Gott in uns - Silvano B - E-Book

Gott in uns E-Book

Silvano B

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Beschreibung

Was, wenn Gott nie im Himmel war? Was, wenn wir unser ganzes Leben in die falsche Richtung geschaut haben – nach oben, nach außen, zu Systemen, Lehrern und Versprechen – und dabei übersehen haben, was die ganze Zeit still in uns gewartet hat? Dieses Buch ist kein religiöses Werk, keine Predigt und kein Dogma. Es ist ein Gespräch. Ein stiller Weg nach innen. Zwischen einem Mann, einem kleinen Mönch und einem Hund, der längst verstanden hat, was wir Menschen so oft vergessen. In einfachen Begegnungen, auf Waldwegen, auf einer Bank im Morgennebel und in Gesprächen über Verantwortung, Freiheit und Wahrheit entsteht Schritt für Schritt eine klare Erkenntnis: Vielleicht müssen wir nichts finden. Vielleicht müssen wir nur aufhören zu fliehen. "Das Göttliche in mir" erzählt von Präsenz statt Glauben, von Handeln statt Warten und von Würde statt Abhängigkeit. Der kleine Mönch ist dabei kein Lehrer im klassischen Sinn, keine Autorität und keine spirituelle Figur. Er ist Erinnerung, ein Spiegel, die leise Stimme in uns, die fragt, warum wir draußen suchen, was längst in uns lebt. Gemeinsam gehen sie Fragen nach, die viele Menschen ein Leben lang mit sich tragen: Wer übernimmt Verantwortung für mein Leben? Warum warten wir auf Rettung? Warum geben wir unsere Kraft ab – an Religion, an Systeme, an andere Menschen? Und was geschieht, wenn wir aufhören zu warten und stattdessen anfangen zu gehen? Begleitet wird dieser Weg von Slaven, dem Hund – still

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Seitenzahl: 105

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Wer ist der kleine Mönch?

Viele fragen mich, ob es den kleinen Mönch wirklich gibt. Ob er eine reale Person ist.

Oder nur eine Figur.

Die ehrliche Antwort ist: ja.

Und nein.

Er ist kein Guru.

Kein Lehrer.

Keine heilige Gestalt.

Er ist die Stimme, die leise wird, wenn der Lärm aufhört. Der Teil in uns, der nichts beweisen muss. Der einfach sieht.

Einfach da ist.

Einfach fragt.

Vielleicht ist er ein Kind.

Vielleicht ein alter Freund.

Vielleicht mein eigenes Gewissen. Oder nur Erinnerung daran,

wer wir waren, bevor die Welt uns kompliziert gemacht hat.

Der kleine Mönch gehört niemandem. Er lebt nicht in einem Kloster.

Er lebt dort, wo Stille ist.

In dir.

In mir.

In jedem Menschen, der aufhört zu fliehen und beginnt zu-zuhören.

Vielleicht ist er nie neben mir gegangen. Vielleicht ist er die ganze Zeit in mir gegangen.

Inhaltsverzeichnis

Prolog

Die Bank im Morgennebel

Ein stiller Morgen. Eine Frage. „Wo ist Gott?“ – Das Ge-spräch beginnt.

Teil I – Die falsche Suche

1. Gott im Himmel

Warum wir gelernt haben, nach oben zu schauen – und uns selbst übersehen.

2. Der wartende Mensch

Beten, hoffen, bitten – und Verantwortung abgeben. 3. Wenn Gott alles entscheidet

Schicksal als Ausrede. Warum Ohnmacht bequem ist. 4. Der kleine Mönch lacht

„Warum macht ihr euch so klein?“ – eine einfache, unbe-queme Frage.

5. Die Angst vor Freiheit

Warum Selbstverantwortung mehr Mut braucht als Glaube.

Teil II – Gott in uns

6. Ein Finger auf der Brust

„Hier.“ – Der Moment, der alles verändert. 7. Funken aus demselben Feuer Wir sind nicht Gott – aber aus demselben Licht.

8. Bewusstsein statt Religion

Was Göttlichkeit wirklich bedeutet: Klarheit, Präsenz, Ent-scheidung.

9. Der Körper als Tempel

Warum Geist ohne Körper nicht existiert – Einheit statt Trennung.

10. Slaven weiß es längst

Der Hund urteilt nicht. Er ist einfach. Vielleicht ist das göttlicher als jedes Gebet.

11. Die stille Würde

Aufrecht gehen. Ehrlich handeln. Göttlichkeit im Alltag.

Teil III – Verantwortung

12. Keine Ausreden mehr

Wenn Gott in dir ist, kannst du niemanden verantwortlich machen.

13. Opfer oder Schöpfer

Die Entscheidung, die jeden Tag neu getroffen wird. 14. Schuld oder Lernen

Warum Fehler kein Urteil sind, sondern Wachstum. 15. Der Mut zur Wahrheit

Sich selbst ansehen – ohne Maske. 16. Das Gespräch am Fluss

Der kleine Mönch erzählt von Menschen, die Gott suchten und sich selbst fanden.

Teil IV – Leben statt glauben

17. Beten oder handeln

Was verändert die Welt wirklich?

18. Liebe als Handlung

Nicht Gefühl. Nicht Wort. Tat.

19. Wenn jeder göttlich ist

Warum dann niemand über jemandem steht. 20. Keine Kirche, kein System

Der Weg ohne Dogma – nur Bewusstsein. 21. Stille

Die Antwort kommt nie laut.

Teil V – Der Weg

22. Barfuß im Gras

Ein Spaziergang, der mehr lehrt als tausend Bücher. 23. Kinder verstehen es schneller Warum Einfachheit näher an Gott ist als Wissen. 24. Der Blick in die Augen

Göttlichkeit im anderen erkennen. 25. Heimkehr

Nicht zu Gott. Zu dir selbst.

Epilog

Zwei Lichter im Abendlicht

Der Weg geht weiter. Kein Ziel. Nur Präsenz.

Prolog

Die Bank im Morgennebel

Ein stiller Morgen.

Eine Frage.

„Wo ist Gott?“

So begann es.

Nicht mit einer Predigt.

Nicht mit einem Buch.

Nicht mit einem Wunder.

Nur mit Nebel.

Der Garten hinter dem Haus lag noch im Halbschlaf. Das Gras war feucht.

Die Luft kühl.

Jeder Atemzug sichtbar, als würde selbst die Seele kurz Form annehmen.

Ich saß auf der alten Holzbank.

Die gleiche Bank wie immer.

Rissig. Wettergegerbt.

Sie knarrte bei jeder Bewegung, als würde sie sich an alles erinnern, was auf ihr schon gedacht worden war. In meinen Händen eine Tasse Tee. Warm.

Der Dampf stieg langsam auf.

Nicht gerade.

Er tanzte.

Verschwand.

Wie Gedanken.

Es war diese Stunde zwischen Nacht und Tag. Die Stunde, in der nichts von dir verlangt wird. Kein Telefon.

Keine Stimmen.

Keine Erwartungen.

Nur du.

Und alles, was du sonst wegschiebst. Ich mochte diese Stunde.

Und ich fürchtete sie.

Denn hier gab es keine Ablenkung. Hier hörte man sich selbst.

Zu gut.

Ich starrte in den Nebel.

Und je länger ich schaute, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass mein ganzes Leben genauso war. Man sieht ein paar Meter weit.

Mehr nicht.

Man plant.

Man hofft.

Man glaubt zu wissen, wohin man geht. Und in Wahrheit tastet man nur.

Schritt für Schritt.

Blind.

„Wo bist du eigentlich?“, murmelte ich leise. Ich wusste nicht einmal, warum ich das sagte. Vielleicht aus Gewohnheit.

Vielleicht aus Müdigkeit.

Vielleicht aus diesem alten Reflex, nach oben zu schauen, wenn etwas unklar wird.

Mein Blick wanderte zum Himmel. Grau.

Leer.

Keine Antwort.

Natürlich nicht.

Ich musste über mich selbst lächeln. So viele Jahre.

So viele Bücher.

So viele Gespräche über Glauben, Gott, Spiritualität, Wahrheit.

Und trotzdem saß ich hier wie ein Kind und stellte dieselbe Frage wie damals: Wo ist Gott?

Im Himmel?

In einer Kirche?

In einem Gebet?

In einem Zeichen?

Oder nur in meinem Kopf?

Manchmal hatte ich das Gefühl, alle reden darüber. Aber keiner weiß es.

Und je lauter die Menschen reden, desto weniger spürt man etwas.

Der Nebel bewegte sich leicht.

Ein Vogel rief.

Dann Schritte.

Barfuß.

Leise.

Ich musste mich nicht umdrehen. Ich wusste, wer es war.

Der kleine Mönch setzte sich neben mich. Ohne etwas zu sagen.

Er roch nach Morgenluft und Holzrauch. Seine Robe raschelte leise.

Mehr Geräusch machte er nie.

Er war einfach da.

Und seltsam genug –

mit ihm fühlte sich die Welt immer sofort langsamer an. Als würde jemand heimlich den Lärmregler herunterdre-hen.

Wir saßen nebeneinander.

Schauten geradeaus.

Sagten nichts.

Bei ihm war Schweigen nie unangenehm. Es war wie ein dritter Gesprächspartner. Einer, der mehr verstand als Worte. Nach einer Weile fragte er:

„Du denkst wieder.“

Ich nickte.

„Zu viel?“

Er zuckte mit den Schultern.

„Menschen denken immer zu viel. Deshalb überhören sie sich.“

Ich lächelte.

Dann sagte ich leise:

„Darf ich dich etwas fragen?“

„Du tust es doch sowieso.“

Ich atmete tief ein.

Spürte die kalte Luft in meiner Lunge. Und dann kam sie einfach heraus. Diese alte, einfache, fast kindliche Frage: „Wo ist Gott?“

Er antwortete nicht.

Kein schneller Satz.

Keine Weisheit.

Kein Zitat.

Nur Stille.

Er nahm einen kleinen Stein vom Boden. Drehte ihn in seiner Hand.

Sah ihn an, als wäre er etwas Kostbares. Dann fragte er:

„Wo suchst du ihn?“

Ich dachte nach.

„Überall“, sagte ich.

„Draußen. Irgendwo. Über uns vielleicht.“ Er nickte langsam.

„Dann suchst du am falschen Ort.“ Ich drehte den Kopf zu ihm.

„Wo denn sonst?“

Er sah mich an.

Direkt.

Ruhig.

Fast freundlich streng.

Dann hob er den Finger

und tippte mir leicht gegen die Brust. Nur einmal.

„Hier.“

Der Nebel zog weiter.

Die Sonne begann langsam durchzubrechen. Und zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass diese Frage

mich nicht nach oben führen würde. Sondern nach innen.

Und dass genau dort

das Gespräch erst beginnt.

Kapitel 1 - Gott im Himmel

Warum wir gelernt haben, nach oben zu schauen – und uns selbst übersehen

Die Sonne stand inzwischen über den Bäumen. Der Nebel hatte sich zurückgezogen wie ein alter Vorhang, der seine Aufgabe erfüllt hatte.

Alles war plötzlich klarer.

Zu klar vielleicht.

Manchmal ist Nebel gnädiger.

Er versteckt Dinge, die man noch nicht sehen will. Jetzt aber lag der Garten offen vor uns. Jedes Blatt.

Jeder Stein.

Jeder Schatten.

Der kleine Mönch saß noch immer neben mir auf der Bank. Barfuß.

Die Füße im nassen Gras.

Als würde er der Erde zuhören.

Ich hingegen saß wie immer mit Schuhen da. Getrennt.

Geschützt.

Vielleicht war das schon der Unterschied zwischen uns.

Er war hier.

Ich war vorbereitet.

„Hier also“, sagte ich schließlich und tippte mir selbst ge-gen die Brust, so wie er vorhin.

„Hier soll Gott sein?“

Er nickte.

„Ja.“

„Das klingt zu einfach.“

„Ist es auch.“

Ich lachte leise.

„Die wichtigen Dinge sind selten kompliziert.“ Er hob eine Augenbraue.

„Nur Menschen machen sie kompliziert.“ Ich schwieg.

Dann sah ich wieder nach oben.

Automatisch.

Als hätte jemand einen Faden an meinem Kopf befestigt. Der Himmel war jetzt blau.

Weit.

Leer.

„Komisch“, sagte ich, „wir schauen immer nach oben.“ „Wer ist wir?“

„Na ja … Menschen. Wenn etwas passiert. Wenn wir Angst haben. Wenn wir beten.“

Ich zeigte nach oben.

„Immer dahin.“

Der kleine Mönch folgte meinem Finger mit dem Blick. „Und hast du dort schon einmal eine Antwort gesehen?“ Ich musste schmunzeln.

„Nein.“

„Trotzdem schaut ihr immer wieder hin.“ „Gewohnheit vielleicht.“

Er schüttelte den Kopf.

„Erziehung.“

Das Wort blieb hängen.

Erziehung.

Ja.

Vielleicht fing alles dort an.

Als Kinder.

Ich erinnerte mich.

Kirche.

Bänke.

Holzgeruch.

Flüstern.

Ein Kreuz ganz vorne.

Und immer dieser Satz:

„Gott ist über uns.“

Über uns.

Nicht in uns.

Nicht neben uns.

Nicht mit uns.

Über.

Wie ein Chef.

Wie ein Richter.

Wie jemand, der bewertet.

Ich spürte, wie sich mein Bauch zusammenzog. „Weißt du“, sagte ich langsam, „ich glaube, wir haben Gott nach oben gesetzt, damit wir unten bleiben dürfen.“ Der kleine Mönch drehte sich zu mir. „Erklär.“

„Wenn Gott oben ist … dann ist er verantwortlich.“ „Wofür?“

„Für alles.“

Ich zählte an den Fingern ab.

„Für mein Leben.

Für mein Glück.

Für mein Leid.

Für mein Schicksal.“

Ich sah ihn an.

„Dann kann ich nichts dafür.“

Er nickte langsam.

„Bequem.“

„Sehr bequem.“

Stille.

Ein Vogel landete auf dem Zaun. Pickte im Holz.

Lebte einfach.

Ohne Himmel.

Ohne Theologie.

Ohne Fragen.

Ich beneidete ihn ein bisschen.

„Wenn etwas schiefgeht“, fuhr ich fort, „sagen Menschen: Gott wollte es so.“

„Und wenn etwas gut läuft?“

„Dann war es Gottes Gnade.“

Er lächelte.

„Dann seid ihr nie verantwortlich.“ Ich seufzte.

„Stimmt.“

Er pflückte einen Grashalm.

„Stell dir vor“, sagte er ruhig, „Gott wäre wirklich da oben.“

Er zeigte in den Himmel.

„Ganz weit weg.“

Ich nickte.

„Was würde das bedeuten?“

Ich dachte nach.

„Dass er getrennt ist.“

„Genau.“

Er sah mich an.

„Und wenn Gott getrennt ist … dann bist du es auch.“ Der Satz traf.

Getrennt.

Vielleicht war genau das das Problem. Nicht Sünde.

Nicht Schuld.

Sondern Trennung.

Ich gegen die Welt.

Ich gegen das Leben.

Ich gegen Gott.

Drei Fronten.

Kein Wunder, dass Menschen müde sind. „Vielleicht“, sagte ich leise, „haben wir Gott nicht aus Ehr-furcht nach oben gesetzt.“

„Sondern?“

„Aus Angst.“

Der kleine Mönch nickte.

„Wenn er weit weg ist, kommt er uns nicht zu nahe.“ „Zu nahe womit?“

Er sah mir direkt in die Augen.

„Mit Verantwortung.“

Ich spürte, wie mir warm wurde.

Nicht angenehm.

Eher ehrlich.

Diese Art von Wärme, wenn man merkt, dass man sich selbst ertappt hat.

Wie oft hatte ich gesagt:

Warum ich?

Warum passiert das mir?

Warum hilft keiner?

Aber fast nie:

Was kann ich tun?

Was ändere ich?

Wofür stehe ich ein?

„Weißt du“, sagte er ruhig, „ein Gott im Himmel macht Menschen klein.“

Ich nickte.

„Ein Gott im Innern macht sie groß.“ „Groß klingt gefährlich“, sagte ich. „Nur für die, die kontrollieren wollen.“ Der Wind ging durch die Bäume. Blätter flüsterten.

Ich schloss kurz die Augen.

Und stellte mir vor:

Was wäre, wenn Gott nicht über mir ist … sondern in mir?

Nicht als Person.

Nicht als Stimme.

Sondern als Bewusstsein.

Als Klarheit.

Als dieser leise Impuls, der sagt:

Steh auf.

Sei ehrlich.

Tu das Richtige.

Vielleicht war das alles.

Vielleicht war Gott nie eine Gestalt. Sondern eine Haltung.

Ich öffnete die Augen.

„Und wenn jemand gar nichts glaubt?“ fragte ich. „Ist er dann weniger göttlich?“

Der kleine Mönch lächelte.

„Glauben ist nur ein Gedanke.“

„Und Gott?“

Er tippte wieder leicht gegen meine Brust. „Sein.“

Wir schwiegen.

Lange.

Dann stand er auf.

Streckte sich.

„Komm.“

„Wohin?“

„Frühstück.“

Ich musste lachen.

„Das ist deine Antwort auf die großen Fragen des Lebens?“ Er grinste.

„Hungrige Menschen finden keinen Gott. Nur Probleme.“ Ich stand auf.

Wir gingen nebeneinander durch das nasse Gras. Die Sonne im Rücken.

Der Himmel über uns.

Und zum ersten Mal hatte ich nicht das Bedürfnis, nach oben zu schauen.

Ich spürte etwas anderes.

Hier.

Innen.

Still.

Unaufgeregt.

Aber klar.

Vielleicht war Gott nie im Himmel gewesen. Vielleicht war er die ganze Zeit dort, wo ich zuletzt gesucht hatte.

In mir.

Und genau dort

würde dieses Gespräch weitergehen.

Kapitel 2 -Der wartende Mensch

Warum Hoffnung manchmal nur eine elegante Form von Stillstand ist

Wir gingen schweigend zurück zum Haus. Das Gras war noch nass.

Meine Schuhe sog jeder Schritt ein wenig tiefer in die Er-de.

Der kleine Mönch lief barfuß.

Leicht.

Als würde ihn nichts halten.

Ich fragte mich, ob Freiheit vielleicht genau so aussieht. Nicht schneller.

Nicht stärker.

Nur leichter.

Aus der Küche roch es nach Kaffee. Und nach Brot.

Einfache Dinge.

Vertraute Dinge.

Das Leben hatte die merkwürdige Eigenschaft, weiterzu-gehen,

egal wie groß die Fragen waren.

Ich setzte Wasser auf.