Früher oder später bei der Almliesl - Amanda Partz - E-Book

Früher oder später bei der Almliesl E-Book

Amanda Partz

0,0
3,99 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Miriam verbringt einen unbeschwerten Sommer auf der Almlisl. Schon immer hat sie die Berge und den Gastwirtschaftsbetrieb ihrer Eltern geliebt. So sehr, dass sie ihn am liebsten eines Tages selbst übernehmen würde. Dieses Privileg genießt jedoch ihre ältere Schwester Julia, die darüber nicht unbedingt glücklich ist.
Sehr zu Miriams Leidwesen will Julia auch noch Elias heiraten. Einen jungen Mann, zu dem sie sich selbst schon lange hingezogen fühlt. Doch alles scheint fest geplant, bis ein Todesfall das Leben der gesamten Familie für immer verändert …

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2023

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



 

 

 

 

Amanda Partz & Marten Munsonius

 

 

Früher oder später

bei der Almliesl

 

 

 

Romance

 

 

 

 

 

 

 

 

Impressum

 

 

Copyright © by Authors/Bärenklau Exklusiv

Cover: © by Steve Mayer, nach Motiven, 2023

Lektorat/Korrektorat: Antje Ippensen

 

Verlag: Bärenklau Exklusiv. Jörg Martin Munsonius (Verleger), Koalabärweg 2, 16727 Bärenklau. Kerstin Peschel (Verlegerin), Am Wald 67, 14656 Brieselang

 

Die Handlungen dieser Geschichte ist frei erfunden sowie die Namen der Protagonisten und Firmen. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig und nicht gewollt.

 

Alle Rechte vorbehalten

 

Das Copyright auf den Text oder andere Medien und Illustrationen und Bilder erlaubt es KIs/AIs und allen damit in Verbindung stehenden Firmen und menschlichen Personen, welche KIs/AIs bereitstellen, trainieren oder damit weitere Texte oder Textteile in der Art, dem Ausdruck oder als Nachahmung erstellen, zeitlich und räumlich unbegrenzt nicht, diesen Text oder auch nur Teile davon als Vorlage zu nutzen, und damit auch nicht allen Firmen und menschlichen Personen, welche KIs/AIs nutzen, diesen Text oder Teile daraus für ihre Texte zu verwenden, um daraus neue, eigene Texte im Stil des ursprünglichen Autors oder ähnlich zu generieren. Es haften alle Firmen und menschlichen Personen, die mit dieser menschlichen Roman-Vorlage einen neuen Text über eine KI/AI in der Art des ursprünglichen Autors erzeugen, sowie alle Firmen, menschlichen Personen , welche KIs/AIs bereitstellen, trainieren um damit weitere Texte oder Textteile in der Art, dem Ausdruck oder als Nachahmung zu erstellen; das Copyright für diesen Impressumstext sowie artverwandte Abwandlungen davon liegt zeitlich und räumlich unbegrenzt bei Bärenklau Exklusiv.

 

Inhaltsverzeichnis

Impressum 

Das Buch 

Früher oder später bei der Almliesl 

1. Kapitel 

2. Kapitel 

3. Kapitel 

4. Kapitel 

5. Kapitel 

6. Kapitel 

7. Kapitel 

8. Kapitel 

9. Kapitel 

10. Kapitel 

11. Kapitel 

12. Kapitel 

Von Amanda Partz und Marten Munsonius sind weiterhin erhältlich: 

 

Das Buch

 

 

 

 

Miriam verbringt einen unbeschwerten Sommer auf der Almlisl. Schon immer hat sie die Berge und den Gastwirtschaftsbetrieb ihrer Eltern geliebt. So sehr, dass sie ihn am liebsten eines Tages selbst übernehmen würde. Dieses Privileg genießt jedoch ihre ältere Schwester Julia, die darüber nicht unbedingt glücklich ist.

Sehr zu Miriams Leidwesen will Julia auch noch Elias heiraten. Einen jungen Mann, zu dem sie sich selbst schon lange hingezogen fühlt. Doch alles scheint fest geplant, bis ein Todesfall das Leben der gesamten Familie für immer verändert …

 

 

***

Früher oder später bei der Almliesl

 

Amanda Partz & Marten Munsonius

 

 

 

1. Kapitel

 

»Ahh … was für ein herrlicher Morgen!« Die achtzehnjährige Miriam streckte die Arme gen Himmel und atmete die frische Bergluft ein.

Obwohl sie schon ihr ganzes Leben hier verbracht hatte, wurde sie des Anblickes nie müde. Malerisch zogen die Berge sich hinter der kleinen Hütte entlang, zwischen ihnen erstreckten sich Wälder und Wiesen von schier unendlicher Weite und auf diesen grasten die Weidekühe. Von weit her drang das sanfte Rauschen eines Baches an ihr Ohr, was Miriam noch immer faszinierte. Inzell lag immer noch mindestens eineinhalb Kilometer entfernt und trotzdem hörte sie das Wasser, als befände es sich direkt vor ihr.

Im Winter wie im Sommer bestach die Landschaft durch ihre unvergleichliche Schönheit und Harmonie. Berge und endlose Wege, die zum Wandern, Bergsteigen oder auch Entspannen einluden. Schon oft hatte Miriam Urlauber sprechen hören, dass hier die Seele zur Ruhe kommen würde. Diese Aussage konnte Miriam zu hundert Prozent bestätigen. Obwohl die Arbeit zum großen Teil hart und die steilen Wege beschwerlich waren, herrschte hier doch ein Frieden, den man in der Stadt vergeblich suchte. Selbst im Winter trauerte niemand den Sommertagen nach, sondern man erfreute sich an der Schönheit des Winters und nutzte sie zum Beispiel, um die Skier aufzupacken. Was jedes Mal ein besonderer Genuss war, selbst wenn man bei einer Abfahrt mal stürzte.

Lag es an der zum großen Teil unberührten Natur? Wahrscheinlich. Selbstverständlich gab es auch hier Autos und Lastwagen, aber dennoch schien die Zeit in den Bergen in gewisser Weise stehengeblieben zu sein. Die Alten behaupteten stets, dass Gott einen besonderen Segen über die Berge gesprochen habe, aber da Miriam nicht gläubig war, hielt sie davon sehr wenig.

Das junge Mädchen lächelte. Schon oft hatte man sie gefragt, ob sie nicht langsam ihr Elternhaus und damit die Gegend verlassen wolle. Schließlich sei Miriam langsam alt genug, um die weite Welt zu entdecken und neue Eindrücke zu sammeln. Das stimmte ohne Zweifel und ihre Eltern hatten ihr diese Möglichkeit auch schon mehrfach geboten. Auch mit vielversprechendem Ziel, denn Miriam war nicht nur ein fleißiges, sondern auch ein wissbegieriges junges Mädchen. Gepaart mit hoher Intelligenz führte es dazu, dass ihr jetzt – kurz vor dem Abitur – sprichwörtlich alle Türen offenstanden. Sie konnte werden, was sie wollte und doch … Miriam strich sich ihre langen schwarzen Haare aus dem Gesicht und ging in das Zimmer hinein, um sich anzuziehen.

Das Seltsame daran war, sie wollte es nicht. Zumindest noch nicht. Das junge Mädchen liebte das geschäftige und dennoch auf seine Art und Weise ruhige Leben in den Bergen. Zwar war Inzell nicht groß, beileibe nicht und dennoch gab es alles, was die Menschen zum Leben brauchten. Für die Handwerker gab es immer Reparaturen unterschiedlicher Art, die Hotels waren inner- und außerhalb der Saison stets gut besucht. Gerne von Urlaubern, aber auch von Sportlern, die sich in den Bergen auf die nächsten Turniere vorbereiteten. Ob Winter oder Sommer, diese Leute gab es immer und nicht selten bekam Miriam die Chance, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, wenn die jungen Männer und Frauen in aller Herrgottsfrühe am Grundstück ihrer Eltern vorbeiliefen. Manchmal gelang es ihr sogar, ihnen ein wenig Milch oder Brot anzubieten.

Die Landwirte hatten immer gut zu tun, sei es auf dem Hof selbst oder mit den Tieren, die sie teilweise bis hoch in die Berge trieben. Dieser Tradition war zum Glück bis heute erhalten geblieben, obwohl die Jungen sich langsam, aber sicher immer mehr dagegen entschieden.

Miriam kicherte, während sie in Jeans und Pullover schlüpfte, um in der Küche das Frühstück vorzubereiten. Zwar waren Kleider eher nach ihrem Geschmack, aber für die täglichen Arbeiten im Haushalt und vor allem in der Wirtsstube Die Almlisl, die sich schon seit fünf Generationen in Familienbesitz befand, war es einfach bequemer. Obwohl über die Anfänge sich langsam der Staub des Vergessens gelegt hatte, führten ihre Eltern den Schankbetrieb mit viel Disziplin und noch mehr Herz immer weiter und wie die Ahnen vor ihr. Eine Leidenschaft, die Miriam durchaus teilte.

Lächelnd band das junge Mädchen sich die schneeweiße Schürze um und musste schmunzeln. Lange würde das Kleidungsstück seine Farbe nicht behalten, so viel stand fest. Auf schnellen Füßen machte Miriam sich auf den Weg in die Küche. Noch niemand da. Sie begann damit, abzuwaschen, aufzuräumen und anschließend Gemüse zu putzen, denn die Wirtsstube öffnete erst um elf Uhr und bot einen von vielen Besuchern geschätzten Mittagstisch an. Dabei unterschied Die Almlisl sich von vielen anderen Wirtsstuben, die auch ein Frühstück oder internationale Gerichte anboten.

Aber davon wollte Vater Michael nichts wissen. Er war ein Verfechter der traditionellen deutschen Küche und hielt nichts von Veganismus oder ähnlichen neumodischen Ernährungsformen.

»Das sollen andere tun, wenn es ihnen Spaß macht.« Ein Lachen folgte stets seinen Worten. »Aber nicht bei uns.«

Einerseits bewunderte Miriam die Einstellung ihres Vaters, denn sie zeugte von großer innerer Stärke. Auch hielt sie selbst nicht viel davon und freute sich jedes Mal über ein Steak oder auch frische Kuhmilch, aber konnte man sich den neuen Trends wirklich auf Dauer verschließen? Die Frage aller Fragen, zumal die Konkurrenz nicht schlief, sondern mit jedem Tag stärker wurde.

Mit einer Kopfbewegung verscheuchte Miriam die sich einschleichenden trüben Ahnungen. Noch mussten sie sich keine Sorgen machen und sollte es irgendwann dazu kommen, konnte man sich noch immer Gedanken machen oder ein anderes Konzept erstellen. Die Almlisl war eine Wirtsstube, die schon alle möglichen Krisen und Neuerungen gemeistert hatte, ohne dabei sich selbst zu verlieren. Dann sollte das hier doch kein Problem sein.

»Miriam?«

Die Angesprochene drehte sich um und sah ihre Mutter in der Türe stehen. Auch sie war in ihre Arbeitskleidung geschlüpft und lächelte ihre Tochter freundlich an. Sarah war Mitte vierzig, was man ihr äußerlich kaum ansah. Lediglich ein paar silberne Strähnen zogen sich durch das eigentlich pechschwarze Haar, das Miriam ohne Zweifel von ihr geerbt hatte.

»Guten Morgen, Mutter.« Sie küsste ihre Wange und wunderte sich, wie kalt ihre Haut schien. »Hast du gut geschlafen?«

»Ja.« Wie zur Bestätigung gähnte Sarah herzhaft und streckte sich, sodass Miriam grinsen musste. »Nur leider ein wenig zu kurz.«

Das junge Mädchen verdrehte die Augen. »Wir hatten doch vereinbart, dass du ausschlafen sollst. Deine Erkältung ist noch immer nicht ganz auskuriert und trotzdem arbeitest du wie ein Pferd.«

Miriam gab sich alle Mühe, ihrer Stimme einen bestimmenden Klang zu geben, obwohl sie ihre Mutter gut verstehen konnte. Zum einen gab es immer viel zu tun, sodass jede Hand gebraucht wurde, und außerdem konnte Sarah genauso wenig irgendwo sitzen und Däumchen drehen wie Miriam selbst. Wieder ein Charakterzug, den sie von ihrer Mutter geerbt hatte. Trotzdem … sie machte sich Sorgen.

»Wo sind eigentlich Julia und Leonie? Könnten sie nicht einen Teil deiner Arbeit übernehmen?«

»Julia ist schon in die Stadt gefahren, um unsere Bestände aufzustocken. Du weißt, es stehen drei Feiern an, da habe ich lieber etwas mehr im Haus.«

Miriam verzog das Gesicht. Es würde sie doch sehr wundern, wenn ihre große Schwester wirklich nur in die Stadt fahren würde, um einzukaufen. Vielmehr glaubte Miriam, dass Julia die Zeit nutzte, um noch einmal bei Elias, ihrem Verlobten, vorbeizuschauen. Da ein inniges Verhältnis vor der Hochzeit nicht so gerne gesehen wurde, suchten die beiden, wann immer es möglich war, stets ihre geheimen Schlupflöcher auf, um Zeit miteinander zu verbringen.

Miriam nahm es ihnen nicht übel, obwohl sie Julia manchmal ein wenig beneidete. Nicht um Elias an sich, der junge Mann war beileibe nicht ihr Typ. Aber manchmal sehnte sie sich auch nach jemandem, mit dem sie bestimmte Dinge teilen konnte. Ihre Familie war super, daran bestanden keine Zweifel, aber eben nicht für alles gemacht.

Als Miriam merkte, dass ihre Mutter auf eine Antwort wartete, nickte sie, auch wenn sie diese Ansicht nicht unbedingt teilte. Bis jetzt hatte diese Vorratswirtschaft mehr oder weniger dazu geführt, dass sie am Ende zu viel hatten und sich den Rest des Jahres keine Gedanken mehr um Tischdecken oder Servietten machen mussten. Zum Glück reichte der Platz aus. Und außerdem war diese Kopfbewegung hervorragend geeignet, sich damit kurz zu beschäftigen und die aufkommenden Gedanken zu vertreiben.

»Und Leonie? Wo ist sie?« Miriam ließ ihren Blick umherschweifen, konnte ihre jüngere Schwester aber nirgends entdecken.

»Ach, du kennst sie doch. Sie wird noch schlafen oder aber Musik hören, bis der Arzt kommt.« Die Mutter lachte, obwohl Miriam meinte, einen traurigen Unterton wahrzunehmen.

Die ganze Familie war nicht unbedingt glücklich darüber, dass Leonie als Einzige aus der Reihe tanzte und sich überhaupt nicht für die Familientradition oder das Leben in den Bergen begeistern konnte. Alle, Miriam eingeschlossen, hätten es gerne gesehen, wenn die Jüngste ein wenig Begeisterung für die Arbeit in der Wirtsstube gezeigt hätte, obwohl … vielleicht kam das noch. Schließlich war die Jüngste gerade einmal dreizehn Jahre alt und das war ein schwieriger Lebensabschnitt, in dem man erst mal zu sich selbst finden musste. Obwohl sie alle hofften, dass die Pubertät schnell vorüber sein würde – bis jetzt deutete alles auf das genaue Gegenteil hin. Und niemand schien ihrer Launen Herr werden zu können.

 Deswegen unterbrach das junge Mädchen kurz ihre Arbeit, entschuldigte sich bei der Mutter, ging, nicht gerade leise, zum Zimmer ihrer jüngsten Schwester und riss die Tür auf.

»Aufstehen, Schlafm…« Weiter kam sie nicht, denn ihre kleine Schwester schlief gar nicht mehr, sondern saß stattdessen mit ihrem Laptop am Schreibtisch und schien sich mit irgendjemandem per Internet zu schreiben.

Miriam stieß einen kaum hörbaren Seufzer aus. Zwar war sie beileibe nicht technikfeindlich, im Gegenteil, ihre Familie wusste die modernen Kommunikationsmittel sowohl im Betrieb als auch privat zu schätzen. Aber bei Leonie schien es sich langsam aber sicher zu einer regelrechten Sucht zu entwickeln. Schon oft hatte Miriam ihre kleine Schwester dabei beobachtet, wie sie bis weit nach Mitternacht vor dem Computer hockte und sie bezweifelte, dass es sich dabei um ein Schulprojekt oder Ähnliches handelte. Sehr gern hätte das junge Mädchen Leonie darauf angesprochen, unterließ es doch jedes Mal. Jetzt, in der Hauptsaison und mit Julias Hochzeit hatte die Familie ausreichend zu tun, da brauchte es keinen Streit mit Leonie, andererseits …

»Guten Morgen, Leonie«, sagte sie streng, nahm von dem Kosenamen Schwesterchen gewollt Abstand und stemmte die Hände in die Hüften. »Du hast das Frühstück versäumt und das, obwohl ich deinen Magen bis hierher knurren höre. Außerdem solltest du lieber in der Wirtsstube helfen anstatt vor dem Bildschirm zu sitzen. Julias Hochzeit steht bald vor der Tür, das weißt du ganz genau.«

Miriam rang ein wenig um Atem. Sie war es nicht gewöhnt, jemandem die Leviten zu lesen, und tat dies auch nicht gerne. Doch in diesem Fall schien es bitter nötig zu sein. Beim Gedanken an ihre Mutter, die sich trotz offensichtlich angeschlagener Gesundheit unten in der Küche abplagte, wurde sie regelrecht wütend. Auch, weil Leonie so tat, als hätte sie die Worte überhaupt nicht wahrgenommen, im Gegenteil, sie starrte wie ein Zombie auf den Laptop und schien sogar noch ein wenig schneller zu tippen. Schließlich platzte Miriam der Kragen, sie ging in das Zimmer hinein und packte ihre Schwester leicht an der Schulter.

»Hättest du die Güte, mir mal zuzuhören? Ich sagte, du wirst in der Küche gebraucht. Mutter fühlt sich nicht wohl und braucht Unterstützung.«

»Boah … nerv nicht«, entgegnete Leonie und schnitt eine Grimasse, drehte sich aber immerhin nach der großen Schwester um. »Ich habe etwas Wichtiges zu tun.«

Miriam warf einen flüchtigen Blick auf den Bildschirm und stellte fest, dass es bei den Gesprächen dort eher ums Flirten (und nicht um sexuelle Vorlieben) als ums Arbeiten ging, und musste ein wenig schmunzeln. Solche Ausreden hatte sie auch einfallen lassen, als sie in Leonies Alter gewesen war und sich vor der Arbeit drücken wollte. Aber heute waren die Dinge anders; dass ihre Mutter sich trotz ihrer Erkältung so dermaßen anstrengte, um die Gäste und vor allem Julia nicht zu enttäuschen, gefiel Miriam überhaupt nicht. Der Arzt hatte schon vor längerer Zeit gemeint, dass ihre Eltern ein wenig mehr auf sich achten und Krankheiten besser auskurieren sollten.

»Verschleppte Infektionen sind kein gutes Mittel«, hatte er immer wieder gesagt, stieß bei Michael und Sarah aber auf taube Ohren.

»Die Arbeiten in der Wirtsstube erlauben keine Pause und wir können es uns nicht leisten, faul im Bett zu liegen.«

Das stimmte nur teilweise und für gewöhnlich bewunderte Miriam den Ehrgeiz ihres Vaters, aber ein Teil von ihr bekam es langsam mit der Angst zu tun. Sarahs Erkältung schien mit jedem Tag schlimmer zu werden und sie gönnte sich kaum fünf Minuten, um sich hinzusetzen und eine heiße Zitrone zu trinken.

»Du kannst den Jungs sagen, dass du später wiederkommst. Mutter braucht jetzt Hilfe in der Küche. Es geht ihr nicht gut, also auf, also los!«

Bevor Leonie reagieren oder protestieren konnte, drückte Miriam ihr eine Schürze in die Hand und schaltete den Computer aus.

»Menno … das ist so langweilig und öde. Warum hilfst du ihr nicht, wenn es dir so wichtig ist? Wieso muss ich immer …?«

Weiter kam sie nicht, da Miriam ihr das Wort abschnitt. »Weil wir ein Familienbetrieb sind und du nun einmal dazugehörst. Ob es dir gefällt oder nicht! Und bevor du wieder sagst, ich soll alles machen … das sollte so nicht sein! Nun, ich muss die Wanderungen für die Gäste organisieren. Elias ist bereits auf dem Weg hierher, da kann ich nicht auch noch in der Küche stehen, verstehst du?

---ENDE DER LESEPROBE---