Mörderische Friesenhochzeit - Theodor J. Reisdorf - E-Book

Mörderische Friesenhochzeit E-Book

Theodor J. Reisdorf

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Beschreibung

Theodor J. Reisdorf, der Meister des Friesenkrimis, wie immer nordisch, spannend, originell. Bei seiner Hochzeitsfeier im "Seglerhaus" kommt der Unternehmer Franz Uhlendorf auf merkwürdige Weise ums Leben. Der herbeigerufene Arzt schließt Fremdeinwirkung aus. Aber dann lässt ein spektakulärer Einbruch in ein Norder Musikhaus den Todesfall in einem anderen Licht erscheinen...

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 402




Inhalt

Cover

Über den Autor

Titel

Impressum

MÖRDERISCHE FRIESENHOCHZEIT

Über den Autor

Theodor J. Reisdorf, geboren 1935 in Neuss, reiste quer durch Europa und Nordafrika, arbeitete in vielen Berufen, machte in Wilhelmshaven das Abitur und studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Hamburg, Köln und Mannheim. Nach dem Abschluss zum Dipl.-Handelslehrer folgte die zweite Staatsprüfung in Bielefeld mit anschließender Lehrtätigkeit in Aachen, Norden und Emden. 1997 wurde er als Oberstudienrat pensioniert. Er wohnt in Ostfriesland und schreibt als »Meister des Friesenkrimis« spannende Romane über Land, Leute und Leichen. Seine Geschichten sind ein mörderisches Muss für alle Nordsee-Fans.

Theodor J. Reisdorf

MÖRDERISCHEFRIESENHOCHZEIT

Kriminalroman

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabe

des in der Bastei Lübbe AG erschienenen Werkes

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

Originalausgabe

© Copyright 2001/2014 by Bastei Lübbe AG, Köln

Lektorat: Dorothee Cabras/Karin Schmidt

Titelbild: Tubbesing

Titelgestaltung: Tanja Dieckmann

Datenkonvertierung E-Book: Urban SatzKonzept, Düsseldorf

ISBN 978-3-8387-5446-8

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

MÖRDERISCHEFRIESENHOCHZEIT

Ein starker Nordwestwind trieb Schneeregen über den Deich. Es schien an diesem trüben Novembermorgen nicht hell werden zu wollen.

Franz Uhlendorf stand reglos am offenen Balkonfenster im Gästezimmer seines weitläufigen Hauses in Rüstersiel und hing seinen Gedanken nach. Seit dem Tod seiner geliebten Frau Senta mied er das gemeinsame Schlafzimmer mit dem großen Doppelbett. Doch auch im Gästezimmer fand er nachts kaum Ruhe. Zu frisch war noch die Trauer, zu groß der Verlust, und er fragte sich, ob er jemals ganz verstehen würde, dass Senta nicht mehr bei ihm war. Senta, die so tapfer und entschlossen gegen die schwere Krankheit gekämpft und die doch alle ärztliche Kunst nicht hatte retten können.

Sie hatte an ein Leben nach dem Tod geglaubt. Franz hatte ihr skeptisch zugehört, wenn sie abends bei einem Glas Wein zu diesem Thema gefunden und Trost bei ihrem Gott gesucht hatte. Meist war er ohnehin mit seinen Gedanken nicht ganz bei der Sache gewesen, weil ihn auch zu Hause die Probleme der Firma nicht losgelassen hatten.

Franz fuhr zusammen, als irgendwo im Haus eine Tür zuschlug, und schloss das Fenster. Mit müden Schritten ging er in sein Studier- und Arbeitszimmer hinüber, das ebenfalls im ersten Stock des Hauses lag. Er hatte noch nicht an seinem Schreibtisch Platz genommen, als es leise an der Tür klopfte und Trudi Patten mit einem Tablett das Zimmer betrat.

»Guten Morgen, Herr Uhlendorf«, sagte sie. »Ich bringe Ihnen das Frühstück.« Vorsichtig schob sie einige Akten zur Seite, breitete eine kleine Decke auf dem Schreibtisch aus, stellte ein Gedeck, Teekännchen, Sahnetopf und Kluntjebecher darauf und reichte dem sechzigjährigen Unternehmer Brotkorb und Aufschnittplatte an. »Greifen Sie nur tüchtig zu, Herr Uhlendorf. Es wird höchste Zeit, dass Sie wieder einmal ordentlich frühstücken.«

Für einen Moment erschien ein dankbares kleines Lächeln auf dem faltigen Gesicht des Unternehmers mit dem eisgrauen Bart und den blauen Augen. »Danke schön, Frau Patten. Danke für alles. Sie arbeiten nun schon so viele Jahre in diesem Haus lassen Sie mich nachdenken, zwanzig Jahre sind es bestimmt , und meine verstorbene Frau, Henning und ich, wir konnten uns immer auf Sie verlassen.« Während Franz Uhlendorf ein Kluntje in die Tasse legte, zur Teekanne griff und sich Tee einschenkte, wollte er nachdenklich wissen: »Sagen Sie, Frau Patten, glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?«

»Ich weiß es nicht genau«, antwortete sie ehrlich. »Ihre Frau war ein herzlicher, lebensoffener Mensch. Ich habe sie sehr gemocht. Oft, wenn ich hier oben aufräume oder in der Küche arbeite, habe ich das Gefühl, sie ist im Haus.«

»Tot ist tot«, murmelte Franz bitter, schnitt ein Brötchen auf und bestrich es langsam mit Butter.

»Nein, Herr Uhlendorf Irgendetwas gibt es da. Die Seele«, widersprach die achtundvierzigjährige Haushälterin, die mit einem Busfahrer der Wilhelmshavener Verkehrsbetriebe verheiratet war und schon einen erwachsenen Sohn hatte. Als Franz Uhlendorf wieder in nachdenkliches Schweigen verfiel, beschloss sie, das Thema zu wechseln: »Soll ich Ihnen zu Mittag noch einmal Sauerkraut mit Kasseler zubereiten? Das haben Sie doch immer so gern gegessen«, fügte sie hinzu und zupfte verlegen an ihrer Schürze, denn sie fühlte sich unbehaglich, wenn ihr Chef, den sie in all den Jahren stets als erfolgreichen Unternehmer und entschlossenen Familienvater kennen gelernt hatte, so niedergeschlagen war.

Franz hob nur müde die Schultern. »Wie Sie meinen, Frau Patten, wie Sie meinen. Es fällt mir immer noch schwer, allein am Mittagstisch zu sitzen.«

Doch dieses Argument wollte Trudi Patten nicht gelten lassen, auch wenn sie Franz Uhlendorf nur zu gut verstand. »Verzeihen Sie, aber Ihre Frau hat mich kurz vor ihrem Tod gebeten, dafür zu sorgen, dass Sie Ihre Mahlzeiten regelmäßig einnehmen. Und das werde ich auch tun. Sie haben ohnehin schon so viel abgenommen.«

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