Fürsten-Roman 2478 - Marion Alexi - E-Book

Fürsten-Roman 2478 E-Book

Marion Alexi

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Beschreibung

"Flora, ich liebe Sie! Sie sind eine hinreißende Frau", beteuert Stephan Fürst von Grindelburg aufrichtig. "Sie sind klug, schön und taktvoll. Allen geben sie das Gefühl, etwas Besonderes zu sein, dabei sind Sie das Besondere!"

Noch nie hat Flora von Jandow eine schönere Liebeserklärung erhalten, und doch darf die Prinzessin ihre Gefühle für Stephan nicht zulassen. Denn der Fürst ist der Verlobte ihrer kleinen Schwester Donata, für die Flora ihr Leben geben würde. Seit sie sich erinnern kann, hat Prinzessin Flora nur Donatas Wohlergehen im Sinn, und sie tut alles dafür, damit ihre Schwester glücklich ist. Wie könnte sie ihr da den Verlobten wegnehmen? Das gehört sich einfach nicht!

"Es tut mit leid, Fürst", sagt Prinzessin Flora mit all der Selbstbeherrschung, die sie aufbringen kann. "Aber für uns wird es niemals eine Zukunft geben!"

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Seitenzahl: 112

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Inhalt

Cover

Impressum

Und die Liebe, Prinzessin?

Vorschau

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2015 by Bastei Lübbe AG, Köln

Verlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian Marzin

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: shutterstock / Sofia Andreevna

Datenkonvertierung E-Book: Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH, Satzstudio Potsdam

ISBN 978-3-7325-1680-3

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

Und die Liebe, Prinzessin?

Warum Flora von Jandow nicht an ihr Glück dachte

Von Marion Alexi

Flora, ich liebe Sie! Sie sind eine hinreißende Frau«, beteuert Stephan Fürst von Grindelburg aufrichtig. »Sie sind klug, schön und taktvoll. Allen geben sie das Gefühl, etwas Besonderes zu sein, dabei sind Sie das Besondere!«

Noch nie hat Flora von Jandow eine schönere Liebeserklärung erhalten, und doch darf die Prinzessin ihre Gefühle für Stephan nicht zulassen. Denn der Fürst ist der Verlobte ihrer kleinen Schwester Donata, für die Flora ihr Leben geben würde. Seit sie sich erinnern kann, hat Prinzessin Flora nur Donatas Wohlergehen im Sinn, und sie tut alles dafür, damit ihre Schwester glücklich ist. Wie könnte sie ihr da den Verlobten wegnehmen? Das gehört sich einfach nicht!

»Es tut mit leid, Fürst«, sagt Prinzessin Flora mit all der Selbstbeherrschung, die sie aufbringen kann. »Aber für uns wird es niemals eine Zukunft geben!«

Wenn die Tür des Arbeitszimmers der Prinzessin geschlossen war, bewegte man sich möglichst geräuschlos fort und verständigte sich mithilfe einer Art von Gebärdensprache. Absolute Stille war angesagt, was speziell von dem bildschönen, schokoladenfarbenen Labrador Benno geschätzt wurde. Am liebsten lag er irgendwo malerisch ausgestreckt herum und hielt sich irrtümlicherweise für den König der Tiere.

Einzig Frau von Schröder durfte sich erlauben, die Prinzessin zu stören. Die Hausdame war damals mit der Mutter der Prinzessin nach Annenruh gekommen und führte seither mit höchster Kompetenz und unangefochtener Autorität den Haushalt.

Frau von Schröder klopfte mit der freien Hand an die Tür.

»Es ist Zeit für Ihren Tee, Prinzessin«, rief sie und betrachtete wohlwollend den Labrador, der in voller Länge vor der Tür lag. Es war ein herzbewegendes Bild von einem treuen Wächter, der die Hausherrin mit seinem Leben schützte. Tatsächlich aber war Benno freundlich zu jedermann und zeigte sich höchst entgegenkommend, wenn er ein Leckerli witterte.

Frau von Schröder klopfte noch einmal. »Wenn sie sich konzentriert, hört und sieht sie nichts«, raunte sie dem Hund zu.

Jenseits der massiven Tür blieb alles still.

Die Brauen der Hausdame rundeten sich missbilligend. Ihrer Meinung nach übertrieb es die Prinzessin mit ihrem unermüdlichen Engagement für Annenruh.

»Ich komme jetzt rein«, kündigte Frau von Schröder an. Sie holte tief und nicht wenig entrüstet Luft, stieg über Benno und öffnete entschlossen die Tür. Wie nicht anders von der Hausdame erwartet, saß die Prinzessin regungslos am Schreibtisch und nahm, wie üblich, nichts wahr, weder die stilvolle Umgebung, noch dass jemand das Zimmer betreten hatte.

Dafür schien das lebensgroße Porträt des tragischerweise früh verstorbenen Arthur von Jandow den Raum zu beherrschen und keinen Zweifel daran zu lassen, dass dem Prinzen nicht die winzigste Abweichung von seinen Maximen entgehen würde. Die dunklen, glühenden Augen waren vom Maler so dargestellt worden, dass sie jedem, der sich in dem ehemaligen Arbeitszimmer des Prinzen aufhielt, überallhin folgen konnten.

Manchem Besucher war das ein bisschen unheimlich, die Prinzessin jedoch wusste die Gegenwart des Vaters zu schätzen. Oft suchte sie den stummen Dialog mit ihm. Dann stellte sie sich vor das Porträt und forschte in dem gemalten Gesicht.

Frau von Schröder erinnerte sich noch gut an den attraktiven Prinzen mit den angenehmen Umgangsformen und der beeindruckenden Bildung. Außerdem war er ein glänzender Tänzer gewesen. Einmal, es war während eines Silvesterballs im Festsaal gewesen, hatte er sie ohne Weiteres um die Mitte gepackt und auf die Tanzfläche gezogen. Und er hatte mit ihr Walzer getanzt, bis ihr die Puste ausgegangen war.

Frau von Schröder errötete flüchtig, während sie dezent aufseufzte. Arthur war ein vortrefflicher Mann gewesen und würde für sie immer unvergessen bleiben. Und seine Tochter Flora war ihm herzbewegend ähnlich, fand Frau von Schröder. Nichts hatte die Prinzessin im Arbeitszimmer ihres Vaters verändert. Auch ihr war Annenruh wichtig, denn sie betrachtete das Anwesen als väterliches Vermächtnis.

Die kaum mittelgroße und zur Fülle neigende Mittsechzigerin im schlichten, dunkelblauen Kleid setzte gerade zu einem warnenden, kleinen Vortrag über die bedrohlichen Folgen einer falschen Lebensweise an, als Prinzessin Flora plötzlich den Laptop zuklappte und sich mit einem unerwarteten und für sie völlig untypischen hellen Jauchzen erhob.

»Ihr Tee, Prinzessin«, sagte Frau von Schröder irritiert. »Sie sollten ihn trinken, solange er heiß ist.«

Prinzessin Flora eilte zum mittleren der drei mit russischgrünem Seidenbrokat dekorierten Fenster.

»Ein herrlicher Tag!«, stellte sie begeistert fest. »Viel zu schade zum Arbeiten.«

Jetzt wirkte Frau von Schröder ernsthaft besorgt. »Wie geht es Ihnen, Prinzessin?«, erkundigte sie sich.

Flora von Jandow öffnete das Fenster und lehnte sich weit hinaus, um den Himmel zu bewundern. Der frische Wind machte ihr nichts aus, sie verlor sich in der Betrachtung der Wolken, und ihr Herz drohte in dem umwerfenden Blau zu ertrinken.

»Vorsicht!«, mahnte Frau von Schröder prompt.

»Der erste schöne Tag nach einem anstrengenden, endlos langen Winter!«, rief die Prinzessin entzückt. »Ich habe das Gefühl, aus einem hundertjährigen Schlaf erwacht zu sein.« Dann lauschte sie angestrengt. »War das eben wirklich ein Kuckuck?« Sie lachte über Frau von Schröders verdutztes Gesicht. »Ich bin nicht krank, meine Liebe, sondern nur etwas aufgedreht, weil ich eben etwas völlig Verrücktes getan habe!«

Flora von Jandow hatte sich noch nie zu etwas völlig Verrücktem hinreißen lassen. Sie war eine überaus kluge und vorbildlich tüchtige junge Frau, und hinzu kam ihr wirklich gutes Aussehen. Alles an ihr war fein und schmal, die Hände, die Füße und erst recht die Taille. Die warmen, samtbraunen Augen in ihrem rosigen Gesicht waren unsagbar schön, und ihr braunes Haar konnte bei entsprechender Beleuchtung wie Goldgespinst schimmern.

Das Problem mit Flora war nur, dass sie leider zu selten lächelte. So konnte niemand ihre schönen, weißen Zähne bewundern. Und ihr Haar kam auch nicht richtig zur Geltung, weil die Prinzessin sich stets praktisch frisierte, also bedauerlicherweise ziemlich streng.

Nur wer genau hinschaute, entdeckte das Funkeln in ihren Augen und ahnte, dass es hinter der ernsten Charakterfestigkeit und ihrem schwachen, zurückhaltenden Lächeln noch etwas anderes gab, nämlich eine gewisse Sehnsucht nach etwas, wovon Flora derzeit allerdings keine rechte Vorstellung hatte …

Frau von Schröder straffte sich, nahm die Teetasse und bot sie der Prinzessin an. Ihrer Meinung nach bewährte sich Tee in allen nur denkbaren Situationen. Insgeheim wappnete sie sich. Was stand dem Haus Jandow bevor? Frau von Schröder rechnete mit dem Schlimmsten.

Prinzessin Flora wirkte ungewöhnlich entspannt. Aus der strengen Frisur hatte sich sogar eine kleine, braune Haarsträhne gelöst, die sich jetzt frech hinter dem Ohr der Prinzessin lockte.

»Ich habe eben eine Urlaubsreise gebucht.« Flora lächelte glücklich. »Stellen Sie sich vor!«

Es war unvorstellbar. Trotzdem empfand Frau von Schröder die Mitteilung als Entwarnung und atmete wieder gleichmäßig.

»Das ist gut«, sagte sie mit Nachdruck.

Prinzessin Flora erzählte ihr, dass sie zunächst nach Rom fliegen würde. »Und dann erfülle ich mir einen alten Traum. Ich will ein Auto leasen. Mit dem fahre ich bis nach Sizilien.«

»Das ist sogar sehr gut!«, lobte die Hausdame.

»Nicht wahr?« Floras Lächeln sorgte dafür, dass die winzige Falte zwischen ihren Brauen verschwand, durch die sich sonst das vergangene Leid abzeichnete. »Donata wird sich freuen.«

»Donata?« Frau von Schröders Teetasse klirrte bedenklich.

»Ich habe vor, ihr die Reise zu schenken, wir fahren zusammen. Zur Feier des Abschlusses ihrer Internatszeit. Sie hat es verdient.«

Frau von Schröder dachte an das eher mittelmäßige Abschlusszeugnis von Donata und rümpfte insgeheim die Nase.

»Ich bin so gespannt auf ihr Gesicht. Donata weiß ja noch nichts von der Reise«, setzte Prinzessin Flora atemlos hinzu.

»Wann soll es denn losgehen?«

»In drei Tagen.«

Seit Jahren hatte die Prinzessin keinen Urlaub gemacht, vermutlich hatte sie schon vergessen, wie man das Wort buchstabierte. Und nun sollte es so plötzlich losgehen?

»Das ist nicht gut«, murmelte Frau von Schröder.

»Weshalb denn? Donata hat sich so oft darüber beklagt, dass sie sich in dem Internat wie eingesperrt fühlt.«

»Vielleicht hat sie andere Pläne«, gab die Hausdame zu bedenken.

Das konnte sich Flora nicht vorstellen. Sie blickte auf ihre Armbanduhr.

»Eigentlich müsste sie bald hier sein«, meinte die Prinzessin versonnen. »Haben Sie ihr die roten Tulpen ins Zimmer gestellt?«

»Selbstverständlich. Es ist alles vorbereitet, Prinzessin«, versicherte Frau von Schröder.

»Und haben Sie an ihre Lieblingsschokolade gedacht?«

»Sie liegt auf ihrem Nachttisch.«

»Frau von Schröder, Sie sind ein Schatz!« Jetzt wirkte Flora nervös. »An sich sollte sie schon da sein. Hoffentlich hat sie ihren Flieger nicht verpasst. Donata ist nicht besonders pünktlich. Ich sollte sie noch einmal anrufen.«

Die Miene der Hausdame verriet, dass sie Floras Halbschwester nicht nur für notorisch unpünktlich hielt, sondern darüber hinaus auch für unverzeihlich unzuverlässig. Insofern konnte man die neunzehnjährige Donata durchaus als Floras Gegenstück bezeichnen, wie Frau von Schröder feststellte.

Das tat sie freilich nur insgeheim, da sie wusste, wie sehr Flora an ihrer Schwester hing. Für Frau von Schröders Geschmack war Prinzessin Floras Zuneigung für Donata viel zu innig, und sie fragte sich immer wieder, wieso Prinzessin Flora, sonst so überaus klug, weitblickend und ungewöhnlich vernünftig, so blind für Donatas Schwächen war.

»Wieder nur ihre Mailbox.« Flora legte seufzend ihr Smartphone zur Seite. »Ich wünschte, sie würde endlich zurückrufen.«

Hat Donata nicht schon immer das getan, was sie wollte?, dachte Frau von Schröder besorgt.

Plötzlich schlug der Labrador an. Beide Frauen sahen zur Tür.

Auf der Türschwelle stand eingeschüchtert das neue, sehr junge Hausmädchen Mareile, das Benno für einen gefährlichen Hund hielt, weil er den Unterkiefer vorschob und seine Zähne blitzen ließ. Mareile knickste und kündigte Besuch an.

»Ein Herr von Zechendorff möchte Sie sprechen.«

Prinzessin Flora war enttäuscht. Sie hatte fest mit der Ankunft ihrer Halbschwester gerechnet.

»Ich könnte ihm sagen, dass Sie beschäftigt sind«, schaltete sich Frau von Schröder ein. »Das sind Sie ja um diese Zeit normalerweise auch. Es wäre nicht einmal geflunkert.«

»Willem muss etwas auf dem Herzen haben, sonst würde er nicht spontan hier aufkreuzen.« Flora sah Mareile an. »Bitten Sie Herrn von Zechendorff ins Porzellanzimmer.«

***

Draußen zog die Heimat vorbei. Ziemlich viel Heimat, staunte der attraktive Mittdreißiger am Steuer der Limousine. Sein Blick reichte selbst im Vorüberfahren bis zum Horizont, und über den unendlich weiten Himmel jagten spektakulär aufgetürmte Wolkengebilde.

»Ich habe dich gewarnt«, erinnerte ihn die junge Dame auf dem Beifahrersitz. Sie trug ein krokusgelbes, aufregend kurzes Kleid zu schwarzen Strumpfhosen, die ihre langen, schlanken Beine mit den nervös aufstrebenden Fesseln betonten. »Bei uns ist überhaupt nichts los. Fuchs und Dachs begegnen sich grußlos. Mit deinem faszinierenden Grindelburg ist Annenruh jedenfalls nicht zu vergleichen.«

»Und wenn du mir die Einschätzung überlässt, Kleines?«

»Leider hast du nicht auf mich gehört«, beharrte Prinzessin Donata. »Obwohl ich dich vor einer grässlichen Erfahrung bewahren wollte.«

Dem Fürsten fiel auf, dass er sich lange nicht so entspannt gefühlt hatte wie heute. Er nahm den Blick kurz von der Straße und lächelte seiner Begleiterin zu. Und wie immer, wenn er sie anschaute, öffnete sich sein Herz ganz weit, bis es fast schmerzte. Es war in letzter Zeit in Sachen Emotionen völlig aus der Übung gekommen, es war sozusagen in einen Dornröschenschlaf gefallen und hatte nicht mehr mit rettender Erlösung gerechnet.

Donata von Jandow warf ihm eine beschwingte Kusshand zu und sah dabei so süß aus, dass sein Herz vor Zärtlichkeit verging.

Die Prinzessin war eine anziehende Persönlichkeit mit ihrem kurzen Haar von der Farbe glänzender Kastanien. Sie hatte ein frisches, vor jugendlichem Übermut strahlendes Gesicht mit einer vielleicht etwas kurz geratenen, dafür höchst reizvollen Nase, die einen geradezu dazu einlud, einen Kuss auf die Nasenspitze zu platzieren. Donatas grünliche, heitere Augen leuchteten, und ein nach oben geschwungener Mund hatte von den vielen übermütigen Dingen, die er zu sprechen gewöhnt war, eine freche Krümmung angenommen.

»Wir können immer noch umkehren«, schlug die Prinzessin unbeschwert vor. »Ich war zum Beispiel noch nie in Brüssel. Dort soll es umwerfend köstliche Schokolade geben.«

»Magst du Schokolade?«, wollte der Fürst wissen.

»Ich würde für Schokolade sterben!«

»Um Himmels willen.«

»Du weißt dramatisch wenig von mir.« Donata zwinkerte ihm zu. »Na, vielleicht ist das auch gut so.«

»Du klingst ja richtig geheimnisvoll«, stellte der Fürst fest und ließ seinen Blick wieder über die Wiesen streifen.

»Eine Frau ohne Geheimnisse ist langweilig.« Die Prinzessin hatte für die Landschaft keinen Blick. »Oder wir fliegen nach Mailand«, kam ihr schon ein neuer Gedanke. »Dort fangen sie jetzt mit den Fashion-Shows an. Und ich habe nichts anzuziehen. Findest du mich langweilig?«

»Du bist aufregend, aufregend originell.«

Seit der Fürst Donata kannte, fühlte er sich wieder zum Leben dazugehörig und nicht länger wie lebendig begraben. Andererseits machte ihm ihre prickelnde Jugend gelegentlich grausam klar, dass der Altersunterschied zwischen ihnen durchaus beträchtlich war.

Donata war ständig in Bewegung. Jetzt warf sie beide Arme um ihn.

»Du kennst bestimmt nur elegante Frauen. Frauen, die viel Schmuck tragen. Und eine Menge vom Leben wissen und sich nach der neuesten Mode kleiden. Stimmt’s?« Bevor er sich äußern konnte, küsste sie ihn übermütig auf die Wange und ließ sich wieder auf ihren Sitz fallen. »Ich hab dich total lieb, Stephan!«, verkündete sie.

Besäße sein Herz Flügel, würde es abheben.

Prinzessin Donata vertiefte sich in die Betrachtung ihrer Hände. Ein Schweigen breitete sich aus, wie es die exquisit ausgestattete Limousine noch nicht erlebt hatte, jedenfalls nicht während der bisherigen Fahrt nach Annenruh.

Die Straße führte durch eine auffallend unberührte Landschaft mit viel Wald und grünen Wiesen, über die sich ein Meer von Gänseblümchen und Schlüsselblumen breitete, die ersten Vorboten des nahen Frühlings. Winterbraune Farne streckten ihre neuen, grünen Fühler aus.