Querbeet - Kurt Schmid - E-Book

Querbeet E-Book

Kurt Schmid

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Beschreibung

Ein deutscher Soldat erlebt den zweiten Weltkrieg A German soldier lived through the Second World War. Un soldat allemand a vécu la Seconde Guerre mondiale. Niemiecki ?o?nierz prze?y? II wojny ?wiatowej Njemjezkij soldat pjerjeshil Wtoroj mirowoj wojny Njamjezk? saldat pjerashy? Drugoj suswjetnaj wajny N?mjez'kij soldat pjerjeshiw Drugo? sw?towo? w?jni Germana soldato vivis tra la Dua Monda Milito De secundo bello Germanicus miles cunctis, Saksalainen sotilas eläneet toisen maailmansodan Mae milwr Almaenig yn byw trwy'r Ail Ryfel Byd Un soldado alemán viviu a Segunda Guerra Mundial Welche Werte, Ziele, Regeln, Glaubenssätze und Ethikvorstellungen bewegten einen Kriegsteilnehmer des II. Weltkrieges? Wie offenbart er sich seinen Enkelkindern? Was sich seither verändert hat erkennen wir selbst. Ein Buch für diejenigen, die sich Empathie für beide Seiten eines Konflikts erhalten konnte, und Beobachtung und Bewertung unterscheiden und nacheinander respektvoll durchlaufen werden.

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Seitenzahl: 251

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Inhaltsverzeichnis

Quintessenz, oder wie es zu Querbeet kam

Reichsarbeitsdienst (RAD)

Wehrmacht (LUFTWAFFE)

KRIEG im Osten

Ossipowitschi -

Freund oder Feind

Gemessene 47° unter Null -

Intermezzo

Ilmensee, Wolchow, Nowgorod : NORDABSCHNITT -

Feldkriegsgericht:

Feldkriegsgericht ein würdiger (?) Abschluss:

Sauna

Elchjagt

Meine sehr unterschiedlichen „Einsätze"

KRIEG im Westen

Es gab auch lustige Erlebnisse:

Und dann ein weiterer Sondereinsatz:

Die Überlegenheit der Amerikaner

Prisoner of War POW

Der Transfer nach England

Vor Weihnachten kam noch die politische Klassifizierung:

Die Nachrichten wurden immer chaotischer

Es war - im Frühjahr -

Ende 1946 - noch vor Weihnachten -

Dochnun zur Heimreise:

Endlich - Pforzheim

.

Anhang

Warum ist Krieg? - Why is war?

Verteidigungsminister Franz Josef Strauss

Querbeet:

Quintessenz, oder wie es zu Querbeet kam

(Das Nach- als Vorwort):

So um die 8 Jahre alt mag ich gewesen sein, als ich lesen und schreiben konnte oder vielleicht auch nur meinte, es zu können. Es gab weit weniger gedrucktes denn heute, nur die „obere" Gesellschaft hatte Telefon oder gar Radio, diese Medien begannen sich nur zaghaft zu etablieren; wer schon hatte hierfür auch das nötige Geld? Und Fernsehen? Kein Begriff! Sprichworte wie „Was Du Schwarz auf Weiss besitzest kannst Du getrost nach Hause tragen" oder „Was Dein Auge sieht glaubt das Herz", überliefert von unseren Vorfahren, gelten heute nur noch sehr bedingt. Sie wurden zu Phrasen, missbraucht von den Medien, selbsternannten Werbefachleuten, Politikern, selbstgefälligen Öffentlichkeitssüchtigen; und sogar Kirchenprofis machen hiervon Gebrauch. Der „Superlativ" regiert in Wort und Bild also phonetisch, optisch, in Stereo und Farbe. Der Inhalt dessen, was tagtäglich auf uns nieder rieselt wie Feinstaub verdient selten das Prädikat „Gut" und ist zur Speicherung nur selten geeignet, eigentlich ein hochprozentiges Wegwerfprodukt. Und der Preis hierfür um ein zu Vielfaches hoch.

Ich erinnere mich noch gut an ein kostenloses Vergnügen, das ich zusammen man kann auch sagen gemeinsam, mit vielen „Zeitgenossen" 2 oder 3 mal erleben durfte: „Der Zeppelin kommt" schallte aus jedem Haus, auf jeder Strasse, auf allen Gassen: Ein dumpfes Brummen und Dröhnen am frühen Sonntagmorgen (so zwischen 5 und 6 Uhr), unheimlich aber nicht bedrohlich aber etwas Neues, noch nie Gesehenes, noch nie Erlebtes näherte sich da mit geradezu betulicher Langsamkeit in der Luft unserer Stadt. Alt und Jung, egal in welcher Aufmachung, im Nachthemd, Schlafanzug sprangen alle auf der Strasse herum, standen auf den Balkonen, in den Fenstern, winkte hinauf zum „Graf" und waren stolz, als dieser seinen Bug als Erwiderung etwas nach unten neigte, und wir, fast jeder barfuss, schwenkten Bett-und Taschentücher, was eben greifbar war, zurück, und „ER" kreiste gleichsam als Dank mehrmals über der Stadt. Gejubelt wurde immer noch, auch als er schon längst am Horizont verschwunden war. Jubel und Trubel wollt kein Ende nehmen, jeder erzählte jedem was er gesehen hat, auch das, was er glaubte gesehen zu haben. In dieser trostlosen Zeit, in der Not und Elend die wirklichen Regenten waren, war diese Zeppelinerscheinung für viele wie ein neues Auferstehen: wir werden, wir sind wieder „Wer". In diesem 2. Reich (das 1. war des Kaisers), das als „Demokratie" in unserer Geschichte fungiert, hatten wir 1930 sage und schreibe 6 (sechs) Millionen Arbeitslose. Die Zahl der „Kurzarbeiter", also derer, welcher ein paar (2 oder 3) Tage in der Woche oder auch nur halbtags arbeiteten ist mir nicht mehr in Erinnerung. Aber heute noch sehe ich die einige hundert Meter lange Doppelschlange der Arbeitslosen, die sich vom Arbeitsamt in der Habermehl- bis zur Zerrennerstr. gebildet hatte und die sich nur langsam nach vorn schob, bis sie endlich an der Kasse zum Empfang des spärlichen Arbeitslosengeldes angelangt war.

Fast täglich gab es eine neue „Notverordnung" des gerade regierenden Reichskanzlers bzw. der Regierung. Wir Kinder, obwohl wir weder Sinn noch Text begriffen, sangen lautstark und voller Inbrunst den Refrain „und auf dem Brüning (so hiess einer der damaligen Kanzler - sie wechselten des öfteren - ) seinem Latz hat noch ,ne Notverordnung Platz". Ein Laib Brot (Standardgewicht) kostete damals im „Konsum" 25 Pfennige, l Weck/Brezel 4, l Leber- oder Griebenwurst 10 Pfennige. Gewicht und Preis war bis 1945 unverändert! 5 Pfund Erdbeeren, das Birkenfelder Gold, kostete samt Spankorb l R-Mark und weniger! Birkenfeld war eines der ärmsten Dörfer im Amtsbezirk Pforzheim! Kein Gartenbesitzer war sich zu schade, hinter Hüttinger's Eiswagen herzulaufen um „Rossbollen" für seinen Garten aufzusammeln. Wir Kinder lutschten die Eisbrocken, die beim halbieren oder vierteln der Eisstangen auf die Strasse fielen. Und es gab wenige, die damals einen „Eisschrank" hatten. Vor fast jedem Küchenfenster stand ein Schnittlauchstock. Und wenn es am Sonntagabend zum Nachtessen für die 4köpfige Familie 1/2 Pfund „Aufschnitt" für l Mark (mit Schinken 1,20) gab, dann war Weihnachten mitten im Jahr! Zu erhalten war ein solches Vesper an der Theke jeder guten Gastwirtschaft „über die Strasse".

Ich schreibe über diese in jeder Beziehung armselige Zeit deshalb so ausführlich, weil die Zahl von 6 Millionen Arbeitslosen für mich viele Jahre später, im Jahre 1947, eine wie ich meine schicksalhafte Bedeutung hatte. Mein Vater war städtischer Beamter, meine Mutter verdiente sich hie und da ein Zubrot, ich bekam selten Taschengeld (50 Pfennige für den Messebesuch waren da schon viel), aber wir hatten zu Essen. Kleider und Schuhe gab es dann, wenn sie „ausgewachsen" waren, also spannten oder drückten und nicht mehr zu reparieren oder ändern waren.

Von den politischen Parteien wusste jede - genau wie heute - wie man alles besser machen und die Not beseitigen kann. Die Kirchen predigten natürlich auch, dass nur der liebe Gott und ein unerschütterlicher Glaube an ihn und seine Kirche noch helfe, wer nicht an ihn glaube käme in die Hölle und um den bösen Geist zu beschwichtigen muss man der Kirche sein Scherflein geben, Hunger und Not hin oder her. Die Gewerkschaften riefen zum Klassenkampf, blutige Schlägereien politischer Gruppen die Tagesordnung. Mit etwa 10 Jahren durfte ich einer evangelischen „Jungschar" beitreten, bekam l grünes Hemd, l orangefarbenes 3eck-Halstuch. Wir trafen uns l x wöchentlich; ab und zu gab's ein Wochenende auf der Georgshöhe (im Hagen-schiess), 1x jährlich „grosse Fahrt" mit Rucksack, Zelt, Kochtöpfen, Pfannen, Schlafsack und was eben so alles zum „Zelten" gehörte. Und dann kam „Hitler". Von uns wusste keiner, wer und was der war, den Namen hatten wir natürlich schon gehört. Aber er war ein Fragezeichen. Ich glaube es war 1934, als wir beim Jungschartreffen dann plötzlich gesagt bekamen, wir seien nun „Deutsches Jungvolk", Fähnlein - ich meine „Richthofen - so hiess der grosse Jagdflieger aus dem 1. Weltkrieg. Für uns bedeutete das, grünes Hemd aus, braunes an. Die „Führer" blieben dieselben.

Aber bald merkten wir, dass es irgendwie „aufwärts" ging. Autobahnen wurden gebaut, Arbeitslose wurden weniger und weniger, Sauberkeit und Ordnung kehrten ein, Schlägereien gab es kaum noch - ansonsten hatten wir an der hohen Politik kein Interesse. Wir waren stolz, dass wir eine Wehrmacht bekamen, vor dem „Franzmann" keine Angst mehr zu haben brauchten, unser Ansehen weltweit grösser wurde und man uns Deutsche immer mehr respektierte; dass das „Diktat von Versailles" Zug um Zug an Bedeutung und Wirkung verlor und das Deutschland-Lied wieder voller Stolz gesungen wurde - obwohl wir auch hier als noch „Jugendliche" - nicht wussten warum. Ansonsten gingen wir zur Schule, lernten dort für's „Leben", aber auch Zucht und Ordnung, hatten den Respekt vor den Lehrern (soweit sie solchen verdienten), aber auch vor der sonstigen „Obrigkeit", dem Gesetz, dem Alter und damit den „Alten", und wir wussten, was Not und Elend, was Hunger war und wie man mit Nahrungsmitteln umging.

Ich erinnere mich aber auch, dass meine Mutter immer wieder sagte, dass das „Säbelrasseln" kein gutes Ende nehmen könne und warnte vor „Krieg“. Verstehen konnte ich damals so vieles nicht. Aber aus vielerlei Gründen wurde ich 1934 oder 1935 stutzig: Mein Vater hatte einen Freund, für mich war es „Onkel" Fritz Wundram. Er war Stadtrat (SPD) und hoher Beamter bei der AOK. Oberkontrolleur mit Chauffeur. In den Ferien durfte ich ihn „begleiten“, also mitfahren. Sein Arbeitsrevier: Der gesamte Bereich der AOK, also Amtsbezirk Pforzheim, von Öschelbronn bis Langenbrand, von Nussbaum bis ins hintere Enztal; so ganz genau weiss ich es nicht mehr, aber für mich war es jedes Mal eine „Weltreise". Er hatte stets einen dicken Packen „Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen“ bei sich und seine Aufgabe war, zu kontrollieren, ob sich die also krank geschriebenen im Bett befanden - sofern sie bettkrank geschrieben waren - ob sie sich, sofern sie „aufstehen" durften im Hause befanden, oder falls erlaubt, zum Spaziergang ausgegangen waren. Eine sicherlich verantwortungsvolle und, wie ich zu Recht vermutete, gut dotierte Aufgabe. Der Chauffeur verblieb mit mir im Wagen, ab und zu wurden wir allerdings zum „Vesper" eingeladen und nicht immer nahm mein Onkel es mit seiner Dienstpflicht so ganz genau. Da die Ferien fast immer dann waren (z.B. im August) wenn der Bauer sein Feld zu bestellen hatte, kam es vor, dass er nicht im Bett sondern auf dem Acker war, und das hatte natürlich Folgen. Es kam sogar vor, dass, als wir einmal zum Dorf hinaus- und zum nächsten Ort fuhren die Kirchenglocken „Sturm" läuteten um vor drohender Gefahr zu warnen. Und einmal war „Feuerwehrübung" und der arme „Kranke" lief um sein Leben um vor dem Kontrolleur in sein Bett zu kommen. Wie dies ausging weiss ich nicht mehr, interessieren würde es mich heute noch, genauso wie die heutige Einstellung unserer Gewerkschaften zu solchem Tun und die AOK war damals „Rot“.

Ja, und dann hiess es auf einmal Onkel Fritz ist tot. Er hat sich das Leben genommen aus Angst, er käme auf den „Heuberg" ins Konzentrationslager. Was das hiess wusste ich nicht, niemand konnte oder wollte es mir sagen, und warum Onkel Fritz sich das Leben nahm ist mir heute noch ein Rätsel.

Es kam das Jahr 1939 und mit ihm der Krieg. Ich war Lehrling, wie viele meiner Freunde und Kameraden. Es kam der Reichsberufswettkampf und ich wurde „Kreissieger". Dann hiess es - da viele Kollegen eingezogen worden waren und wir Lehrlinge deren Arbeit leisten mussten - unsere Lehrzeit könne bei guten Leistungen und mit Einverständnis des Arbeitgebers um 1/2 Jahr (sie betrug 2 1/2 Jahre) verkürzt werden. Ich bekam dieses Einverständnis und ging zur Handelskammer zwecks Anmeldung zur Prüfung. Die Kammer aber interessierte dies aber überhaupt nicht, da dies von der damals noch existierenden Gewerkschaft ausgegangen sei und diese der Kammer nichts zu sagen habe! Ich also zur Gewerkschaft. Die aber wollte weder wahr haben, dass die Handelskammer sich nicht an die Aussage der Gewerkschaft zu halten habe und die Gewerkschaft sich von der Kammer nichts sagen lasse. Ich hielt dem Herrn von der Gewerkschaft dann vor, doch nur auszusagen was in der Praxis auch umgesetzt werden kann und bei uns jungen keine falsche Hoffnung aufkeimen lässt. Die Antwort war für mich eine unglaubliche: „Wenn sie solches noch einmal sagen sorge ich dafür, dass nach Dachau (KZ) kommen". Mir ging ein Stern unter, und legte den Telefonhörer auf, gesagt habe ich niemanden hierüber etwas. Aber ich gab meiner Mutter Recht: „Der Hitler ist gut, aaaber die vielen „Adölfle". Übrigens, ausgelernt habe ich trotz allem nach 2 Jahren.

Den Herrn von der Gewerkschaft, der mich nach „Dachau" abschieben wollte, traf ich 1947 wieder: als Vorstand der Deutschen Angestelltengewerkschaft Ortsgruppe Pforzheim! Als ich ihn erblickte, machte ich auf dem Absatz kehrt. Es war im Haus der Gewerkschaft in der Emma-Jäger-Str. 1939 kam ich als Kreissieger zu den Gauwettkämpfen nach Mannheim. Abends war ein Besuch im dortigen Nationaltheater geplant. Die Vorstellung fiel aus, dafür gingen wir ins „Planetarium". Der Besuch war für mich ein faszinierendes Erlebnis und ich möchte auch heute noch jedem empfehlen sich eine Vorführung (Stuttgart) anzuschauen. Für mich war und ist es spannender wie die Mondlandung; denn im Planetarium ist jeder „dabei". So nach und nach wurden meine Freunde, Kollegen, Kameraden eingezogen, zum Arbeitsdienst, zur Wehrmacht, die ersten kamen verwundet zurück, es gab Leicht- und Schwerverwundete, aber auch Gefallene. Und dann war auch ich an der Reihe, ich kam zum R.A.D., das war Ende Januar 1942.

Und die Erlebnisse dort, beim Kommiss - als Rekrut, Rekrutenausbilder, im Krieg im Osten und Westen, in amerikanischer und englischer Gefangenschaft, das alles ist in „Querbeet" bruchstückhaft gesammelt und festgehalten; so aufgeschrieben wie es mir gerade mal wieder einfiel, weder chronologisch noch einer anderen Ordnung folgend, aber es gab eben Ereignisse, Aussagen, Verhaltensweisen - eben Vorkommnisse - die verdienen, der Nachwelt erhalten zu bleiben. Meist sind sie tiefgründig, selten tiefsinnig, besinnlich oder nachdenklich stimmend allemal. Und oft auch erheiternd nach dem Motto „Humor ist wenn man trotzdem lacht".

Wichtig zu wissen: Auch „Hohen Tieren" sollte man nur den Respekt entgegenbringen wie jedem anderen Lebewesen auch. Gelernt habe ich auch, wie nahe Arroganz und Süffisanz und Dummheit beieinander liegen und sich sehr oft auch überschneiden.

Der Computer, der mir da ins Haus flatterte, war natürlich eine grosse Hilfe. Aber es war ein harter Kampf, gewissermaßen ein Nahkampf und wer da letzten Endes als Sieger hervorgeht steht noch nicht fest. Immerhin weiß ich wie man „speichert, korrigiert und druckt". Und so ist alles, wenn auch vielleicht nicht immer verständlich so doch lesbar. Mein computerlicher Arbeitsgrundsatz: Fenster geschlossen halten! Und nun darf weitergeblättert werden, zurück in eine Zeit die sich hoffentlich nicht wiederholt, wenngleich die Aussichten hierzu, anno 2005 nicht danach aussehen.

Der Mensch ist ein Streber. Strebt er doch, wenn auch unbewusst, also intuitiv, vom Augenblick seiner Zeugung auch seinem Lebensende entgegen. Und ab wann sein Leben beginnt, nun, darüber streiten sich bis heute Wissenschaft, Juristen, Politiker/Innen und natürlich unsere christliche Kirche.

Für mich begann das Leben erst mit dem „bewussten „Wahrnehmen" seiner Licht- und Schattenseiten als Kind, als Jugendlicher und dann, dann war ich urplötzlich ein „Erwachsener"; zwar nicht nach dem Gesetz (damals 21 Jahre), aber doch für Vater Staat als solcher brauchbar. Oder vielleicht auch „missbrauchbar". Erwachsen bedeutet aber nicht „Erwacht". Aber danach fragte man damals nicht, so wenig wie heute. Irgendwann wird man sich dessen plötzlich bewusst. Genau so plötzlich stand der Krieg und damit das Wort „Kommmiss" im Raum und die Frage: „Frei- oder Unfreiwillig". Als Freiwilliger konnte ich die Waffengattung wählen, Heer, Marine oder Luftwaffe. Marine kam nicht in Frage, Luftwaffe war besser als Panzergrenadier, also Luftwaffe. Doch vorher musste ich für ein paar Monate zum Arbeitsdienst. Schon als „Arbeitsmann" begann eine neue Menschwerdung. Und diese Umwandlung - war es eine Symbiose oder gar eine Mutation -(?) sollte, wenn auch nur bruchstückhaft, in irgendeiner Form der Nachwelt erhalten bleiben. Denn über die Jahrgänge dieser Zeit ist soviel subjektiv Schlechtes geredet und geschrieben oder in Filmen dargestellt worden, dass es zumindest einer objektiven Darstellung und Berichtigung bedarf. Vor allem dann, wenn man weiss bzw. wusste, wie es zum „Dritten Reich" kam und wohl auch kommen musste. Kurz gesagt, es war ein komplettes Versagen unserer „Demokratie".

Es wäre zynisch, als noch relativ gesunder Mensch, zu sagen, viele meiner Mitmenschen hätten ihre (vermeintliche) Krankheit der Banalität ihres Lebens zu verdanken. Wer oder was kann den „Lebenslauf" eines Menschen vorhersagen, bestimmen, lenken?

Als ich zum Arbeitsdienst eingezogen wurde war ich „Arbeitsmann", genauso wie der Akademiker, Student oder Ziegeleiarbeiter neben, vor oder hinter mir. Der eine hatte geistig, der andere körperlich „mehr drauf" wie der andere. All dies spielte keine Rolle. Geistige und körperliche Fitness wurde uns „eingedrillt"; von Menschen, die uns in vielen Belangen über- in vielen aber auch unterlegen waren. Die Balance, den Ausgleich, zu schaffen, das war die Kunst: der Ausbilder, unser Vorgesetzter, durfte nie merken, dass der „Untergebene" in irgendeiner Form klüger, intelligenter, stärker, also weder geistig noch körperlich - wobei natürlich ab und an Abstriche gemacht wurden -besser war als „ER".

Bei mir hat sich diese „Kunst", so es denn eine war, mit grosser Wahrscheinlichkeit in den Beurteilungen, die den Personalpapieren beigelegt wurden und mich mein Soldatenleben hindurch begleiteten, niedergeschlagen.

Nur so ist es wohl zu verstehen, dass ich nach genau 18 Dienstmonaten bei der Wehrmacht vom Gefreiten zum Unteroffizier befördert wurde und damit der jüngste Uffz., sowohl an Dienstzeit wie an Lebensjahren, des Regiments war.

Dass es mir gelang, trotz mehrmaliger Aufforderung, nicht zu einem Offizierslehrgang abkommandiert zu werden, ist für mich auch heute noch ein Wunder; ob dies Zufälligkeiten oder bestimmten Gegebenheiten zu verdanken ist, kann ich heute nicht mehr nachvollziehen. Ich weiss noch, dass ich als „Stubenältester" - dieser „Rang" ging reihum, plötzlich „Chef im Ring" war. Unser Unteroffizier hatte Jahres- der Rekrutengefreite Wochenend-Urlaub und dann brach Scharlach aus - und ich wurde wie gesagt in meiner Gruppe automatisch „Chef". Pech oder Glück - meine Gruppe war bei abschliessender Besichtigung durch den Regimentskommandeur die Beste, die Nummer l. Nun, Neider und Gönner hielten sich die Waage, die „Profis" zählten in der Mehrheit zu den ersteren.

Ich habe mich nie besonders bemüht, „Erster" oder gar „Bester" zu sein oder zu werden. Mir genügte es, im „oberen Drittel" mitzumischen, beim Exerzieren, Sport, Schiessen, in der Geländeausbildung, der Waffenkunde und was es da so alles gab.

Diese Niederschrift, aus dem Stegreif verfasst und oft plötzlichen Einfällen folgend, ist ebenso ironisch wie satirisch, manchesmal auch durch die lebenslängliche philosophisch und sicherlich auch intuitive Wahrnehmungsschulung aller meiner Sinne geprägt und sollte so verstanden werden.

Das Prinzip des Aristoteles, Aufzeichnungen in katalogisierter Form niederzuschreiben, habe ich bewusst nicht angewendet; habe aber doch die Abschnitte in gewisse Bereiche wie Wehrmacht, Krieg, Gefangenschaft, Gesundheit, Religion usw.

unterteilt um etwaigen Lesern beim „Nachschlagen" - soweit erforderlich - behilflich sein zu können.

Meine persönlichen Erlebnisse und Bemerkungen sind absolut realistisch zu verstehen; sie als solche zu begreifen sollte versucht werden.

In das Innenleben von Raketen, Triebwerken, Raumkapseln und dgl. können wir normalerweise nicht blicken, bestenfalls sehen wir die Abschussrampe und hören den Abschuss. Ist es bei uns Menschen anders? Für selbstgefällige Pedanterien ist also hier kein Platz! Und der intelligente Leser ahnt einen Zusammenhang. Von Shakespeare stammt der Ausspruch:

„Blast, Winde, und spaltet krachend die Backen!"

Merke: Klug ist man im Alter, in der Jugend altklug! Und Alter soll ja nicht vor Torheit schützen. Insofern bin ich also entschuldigt, aber ohne dass dies eine Entschuldigung dafür sein soll, dass so manches auch Unsinn ist, was da von mir verfasst wurde.

Doch der Worte sind genug geschrieben, lasst uns Fakten lesen (frei nach J.W. Goethe, Faust (auf den Tisch):

Wenn Rudersportler im Frühjahr „anrudern" so lautet die Frage: „Seid Ihr bereit?" Die Antwort hat noch immer „JA" gelautet. Also starten wir.

Reichsarbeitsdienst (RAD)

Im Grunde genommen war der Reichsarbeitsdienst ein Produkt des 2. Reiches - also der Demokratie. Geboren aus dem Unvermögen der Politik als Kind des Elends, der Not und dem Willen der Jugend zu „Überleben". Sechs Millionen Arbeitslose - diese Zahl spricht für sich - nicht aber für die über ein Dutzend Parteien und für die Kirchen - und sie schämten sich damals so wenig wie heute für ihr Unvermögen. Den „Alliierten" war es recht.

Wir hatten lt. Versailler Vertrag ein 100.000 Mann Heer, eine entmilitarisierte Zone (50km) entlang des Rheins, Unsummen an Reparationen an feindliche Freunde und freundliche Feinde zu zahlen und bis 1933 so rund ein Dutzend (ich weiß nicht ob diese Zahl reicht) Regierungen, die außer den Notverordnungen, die sie erliessen, irgendetwas vernünftiges auf den Weg brachten, „...denn auf dem Brüning (ein Kanzler) seinem Latz hat noch ,'ne Notverordnung Platz."... war der Refrain eines Liedes welches wir Halbwüchsigen damals sangen und das mir noch in Erinnerung ist. Kommunisten, Nazis, 3 Pfeile, Eiserne Front .... das waren die Organisationen die sich fast täglich Strassenschlachten lieferten und alles andere als Vorbild für die Jugend waren.

So war es denn kein Wunder, dass sich schon Anfang der 20er Jahre Idealisten fanden die den Willen zum Aufbau eines gesunden Staates hatten - und dies musste abseits der Großstädte, abseits ihrer Slums, entstehen. Klassengegensätze und Klassenunterschiede galt es zu überbrücken, reich oder arm durfte es nicht geben, ein Zusammengehörigkeitsgefühl und Gemeinschaftsbewusstsein musste geweckt werden, die Geborgenheit in einer Gemeinschaft war das erklärte Ziel.

Freiwillig meldeten sich junge Männer, die einen in einer politischen, die anderen in einer christlichen Mission - doch der Grund war derselbe: Nicht hungern zu müssen, Sorgen vergessen, vernünftige Kleidung und Unterkunft zu haben und einem Ideal - welchem war egal - zu dienen. Natürlich waren sich die einzelnen nicht immer „Grün", waren zersplittert in zahllose Verbände. Ihre Aufgaben, die sie sich selbst gestellt hatten, waren aber doch dieselben: Land urbar zu machen, Moore zu entwässern, Torf zu stechen, Hochwasserschäden zu beseitigen, Katastrophenhilfe wo es immer nötig war zu leisten. 1933 berief Hitler den Generalstabsoffizier Konstantin Hierl zum Reichsarbeitsführer, der die zahllosen Verbände zusammenfasste und ihnen eine einheitliche Führungsstruktur gab. Am 26. Juni 1935 trat das Gesetz der „Allgemeinen Arbeitsdienstpflicht für die männliche und weibliche Jugend" in Kraft. Der Reichsarbeitsdienst sollte als „soziale Schule der Nation" verstanden werden. Leibeserziehung, staatspolitische Unterweisung und Arbeitsvorschulung, Ordnungsübungen gegen einseitige Arbeitsbelastung und als Schule zur Willens- und Charakterbildung - so sollte der RAD aus der Jugend „Soldaten der Arbeit" machen, Kameradschaft, Gemeinschaftsgeist und Pflichtgefühl sowie die Freude an der Arbeit geweckt werden.

Der auch von uns Deutschen so sehr geehrte und verehrte Winston Churchill schrieb nach Kriegsende in seinen Memoiren „Der Sturm zieht auf" , Band II, Seite 180 über den RAD:

„Ein Gesetz vom 26.6.1935 führte für alle männlichen Deutschen, die das 20. Lebensjahr erreichten, die Arbeitsdienstpflicht ein. Sechs Monate musste der junge Deutsche seinem Vaterland beim Straßenbau, bei der Anlage von Kasernen oder bei Meliorationsarbeiten dienen, wobei er physisch und moralisch für die oberste Pflicht eines deutschen Bürgers, für den Dienst in der Wehrmacht, vorbereitet wurde. Im Arbeitsdienst lag die Betonung der Aufhebung der Klassenunterschiede und der Stärkung der sozialen Einheit des deutschen Volkes: in der Armee lag sie auf der Disziplin und der territorialen Einheit der Nation!"

Positives war auch von führenden Vertretern uns fremder Kulturkreise zu hören: so vom stellvertretenden iranischen Ministerpräsidenten in Teheran 1961, vom chinesischen Generalobersten Wego Chiang 1976, selbst der französische Patriot Prof. Dr. Bardèche begeisterte sich in seinem in den fünfziger Jahren erschienenen Buch „Der Weg nach vorn" für einen europäischen Arbeitsdienst. Es würde in diesem Rahmen zu weit führen, die Zitate der genannten Herren hier aufzuschreiben, nachzulesen sind sie in dem Buch von Wolfgang Mallebrein „Der Reichsarbeitsdienst - Geschichte und Entwicklung" erschienen „by Nation Europa Verlag, 96414 Coburg, ISBN 3-89555-42-9. Meine Einberufung kam ebenso kurzfristig wie überraschend. Zwar waren die meisten meiner Freunde und Kameraden - da älter - schon Monate vor mir eingezogen worden, sodass ich wie auch alle anderen des Jahrgangs 1922 wußten, die nächsten sind wir. Aber im Januar des Jahres 1941 rechnete keiner von uns damit. Das genaue Datum weiß ich nicht mehr, aber im Februar 1941 rief das „Vaterland" und ich musste mich mit noch einer handvoll Pforzheimer im RAD-Lager Stuttgart-Mühlhausen melden. Das Lager, wenige 100m von der Strassenbahnendhaltestelle Max-Eyth-See entfernt, war Gausportlager für Baden, Württemberg und Pfalz.

Natürlich konnte man sich dann aussuchen Funker, Pionier, Kraftfahrer usw., aber Gewissheit, dorthin zu kommen hatte man nicht. Also meldeten sich die meisten zur Luftwaffe. Dort war die Auswahl grösser und interessanter: Vom Piloten über Bordfunker, Flakkanonier, Fallschirmjäger, Bordmechaniker, Luftnachrichter usw. gab es vielfältige Möglichkeiten zu irgendeiner Spezialeinheit zu kommen. Um zur Luftwaffe überstellt zu werden mussten wir uns allerdings einer schriftlichen, mündlichen und sportlichen Prüfung unterziehen, was zur Folge hatte, dass wir uns schon beim RAD als „Elite" fühlen durften. Wohl keiner von uns hat seine „Freiwilligmeldung" - aus damaliger Sicht - bereut. Zum Zeitpunkt der Einberufung war es bitter kalt, Temperaturen um den 2stelligen Minusbereich, Schneehöhe zwischen 5 und 25cm, Holzbaracken, 2stöckige Schlafgestelle, ungewohnte Kleidung, der Drill, 6 Uhr Wecken und bis 6.30 Uhr Frühsport (im Freien), 7 Uhr Frühstück, dann Exerzieren, Unterricht, Sport, Singen, um 1/2 10 Uhr 2. Frühstück (Klasse: Weck mit Butter bestrichen und mit Wurst belegt), 12 Uhr Mittagessen, Mittagsruhe, der Tag war ebenso an- wie ausgefüllt. Wir waren andauernd in Bewegung und meist in frischer Luft. Exerziert wurde stets mit dem Spaten, wir lernten, mit ihm umzugehen: vom Schub, Hub, Wurf bis um Präsentiergriff (wobei mehr als ein Ohrläppchen wieder angenäht werden musste] Gearbeitet mit unserer „Braut" haben wir nie! Aber wir haben auch nie mit irgendeiner Waffe etwas zu tun gehabt! Gasmaske auf- und absetzen üben war alles, was an den Krieg erinnerte.

Unser „Drill" diente dem für 1941 geplanten „Reichsparteitag des Friedens".

Natürlich mussten wir zum Frühstück gewaschen und rasiert sein, die „Betten" gemacht, die Baracke sauber sein. Ein Beispiel für Ordnung: Die ein Quadratzentimeter grossen blauweissen Karos der Bettdecke mussten horizontal und vertikal exakt ausgerichtet sein, an den Stiefeln durfte kein Nagel fehlen und ihre Sauberkeit war eine selbstverständliche Voraussetzung beim Dienstbeginn, der Spaten natürlich blitzblank, er konnte jederzeit den Rasierspiegel ersetzen, wir wurden wahre Ordnungsfanatiker, und dies kam unserer eh so kargen Freizeit zu Gute. Als Nachteil hat sich diese Gewöhnung an Ordnung bis heute nicht erwiesen.

Das Essen war gut bis sehr gut: reichhaltiges Frühstück mit (Kathreiner)Kaffee oder Tee, Kommisbrot, Butter, Wurst, Käse, Marmelade, jeder erhielt dieselbe Portion zugeteilt. Um 1/2 10 Uhr zweites (!) Frühstück (s.o.), Das Mittagessen variierte: vom Eintopf der Marke „Quer durch den Westwall" bis zum Fischfilet - Sonntags gab es natürlich „Dessert". Und das ganz besondere: Die gesamte Lagerführung nahm geschlossen am Mittagessen teil und bekam genau das gleiche vorgesetzt wie wir. Am Ende der Mahlzeit ging unser Lagerführer in die Küche und sah in jeden Kochtopf: Das Essen wurde erst dann beendet, wenn alles aufgegessen war. Jede Verzögerung verkürzte unsere Mittagspause! Ich legte trotz aller Strapazen in 6 Wochen so um cirka 4 kilo zu!

Und das trotz der Kälte und bei Schneeehöhen bis zu 20 cm!

Die Kälte war schon strapaziös: Die Toiletten (12-Sitzer) waren so um 15 - 20 Meter von unser Baracke entfernt. Und bei Nacht, wenn die Blase drückte, war es sehr unangenehm das „Pinkolatorium" aufzusuchen. Der Schnee kam uns hier entgegen - leider hinterliess er seine Spuren, und diese galt es zu entfernen. Der Kanonenofen musste um 22 Uhr geräumt, d.h. auch die Asche ausgeräumt sein. Hier half nur Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Natürlich wurde auch „geblödelt". So fehlte eines Morgens bei der Flaggenhissung die Trompete, sodaß der Trompeter nicht ins Hörn stossen konnte. Wir standen in der Kälte, bis dass unser Lagerkommandant befahl, die Fahne ohne Trompetenstoß zu hissen. Und als die Fahne zur Hissung an der Leine befestigt werden sollte - was hing da an dieser? Natürlich die Trompete.

Rasch wurde diese vom Startrompeter an die Lippen gesetzt, die (Gesichts-)Backen gebläht - doch kein Ton entfleuchte dem Instrument! Hatten doch unbekannte Täter im Schütze der Dunkelheit das Instrument mit Wasser gefüllt und das war nun pures Eis! Von der Kälte spürten wir nichts mehr an diesem Tag! Der morgendliche Frühsport hatte auch sein gutes: Das „Hüpfen auf der Stelle" im ganz besonderen: Von den Blähungen, die sich da des Nachts angesammelt hatten, wurden wir lautstark befreit und bei rund 300 jungen Männern war da schon was zu hören, auch beim „Laufschritt". Außer Ordnungsdienst, also exerzieren usw. lernten wir ganz nebenbei noch das Stopfen unserer Socken, das Annähen von Knöpfen, das Nageln der Sohlen und Absätze, wie man Stiefel und Koppel auf Hochglanz bringt, den „Hockerbau": Unsere Kleidung musste exakt zusammengefaltet und so auf den Hocker gelegt werden, dass wir bei völliger Dunkelheit ein Stück nach dem anderen anziehen konnten ohne es zu sehen, also blindlings. Später, im Krieg, waren wir hierfür dankbar.

Singen war natürlich eine Sache, auf die sehr viel Wert gelegt wurde. Und eines Tages sangen wir in der Stuttgarter Liederhalle. Die Wehrmacht gab ein Konzert zu Gunsten der „Winterhilfe". Je ein Musikkorps von Heer, Marine und Luftwaffe, wir vom RAD mussten oder durften singen. Es gab stehende Ovationen. Vor allem zum Schluss, nach dem Lied des Reichsarbeitsdienstes:

„Gott segne die Arbeit und unser Beginnen,

Gott segne die Spaten mit blankem Schein.

Werk unserer Hände, lass es gelingen,

denn jeder Spatenstich, den wir vollbringen,

soll ein Gebet für Deutschland sein!"