Nachthimmel auszumachen. Erleuchtete Fenster blinzelten ihm wie freundliche Augen zu und versprachen Wärme und Sicherheit.

Licht flackerte auf, als sie sich dem Torhaus näherten. Gemächlich öffneten sich die riesigen Flügel des Burgtores wie von Geisterhand. Bewegungssensor? Im nächsten Moment sah Timothy aus den Augenwinkeln, dass Ben wohl eine Fernbedienung genutzt hatte.

Der Wagen rollte durch das Tor. Hinter ihnen glitten die Flügel erneut zu, kaum dass sie sie passiert hatten. Timothy spürte ein Grimmen im Magen, das sich mit Erleichterung mischte. Keines der Gefühle behielt die Oberhand. Er war eingesperrt in dieser Trutzburg und gleichzeitig sicher, denn keiner seines Rudels würde ihn hier hinter diesen Mauern erreichen können. Selbst falls sie es schafften, seiner Spur bis hierher zu folgen, was doch eher unwahrscheinlich war. Immerhin hinterließ er in einem Auto keine Duftspuren.

Laternen tauchten den Innenhof in Licht und erhellten den fallenden Regen, der die Burg wie mit Glitzer zu überstäuben schien, sowie mehrere Autos auf der linken Seite des Hofes und raue, massive Mauern.

Ben parkte nicht bei den anderen Wagen ein, sondern fuhr bis zu dem vor, was Timothy für das Haupthaus hielt. »Reicht ja, wenn einer nass wird. Ich sage gleich Keith Bescheid.«

Noch ehe Timothy sich abgeschnallt hatte, stieg Jake bereits aus, öffnete ihm doch tatsächlich die Tür und grinste in den Wagen. »Willkommen auf MacArran Manor.«

Stolz blitzte in seinen Augen, und für einen Moment schien er vergessen zu haben, dass er Timothy angrummeln wollte. Es verwandelte das energische Gesicht mit dem kurzen, gepflegten Bart und ließ den ganzen Mann gleich viel offener wirken. Einladend fast.

Timothy stockte der Atem, dafür hüpfte sein Herz los. Scheu erwiderte er das Lächeln. »Danke.« Rasch stieg er ebenfalls aus, um endlich diesem unerträglich herrlichen Duft zu entkommen, und atmete tief durch, als frische, klare Luft ihn empfing.

Während Ben langsam über den gepflasterten Hof zu einem massiven Turm hin rollte, winkte Jake, ihm zu folgen. Über fünf Stufen ging es hoch zu einer schweren Holztür, die wie die gesamte Burg aus einer anderen Zeit zu stammen schien. Tat sie vermutlich auch.

Mühelos drückte Jake sie auf, was Licht aufflammen ließ, und machte eine einladende Geste. »Komm rein.«

Offensichtlich war es hier nicht nötig, irgendetwas zu verschließen. Okay, das Burgtor hielt alle möglichen Eindringlinge erfolgreich ab, und außerdem kam hier ohnehin niemand hin. Timothys Herz machte schon wieder einen schmerzhaften Satz, als ihm klar wurde, dass keiner seine Leiche finden würde, sollte etwas passieren. Bei dem Gedanken stellten sich seine Nackenhaare auf.

Er schluckte und trat ein. Für alles andere war es jetzt ohnehin zu spät. Ein riesiges, gemütliches Wohnzimmer empfing ihn, das Mittelalter und Moderne vermählte. Wäre er nicht so nervös gewesen, hätte er sich sofort wohlgefühlt, garantiert.

Schwere Möbel aus dunklem Holz und eine wuchtige Sitzgarnitur aus dunkelbraunem Leder vor rauen Steinwänden sowie der alte Holzfußboden erweckten zusammen mit einem riesigen Kamin in Timothy den Eindruck, aus der Zeit getreten zu sein. Wäre da nicht der gigantische Fernseher samt einigen Konsolen gewesen, der keine Anstalten machte, sich zu verstecken. Außerdem ein Laptop auf dem Couchtisch und der eindeutig mit Elektrizität betriebene Kronleuchter, der den Raum in goldenes Licht tauchte. Vermutlich war auch die Temperatur nicht gerade mittelalterlich, es war angenehm warm.

»Oh, ich habe immer noch deine Jacke.« Dass es nicht seine war, fiel Timothy erst auf, als er sie abnahm.

Jake nickte und nahm sie entgegen, ehe er sie an eine Garderobe aus Gusseisen und Holz hängte. »Kannst deine gleich daneben hängen, wenn du magst.« Auffordernd streckte er die Hand aus.

Etwas widerstrebend reichte Timothy sie ihm. Nicht, dass sich in den Taschen etwas befand, das verloren gehen könnte. Aber er hatte ohnehin nichts, da schien das Wenige mit einem Mal wertvoll zu werden.

Jakes Blick streifte seine nackten Arme und wurde wieder finster. Seine Kiefer traten mit einem Mal stärker hervor, als er die Zähne zusammenbiss.

Unwillkürlich hatte Timothy das Bedürfnis, sich zu ducken. Was gefiel Jake nicht? Seine helle Haut? Die blauen Flecken darauf? Dass er überhaupt so viel Haut zeigte?

Warum musste auch ausgerechnet Jake ihn hierher bringen? Hätte das nicht Ben machen können? Oder hätte er ihn nicht einfach mit dem mitgehen lassen können? Jake schien eine hohe Position zu haben, vielleicht war er gar der Alpha des Rudels. Warum kümmerte er sich persönlich um ihn? Und warum war er so dunkel und muskulös, dass er Timothy so sehr an Warren erinnern musste?

Mit einer wütend wirkenden Geste umfing Jake den ganzen Raum. »Das ist unser gemeinschaftliches Wohnzimmer. Kannst du jederzeit benutzen. Alles hier. Überschreib nur keine Spielstände.« Er grinste, dieses Mal erreichte es seine Augen jedoch nicht.

»Danke.« Beklommen nickte Timothy und versuchte, sich nichts anmerken zu lassen. Vorsicht war gut, war lebensrettend und notwendig. Und er würde sie beibehalten. Aber bisher hatte Jake ihm nichts getan. Im Gegenteil hatte er ihm sogar geholfen. Ihm verdankte er es, dass er nicht mehr über die Straße stolperte. »Danke für alles.«

»Kein Thema«, brummte Jake und wies mit dem Kinn zu einer Treppe, auch diese aus dunklem Holz. »Komm mit, ich zeige dir erst einmal dein Zimmer. Wir haben nicht so oft Gäste, dürfte noch ein wenig klamm sein. Und vermutlich stickig.«

»Nicht so klamm wie auf der Straße.« Dieses Mal war Timothys Lächeln echt.

Das Haupthaus war groß, stellte er gleich darauf fest. Vier Stockwerke ging es nach oben, und jede Treppenstufe forderte Timothys Beine mehr heraus. Als hätte die Zeit im Auto jeden Muskel daran erinnert, dass er ihn überstrapaziert hatte und eigentlich Ruhe brauchte, schmerzte mit einem Mal jeder Schritt. Timothy biss die Zähne zusammen und ignorierte es.

»Hier wohne ich«, erklärte Jake mit einer Handbewegung auf die geschlossene Tür im ersten Stock. »Falls du in der Nacht Hilfe brauchst.« Ein Stockwerk weiter oben fügte er an: »Oder hier, wenn es spät ist, dahinter liegt mein Schlafzimmer.«

»Danke«, wiederholte Timothy, weil es das Einzige schien, was er sagen konnte. Er war dankbar! Sehr dankbar, keine Frage. Aber er würde den Teufel tun und in das Schlafzimmer dieses viel zu anziehenden Mannes gehen, egal, was die Nacht brachte. Er fühlte sich jetzt ja schon wieder ganz schwach, einfach dadurch, dass er hinter ihm ging und beständig seinen Duft in der Nase hatte. Außerdem würde er überhaupt kein Schlafzimmer eines Mannes wie Jake betreten, wenn er es irgendwie vermeiden konnte.

»Hier wohnt Ben.« Im vierten Stock wies Jake auf die dort abgehende Tür. Er warf einen Blick über die Schulter zurück, seine dunklen Augen bohrten sich direkt in Timothy. »Zur Not kannst du auch zu ihm gehen.«

Seine Miene blieb neutral, doch Timothy konnte spüren, dass es ihm nicht recht wäre, sollte er Ben belästigen. Aber Ben war auf keinen Fall der Alpha, oder? Nur einer von den beiden musste es sein. Oder würde Ben jetzt ihren Alpha verständigen, dass das Rudel einen Gast zur Nacht hatte? Timothys Magengrimmen wuchs ebenso wie sein Bedürfnis, sich zu verstecken.

»Wie viele Mitglieder umfasst euer Rudel?«, fragte er, als die Treppenstufen endlich im Dachgeschoss endeten. Im Gegensatz zu den Etagen davor gab es nun keine Tür, sondern einen Gang, der weiter nach hinten führte.

Der Blick, den Jake ihm zuwarf, war so voller wachsamem Misstrauen, gepaart mit einer unterschwelligen Drohung, dass Timothy ein Zusammenzucken nicht verhindern konnte. Sein Herz kletterte in die Kehle, und nur mit Mühe schaffte er es, keinen Schritt zurückzuweichen.

»Entschuldige«, flüsterte er. »Ich wollte nicht in Rudelinternes eindringen. Ich war nur neugierig.«

Jakes Blick wurde noch dunkler, doch die Drohung wich. »Ist kein Geheimnis«, brummte er. »Wir sind zu fünft. Ein bunt zusammengewürfelter Haufen von Freunden, kein Rudel aus Verwandtschaft.« Als hätte er die nächste Frage, die Timothy nun auf keinen Fall mehr zu stellen gewagt hätte, an seinem Gesicht abgelesen, fügte er hinzu: »Ich bin der Alpha.«

Bevor Timothy irgendwie reagieren konnte, drehte Jake sich um und winkte ihm erneut, ihm zu folgen. Okay, offensichtlich erwartete er keine demütig angebotene Kehle. Vielleicht wollte er auch nicht, dass Timothy ihm zu nahe kam. So wirklich erfreut schien er über den plötzlichen Gast ja nicht zu sein.

Timothy war das nur recht. Egal, was er selbst dachte, winselte sein innerer Wolf jedes Mal begehrlich, wenn ihre Blicke sich streiften oder Jake sich ihm näherte. Nah genug für den Duft. Timothy winselte auch jedes Mal. Allerdings eher vor Angst.

Kapitel 4

 

Jake

 

Es gab eine Menge, was Jake an diesem hübschen Omega nicht gefiel. Allen voran seine Schreckhaftigkeit und die Tendenz, sich zu ducken, wann immer Jake in seine Richtung sah. Es war kein offensichtliches Zusammenkauern. Aber auf eine Art schien Timothy den Kopf jedes Mal einzuziehen und sich unsichtbar machen zu wollen, wenn Jake ihm zu nahe kam.

Grollend stieß er die Tür zum ersten Zimmer im Gästebereich auf. Abgestandene, kühle Luft empfing ihn. Klar, sie hatten niemanden erwartet, und der letzte Besuch war schon eine halbe Ewigkeit her. Immerhin geputzt wurde hier durch einen Dienstleister regelmäßig.

Jake schaltete das Licht ein, stellte den Thermostat auf zweiundzwanzig Grad ein und durchquerte den Raum mit großen Schritten, um die beiden Fenster aufzureißen. »Dein Reich für heute Nacht.«

Dieses Mal fiel ihm das Lächeln leicht. Denn Timothy sah sich mit geweiteten Augen um, als hätte er mit einer Besenkammer gerechnet und nicht mit einem Gästezimmer mit Doppelbett, einer großzügigen Sitzecke und eigenem Bad. Erstaunen beherrschte der Mann wirklich hervorragend.

So hatte er auch auf das Gemeinschaftswohnzimmer reagiert. Wie da weckte der Ausdruck erneut ein unangenehmes Flirren in Jakes Brust und Bauch. Immerhin konnte er nun genügend Abstand zu ihm halten, sodass der Duft ihn nicht mehr zu überwältigen drohte.

Jake hatte alles Mögliche vor. Sich einen Gefährten einzutreten, gehörte absolut nicht dazu. Ihm reichte sein ungewöhnliches Rudel an Außenseitern, die auf sich selbst aufpassen konnten. Da war kein empfindlicher Omega vonnöten, der alles durcheinanderwirbeln würde und der Schutz brauchte. Unvermittelt krampfte Jakes Magen. Nicht, dass damals nicht vollkommen gleichgültig gewesen war, wer Alpha, Omega oder sonst etwas gewesen war.

Er atmete durch und verdrängte die Erinnerung. »Setz dich«, brummte er, weil Timothy bei jedem Schritt in den Raum hinein humpelte. Jake hatte den Eindruck, dass er es zu verstecken versuchte; erfolgreich war er damit nicht.

---ENDE DER LESEPROBE---