Jenseits des Protokolls - Bettina Wulff - E-Book
Beschreibung

Sie war 598 Tage die bisher jüngste First Lady der Bundesrepublik Deutschland. Mit dem Beginn der Amtszeit ihres Mannes begann für sie als Frau von Christian Wulff ein völlig neues Leben. An der Seite ihres Mannes repräsentierte sie Deutschland im In- und Ausland und engagierte sich ehrenamtlich vor allem für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Dem Rücktritt des Bundespräsidenten im Februar 2012 gingen Vorwürfe in den Medien zum Einfamilienhaus, zu Urlauben und zur Kleidung voraus. Darüber hinaus gab es Gerüchte zu einem angeblich bewegten Vorleben. Bettina Wulff erzählt, wie sie mit allen Anschuldigungen umgegangen ist und wie sie die schwierige Zeit erlebt hat. Sie schildert die durchwachten Nächte, die Zweifel, die Wut, die Hilflosigkeit, wenn man plötzlich von allen Seiten unter Beschuss steht, und das Ausmaß der Belastung, der eine Ehe und eine Familie in solch einer Zeit ausgesetzt ist. Bettina Wulff hat ein überaus offenes Buch geschrieben.

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Für meine Familie

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.de abrufbar.  

Für Fragen und Anregungen:

info@rivaverlag.de

1. Auflage 2012

© 2012 by riva Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH,

Nymphenburger Straße 86

D-80636 München

Tel.: 089 651285-0

Fax: 089 652096  

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.  

Umschlaggestaltung: Pamela Günther

Umschlagabbildung: Harry Schnitger, Berlin

Satz: Georg Stadler, München

Epub: Grafikstudio Foerster, Belgern  

ISBN Epub 978-3-86413-295-7

www.rivaverlag.de

Inhalt

»Mama, habt ihr gelogen?«

1 Die Männer

2 Mein Mann

3 Das Haus

4 Die Wahl

5 Die Hauptstadt

6 Die Freunde

7 Die Promis

8 Das Tattoo

9 Die Beziehung

10 Das Charity-Engagement

11 Die Kinder

12 Die Vorwürfe

13 Die Gerüchte

14 Die Medien

15 Der Rücktritt

16 Die Zukunft

»Mama, arbeitest du eigentlich schon immer als PR-Frau?«

Quellenverzeichnis

»Mama, habt ihr gelogen?«

… fragt mich mein Sohn Leander verunsichert und schiebt gleich hinterher: »Das darf man doch nicht, oder?« Er erzählt, dass ein älterer Mitschüler ihn auf dem Schulhof beschimpft hat. Plötzlich stand der Junge einfach vor ihm und meinte: »Deine Eltern sind Lügner, hat mein Papa gesagt.«

Es ist Anfang Februar 2012 und ich merke, dass mir mein Leben aus den Händen gleitet. Was passiert hier gerade? Was soll ich tun? Längst schon bin ich an meine Grenzen gekommen. Seit zwei, drei Wochen lasse ich das Radio ausgeschaltet und lege nur noch CDs ein, um so nicht schon wieder eine Nachricht über meinen Mann Christian zu hören und das, was er, auch was wir, angeblich Unrechtes getan haben sollen. Denn mir fällt es schwer, meinem Sohn die Antworten zu geben, nach denen er verlangt. Leander ist acht Jahre, er liest die Zeitung, hat ein iPad, geht ins Internet. Er lebt schließlich nicht auf dem Mond und bekommt so das mit, was mich selbst überrollt.

Mit am schlimmsten ist die mediale Belagerung. Selbst hier in Großburgwedel, wo ich aufgewachsen bin, wo unser neues und auch altes Zuhause ist, lassen sie uns nicht in Ruhe. Auch mein jüngster Sohn Linus, drei Jahre, ist völlig verwirrt. Morgens öffnet er erst einmal die Tür und streckt vorsichtig den Kopf hinaus, um sie dann schnell wieder zu schließen und zu mir in die Küche gerannt zu kommen mit den Worten: »Mama, die stehen schon wieder da.« Gemeint ist ein Pulk an Journalisten und Fotografen. Selbst am Wochenende belagern sie unser Haus, und so wird es Linus zu bunt und voller Tatendrang und aus dem Brustton der Überzeugung sagt er zu mir: »Mama, ich setze mich jetzt auf meinen Trecker und fahre die einfach um.« Leander vermeidet unter diesen Umständen jeden Schritt vor das Haus. Denn bereits der Weg zum Freund, nur einige Häuser, nur einige Meter weiter, wird für ihn zum Spießrutenlauf. Zwar erscheinen die Fotos später nicht in irgendeiner Zeitung, so viel Anstand beweisen die Journalisten dann doch, aber allein die Tatsache, dass ein Fotograf mit seinem Riesenobjektiv draufhält, wenn Leander an ihm vorbeigeht, verwirrt meinen Sohn. »Warum macht der das?« – »Warum gehen die nicht weg?« – »Warum lassen die uns nicht in Ruhe?« Leander löchert mich mit diesen Fragen und ich weiß, dass ich ihn damit nicht alleine lassen kann. Denn er ist verunsichert. In der Zeitung hat er etwas über die umstrittene Finanzierung unseres Hauses gelesen. Aufgeregt kam er gleich zu mir und fragte: »Mama, müssen wir jetzt hier ausziehen?« Er hat Angst, dass man ihm sein Zuhause nimmt. In Berlin ist er nie wirklich angekommen, hier in Großburgwedel aber fühlt er sich sicher und hier sind seine Freunde.

Es muss etwas geschehen. Ich möchte mich nicht verstecken und meine Kinder sollen es auch nicht tun müssen. Ich möchte auch nicht, dass meine Kinder beschimpft werden für Dinge, die schlicht unwahr sind oder mit denen sie rein gar nichts zu tun haben. Ich bin wütend auf die Eltern dieses Jungen, die sagten, wir seien »Lügner«, doch ich schiebe meine Verärgerung beiseite und werde Leander erklären, wie diese Schlagzeilen zustande kamen. Er soll die Wahrheit kennen. Die ist wichtig. Mit diesem Wissen wurde ich erzogen, so habe ich versucht zu leben und so soll dies auch für mein zukünftiges Dasein gelten.

Ich kann nur eines sagen: Wenn es mir egal wäre, dass LeuteGerüchten über meine Person Glauben schenken, wenn es mir egal wäre, dass diese Menschen auch meinen, ich würde bewusst ständig nach einem Profit für mich und meine Familie suchen und ich eine oberflächliche, luxusverliebte und auf Glamour erpichte Frau sei, dann würde ich einfach alles auf sich beruhen lassen und kein weiteres Wort darüber verlieren. Aber es ist mir nicht egal, was Menschen über mich denken beziehungsweise dass in ihren Köpfen möglicherweise ein Bild über meine Person herumspukt, welches mir selbst absolut fremd ist. Und übrigens auch engsten Freunden und meiner Familie. Ich weiß, dass es schwierig ist, ein verankertes und auch von Medien geformtes Urteil zu verändern oder besser gesagt ins rechte und gerechte Licht zu rücken. Dafür sind Vorurteile ein zu komplexes Phänomen. So schnell sie entstehen, so schnell gelten sie als ein Stück Wahrheit. Ich weiß, dass es mitunter lange dauern wird, diese Meinung, die manche Menschen über mich haben, vielleicht doch ein Stück weit zu revidieren. Aber genau das wäre mir wichtig. Ich möchte, dass die Menschen mich so sehen, wie ich bin: als eine ziemlich normale Frau und Mutter, die ihr Leben so leben möchte, wie sie es will, und nicht, wie andere es von ihr erwarten. Und die sich verantwortungsvoll für andere, vor allem eben auch für die eigenen Kinder, und für Themen einsetzt, die ihr wichtig sind. So einfach ist das eigentlich …

1 Die Männer

Adrett, solide, gebildet und absolut seriös erscheinend: Als konservativer Politiker, als Katholik und fürsorglicher Familienvater war Christian Wulff sicher so einiges, zum Beispiel der Liebling vieler, wenn nicht gar aller Schwiegermütter, aber ganz gewiss war er kein Womanizer. Wenn ich mich früher mit meinen Arbeitskollegen und vor allem -kolleginnen über Christian Wulff unterhalten habe und wir ihn uns in der Zeitung anschauten, fragten wir uns schon: Was findet eine Frau an diesem Mann? Irgendwie fehlten da ein paar Ecken und Kanten, etwas Besonderes und Eigenes. Christian Wulff wirkte glatt, wie der klassische Juristentyp. In puncto Kleidung kannte er scheinbar keine Alternative zu einem dunkelblauen Anzug und die Auswahl seiner Brillen war auch nicht gerade spektakulär.

Genauso habe ich es damals empfunden, als ich Christian noch nicht kannte. Und manchmal ist es seltsam, sich jetzt, nach all dem Geschehenen, was wir als Paar gemeinsam erlebt haben und was die Beziehung auch geprägt hat, an die Anfänge und die Zeit der großen Verliebtheit zu erinnern. Aber es ist wichtig, dies zu tun, zumal ich weiß, dass sich etliche Außenstehende genau das fragten, was ich ja einmal selbst dachte: Wie kann sich eine junge Frau in einen Mann wie Christian Wulff verlieben?

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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