Liebe - So oder anders - Sabine Genau - E-Book

Liebe - So oder anders E-Book

Sabine Genau

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Beschreibung

Eine Liebesgeschichte, die sich im Internet abspielt. Ein unverhofftes Wiedersehen nach zehn Jahren. Ein heißer Flirt. Und eine überraschend beglückende Begegnung im Alltag. Vier Geschichten, ein Thema: die Liebe. Mal so und mal anders.

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Seitenzahl: 38

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Sabine Genau

Liebe - So oder anders

Vier Kurzgeschichten

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Kapitel 1

Internet Liebe

Nicht mit Dir und nicht ohne Dich

Der Kuss

Begegnung

Impressum

Kapitel 1

Internet Liebe

Sie fühlt sich wohl mit sich selbst, genügt sich. Sie denkt nach, findet Geborgenheit in ihren Gedanken, findet Kreativität, Träume, die Hoffnung auf noch vieles in ihrem Leben. Sie mag ihr Leben, so wie es ist. Sie fühlt sich wohl mit sich selbst, genügt sich.

Doch die Erinnerung an große Emotionen, an mehr als sich wohl fühlen, an Gefühle, die sich auf ein Gegenüber richten, die glücklich machen oder zerstörerisch wüten, diese aufwühlende Erinnerung lebt latent in ihrer Bauchgegend und wandert durch ihren Körper, erreicht ab und an sogar den Kopf. So wie jetzt gerade. Die Erinnerung setzt sich im Kopf fest, wird Bewusstsein eines Mankos in ihrem so gemütlichen Leben, wirbelt ihre Wohlfühl-Einsamkeit durcheinander, fordert sie heraus. Ihr Herz beschleunigt bei dem Gedanken, ein neues Gegenüber könnte ihre Genügsamkeit beeinträchtigen, Sehnsucht erzeugen und ihrer verschlafenen Gefühlswelt wieder neues Leben einhauchen.

Sie hat keine Chance des Abwehrens der Wünsche, die aus ihrer Bauchgegend in den Kopf aufsteigen, einer nach dem anderen, eine wahre Flut macht sich breit und erlaubt ihr gar keinen abweichenden Gedanken mehr. So gibt sie sich denn dem fordernden Verlangen hin, welches sie bald schon gar nicht mehr in Bauch oder Kopf verorten kann, denn längst hat sich die Phantasie eines erreichbaren Glücks ihres ganzen Seins angenommen. So muss sie nun handeln, ob sie das wirklich will oder nicht, sie wird zur Getriebenen ihrer ungestillten Bedürfnisse. Sie schreitet also zur Tat und konsultiert das ihr am erfolgversprechendsten scheinende Medium, die Welt der grenzenlosen Möglichkeiten: das Internet.

Es ist berauschend, so in seinen Bedürfnissen umhersurfen zu können, es ist wie ein Katalog, wo man sich vermeintlich gerade das bestellen kann, was man gerade braucht. Alle sind hier so einfühlsam, verständnisvoll, attraktiv und alle wollen sie auf Händen tragen. Das fühlt sich gut an. Besser sogar, als sich mit sich selbst wohl zu fühlen. Vorübergehend zumindest. Sie spürt die Hormonausschüttungen, die in ihrem Gehirn stattfinden, das kann sie sich selbst natürlich sonst nicht bieten.

Doch leider – schnell verfliegt die Euphorie, denn die Attraktiven entlarven sich als unansehnlich und die Verständnisvollen hinterlassen bei ihr am Ende meist auch nicht gerade den einfühlsamsten Eindruck. Bis auf einen. Es gibt da einen, der sich für sie aus der Masse abhebt, einer, der sie anzieht durch die Worte, die er ihr zunächst schreibt. Er wird ihr zu etwas Besonderem, etwas Einzigartigem unter all den angeblich Großartigen. Er dringt in ihre Gefühlswelt ein, schleichend und zunächst unbemerkt, aber einmal dort angelangt nistet er sich ein und sie wird zusehends wehrloser gegen seine Anwesenheit. Das erste Gespräch gestaltet sich flüssig, angenehm, seine Stimme schmeichelt ihrem Ohr, ohne dass er es nötig hätte sich durch seine Wortwahl bei ihr einzuschmeicheln. Er ist kein Mann der großen Komplimente, er wirkt durch sein natürliches Charisma, welches ihr durchs Telefon entgegenzuschweben scheint.

Sie ist beglückt durch seine regelmäßigen Anrufe, die bald täglich bei ihr eingehen. Man hat sich viel zu sagen, mal persönliches, mal banales, ganz egal, er interessiert sich offensichtlich für sie, ist angetan von ihr. Er ist männlich, er schmeichelt ihr durch den Klang seiner Stimme, er ist so gebildet, auch gefühlvoll scheint er sein zu können, doch das versucht er noch vor ihr zu verstecken. Ohne diese Telefonate möchte sie nicht mehr sein. Ihre Augen leuchten, wenn sie von ihm erzählt, fast verliebt scheint sie schon zu sein in ihn. Doch wie kann das gehen, übers Telefon, nur über die Stimme, nein, da ist schon mehr als nur das, ein feines kleines Band hat sich da zwischen ihnen gesponnen, das sie nicht erklären kann oder mag. Unnötig, sie empfindet es und möchte es einfach nur genießen.