Rettung - Lynn Tyler - E-Book

Rettung E-Book

Lynn Tyler

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Beschreibung

Es war nie der Plan gewesen, sich zu verlieben. Aber mitten im Schrecken des Krieges fanden Payton und Gunny irgendwie zueinander. Nachdem sie im Dschungel zurückgelassen worden sind, müssen der schwerverletzte Payton und Gunny zusammen mit ihrer Einheit eine anstrengende Heimreise auf sich nehmen, bei der ein Teil von ihnen selbst zurückbleibt. In Smooth Rock Falls wartet ein Rudel auf sie und im Vergleich zu ihren letzten Aufenthaltsorten klingt es wie ein wahres Paradies. Pay hatte gedacht, dass der Marsch durch den Dschungel und seine Genesung das Schwerste in seinem Leben sein würden. Er lag falsch. Sein geliebter Gunny scheint Bedenken wegen ihrer Beziehung zu haben. Gunny schwirrt der Kopf. In einem Moment trug er seinen verletzten Liebhaber durch die Hölle, im nächsten wurde von ihm erwartet, sich mit einem Gefährten niederzulassen. Aber er hat Angst. Angst, dass ihm das Herz gebrochen wird. Dann wird ein Mitglied ihrer Einheit vermisst und die Existenz von Gestaltwandlern steht kurz vor der Enthüllung. Werden Pay und Gunny es schaffen zu überleben? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 50.300 Wörter

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

ÜBER LYNN TYLER

LESEPROBE:

Rettung

Es war nie der Plan gewesen, sich zu verlieben. Aber mitten im Schrecken des Krieges fanden Payton und Gunny irgendwie zueinander.

Nachdem sie im Dschungel zurückgelassen worden sind, müssen der schwerverletzte Payton und Gunny zusammen mit ihrer Einheit eine anstrengende Heimreise auf sich nehmen, bei der ein Teil von ihnen selbst zurückbleibt. In Smooth Rock Falls wartet ein Rudel auf sie und im Vergleich zu ihren letzten Aufenthaltsorten klingt es wie ein wahres Paradies.

Pay hatte gedacht, dass der Marsch durch den Dschungel und seine Genesung das Schwerste in seinem Leben sein würden. Er lag falsch. Sein geliebter Gunny scheint Bedenken wegen ihrer Beziehung zu haben.

Gunny schwirrt der Kopf. In einem Moment trug er seinen verletzten Liebhaber durch die Hölle, im nächsten wurde von ihm erwartet, sich mit einem Gefährten niederzulassen. Aber er hat Angst. Angst, dass ihm das Herz gebrochen wird.

Dann wird ein Mitglied ihrer Einheit vermisst und die Existenz von Gestaltwandlern steht kurz vor der Enthüllung. Werden Pay und Gunny es schaffen zu überleben?

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.

Länge: rund 50.300 Wörter

LYNN TYLER

Rettung

Pack Mates 7

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „Rescue“:

Lynn Tyler

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2018

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

Übersetzt von: Jutta E. Reitbauer

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Kapitel 1

„Das ist total beschissen.“

Bei der Verkündigung von Summers verdrehte Payton Ward die Augen, ehe er das freche Grinsen erwiderte. Ja, Benzin aus einem zurückgelassenen LKW der Rebellen abzuzapfen, war eine beschissene Aufgabe, besonders, wenn jemand die geniale Idee gehabt hatte, einen Gummischlauch in den Tank zu stecken und den Prozess in Gang zu setzen, indem man am anderen Ende saugte.

Zum Glück hatte er einen der langen Strohhalme gezogen und würde nicht derjenige sein, der in ein paar Sekunden einen Schwall Benzin in den Mund bekommen würde.

Unglücklicherweise war der Mann, der den Kürzeren gezogen hatte, sein Freund. „Gunny, du solltest dir besser die Zähne putzen, bevor du versuchst, mich zu küssen.“

Normalerweise hätte Gunny geschnaubt und irgendetwas Witziges erwidert. Payton war ziemlich sicher, dass der einzige Grund, warum der Wolf die Klappe hielt, die große Wahrscheinlichkeit war, dabei Benzin durch die Nase zu sprühen.

Das traf auf den Rest der Soldaten ihrer sehr kleinen Einheit nicht zu.

„Wolltet ihr nicht diskret sein?“, meckerte Jackson.

Der Sanitäter der Einheit lachte. „Soll ich einen Vorrat an Kondomen anfordern?“

Diesmal bedachte Payton seine anderen Freunde mit einem Augenrollen. „Ernsthaft? Kondome? Es ist ja nicht so, als ob ich schwanger werden könnte.“

„Es war ihnen immer völlig egal, ob sich ihre Gerüche vermischen“, warf Jackson ein.

„Abgesehen davon wird uns die Regierung kaum Kondome schicken, wenn sie es nicht einmal schaffen, einen Sanitätskoffer fürs Feld wieder aufzufüllen“, sagte der C. O., ihr Commanding Officer.

Die Bemerkung des Colonels ernüchterte sie sofort.

„Stimmt“, antwortete der Sanitäter nach ein paar Sekunden.

Seufzend rieb sich Colonel Thompson mit einer Hand übers Kinn. „Tut mir leid, Leute. Ich wollte euch nicht den Spaß verderben.“

Hinter ihnen begann Gunny zu würgen und Summers schrie.

Payton lief zu dem größeren Mann und klopfte ihm auf die Schulter. „Hast du Benzin in den Mund gekriegt?“

Der Wolf holte gierig Luft und schüttelte den Kopf. „Nur die Dämpfe. Aber der Geschmack ist genauso schlimm.“

Pay zuckte voller Mitleid zusammen und rieb über den Rücken seines Freundes. „Nun, du bist mein Held. Jetzt können wir zum Camp zurückfahren und nachsehen, ob unsere Vorräte eingetroffen sind.“

Er sparte es sich, sich zum Rest seiner Einheit umzudrehen. Sie warteten nun schon seit mehr als einem Monat auf Nachschub und noch immer gab es kein Zeichen davon.

Auch ihre Gehälter waren eingefroren worden.

Es machte den Anschein, als ob das kanadische Heer mit Absicht versuchte, sie verhungern zu lassen.

Egal. Pay sprang auf die Ladefläche des alten Pick-up-Trucks, der ihnen überlassen worden war, und bedeutete den anderen, sich zu ihm zu gesellen. Hier draußen ungeschützt mitten im Freien zu sein machte ihn ein bisschen nervös.

Es machte sie alle ein bisschen nervös.

Die Rebellen hatten eine Art an sich, mitten aus dem Nichts aufzutauchen, für gewöhnlich bis an die Zähne bewaffnet. Es spielte keine Rolle, dass sie nur altertümliche Schusswaffen besaßen. Kugeln konnten eine Menge Schaden anrichten, wenn sie einen im Kopf trafen. Selbst ein Werwolf konnte ein Loch im Gehirn nicht heilen.

Gunny kletterte auf den Wagen, setzte sich neben Payton und stützte seine Waffe auf der Metallkante ab. „War das dein Ernst, dass ich mir die Zähne putzen soll, bevor ich dich küsse?“

„Absolut.“ Pay schaffte es, das eine Wort auszusprechen, ohne zu grinsen anzufangen.

Sein Freund verzog das Gesicht. „Mir ist gestern die Zahnpasta ausgegangen.“

Pay runzelte die Stirn. „Du kannst etwas von meiner haben.“

Gunny schenkte ihm ein schnelles Lächeln. „Danke.“

Kurz hatte es den Anschein, als ob der andere Mann einen Kosenamen anhängen wollte, ehe er rot wurde und den Mund zumachte. Sie hatten vor langer Zeit entschieden, dass Kosenamen eine schlechte Idee waren.

Niemanden in ihrer Einheit schien ihre Beziehung zu kümmern. Es war das Beste, sie so diskret wie möglich zu halten, vor allem, da Payton ein einfacher Soldat vom Dienstrang eines Privates war, während Gunny Captain war. Schon vor Jahren hatte das kanadische Militär die Diskriminierung von Homosexuellen abgeschafft. Allerdings war Fraternisierung weiterhin ein ziemlich schlimmes Vergehen. Schlimm genug, um für beide zu einer unehrenhaften Entlassung zu führen.

Sie waren beide zu Tode erschrocken gewesen, als ihr C. O. ihr Geheimnis entdeckt hatte.

Sie waren gleichermaßen erleichtert gewesen, als der Colonel ihnen einfach nur gesagt hatte, in der Nacht leise zu sein, weil die anderen sonst neidisch werden könnten.

Der Truck machte einen Satz nach vorn und riss Payton aus seinen Gedanken. Er verstärkte den Griff um sein Gewehr und zielte damit auf ihre Umgebung. Nicht, dass es was bringen würde. Summers fuhr immer, als ob er für ein NASCAR-Rennen trainierte. Pay war ziemlich sicher, dass es den Typen anmachte, sie auf der Ladefläche herumzuwerfen.

Allerdings war er ein Genie, wenn es darum ging, Minen auf der Straße auszuweichen. Weshalb sie ihn jedes verdammte Mal fahren ließen.

„Alles okay?“

Er kämpfte den leichten Schauer nieder, den das Flüstern seines Liebhabers an seinem Ohr verursacht hatte. „Ja. Ich denke nur nach.“

Er bekam keine Antwort und erwartete auch keine. Gunny war ein Mann weniger Worte. Zuerst hatte ihn das gestört, bis er erkannt hatte, dass Qualität so viel besser als Quantität war.

Eine tief fliegende Drohne summte über ihnen, während Schweiß über seinen Rücken lief. Sie hatten ihre Sommeruniformen auch noch nicht bekommen und mit jedem Tag stiegen die Temperaturen. Er verzichtete darauf, sich darüber zu beklagen, dass er sich unwohl fühlte. Sie alle litten unter der Hitze. Es wäre gemein, die Aufmerksamkeit der anderen noch mehr darauf zu richten.

Die Drohne wurde lauter, und er riss den Blick von der endlosen Weite der steinigen Wüste weg und richtete ihn nach oben. Ein Flugzeug flog über sie hinweg, drehte in einem großen Bogen um und kam zurück.

„Flieger im Anflug!“, rief Jackson.

Colonel Thompsons Stimme ertönte aus der Fahrerkabine. „Kann jemand erkennen, ob es eines von unseren ist?“

Das war eine dämliche Frage. Gott sei Dank hatten es die Rebellen noch nicht geschafft, irgendwelche Flugzeuge in die Finger zu bekommen. Sie wären total am Arsch, falls das je passierte.

Doch da selbst ihren eigenen Verbündeten ihre Existenz nicht bekannt war, stellte jedes Flugzeug eine Gefahr dar.

Paytons Herz hämmerte, als er den kreisenden Flieger beobachtete. Hoffentlich würde man sie nicht für eine Gruppe von Rebellen halten. Als er zu dieser Einheit gestoßen war, hatte er sich anfangs ein wenig für seine Angst geschämt. Die Scham war verschwunden, als ihm bewusst geworden war, dass auch alle anderen einen beschleunigten Herzschlag hatten, wann immer sie sich in einer ähnlichen Situation befanden.

Dummerweise verschwand die Angst nie.

Der Pilot musste entschieden haben, dass sie keine Bedrohung darstellten, denn schließlich flog er weiter und das Dröhnen der Motoren verklang.

Das beklemmende Gefühl in Paytons Brust ließ nach und er holte tief Luft.

Eine Hand legte sich sanft mitten auf seinen Rücken. „Es ist alles in Ordnung.“

Er nickte bei den Worten des Sanitäters und wusste, dass sie ebenso sehr für ihn wie auch für den anderen Mann bestimmt waren. „Ja. Es ist alles in Ordnung.“

„Geht’s euch da hinten gut?“, fragte der Colonel.

Payton drehte sich zum Sanitäter um, während jemand anderer die Frage ihres C. O. beantwortete. „Habe ich richtig gehört, dass dir die Vorräte ausgehen?“

„Ja. Neulich habe ich das Nahtmaterial bei einem der Kinder benutzt, die sich beim Camp herumtreiben. Es war gestürzt und hatte sich die Hand an einem Metallstück aufgeschnitten. Mir geht eine Menge Zeug aus. Hoffentlich hat in den nächsten Wochen niemand etwas Schlimmeres als eine Blase.“

Payton nickte, während sich in seinem Kopf bereits ein Plan bildete. In dem kleinen Dorf in der Nähe des Camps gab es einen blühenden Schwarzmarkt. Sie versuchten, ihn nicht allzu oft zu nutzen, wenn auch nur aus dem Grund, weil sie nicht sehr viel zum Tausch anzubieten hatten. Doch die Situation wurde zunehmend verzweifelt. Vielleicht konnte er irgendetwas bei seinen Sachen finden, das sie gegen medizinische Vorräte tauschen könnten.

Sie schafften es ohne weitere Schreckmomente zurück ins Camp. Vor ein paar Monaten waren sie ins Landesinnere versetzt worden. Die Tatsache, dass sie statt in modernen Unterkünften mit Zelten ausgerüstet worden waren, die aussahen, als ob sie schon den Koreakrieg erlebt hätten, war der erste Hinweis gewesen, dass etwas nicht stimmte.

Payton ließ den Atemzug entweichen, von dem ihm nicht bewusst gewesen war, dass er ihn angehalten hatte, und stieg von der Ladefläche. Er trabte zu dem kleinen Zelt, das er sich mit Gunny teilte, und ließ sich auf seine Pritsche fallen. Er hatte die Zeltklappe offengelassen, in der vergeblichen Hoffnung, dass eine Brise hereinwehen würde.

Mit einem Grinsen steckte Jackson den Kopf hinein. „Hab dich nie für einen Exhibitionisten gehalten.“

„Hab dich nie für einen Voyeur gehalten“, schoss Pay zurück. „Abgesehen davon, siehst du meinen Mann hier bei mir?“

Sein Freund wackelte mit den Augenbrauen und streckte ihm die Zunge hinaus. „Ich habe gesehen, dass er Summers seine Zahnpasta abschwatzt, also zweifle ich nicht daran, dass er gleich da sein wird. Sorg dafür, dass die Zeltklappe geschlossen ist, wenn er hier ist.“

„Warum? Ich dachte, dir gefällt vielleicht der Anblick.“

„Vielleicht zu sehr.“

Payton zog eine Augenbraue hoch. „Alter, du bist der heterosexuellste Mann, den ich je getroffen habe.“

„Bin ich noch immer. Aber wir hatten seit Wochen keinen Ausgang mehr und …“

„Red bloß nicht weiter.“

Jackson grinste hinterhältig. „Ich kenne die Wahrheit. Du würdest töten, um meinen Arsch zu sehen.“

„Warum sollte irgendjemand deinen blütenweißen Hintern sehen wollen?“, brummte Gunny und schob sich an ihrem Freund vorbei ins Zelt.

Payton schwang die Beine über den Rand seiner Pritsche, setzte sich auf und zeigte auf den anderen Soldaten. „Raus.“

„Ist mir recht. Ihr beide wisst, dass ihr mich liebt. Verhaltet euch leise, ja? Der Rest von uns hat niemanden, an den er sich wenden kann, wenn ihr wisst, was ich meine.“

Er war verschwunden, noch ehe sie sich eine Antwort einfallen lassen konnten. „Mann, der Typ braucht echt Sex.“

Gunny verzog das Gesicht und warf sich auf die Pritsche neben ihm. „Bitte, lass uns nicht darüber reden.“

Payton musste bei dem angewiderten Gesichtsausdruck seines Freundes lachen. „Er kann nicht anders. Er ist ein Perversling. Wie dem auch sei, ich habe gehört, dass du Summers überredet hast, dir Zahnpasta zu spendieren?“

Ein Licht kroch in die Augen seines Freundes. „Stimmt. Bedeutet das, dass ich dich jetzt küssen darf?“

Payton machte sich nicht die Mühe zu antworten, sondern legte stattdessen eine Hand auf den Nacken des Mannes und zog ihn nach vorne.

Der Kuss war verschwitzt und heiß. Egal, wie gut sie sich auch wuschen, Dreck klebte ständig auf ihrem Gesicht und ihren Lippen und drang in ihren Mund ein. Das einzige Mal, als er Gunny geschmeckt hatte, ohne dass Dreck mit ihm Spiel war, war das eine Mal gewesen, als sie sich in ihrer einzigen Woche Urlaub in einem Hotel verbarrikadiert hatten. Sie hatten das Zimmer nicht verlassen, sondern fünf ganze Tage lang nur gegessen, geschlafen und gevögelt.

„Sei leise“, flüsterte Gunny und knabberte ein bisschen an Paytons Unterlippe.

Als ob er die Warnung gebraucht hätte. Es war schlimm genug, dass alle ihre Erregung riechen konnten. Sie mussten nicht auch noch ihre Lust hören.

Doch sobald sein Liebhaber an der kleinen Stelle hinter seinem Ohr leckte, was bei Payton jedes Mal einen Schauer am ganzen Körper auslöste, musste er sich natürlich die Faust in den Mund schieben, um sein Stöhnen zu ersticken.

Sein Liebhaber lachte leise an seinem Ohr und schloss die Zähne über Pays Ohrläppchen. „Du hast immer Probleme, still zu bleiben, nicht wahr?“

Die Worte wurden in sein Ohr gehaucht, und Payton packte den Kragen vom Hemd des anderen Wolfs und versuchte, Gunny zu seinem Mund zu ziehen. „Wenn du damit weitermachst, wird es vorbei sein, noch ehe wir angefangen haben.“

Er zuckte zusammen, als Gunny die Hand zu seinem Schoß fallen ließ und seine Erektion durch den Stoff umfasste. „Das macht nichts. Du bist heiß, wenn du kommst.“

Tja, Scheiße. Wie sollte er die Hand seines Freundes von seinem Schwanz wegziehen, wenn es sich so verdammt gut anfühlte, wie Gunny ihn streichelte?

„Irgendwann einmal“, wimmerte er, „irgendwann einmal werde ich dich vor Lust wahnsinnig machen.“

„Das machst du bereits. Du hast keine Ahnung, was du mit mir anstellst.“

Er versteifte sich, als Gunny die Hand unter seinen Hosenbund schob und einen Finger benutzte, um seinen Eichelrand nachzufahren.

„Hey, ihr zwei Turteltäubchen, schafft euren Arsch hier raus“, schrie Summers. „Der C. O. sagt, dass er neue Befehle für uns hat.“

Normalerweise hätte die Ankündigung von neuen Befehlen Payton in Aufregung versetzt, allerdings hatten die letzten Einsätze einiges zu wünschen übriggelassen und die Erinnerungen daran nahmen ihm jede Vorfreude.

Bedauernd blickte er auf seinen Ständer und seufzte. „Bringen wir es hinter uns.“

Kapitel 2

Gunny betrachtete Pays süßen schwingenden Hintern, als dieser das Zelt verließ, und presste die Fingerknöchel auf die Augen. Er hatte das Gefühl, dass er genau wusste, welchen Auftrag sie erhalten würden, und er würde nicht schön sein. Es war auch nichts, von dem er wollte, dass Payton dem ausgesetzt war.

„Gunnerson, ich will Sie ganz vorne sehen!“, bellte Colonel Thompson.

Scheiße. Er sollte besser die Beine in die Hand nehmen. Es war nie ein gutes Zeichen, wenn der C. O. ihn bei seinem vollen Namen rief.

Okay, vielleicht war es nicht sein voller Name. Seine idiotische Mutter hatte bei seiner Geburt entschieden, dass er wie ein Sven aussah. Als er sechs Jahre alt war, hatte er bereits angefangen, allen zu sagen, dass sie ihn Gunny nennen sollten. Zum Teufel, sogar seine eigenen Eltern riefen ihn bei diesem Spitznamen.

Ein einziges Mal hatte Pay ihn Sven genannt. Es war mitten in einem besonders intensiven Höhepunkt gewesen und der Ausdruck auf Pays Gesicht, als er sein Sperma übers Bett spritzte, zusammen mit dem Klang seines Namens hatte gereicht, um Gunny zum Höhepunkt zu bringen. Zum Teufel, allein die Erinnerung daran ließ ihn weiterhin hart bleiben.

Er stemmte sich hoch und hielt an der Zeltklappe inne, um seine Erektion zu richten. Er hatte nie verstanden, wie Pay vor aller Augen mit einem Ständer in der Hose herumlaufen konnte und es ihm scheißegal war. Allerdings zauberte der Anblick jedes Mal ein Lächeln auf sein Gesicht, als ihm klargeworden war, dass alle wussten, dass er es war, der seinen Freund so erregt hatte.

Zufrieden, dass jemand schon ganz genau auf seinen Schritt starren müsste, um seinen Ständer zu entdecken, trat er ins Freie und stellte sich zwischen Pay und Summers. Er imitierte ihre Haltung, ließ sich auf den harten Boden fallen und sah seinen kommandierenden Offizier an. Vermutlich waren sie die am wenigsten respektvolle Einheit der gesamten Militärgeschichte. Zudem war es ziemlich dämlich, sie eine Einheit zu nennen. Sie waren nur zu sechst.

Offiziell existierten sie nicht einmal.

Was bedeutete, falls das Militär vergaß, dass sie medizinische Vorräte brauchten oder Uniformen oder Essen … Nun ja.

Die grimmige Miene des Colonels bestätigte seinen Verdacht. Gunny zog Pay an seine Seite und vergrub die Nase in seinem schwarzen Haar. Gott, er wünschte, er könnte seinen Freund davor bewahren, zusammen mit ihnen in welche Hölle auch immer geschickt zu werden. Der jüngere Mann hatte ihren letzten Ausflug in die Hölle verpasst, da er erst einige Wochen danach zu ihrer Einheit gekommen war.

Pay schmiegte sich an ihn und Gunny wusste, dass ihm der Mann Trost bot, statt ihn zu suchen. Er schloss die Augen und genoss das vertraute Gefühl, seinen Liebhaber neben sich zu spüren.

„Okay, Männer. Hört zu“, verlangte der Colonel. Sein Befehl war unnötig, da sie alle schweigend darauf gewartet hatten, dass er zu sprechen begann.

Ihr C. O. holte tief Luft. „Wir gehen zurück.“

Niemand musste fragen, was er damit meinte. Es gab nur einen einzigen Ort auf dem Planeten, über den der Mann reden konnte.

Kongo.

Gunny kämpfte darum, in der Gegenwart zu bleiben, als Bilder eines weit entfernten Dschungels drohten, ihn zu überschwemmen. Starke Finger gruben sich in seine Seite und brachten ihn abrupt in die Realität zurück. „Bist du okay?“

Langsam ließ er den Atem entweichen, überprüfte seinen emotionalen Status und nickte. „Jetzt schon, danke.“

Das Gleiche konnte er nicht von den anderen behaupten. Jacksons Augen hatten den verschleierten, abgewandten Ausdruck, den sie alle kannten, wenn jemand in einer Erinnerung verloren war.

Summers berührte sanft das Handgelenk des Mannes und zuckte zurück, als Jackson nach ihm schlug.

Sie warteten einige Minuten in der Hoffnung, dass der Wolf es schaffen würde, sich aus dem Flashback zu lösen. Werwölfe konnten mitten in einer solchen Episode besonders gefährlich sein und niemand wollte einen Finger verlieren.

Schließlich machte der Colonel einen Schritt vor, ging in die Hocke und brachte sein Gesicht direkt vor Jacksons schnappende Zähne. „Jackson. Komm zurück.“

Der Mann war nicht ihr Alpha. Er war nicht einmal viel dominanter als sie. Doch er war ihr Anführer. Er hatte sie noch nie im Stich gelassen und sie respektierten ihn höllisch, selbst wenn sie es nicht zeigten.

Langsam fand Jackson wieder ins Hier und Jetzt zurück. Er blinzelte einige Male, ehe er sich in die wartenden Arme des Colonels sinken ließ.

Niemand sagte ein Wort über die kurzzeitige Schwäche des Mannes. Jeder von ihnen hatte schon einmal einen anderen getröstet – und für Werwölfe war der beste Weg, um diesen Trost zu geben, eine Berührung.

Gunny zog seinen Liebhaber enger an sich und schloss die Augen, um seinen Freund nicht ansehen zu müssen, während dieser um seine Beherrschung kämpfte. Er hatte das Gefühl, als ob er Zeuge von etwas sehr Privatem wurde – und er wusste, dass Jackson seinen Zusammenbruch später bedauern würde.

„Tut mir leid“, presste Jackson schließlich krächzend hervor.

Keiner sagte ein Wort. Sie alle verstanden, dass jede Reaktion darauf ihrem Freund einfach nur peinlich sein würde.

Es gab leises Getuschel und Gunny tat sein Bestes, es auszublenden, und konzentrierte sich stattdessen auf das Gefühl des warmen Körpers, der sich an ihn drückte, und den vertrauten Geruch seines Freundes. Er öffnete seine Augen erst wieder, als Colonel Thompson weitersprach. „Okay, Männer. Das sind unsere Anweisungen. Wir gehen wieder in den Kongo. Offiziell repräsentieren wir die UN und stellen Nachforschungen bezüglich Verbrechen gegen die Menschenrechte an. Inoffiziell untersuchen wir einen Verdacht auf Massengräber.“

Alle Männer der Einheit schienen gleichzeitig ein- und dann auszuatmen. „Scheiße.“

Gunny konnte Summers’ Einschätzung nur zustimmen.

„Ich weiß. So unangenehm diese Aufgabe auch ist, müsst ihr zugeben, dass wir die beste Wahl dafür sind.“

Denn wer sonst hatte so einen empfindlichen Geruchssinn? Ganz sicher nicht Menschen.

„Wann brechen wir auf?“, fragte er, als niemand sonst etwas sagte.

Mit einem schweren Seufzen presste sich der Colonel die Handflächen auf die Schläfen, als ob er gewaltige Kopfschmerzen bekäme. Was wahrscheinlich stimmte. „Sofort.“

„Sofort wie morgen früh?“, fragte Pay.

„Nein. Jetzt. Packt zusammen. In einer Stunde ist das Flugzeug auf dem Landeplatz.“

Diesmal brach niemand das Schweigen.

„Hört mir zu“, sagte ihr C. O. schließlich. „Ich arbeite daran, uns hier rauszuschaffen. Ich habe die Hoffnung, dass das unsere letzte Mission sein wird. Und dann können wir zurück nach Kanada gehen und dort den Rest unseres Lebens verbringen.“

Diese Information fügte dem Durcheinander an Knoten in Gunnys Magen nur einen weiteren hinzu, statt dass er sich deshalb besser fühlte. „Falls wir nach Kanada zurückgehen, werden wir uns einem Rudel anschließen müssen.“

„Wahrscheinlich. Wir sind alle ein wenig … instabil. Wir werden den Einfluss eines Alphawolfs brauchen, damit er uns hilft, wieder, nun ja, stabil zu werden.“

Gunny schnaubte. „Welcher Alpha nimmt schon einen Haufen kriegsgeschädigter Wölfe auf?“

Die Antwort war einfach. Es gab keinen Alpha, der sie aufnehmen würde. Zumindest nicht alle von ihnen.

Bedeutete das, dass sie getrennt werden würden?

Der Colonel packte seine Schultern und schüttelte ihn wild. „Atme, Gunnerson.“

Plötzlich wurde er sich bewusst, dass seine Lungen brannten und wie heftig sein Herz klopfte. Er machte einen mühsamen Atemzug und dann den nächsten, gefolgt von einem weiteren. Und einem weiteren, in immer schnellerer Abfolge, bis er hyperventilierte.

Die Vorstellung, ohne seine Freunde zu sein, war schlimmer als der Gedanke, in den Kongo zurückzukehren.

Eine warme Hand legte sich auf das untere Ende seiner Wirbelsäule und er konzentrierte sich auf dieses Gefühl. Als er schließlich seine Atmung einigermaßen unter Kontrolle hatte, sah er sich um und wollte sich für seinen kleinen Zusammenbruch entschuldigen.

Die Entschuldigung erstarb in seiner Kehle. Die anderen schienen genauso verstört wie er zu sein. Jackson und Summers hockten auf dem Boden, die Stirn aneinandergedrückt, während sie einander etwas zuflüsterten. Pay hatte die Augen aufgerissen und selbst der Colonel war bleich. Der Sanitäter stand zitternd abseits.

„Hört zu, ich habe ein Rudel gefunden, das uns ganz sicher aufnehmen wird.“

„Wo?“, fragte Pay, als sich sonst niemand meldete.

„Smooth Rock Falls in Northern Ontario. Ich hatte Kontakt mit Dan Carter.“ Colonel Thompson ignorierte Summers’ verächtliches Schnauben und fuhr fort. „Er sagt, dass der dortige Alpha erlaubt, dass unterschiedliche Spezies auf seinem Territorium leben.“

„Was hat das mit uns zu tun?“, fragte Jackson und spuckte die Worte nahezu aus.

Seufzend legte Gunny beide Arme um die Schultern seines Liebhabers. Dan war ihr Sanitäter gewesen, bevor er nach dem Tod seiner Frau entlassen wurde. Er hatte völlig den Kontakt zu ihnen abgebrochen und das hatte Summers und Jackson offensichtlich mehr verletzt, als sie zugeben wollten.

Der Colonel machte den Anschein, als ob er überlegte, ob er ihnen eine wichtige Information mitteilen sollte. Schließlich redete er weiter. „Sie haben zwei Omegas.“

„Omegas sind ein Mythos“, protestierte der Sanitäter.

„Nein. Es gibt sie wirklich. Dan sagt, dass auch ihre Fähigkeiten real sind. Das ist ein idealer Ort für euch alle. Er ist sich sicher, dass der Alpha euch akzeptieren wird. Euch alle.“

Gunny verlagerte das Gewicht von einem Fuß auf den anderen. Ihm war nicht wohl dabei, dass ihr kommandierender Offizier sich bei dieser Aussage nicht miteingeschlossen hatte. Doch er sagte nichts dazu. Im Laufe der Jahre hatte er gelernt, darauf zu vertrauen, was der Mann sagte und noch mehr darauf zu vertrauen, was er nicht sagte.

Schweigend gingen sie auseinander und begannen zu packen. Er ließ das Zelt stehen. Sie würden es ohnehin nicht durch den Dschungel tragen können und falls das Militär sie mit so wenig Vorlaufzeit zu einem neuen Einsatz schicken wollte, dann sollten sie sich doch selbst um ihr verdammtes Zelt kümmern.

Stattdessen konzentrierte er sich darauf, so viel von seinem Zeug wie möglich in seinen Rucksack zu stopfen. Er würde ein paar Dinge zurücklassen müssen. Schweren Herzens blickte er auf das Ersatzpaar Stiefel. Er hatte es geschafft, sie in einem halbwegs guten Zustand zu halten und hasste es, sie hier zu lassen, besonders da sie seit Monaten keine neuen Uniformen erhalten hatten. Leider nahmen sie viel zu viel Platz ein.

Pay steckte ein Foto seiner Familie in seinen eigenen Rucksack, nachdem er entschieden hatte, was so wichtig war, dass er es mitnehmen musste.

Die Fahrt zu der schmalen Landebahn in der Wüste verlief ruhig. Niemand versuchte sie zu erschießen und die Flugzeuge, die für gewöhnlich am Himmel patrouillierten, waren verdächtig abwesend.

Als sie es zu dem Flugzeug geschafft hatten, war es bereits dunkel. Gunny schluckte. Das war kein Luxus-Jet, der darauf wartete, sie in einen wohlverdienten Urlaub zu bringen.

„Männer, uns steht eine Gefechtslandung bevor“, sagte der Colonel.

„Was?“, sagte Jackson. „Versuchen Sie uns zu sagen, dass wir keine Erdnüsse und Cocktails serviert bekommen? Welche Art von Operation führt das Militär hier durch?“

Bei dem Witz seines Freundes wurde Gunny etwas leichter. Er stieg ins Flugzeug und zerrte seinen Rucksack hinter sich her. Einmal hatte er den Fehler begangen, Pay anzubieten, auch dessen Ausrüstung zu tragen. Er würde ihn nie wieder begehen.

Mit nur sechs Passagieren wirkte das große Flugzeug leer. Sie saßen einander gegenüber: er, Pay und der Sanitäter auf einer Seite; der Colonel, Jackson und Summers auf der anderen.

Keiner von ihnen redete. Mit jeder verstreichenden Stunde wuchs die Spannung.

Colonel Thompson hatte nicht gescherzt, als er ihnen gesagt hatte, dass es eine Gefechtslandung werden würde. Niemand beschoss sie, aber der Pilot tat so, als ob er mitten in einem gottverdammten Kurvenkampf mit einem anderen Flieger sei.

Oder vielleicht versuchte er auch nur herauszufinden, ob er sie zum Kotzen bringen könnte.

Falls das sein Ziel war, dann funktionierte es.

Gunny schaffte es, sich nicht im Flugzeug zu übergeben, stattdessen taumelte er nach der Landung sofort die Stufen hinunter, stolperte dabei fast über seine eigenen Füße und erbrach sich ins Gebüsch.

Als er fertig war, wischte er sich den Mund mit dem Handrücken ab. Pay war nicht zu ihm gekommen, um nachzusehen, ob es ihm gutginge, und das brachte ihn beinahe zum Lächeln. Falls es eine Sache gab, mit der sein Liebhaber nicht zurechtkam, dann war es Kotze. Letzten Winter hatte Gunny die Werwolfversion einer Darmgrippe gehabt und das war für keinen von ihnen schön gewesen.

Er klopfte seine Taschen ab in der vergeblichen Hoffnung, dass wundersamerweise ein Minzbonbon aus dem Nirgendwo auftauchte. Alles, was er fand, war die klappbare Zahnbürste, die er stets mit sich herumtrug, seit er mit Pay zusammen war, und die kleine Tube Zahnpasta, die er Summers abgeluchst hatte.

Das war besser als nichts, selbst wenn die Zahnbürste mehr als ein Jahr alt war und die Öffnung der Zahnpastatube verkrustet war.

So gut er konnte schrubbte er sich den ekligen Geschmack aus dem Mund, ehe er zu Pay trottete und sich zu seinen Füßen auf dem Boden sinken ließ.

Sanfte Finger streichelten durch sein Haar, und er lehnte den Kopf an den Oberschenkel seines Freundes und genoss die Berührung. „Fühlt sich gut an.“

„Geht es deinem Magen besser?“

„Ja.“ Das war nicht völlig gelogen. Er konnte weiterhin Übelkeit spüren, die seine Kehle hochkroch, doch er war sich ziemlich sicher, dass er sich nicht mehr übergeben würde. Außerdem gab es nichts mehr in seinem Magen, das hochkommen könnte.

Er hielt so still wie möglich und konzentrierte sich auf das Gefühl von Pays Fingern, die beruhigend über seinen Kopf strichen.

Schließlich kamen die anderen auch zu ihnen, leise fluchend, und benutzten ihre Uniform, um sich abzuwischen. Der Colonel beendete sein Gespräch mit dem Piloten und sah dabei frustrierter aus als je zuvor.

„Lass mich raten“, sagte Summers. „Sie haben vergessen, Vorräte zu schicken. Wieder einmal.“

„Sie haben uns mit ein paar Dackelgaragen ausgestattet. Wir werden sie uns teilen müssen.“

Dackelgaragen. Winzige Zwei-Mann-Zelte. Mitten an einem der gefährlichsten Orte der Welt.

„Wenigstens haben die weniger Gewicht“, sagte der Sanitäter.

Alle sechs sahen zu, wie das Flugzeug wieder abhob und sie zurückließ.

„Warum habe ich das Gefühl, als ob wir ein Wurf Welpen wären, der ausgesetzt wird?

---ENDE DER LESEPROBE---