Notärztin Andrea Bergen 1477 - Kathi Sommerfeld - E-Book

Notärztin Andrea Bergen 1477 E-Book

Kathi Sommerfeld

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Beschreibung

Ein Aufschrei geht durch die Reihen der Zuschauer, als Sofie Kaufmann bei der Reitvorführung auf Hof Wiesenthal vom Pferd stürzt und bewusstlos liegen bleibt. Notärztin Dr. Andrea Bergen ist sogleich zur Stelle und leitet die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen ein. Doch der Zustand der jungen Reiterin gibt Anlass zur höchster Besorgnis! Vor allem ein Gedanke treibt Andrea an: Erst vor einem halben Jahr ist Sofies Schwester Jana unter ihren Händen gestorben. Auf keinen Fall darf sie auch noch Sofie verlieren!
Die ersten Untersuchungen im Elisabeth-Krankenhaus sind ernüchternd: Sofie leidet an einem gefährlichen Tumor an der Nebennierenrinde! Sie muss sofort operiert werden! Aber Sofie weigert sich. Denn nach dem tragischen Tod ihrer Schwester Jana hat sie noch einen einzigen Wunsch, den sie sich erfüllen muss: Sie will Janas großen Traum leben ...

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Seitenzahl: 114

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Inhalt

Cover

Nichts geht mehr

Vorschau

Impressum

Nichts geht mehr

Ein letzter Schnitt noch, dann ist es so weit: Ich kann damit beginnen, die Operationswunde oberhalb der Niere zu schließen. Die schwere Tumoroperation der jungen Sofie Kaufmann ist geschafft! Erleichtert atme ich tief durch, doch da höre ich den durchdringenden Ton des Überwachungsmonitors und wenig später die entsetzte Stimme des operierenden Chirurgen Dr. Anger: »Kammerflimmern!«

Nein!, ist alles, was ich in diesem Augenblick denken kann. Nicht auch noch Sofie! Schon Jana Kaufmann, die um einige Jahre ältere Reiterfreundin unserer Tochter Franzi, ist mir unter den Händen weggestorben. Auf keinen Fall darf ich auch noch Sofie verlieren – sie hat noch so viele Träume! Als mein Blick den meines Kollegen Helmut Anger trifft, der mir kaum merklich zunickt, weiß ich auf einmal, was ich zu tun habe. Und ich zögere keine Sekunde – denn Sofie muss leben!

Sofies Herz klopfte ihr bis zum Hals, und Schweiß brach auf ihrer Stirn aus. Angst ergriff sie, das Adrenalin flutete ihre Zellen. Die Panik kam aus dem Nichts. Gleich darauf folgten Schwindel und unmenschliche, drückende Schmerzen. Es fühlte sich an, als müsste ihr Kopf jeden Moment zerplatzen.

Sie sackte in der Stallgasse zu Boden, erwischte in letzter Sekunde die Boxentür und hielt sich daran fest. Erschöpft lehnte Sofie ihre Stirn dagegen und wartete, bis die Angst nachließ. Das Holz lag angenehm kühl an ihrer Haut.

Die Schmerzen ließen so abrupt nach, wie sie gekommen waren. Sofie richtete sich wieder auf und klopfte mit zittrigen Fingern ein paar Strohhalme von der Hose. Da wackelte Fanny, die braune Warmblutstute, mit den Ohren. Neugierig kam das Pferd ein paar Schritte näher.

»Hallo, du Hübsche«, flüsterte Sofie. »Du kennst mich noch gar nicht richtig, ich weiß.« Bisher war sie nicht oft hier gewesen, stattdessen kamen dann ihre Eltern auf den Hof, um nach dem Pferd zu sehen. Sofie unterdrückte ein Seufzen. »Es ist nur so schwer herzukommen, verstehst du?«

Und das war es wirklich. An kaum einem anderen Ort wurde Sofie so deutlich bewusst, dass Jana nicht mehr lebte. Wenn sie in ihrer kleinen Wohnung war, konnte Sofie sich einreden, dass ihre Schwester bloß wie immer viel zu tun hatte. So ein eigenes Pferd machte schließlich auch Arbeit. Sie stellte sich vor, dass sie sich bald wieder zu einem Einkaufsbummel treffen würden. Sogar, wenn Sofie allein in dem Eiscafé des Einkaufszentrums saß, in dem sie immer ihren Cappuccino getrunken hatten, sagte sie sich, dass Jana nur schnell auf die Toilette verschwunden wäre und jeden Moment zurückkommen müsste.

Hier, auf dem Reiterhof Wiesenthal, war das anders. Denn normalerweise machte Sofie einen großen Bogen um Reiterhöfe, obwohl Jana mehr als einmal versucht hatte, sie mit dem Pferdefieber anzustecken. Aber vergeblich: Vor gut zwanzig Jahren, Sofie war noch in der Grundschule gewesen, hatte ein störrisches, zotteliges Pferd nach ihr geschnappt. Damit war das Thema Pferde abgehakt gewesen. Zumindest für Sofie. Für Jana hingegen war der Hof über die Jahre zu einer zweiten Heimat geworden.

Auf der Tafel, die an die Tür zu Fannys Box genagelt war, standen ihr Name und ihre Telefonnummer. In der Box selbst baumelte noch der Knabber- und Spielball aus getrockneten Kräutern, den Jana für ihre Stute gekauft hatte. Und am Schwarzen Brett des Reiterstübchen hing nach wie vor ein Aushang: Liebevolle Betreuung für gutmütige Stute gesucht. Auf nach Santiago de Compostela! Wer streichelt und putzt meine Fanny, während ich unterwegs bin?

Dabei würde Jana jetzt niemals mehr den Jakobsweg bereisen. Sofie hingegen schon – denn bei diesem Thema waren Janas Überredungskünste nicht vergebens gewesen. Dafür hatte Sofie sogar ein Sabbatjahr in ihrem Job als Lehrerin genommen. Und jetzt? Sollte sie das Jahr zu Hause und in Trauer verbringen? Nein, sie würde den Jakobsweg bereisen. Ohne Jana. Aber um ihretwillen.

Geistesabwesend durchkämmte Sofie mit den Fingern die lange Mähne der Stute. »Wenn dir nicht bald jemand den Pony schneidet, meine Hübsche, wirst du bald nichts mehr sehen.«

Sofies Magen knurrte, und sie überlegte, ob sie in der Sattelkammer noch etwas zu essen hatte, abgesehen von den Leckerlis für Fanny. Ja, eine Packung Kekse lag noch dort. Die hatte sie am Morgen im Spind ihrer verstorbenen Schwester gefunden. Butterkeks und Schokocreme, Janas Lieblingssorte. Das Haltbarkeitsdatum würde in zwei Wochen ablaufen, und Sofie wusste nicht, ob sie es übers Herz bringen würde, die Kekse vorher zu essen, geschweige denn wegzuschmeißen, weshalb sie eben vorerst unangetastet bei Fannys Zaumzeug lagen.

Die Stute wieherte, als könnte sie ihre Gedanken lesen.

»Du meinst, ich sollte die Kekse lieber dir geben?« Behutsam streckte Sofie die Finger nach der Stute aus und strich sanft über ihre Blesse. »Ich glaube, Jana hätte etwas dagegen gehabt. Zucker ist schlecht für deine Zähne.«

»Wie wär's mit einer Möhre?«

Sofie zuckte zusammen. Für einen Moment glaubte sie tatsächlich, das Pferd hätte ihr geantwortet. Mit einer dunklen und angenehm sanften Stimme. Sie schüttelte den Kopf über sich selbst und drehte sich um. Hinter ihr, in der Stallgasse, stand ein kräftiger junger Mann mit dunkelbraunen Haaren, die ihm in wirren Locken in die Stirn fehlen. Er trug eine Cordhose und ein Hemd mit hochgekrempelten Ärmeln und hielt einen Sack Mohrrüben in der Hand.

»Ich denke, dagegen ist nichts einzuwenden.« Sofie musterte den gut aussehenden Fremden augenscheinlich etwas zu kritisch, denn er streckte ihr freundlich eine Hand hin.

»Hallo, ich glaube, wir kennen uns noch gar nicht: Ich bin Ben.«

Prompt schoss Sofie das Blut in den Kopf. Ben. Das hätte sie sich ja denken können. Zumindest das charmante Lächeln wäre vielleicht ein Hinweis gewesen. Schließlich hatte Jana immer vom attraktiven Sohn des Hofbetreibers geschwärmt. Das musste er sein, dieser stets zuvorkommende, charismatische, von allen angehimmelte Ben.

Widerstrebend ergriff sie seine Hand. »Sofie Kaufmann, hallo.« Es fiel ihr schwer, nett zu ihm zu sein, dabei hatte er ihr im Grunde nichts getan – sie hatten sich ja gerade zum ersten Mal getroffen! Aber wenn es um ihre kleine Schwester ging, hatte Sofie über die Jahre eine Art Beschützerinstinkt entwickelt. Und weil Jana so von dem sympathischen Reitlehrer geschwärmt hatte, konnte Sofie ihm nicht unvoreingenommen begegnen. Ob er zu all seinen Reitschülerinnen so nett war und ihnen schöne Augen machte, um das Geschäft anzukurbeln? Die Sache hatte einen Haken, da war sie sicher.

Ben ließ ihre Finger wieder los und zog eine Möhre aus dem Sack. »Bitte schön.«

Gegen ihren Willen breitete sich ein Schmunzeln auf Sofies Lippen aus, als sie den Snack entgegennahm. Schon drückte die Stute ihre Nüstern gegen Sofies Finger und schnappte gierig nach der Leckerei.

»Fanny bedankt sich«, sagte Sofie.

»Gern geschehen.« Der Reitlehrer zögerte, dann lehnte er sich lässig gegen die Box und beobachtete das schmatzende Pferd. »In letzter Zeit hat sie ein paar Flausen im Kopf, knabbert das Holz an oder tritt gegen die Boxentür – ich glaube, das liegt an der mangelnden Bewegung.«

»Mangelnde Bewegung? Aber meine Eltern sagen, dass Fanny jeden Tag longiert wird.«

Ben zog einen Mundwinkel hoch. »Das stimmt. Außerdem verbringt sie auch viel Zeit auf der Koppel. Aber ein Pferd mit Fannys Ausbildung kann sich leicht unterfordert fühlen.« Er zögerte einen Moment und ließ, wie es Sofie schien, seinen Blick von Kopf bis Fuß über ihren Körper wandern. »Sie haben ungefähr die Statur Ihrer Schwester, oder?«

»Ich setze mich auf kein Pferd«, entgegnete Sofie, um ihm den Wind aus den Segeln zu nehmen, noch bevor er aussprechen konnte, was ihm offenbar auf der Zunge lag.

»Sie verpassen etwas«, erwiderte Ben. »Aber vielleicht möchten Sie dann wenigstens mit Fanny spazieren gehen oder ein bisschen Geschicklichkeitsarbeit am Boden mit ihr machen? Das wäre auch eine schöne Abwechslung.«

Sofie schnaubte leise. »Ich denke darüber nach – Fanny zuliebe. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nichts verpasse, nur weil ich das Glück der Erde nicht auf dem Pferderücken suche.« Sie pustete sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und hielt seinem herausfordernden Blick stand. »Ich bin sogar schon mal geritten – mit zehn Jahren, und zwar auf Ihrem Hof. Aber das Pferd ... hatte einfach keine Manieren.«

»Es hatte keine Manieren?« Ben lachte schnaubend. »Was hat es Ihnen denn getan?«

Obwohl Sofie wusste, dass er sie auf den Arm nahm, entschloss sie sich mitzuspielen. »Ich war ein zehnjähriges Mädchen und sehr durchsetzungsfähig, aber das hat Ihr Pferd nicht interessiert. Wenn ich nach rechts wollte, wollte es lieber nach links. Und umgekehrt. Manchmal ist es sogar ganz stehen geblieben und einfach nicht weitergelaufen, was ziemlich unpraktisch ist, wenn man in der Gruppe reitet und sich hinter einem alles staut. Ich weiß, Sie werden mir jetzt sagen, dass ich selbst schuld war, weil das Pferd wahrscheinlich meine Nervosität gespürt hat. Ich war auch sehr aufgeregt. Trotzdem: Ich und Pferde, das passt einfach nicht zusammen.«

Aber zu ihrem Erstaunen schüttelte Ben schmunzelnd den Kopf. Er kratzte sich am Kinn, suchte ihren Blick und fragte: »Ein Apfelschimmel?«

»Wie bitte?«

»Das Pferd, war das ein grau gesprenkeltes Kaltblut mit zotteliger Mähne?«

Gegen ihren Willen musste Sofie lachen. »Stimmt genau.«

»Klingt nach unserem Gandalf. Er ist ein ehemaliges Kutschpferd und war schon immer ein eigenwilliger Charakter. Aber mit dem Alter ist er gutmütiger geworden – dieses Jahr feiert er schon seinen vierundzwanzigsten Geburtstag.« Er musterte sie und zog fragend eine Augenbraue hoch. »Sie glauben mir nicht? Möchten Sie sich lieber selbst überzeugen?«

Sofie strich noch einmal behutsam über Fannys Nüstern, dann drehte sie sich um und verschränkte die Arme. »Gut. Schließlich hat jeder eine zweite Chance verdient.«

Sie folgte Ben durch die Stallgasse, bis er schließlich vor einer Box am Ende des Gangs stehen blieb. Das flauschige Pferd, das darinstand, sah überhaupt nicht bösartig aus. Gandalf war stämmig, aber kleiner, als Sofie ihn in Erinnerung gehabt hatte.

»Möchten Sie ihm eine Möhre geben? Er ist definitiv bestechlich.« Ben streckte ihr eine Karotte hin.

»Danke.« Tatsächlich nahm das Pferd die Rübe vorsichtig aus ihren Fingern und schmatzte dann genüsslich vor sich hin.

»Das Schnappen haben wir ihm abgewöhnt.« Ben lachte und tätschelte Gandalf liebevoll den Hals. Seine Finger lagen nur noch wenige Zentimeter neben Sofies. Plötzlich wurde ihr überdeutlich bewusst, wie nah sie sich waren. Und obwohl sich ein angenehmes Prickeln über ihren Arm ausbreitete, zuckte sie zurück.

Ben schien das nicht zu bemerken.

»Wie wär's«, sagte er, »ich habe eine Idee: Damit Fanny mehr Abwechslung hat, mache ich jeden Donnerstag Bodenarbeit mit ihr – vor der Reitstunde habe ich meist ein bisschen Luft.«

Sofie hielt den Impuls zu nicken zurück. Dieses Angebot klang viel zu großzügig, um wahr zu sein. »Und was verlangen Sie im Gegenzug?«, hakte sie nach.

»Ich möchte lediglich, dass Sie eine Reitstunde nehmen. Dann haben Sie es wenigstens ausprobiert. Wenn der Reitsport nichts für Sie ist, ist das in Ordnung. Aber kann ich Sie wenigstens zu einer einzigen Stunde überreden?«

Ein leises Seufzen zwängte sich über Sofies Lippen. Sie war nicht der Typ Mensch, der gerne Neues ausprobierte. Und Spontaneität machte ihr Angst. Aber gleichzeitig mahnte eine Stimme in ihrem Hinterkopf, dass das Leben schöner wäre, wenn man sich ab und zu etwas traute. Und dass sie ihre Zurückhaltung ohnehin ablegen musste, wenn sie in vier Wochen aufbrechen wollte, um den Jakobsweg entlangzupilgern.

Aber auch bei diesem Vorhaben würde sie nichts dem Zufall überlassen – der Trekkingrucksack war gepackt, und sie hatte alle Reiseführer und Ratgeber gelesen, die es zu dem Thema zu kaufen hab. Alles, was noch fehlte, war jemand, der sich um Fanny kümmerte, während Sofie unterwegs war, um den letzten großen Traum ihrer Schwester zu erfüllen.

Nichtsdestotrotz bejahte sie Bens Frage. »Na schön, abgemacht. Ich bin sicher, Jana hätte nicht gewollt, dass Fanny sich langweilt.«

Bens Blick trübte sich, und beinahe konnte Sofie spüren, wie die Stimmung umschlug. Sie hätte Janas Namen nicht aussprechen sollen. Aber es half auch nichts, wenn sie schwieg, denn der viel zu frühe und unerwartete Tod ihrer lebensfrohen Schwester bestimmte so oder so ihren Alltag. Das Gefühl des Verlusts war bedrückend – eine unsichtbare Last, die ihr niemand abnehmen konnte.

Allein ein flüchtiger Gedanke reichte aus, und Sofies Brustkorb schnürte sich zusammen, bis sie kaum noch Luft bekam. Dazu Schwindel, Herzrasen und Kopfschmerzen, die sie allesamt seit ungefähr einem halben Jahr begleiteten. Sie hätte nicht gedacht, dass man Trauer nicht nur seelisch, sondern auch körperlich erfahren konnte. Aber inzwischen war es ein Leichtes, sich vorzustellen, dass Menschen an einem gebrochenen Herzen sogar starben.

Dem Reitlehrer schien es ähnlich zu gehen. Er lächelte ihr zu, doch es wirkte irgendwie bedrückt. Wie gut er ihre Schwester wohl gekannt hatte? Sofie wusste, dass Jana sich zumindest gewünscht hatte, dass sie mehr wären als flüchtige Bekannte.

»Nein, das hätte sie nicht gewollt«, pflichtete er ihr bei. »Sie hat Fanny mit so viel Einsatz und Ehrgeiz ausgebildet. Die zwei waren ein tolles Team.« Er schluckte, dann wandte er den Blick von der Stute ab und sah Sofie direkt in die Augen. »Auch Tiere trauern, wussten Sie das? Natürlich sieht man es ihnen nicht so leicht an wie uns Menschen. Bestimmt tut Fanny Ihre Gesellschaft gut.«

Sofie versuchte, die Worte nicht an sich herankommen zu lassen, denn ihr schlechtes Gewissen war ohnehin überwältigend. Sie hätte das Pferd längst verkaufen sollen, aber das konnte sie nicht, denn dann würde der Albtraum, in dem sie seit Monaten lebte, Realität werden.

»Passt es Ihnen morgen früh, um neun?«

»Für die Reitstunde?« Jana nickte. »Ja, das kann ich einrichten.« Es war ungewohnt, vormittags freizuhaben. »Ich bin Lehrerin, aber gerade im Sabbatjahr«, erklärte sie.

Er lachte. »Dann sind wir ja quasi Kollegen. Bis morgen früh! Übrigens: Im Reitunterricht duzen wir uns alle.«