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Gräfin Maximiliane und Prinz Matthias sind unendlich verliebt ineinander, und sie wissen beide, dass sie immer für den anderen da sein werden. Besonders Maximiliane braucht die Unterstützung des Prinzen von Aichingen, denn die junge Gräfin muss sich gegen ihren gemeinen und hinterhältigen Onkel Carl Friedrich behaupten. Seit dem Tod ihres geliebten Vaters verwaltet der Graf nämlich Maximilianes Erbe bis zu ihrem dreiundzwanzigsten Geburtstag. Während er ihr Geld mit vollen Händen ausgibt, tut er alles, um seiner Nichte das Leben schwerzumachen.
Umso härter trifft es Maximiliane, als Prinz Matthias ihr eines Tages mitteilt, dass er nach Wien ziehen wird, um dort zu studieren. Obwohl er verspricht, ihr jeden Tag zu schreiben, überkommt die junge Gräfin ein ungutes Gefühl. Und tatsächlich erhält sie nach Prinz Matthias' Abreise keinen einzigen Brief von ihm! Da schleicht sich eine hässliche Frage in Maximilianes Herz: Hat sie sich in Matthias wirklich so sehr getäuscht, wie ihr Onkel behauptet?
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Seitenzahl: 114
Veröffentlichungsjahr: 2016
Cover
Impressum
Doch ihr Glück ist nicht für immer
Vorschau
BASTEI ENTERTAINMENT
Vollständige E-Book-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe
Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG
© 2016 by Bastei Lübbe AG, Köln
Verlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian Marzin
Verantwortlich für den Inhalt
Titelbild: shutterstock / BlueSkylmage
Datenkonvertierung E-Book: Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH, Satzstudio Potsdam
ISBN 978-3-7325-2794-6
www.bastei-entertainment.de
www.lesejury.de
Doch ihr Glück ist nicht für immer
Eine schreckliche Intrige stürzt Maximiliane von Engelbach in tiefe Verzweiflung
Von Marion Alexi
Gräfin Maximiliane und Prinz Matthias sind unendlich verliebt ineinander, und sie wissen beide, dass sie immer für den anderen da sein werden. Besonders Maximiliane braucht die Unterstützung des Prinzen von Aichingen, denn die junge Gräfin muss sich gegen ihren gemeinen und hinterhältigen Onkel Carl Friedrich behaupten. Seit dem Tod ihres geliebten Vaters verwaltet der Graf nämlich Maximilianes Erbe bis zu ihrem dreiundzwanzigsten Geburtstag. Während er ihr Geld mit vollen Händen ausgibt, tut er alles, um seiner Nichte das Leben schwerzumachen.
Umso härter trifft es Maximiliane, als Prinz Matthias ihr eines Tages mitteilt, dass er nach Wien ziehen wird, um dort zu studieren. Obwohl er verspricht, ihr jeden Tag zu schreiben, überkommt die junge Gräfin ein ungutes Gefühl. Und tatsächlich erhält sie nach Prinz Matthias’ Abreise keinen einzigen Brief von ihm! Da schleicht sich eine hässliche Frage in Maximilianes Herz: Hat sie sich in Matthias wirklich so sehr getäuscht, wie ihr Onkel behauptet?
Der perlgraue Nebel der frühen Morgenstunden hatte sich aufgelöst. Auch die vom Tau feuchten Spinnweben und die an jedem Zweig glitzernden Tropfen waren verschwunden.
Weit und wolkenlos wölbte sich der saphirblaue Himmel über Schloss Siebenbuchen, dem traditionsreichen Adelssitz in Norddeutschland. Friedvoll war es und ruhig, abgesehen vom Summen der Bienen und dem Ruf des Buntspechts aus dem nahen Forst. Die leuchtend bunte, herbstliche Farbenpalette der Blätter trug viel zur Schönheit der ländlichen Umgebung bei.
»Milli, ich muss dir etwas Wichtiges mitteilen.«
Die zierliche Gräfin mit den feinen Zügen drehte sich um und lachte dem Mann zu. Dieses unbekümmerte Lachen galt nur ihm, ihrem einzigen Freund. War sie im Schloss, wirkte sie ernst, beinahe reserviert. Es schien, als hätte sie sich aus Erfahrung dazu entschlossen, ihre wahren Empfindungen für sich zu behalten.
»Was hast du eben gesagt?«, erkundigte sie sich bei ihrem Begleiter und war doch sofort wieder abgelenkt. »Sieh doch, ein goldener Blätterschauer!«, rief sie entzückt.
Eine Windbö rauschte durch die Buchenallee und riss unzählige Blätter von den Ästen, die dann durch die milde Oktoberluft wirbelten.
Der zweiundzwanzigjährige Matthias Erbprinz von Aichingen würdigte der Gräfin zuliebe den reizvollen Anblick. Dann fasste er die Zügel kürzer und spornte sein Pferd zu mehr Tempo an. Der Prinz, der sonst ausgeglichen und in sich ruhend war, wirkte ungewohnt bedrückt, als würde er sich mit einem großen Problem herumschlagen.
Jetzt hatte er es so eilig, dass er für die Natur keinen Blick mehr hatte. Weder faszinierten ihn die Eichen, die wie poliertes Kupfer schimmerten, noch die vielen flammenden Farbtupfer in Gold, Zinnoberrot oder Purpur in den Baumkronen.
Er achtete nicht auf die Felder, auf denen sich Tausende von Wildgänsen auf ihrem Zug nach Süden zum Rasten niedergelassen hatten. Noch weniger schienen ihn die Pferde auf der weiten Koppel zu interessieren, die auf saftigem Grün in kleinen Gruppen zusammenstanden und die Köpfe einander hinneigten, als erzählten sie sich spannende Geschichten.
»Wieso hast du es so eilig, Matthias?« Die siebzehnjährige Maximiliane von Engelbach hatte natürlich keine Mühe, ihm zu folgen. Sie war eine ausgezeichnete Reiterin.
»Das erzähle ich dir gleich, Milli. Wenn wir oben sind.«
Oben, darunter verstanden sie seit vielen Jahren die verschwiegene kleine Lichtung auf der anderen Seite des Hügels. Sie war von alten Bäumen umgeben und von dichtem Buschwerk gesäumt und somit bestens vor neugierigen Blicken abgeschirmt, vor allem vor solchen aus dem Schloss.
Die beiden Pferde kannten den Weg, der inzwischen nur noch ein schmaler Pfad war und sich den Hügel hinaufwand. Besonders hoch war der Hügel nicht, doch der ungehinderte Blick über die Felder, Wiesen, Wälder und Weiden war hinreißend.
Schloss Siebenbuchen in der Ferne wirkte überaus romantisch, eingebettet in einen gepflegten Park mit uralten Baumgruppen und geometrischen Blumenbeeten in betörenden Farben und Formen. Dazwischen gab es malerische kleine Seen, elegante Pavillons und ein historisches Heckenlabyrinth.
Doch die beiden jungen Menschen gönnten dem Schloss keinen Blick.
Maximiliane stieg ab und warf die Zügel locker über den Sattel. Liebevoll klopfte sie den Hals ihrer Stute und flüsterte etwas, was nur für Dianas Ohren bestimmt zu sein schien.
Dann standen Erbprinz Matthias und Gräfin Maximiliane nebeneinander im goldenen Licht des Morgens und gaben vor, die Aussicht zu betrachten. Tatsächlich jedoch verspürten beide mit klopfendem Herzen, dass sich etwas verändert hatte. Ging etwas zu Ende, oder begann etwas?
Maximiliane ergriff beklommen seine Hand.
»Was hast du, Matthias? Geht es deinem Vater etwa wieder schlechter?«
Der Erbprinz schüttelte leicht Kopf.
»Zum Glück sind seine Werte erfreulich stabil«, erklärte er. »Nein, es geht nicht um ihn.«
»Sondern?«, fragte die junge Gräfin mit angehaltenem Atem.
Prinz Matthias holte tief Luft. »Ach, Milli, ich weiß einfach nicht, wie ich es dir sagen soll. Es ist ziemlich schrecklich, und ich hasse es, dir wehzutun.«
Maximiliane meinte, ihr wildes Herzklopfen hören zu können.
»Dann behalte es lieber für dich.« Die junge Gräfin war davon überzeugt, keine weiteren Hiobsbotschaften mehr ertragen zu können. »Oder erzähle es mir morgen. Heute ist nämlich der Hochzeitstag meiner Eltern. Der zwanzigste.«
Matthias nickte. Natürlich hatte er das nicht vergessen.
»Wenn es ihnen vergönnt gewesen wäre, diesen Tag zu erleben, hätten sie bestimmt ein großes Fest veranstaltet«, murmelte sie traurig.
Der Erbprinz sah sie an, seine grauen Augen waren dunkel vor Kummer.
»Morgen bin ich nicht mehr hier«, erklärte er mit rauer Stimme. »Wir müssen also jetzt reden.«
Maximilianes Lächeln erlosch, jetzt war sie blass bis in die Lippen. Hatte sie ihn womöglich missverstanden? Noch nie war ihr der Gedanke gekommen, Matthias könnte fortgehen. Er, der wichtigste Mensch in ihrem nahezu freudlosen Leben. Matthias war ihr Anker, ihr Fels in der Brandung. Wie sollte sie ohne ihn zurechtkommen?
Allein der Gedanke war unvorstellbar.
Maximilianes Herz verkrampfte sich.
»Wieso bist du morgen nicht mehr hier?«, erkundigte sich die Gräfin irritiert. »Ach, vergiss es, ich will es gar nicht wissen.« Die Siebzehnjährige schaute in die Ferne. »Es hat mit Onkel Carl Friedrich zu tun, oder?«
Leider verband Maximiliane von Engelbach mit ihrem Onkel, dem älteren Bruder ihres tragisch früh verstorbenen Vaters, alle Grässlichkeiten dieser Welt. Ausgerechnet von ihrem über alles geliebten Vater war er per Testament zu ihrem alleinigen Vormund bestimmt worden und wachte seit jenem schicksalhaften Unfall, der Maximiliane grausam beide Eltern genommen hatte, über ihr Leben.
Wilhelm, selbst ein sonniger, menschenfreundlicher Gemütsmensch, hatte seinen älteren Bruder Carl Friedrich nicht wirklich gekannt und falsch eingeschätzt. Nur so war zu erklären, dass er sein einziges Kind ausgerechnet seinem Bruder, einem ungewöhnlich standesbewussten, strengen und herzlosen Menschen, anvertraut hatte.
»Ob das, was mir seit gestern aufs Gemüt schlägt, mit deinem Onkel zu tun hat? Nein, ausnahmsweise einmal nicht«, antwortete der junge Erbprinz.
Maximiliane wirkte ein wenig erleichtert.
»Stell dir vor, er hat mir verboten, allein auszureiten«, berichtete sie dem Prinzen den neuesten Einfall ihres Onkels.
»Aber wer sollte dich begleiten?«, fragte Matthias verblüfft.
»Eben. Das ist nur wieder eine seiner Schikanen.« Die Gräfin stieß einen tiefen Seufzer aus. »Oh, ich wünschte, ich wäre schon volljährig und könnte ihn zur Hölle jagen!«
»Daher kommt er doch«, entgegnete Prinz Matthias und zuckte mit den Schultern. »Hör zu, Milli, ich muss es kurz machen, denn mir bleibt wenig Zeit. Habe ich dir eigentlich schon Mamas Grüße ausgerichtet? Sie bittet dich um ganz viel Verständnis, und sie verspricht dir im Gegenzug, immer für dich da zu sein.«
Das hörte sich nicht gut an. Maximiliane meinte, das nahende Unheil fühlen zu können. Welche Katastrophe hatte sich das ungnädige Schicksal diesmal für sie ausgedacht?
Aus einer Baumkrone in der Nähe hörte die junge Gräfin ein Rotkehlchen sein Herbstlied singen. Es klang traurig und griff ihr ans Herz. Wieso meinte es der Himmel nicht endlich mal gut mit ihr?
Ach, wenigstens nur einmal, bat sie im Stillen.
»Mein Patenonkel hat mir vorgeschlagen, mein Studium in Wien fortzusetzen«, erklärte Matthias mit monotoner Stimme. »Er stellt mir eine kleine Wohnung zur Verfügung und wird meinen Aufenthalt komplett finanzieren.«
Oh nein! Maximiliane stand vollkommen unbeweglich, während ein wüster Tumult durch ihr Innerstes raste.
Müsste er, ihr bester Freund, nicht erraten, was er ihr antat, und in welch schrecklicher Gemütsverfassung sie war?
»Meine Eltern sind, wie du weißt, nicht auf Rosen gebettet«, fuhr der junge Erbprinz jetzt hastig fort, als sei ihm daran gelegen, seine Begründung so schnell wie möglich hinter sich zu bringen. »Es ist ihnen ja schon ziemlich schwergefallen, mich bislang zu unterstützen.«
Maximiliane schlug die Augen nieder und drehte den Kopf zur Seite. Sie musste sich sehr zusammennehmen, um alles zu verbergen, was in ihr tobte. Sie wollte Matthias schonen, denn er hatte es wahrlich auch nicht leicht.
Sein Vater, Albert Fürst von Aichingen, war zwar ein höchst sympathischer Mann mit wunderbaren Talenten. Aber eine angeborene und leider zu spät entdeckte Herzschwäche hinderte ihn erbarmungslos daran, das Leben zu führen, das er sich wünschte.
Fürstin Nora, liebenswert und vielseitig interessiert, stand ihrem Gemahl loyal und bewundernswert selbstlos zur Seite. Dass sie auf vieles verzichten musste, hatte sie ihn nie fühlen lassen.
»Milli, du darfst bitte nicht glauben, dass ich dich im Stich lasse, wenn ich auf Onkel Johannes’ großzügigen Vorschlag eingehe«, beschwor Matthias die Siebzehnjährige.
Aber genau das tust du, Matthias!, dachte Maximiliane bekümmert und fragte sich, wieso eigentlich keine Gewitterwolken aufzogen. Dem Himmel schien ihr Kummer gleichgültig zu sein, denn unverändert schien die Sonne.
»Ach, Milli, ich weiß, wie schwer du es hast.« Seufzend sah der Erbprinz sie an. »Aber ich möchte, nein, ich muss meine Eltern entlasten. Das verstehst du doch, oder? Herrgott, wieso sagst du nichts?«
Maximilianes blaue Augen waren zum Überlaufen voll. Ein Zittern der Zärtlichkeit überkam sie. Am liebsten hätte sie sich an Matthias geschmiegt und sich eingeredet, ihn komplett falsch verstanden zu haben. Nichts würde sich verändern, er würde sie nicht verlassen, sondern ihr weiterhin als ihr einziger und bester Freund beistehen.
»Bitte, weine nicht«, brachte der Prinz gepresst hervor. »So schlimm ist es auch wieder nicht. Wir bleiben in Verbindung, Milli. Ich werde dir oft schreiben, täglich, wenn du willst. Mama hat schon überlegt, ob sie dir ein Smartphone schicken soll.«
Maximiliane schüttelte den Kopf.
»Onkel Carl Friedrich würde es mir nicht erlauben. Du kennst ihn doch«, schloss sie verzweifelt.
»Dann telefonieren wir über das Internet, wenn du meine Eltern besuchst.«
»Vorausgesetzt, er gestattet es mir.«
»Du bist das Mündel deines Onkels, Milli, nicht seine Gefangene.«
Die junge Gräfin seufzte niedergeschlagen auf.
»Und wenn ich mitkomme?«, schlug sie verzweifelt vor. »Ich halte es hier ohne dich nicht aus, Matthias! Ich hab doch nur dich. Und wenn du fort bist, bin ich ihm komplett ausgeliefert. Carl Friedrich hat überall seine Spione.«
Der Erbprinz legte den Arm und sie und zog sie an sich.
»Es tut mir schrecklich leid, Milli«, sagte er leise und sehr unglücklich. Er musste seine ganze Widerstandskraft einsetzen, um nicht ebenfalls in Tränen auszubrechen.
»Ich will nicht mehr kämpfen und tapfer sein. Ich hab keine Lust mehr, durchzuhalten, Matthias!« Maximiliane schluchzte auf. »Fast zehn Jahre lang leide ich schon. Es ist genug.«
Matthias von Aichingen holte zitternd Luft.
»Ewig werde ich nicht fortbleiben«, versuchte er die Gräfin zu trösten. »Ich werde besonders fleißig sein und mich beeilen.«
Maximiliane presste eine Hand gegen ihre Schläfe. Sie fühlte sich aufgewühlt und ohnmächtig.
»Ich verzichte auf mein Erbe«, kündigte sie dumpf an. »Dann bin ich frei und kann endlich das tun, was mir gefällt.«
»Aber damit überlässt du Schloss Siebenbuchen deinem Onkel. Milli, das darfst du nicht tun. Nicht einmal daran denken solltest du, denn er hat den Sieg nicht verdient.« Er machte mit dem freien Arm eine große Bewegung, die Himmel und Erde einschloss. »Das alles gehört dir, dir allein. Es steht dir zu, denn du bist die rechtmäßige Erbin.«
»Erst an meinem dreiundzwanzigsten Geburtstag werde ich darüber verfügen können. Du kennst die betreffende Klausel in Papas Testament«, erinnerte Maximiliane den jungen Erbprinzen. »Bis dahin hat mich mein Onkel in seiner unerbittlichen Hand. Ich bin sein hilfloses Opfer.«
»Meine Eltern werden dir während meiner Abwesenheit beistehen, Milli. Dein Wohl liegt ihnen sehr am Herzen.«
Ach, Matthias, wie gut, dass du nicht weißt, wie gemein und herzlos sich Onkel Carl Friedrich hinter deinem Rücken über deine lieben Eltern äußert, dachte die junge Gräfin verzagt.
Matthias beschwor sie, weiterhin standhaft zu bleiben und sich bis zu ihrem Wiedersehen nicht von ihrem Onkel beeinflussen zu lassen.
»Bisher ist es dir immer großartig gelungen, dich seinem negativen Druck zu entziehen«, machte er ihr Mut.
»Mag sein«, entgegnete Maximiliane mit erstickter Stimme. »Aber nur, weil du mich unterstützt hast. Wenn du mich allein lässt, wird er seine Bosheiten noch steigern.«
»Sobald ich mein Examen in der Tasche habe, komme ich zurück. Ich komme zurück zu dir und rette dich. Ja?«
Er beugte sich über sie und schaute ihr in die randvollen Augen. Zärtlich streiften seine Lippen ihren Mund.
Der Kuss, den Matthias und Maximiliane tauschten, war sanft und voller Traurigkeit, und er schmeckte nach dem Salz ihrer Tränen.
»Wir beide gehören zusammen, meine Milli, für immer und ewig. Ich hab dich unendlich lieb. Das darfst du niemals vergessen.«
»Geh nicht fort von mir, Matthias!«, flehte die junge Gräfin mit erstickter Stimme.
»Ich muss mich hier und jetzt von dir verabschieden, Milli, denn Onkel Johannes nimmt mich nachher mit.«
Das Herz hämmerte Maximiliane derart in der Brust, dass es all ihre Gedanken verwirrte.
»Nein!«, schrie sie, und dieses eine Wort war gleichzeitig Protest, Schock und blanke Verzweiflung.
Es fuhr Matthias wie ein Dolch ins Herz.
***
