Hure in Handschellen - Mel Tuville - E-Book

Hure in Handschellen E-Book

Mel Tuville

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Beschreibung

Er hofft auf etwas Entspannung am Ende dieser einsamen Tageswanderug. Vielleicht im Hinterzimmer eines Gasthofes, so wie er es gewohnt ist. Erst einmal werden ihm am Stadttor seine letzten Goldstücke abgenommen. Was er dann zu Gesicht bekommt, ist allerdings härter und fantastischer als je zuvor.

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Veröffentlichungsjahr: 2018

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Mel Tuville

Hure in Handschellen

BookRix GmbH & Co. KG81371 München

Erstes Kapitel – Was geschieht hier?

 

Alle hatten herumerzählt, wie toll es doch sei, und welche Wunder ihn erwarten würden. Nun war er schon seit mehreren Stunden als einsamer Wanderer unterwegs und hatte noch nichts davon zu Gesicht bekommen. Vielleicht musste er ein Nachtlager aufschlagen. Zumindest schien es keine wilden Tiere zu geben, die ihm gefährlich werden konnten. Oder Werwölfe, Dämonen … vielleicht in anderen Erdteilen, aber nicht hier. Auch hatte sich ihm bisher niemand in den Weg gestellt und Geld eingefordert. Warum auch, für einen Weg, den er sich eher selbst bahnen musste?

 

Irgendwie schien er langsam müde zu werden. Doch die Aussicht auf das angeblich äußerst wilde Treiben trieb seine Beine an und hob das Gefühl einfach auf. Die Frauen in dieser Stadt, so wurde erzählt, sollten zu allen Dingen bereit sein. Natürlich konnte das zu so mancher böser Überraschung führen, nicht jedoch mit diesem Kraut. Bereits lange vor seiner Reise hatte er es sich besorgt und vor einer Stunde angewandt. Dinge sollten geschehen, die mit herkömmlicher Magie kaum machbar schienen. Hier mussten größere dunkle Mächte am Werk sein – doch er verspürte keine Angst.

 

Am Ende des kaum erkennbaren Pfades glaubte er einen hellen Lichtschein zu erkennen. Als ob es die tief stehende Sonne an diese Stelle schaffte, während das Blattwerk über ihm fast sämtliches Licht verschlang. Er näherte sich, trat auf eine kleine Lichtung, und erblickte eine mächtige, fast haushohe Mauer. Sie umschloss wohl die Stadt, nur an einer Stelle schien es einen kleinen Durchlass zu geben.

 

„Halt! Wegzoll!“, rief ihm direkt vor dem Eingang plötzlich jemand entgegen und stelle sich ihm in den Weg. Also doch noch!

„Wie viel?“

„Heute vier Goldstücke.“

 

Wenn das der Preis war, um die Verlockungen überhaupt zu Gesicht zu bekommen, war er nicht übermäßig hoch. Er erahnte das Treiben in den Straßen, die Häuser in leuchtenden Farben und das Ein- und Ausgehen in ihnen. Genügend Gründe, um in seinen Geldbeutel zu greifen und nicht wieder kehrt zu machen.

 

Nach dem Durchgang drehte er sich um. Von dieser Seite aus war die Mauer von einem Erdwall begrenzt. Er hatte keine Mühe, auf die mehrere Meter hohe Böschung zu klettern. Nicht einmal an den kleinen Bäumen musste er sich festhalten, die darauf wuchsen. Es bereitete ihm überhaupt keine Mühe, trotz seiner langen Reise. War es bereits die Luft, die diesen Ort von anderen auf dem Kontinent unterschied, und alles möglich machte? Seine leichte Kleidung und die Sandalen wären womöglich längst zerschlissen, hier war alles genau richtig.

 

Das am Ende der breiten Straße zu sehende Gasthaus würde er vielleicht später besuchten und sich nach einer Unterkunft umsehen. Links und rechts erstreckten sich weitere zweistöckige Gebäude mit grellen Aufschriften. Eines sah aus, als wäre es schnell aus Brettern zusammengebaut worden, die anderswo übriggeblieben waren. Drinnen schien etwas vor sich zu gehen, einige Männer standen vor dem Eingang War es das aufkommende Gefühl in seiner Hose, das ihn dort hin lockte? Oder war es die eindeutige Aufschrift in roter Farbe?