Zugeritten vom WG-Mitbewohner - Mel Tuville - E-Book

Zugeritten vom WG-Mitbewohner E-Book

Mel Tuville

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Beschreibung

Sie wohnt nicht mehr allein im Haus ihrer reichen Eltern, weil sie im Laufe der Zeit einige Zimmer vermietet hat. Bei einem neuen WG-Mitbewohner ist sie sich unsicher, doch sie kann ihre Blicke nicht von ihm lassen. Ein anderer schafft sein Studium wahrscheinlich ohnehin nicht … bei ihm ist es Zeit, ihn näher kennenzulernen. Ob er sie ebenfalls heimlich beobachtet?

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Veröffentlichungsjahr: 2018

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Mel Tuville

Zugeritten vom WG-Mitbewohner

BookRix GmbH & Co. KG81371 München

Erstes Kapitel – Verbotene Blicke

 

Von dieser Stelle aus konnte Verena gut in den Garten auf der anderen Straßenseite sehen. So wie sie das vorhin mitbekommen hatte, sollte sich ihr neuer Mitbewohner Tobias darum kümmern. Stattdessen zog er es offenbar vor, dort in der Sonne herumzuliegen. Es hatte schon Vorteile, reiche Eltern und dieses Haus ganz für sich zu haben. Aber es war ohnehin zu groß für sie allein, und im Laufe der Zeit zu einer WG geworden. Etwas an Tobias verleitete sie immer wieder zu verstohlenen Blicken. Immerhin trug er wesentlich zu den laufenden Kosten bei, die sonst zu hoch gewesen wären.

 

Seine zu erahnende Atembewegung verriet ihr, dass mit ihm wahrscheinlich alles in Ordnung war. Er bewegte sogar die Finger manchmal ein bisschen. So wie sie war er 22 und studierte. Offenbar war er von Verena weniger genervt als von dem anderen Typen, der hier noch in einem Zimmer wohnte. Er war aber öfters außer Haus, genauso wie im Moment diese andere, etwas ältere Mitbewohnerin.

 

Seine Oberarme waren recht kräftig, auf seine Bauchmuskeln hingegen gewährte sein T-Shirt nur wenige Einblicke. Wieder einmal erschrak sie fast über ihre Gedanken, um kurz darauf doch erneut den Blick in seine Richtung schweifen zu lassen. Sie konnte ihn doch nicht heimlich beobachten … und vielleicht interessierter er sich gar nicht für Frauen. An manchen Tagen lief er mit nacktem Oberkörper im Garten herum, nur in Badeshorts.

 

Wenn der Rasen der Nachbarn länger nicht gemäht wurde, zeigten sich darin so mancher Löwenzahn und zahlreiche Gänseblümchen. An einer bestimmten Stelle war es diese rote Art, als ob sie … ihr den Weg zu Tobias wiesen. Sie hatte sie sich nie Zeit genommen, ihn richtig kennenzulernen, und wollte ihn auch nicht zu sehr ausfragen. Doch was hielt sie auf, einmal zu ihm hinüberzugehen? Vielleicht brauchte er ja Hilfe.

 

Verena überlegte noch, ob sie wirklich in diesem knappen Sommerkleid hinübergehen und sich an der Gartentür bemerkbar machen sollte. Was sollte sie zu ihm sagen, vielleicht „Oh, hallo, brauchst du vielleicht Hilfe“? Oder gleich „Ich finde, deine Bauchmuskeln sehen wirklich gut aus. Ich würde sie gern einmal aus der Nähe sehen, darf ich?“. Erneut zuckte sie zusammen, um sich gleich darauf die Freiheit der Gedanken in Erinnerung zu rufen. Sie spürte … eine gewisse Anspannung bei sich, als sich ihre Hand gedanklich unter sein T-Shirt bewegte.

 

Auf einmal drehte er sich zur Seite, musste seine Augen nicht mehr vor dem grellen Sonnenlicht schützen – und sie hatte Blickkontakt mit ihm. Womöglich wusste er die ganze Zeit, dass sie ihn vom Fenster aus beobachtete. Sie durfte doch aus dem Fenster sehen, wohin sie wollte, oder? Nur weil die Hecke gerade frisch zurückgeschnitten war …

 

Tobias wandte seinen Blick sofort ab, um ihn langsam wieder in ihre Richtung wandern zu lassen. Ein vorsichtiges Lächeln schaffte es über seine Lippen – und über ihre ebenfalls. Dieses enge Gefühl in ihrem Hals lies langsam nach, als sie andeutete, hinübergehen zu wollen. Sie war doch bereits einige Male dort gewesen – und? In seinem Gesicht glaubte sie eine vorsichtige Zustimmung oder Gleichgültigkeit zu bemerken – und sie machte sich auf den Weg.

 

„Oh, Verena …“, begrüßte er sie und schritt auf die niedrige Gartentür zu. Er wurde leiser und verstummte bei ihrem Anblick. Ob sie doch etwas zu luftig gekleidet war? Verstecken musste sie kaum etwas, und sie war noch eher schlanker als er. Seine Muskelmasse, die sich ihr nun aus zwei Metern Entfernung offenbarte, war kaum jemals so ansehnlich gewesen. Erneut wandte er den Blick in Richtung Boden ab. So zurückhaltend? Wie schaffte er es dann an der Uni? Sie wünschte sich, er würde eine kurze Hose und keine Jeans tragen. Zumindest tagsüber wurde es bereits ziemlich warm, so dass das durchaus angebracht war. Er erschrak beinahe, als er ihren deutlichen Blick bemerkte.

 

„Solltest du nicht den Rasen mähen?“

„Wollte ich dann machen“, erhob er leicht die Stimme und lächelte erneut, „aber ich habe da ein Problem mit dem Rasenmäher.“

„Oh … darf ich mir das einmal ansehen?“

 

Wortlos gewährte er ihr Einlass in den Garten, und sie folgte ihm den schmalen Weg entlang. Unter einem Vordach in der Nähe des Hauseingangs standen einige Gartengeräte und Werkzeuge herum. Sie entdeckte den Rasenmäher und hatte sofort einen Verdacht.

 

„Kann es sein, dass das Kabel wackelig ist?“, meinte sie und versuchte sich an dem Stecker, der daraufhin fest einrastete.

„Oh, richtig … das wird es sein.“