Sardinien - Das Herz schlägt langsam - Carlotta Renzo - E-Book

Sardinien - Das Herz schlägt langsam E-Book

Carlotta Renzo

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Beschreibung

In diesem dritten Band der Sardinien-Reihe geht es um neue Erfahrungen und Erlebnisse, die ein Leben auf dieser schönen Insel mit sich bringt. Die Schatten der Vergangenheit haben sich aufgelöst, alte Probleme wurden bewältigt, und alles bewegt sich inzwischen in ruhigeren Bahnen. Es bleibt mehr Zeit, das Glück, in diesem Naturparadies zu leben, noch intensiver zu genießen. Auch wenn Überraschungen nicht ausbleiben oder neue Hindernisse auftauchen, werden sie jetzt doch wesentlich gelassener gesehen. Zudem wird endlich das Rätsel um den immer wiederkehrenden Traum gelöst.

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Carlotta Renzo . Sardinien - Das Herz schlägt langsam

SARDINIEN - Das Herz schlägt langsam

Carlotta Renzo

SARDINIEN -Das Herz schlägt langsam

© 2020 Carlotta Renzo

erste Auflage

Umschlaggestaltung, Lektorat, Korrektorat: Carlotta Renzo

Verlag: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

ISBN Taschenbuch: 978-3-347-00846-5

ISBN Hardcover: 978-3-347-00847-2

ISBN e-Book: 978-3-347-00848-9

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede

Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig.

Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung,

Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen

Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet

über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Wer sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen,wird nie alt werden

Franz Kafka

Auch dieses Buch beruht auf wahren Begebenheiten und eigenen Erfahrungen. Manche der genannten Personen haben reale Vorbilder, sind aber namentlich nicht mit diesen identisch. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind nicht beabsichtigt und daher rein zufällig.

Die Beschreibung bürokratischer Hürden und die teils sehr schleppende Arbeitsweise in vielen Behörden zeichnet ein Bild vom Leben im Süden, das manche Vorurteile bestätigt. Trotzdem kann nichts davon die Begeisterung, auf dieser schönen Insel zu leben, schmälern.

Urlauber und ‚Zugewanderte‘ sind immer wieder beeindruckt von der Freundlichkeit, der Hilfsbereitschaft und der großen Gastfreundschaft der Menschen auf Sardinien, die Unannehmlichkeiten schnell vergessen lässt.

Vorwort

Die Vorstellung einer neuen, noch unbekannten Freiheit, die Idee, aus der gewohnten Umgebung auszubrechen, der Reiz, etwas ganz Neues, vielleicht sogar etwas Abenteuerliches zu wagen und das Gefühl, auch nach dem erfolgreichen Arbeitsleben noch etwas bewegen zu wollen, ließ den Entschluss reifen, unser altes Leben aufzugeben und unseren langjährigen Traum wirklich wahr zu machen.

Wir hatten uns darauf eingestellt, dass es nicht einfach werden würde, uns ein neues Zuhause im Süden, am Mittelmeer, auf einer Insel, weit weg von unserer alten Heimat, aufzubauen und auch neue Freunde zu finden. Die Erwartungen waren hoch, aber nicht unrealistisch - uns lockte ein Leben mitten in der Natur, am Meer, in einem milden Klima. All das war ausschlaggebend gewesen, den großen Schritt zu wagen. Herausforderungen gab es bei diesem Unterfangen im Laufe der Zeit genügend, positive und auch negative Erfahrungen wechselten sich ab. Auch den einen oder anderen Fehler machten wir, aber nach dem Motto ‚irgendwie schaffen wir das schon’ bestärkten wir uns immer wieder gegenseitig und konnten so auch Erfolge verbuchen.

Aber warum ausgerechnet Sardinien, wird sich mancher fragen, und auch bei unseren eigenen Überlegungen zu diesem Schritt flossen immer wieder Bedenken von Freunden und aus der eigenen Familie mit ein. Schließlich handelte es sich um eine relativ große Distanz zu unserer alten Heimat (Ligurien oder die Toskana wären weitaus schneller und leichter erreichbar gewesen). Und zudem noch ausgerechnet auf eine Insel, wodurch sich die lange Reisezeit als auch der Umstand, eine Fähre nehmen zu müssen, auf die schnelle Erreichbarkeit äußerst negativ auswirkte. Fliegen war nur eine Option, wenn es unbedingt sein musste, da man kaum Gepäck mitnehmen konnte; auch durch die Flugmöglichkeiten war man zu manchen Jahreszeiten etwas eingeschränkt. In den ersten Jahren unserer Aufenthalte hatte es nur teure Linienflüge gegeben und es bestand doch noch eine Zeitlang die Notwenigkeit, viele Einrichtungsgegenstände und große Teile der Ausstattung des Hauses von Deutschland nach Sardinien zu transportieren.

Trotz aller Überlegungen - für mich musste es unbedingt Sardinien sein! Schon im ersten Band berichtete ich ausführlich, warum mir diese Insel seit unserem ersten Aufenthalt nicht mehr aus dem Kopf gegangen war. Irgendetwas hatte mich von Anfang an gefesselt, was mir bis dahin bei unseren zahlreichen Urlauben über 20 Jahre auf dem Festland von Ligurien über die Toskana, der Basilicata oder Kalabrien nie passiert war; auch nicht in Südfrankreich oder Griechenland.

Es war dieses eigenartige Gefühl, auf Sardinien irgendwie ‚zuhause’ oder richtig ‚angekommen’ zu sein und dort für immer bleiben zu wollen. Dieses Gefühl verstärkte sich von Reise zu Reise und führte letztendlich und nicht überraschend zum Entschluss, uns dort endgültig niederzulassen.

Von Anfang an hatte ich viele unserer Erfahrungen und Erlebnisse stichpunktartig festgehalten. Daraus entstanden in den vergangenen Jahren bereits zwei Bücher, in denen beschrieben ist, wie wir verschiedene Herausforderungen meisterten, welche bürokratischen Hürden auftauchten und der Umgang damit; auch wer uns dabei unterstützte und wie wir immer mehr Freunde fanden. Langsam stellte sich unser Rhythmus um, und wir wurden wesentlich gelassener.

Als wir die beiden Grundstücke unterhalb unseres bisherigen Geländes erwerben konnten, lernten wir die Eigentümerfamilie aus der Umgebung von Jerzu kennen. Die drei erwachsenen Söhne hatten vor kurzem ihren Vater verloren, und die Mutter wollte mit dem Verkauf der Grundstücke aus dem Erbe ihres Mannes und dessen Vaters in einer Gegend, wo sie selbst kaum noch Verbindungen hatte, den Söhnen eine finanzielle Hilfe für ihre eigenen Aktivitäten zukommen lassen.

Einer der Söhne kümmerte sich um den großen Olivenhain, ein anderer betrieb ein kleines Elektrogeschäft und der dritte Sohn bewirtschaftete den Weinberg und produzierte Cannonau. Wir hatten uns bisher nur bei einem Treffen mit unserem geometra (zur Unterschrift der scrittura privata) und dann etwas später beim Notartermin getroffen, aber versprochen, sie einzuladen, sobald die beiden Grundstücke einmal kultiviert und angelegt sein würden. Dass dies sicher mehrere Jahre dauern würde, war uns und auch ihnen absolut klar. Ich fand die Familie sympathisch, und es stellte sich schnell ein Vertrauensverhältnis zwischen uns ein.

Mit dem Kauf dieser Grundstücke eröffneten sich uns viele neue Möglichkeiten, vor allem - und das war eigentlich das Wichtigste dabei - konnten wir unsere Probleme aus der Vergangenheit damit lösen (Details in den vorangegangenen beiden Büchern). Ganz sicher würden neue Herausforderungen nicht ausbleiben, aber wir waren guten Mutes, auch diese zu bewältigen.

September 2014

Nachdem wir den Notartermin Mitte September 2014 gut hinter uns gebracht hatten und nun stolze Besitzer von insgesamt mehr als 6 ha Land waren, hatten wir die Voraussetzung geschaffen, alle unsere alten Probleme in den Griff zu bekommen!

Der September war in diesem Jahr immer noch ungewöhnlich heiß - am 22.9. hatten wir 38 Grad auf dem Thermometer - im Schatten auf der Veranda! Wir entschlossen uns spontan, an diesem Tag noch eine Bootsfahrt zu unternehmen; auf dem Meer bei entsprechend Fahrtwind würde es sicher viel angenehmer sein.

Unser Mittagessen verlegten wir auf einen etwas früheren Zeitpunkt und packten danach gleich unsere Sachen ins Auto, um zum Hafen zu fahren. Bei strahlend blauem Himmel machten wir das Boot startklar, warfen Handtücher und Badezeug hinein, verstauten alles gut und liefen langsam aus. Eine leichte Brise begleitete uns.

Außerhalb des Hafens kam uns ein kleines Segelboot entgegen, dann noch ein gommone. Wie es ausgerüstet war, ließ unschwer erkennen, dass die beiden jungen Männer auf dem Boot beim Angeln gewesen waren und nun ihre Ausbeute heimbrachten. Wir waren schon oft gefragt worden, ob wir zum Fischen aufs Meer hinausfahren, aber weder Roberto noch ich hatten daran Interesse. Roberto antwortete dann immer: wir ‚angeln’ unsere Fische entweder beim pescatore oder gleich fertig zubereitet im Restaurant!

Es war grandios auf dem Meer - schon auf den ersten beiden Meilen fühlten wir uns richtig erfrischt, der Fahrtwind zauste die Haare, und wir atmeten die salzhaltige Luft tief ein - das Meer war heute glatt und ruhig, nur eine leichte Gischt vom Bug her spritzte ab und zu bis ins Boot. Schnell gelangten wir an eine unserer Lieblingsbuchten, wo wir ankern wollten, um ein paar Runden zu schwimmen. Zwischen den Felsen war das Wasser angenehm und warm! Ich liebte das kristallklare Wasser und den felsigen Untergrund, teils mit dunklem Moos bewachsen. Oft konnte ich beobachten, wie sich kleine Fische im Wasser tummelten.

Die meisten Touristen, aber auch viele Einheimische bewegen sich fast nur im seichten, warmen Wasser nahe am Strand und entsprechend aufgewühlt ist der Sand - kein Vergleich zu den felsigen Buchten. Auch an ein erfrischendes Bad war dort nicht zu denken, denn das Wasser hatte im Hochsommer richtige ‚Badewannen-Temperatur’… Erst in einigen Hundert Metern weit draußen konnte man das kühlere Wasser auf der Haut spüren, das Entspannung und vollen Genuss versprach.

Heute war ein wirklich wunderbarer Sommertag - leider hatte der Wetterbericht für den nächsten Tag bereits Gewitter angesagt! Gut, dass wir diesen Nachmittag noch ausgenutzt hatten. Als die Sonne schon etwas tiefer stand, wurde es langsam Zeit, uns auf den Rückweg zu machen, denn eine gute Stunde mussten wir bis zur Ankunft im Hafen einrechnen. Roberto holte den Anker ein, ich warf mir in der Zwischenzeit ein langes T-Shirt über und startete dann den Motor. In gemäßigtem Tempo ließ ich das Boot aus der Bucht gleiten, beschrieb dann einen großen Bogen ins offene Meer hinaus und nahm weiter Fahrt auf. Ich genoss es immer sehr, am Steuer zu sein und fühlte mich richtig gut als capitano…

Nachdem wir wieder in den Hafen eingelaufen waren, sahen wir zu unserer Linken gerade ein anderes Boot an der Mole, wo sich auch die Tankstelle befindet. Spontan beschlossen wir, unser Boot auch gleich betanken zu lassen. Wir mussten nicht warten, denn der Tankwart war gerade fertig geworden, und das Boot vor uns drehte ab. Auf diese Weise konnten wir am nächst möglichen, sonnigen Tag sofort wieder losfahren, ohne uns erst damit aufzuhalten, jemandem von der Hafen-Crew an den Tankplatz zu bitten. Gewöhnlich war dieser außerhalb der Saison nicht permanent besetzt, und so nahm das Tanken doch immer etwas Zeit in Anspruch.

Danach fuhren wir an unseren Liegeplatz, wo wir das Boot vertäuten, Tasche und Handtücher von Bord holten und alles ins Auto packten. Nach kurzer Überlegung waren wir uns einig, noch einen Halt an der der Bar am Hafen einzulegen, um uns einen aperitivo zu gönnen - Roberto bestellte sich ein Ichnusa cruda und ich einen ‚Spritz’ - die Bedienung servierte uns dazu ein paar kleine Pizza-Häppchen.

Luciano war heute Abend anscheinend gar nicht da, aber seine Frau kam an unseren Tisch und sagte uns, dass sie am Morgen ein paar frisch gefangene cappone (Knurrhahn) von einem der Fischer bekommen hätten. Falls wir Lust hätten, würde sie uns einen der größeren davon zum Abendessen zubereiten - im Ofen gedünstet, mit Oliven und frischen kleinen Tomaten sowie einigen Kartoffelstückchen. Das klang gut!

Zwar hatten wir eigentlich vorgehabt, zuerst nach Hause zu fahren, um zu duschen und uns umzuziehen vor dem Essen - aber es war immer noch warm genug an diesem Abend, und so änderten wir kurzfristig unser Programm. Notfalls konnte ich immer noch die beiden Windjacken aus dem Auto holen, wenn es uns später auf der Veranda des Restaurants zu kühl werden sollte.

Inzwischen war Danilo vom Einkaufen im Ort zurückgekommen und begann gleich, die Tische einzudecken und die ersten Gäste, die zusammen mit uns gekommen waren, zu bedienen. Wie üblich brachte er uns ein Schälchen mit Oliven, mariniert in Olivenöl, Knoblauch und Petersilie, dazu eine Flasche Wasser und unseren Lieblings-Vermentino von der Cantina Argiolas, gut gekühlt und stellte alles auf den Ecktisch der Veranda, der schon seit langem unser Stammplatz geworden war.

Zur Vorspeise wollten wir nur ein paar Kleinigkeiten - vor allem angesichts der Portion Fisch, die uns danach erwartete. Danilo schlug vor, uns eine bottarga mit sedano, ein paar Tomatenscheiben mit alici und capperi und einige marinierte Garnelen zu bringen.

Perfekt, einverstanden! Als wir mit dem Hauptgang fertig und mehr als gesättigt waren, kam ein leichter Wind auf, der sich aber aufgrund der immer noch warmen Temperatur nicht unangenehm anfühlte.

Eine Weile blieben wir nach dem Essen noch sitzen, plauderten mit den Tischnachbarn und beobachteten die sich im Wind bewegenden Masten der Segelboote im Hafen, bevor es dunkel wurde. Gegen 23.00 h machten wir uns auf den Heimweg - es war immer noch 26° warm…

Zu Hause begrüßten uns die Katzen bereits am Tor - sie warteten heute schon ziemlich lange darauf, dass es endlich noch etwas zu fressen geben würde. Schließlich kam es öfter vor, dass wir von solchen Ausflügen irgendwelche leckeren Reste mitbrachten. Leider war es heute nicht der Fall, was sie - wie man ihnen anmerken konnte - ausgesprochen schade fanden!

Nach Monaten der Trockenheit und für die jetzige Jahreszeit eigentlich zu warmen Temperaturen braute sich am nächsten Tag gegen 17.00 h am Himmel etwas richtig Unheimliches zusammen: zuerst färbte er sich grau, dann zogen immer dunklere, schwärzere Wolkenungetüme auf, die sich nach einiger Zeit mit einem fahlen, in schmutziges Gelb wechselnden Farbton zu mischen schienen. Eine unwirkliche, fast gespenstische Stimmung kam auf, bis sie von einem grellen Blitz und dem kurz darauf krachenden Donner schlagartig aufgelöst wurde.

Mit den ersten dicken Tropfen, die herunterprasselten, kamen auch schon die Hagelkörner - manche mit 1 bis 2 cm Durchmesser. In 10 Minuten war der Boden zentimeterdick mit einem weißen, körnigen Teppich bedeckt. Der ganze Spuk war nach kurzer Zeit wieder vorbei, aber auch wenn die Hagelkörner nicht extrem groß waren, wussten wir doch, dass die Oliven an den Bäumen sicher Schaden genommen hatten.

Nachdem endlich auch der darauffolgende starke Schauer in einen sanften Regen übergegangen war, machten wir eine erste Schadensaufnahme im oberen Bereich des Geländes: Ein Teil der Oliven war leider abgefallen und viele der noch am Baum hängenden Früchte hatten beschädigte Stellen, an denen sie von den Hagelgeschossen getroffen worden waren. Schade, so kurz vor der Ernte hätte das wirklich nicht sein müssen, zumal wir den Eindruck hatten, dass dieses Jahr mit einer ganz guten Ernte zu rechnen war… Nun - wir würden ja bald sehen, inwieweit sich dieses heftige Unwetter darauf ausgewirkt hat! Den Regen konnten wir auf alle Fälle gut gebrauchen.

Der 26. September war ein guter Tag, der mir ganz sicher positiv in Erinnerung bleiben würde, denn heute gab es gleich zwei Gründe zum Feiern: Unser Projekt für den Hausanbau mit Unterkellerung, der ‚Umwidmung’ des bestehenden Kellers (der bis dato offiziell immer noch als Wasserrückhaltebecken galt), die nachträgliche Genehmigung für die Verglasung der Veranda und die Umwandlung der restlichen ‚Lagerräume’ im Haus in offizielle Wohnräume war vom geometra fertig gemacht, bei der Kommune präsentiert und der Eingang dort protokolliert worden. Jetzt hieß es also ‚nur’ etwas warten, um mit den Bauarbeiten anfangen zu können… Wir rechneten allerdings nicht damit, dass es unter 6 Monaten so weit sein würde! Aber immerhin - es ging vorwärts!

Zum anderen überbrachte uns der Geologe die Autorisation für das Bohren des Brunnens im neuen Gelände; das hatte aufgrund der Ferienzeit im August und der üblichen Bürokratie doch tatsächlich 2 Monate gedauert, nachdem wir den Antrag gestellt hatten. Wir waren schon ziemlich neugierig - eine solche Aktion hatten wir noch nie mit eigenen Augen gesehen.

Trotz der beiden guten Nachrichten - ein Grund zum Ausruhen war das absolut nicht, denn es gab noch genügend andere Arbeiten. Die Einzäunung des untersten Grundstücks fehlte in großen Teilen immer noch, aber mit einem provisorischen Zaun wollten wir wenigstens verhindern, dass sich Unbefugte wie Jäger, Pilzsammler oder sonstige Gestalten dort herumtreiben können.

Am 27.9. fingen wir also an, auf diesem Gelände stückweise immer ein paar Meter Zaun aufzustellen, vor allem dort, wo wenig Gebüsch war und meterlange offene Stellen das Eindringen leicht machten. Ganz unten zwischen wildem Gestrüpp, hohen Büschen und größeren Bäumen konnten wir kaum etwas tun, denn abholzen wollten wir dort nicht. So war es ziemlich mühsam, nur die leichter zugänglichen Stellen mit Pfosten und Zaungeflecht zu verschließen. Aber vielleicht ließen sich dadurch wenigstens die Zweibeiner abhalten, einzudringen - ab morgen war die Jagdsaison eröffnet, und die Knallerei ging wieder los…

Jahrelang, vielleicht sogar jahrzehntelang hatten die Jäger hier ihrer Leidenschaft nachgehen können, ohne von irgendjemandem dabei behelligt zu werden. Die Hirten hatten nichts dagegen, luden sie doch zuweilen die Jäger sogar ein, ihre Beute bei ihnen zu schlachten, gemeinsam am Spieß zu braten und zu verspeisen. Nachdem wir das Grundstück gekauft und provisorisch eingezäunt hatten, fing der Ärger für beide Seiten an. Es würde sicher nicht einfach werden, die cacciatori davon zu überzeugen, dass dieses Gelände jetzt nicht mehr zur Verfügung stand, um Kaninchen, Rebhühner und anderes Getier zu jagen.

Die Wildschweine würden wir allerdings kaum daran hindern können, weiter auf dem Grundstück ihre unzähligen Löcher zu graben und beim Herumwühlen kleinere und größere Steine an die Oberfläche zu befördern. Ich musste also immer zuerst zu Fuß den Weg im Gelände untersuchen und die Steine wegräumen, um dann mit unserem kleinen Traktor mähen zu können. Andernfalls ruinierte ich nur die Messer am Mähwerk.

Giuseppe und seine Frau, Nachbarn unterhalb des Grundstücks von Giovanni, hatten uns beide sowie auch Gisella und Giovanni für Sonntag, den 28.9. zum Essen eingeladen: es sollte zum Ittiturismo nach Feraxi gehen, wo die Familie Orrù mit zahlreichen Schwestern, Brüdern und anderen Verwandten in der Lagune ihre Fischzucht betreibt. Zwar hatte ich schon öfter davon gehört, dass dort Fische verkauft und zu bestimmten Gelegenheiten auch Feste veranstaltet wurden. Bisher waren wir aber noch nie dort gewesen, denn deren Fische konnten wir in einem Laden in San Priamo ebenso frisch kaufen. Leider wurde die Verkaufsstelle vor einiger Zeit aufgegeben.

Giuseppe hatte uns schon vor 2 Jahren zu einem Essen einladen wollen, nachdem das Feuer von seinem Grundstück ausgehend ziemlichen Schaden bei unserem Nachbarn aus Senorbi anrichtete und wir aktiv beigetragen hatten, größeres Unglück zu verhindern. Wir hatten gar nicht mehr an diese Einladung geglaubt.

Unsere Neugier auf den Ittiturismo und das Essen, das dort geboten wurde, war also entsprechend groß. Der lange Raum war einfach eingerichtet, die Tische hatten weiße Tischdecken aus Papier, und einfache Holzstühle waren darum herum gruppiert. An den kleinen Fenstern befanden sich keine Vorhänge und an den Wänden gab es weder Bilder noch andere Dekorationen.

Die Gerichte waren ebenso einfach: ein paar Vorspeisen wie polpo con patate, prezzemolo ed aglio (mit sehr viel Knoblauch), eine Platte mit frittierten ‚mangia tutto’ (winzige Weißfische, die manche tatsächlich mit Kopf, Schwanz und Innereien essen, daher der Ausdruck ‚iss alles’) und eine zuppa di cozze bianco (also Muscheln in Weißwein gedünstet). Danach gab es ravioli mit Fischfüllung (die keinerlei Würze gesehen hatten) und als secondo eine gemischte Fischplatte mit gegrillten orate, seppie und Scheiben vom pesce spada. Alles war absolut frisch, keine Frage, aber meiner Meinung nach schmeckten die Gerichte alle etwas fad, ohne Gewürze oder wenigstens Kräuter zubereitet. Das hätte man besser machen können! Trotzdem, eine interessante Erfahrung war es allemal. Außerdem war ich mir ziemlich sicher, dass es den meisten Sarden, die dort zum Essen kommen, gut oder sogar sehr gut schmeckte, denn sie stehen sowieso nicht so sehr auf gut gewürztes Essen, weder bei Fleisch- noch bei Fischgerichten. In den meisten Fällen reicht Salz…

Oktober 2014

Als ich am 4.10. nach Muravera fuhr, um einige Besorgungen zu machen, erlebte ich schon am Ortseingang eine Motorrad-Invasion - wie ein Hornissenschwarm waren sie plötzlich hier eingefallen - etwa 250 -300 Maschinen parkten inzwischen am Friedhof, an der Tankstelle und belegten jeglichen verfügbaren Quadratmeter im Umkreis von 100 m.

Das Ganze wirkte irgendwie bizarr und fast erschreckend auf mich! Heinz würde sicher leuchtende Augen bekommen bei der Vielfalt der Motorrad-Marken, die hier versammelt waren. Wahrscheinlich hätte er auch gleich angefangen, mit den Fahrern zu fachsimpeln.

Heinz und Marlies, unsere Nachbarn aus Deutschland hatten auch in diesem Herbst geplant, wieder für 10 Tage hier zu sein, um Sonne und Wärme zu genießen und uns außerdem bei der Olivenernte zu helfen. Sie hofften sehr, dass es dieses Mal zeitlich klappen wird. Ein paar Ausflüge würden wir aber sicher trotzdem unterbringen.

Schon am nächsten Tag, dem 5.10. war ihre Ankunft per Flugzeug geplant, und wir holten sie in Elmas ab. Auf dem Weg vom Flughafen über die Küstenstraße machten wir gleich einen Abstecher nach Villasimius. Leider waren viele Lokale und Geschäfte um diese Zeit in der Nachsaison schon geschlossen, aber wir hatten durch einen Hinweis von Freunden im Zentrum ein Restaurant gefunden, wo man uns zwar keine besonderen Vorspeisen, aber immerhin einen lecker zubereiteten Wolfsbarsch servierte. Unsere Gäste ließen sich noch eine crema catalana, die wirklich gut war, schmecken.

Aber der uns angebotene Mirto war leider nicht nach meinem Geschmack (der Alkohol überdeckte alles); da war ich verwöhnt, und zudem konnte ich selbst einen besseren herstellen - wie einige unserer Freunde, die ihn schon probiert hatten, bestätigten.

Anschließend ging es von Villasimius über Castiadas auf die neue SS 125 bis nach Hause, wo wir im benachbarten Ferienhäuschen alles für die Gäste vorbereitet hatten. Die ersten beiden Tage ihres Aufenthalts nutzten wir noch zum Baden im Meer, zum Relaxen am Strand und den Besuch in der Strandbar.

Außerdem hatten wir uns einen Ausflug ins Restaurant ‚Maklas’ direkt am Meer bei Cala Sinzias vorgenommen, wo wir bereits einmal im Sommer mit Annegret gewesen waren. Die Anlage beeindruckte auch unsere Gäste: das Restaurant, eher ein übergroßer Kiosk aus weiß gestrichenem Holz mit überdachter Veranda befand sich direkt auf dem Sandstrand; die Korbstühle an den Tischen erzeugten ein heimeliges, aber trotzdem modernes Ambiente. Ringsherum im Sand, wenige Meter zur leichten Brandung, waren Liegen und kleine Tische mit Sonnenschirmen aufgestellt. Man konnte sich dort nach dem Baden im Meer gleich die Cocktails zur Liege bringen lassen.

Die Menü-Karte war im Vergleich zum Sommer allerdings ziemlich ausgedünnt; wenigstens konnten wir spaghetti con vongole e bottarga und als Hauptgericht eine gegrillte orata ordern. Dafür gab es ein absolut einmaliges Dessert: eine luftige Schoko-Kokos-Torte, die alle begeisterte. Nach dem espresso und einem Aranciù von Bresca Dorada verabschiedeten wir uns, nicht ohne zu fragen, wie lange sie im Herbst noch geöffnet haben würden. Erstaunt hörte ich, dass sie in diesem Jahr versuchen wollten, bei schönem Wetter und entsprechendem Zuspruch seitens der Gäste die Anlage ganzjährig zu bewirtschaften. Das würde mich wundern, denn so nahe am Meer und bei Wind und Wetter stellte ich mir das schwierig vor.

Nach den paar Tagen, in denen wir jegliche Arbeit von unseren Freunden ferngehalten hatten, war es Heinz, der nun endlich etwas ‚in Angriff’ nehmen wollte. Gut, wenn er unbedingt etwas tun musste - nur los! Arbeit gab es genügend…

Am 7.10. nach dem Frühstück wurde beschlossen, uns nun gemeinsam wieder den Zaun im untersten Teil des neuen Grundstücks vorzunehmen, wo es noch Stellen gab, die nicht optimal geschlossen worden waren. Mit Hilfe unserer deutschen Nachbarn schafften wir, etwa 30 Meter Zaun zu setzen, diesmal auf der Westseite, wo man sich teilweise noch sehr leicht Zugang verschaffen konnte.

Allerdings war das Vorhaben auch hier ziemlich schwierig, da wir weder große Büsche und Bäume noch eine vorhandene, aber zum Teil eingefallene Trockenmauer, die die Grenze zu den Nachbarn bildete, entfernen wollten - also mussten wir den Zaun irgendwie dazwischen befestigen.

Trotzdem kamen wir nicht umhin, wenigsten einige der Büsche soweit zu stutzen und kleinere Wurzeln zu entfernen, damit wir überhaupt mit dem Zaunsetzen loslegen und die bereit gelegten Eisenpfosten in die steinige Erde vor der Trockenmauer einklopfen konnten. Der kürzlich erstandene, massive und schwere Hammer, leistete dabei gute Dienste. Allerdings war es harte Arbeit, auf einer Bockleiter stehend, den schweren Hammer auf die Pfosten zu wuchten. Die beiden Männer wechselten sich daher immer wieder ab. Wir Frauen sammelten die teils herabgestürzten und überall herumliegenden Steine der Trockenmauer und bauten sie wieder auf. Die Größe und das Gewicht mancher Steine zeigte uns schnell, wo unsere physischen Grenzen lagen - die Arbeit war mühsam und anstrengend!

Endlich konnte dann der Spanndraht in drei Ebenen gezogen und anschließend der 1,80 m hohe Zaun daran befestigt werden. Eine schweißtreibende Arbeit - am Schluss waren wir nicht nur alle müde sondern auch ziemlich zerkratzt von den teils stacheligen Büschen…

Auch der Magen war inzwischen nicht mehr zu überhören, denn mittags hatten wir uns nur eine kleine Brotzeit gegönnt!

Wir räumten noch das Werkzeug und die Leiter auf und brachten alles auf dem kleinen Hänger des trattorino ins weiter oben liegende gut eingezäunte Grundstück, wo die Diebstahlsgefahr geringer war als hier!

Nachdem alle geduscht und umgezogen waren, beschlossen wir, unsere fleißigen Helfer zum Essen bei Marina Giò unten am Strand von San Giovanni einzuladen. Sie stürzten sich mit großem Appetit auf die Vorspeisen aus dem Meer, auf das risotto allo scoglio (dem Heinz mit einer Unmenge an olio piccante die gewünschte Schärfe verpasste) und die große Platte mit gegrillten Fischen und Meerestieren. Verständlicherweise wurde auch dem leicht spritzigen Hauswein, einem einfachen Vermentino, ordentlich zugesprochen. Selbst ein Dessert verputzten die beiden noch. Nach espresso und Mirto ‚aufs Haus’ machten wir uns auf, um nach Hause zu fahren. Für den nächsten Tag sollten wir gut ausgeruht sein.

Am Morgen des 8.10. starteten wir bereits um 8.30h zu siebt mit der Olivenernte - auch dieses Jahr wurde wieder alles per Hand gepflückt! Mittlerweile hatten wir in unserem neuen Gelände einen schönen Platz unter den Johannisbrotbäumen vorbereitet, wo wir alle gemeinsam essen können. Ein langer Tisch mit Eisenstühlen war für die Helfer aufgestellt, und ich organisierte an diesem ersten Tag verschiedene Sorten von Pizza für alle. Dazu gab es einen bunten Salat und 5 Liter leichten, weißen Landwein (im Karton mit rubinetto) sowie einen Karton Ichnusa cruda (sardisches Bier). Der Wein war im Nu geleert, und auch das Bier ging schnell zur Neige - der Durst war ganz offensichtlich ziemlich groß gewesen.

Die Helfer machten sich nach dem Essen wieder an die Arbeit, während ich das Geschirr abräumte und alles im Musso verstaute. Meine ‚externe Küche’ unter den alten carrubi war noch nicht in gewünschtem Maße betriebsbereit, sodass ich alles vom Haus oben herunter und nach dem Essen wieder nach oben transportieren musste. In meiner Vorstellung sollten baldmöglichst nicht nur ein paar gemauerte ‚Schränke’ sondern auch eine Spüle, ein Grill, eine Kaffeemaschine und ein Kühlschrank hier zur Verfügung stehen.

9. 10. Der zweite Tag der Olivenernte! Gabriela und Martin wollten ursprünglich auch beim Pflücken mithelfen, aber leider klappte es nicht, weil sie an diesem Tag Handwerker erwarteten. Sie würden versuchen, beim nächsten Mal dabei zu sein.

Trotzdem konnten wir gegen Abend feststellen, dass wir mit dem Pflücken der Oliven gut vorwärts gekommen waren; dieses Jahr sah es nicht so schlecht aus wie im vergangenen Herbst, wo uns die Olivenfliege einen großen Teil der Ernte ruiniert hatte. Zwar war ein Teil der Oliven vom Hagel Ende September etwas angeschlagen, aber es war nicht so schlimm wie befürchtet, vor allem nicht, wenn die Oliven schnell genug zur Mühle gebracht wurden.

Den ersten Teil der Ernte lieferten wir noch am gleichen Abend beim frantoio an. Luca hatte sich angeboten, das zu übernehmen, nachdem die vollen Kassetten auf dem Musso verladen worden waren. Er brachte uns von der Mühle nicht nur den Beleg über das erzielte Ergebnis mit - 186 kg Oliven - sondern auch den Behälter mit 28 Liter Öl - ein schöner Anfang!

Am Nachmittag war ganz unerwartet der Chef der Brunnenbaufirma bei uns vorbeigekommen. Er wollte sich selbst ein Bild machen von der Lage, wo wir Wasser vermuteten und bohren lassen wollten und hatte auch schon alle Unterlagen mitgebracht. Er bot sich an, die Anzeige für den Beginn der Bohrarbeiten beim zuständigen Büro in der Regionalregierung in Cagliari für mich zu erledigen. Dann verabschiedete er sich, nicht ohne uns Komplimente für Pflege und Gestaltung unseres Gartens zu machen.

Wir vereinbarten, dass ich ihn am kommenden Montag anrufen würde, um den Termin für die Bohrung noch für die gleiche Woche festzumachen. Er musste sich damit etwas gedulden, da wir warten wollten, bis unsere deutschen Nachbarn abgereist waren. Schließlich waren sie nicht nur zum Arbeiten gekommen, sondern wollten noch ein paar Ausflüge machen und vor allem so oft wie möglich mit uns ans Meer fahren. In diesen Tagen war es immer noch sommerlich heiß mit Temperaturen bis über 30 Grad…

Gegen Mittag am Freitag 10.10. hatten wir immerhin Oliven für weitere 15 Kassetten gepflückt; die meisten waren ziemlich voll und damit schwer geworden - mindestens 25 kg pro Kassette. Ich rief in der Mühle an, und man sagte mir, dass wir noch am gleichen Nachmittag kommen könnten - wir müssten allerdings noch vor 16.00 h dort eintreffen.

Das konnten wir schaffen; wir sammelten die überall im Gelände abgestellten Kassetten ein, luden sie auf den Hänger, und erneut ging es mit dem Musso los nach Maracalagonis, ca. 50 km entfernt. Dass der Hänger keine aktuelle TÜV-Plakette mehr hat, sollte hier niemanden stören. Wir hatten weder große Lust noch Zeit gehabt, den Hänger nur deswegen leer nach Deutschland zu ziehen und wieder zurückzubringen! Schließlich war er ziemlich neu und kaum benutzt worden. Die Reifen hatten wir vorher sicherheitshalber gründlich gecheckt…

Nachdem die Olivenkisten in die großen Behälter der Mühle umgefüllt worden waren und auf der Waage standen, war klar, dass wir immerhin 672 kg Oliven gepflückt hatten. Nachdem es etwa 2 Stunden dauern sollte, bis unsere Oliven zum Pressen drankamen, fuhren wir in die Bar / Bisteccheria, die wir auf dem Wege zur Mühle gesehen hatten.

Der kleine Imbiss aus gegrilltem Gemüse, etwas salsiccia und prosciutto crudo sowie leicht geröstetem Weißbrot war sehr gut. Als wir zur Kasse gingen, um zu bezahlen, fiel mir auf, dass in einem Nebenraum auch Obst und Gemüse aus eigenem Anbau verkauft wurde. So nahm ich noch etliche peperoni, melanzane,pomodori sowie zwei Knollen Knoblauch mit. Das würde gegrillt eine gute Beilage zum maialetto vom Spieß am nächsten Tag bei Giovanni sein.

Danach fuhren wir zur Mühle zurück, um die mittlerweile mit unserem Olivenöl gefüllten Behälter abzuholen: immerhin 99 Liter hatten wir produziert! Mit den leeren Kassetten auf dem Hänger und den vollen Ölbehältern im Musso ging es wieder nach Hause.

Am 11.10. pflückten wir - inzwischen nur noch zu viert - einen halben Tag lang Oliven bei Giovanni, der in diesem Jahr einen Großteil mit einem speziellen Rüttelrechen erntete. Der Rest musste dann per Hand nachgearbeitet werden, ebenso die Bäume, die nur sehr wenige Oliven trugen.

Das Gerät zum Ernten hatte ein Freund von Giovanni zur Verfügung gestellt - es funktionierte sehr gut, wie ich fand. Auch Roberto war äußerst interessiert daran. Strom erhielt der abbacchiatore von einer Autobatterie mit langem Kabel, die immer versetzt werden musste. Bei dieser Art zu ernten mussten natürlich große Netze unter den Bäumen ausgelegt werden, in denen sich die herunterfallenden Oliven sammelten.

Roberto und ich überlegten danach, ob sich für uns die Anschaffung eines solchen Rüttelrechen lohnte, denn von Jahr zu Jahr würde es schwieriger werden, per Hand die großen Mengen an Oliven schnell genug zu ernten, um sie am gleichen oder spätestens nächsten Tag zur Mühle zu bringen. Ein weiterer positiver Effekt wäre, dass wir weniger abhängig von der Anzahl der Helfer beim Pflücken sein würden.

Nachmittags waren wir mit unseren deutschen Nachbarn am Meer - eine Runde schwimmen und relaxen. Gegen 17.00 h erhielt ich den erwarteten Anruf von Sergio, Chef und Kapitän der Minicrociera Helios in Arbatax, dass es für morgen, Sonntag, klappen würde mit der Bootsfahrt entlang der Küste der Ogliastra. Diesen Ausflug hatte ich unseren Helfern aus Deutschland sowie Luca und Francesca versprochen. Wir selbst hatten diese Bootsfahrt schon öfter gemacht in den letzten Jahren - aber es war immer wieder ein schönes Erlebnis.

Am Abend packten wir noch alles zusammen; Badesachen, Sandschlappen, Handtücher sowie zusätzlich Trekkingschuhe (für den Fall, dass wir wieder an der Cala Goritze ein Stück Richtung Baunei nach oben wandern konnten). Außerdem war es sinnvoll, mit vernünftigen Schuhen in die Grotta del Fico zu gehen, da es auf den Stufen und Eisengittern aufgrund der feuchten Luft immer etwas glitschig war.

Am nächsten Morgen starteten wir mit zwei Fahrzeugen bereits um 6.30h, um rechtzeitig am Hafen in Arbatax zu sein, vor allem auch, um noch genügend Zeit für ein ausgiebiges Frühstück in der Bar dort zu haben. Luca und Francesca hatten auch ihre kleine Tochter Serena dabei, die schon ganz aufgeregt und gespannt war - eine solche Bootsfahrt hatte sie noch nie gemacht.

Am Hafen angekommen parkten wir die Autos und liefen zur Bar, wo wir cappuccino, doppelten espresso und frisch gebackene Nusshörnchen bestellten. Wir mussten ein paar Minuten warten, bis das Gebäck aus dem Ofen kam. Danach schlenderten wir Richtung Mole, wo das große Boot von Sergio lag.

Insgesamt waren an diesem Tag nur 14 Personen an Bord. Das Meer war etwas unruhig am Morgen, und so änderte Sergio kurzerhand das ursprüngliche Programm ein wenig. Wir fuhren eine Bucht an der kleinen Felseninsel kurz hinter Arbatax an, wo wir auf der innen gelegenen Seite die Nester der gabbiani (Möwen) sehen und auf der dem Land zugewandten Seite die Madonna der Seeleute hoch oben auf dem Felsen grüßen konnten.

Weiter ging es nach Norden, immer nahe an der Steilküste der Ogliastra, wo man äußerst interessante Felsformationen in den unterschiedlichsten Farbgebungen bewundern kann - manchmal hatte man den Eindruck, als hätte sich ein Maler mit einem Riesenpinsel dort zu schaffen gemacht. Von senfgelben, rostroten, hellgrauen bis antrazith-farbenen oder gar schwarzen Längsstreifen war an den schroffen, hohen Felswänden alles vorhanden.

Schade nur, dass die Sonne sich an diesem Tag immer wieder nur kurz sehen ließ. Bei einem kurzen Ausflug mit dem gommone in eine der unterspülten Grotten konnten wir nicht nur ungewöhnliche vom Meer in Jahrtausenden ‚bearbeitete’ Felsen, sondern auch eine unglaubliche Transparenz und Farbintensität des Wassers unter uns in allen möglichen Blau- und Türkistönen bewundern; faszinierend und beeindruckend, diese Schönheit der Natur hier!

Gegen Mittag kam endlich die Sonne wieder ganz durch und wärmte uns mit ihren Strahlen auf. Das Boot legte kurz an einer der vielen wunderschönen Buchten an, um uns aussteigen zu lassen - wir hatten eine gute Stunde Zeit, im Meer zu plantschen oder zu schwimmen.

Dann näherte sich Sergio mit dem Boot wieder der Bucht, um uns über die ausgelegte Leiter zurück an Bord zu holen. Schnell ging es hinaus aufs Meer, bis das Boot erneut näher an die Felsen fuhr. Sergio lenkte es in eine sehr kleine, windgeschützte Bucht, wo das Boot von der Crew an drei Seiten an den Felsen - teils über und teils unter Wasser - festgemacht wurde.

Hier sollten wir das Mittagessen serviert bekommen, und alle waren gespannt darauf. Trotz der doch sehr kleinen Kombüse gab es ein mehrgängiges Menü - spaghetti allo scoglio mit allem möglichen Meeresgetier, danach fritto misto di pesce, und auch eine Nachspeise durfte ebenso wenig fehlen wie der obligatorische Mirto. Die Crew räumte die Tische ab und löste dann die Taue von den Felsen, bevor das Boot wieder ablegte und aufs offene Meer hinausfuhr.

Das nächste Highlight war der Besuch der Grotta del Fico - ein absolutes Muss an dieser Küste - die Grotte besteht aus mehreren größeren Höhlen mit zahlreichen Stalagmiten und Stalaktiten, die sich in Jahrtausenden teils in künstlerisch anmutende Formen verwandelt hatten. Die einzelnen Höhlen waren durch kleine Gänge und Stege miteinander verbunden sind. Wirklich sehenswert! Die Führung wurde sowohl auf italienisch als auch auf englisch gehalten, und jeder konnte seine Fragen dazu stellen, bevor es wieder ans Tageslicht zurück ging.

Sergio machte mit seinem Boot auch dieses Mal wieder den äußerst gewagten Schwenk in einen sehr schmalen und langen Einschnitt der Steilküste, der an einen nordischen ‚Fjord’ erinnert. Es war immer ein spannungsgeladenes Vergnügen, zuzusehen, wie Sergio das große Boot im Griff hatte und so nahe an den Felswänden vorbei glitt, dass man die Hand danach ausstrecken konnte, um sie zu berühren. Für Badewillige gab es hier einen kurzen Aufenthalt, und sie konnten sogar vom Boot aus ins Wasser springen.

Luca nutzte die Möglichkeit mehr als weidlich aus und konnte gar nicht genug kriegen. Immer wieder kletterte er ein Stück an den aus dem Wasser ragenden Felsen hinauf bis auf einen kleinen Vorsprung, um sich von dort kopfüber in das glasklare, türkisfarbene Wasser zu stürzen. Irgendwann mussten wir ihn fast mit Gewalt dazu bringen, wieder ins Boot zu kommen, damit wir weiterfahren konnten. Die anderen Gäste waren langsam schon ungeduldig geworden.

Auf dem letzten Stück der Rückfahrt wurde dann wie üblich von einem Mitglied der Crew das ‚Restaurant’ für die ‚gabbiani’ geöffnet, und einige der fliegenden Gäste holten sich ihre Happen sogar aus der Hand des Jungen, der sie mit den Resten des Mittagessens fütterte. Wir kannten dieses Schauspiel von unseren vorherigen Ausfahrten; trotzdem - es hatte seinen Reiz nicht verloren. Immer wieder kamen die Möwen angeflogen, machten einen Bogen, nachdem sie einen Bissen erhascht hatten und kamen zurück; sie konnten gar nicht genug kriegen. Erst nach einer Weile, als es offensichtlich nichts mehr gab, drehten sie wieder ab.

Alle hatten natürlich versucht, besonders gelungene Fotos von den Kunststücken der Möwen zu machen, wie sie im Flug immer wieder nach den leckeren Fischresten schnappen. Auch wenn manches davon im Meer landete - kein Problem - sie holten sich die begehrten Leckerbissen problemlos auch von der Wasseroberfläche. Dazu mussten sie nur schnell genug sein, bevor das Futter zu versinken drohte oder ein Konkurrent es vorher erwischte.

Langsam ging es zurück in den Hafen, und Sergio steuerte seinen Liegeplatz an der Mole an. Obwohl es Francesca gegen Ende der Tour wegen der doch ziemlich bewegten See und dem daraus resultierenden Schaukeln des Boots nicht besonders gut ging, war es ein herrlicher Tag. Sobald Francesca wieder festen Boden unter den Füßen hatte, fühlte sie sich gleich besser.

So konnten wir uns noch auf ein Bier in der Bar zusammensetzen, den lauen Abend und die Aussicht aufs Meer genießen und den Tag Revue passieren lassen - ein schöner Ausklang für den erlebnisreichen Tag, bevor wir die Heimfahrt antraten.

Montagvormittag, 13.10. fuhr ich am Wochenmarkt vorbei, um frisches Gemüse und Obst zu kaufen und besorgte anschließend beim Metzger das von uns bevorzugte Stück Kalbfleisch (hier cembalino oder fiocco genannt), um daraus meine Art ‚Roastbeef’ zu machen. Das Fleischstück ist nicht nur besonders zart, sondern hat auch die passende Größe, um daraus 2 große oder heute 4 kleine Portionen zu machen. Zudem eignet es sich hervorragend für die Zubereitung auf unserem Gasgrill, der Lavasteine erhitzt und mit geschlossenem Deckel zum Braten ideal ist. Eingestellt auf die richtige Zeit, je nach Gewicht und Größe, bleibt das Fleisch saftig und innen noch richtig rosa. Zusammen mit gedünstetem Gemüse und einer leckeren Sauce mit Feigensenf war dies heute unser Mittagessen auf der Terrasse - Blick aufs Meer eingeschlossen!

Nach dem Essen hielt es Heinz und Marlies nicht mehr lange auf ihren Stühlen - sie wollten unbedingt noch einen Ausflug ans Meer machen, schwimmen gehen und sich im Sand aalen. Als sie später zurückkamen, konnten wir noch eine Weile draußen sitzen, bis sie in ihr kleines Ferienhaus nebenan liefen, um den Abend auf ‚ihrer’ Terrasse zu verbringen. Wir hatten uns gleich am ersten Tag darauf verständigt, bei diesem Aufenthalt nicht wieder jeden Abend ‚bis in die Puppen’ bei uns auf der Veranda zusammen zu sitzen, wenn wir sowieso schon Tag für Tag gemeinsam arbeiten oder etwas unternehmen. So waren alle auch immer wieder einige Stunden für sich, was die gute Stimmung bis zum letzten Tag aufrecht erhielt. Die Sarden haben zu diesem Thema einen guten Spruch auf Lager: ‚pesci sono come ospiti - dopo 3 giorni puzzano’ (Fische sind wie Gäste - nach 3 Tagen ‚riechen’ sie…).

An diesem Abend gönnten wir uns also nur zu zweit auf der Veranda ein Glas Wein, etwas Käse und Brot, und dabei konnten wir zusehen, wie die untergehende Sonne den Felsen am Torre langsam in ein Licht von blassgelb-roten Farbtönen tauchte. Ein Schauspiel, das wir gar nicht oft genug genießen konnten und das mich an solchen Abenden mit einem unbeschreiblichen Gefühl im Herzen zurück ließ. Und es erklärte, wie viele andere Dinge auch, warum ich hier für immer bleiben wollte…

Zahllose Sterne funkelten heute Nacht in der Tiefe des dunklen Himmels - ein richtiges Sternenmeer, und es schien, als wären sie viel näher als sonst. Vielleicht bildete ich es mir auch nur ein. Zeit und Raum schienen sich in diesem Himmel zu verlieren. Auf dem Meer deuteten ein paar schimmernde kleine Lichter in der Ferne auf Fischerboote hin. Wir saßen noch lange draußen und hingen unseren Gedanken nach, eingehüllt in die Stille der Nacht, in der zu unserem Erstaunen heute nur ein paar einzelne Grillen zirpten. Als es langsam etwas frisch wurde, zogen wir uns ins Haus zurück.

Am 15.10. machten wir mit unseren deutschen Nachbarn einen Ausflug nach Goni; dort gibt es den weitläufigen, archäologischen Park Pranu Mutteddu, wo wir die Domus de Janas sowie MenhirsFormationen besichtigten, die auf prähistorische Kultanlagen hinweisen und wirklich beeindruckend sind. Das Wetter war optimal, wenn auch ein wenig windig, und die beiden waren besonders von den Felsengräbern sehr angetan. Heinz wollte überall, wo es nur halbwegs möglich war, ein Stück hineinkriechen - wie ein kleiner Junge auf Entdeckungsreise…

Hungrig, wie wir danach alle waren, suchten wir nach einem Restaurant in der Nähe, was aber gar nicht so einfach war. In Goni konnten wir überhaupt nichts finden. Der uns von einem anderen Besuch bekannte Agriturismo am Lago Mulargia hatte bereits geschlossen und war nur noch nach vorheriger Reservierung und einer Mindestanzahl an Personen für ein Menü zu buchen.

Als wir eine alte Frau auf der Straße in Goni fragten, schickte sie uns zum Ortseingang zurück. Dort sollten wir rechts abfahren und dann würden wir einen Agriturismo finden. Wir fuhren also kilometerweit eine kleine geteerte Straße hinab, konnten aber nirgendwo etwas entdecken. Letztlich standen wir ratlos vor dem Ende der Straße, kurz vor dem Lago Mulargia. Ab dort war die Weiterfahrt verboten und eine Barriere angebracht. Also mussten wir die ganze Straße bergan wieder zurück auf die Hauptstraße fahren, wo wir dann beschlossen, einfach Richtung Ballao in jedem Dorf nach etwas Essbarem zu suchen. In Silius sprachen wir wieder eine Frau auf der Straße an, und sie erklärte uns, wo wir im Ort eine tavola calda finden könnten. Eine Garantie, dass wir dort um diese Zeit (nach 14.00h) tatsächlich noch etwas bekommen, könne sie uns allerdings nicht geben.

Der Beschreibung nach erreichten wir tatsächlich in wenigen Minuten eine äußerlich ziemlich heruntergekommene trattoria, was aber nicht unbedingt etwas aussagen muss… Innen schien es gar nicht so ungemütlich zu sein - eine kleine Theke als Bar und etwa 10 Tische, alle eingedeckt. Das junge Mädchen an der Bar bestätigte uns auf Nachfrage, dass wir durchaus noch etwas zu essen bekommen würden - sie müsse nur ihre Chefin anrufen…

Inzwischen ließen wir uns gegen den Durst ein kühles Bier vom Fass munden. Nach 10 Minuten kam tatsächlich eine füllige und ziemlich resolute Mittfünfzigerin an, begrüßte uns überschwänglich und brachte uns in kurzer Zeit eine Platte mit rohem Schinken, salsiccia und coppa sowie Oliven, kleinen Pizza-Ecken und Käse sowie einem Teller mit riesigen Tomaten (aus ihrem Garten, wie sie stolz betonte) - eine traditionelle sardische Vorspeise ‚di terra’ und alles von hervorragender Qualität. Dazu gab es einen Liter Rotwein vom Hause! Eigentlich wären wir danach schon satt gewesen, aber es schien unmöglich, die padrona vor den Kopf zu stoßen und ihre selbstgemachte pasta zu verschmähen: malloreddus und Gemüse-Fleisch-Bällchen, alles sehr gut, aber auch sehr reichlich…

Das vorgeschlagene Fleischgericht mussten wir allerdings ausschlagen, denn wir waren für den Abend mit den Nachbarn, die am nächsten Tag heim fliegen mussten, sowie Luca und Francesca bei Marina Giò in der Nähe von San Giovanni verabredet.

Am 16.10.2014 fuhr ich unsere Besucher zum Flughafen in Cagliari; danach wollte ich in der Redaktion von ‚Sardinien.com’ vorbeifahren, um mich und mein Buch persönlich vorzustellen. Möglicherweise würden sie es unter der Rubrik ‚Kultur & Literatur Sardiniens’ in die Reihe mit anderen Schriftstellern und Bezug zur Insel aufnehmen…

Ich hatte diese Website schon vor einiger Zeit entdeckt und auch Bekannten und Freunden, die auf Sardinien Urlaub machen wollen, empfohlen, da sie mir wesentlich besser als ähnliche Seiten im Internet gefiel. Die Redaktion von ‚Sardinien.com’ bietet nicht nur Ferienhäuser oder Wohnungen an, sondern stellt Interessierten auch viele und gut recherchierte Informationen zu Kultur und Geschichte zur Verfügung, außerdem werden Wander- und Trekkingrouten beschrieben, auf schöne Badebuchten, Strände und Naturschönheiten hingewiesen und vieles mehr. Selbst die archäologisch interessanten Stätten oder die verlassenen Kohleminen werden angesprochen, und eine Rubrik befasst sich mit den vielen traditionellen Festen in verschiedenen Regionen und Orten samt Veranstaltungskalender. Die Website wird nicht nur laufend dem technisch neuesten Stand angepasst, sondern versorgt die Nutzer mit Updates zu allen möglichen Themen Sardinien betreffend.

Nach einer irren Fahrt kreuz und quer dem Navi folgend durch die Altstadt von Cagliari, bei der mir aufgrund der zum Teil extrem engen Gassen immer wieder Schweißperlen auf der Stirne standen, stand für mich fest, dass ich mir unbedingt demnächst ein neues Gerät kaufen musste! Das Garmin-Navi hatte mich schon von Anfang an genervt (an einem Tag brachte es mich tatsächlich dazu, viermal das gleiche Straßen-Viereck in Cagliari abzufahren; trotz mehrmals versuchter Abweichungen von der vorgegebenen Strecke kam ich immer wieder an der gleichen Stelle heraus). Damals wollte ich das Gerät vor lauter Wut schon aus dem Fenster werfen!

Als ich nach einem endlos scheinenden Herumkurven durch die hintersten Ecken der Altstadt in der richtigen Straße angekommen war, musste ich verärgert feststellen, dass die Redaktion gar nicht weit entfernt vom Gerichtsgebäude war, in dessen unmittelbarer Nähe auch mein Anwalt sein Büro hatte. Auf den Stadtplan schauen hätte also einiges gebracht, und ich wäre nicht wie ein Idiot dem Navi gefolgt!!! Das nächste Problem war, in dieser Strasse einen Parkplatz zu finden. Ich hatte ein ungutes Gefühl, als ich mich ziemlich nahe an eine Ausfahrt gestellt hatte.

In der Redaktion wurde ich herzlich begrüßt und man versprach mir, mein Buch zu lesen und sollte es gefallen, in die Reihe der Autoren aufzunehmen, die auf ihrer Website gelistet sind - allerdings müsste ich etwas Geduld haben. Wir setzten unser Gespräch dann noch eine Weile in der Bar unten im gleichen Gebäude fort, von wo ich problemlos ein Auge auf mein geparktes Auto werfen konnte. Klar, dass wir darauf zu sprechen kamen, was dazu führte, ausgerechnet auf Sardinien ‚gelandet’ zu sein und auch was den Ausschlag zum Schreiben des Buches gegeben hatte.

Auf dem Rückweg beschloss ich spontan, noch bei ‚Poltrone Sofa’ einen kurzen Halt einzulegen, um mir anzuschauen, was es an ‚divano letti’ dort gab - ich hätte gerne mein altes Teil im Gästeschlafzimmer gegen etwas anderes ausgetauscht.

Leider konnte ich aber unter den vielen ausgestellten Modellen keines finden, das mich 100%ig überzeugt hätte. Bei den meisten ragte der stählerne Mechanismus auf der Seite weit heraus, was mir weder gefällt noch mit einem Spannbettuch kaschiert werden kann. Außerdem hatte nur ein einziges Modell einen Bettkasten, aber die Abmessungen insgesamt waren definitiv zu groß für den vorgesehenen Platz.

Als ich abends zurückgekehrt war, rief unerwartet der Chef der Firma für die Brunnenbohrung an, um den Termin am nächsten Morgen zu bestätigen, ziemlich kurzfristig! Sie wollten also mit Mann und Gerät am Freitag um 7.30 h bei uns aufschlagen. Das hieß, wieder einmal früh aus den Federn zu kommen - wenn sie dann auch wirklich kamen!

17.10. Die Männer waren tatsächlich sehr pünktlich - ein Lkw mit dem riesigen Bohrgerät sowie ein großer Anhänger mit Unmengen an Rohren standen zur angekündigten Uhrzeit bereits vor dem Tor. Ein weiterer Lkw mit dem Generator und zusätzlichen Rohren erschien kurz danach! Bis alle Fahrzeuge im Gelände an Ort und Stelle platziert und auch das Bohrgerät abgeladen war, verging fast eine Stunde.

Die Stelle, wo gebohrt werden sollte, hatten wir ein paar Wochen vorher sowohl durch einen Wünschelrutengänger als auch durch eine weitere Person mit solchen Fähigkeiten bestätigt bekommen. Letztere fand nicht nur die gleiche Stelle, sondern sogar noch eine weitere, die sich mit einer zweiten Wasserader kreuzte und daher ganz sicher bei einer Bohrung genügend Wasser versprach. Nun waren wir sehr gespannt, ob es tatsächlich auf Anhieb klappen würde.

Als alles an Gerät aufgestellt und angeschlossen war, wurde mit der Bohrung begonnen: es dauerte nur eine knappe halbe Stunde, und es wirbelte eine riesige Staubwolke in die Höhe - klar, die Erde war sehr trocken! Nach etwa 15 Meter Tiefe stieß man offensichtlich auf total sandigen Untergrund, was bedeutete, dass man ein zweites Rohr mit größerem Durchmesser auf das erste schieben musste, weil die Stabilität des Untergrunds seitlich nicht gegeben war. Eine weitere Wolke an Sand und Staub wurde hoch gewirbelt, bis der Bohrer nach einigen Metern wieder auf festeres Erdreich traf.

Wie es schien, war die Sandschicht nun durchbohrt, und es ging problemlos weiter in die Tiefe. Bei 43 m spritzte plötzlich eine riesige Wasserfontäne in die Höhe, und im Umkreis von 30 - 40 m war nicht nur alles nass sondern auch alle, die ringsherum standen, geduscht! Boah, was für eine Freude!!! Wir waren sehr glücklich, dass Wasser gefunden worden war, und wie es aussah, gab es auch genügend davon… Wir ließen aber bis zu einer Tiefe von 93 m weiterbohren, um auch in langen Trockenzeiten Wasser in genügender Menge zu haben!

Nun war dringend der Stromanschluss erforderlich - ENEL sollte also endlich in die Gänge kommen, damit die Pumpe versenkt und die gesamte dafür erforderliche Elektrik angeschlossen werden konnte. Der dafür benötigte Papierkram hatte inzwischen allerdings schon ein Ausmaß erreicht, das extrem nervte… Alles, was ich per Fax schon geschickt hatte, musste ich nochmals per Post absenden, weil angeblich Teile nicht lesbar gewesen seien und außerdem mein Geburtsdatum in diesem Formblatt nicht eingetragen worden war (obwohl sie es leicht aus der gleichzeitig beigefügten Kopie meines Ausweises hätten sehen müssen). Aber die Bürokratie ist bei ENEL, einem halbstaatlichen Betrieb, auch nicht anders als im Staat selbst! Also hieß es wieder einmal warten und sich in Geduld üben!

Andererseits hatten wir noch genügend anderes zu tun - das Gelände rund um den Brunnen musste komplett von Disteln, kleinen Büschen und Steinen befreit werden, um den Platz für das Setzen des Wasserhäuschen mit den Armaturen und technischen Anlagen vorzubereiten.

Außerdem wollten wir an diesem Tag noch sämtliche Äste aus dem Bachbett auf unserem Grundstück herausholen und seitlich vom Weg sammeln. Später würden wir die Äste mit Traktor und Hänger zu unserer Feuerstelle bringen. Bisher gab es noch keine Erlaubnis, Feuer zu machen - durch die extreme Trockenheit war die Periode zum Brandschutz noch um eine weitere Woche verlängert worden… Erst nachdem ausgiebiger Regen gefallen war, würden wir ein Feuer machen dürfen. Aber wer würde dies besser verstehen als wir, die wir schon einschlägige Erfahrungen gemacht hatten mit Nachbarn, die nachlässig mit Feuer umgegangen waren.

Auch heute war wieder ein ziemlich heißer Tag mit 32 Grad - selbst am Abend 20.00 h stellten wir auf dem Thermometer der Veranda noch 25,5 Grad fest. Großen Hunger verspürten wir bei diesen Temperaturen beide nicht, aber ein paar kleine bruschette, Tomaten mit eingelegten alici, Oliven und pecorino wollten wir mit einem Glas Wein noch genießen.

Nachdem der meist ausgetrocknete Bach mehrere hundert Meter weit in unserem Grundstück verläuft, war sowohl das Beseitigen sämtlicher Äste als auch das Ausgraben des Bachbettes keine Sache von ein paar Stunden sondern eher mehreren Tagen. Trotzdem war es wichtig, denn wenn erst der Regen kam, würden wir Probleme bekommen, sobald sich Zweige und Laub an den Rechen und am Ende des Zauns verheddern und das Wasser aufstauen. Schlimmstenfalls könnte uns die Kraft des Wassers den Zaun an dieser Stelle wegreißen.

Am Freitag, gegen 17.00h mischte sich in die Freude über die gelungene Brunnenbohrung unerwartet ziemliche Trauer: Pia hatte angerufen, um mir schluchzend zu berichten, dass ihr Mann Gianni im Sterben liege. Wir wussten zwar von Telefonaten und Besuchen in den Wochen zuvor, dass es ihm sehr schlecht ging, aber in den letzten Tagen hatten wir nichts mehr gehört. Ich versprach, noch am gleichen Abend zu ihr zu kommen.

Gianni war vom ospedale wieder nach Hause gebracht worden, nachdem man dort offensichtlich nichts mehr für ihn tun konnte. Auf dem Weg zu seiner Wohnung begegnete ich Carlo, der mir sagte, dass schon ziemlich viele Angehörige und Freunde bei Pia seien. Es war unschwer auch an der Menge der Autos nahe dem Haus zu sehen - weit und breit gab es keinen Parkplatz mehr. Ich entschied daher, am folgenden Morgen wieder zu kommen.

Selbst da waren genügend Bekannte und Verwandte im Haus, und ich versuchte, mich nach einer Stunde wieder loszueisen. Es war sehr traurig, die Enkelkinder schlichen bedrückt zwischen den Erwachsenen herum und wussten nicht, wie sie sich verhalten sollten - Pia weinte nur noch und ließ sich gar nicht trösten. Für sie war eine Welt zusammengebrochen; nach so vielen gemeinsamen Jahren zukünftig allein zu sein, konnte und wollte sie noch nicht begreifen. Aber alles schien darauf hinzudeuten, dass es sich höchstens um ein paar Tage handeln konnte, bis Gianni sterben würde. Es würde sicher lange dauern, bis sie sich etwas erholen und ein Leben ohne Gianni halbwegs erträglich sein würde.

Für Samstag und Sonntag waren keine Arbeiten vorgesehen - eine Ruhepause tat uns allen auch gut nach den vorangegangenen Tagen, die doch ziemlich hektisch gewesen waren. Immerhin hatten wir herrliches Wetter, sodass wir überlegten, ob wir nicht nochmals mit dem Boot raus fahren sollten. Wer weiß, vielleicht würde es unsere letzte Ausfahrt in diesem Jahr sein. Gesagt, getan - und es war eine schöne Tour!

Trotzdem ging mir am Abend verständlicherweise wieder der nahende Tod von Gianni nicht aus dem Kopf; wir hatten in den vergangenen Jahren soviel gemeinsam mit den beiden unternommen, Ausflüge gemacht und in der kleinen Hütte am Meer gemeinsam gegessen. Mit seinen 74 Jahren war er auch noch nicht wirklich alt. Und warum traf es immer die ‚Guten’??

An solchen Tagen gehen einem viele derartige, traurige Gedanken durch den Kopf, zwangsläufig auch welche, die sich mit dem eigenen Tod beschäftigen und die sich dann nicht so leicht abschütteln lassen. Wie lange würden wir unser Paradies noch so gesund genießen können? Wie würde es weitergehen, wenn einer von uns beiden zu früh sterben musste oder ernsthaft krank wurde?

Am Samstagabend gab es eine Ablenkung von derartig trüben Gedanken, denn wir waren bei Carlo und Gabi zum Essen eingeladen, wo es immer lustig zuging. Es gab diesmal griechischen Hirtensalat, Moussaka mit Hackfleisch, selbst gemachte Tzatziki-Soße, und in Ermangelung griechischen Weins, einen sardischen Vermentino - der passte auch ganz gut dazu. Wir waren immer sehr gerne dort zum Essen, weil Gabi meistens Gerichte zubereitete, die wir hier sonst nirgends bekamen - es sei denn, wir kochten selbst etwas anderes als das übliche ‚arrosto’ von Schweinchen oder Lamm, das die Sarden immer wieder und wieder zuhause mit der gleichen Begeisterung essen.

Am Sonntagvormittag wurde ich telefonisch von einer Bekannten Pia’s informiert, dass Gianni am frühen Morgen gestorben war. Obwohl klar war, dass es nicht mehr lange dauern konnte, schockierte mich der Anruf. Nachmittags fuhr ich wieder zu Pia, um ihr in dieser schwierigen Phase als Freundin auch ein wenig beizustehen. Kinder und Enkelkinder wechselten sich ständig ab, damit sie in dieser schweren Zeit nie ganz allein war. Einigermaßen beruhigt fuhr ich wieder nach Hause. Erstaunt hatte mich, als ich hörte, dass die Beerdigung anscheinend bereits für den nächsten Tag geplant war.

Ursprünglich hatten wir am Montag unsere Arbeiten fortsetzen wollen - aber schon vormittags wurde mir bestätigt, dass die Beerdigung wirklich an diesem Nachmittag stattfinden sollte. Es war mir schon mehrmals aufgefallen, dass Beerdigungen hier im Süden relativ kurzfristig nach dem Tod stattfanden - bei uns in Deutschland dauert es meist zwei bis drei Tage oder sogar noch länger - vielleicht hängt das mit den Temperaturen bzw. den Möglichkeiten zur Kühlung zusammen.

Hektisch durchsuchte ich die Schränke nach passender, dunkler Kleidung für mich und Roberto und beschloss nach Sichtung der vorhandenen Teile, ihm wenigstens noch ein helles, einfarbiges Hemd zu kaufen. Allerdings hätte ich mir über angemessene Kleidung nicht so viele Gedanken machen müssen; die meisten Leute, egal ob jung oder alt trugen bunte Sommerkleidung, Shirts und Jeans beim Trauergottesdienst - nur die engsten Angehörigen trugen schwarz.

In der neu gebauten Kirche in Muravera waren trotz ihrer Größe alle Bänke und sogar die zusätzlich aufgestellten Stühle besetzt - Gianni war nicht nur sehr bekannt und beliebt im Ort; er hatte sich zudem in der kirchlichen und sozialen Arbeit sehr stark engagiert. Der Weg zum nahe gelegenen Friedhof glich einer nicht enden wollenden Prozession. Die Hauptstraße, die dabei überquert werden musste, war von der Polizei abgesperrt und der Durchgangsverkehr umgeleitet worden.

Der Friedhof selbst hielt eine neue Erfahrung für mich bereit - es gab keine Erdgräber wie bei uns, sondern nur eine riesige, kreuzförmig angelegte, etwa 2 - 2,5 m hohe Betonkonstruktion, in die Fächer in der Größe eines Sarges eingelassen worden waren. Diese waren an der Außenfront verschließbar und hatten einen kleinen Vorsprung, auf dem man Blumen ablegen konnte.

Als wir näher gekommen waren, stellte ich fest, dass viele Kränze und Gebinde rechts und links vom Weg bereits vorher (offenbar während des Trauergottesdienstes) abgelegt worden waren. Mit meinem kleinen Blumenstrauß kam ich mir etwas deplatziert vor - bei uns war es Brauch, die mitgebrachten Blumen mit etwas Erde ins offene Grab fallen zu lassen, auch wenn man zusätzlich ein Gesteck oder einen Kranz vom Blumengeschäft hatte liefern lassen. So kannte ich das von den wenigen Beerdigungen bei uns, bei denen ich dabei war.

Nachdem die Menge an Trauernden unübersehbar groß war, bewegten wir uns langsam etwas abseits, um uns später ohne großes Aufsehen entfernen zu können und heimzufahren. Ich gehe äußerst ungern und nur bei wirklich guten Freunden oder nahen Verwandten auf eine Beerdigung - ich mag dieses Ritual nicht, seit ich als junges Mädchen auf der Beerdigung meiner Großmutter und kurz darauf dann auf der meines Vaters war - diese ganzen Beileidsbezeugungen, meist ein ‚Herunterleiern’ von immer gleichen Worthülsen fand ich unangenehm und teils sogar auch abstoßend.

Ich konnte und kann auch mit dieser oft übertriebenen Grabpflege in Deutschland nichts anfangen - da wird ständig geharkt und gepflanzt, aber wenn es jemand Freude macht und bei der Trauerbewältigung hilft, ist es zu akzeptieren. Vor Feiertagen wie Ostern, Allerheiligen oder Weihnachten wird das Ganze dann aber oft auf die Spitze getrieben, und wehe, wenn ein Grab nicht ‚aufgehübscht’ wurde, wird man ganz schnell ‚verurteilt’. Die Lästerzungen, die nur zum Besichtigen der Gräber in diesen Tagen herumlaufen, sind absolut abschreckend. So gesehen, ist ein Friedhof wie der vor beschriebene vielleicht sogar besser - es gibt nicht soviel zu tun am Grab, und es kann daher auch nicht soviel gelästert werden.

Zurück ins Leben… zurück zur Arbeit … ich musste wieder auf andere Gedanken kommen! Die vorgesehenen Arbeiten das Bachbett betreffend hatten wir aufgrund der Beerdigung um einen Tag verschoben - heute am Dienstag ging es umso eifriger weiter. Mit dem alten Lkw von Giovanni wurden die Unmengen an aufgehäuften und trockenen Ästen auf das weiter unten liegende Areal zum Verbrennen gebracht. Diese eigentlich unnötige Arbeit hatten wir teils auch den Hirten zu verdanken, die sich in den letzten beiden Jahren ziemlich intensiv dem ‚Geschäft’ des Holzklauens auf diesem Gelände verschrieben hatten. Allerdings nahmen sie immer nur das gute Brennholz mit und ließen überall das für sie nicht brauchbare, feinere Geäst in großen Mengen an Ort und Stelle einfach liegen, direkt da, wo es beim Abholzen heruntergefallen war - oft direkt auf den Büschen des lentischio, der darunter leiden musste und mangels Licht dann viele trockene, verdorrte Äste bekam..

In den letzten beiden Oktoberwochen war es immer noch angenehm warm, sodass die Arbeit auf dem neuen Gelände, so anstrengend sie auch teilweise war, richtig Spaß machte, zumal wir dort auch gemeinsam im Freien unsere Mahlzeiten unter den großen Johannisbrotbäumen einnehmen konnten. Oft waren wir 6 oder 8 Personen, und ich ließ entweder etwas von Gianni kommen oder bereitete selbst etwas vor. Diese unterhaltsamen Mittagessen waren für uns alle ein wichtiger Bestandteil der gemeinsamen Arbeit.

Lkw um Lkw mit Ästen und ausgegrabenem wildem, stachligem Buschwerk wurde an den vorbereiteten Brandplatz im unteren Teil des Grundstücks gebracht. Der Mini-escavatore wurde ganz schön hergenommen, und Giovanni schickte uns abwechselnd zum gasolio holen - sowohl für den Lkw als auch für den Mini. Francesca und Marinella hatten sich beide gut eingearbeitet und bildeten zusammen erstaunlicherweise ein optimales Team. Nach dem Beladen des alten Lkw‘s fuhren sie gemeinsam zum Brandplatz; Francesca war am Steuer, sie rangierte auch und bewegte die Hebebühne für das Entladen. Wenn der Rest auf der Ladefläche nicht von allein abrutschte, wurde er von den beiden mit Gabel und Rechen herunter gezogen. Keine leichte Arbeit, aber sie waren beide mit Feuereifer dabei!

Im oberen Bereich des Geländes war mittlerweile ein großer Teil fertig zur Bepflanzung. 3 carrubi mit etwa 3 m Höhe und einem Stammdurchmesser von 10 cm hatten wir bereits gesetzt, zwei sollten noch folgen, aber wir mussten noch auf die versprochene Lieferung warten. Außerdem sollten auf der Westseite dann 5 Olivenbäume den ersten Teil der Bepflanzung vervollständigen und im hinteren Bereich später mit Corbezzolo-Büschen ergänzt werden.

Samstag, 25.10. Heute waren wir zusammen mit Giovanni bei Claudio zum Mittagessen eingeladen. Er hatte capra und eine peperonata zubereitet - beides vorzüglich, allerdings mit Unmengen an Knoblauch gewürzt, was Roberto etwas in Bedrängnis brachte. Aber mit einem guten Rotwein, den Giovanni spendiert hatte, konnten wir damit fertig werden… Außerdem verkosteten wir den von mir selbst angesetzten Mirto. Ich heimste entsprechendes Lob ein, was mich als Nicht-Sardin schon ein bisschen stolz machte.