Kurzkrimis und andere SchattenSeiten - Nané Lénard - E-Book

Kurzkrimis und andere SchattenSeiten E-Book

Nané Lénard

4,6

Beschreibung

Wem gehört die Hand, die vertrocknet aus der Entengrütze des Hexenteiches ragt? Warum liegt ein kleines Mädchen auf der Türschwelle des Nachbarn im fünften Stock? Wer ist der Serienmörder, der seine Opfer mit einem Draht vom Leben ins Jenseits befördert? Und ist die Fürstin Juliane zu Schaumburg-Lippe im Jahr 1799 wirklich eines natürlichen Todes gestorben? Diese und andere spannende Fragen stellen sich Hauptkommissar Wolf Hetzer, seine Kollegen in anderen Städten oder aber der aufmerksame Mensch von nebenan. Manchmal kann die Rechtsmedizin für Aufklärung sorgen. Oft jedoch geschehen böse Taten im Schatten des Alltags unbemerkt von allen und niemand kommt auf die Idee, dass eine arme Seele noch leben könnte, wenn sie denn gehört worden wäre.

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Seitenzahl: 329

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Nané Lénard

KurzKrimis und andere SchattenSeiten

 

 

Im Verlag CW Niemeyer sind bereits folgende Bücher der Autorin erschienen:

SchattenHaut

SchattenWolf

SchattenGift

SchattenTod

 

 

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet abrufbar über http://dnb.ddb.de

© 2013 CW Niemeyer Buchverlage GmbH, Hameln

www.niemeyer-buch.de

Alle Rechte vorbehalten

Der Umschlag verwendet Motive von shutterstock.com,

Alone woman sitting on … Dudarev Mikhail 2012 /

young woman suffering … Robnroll 2012

eISBN: 978-3-8271-9830-3

ePub Produktion durch INTEC/ANSENSO

www.inteconline.com

Die Kurzkrimis und -geschichten spielen hauptsächlich in allseits bekannten Städten des Weserberglands, doch bleiben die Geschehnisse reine Fiktion. Sämtliche Handlungen und Charaktere sind frei erfunden.

 

 

Über die Autorin:

Nané Lénard wurde 1965 in Bückeburg geboren und ist Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Nach dem Abitur und einer Ausbildung im medizinischen Bereich studierte sie später Rechtsund Sozialwissenschaften sowie Neue deutsche Literaturwissenschaften.

Von 1998 an war sie als Freie Journalistin für die regionale Presse tätig. Derzeit arbeitet sie im Bereich Marketing und Redaktion in einem Unternehmen, dessen Schwerpunkt in der Erzeugung von Wärme und Energie durch erneuerbare Energien liegt.

Von ihr wurden bereits mehrere Gedichte und Kurzgeschichten veröffentlicht.

Beim Literaturwettbewerb von Niedersachsen und Bremen belegte sie mit „Helmut“ den zweiten Platz. Platz 3 und 10 erlangte sie beim Wettbewerb „Bückeburg mordet“.

Mehr über Nané Lénard und ihre Aktivitäten erfahren Sie unter www.nanelenard.de

Meinen Freundinnen gewidmet, für die mir zu wenig Zeit bleibt.

Inhaltsverzeichnis

Das Monster

Blutsekt

Der Wohner

Die Spur

Finitro

Gesicht zeigen

Hinnerk, der Moorbold

Locus Tranquillus

Nachtmilch

Windspiel

Sadizissmus

Verpuppung

Wurzelsuche

Vergissmeinnicht

Körperkunst

Gleisgesänge (Sieben Reise-Novellen)

Eishände

Die Handtasche

Das Liebesgeschenk

Dr. Schmaleck und sein Federvieh

Abschiedsgedanken

Der Duft des Blutes

Der Totschläfer

Der Lärm der bösen Worte

Helmut

Stille Nacht

Warme Betten

Fürstenblut

Das Monster

Das Monster war wieder da. Es hatte sich für die Dauer des Glücks in einen Kokon eingesponnen. Jetzt schlüpfte es unter der Schädeldecke und sandte sein lähmendes Gift voraus. Sie hatte gehofft, dass es tot war. Aber es existierte noch. Versteckt hatte es überlebt. Nun begann es zu wachsen und sich auszubreiten.

Der Schmerz überschwemmte sie wie eine Welle aus Lava. Die Lähmung war nur das Vorbeben gewesen. Sie kannte das. Und obwohl sie auf ihn vorbereitet war, traf sie der Schmerz mit einer Kraft, die ihr die Luft nahm. Das Monster hatte zu fressen begonnen. Es weidete sich an ihren Eingeweiden und hinterließ ein Brennen im Nichts zwischen Hals und Magen, dort, wo die Seele ist.

Die Seele hatte nicht genug Zeit gehabt, sich in Sicherheit zu bringen. Leichtsinnig hatte das Glück sie gemacht, wie eine Motte, die im Licht der Kerze deren Wärme zu sehr genießt. Sie hatte Tanzen gelernt. Darum hatte sie sich ganz herausgewagt. Weit, weit, viel zu weit, wie sie nun wusste. Doch es war zu spät. Brandmale überzogen die dünne Haut. Nicht einmal jetzt konnte sie fliehen. Die Lähmung war zu stark, die Wunden zu groß. Aber sie konnte nicht sterben. Die Seele war an den Körper gebunden.

Elke hasste ihren Körper. Er war unversehrt. Sie gehörte zu den Behinderten, denen man ihr Handicap nicht ansah, weil sie es in sich trugen. Das Monster hatte ihre Seele zu einem grotesken Gebilde verstümmelt. Narben unterschiedlichen Alters waren verblichene Zeitzeugen der Vergangenheit. Sie hatten die Seele schwer und unflexibel gemacht. Als ob ihr die Luft ausgegangen war, lag ihr Gewebe schlaff zwischen den Rippen. Nur ab und zu leuchtete bleich ein Stückchen unversehrte Seelenhaut wie ein Versprechen hervor.

Elke konnte den inneren Schmerz nicht aushalten. Der Tanz um die Wärme des Lichts war unglaublich gewesen. Wichtiger für sie als alles zuvor in ihrem Leben. Doch dann hatte die Flamme auf einmal zu flackern begonnen und das Monster geweckt.

Es tat gut, wie das Blut an ihrem Oberschenkel herabrann. Wie Perlen reihten sich immer neue Tropfen aus den Schnitten in eine rote Schlange, die sich um Elkes Bein schmiegte und sich langsam hinabwand. Elke hatte ihr eigenes Monster heraufbeschworen. Den Körper musste sie ins Gleichgewicht bringen mit ihrer Seele. Endlich spürte sie sich wieder. Es tat so weh und gleichzeitig so gut, sich mit dem Messer zu quälen.

Wäre das Unnennbare nur ihr selbst geschehen – wieder einmal – das Unfassbare, das Unsägliche, sie hätte das Monster in ihrem Kopf bezwingen können. Sie wäre gewappnet gewesen. Gegen falsch verstandene Liebe. Fehlgedeutete Zeichen. Doch das Tier hatte gewonnen. Die Flamme hatte für einen Moment der Verlockung geflackert und alles zerstört.

Als Elke sich im Schein der Kerze schnitt, betrachtete sie zufrieden die symmetrische Anordnung auf beiden Oberschenkeln. Sie hatte es in der Hand, die Narben dort anzulegen, wo sie sie haben wollte. Ihr Körper war nicht fremdbestimmt. Das sollte er niemals mehr sein.

Der äußere Schmerz war jetzt fast so stark wie der innere. Die Flamme vor ihren Augen zitterte klein und blau, als hätte sie die Hitze in sich eingefroren, aus Angst, sie könnte ausgeblasen werden. Doch Elke liebte das Licht trotz seines Schattens. Einmal noch wollte sie die Wärme so ganz nah spüren, die Nähe zulassen, noch näher, als je zuvor.

Der Flamme blieb keine Wahl, als Elke den Unterarm ganz dicht über ihre Spitze hielt, obwohl sie sich wegduckte. Die Hitze brannte ein ebenmäßiges Loch ins Fleisch. Und endlich tat es so weh, dass Elke nichts Inneres mehr spürte. Es war geschafft. Jetzt konnten beide heilen. Die Seele kroch in ihr Versteck und hinterließ mit dem Brandgeruch eine Spur aus Wundsekret. Nur Elke wusste, wo sie hinging und wo man sie jemals wieder finden konnte.

Vorsichtig stellte sie das Licht in eine Laterne. Es war sanft und schrecklich zugleich. Aber sie wollte es bewahren vor dem eigenen Flackern und vor der Zerstörungskraft des Atems. Denn die Flamme hatte Elke zugleich das Sehen und Tanzen gelehrt – und sie gebrandmarkt.

Das Monster jedoch war satt. Zufrieden zog es sich zurück in seinen Kokon aus gesponnenen Gedankenfäden.

Blutsekt

Der Schmerz brannte auf der Haut. Sie war aufgerissen und blutig. Kratzer überzogen ihre Brüste wie ein Schienennetz. Denn Ralf war stark und empfand nur Lust, wenn er die Qual in ihren Augen sah. Heute hatte er ihr wie immer den Sekt von der Brust geleckt. Rosafarben war er jetzt in die Grube des Bauchnabels geflossen, nachdem er sich mit ihrem Blut vermischt hatte. Er liebte diesen Hauch von Eisen auf seiner Zunge. Gerade wollte er den Blutsekt aus ihrem Nabel schlürfen, so wie immer. Doch nichts war wie immer. Seine Zunge war plötzlich schwer. Er konnte nur lallen. Die Hände lagen reglos auf ihrem wunden Fleisch, obwohl er sie bewegen wollte. Ein Mittel – gut verborgen im prickelnd-süßen Getränk – machte seine Muskeln unbrauchbar. Er starrte hilflos durch das Fenster in den sanft fallenden Schnee und konnte keine Worte formen.

Angewidert stieß sie ihn von sich aus dem Bett und schleppte ihn ins Bad. Wie schwer er war. Es kostete sie Mühe, den Körper über den Rand der Wanne zu hieven und ins Wasser gleiten zu lassen. Die Wunden auf ihr brannten, während das Wasser immer höher stieg. Als sie sich auf ihn setzte und sich an ihm rieb, erreichte es bereits das Kinn. Die Angst war jetzt in seinen Augen. Sie versuchte, so zu fühlen, wie er sich gefühlt haben musste. Doch sie empfand keine Lust, nur Abscheu und verließ seine Wohnung an diesem Weihnachtsabend ein letztes Mal – bargeldlos – mit dem Lohn der Vergeltung.

Der Wohner

Wilfried war introvertiert. Er lebte für sich. Teilte eine Einzimmerwohnung im fünften Stock mit seinen Gedanken. Die Fenster gingen nach hinten. Kein reizvoller Anblick störte den Feierabend. Nur die rote Backsteinmauer türmte sich vor ihm auf, das Firmengebäude hinter einem Brachgrundstück. Einen Balkon gab es nicht. Von links lärmte die Podbi, rechts lag die Eilenriede. Doch in die ging er kaum. Für ihn gab es nur Musik und das Alleinsein mit ihr. Die Podbielskistraße brauchte er. Sie brachte ihn heim.

Im Haus war es anonym. Er kannte keinen. Keiner kannte ihn. Nur ein Nicken zwischen Gesichtern, die mehr oder weniger unbekannt waren. Seine Wohnung im obersten Stock war seine Fluchtburg. Den Alltag brachte er irgendwie hinter sich, nahm die 3 oder 7 Richtung Lahe, ließ „Vier Grenzen“ hinter sich und stieg an der Haltestelle Pelikan aus. Fast genau vor dem Torbogen zur Thomastraße hielt die Bahn. Er musste nur an dem Griechen vorbei, der dort seinen Imbiss hatte. Dann hastete er die Treppen zum fünften Stock hinauf, schloss die Tür auf und verschwand meist ungesehen. Hier begann sein Ritual jenseits von Schal und Mantel. Im Schaukelstuhl setzte er sich seine Kopfhörer auf und entfloh den Geräuschen der Nachbarwohnung. An diesem Abend hatte er die Unvollendete von Schubert eingelegt. Nur einen Knopfdruck war er von ihr entfernt und von der Ruhe, die aus diesen Noten zu ihm sprach.

Aber Wilfried drückte nicht. Er hörte Schreien und Wimmern. Und obwohl er nichts hören wollte, drückte er nicht. Er wusste selbst nicht warum. Hielt es für einen Rest von Interesse an der Menschheit. Ein letztes soziales Aufflackern oder eine Erinnerung. Ein Flashback sozusagen. Er hatte lautlos geschrien, hatte als Kind den Rückzug in sich selbst gelernt.

Dann war Stille. Als ob nichts gewesen wäre. Wilfried drückte endlich und verschwand in der Musik.

Von da an lauschte er jeden Abend mit der Fernbedienung in der Hand. Nicht immer konnte er die Laute einordnen. Er war froh, wenn er nichts hörte. Töne wollten ihn zum Beteiligten machen, außerhalb von Fugen und Sinfonien. Das war neu und fremd. Er wollte es nicht.

Auch an dem Abend, als er Jule traf. Sie lag auf dem obersten Treppenabsatz und schlief. Er hätte über sie hinwegsteigen müssen. Für seine Beine kein Problem. Doch er schaffte es nicht. Sie war ein Hindernis auf seinem Weg zur Fluchtburg. Er rüttelte den kleinen Körper, aber sie erwachte kaum. Sie musste das Kind aus der Nachbarwohnung sein. Er klingelte, obwohl das Kontakt bedeutete. Kontakt mit Menschen, die er nicht kennen wollte. Er kannte sie durch die Wand. Mehr, als ihm lieb war. Doch niemand öffnete.

Im Treppenhaus war es kalt. Die Pfützen, die seine Schuhe verursacht hatten, waren im zweiten Stock immer kleiner geworden und schließlich ganz versiegt. Kurz vor Winter sollte man in Wohnungen schlafen, dachte er. Das Mädchen zitterte. Die Lippe war aufgeschlagen. Eine Weile überlegte er, sie einfach auf dem Podest zuzudecken, aber wenn jemand Fremdes ins Haus kam? Vielleicht hatte sie sich ausgesperrt. Es nutzte nichts. Er schrieb einen Zettel, falls jemand zurückkam, der sie vermisste und nahm sie mit in seine Wohnung. Den Fremdkörper.

Jule merkte nichts. Sie blinzelte nicht einmal. Wilfried zog das Klappsofa aus und deckte sie mit seinem Oberbett zu. Er selbst war verstört, fühlte sich unwohl in seinen eigenen vier Wänden und suchte Zuflucht zwischen den Kopfhörern. Spät schlief er im Schaukelstuhl ein.

Noch vor dem Weckerklingeln zupfte etwas an seinem Hosenbein. Das kleine Mädchen war vor ihm aufgewacht. Niemand hatte sich darum gekümmert, wo sie geblieben war oder er hatte nichts gehört. Jule sagte kein Wort. Sie weinte nur leise. Er nahm sie an die Hand, schloss die Wohnungstür hinter sich und klingelte gegenüber. Nur durch einen Spalt kam ein Arm, der zupackte. Die Zweijährige wurde hineingezogen. Keine Frage, kein Danken, keine Erleichterung. Noch bevor er Luft geholt hatte, war die Tür wieder zu.

Wilfried taumelte zurück. Verrichtete im Bad die nötigsten Dinge und floh dann aus der entweihten Wohnung. Er hatte dort so gerne Zeit verbracht. Er war ein Wohner. Leben konnte er nicht. Nicht mit Menschen. Sie machten ihm Angst.

Während er in der U-Bahn zum Lister Platz fuhr, musste er an das zerknüllte Bett denken, in dem Jule geschlafen hatte. Es gehörte nicht mehr ihm allein. Entwohnt war es, wie seine Räume durch die Töne. Er würde umziehen müssen. In eine neue Einsamkeit. Sie war der Segen großer Städte …

Jule ließ ihn nicht mehr los. Sie lebte in seinen Gedanken. Abends versuchte er die Schrecken jenseits der Wand zu überhören. Sie gingen ihn nichts an. Jule ging ihn nichts an. Das blasse Kind mit der verletzten Lippe …

Eine neue Wohnung hatte er bereits in der Walderseestraße. Da würde er alles vergessen können.

An seinem letzten Abend in der Thomastraße war es nebenan seltsam still. Nur wenn er sich anstrengte, konnte er ein Wimmern vermuten. Seine Möbel und Habseligkeiten hatte er bereits aus der Wohnung geschafft. Aber das Bett war dageblieben, das Julebett. Er hatte es an den Nachmieter verkauft. Dinge konnten Erinnerung sein. Er brauchte keine.

Als er kurz vor dem Gehen sein Namensschild von der Tür kratzen wollte, lag Jule auf seiner Schwelle. Klein, zerbrechlich und schluchzend gekrümmt mit Farbe an Händen, Körper und Schuhen. Die Farbe war unter der Nachbartür hindurch auf das Podest gelaufen. Sie roch süßlich. Wilfried wusste sofort, dass es Blut war. Weg, nur weg, sagte sein Instinkt. Rette das Kind, schrie das kleine bisschen Leben aus seiner Seele. Wilfried hob Jule auf, trug sie die Treppen hinab durch den Torbogen zur Podbi. Immer schneller wurde er. Auf der Treppe zur Polizeiwache setzte er das Mädchen ab und floh in Richtung Norden zum Mittellandkanal. Von dort rief er die Wache an. Meldete das Blut und Jule, die vor der Tür fror.

Auf der Brücke riss er sich den Mantel vom Leib. Er war voll von Jule und fremdem Blut, von dem er nicht einmal wusste, wem es gehört hatte. Das Kleidungsstück flatterte hinab. Es entledigte sich seiner Spuren im Wasser selbst. Aber Wilfried hatte auch Haut. Die konnte er nicht ausziehen. Hände, die ihn erinnern würden. Wo immer er wohnte.

Die Beamten, die seine Leiche später bargen, fanden das Handy in seiner Hosentasche. Sie identifizierten es als das Mobilteil, von dem aus die Polizei verständigt worden war. Der Mord in der Thomastraße galt damit als aufgeklärt. Den Täter hatte die Last der Schuld in den Tod getrieben, kaum dass die Tat verübt worden war, stand im Polizeibericht. Weitere Spuren hatte das Wasser vernichtet.

Der Freund von Jules Mutter blieb unbehelligt. Er verschwand in der Anonymität der Großstadt.

Die Spur

Es war einmal ein Mann, der nach anfänglichem Unwohlsein darüber nachdachte, dass vielleicht etwas mit ihm nicht stimmte. Wenn um ihn Stille war, horchte er in sich hinein. Vor allem im Dunklen war er sich selber nah und ging in sich hinein.

Ja, hier drückte etwas, grübelte er, dort fühlte es sich möglicherweise anders an als sonst. Angst überkam ihn, nackte Angst. Es konnte sein, dass er krank war. Fast spürte er die Anwesenheit von etwas Unausweichlichem, aber er konnte es nicht greifen, nicht fassen, was es sein konnte.

Heimlich ging er an dem Tag zum Arzt, als er bemerkte, dass auch seine Hautfarbe blass geworden war. Nun war es nicht länger eine Vermutung. Er war offensichtlich erkrankt. Nur woran? Das konnte er nicht sagen. Wo es ihm weh täte, fragte der Doktor, doch er vermochte nur sein diffuses Unwohlsein und das gelegentliche Zwicken im Bauchraum nennen.

Beim Ultraschall nickte der Arzt und sagte, dass er einen Verdacht habe. Die Blutuntersuchung müsse aber noch abgewartet werden.

Müde ging der Mann nach Hause. Das alles war zu viel für ihn. Vor allem, dass sich der Mediziner so in Schweigen gehüllt hatte, konnte nichts Gutes bedeuten. Wahrscheinlich wollte er ihn einfach noch nicht mit der Wahrheit konfrontieren. Mit der grausigen Wahrheit, dass er nach einer Reihe von entwürdigenden Behandlungsversuchen sterben würde. Fast vierzehn Tage lang gelang es ihm nicht, nach seinen Blutergebnissen zu fragen. Er war wie gelähmt. In dieser Zeit war er noch blasser geworden, Müdigkeit und Unwohlsein hatten zugenommen. Nachts horchte er in sich hinein, hielt Zwiesprache mit seinem Innersten und wusste, dass ihm im Grunde nichts anderes übrig blieb, als endlich die Wahrheit zu wissen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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