Für mich bestimmt - Lynn Tyler - E-Book

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Lynn Tyler

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Beschreibung

Chris Towns ist überarbeitet und einsam. Als der einzige Betawolf im Fraser Lake Rudel und Miteigentümer eines neu gegründeten Unternehmens hat er kaum genug Zeit zu schlafen, ganz zu schweigen davon, eine Beziehung zu führen. Bis eine simple Fahrt zum Flughafen alles ändert. Als der Adlerälteste Rylan Blake in Fraser Lake landet, ist er darauf eingestellt, einen kranken Adler zu behandeln. Das Letzte, was er erwartet, ist eine Romanze, besonders da er sich nie zuvor zu jemandem hingezogen gefühlt hat. Gerade als Chris und Rylan anfangen, sich ihrer Gefühle füreinander bewusst zu werden, geschieht eine Tragödie und erinnert sie beide daran, warum es eine so schlechte Idee war, sich ineinander zu verlieben. Kann Liebe wirklich alles überwinden? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 43.300 Wörter

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

ÜBER LYNN TYLER

LESEPROBE:

Für mich bestimmt

Chris Towns ist überarbeitet und einsam. Als der einzige Betawolf im Fraser Lake Rudel und Miteigentümer eines neu gegründeten Unternehmens hat er kaum genug Zeit zu schlafen, ganz zu schweigen davon, eine Beziehung zu führen. Bis eine simple Fahrt zum Flughafen alles ändert.

Als der Adlerälteste Rylan Blake in Fraser Lake landet, ist er darauf eingestellt, einen kranken Adler zu behandeln. Das Letzte, was er erwartet, ist eine Romanze, besonders da er sich nie zuvor zu jemandem hingezogen gefühlt hat.

Gerade als Chris und Rylan anfangen, sich ihrer Gefühle füreinander bewusst zu werden, geschieht eine Tragödie und erinnert sie beide daran, warum es eine so schlechte Idee war, sich ineinander zu verlieben.

Kann Liebe wirklich alles überwinden?

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.

Länge: rund 43.300 Wörter

LYNN TYLER

Für mich bestimmt

Das Fraser Lake-Rudel 2

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „Mine to Keep“:

Lynn Tyler

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2018

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

Übersetzt von: Jutta E. Reitbauer

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Kapitel 1

Papierkram ging Tristan gewaltig auf den Sack, und nicht auf die gute Art.

Der Einzige, der ihm auf gute Art auf und an seinen Sack ging, war Jake, und der war gerade auf seiner täglichen Laufrunde durch den Wald.

Tristan hegte große Hoffnungen, bis zum Ende des Jahres die Finanzen des Fraser Lake Rudels wieder in die schwarzen Zahlen zu bekommen. Leider sah es so aus, als ob Chris und er sich mindestens weitere eineinhalb Jahre den Arsch aufreißen müssten, bevor sie irgendwelche Resultate sahen.

Und dann waren da noch die Rudelmitglieder selbst. Bobby und seine Leute mochten tot oder verbannt sein, aber das hatte den Rest nicht davon abgehalten, gelegentlich seine Autorität infrage zu stellen. Er schrieb es der Tatsache zu, dass er für einen Alpha extrem jung war, aber die ständige Herausforderung, sich beweisen zu müssen, war anstrengend.

Die Natur draußen rief ihn und lockte ihn mit dem Duft von Äpfeln und frischem Herbstlaub. Die wilden Flüsse waren voll laichender Lachse, und die Brise enthielt vermutlich eine Spur Schärfe.

Und draußen gab es Jake.

Pfeif drauf. Die Unterlagen würden nicht auf magische Weise Beine bekommen und weglaufen, selbst wenn er sich das wünschte. Nichts Dramatisches würde passieren, wenn er sie weglegte und sich eine Stunde oder zwei Zeit nahm, um mit seinem Gefährten zu spielen.

Er nahm sein Handy und tippte eine Nachricht an seinen Beta. Bin ein paar Stunden draußen unterwegs. Kannst du dich um alles kümmern?

Irgendwie fühlte er sich schlecht. Chris machte schon viel mehr, als er in seiner Stellung als Tristans Beta überhaupt sollte. Normalerweise teilten sich zwei Leute diese Position. Trotz seiner Suche war er nicht in der Lage gewesen, jemanden zu finden, der stark genug war, jemanden, dem er ausreichend vertraute, um diese Rolle zu übernehmen, also blieb Chris nichts anderes übrig, als alles alleine zu machen.

Kühle Luft strich über Tristans Haut, als er sein Shirt auszog. Gerade als er den Knopf seiner Jeans öffnete, hörte er sein Handy zirpen. Natürlich. Bin gleich bei dir. Viel Spaß.

Als Tristan das Handy weglegte, knarrte die Tür zu seinem Arbeitszimmer, und ein riesiger Tiger trottete herein. Es hatte den Anschein, als müsste Tristan nicht weit laufen, um spielen zu können.

Großer Gott, sein Gefährte war einfach umwerfend.

Er lächelte Jake an, als dieser näher schlenderte und die Tür mit einem Schlag seines Schwanzes schloss.

„Hey, Kätzchen“, raunte er und bemühte sich, eine ernste Miene aufzusetzen. Obwohl Jake behauptete, dass er den Spitznamen hasste, strahlte er jedes Mal, wenn Tristan ihn benutzte. Alle anderen bekämen dafür mit sehr großen Krallen einen Schlag ins Gesicht.

Die Katze schnurrte und rieb ihren großen Kopf an der empfindlichen Haut von Tristans Bauch.

Er stöhnte und kratzte Jake hinter den Ohren. „Das wird einer dieser Nachmittage, nicht wahr?“

Vorfreude durchflutete ihn, und sein Penis zuckte interessiert.

Jake legte den Kopf schief, machte einen Schritt zurück und schnaubte.

Vielleicht auch nicht.

Die Muskeln unter Jakes glattem Fell warfen Wellen und verzogen sich, als er sich in seine menschliche Gestalt verwandelte. Bald kniete ein nackter Mann zu Tristans Füßen und keuchte vor Anstrengung.

Da Tristan wusste, wie empfindlich Jake direkt nach einer Verwandlung war, ließ er sich neben ihm auf die Knie fallen und streichelte seinen Rücken, wobei seine Finger die Haut des Mannes kaum berührten.

Jake erholte sich von einer Verwandlung immer viel schneller als Tristan. Er behauptete, es hatte etwas mit der Tatsache zu tun, dass er unterwürfig war. Was auch immer der Grund war, nach nur wenigen Minuten ging es ihm wieder hervorragend. Was absolut erstaunlich war.

Der Ausdruck auf Jakes Gesicht war alles andere als Lust. Seine Augenbrauen waren zusammengezogen, die Lippen zusammengekniffenen und die Nase kräuselte sich leicht.

„Was ist los?“, fragte Tristan und strich mit einer Fingerspitze über die Augenbraue seines Gefährten.

Erneut schnaubte Jake, warf sich Tristan praktisch entgegen und vertraute dem Alpha, dass dieser ihn nicht fallen lassen würde. „Ich kann einen Freund von mir nicht finden und fange an, mir Sorgen zu machen.“

Im Kopf ging Tristan die Liste der Rudelmitglieder durch, die Jake als seine Freunde betrachtete. Der Tiger neigte dazu, sich im Hintergrund zu halten, obwohl die meisten der Wölfe sich darin überboten, sich um den unterwürfigen Tiger zu kümmern. Jake war nie sicher, ob die Rudelmitglieder ihn um seiner selbst willen mochten oder nur das Gefühl, dass ein zufriedener, unterwürfiger Gestaltwandler ihnen vermittelte. Das machte die Liste derer, die er wirklich als Freunde betrachtete, recht kurz.

„Mir fällt keiner ein, der abgängig ist.“

„Er ist kein Rudelmitglied. Er ist ein Adlerwandler. Ich habe ihn jetzt schon seit fast einer Woche nicht mehr gesehen.“

„Adlerwandler?“ Tristan blies die Backen auf, ehe er den nächsten Atemzug entweichen ließ, und überlegte angestrengt. „Das letzte Mal, als ich nachgesehen habe, hat es hier keine Adlerwandler gegeben.“

„Was?“ Jake löste sich von ihm und starrte ihn mit offenem Mund an. „Bist du sicher?“

Sanft schob Tristan seinen Gefährten zurück, setzte sich an seinen Computer und öffnete eine private Webseite, die unterschiedliche Wolfsrudel benutzten, um Informationen auszutauschen. Erst vor kurzem war sie mit Details zu Tigerrudeln und Adlerschwärmen upgedatet worden.

Er überflog die Seite und scrollte ganz hinunter. „Diesen Infos nach gibt es keine Schwärme außerhalb von Ontario, was merkwürdig ist, da BC ein Paradies für normale Adler ist.“

Jake beugte sich über seine Schulter, und da Tristan einen Hocker an seinem Schreibtisch benutzte, drückte sich jeder einzelne heiße, nackte Zentimeter der Brust seines Gefährten an seinen Rücken. Das machte ihm die Konzentration wirklich schwer. Doch er würde Jake nicht bitten zurückzuweichen, schon gar nicht, als die Katze die Arme locker um seinen Hals legte und sich an ihn schmiegte.

„Wann wurde das das letzte Mal upgedatet? Vielleicht hat sich ein Schwarm erst danach hier angesiedelt.“

Weitere Recherche enthüllte, dass die Webseite erst vor einer Woche upgedatet worden war.

„Das ergibt keinen Sinn“, sagte Jake und löste sich von Tristan, was trotz der noch immer warmen Temperaturen Kälte auf seinem Rücken hinterließ. „Ehrlich, Tris, ich habe mit ihm fangen gespielt, seit ich hergekommen bin. Ich weiß nicht, woher er stammt, aber ich habe bis letzte Woche jeden Tag mit ihm gespielt, ich schwöre es.“

Jake plapperte vor sich hin, und Jake plapperte nur, wenn er wegen etwas nervös war.

„Warum bist du so nervös?“, fragte Tristan.

Der Tiger blinzelte ihn an und errötete. „Ich war nicht sicher, ob du mir glaubst, besonders da du gesagt hast, dass es hier keine Adler gibt.“

Tristan drückte die Schulter seines Gefährten. „Danke, dass du mir gesagt hast, was dich beunruhigt. Ich glaube dir. Es spielt keine Rolle, was diese Webseite sagt. Falls dein Freund abgängig ist, dann sollten wir draußen nach ihm suchen.“

Jake schloss die Augen und atmete langsam durch die Nase, und bei der Erleichterung, die von ihm ausging, tat Tristan das Herz weh. Obwohl Jake gesagt hatte, dass er ihm verziehen hatte und ihn liebte, wusste Tristan, dass er sich noch eine ganze Weile lang anstrengen musste, bevor Jake ihm wieder völlig vertraute.

Er schüttelte seine Melancholie ab und zog den Rest seiner Klamotten aus. „Ich kann Gerüche in meiner Wolfsgestalt besser verfolgen“, sagte er für den Fall, dass Jake den falschen Eindruck bekam.

„Ich weiß. Aber ich werde in meiner menschlichen Gestalt bleiben, falls wir ihn zurücktragen müssen. Ich zieh mir nur schnell etwas an.“

Tristan sah ihm hinterher. Bei jedem Schritt zogen sich die Muskeln in Jakes Hintern zusammen und entspannten sich wieder. Tristans Schwanz, der während ihrer Unterhaltung weich geworden war, richtete sich sofort wieder auf. Erregung strömte durch ihn, und er musste sich ins Gedächtnis rufen, dass sie nach einem möglicherweise verletzten Gestaltwandler suchen mussten und er nicht seinem Liebhaber nachlaufen durfte.

„Ich kann das riechen“, rief Jake.

„Kann nichts dagegen tun“, erwiderte Tristan.

Als Jake zurückkehrte und dabei das Shirt in die Hose steckte, hatte sich Tristan bereits verwandelt und wartete geduldig vor der Tür.

Jake blieb neben ihm stehen und lächelte auf ihn hinab. „Danke, dass du das für mich tust. Habe ich dir in letzter Zeit gesagt, dass ich dich liebe?“

Tristans Brust schwoll vor Dankbarkeit und Zuneigung an. Dass dieser Mann ihn nach all den dämlichen Dingen, die er getan hatte, liebte, war ein absolutes Wunder. Ab und zu wachte er noch immer mit einem kalten Knoten in der Brust auf und geriet bei dem Gedanken, dass Jake ihn wieder verlassen könnte, in Panik. Doch Jake war immer da, direkt neben ihm, um ihn zu trösten und zu beruhigen.

Da er nicht in der Lage war, verbal mit einer Liebesbekundung zu antworten, richtete sich Tristan auf den Hinterläufen auf und legte die Pfoten auf Jakes Schultern. Drei Sekunden lang starrte er in diese wunderschönen Augen, bevor er über Jakes Wange leckte.

„Ihh“, jammerte Jake und drückte ihn wieder hinunter. „Hundespucke.“

Hundespucke? Das hatte Jake zu seiner Darstellung wölfischer Liebe zu sagen?

Er ließ sich auf den Boden fallen und legte die Vorderpfoten auf die Schnauze. Mit großen Augen blickte er zu Jake hoch und hoffte, ihn von seiner Aufrichtigkeit zu überzeugen.

Der Mann stieß ein Lachen aus und beugte sich hinunter, um ihm über den Kopf zu streicheln. „Ich mache nur Witze. Ich weiß, dass du mich auch liebst.“

Jake schaffte es immer wieder, dass Tristan sich wie ein verliebter Welpe fühlte. Er sprang auf, winselte und lief in Kreisen um seinen Gefährten.

„Ja, ja“, sagte Jake mit einem Lächeln. „Ich verstehe.“

Die Tür ging auf, und Chris steckte den Kopf herein. „Tut mir leid, dass es so lange gedauert hat. Ich musste zuerst noch eine Telefonkonferenz beenden …“ Die Worte des Betas verklangen, als er sich ansah, was sein Alpha gerade aufführte. „Was ist hier los?“

„Tris hat nur eine seiner Phasen“, erwiderte Jake.

„Okay. Nun, ich habe gedacht, dass er zusammen mit dir in den Wald geht. Bin ich zu spät?“

Tristan hörte auf herumzulaufen, stellte sich neben Jake und erinnerte sich plötzlich wieder an den Grund, warum sie nach draußen gingen.

„Nein“, antwortete Jake und legte die Hand zwischen Tristans Ohren. „Wir müssen noch einmal los. Danke fürs Kommen.“

Chris zuckte mit den Schultern. „Sein Arbeitszimmer ist genauso gut wie meines, schätze ich. Viel Spaß.“

Tristan führte Jake hinaus und wartete geduldig darauf, dass dieser die Tür hinter ihnen schloss. Er hoffte, dass sie Spaß haben würden. Er betete, dass sie Jakes Freund gesund und munter vorfinden würden.

Denn er hatte keine Ahnung, was er mit einem kranken oder verletzten Adler tun sollte.

* * * * *

Eine kühle Brise strich über sie hinweg, als sie durch den Wald spazierten, und brachte das Wissen, dass es fast Herbst war.

Tristan lief voran, und seine großen Pfoten bewegten sich nahezu lautlos auf dem Waldboden. Jake ging hinter ihm und ließ seinen prüfenden Blick über die Äste schweifen.

Sie waren ungefähr eine Viertelstunde lang unterwegs, als Tristan sich umdrehte, ihn mit schiefgelegtem Kopf ansah und die Zunge aus dem Maul hängen ließ.

Jake lächelte. „Was ist?“

Der Wolf machte eine ruckartige Bewegung mit seinem Kopf, die Jake als Forderung nach weiteren Informationen interpretierte.

„Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht viel über ihn … Nicht einmal seinen Namen. Wie ich schon gesagt habe, er nähert sich mir nur in seiner Adlergestalt. Ich habe keine Ahnung, wo er lebt.“

Tristan neigte den Kopf und schnaubte.

Jake war kein Wolf, und obwohl er der Gefährte des Alphas war, würde er nie ein Teil des Rudelbewusstseins sein. Allerdings kannte er Tristan gut genug, um genau zu wissen, was dieser ihn stumm fragte. „Ich habe dir nichts von ihm erzählt, weil ich angenommen habe, dass es in der Nähe einen Schwarm gibt. Es tut mir leid.“

Sein Gefährte winselte und sah ihn so eindringlich an, dass Jake kein Problem hatte zu verstehen, dass Tristan ihm mitteilen wollte, dass er sich für nichts entschuldigen musste.

„Danke“, sagte er und bekam als Antwort einen Schubs mit dem Kopf und eine leckende Zunge auf seiner Hand.

Er schwieg erneut, als Tristan damit weitermachte, den Boden abzuschnüffeln. „Normalerweise spielen wir etwas weiter weg von hier. Vielleicht kannst du dort seinen Geruch aufnehmen.“

Zehn Minuten später erstarrte Tristan, und ein leises Knurren löste sich aus seiner Brust. Jake konnte die Frage darin hören. Er schloss die Augen, machte einen langen Atemzug und konzentrierte sich darauf, die unterschiedlichen Gerüche im Wald voneinander zu trennen.

Ja, da. Ein schwacher Hinweis auf einen Adlerwandler. „Das ist er.“

Der Wolf bewegte seinen Kopf auf und ab, schritt langsam vorwärts und überprüfte offensichtlich das Gebiet nach der Richtung der Duftspur.

Jake wartete so geduldig, wie er konnte. Er hoffte, dass sein Gefährte etwas fand, egal was, um ihm zu helfen, seinen Freund zu finden.

Tristan umrundete den Bereich einige Male, ehe er sich für eine Richtung entschied. Jake folgte ihm, und seine Sorge um den Adler nahm zu. Etwas an der Art, wie Tristans Wolf sich benahm, ließ ihn nervös werden, auch wenn er nicht genau sagen konnte warum.

Als nach ein paar Minuten der Gestank von Krankheit in seine Nase drang, begriff er. „Warte.“

Seinem Alpha Befehle zu erteilen, war etwas, was Jake noch nie getan hatte. Er hatte keine Angst vor Tristans Reaktion, nicht wo sein Gefährte sich alle erdenkliche Mühe gab, um seine Liebe zu beweisen, aber die Macht seines Befehls überraschte selbst ihn.

Der Wolf hielt inne und drehte sich mit einer deutlichen Frage in seinen Augen zu ihm um.

Jake ließ sich auf die Knie fallen und umfasste den Kopf des Alphas mit beiden Händen. „Ich erkenne den Geruch dieses Virus, da ich einmal das Waisenhaus der Adler besucht habe. Justin hat mir gesagt, dass es für Vogelwandler tödlich sein kann, wenn es nicht rechtzeitig behandelt wird. Das Virus kann nicht auf Tiger übergreifen, aber ist es ansteckend für Wölfe?“

Denn wenn es das war, würde er diese Suche sofort abbrechen. Auf keinen Fall würde er zulassen, dass sich sein Gefährte mit einer Krankheit ansteckte, besonders nicht mit einer so tödlichen. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass er sich um ein ganzes Rudel Sorgen machen musste. Falls nötig, würde er sich hier im Wald allein um den Adler kümmern.

Zum Glück schnaubte Tristan einmal, drückte den Kopf an Jakes Hals und versicherte ihm dadurch, dass er genau wusste, was er tat.

„Gut“, sagte Jake. „Dann such weiter.“

Der Wolf lief wieder los, und Jake folgte ihm und rümpfte die Nase, als der Gestank von Krankheit stärker wurde.

Der Geruch konzentrierte sich auf den unteren Teil eines riesigen Baumes. Tristan drückte die Schnauze auf den Boden und trottete einmal um den Stamm herum, ehe er leise winselte.

Da, in einer Grube zwischen den dicken Wurzeln des Baums, lag sein Freund. Wie immer befand er sich in seiner tierischen Gestalt. Er zitterte, und es hatte den Anschein, als wäre er kaum bei Bewusstsein.

Tristan stupste den Vogel mit der Nase an und wich zurück, als dieser trotz seiner Schwäche drohend mit dem Schnabel klapperte.

Der Vogel schlug mit den Flügeln und versuchte, den Wolf mit Krallen und Schnabel zu erwischen, bis sich Jake zwischen sie schob. Er benutzte die gleiche, ruhige Stimme, mit der er die Welpen des Rudels beruhigte, wenn sie voller Angst vor einem Gewitter zu ihm kamen. „Hey.“

Der Adler hielt still und brach fast zusammen, auch wenn die Spannung in seinen Muskeln aufrecht blieb.

„Bitte hab keine Angst“, säuselte Jake. Er wagte noch nicht, die Hand auszustrecken und den Kopf des Adlers zu streicheln. Dafür schätzte er seine Finger viel zu sehr, und das arme Ding war eindeutig zu Tode erschrocken. „Der große, böse Wolf hat dich erschreckt, nicht wahr?“

Winselnd machte Tristan einige Schritte zurück, blieb aber weiterhin in der Nähe.

„Keine Sorge. Er ist mein Gefährte und wird nichts tun, um dir zu schaden.“

Mit Absicht erwähnte Jake nicht, dass Tristan auch der örtliche Alpha war. Er wusste, dass der Adler nicht um Erlaubnis gebeten hatte, im Rudelterritorium fliegen zu dürfen, und er wollte den Gestaltwandler nicht noch mehr beunruhigen.

Als der Adler nicht versuchte, ihm die Augen auszuhacken, kam er näher. „Du bist krank, nicht wahr?“

Der Adler neigte den Kopf, was Jake als Bestätigung auffasste.

So gut er konnte, ohne ihn anzufassen, untersuchte er den Vogel. „Bist du auch irgendwo verletzt?“

Langsam drehte der Adler den Kopf zuerst nach links, dann nach rechts.

Nicht verletzt. Zumindest eine gute Nachricht.

Eine warme, starke, definitiv menschliche Brust drückte sich an Jake. Tristan schlang die Arme um seine Taille und legte das Kinn auf Jakes Schulter. „Hast du deinen Schwarm verlassen, weil du niemanden anstecken wolltest?“

Der Adler gab keine Antwort, stattdessen schloss er die Augen und erschlaffte.

„Scheiße“, murmelte Jake, löste sich von seinem Gefährten und kroch einige Zentimeter vorwärts. „Kumpel? Du musst Aufwachen. Du machst mir Angst.“

Der Adler öffnete ein Auge und fixierte ihn.

„Gut. Du brauchst Hilfe, und hier draußen können wir dir keine beschaffen. Dürfen wir dich mit nach Hause nehmen?“

Der Vogel öffnete beide Augen und starrte misstrauisch Tristan an, der die Hand weit genug ausstreckte, dass der Adler an seinen Fingern picken könnte. „Keine Sorge. Ich bin der Alpha des Rudels und verspreche dir, dass dir dort niemand wehtun wird.“

Stille. Jake konnte beinahe die Gedanken des Adlers hören – Scheiße. Ich wurde auf dem Territorium eines anderen Gestaltwandlers erwischt.

Langsam überbrückte Tristan die Distanz zum Vogel und streichelte mit einem Finger über seinen Kopf. „Eigentlich schulde ich dir was. Jakey hat mir gesagt, dass du ihm ein guter Freund warst, besonders als er neu war und noch niemanden kannte. Bitte lass mich dir helfen, selbst wenn es nur darum geht, mich für deine Freundlichkeit meinem Gefährten gegenüber erkenntlich zu zeigen.“

Jake konnte nicht verhindern, dass er die Augen verdrehte, obwohl er zugeben musste, dass es eine gute Strategie war.

Zum Glück schien der Adler Tristans Worte zu akzeptieren und neigte erneut den Kopf.

„Danke“, sagte Tristan. Er setzte sich auf die Fersen. „Jake wird dich tragen. Ist das okay?“

Ein weiteres Mal nickte der Vogel, und vorsichtig hob Jake ihn an seine Brust. Sobald sich seine Arme sicher um den kranken Gestaltwandler gelegt hatten, stand er auf und bewegte sich so langsam wie möglich, um seinen Freund nicht durchzuschütteln.

Die Hitze, die der Vogel ausstrahlte, erschreckte ihn. Ihm war nicht klar gewesen, dass Vögel Fieber bekommen konnten. Andererseits war der Adler ein Gestaltwandler und kein echter Vogel.

Der Weg nach Hause dauerte beträchtlich länger als erwartet, und als sie endlich ihr Zuhause erreichten, war der Adler nichts weiter als ein schlaffes Gewicht in seinen Armen.

Chris sah vom Küchentisch auf, seinen stets präsenten, riesigen Kaffeebecher neben dem Ellenbogen. Jake schüttelte den Kopf. Wenn er sich nicht solche Sorgen um seinen Adlerfreund machen würde, hätte er mit dem Beta wegen seines exzessiven Koffeinkonsums geschimpft. Wieder einmal.

„Ähm, warum hast du da einen Adler?“, fragte Chris.

„Er ist ein kranker Gestaltwandler“, antwortete Tristan. „Bringen wir ihn ins Wohnzimmer. Wahrscheinlich ist das der für ihn bequemste Ort, wo wir ihn unterbringen und im Auge behalten können. Warte kurz.“ Der Alphawolf verschwand die Treppe hoch.

Ein Schlafzimmer wäre passender, aber Tristan hatte recht. Sie mussten auf ihn aufpassen, und das war hier einfacher. Abgesehen davon wollte er nicht, dass sein Freund beim Aufwachen feststellte, dass sie ihn in ein Zimmer gesperrt hatten.

Tristan lief mit einigen Decken und Kissen auf dem Arm die Treppe hinunter und errichtete eine Art Nest auf der Couch. „Ich weiß nicht, ob das gut ist oder nicht, aber das ist das Einzige, was mir einfällt, damit er es bequemer hat.“

Der Adler rührte sich nicht, als Jake ihn auf den Deckenhaufen legte, den Tristan fabriziert hatte. Einige Minuten lang starrten sie beide den Vogel an und wussten nicht, was sie tun sollten.

Schließlich legte Tristan den Arm um Jakes Schultern und küsste ihn auf die Schläfe. „Ich weiß, dass du das wahrscheinlich nicht willst, aber ich muss Justin Blake anrufen.“

Jake verlagerte das Gewicht, sodass er sich leicht an den Wolf lehnte. Nervosität ließ ihn vibrieren. „Warum? Nach allem, was wir wissen, ist der Gestaltwandler hier, weil er aus seinem Schwarm verbannt wurde. Es könnte gefährlich für ihn sein, wenn der Rat herausfindet, wo er sich aufhält. Justins Bruder ist der einzige Älteste, und du weißt, dass er ihn sofort anrufen wird.“

Sein Alpha seufzte. „Ich weiß, Babe. Ich wünschte, ich müsste es nicht machen. Aber ich weiß nicht, was wir für ihn tun können. Du hast gesagt, dass dieser Virus für Adler tödlich sein könnte, und offensichtlich geht es ihm gar nicht gut. Ich kann ihn nicht sterben lassen in dem Wissen, dass es etwas gibt, das ich für ihn tun könnte.“

Einen Moment lang breitete sich Schweigen zwischen ihnen aus. Jake wusste, dass Tristan recht hatte, aber er wusste auch, dass sein Gefährte auf Jakes Entscheidung wartete. Er würde den Anruf nicht tätigen, bis Jake ihm das ausdrücklich erlaubte. „Okay.“

Wieder küsste Tristan ihn auf die Schläfe. „Danke, dass du mir vertraust. Ich gehe sicher, dass Justin weiß, dass dieser Adler unter meinem Schutz steht. Hoffentlich verschafft mir die Tatsache, dass er sich auf unserem Territorium befindet, eine Handhabe.“

Statt einer Antwort lächelte Jake, schlang den Arm um die Taille des Mannes und drückte ihn leicht. Als Tristan sein Handy holte, ließ sich Jake neben dem Adler auf die Couch sinken und legte seine Hand leicht auf den Rücken des Vogels. „Du kommst wieder ganz in Ordnung. Ich verspreche es.“

Kapitel 2

Großer Gott, der Flug nach BC war entsetzlich gewesen. Warum musste er in einem so riesigen Land leben? Vielleicht sollte er nach England ziehen. England war klein. Dort gab es Adler, richtig? Ein Adlerwandler sollte in der Lage sein, sich problemlos in den einheimischen Bestand einzufügen.

Rylan Blake machte sich eine geistige Notiz, zu überprüfen, ob das kleine Land über einheimische Adler verfügte, während er weiter seiner Sekretärin zuhörte.

„Rylan, hörst du mir zu?“

„Ja, ich versuche nur, aus dem Terminal zu kommen, damit ich meine Fahrgelegenheit nicht warten lasse.“

Er verzichtete darauf, ihr zu sagen, dass er auch versuchte, mit nur einer Hand Koffer, Aktentasche, Laptop und Sporttasche zu jonglieren und dabei niemandem auf die Füße zu treten. In einem so kleinen Flughafen gab es praktisch keine Gepäckwagen. Und eine schockierend große Anzahl von Leuten, besonders für einen Nachtflug, drängte in Richtung Ausgang.

Sie reagierte gelassen und ignorierte seinen leicht bissigen Tonfall. Wahrscheinlich verdiente sie eine Gehaltserhöhung. „Wie ich gesagt habe“, fuhr sie fort, als ob er überhaupt nichts gesagt hätte, „sind die Zahlen in den Waisenhäusern auf einem Rekordhoch. Das südliche Haus hat eine Anfrage um Erlaubnis und Finanzierung geschickt, um einen neuen Flügel zu bauen, um die ganzen Kinder unterzubringen. Außerdem will das Waisenhaus in Northern Ontario wissen, ob ihre Renovierungsarbeiten genehmigt werden.“

Hinter seinen Schläfen begann Schmerz zu pochen. Manchmal war das Leben echt beschissen. Zu überlegen, was er mit all den verlassenen Adlerkindern tun sollte, war eines dieser Male.

---ENDE DER LESEPROBE---