Mein Eisleben - Dirk Ecke - E-Book

Mein Eisleben E-Book

Dirk Ecke

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Beschreibung

Kann man die Zeit einfangen? Der 4.Dimension ein Schnippchen schlagen? Mit diesem Spaziergang durch die Lutherstadt Eisleben könnte es klappen! Wir wandern durch die Straßen von heute und beamen uns gleichzeitig zurück in das Jahr 1980. "Stimmt, vor dem Ochsen stand ja der Lenin mal hier" , erinnern sich die Alten. "Krass, es gab sogar mal ein Kino?", staunen die Jungen. An vielen Stellen hat der Zahn der Zeit sehr offensichtlich sein Werk getan: Denkmäler sind zugewachsen oder ausgetauscht. Gebäude und Straßen wurden dem Bedürfnis nach westlichem Standard angepasst, Fußgänger durch Autos ersetzt. Manchmal jedoch muss man sehr genau hinschauen, um sichtbare Spuren von Veränderung zu entdecken: Das Antennenmeer auf den Dächern, ein Haufen Briketts vor dem Hauseingang, ein fehlendes Wort über der Buchhandlung, der einsame Trabbi am Straßenrand. Und es gibt Orte, da glaubt man tatsächlich, die Zeit sei stehengeblieben. Wäre da nicht inzwischen ein kleiner Baum in den Himmel gewachsen. Historische Fakten und persönliche Erinnerungen ergänzen die Fotoshow. Der Autor führt uns zu den bedeutsamsten Gebäuden seiner Stadt, zu Händlern und Schuhmachern, die allen Stürmen trotzten, und zu den Plätzen seiner Kindheit. Fordert mitunter unsere Geduld an Plätzen, die ihm besonders ans Herz gewachsen sind. Und lässt uns vielleicht mit den Schultern zucken am Einfamilienhaus seines ehemaligen Schulfreundes, den es heute schon nicht mehr gibt. Wie nebensächlich in der Geschichte einer über 1000 Jahre alten Stadt! Und doch zeugt auch diese scheinbare Nichtigkeit davon: Nichts ist von Dauer. Panta Rhei. Schade, dass der Fotograf des Jahres 1980 seinen Farbfilm vergessen hat und seine bewundernswerte Ausdauer nicht mehr für alle Straßen und Plätze reichte. Doch was juckte es schon den jungen Mann von damals, dass er 44 Jahre später mal seinen eigenen Spuren folgen würde!

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Seitenzahl: 44

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Meyers Lexikon Band VI Seite → - → von 1886:„Eisleben (Islebia), Stadt in der preußischen Provinz Sachsen, Regierungsbezirk Merseburg, mansfelder Seekreis, Hauptstadt desselben u. ehemals der Grafschaft Mansfeld, liegt im Westen des süßen u. des salzigen See’s u. besteht aus Altstadt, Neustadt u. 3 Vorstädten. Die Stadt, besonders berühmt als Geburts- u. Sterbeort Luthers, hat 5 evangelische Kirchen (darunter die Andreaskirche mit Denkmale der alten Grafen von Mansfeld u. die Peter-Paulkirche, mit dem Taufstein, an dem Luther getauft worden sein soll), ein Schloß, Gymnasium (von Luther 2 Tage vor seinem Tode gestiftet), Schulseminar, eine Bergschule, Armenschule und 11 118 Einw. Das Geburtshaus Luthers, in der langen Gasse, brannte 1689 bis auf das untere Stockwerk ab, wurde aber durch milde Beiträge wieder aufgebaut und 1693 zur Freischule für arme Waisen eingerichtet. Bei der Reformationsfeier 1817 nahm Friedrich Wilhelm III. das Haus in seinen gnädigen Schutz, so dass dasselbe für immer in seiner Form erhalten werden soll; die Freischule wurde mit festem Einkommen ausgestattet, durch Anbau eines Hintergebäudes erweitert und mit einem Schullehrerseminar verbunden. Es werden an 170 arme Kinder darin unterrichtet. Das Haus enthält mancherlei Reliquien von Luther. Die Stadt ist Sitz eines Bergamts u. hat wichtigen Bergbau auf Kupfer und Silber, 2 Kupferhütten, ein Vitriolwerk, welches sogenanntes eislebener Grün liefert, Salpeter- und Potaschensiedereien, Weberei, Tabaksfabriakation ec. In der Nähe liegt das Welfesholz, wo am 11. Febr. 1115 zwischen den Kaiserlichen unter Graf Hoyer von Mansfeld und den sächsischen Fürsten und Erzbischöfen eine Schlacht vorfiel. Die Altstadt von E. kommt urkundlich schon 974 vor; sie erhielt 1045 Münz-, Markt- und Zollrecht. Im Jahre 1082 wählte ein Konvent deutscher Fürsten zu E. den lothringischen Herzog Hermann, der hier residierte, zum deutschen König, weshalb die Stadt mit Ausnahme des Schlosses 1083 von den Bremern und Hildesheimern, den Feinden Hermanns, erobert und verbrannt wurde. Nach dem Wiederaufbau des Orts gab besonders der Bergbau Veranlassung zu seiner Erweiterung. Den 11. Nov. 1483 wurde hier Luther geboren, der den 18. Febr. 1546 auch hier starb. Nachdem E. während der Bauernunruhen 1525 zum Theil zerstört worden war, wurde die Neustadt angelegt. Im Jahre 1579 ward hier der eislebensche Tauschreceß zwischen Kursachsen u. dem Erzstift Magdeburg abgeschlossen. Im dreißigjährigen Kriege wurde die Stadt wiederholt geplündert. Nach dem Aussterben der Grafen von Mansfeld 1780 kam E. an Sachsen und 1815 an Preußen.“

Stadtplan von 1932

Vorwort

In diesem Buch machen wir einen Spaziergang durch die Lutherstadt Eisleben. Alle Fotografien habe ich aufgenommen - ausgenommen natürlich Fotos, auf denen ich selbst zu sehen bin. Die Schwarz-Weiß-Bilder sind größtenteils in den 80-er Jahren entstanden. Von 1980 bis 1984 studierte ich in Wismar und arbeitete anschließend in Schwerin. Auf Heimaturlaub in meinem Elternhaus schnappte ich mir meine Praktika und nahm so ein Stück meiner Geburtsstadt auf Zelluloid in meinen neuen Wirkungskreis mit. Nun über 40 Jahre später kam die Idee auf, diese Fotos von damals nachzustellen. Nicht bei jedem Bild ist das möglich. Einige Bauwerke sind abgerissen, andere sind durch neue Gebäude oder Bäume verdeckt. Versucht habe ich auch, dass bei den gegenübergestellten Aufnahmen ungefähr die gleiche Jahreszeit herrscht. Die unter- bzw. nebeneinander angeordneten Fotos sind sozusagen ein „Doppel-Wumms“ - so auch der Arbeitstitel des Buches.

Da ich 2016 an einem Stadtführer-Lehrgang der Volkshochschule Eisleben teilgenommen habe, füge ich manches erworbene Wissen zu den jeweiligen Bauwerken in knapper Form bei. Auch spiegeln sich in den Texten alte Erinnerungen und persönliche Meinungen wider. Es gibt leider auch Stadtteile, die in diesem Buch nicht vorkommen, denn mein „Jagdgebiet“ war begrenzt. In den Achtzigern gab nun mal noch keine gutentwickelte Digitalfotografie - mit den Filmen wurde sparsam umgegangen und nicht alles in beliebig verschiedenen Perspektiven aufgenommen. So habe ich traurigerweise keine Aufnahmen von der Wilhelm-Pieck-Siedlung, Gerbstedter Straße oder vom Klosterplatz gemacht. Nobody is perfect!

Dies schreibt Wikipedia über meine Heimatstadt: „Lutherstadt Eisleben ist eine Mittelstadt und die zweitgrößte Stadt im Landkreis Mansfeld-Südharz im östlichen Harzvorland in Sachsen-Anhalt. Bekannt ist sie als Geburts- und Sterbeort Martin Luthers. Zu Ehren des größten Sohnes der Stadt führt Eisleben seit 1946 den Beinamen „Lutherstadt“. Die Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg zählen seit 1996 zum UNESCO-Welterbe. Eisleben gehört dem Bund der Lutherstädte an. Die Lutherstätten in Eisleben und Wittenberg wurden zur Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt vereint. Eisleben erstreckt sich über ein Gebiet von etwa 25 mal 10 Kilometer, da mehrere Umlandgemeinden eingemeindet wurden. Der größte Ortsteil ist Helfta mit dem 1999 revitalisierten Kloster. Einwohner 22.404 per 31.12.2021“

Laut Statistischem Jahrbuch der DDR 1989 hatte Eisleben Ende 1988 26.852 Einwohner und 1971 sogar noch 30.482. 2006 bis 2020 war Jutta Fischer die Oberbürgermeisterin der Lutherstadt. Durch die gesunkene Einwohnerzahl unter 25.000 ist ihr Nachfolger Carsten Staub „nur noch“ Bürgermeister.

Ich hoffe, dass der Leser bzw. Betrachter dieses Buches Spaß beim Studium hat und ich damit vielleicht einige Erinnerungen wecken oder gar neue Erkenntnisse vermitteln kann. Vor allem soll das Buch zeigen, was für eine schöne Stadt Eisleben wurde und immer einen Besuch wert ist.

Dirk Ecke

Rezension