Junge komm bald wieder ... - Harald Metz - E-Book

Junge komm bald wieder ... E-Book

Harald Metz

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Beschreibung

An die Dreißig Briefe während zweier Fahrten zur See und einem Aufenthalt an der Waterkant gaben das wieder was im Titel steht und in der damaligen Zeit in einem entsprechendem Schlager besungen wurde.

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Seitenzahl: 87

Veröffentlichungsjahr: 2023

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TEXT „JUNGE, KOMM BALD WIEDER“

Junge, komm bald wieder, bald wieder nach Haus.

Junge, fahr nie wieder, nie wieder hinaus.

Ich mach mir Sorgen, Sorgen um dich.

Denk auch an morgen, denk auch an mich.

Junge, komm bald wieder, bald wieder nach Haus.

Junge, fahr nie wieder, nie wieder hinaus.

Wohin die Seefahrt mich im Leben trieb,

ich weiß noch heute, was mir Mutter schrieb.

In jedem Hafen kam ein Brief an Bord

und immer schrieb sie: „Bleib nicht so lange fort“

Junge, komm bald wieder, bald wieder nach Haus.

Junge, fahr nie wieder, nie wieder hinaus.

Ich weiß noch, wie die erste Fahrt verlief,

ich schlich mich heimlich fort, als Mutter schlief,

als sie erwachte, war ich auf dem Meer.

Im ersten Brief stand: „Komm doch bald wieder her“

Junge, komm bald wieder, bald wieder nach Haus.

Junge, fahr nie wieder, nie wieder hinaus.

Ich mach mir Sorgen, Sorgen um dich,

denk auch an morgen, denk auch an mich.

Junge, komm bald wieder, bald wieder nach Haus.

Junge, fahr nie wieder, nie wieder hinaus.

Liedtext von Walter Rothenburg, Musik von Lotar Olias, bekannt durch die Interpretation von Freddy Quinn.

Inhaltsverzeichnis

VORWORT

FACHBEGRIFFE DER SEEFAHRT IM BUCH

ABENTEUER BREMEN

ES GEHT NACH ANTWERPEN

DIE M.S. JASON

SEEKRANK

ARBEITEN AN DECK

SEEMANNSGARN FÜR ANFÄNGER

MÁLAGA ‒ SÜDSPANIEN

KÜCHENDIENST ALS MESS-STUART

ALGERIEN

TUNIS UND DIE SUCHE NACH DER KAMELTREIBERJACKE

DAS NACHTLEBEN VON TUNIS

DIE SACHE MIT DEN GESANGSBÜCHERN

ABGEMUSTERT

IN DIESER STADT WAR ICH MAL ZU HAUS

DIE ROUTE MIT DER M.S. JASON

ZWISCHENSPIEL ALS MÖBELVERKÄUFER

PROBLEMATISCHE BESUCHE ZUHAUSE

HAMBURG UND ROTTERDAM

DIE M.S. MAILAND

MESS‒STUART BEI RAUER SEE

LAS PALMAS AUF TENERIFFA

DEN KONGO FLUSSAUFWÄRTS

TAXI NACH ...

DEM SÜDEN ENTGEGEN

DER SÜDLICHSTE PUNKT UNSERER FAHRT

ES GEHT WIEDER NACH NORDEN

SOUVENIRS, SOUVENIRS ...

HEIMWÄRTS

BEACH-BOYS-PARTY

DIE ROUTE MIT DER M.S. MAILAND

ABGEMUSTERT

MEIN KÜRZESTER JOB

DIE WATERKANT IST ANDERS

DAS FUSSBALLSPIEL

AUF NACH BREMEN

SEMMELKNÖDEL AN DER WATERKANT

WEIHNACHTEN IN DER FREMDE

DAS NEUE JAHR

BESUCH EINES SCHULFREUNDES

WIEDER ZURÜCK IN DIE HEIMAT

BRIEFE

VORWORT

Als ich im Jahr 2018 meine Geschichte „Weihnachten in der Fremde“ im Buch „Dezemberhimmel“ des Autorenclub Donau-Ries veröffentlichte und während der Coronazeit eine Videolesung dieser Geschichte auf YouTube einstellte, kam mir die Idee meine gesamten Erlebnisse aus dieser Zeit niederzuschreiben.

Also die Feder gespitzt, beziehungsweise die Tastatur angeheizt und losgelegt. Schnell kamen die Erinnerungen und ich musste mich an manchen Stellen bremsen, um nicht zu ausführlich zu berichten. Das Buch wäre dann nicht mehr jugendfrei gewesen. Um jedoch die Stimmung der Zeit und des Geschehens authentisch wiederzugeben, konnte ich nicht ganz auf gewisse Umschreibungen zu diesen Situationen verzichten. Da zu kommt, dass das Leben auf See und dem ganzen Umfeld dazu eine ganz andere Einstellung der Menschen und ihrer Sichtweise der Dinge hatte, wie man sie als sogenannte Landratte kennt.

Ergänzt habe ich dieses Buch mit Bildern aus der Zeit.

Lassen Sie sich also einfach in die Jahre 1965 bis 1967 versetzten und reisen Sie mit mir unter anderem in Häfen von Nord- und Westafrika.

Viel Spaß dabei wünscht Ihnen

Harald Metz

DANKSAGUNG

Mein Dank gilt allen, die dieses Buch gekauft haben und denen die es noch kaufen werden. Besonders möchte ich mich aber bei denen bedanken die mir mit Rat und Tat zur Seite standen und mich zum Schreiben dieses Buches ermutigt haben.

Mein ganz besonderer Dank gilt vor allem meiner Ehefrau Christa für ihr Verständnis, ihre Geduld und ihren Zuspruch zur Entstehung dieses Buches.

Harald Metz

FACHBEGRIFFE DER SEEFAHRT IM BUCH:

Obwohl das Wort Tonne darin enthalten ist, darf die Bruttoregistertonne nicht mit Massenangaben wie der Ladefähigkeit gleichgesetzt werden. Ebenso wenig verwechselt werden sollte sie mit der Angabe der Standardverdrängung von Kriegsschiffen, der Standardtonne.

Kombüse ist in der Seefahrt die Bezeichnung für die Bordküche.

Messe diese Begriff wird in der Schifffahrt für Essensräume benutzt.

Freiwache ist Freie Zeit auf See, d.h. man hat keinen Dienst zu verrichten.

Sonstige Fachbegriffe:

Substituten und Substitutinnen im Warenhandel wirken bei der Steuerung des Verkaufsgeschehens einer Abteilung bzw. Warengruppe oder einer Filiale mit. Sie sind in der Reget Vertreter des Abteilungs- bzw. Filialleiters. Zu den Aufgaben zählen die Sortimentsgestaltung, die Disposition und die Lagerhaltung sowie die Präsentation der Ware. Für eine Beschäftigung als Substitut im Warenhandel wird normalerweise eine kaufmännische Berufsausbildung vorausgesetzt, zum Beispiel als Kaufmann im Einzelhandel.

Quelle: Wikipedia

Deutsches Labskaus besteht im Wesentlichen aus gekochten Kartoffeln, Gurken, Corned Beef oder Pökelfleisch,[8] alles gestampft und vermengt, und dazu gereichtem Matjes bzw. Rollmops, Zwiebeln, Rote Bete und Spiegelei. Statt Corned Beef oder Pökelfleisch kann dabei auch frisches Rinderhackfleisch verwendet werden.

Die verfeinerte Variante mit Rote Bete, frischem Fleisch und den weiteren Zutaten ist auf vielen Speisekarten traditionsbewusster und gutbürgerlicher Restaurants in Schleswig-Holstein (besonders im dänischen Grenzgebiet), Bremen, Hamburg und dem nördlichen Niedersachsen zu finden.

Quelle: Wikipedia

ABENTEUER BREMEN

Im September 1965 ging meine Lehrzeit als Industriekaufmann zu Ende und es war die Zeit, in der meine Sehnsucht nach fremden Ländern und Abenteuern immer stärker wurde. Die Gründe dafür waren vielschichtig. Zum einen wurde das Verhältnis zwischen meinem Vater und mir immer problematischer und zum anderen träumte ich bei meiner romantischen Veranlagung, bei Schlagern von Lolita, Freddy & Co, von der großen weiten Ferne. Ich musste einfach weg von zu Hause!

Das Amtsärztliche Zeugnis war sehr ausführlich und zwei Seiten lang.

Aus diesen Gründen fiel ich meinen Eltern so lange auf die Nerven, bis ich von beiden die Unterschrift für die Fahrt zur See bekam. Daraufhin schrieb ich nach Bremen an das Seemannsamt. Das Seemannsamt teilte mir relativ kurz darauf die Bedingungen und das Verfahren für eine Anheuerung an Bord mit. Vor allem brauchte ich ein Amtsärztliches Zeugnis, das meine Tauglichkeit für die Handelsmarine bescheinigte. Für diese Untersuchung bekam ich schon für den 10. September 1965 einen Termin bei einer ORMRätin (Oberregierungsmedizinrätin) in Wolfratshausen.

Da ich für die Fahrt nach Bremen von meinen Eltern kein Geld bekam, August bis zum 4. November 1965 beim Bauunternehmen Langenecker in Geretsried, um Geld zu verdienen, denn die Arbeit auf dem Bau wurde damals gut bezahlt.

Nach zweieinhalb Monaten hatte ich genug Geld zusammen und fuhr mit dem Zug nach Bremen. Bezüglich einer Unterkunft brauchte ich mir keine Gedanken zu machen, denn durch das Seemannsamt wurde mir in deren Schreiben die Adresse des dortigen Seemannsheimes gleich mitgeteilt. Das Seemannsheim war in etwa vergleichbar mit einem einfachen Hotel, organisiert ähnlich einer Jugendherberge, allerdings für Erwachsene. Es war sauber und vor allem sehr preisgünstig. Im Aufenthaltsraum des Heimes lernte ich einen ungefähr gleichaltrigen jungen Mann kennen, der ebenfalls zum ersten Mal zur See fahren wollte, und wir beschlossen uns noch ins Bremer Nachleben zu stürzen. Wir gerieten in ein Viertel, relativ nah am Seemannsheim, und mein Kollege meinte, er suche sich jetzt ein Liebesmädchen. Es dauerte nicht lange und er hatte eine am Haken und entschwand mit ihr in einem Taxi.

Ich ging daraufhin in eine der Kneipen, um eine Cola zu trinken. Als plötzlich eine „Dame“ auf mich zusteuerte und sich einfach auf meinen Schoß setzte. Nicht dass ich das als unangenehm empfand, es verblüffte mich jedoch ziemlich und sie ließ auch gleich den Spruch los „Zahlste mir nen Drink?“ Nun, wie heißt es in dem Lied „Lucille“ von Michael Holm: „... warum nicht mal ein Barabenteuer?“

Wir quatschten über dies und das, dann tranken wir aus und sie kassierte von mir einen „Heiermann“, wie man in Norddeutschland einen Zwanziger nannte, und wir gingen nach draußen. So kam es, wie es kommen musste. Es gab für mich eine ziemlich enttäuschende Erfahrung vom Bremer Nachtleben, denn ich machte diese Erfahrung nicht in einem Zimmer, sondern draußen im Freien.

ES GEHT NACH ANTWERPEN

Am nächsten Tag, es war der 15. November 1965, machte ich mich gleich zur Heuerstelle des Seemannsamtes auf.

Seiten meines Seefahrtbuches

Dort bekam ich mein Seefahrtsbuch ausgestellt. Ein Seefahrtsbuch hat zum Teil die ähnliche Funktion wie ein Pass, allerdings eben nur für zur See fahrende Personen. Gleichzeitig ist das Seefahrtsbuch ein wichtiges Dokument für die spätere Rentenversicherung.

Da in den Seemannsämtern die Personalmeldungen der Reedereien eingingen, konnte man dort auch gleich seinen Wunsch äußern, ob auf „große" oder „kleine" Fahrt gehen will und in welche Länder die Fahrt gehen soll. War gerade ein Schiff mit entsprechenden Personalbedarf in einem der Häfen von Hamburg bis Rotterdam, so wurde einem das mit einem Blick in die Kartei mitgeteilt, Computer waren zu dieser Zeit noch nicht im Einsatz. Wurde man aufgerufen, bekam man den Schiffs- und den Reedereinamen, die auszuübende Funktion sowie das Reiseziel genannt und konnte entscheiden, ob man diese Heuer annahm. Andernfalls wurden einem andere Vorschläge gemacht. So auch in meinem Fall, denn eigentlich wollte ich auf einem Schiff anheuern, das nach Japan fuhr, meinem Traumland. Leider befand sich keines „in Reichweite" und man bot mir stattdessen eine Heuer auf einem Schiff an, das nach Nordafrika bis Tunis fuhr. Ich nahm an und bekam den Heuerschein mit dem Schiffsnamen und der Liegestelle in Antwerpen sowie eine Bahnfahrkarte dorthin. Am nächsten Tag ging es los.

Die Fahrt nach Antwerpen war ziemlich frustrierend, denn ich musste fast die ganze Fahrt im Stehen verbringen. Nachdem wir die deutsche Grenze hinter uns gelassen hatten, fing der Zug an zu rumpeln und hin- und herzuwackeln, so dass ich schon glaubte, der Zug kippt jeden Moment um oder springt aus den Gleisen. Es lag jedoch an dem miserablen Schienennetz der Niederlande