Laura und der Vampir - Christine Stutz - E-Book

Laura und der Vampir E-Book

Christine Stutz

5,0

Beschreibung

Laura Barkley ist Mikrobiologin. Seit dem Tod ihres Mannes arbeitet sie an einem Serum, das Menschen retten soll, die an der sogenannten Bluterkrankheit erkrankt sind. Eine Gruppe Vampire bittet Laura um Hilfe. Einer der Vampire, Frank, entführt Laura, als sie ihre Hilfe verweigert. Laura gelingt die Flucht. Bei ihrem Schwiegervater, ein Freund der Vampire, trifft sie erneut auf Frank. Wieder bittet er Laura um ihre Hilfe. Laura zögert. Sie weiß nicht, ob sie helfen kann, denn sie ist selbst todkrank und hat nicht mehr lange zu leben. Doch Frank bleibt bei Laura. Er und seine Freunde helfen ihrem Bruder bei der Jagd nach Abtrünnigen Vampiren. Frank drängt Laura, ihm in seine Heimat zu begleiten.. Denn Frank hat ein Geheimnis: Laura gleicht seiner, vor 150 Jahren ermordeten, Ehefrau Laurien wie ein Zwilling. Frank ist sich sicher. Laura ist Laurien. Sie ist nach all den Jahren zu ihm zurückgekommen!

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Laura und der Vampir

LauraImpressum

Laura

Und der

Vampir

Kapitel

„Das ist es“ sagte Laura glücklich „Endlich!“ Sie lehnte sich müde in ihrem Stuhl zurück und schloss kurz ihre Augen. Sie hatte endlich die richtige Formel gefunden. Morgen früh, als aller erstes, würde sie die Formel testen. Müde rieb sie sich die Augen und zog sich ihren Kittel aus. Laura seufzte. Der Kittel war auch schon wieder zu groß. Sie musste mehr essen, dachte Laura grimmig. Ihr Blick fiel auf die große Wanduhr. Sie erschrak, schon wieder fast Mitternacht. Wann würde sie mal pünktlich Feierabend machen?

Ihr Handy klingelte, und ohne aufs Display zu schauen wusste Laura, wer es war. „Ich bin ja schon auf dem Heimweg.“ Sagte sie in das Handy. Sie lächelte. Das konnte nur Tony sein, der sich wieder mal Sorgen um sie machte. Wie jeden Tag.

„Sieh dich vor, bitte. Es geschehen merkwürdige Dinge in den letzten Tagen!“ sagte Tony auch prompt. „Warte vor der Tür. Ich bin zwei Straßen weiter und sammel dich gleich ein.“ Befahl er streng. Dann fiel ihm noch etwas ein. „Hast du deine Medizin genommen!“ fragte er besorgt.

Laura bejahte. Sie legte ihr Handy fort und verließ das Labor. Wie immer war sie die Letzte und schloss die Tür. Seufzend ging sie zum Bürgersteig. Sie hasste die Dunkelheit. Sie machte ihr Angst. Sie erinnerte Laura an ihre Krankheit. Und daran wollte sie nicht denken.

Sie war erst einige Schritte gegangen, als ein Geräusch hinter ihr, sie aufschrecken ließ. Sie drehte sich um, sah aber Niemanden. Laura hasste es. Sie hasste Gruselfilme, die alle in der Dunkelheit spielten. Wieder ein Geräusch.

Jetzt ging sie etwas schneller. Das Gefühl. verfolgt zu werden, ließ sie nicht los. Wieder drehte sie sich um. Nichts zu sehen. Laura schniefte, dann lief sie in einem großen Mann, der aus dem Nichts vor ihr aufgetaucht war. Laura schrie erschreckt auf.

„Doktor Barkley?“ fragte der Mann Laura mit dunkler Stimme. Er sah sie interessiert an. Laura nickte und hob ihren Kopf. Dann straffte sie ihre Schultern und versuchte an dem Mann vorbei zu gehen.

„Was wollen sie. Ich werde jeden Augenblick abgeholt“ sagte sie energisch. „Lassen sie mich vorbei!“ sagte sie laut. Von Tony hatte sie gelernt, energisch aufzutreten. Sie versuchte, wütend zu schauen, dem Mann nicht ihre Angst zu zeigen.

„Ja, allerdings werden sie abgeholt….. Von mir“ sagte der große Mann erstaunt. Diese Stimme! Diese einzigartige Stimme! Diese Frau hatte eine Stimme, die er unter Millionen wiedererkannt hätte. Ungläubig schüttelte er seinen Kopf.

„Sie haben einen großen Knall, Mister.“ antwortete Laura verärgert. Weit hinten konnte sie jetzt Tony in die Straße einbiegen sehen. Gleich würde er hier sein. Erleichtert hob sie ihre Hand. Gleich würde Tony ihr zu Hilfe eilen.

Der Mann schüttelte sich kurz. „Doktor Barkley, ich werde sie jetzt mitnehmen. Wir brauchen ihre Hilfe. Es wäre gut, wenn sie kooperieren würden. Das macht die ganze Sache erheblich leichter für uns beide“ sagte der Mann erneut und griff Laura an den Schultern. Wieder ein bekanntes Gefühl. Der Mann war verwirrt. Er musste unbedingt ihre Augen im Licht sehen.

Laura überkam die Angst. Was hatte der große Mann hier vor? Was hieß, er wolle sie mitnehmen! Auf gar keinen Fall. Sie würde sich doch nicht entführen lassen! Alles kann zu einer Waffe werden, hatte Tony ihr immer wieder gepredigt. Laura holte aus, schwang ihre Handtasche und traf den überraschten Mann damit am Kopf. Dann trat sie ihm kräftig auf dem Fuß. Während er noch aufschrie und sich den Kopf hielt rannte Laura los. Gleich hatte sie Tony erreicht und war in Sicherheit. Er musste sie laufen sehen, denn er beschleunigte seinen Wagen.

„Tony“ schrie Laura laut. Laura hob ihre Tasche, um Tony Zeichen zu geben, als sie plötzlich den Boden unter den Füßen verlor, und in der Luft schwebte. Sie schrie laut auf. Sie konnte Tony unter sich sehen, wie er immer kleiner wurde.

„Verdammter Mistkerl, lassen sie mich umgehend runter. „Hören sie nicht, Idiot!“ Wieder schlug Laura mit ihrer Handtasche auf den großen Mann ein, der sie fest in seinen Armen hielt und mit ihr über die Dächer flog. Unter sich hörte sie Tony nach ihr rufen. Sein Streifenwagen blinkte in der Nacht. Jetzt hatte sie den Angreifer erneut gut getroffen. „Verdammt, Lady“ fluchte der Mann. Er ließ sie kurz los und Laura fiel durch die Nacht. Laut schrie sie auf, dann hatte der Mann sie erneut ergriffen und nahm ihr jetzt die Handtasche ab. Die Tasche landete auf einem der Dächer unter ihr. Laura schrie wütend. Jetzt trat sie nach ihm und biss ihn in den Arm.

„Verdammt, lassen sie das, oder wir stürzen ab!“ schrie er sie jetzt an. „Mir doch egal“ schrie Laura. Ihr war das wirklich egal. Wieder biss sie den Mann heftig. Laut fluchend landete er auf dem nächsten Dach. Er ließ Laura kurz los, um sich die Bisswunde genauer anzusehen. „Verdammt, ihre Zähne sind fast so spitz wie meine“ fluchte er wütend. Er leckte kurz über seine Wunden. Dann griff er wieder nach Laura. Sie rammte ihm ihren Ellenbogen in den Magen und rannte zur Feuertreppe. Noch im Laufen zog sie ihr Handy aus der Hosentasche und wählte die Kurzwahl für Tony. „Tony, ich bin auf den Dach gegenüber des großen Metro Einkaufszentrums.“ Rief sie ins Handy. Dann hatte der Mann sie eingeholt und entriss ihr das Telefon. Es flog über das Dach auf die Straße herunter. Dort zerbrach es in tausend Teile.

„Verflucht, Doktor Barkley, ihr Doktorvater hatte gesagt, sie seien ruhig, besonnen und ausgeglichen. Sehr logisch! Er muss sie mit jemanden verwechselt haben“ fluchte der Mann wieder und hielt Lauras Hände fest, als sie nach ihm schlug. „Nun geben sie endlich Ruhe!“ herrschte der Mann Laura wütend an.

„Lassen sie mich in Ruhe“ schrie Laura ihn an. Wieder trat sie nach ihm, doch diesmal wich der große Mann geschickt aus. Wahnsinn, wie schnell er ist, ging es Laura durch den Kopf.

Jetzt hörte Laura von weiten Streifenwagen heran rasen. Sie grinste, als die ersten Wagen vor dem Gebäude hielten. Tony war also hier. Gleich würde er sie retten.

„Verdammt Lady, ihr Freund ist gut, „ sagte der Mann. „Aber nicht gut genug. Er wird nie rechtzeitig hier sein.“ Der große Mann grunzte heftig.

„Keine Chance, Mister. Wie wollen sie denn jetzt hier wegkommen,“ fragte Laura ihn. Sie sah, wie Tony das Gebäude betrat. Sie musste nur noch eine Minute durchhalten, dann war er hier.

„Ebenso wie wir hier heraufgekommen sind, Lady. Wir fliegen“ sagte der Mann. „Was jetzt kommt haben sie sich selbst zuzuschreiben.“ sagte er drohend.

Er band Lauras Hände auf den Rücken und steckte ihr einen Knebel in den Mund. „Endlich Ruhe“ sagte der Mann erleichtert. Dann hob er Laura hoch und erhob sich wieder in die Luft. Laura fluchte durch den Knebel und trat um sich. Dieser dämliche, grobe Idiot! Sie konnte eben noch Tonys Gesicht erkennen. Wie er ungläubig auf dem Dach stand und zusah wie sie immer kleiner wurde.

„Halten sie verdammt nochmal still, Doktor, ich habe auch so schon genug Gewicht zu tragen“ sagte der Mann. „Sie sind nicht gerade ein Leichtgewicht“ sagte er grimmig. Jetzt strampelte Laura noch wütender. Sie war nicht fett! Ganz im Gegenteil! Ihr Arzt hatte gerade gestern gesagt, sie müsse unbedingt mehr essen!

Der Mann grinste und schob Laura etwas weiter unter seinen Umhang. Irgendwie fühlte sie sich so dermaßen vertraut an. So, als sei sie schon immer mit ihm geflogen! Der große Mann schüttelte den Kopf über sich selbst. Er sollte sich besser auf seine Aufgabe konzentrieren, statt in Erinnerungen zu schwelgen. Sein Auftrag war wichtiger als unnütze Erinnerungen! Er sah auf die Frau in seinen Armen. Endlich hatte sie ihren Widerstand aufgegeben. Das machte die Sache etwas leichter.

Laura seufzte. Sie hatte es aufgegeben, sich zu wehren. Eigentlich war sie jetzt neugierig, was passieren sollte. Und, sie hatte nichts zu verlieren. Jetzt konnte Laura von weiten einen großen Umriss sehen.

Eine große Villa kam näher und der Mann hielt genau darauf zu. Jetzt landete er in einem Vorhof und ließ Laura endlich los. Ihre Füße versagten den Dienst und sie knickte ein. Der Mann hielt sie fest. Dann löste er ihre Fesseln.

„Sie sind er größte Mistkerl, der mir je untergekommen ist! Was fällt ihnen ein, mich zu entführen! Sie elender Bastard!“ schrie Laura ihn an. Dann stockte sie.

Der Morgen graute bereits. Sie sah, wie der Mann besorgt seine Augen zusammen zog und schweigend Richtung Eingang ging.

„Danke, dass sie hier sind. Folgen sie mir, Doktor Barkley“ sagte er endlich und öffnete die Tür.

„Den Teufel werde ich tun“ sagte Laura erbost. Sie wandte sich zum großen Tor und versuchte es zu öffnen. Vergeblich. Es bewegte sich keinen Millimeter. Verdammt, sie hasste ihre Schwäche. Jetzt versuchte sie darüber zu klettern. Immer wieder rutschte sie ab und fluchte.

Der Mann sah besorgt zum Himmel, dann kam er zu ihr und griff sie am Arm. „Vergessen sie es, Lady, Ich sagte bereits, kommen sie mit!“ sagte der Mann drohend. Ohne auf ihren Widerstand zu achten, zog er sie in die große alte Villa. Der Mann atmete erleichtert auf.

Drinnen wurde Laura von drei anderen Männern empfangen.

„Verflucht, Frank, das war in letzter Sekunde. Es wird bereits hell.“ Sagte ein etwas älterer Mann und reichte den großen Mann die Hand. „Wir könne dich nicht auch noch verlieren!“

„Ich wäre bereits viel früher hier, doch Doktor Barkley war nicht besonders entgegenkommend,“ sagte der große Mann jetzt. „Der Flug war alles andere als angenehm!“ Er verschränkte seine Arme. „Sie Stinktier“ fauchte Laura. Giftig sah Laura ihn an.

„Sie kann fast so gut zubeißen wie wir.“ Frank, so hieß der große Mann wohl, zeigte auf seinen Arm. Dort unschwer zu erkennen. Lauras Bisswunde. „Und dann war auch noch ihr Freund hinter uns her.“ erklärte Frank. „Ein Polizist. Es muss unbedingt ein Polizist sein!“ Wütend sah er zu Laura herüber. Dann grunzte er wütend. Sie zog seinen Blick magisch an. Was war nur los mit der Frau? Das war unmöglich. Seit damals hatte ihn nie wieder eine Frau interessiert. Nicht, dass er nicht Sex gehabt hätte. Aber keine Frau hatte seitdem seine harte Schale durchdringen können. Frank fluchte still.

Laura stand im Raum und sah sich interessiert um. Eine schöne alte Villa. Dunkel und alle Fenster waren verhängt. Kein Tageslicht drang durch die schweren Vorhänge. „Ich kenne die Villa. Sie ist Eigentum meiner alten Universität und steht seit Jahre leer“ sagte sie jetzt. Der ältere Mann nickte.

Laura überlegte weiter, das konnte sie am Besten. Sie war die halbe Nacht durch die Luft geflogen. Der Mann hatte sie getragen und hatte sie zu einer wirklich alten Villa gebracht, in der nun kein Tageslicht drang. Absurderweise machte ihr das überhaupt keine Angst. Ganz im Gegenteil. Nein, sie war mehr neugierig, als ängstlich.

„Was erwartest du, Frank! Natürlich hat sie sich gewehrt! Die Frau hatte wahrscheinlich Wahnsinns Angst vor dir, Frank, du warst bestimmt wieder voreilig“ sagte der ältere Mann und kam nun zu Laura herüber. „Du hast dich bestimmt nicht mal vorgestellt!“ Er reichte ihr seine Hand. „Sie müssen sich nicht fürchten Doktor Barkley. Wir wollen ihnen nichts tun. Wir brauchen dringend ihre Hilfe. Ich bin Charly, Ihr Entführer, das ist“ er wies auf den großen Mann, „Das ist Frank. Die anderen sind Sam und Daniel.“ stellte der Mann sie nun vor.