Schüßler-Salze und Nährstoffe - Die zeitgemäße Kombination für die Praxis - Thomas Feichtinger - E-Book

Schüßler-Salze und Nährstoffe - Die zeitgemäße Kombination für die Praxis E-Book

Thomas Feichtinger

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19,99 €

Beschreibung

Optimal versorgt Die erste umfassende Synthese aus Biochemie nach Dr. Schüßler und Orthomolekularer Medizin in einem Buch: Eine leicht verständliche Darstellung der Mineral- und Nährstoffe kombiniert mit praxisnaher Aufbereitung machen dieses Buch zu einem idealen Praxishelfer. Sie lernen mit dieser Kombination der Methoden, Blockaden der Einzeltherapien zu überwinden und eine optimale Versorgung des Körpers zu erreichen. Das ausführliche Repertorium ermöglicht es Ihnen, schnell eine ideale Therapiekombination zusammenzustellen und umzusetzen. Schüßler-Salze und Nährstoffe - mehr Erfolg durch die ideale Kombination

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Schüßler-Salze und Nährstoffe

Die zeitgemäße Kombination für die Praxis

Thomas Feichtinger

Susana Niedan-Feichtinger

Norbert Fuchs

4 Abbildungen 21 Tabellen

Geleitwort

Schon immer haben mich als ganzheitlich orientierte Ärztin Arbeiten fasziniert, an denen Experten unterschiedlicher Fachgebiete mitgewirkt haben. Spezialisten, die über einen enormen Fachverstand verfügen und auch entsprechende Erfolge aufweisen können, gibt es auf jedem Gebiet in der Naturheilkunde.

Heutzutage zeigt es sich immer häufiger, dass ein Fachgebiet das andere braucht, denn es treten gesundheitliche Störungen auf, die unter Umständen zu einem Versagen des Stoffwechsels führen. Grund dafür sind oftmals ganzheitliche Belastungen, die ihre Ursache in neu zu beurteilenden Hintergründen haben, die leider bisher jedoch kaum oder nicht vollständig geklärt wurden. Viele Störungen werden auf negative Einflüsse der Umwelt zurückgeführt, was sicher richtig ist, aber zusätzlich noch einer Erweiterung bedarf.

Im Laufe meiner nun schon mehrere Jahre dauernden Beschäftigung mit der Biochemie nach Dr. Schüßler habe ich festgestellt, dass tatsächlich viele Beschwerden durch einen Mangel an fein verteilten und hoch verdünnten Mineralstoffen auftreten. Allerdings, und da stimme ich dem Fachmann für die Biochemie nach Dr. Schüßler, Thomas Feichtinger, zu, reicht die alleinige Gabe fein verteilter Mineralstoffe oft nicht aus. Es braucht, ganz nach dem ursprünglichen Ansatz von Dr. Schüßler, zu den Funktionsstoffen auch noch Baustoffe. Um diese Baustoffe musste sich Dr. Schüßler im 19. Jahrhundert nicht kümmern, denn es gab damals weder eine Agrarnoch eine Nahrungsmittelindustrie, die die wertvollen und natürlich vorkommenden Mineralstoffe in unserer Nahrung heute oft stark oder vereinzelt auch gänzlich eliminiert.

In zunehmendem Maße wird deutlich, dass heutzutage Mineralstoffe in beiden Bereichen, dem Bereich der Funktionsstoffe bzw. Betriebsstoffe und dem Bereich der Baustoffe, im menschlichen Körper fehlen und dadurch ebenso unerklärliche wie ganzkörperliche Phänomene und Störungen auftreten.

Im Zuge der intensiven Auseinandersetzung mit der Biochemie nach Dr. Schüßler ist es den Vorsitzenden der Gesellschaft für Biochemie nach Dr. Schüßler und Antlitzanalyse gelungen, Verbindungen zwischen der Welt der Betriebsstoffe und der Nährstoffe herzustellen. Unterstützt wurde diese Auseinandersetzung von einem Fachmann auf dem Gebiet der Nährstoffkunde, Mag. Norbert Fuchs, einem der Mitbegründer der österreichischen Nährstoffakademie Salzburg. Dabei wurden viele Zusammenhänge aufgedeckt, die eine wechselseitige Bereicherung hat zutage treten lassen. Auf der einen Seite profitiert die Biochemie nach Dr. Schüßler enorm von der Möglichkeit, auf der „Baustoffebene“ mit speziell zusammengestellten Nährstoffpräparaten zu arbeiten; auf der anderen Seite haben schon viele Nährstoffexperten bestätigt, dass eine Behandlung mit Nährstoffen bei gleichzeitiger Gabe der Mineralstoffe nach Dr. Schüßler wesentlich besser zum gewünschten Erfolg führt.

Damit diese Zusammenhänge und die damit verbundenen möglichen Synergien für die Fachwelt zugänglich werden, wurde das vorliegende Buch geschrieben. Es ist den drei Autoren in bewunderungswürdiger Weise gelungen, die Welt der Biochemie nach Dr. Schüßler und der Nährstoffe zusammenzuführen.

Ich wünsche eine spannende Lektüre und ein erfolgreiches Anwenden.

Hamburg, im Juni 2007

Dr. med. Julia Schulze-Kroening

Vorwort

„Körper, Geist und Seele“ ist eine weise, wenn auch häufig missbrauchte, Metapher. Das reversible Wechselspiel zwischen Energie und Materie, seit Jahrtausenden integraler Bestandteil fernöstlicher Denkweisen, ist spätestens seit Einstein auch in westlichen Kulturkreisen Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen. Immer häufiger zeigen Experimente der physikalischen Grundlagenforschung, dass chemische und biochemische Stoffwechselvorgänge durch energetische Einflüsse modifiziert und gesteuert werden. Auch die Medizin bedient sich dieser Erkenntnisse auf diagnostischer und therapeutischer Ebene: Ultraschall, Magnetresonanz, Computertomographie, Wärme-, Kälte- und Reizstromtherapie sind einige Beispiele dafür.

In der Naturheilkunde ist der präventive und therapeutische Einsatz von Schüßler-Salzen – mittlerweile bereits seit 100 Jahren Tradition – ein weiteres Beispiel für Therapieverfahren auf biophysikalischer und „feinstofflicher“ Ebene. Ziel dieser Therapie ist es, Stoffwechselentgleisungen und -blockaden im intra- und extrazellulären Bereich des menschlichen Organismus vorwiegend über energetische Hebelwirkungen zu korrigieren.

Vor mittlerweile 40 Jahren wurde in den USA ein neuer Therapiezweig der Ernährungsmedizin, die sogenannte Orthomolekulare Medizin, aus der Taufe gehoben. Im Gegensatz zur Anwendung von Schüßler-Salzen dient die Orthomolekulare Medizin dazu, Mikronährstoff-Defizite materiell (wenn man so will, „grobstofflich“) auszugleichen und auf diese Weise Stoffwechselentgleisungen und -blockaden zu lösen.

Beide Therapieformen, sowohl die Schüßler-Therapie als auch die Orthomolekulare Medizin, besitzen großes Potenzial, haben aber auch ihre Grenzen. Sind Schüßler-Salze nur begrenzt in der Lage, auch die materiellen Bedürfnisse des Körpers zu decken, fehlt den orthomolekularen Nährstoffen die spezifische Grundschwingung, wie sie den Schüßler-Mineralstoffen zueigen ist. Es lag daher nahe, den vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der Schüßler-Salze das therapeutische Spektrum von Mikronährstoffen gegenüberzustellen und Synergien zu suchen.

Dieses Buch stellt den Versuch dar, Gemeinsamkeiten und Synergiepotenziale aus den Welten der Schüßler-Salze und der Orthomolekularen Nährstoffe herauszuarbeiten. Aus Gründen der Übersichtlichkeit befassen sich die ▶Kapitel 1–3 ausschließlich mit den Grundprinzipien der Orthomolekularen Medizin, während das ▶Kapitel 4 in einer Übersicht das Wesen der Schüßler-Salze beschreibt. Die ▶Kapitel 5 und 6 schließlich stellen beide Therapieformen nebeneinander, was überraschenderweise mehr Synergiepotenziale ergab als erwartet. Begriffe wie Biochemie, Säure-Basen-Haushalt wurden in den Beschreibungen beider Therapieformen so verwendet, wie es der traditionellen Diktion der beiden Wissenschaften entspricht. So hat beispielsweise der Begriff „Biochemie“ in der Orthomolekularen Medizin eine gänzlich andere Bedeutung als die „Biochemie nach Dr. Schüßler“. Es hätte den Rahmen dieses Buches gesprengt, auf grundlagentheoretische Fragen der beiden Therapieformen näher einzugehen. Wenn diese Fragen auch durchaus diskussionswürdig sind, mögen die Leserinnen und Leser der Großzügigkeit der Autoren in der Begriffsverwendung mit eben solcher Großzügigkeit entgegenkommen. Vielen Dank!

Vielen Dank möchte ich als Autor auch an jene Personen richten, die wesentlich zur Erstellung dieses Buches beigetragen haben: Bernie Doppler für die geduldige und professionelle Niederschrift unzähliger Tonbandaufzeichnungen, Silvia Mensing für ihre konstruktive Kritik.

Moosham, im Juni 2007

Mag. pharm. Norbert Fuchs

Vorwort

In den vielen Jahren, in denen wir die Biochemie nach Dr. Schüßler nun anwenden, haben wir beim Einsatz von bestimmten Schüßler-Salzen immer auch zusätzlich die Einnahme höher dosierter Mineralstoffe empfohlen. Es gelang dadurch, die bestehenden Mängel rascher aufzufüllen; die erwarteten Resultate stellten sich ein. Das Zusammenspiel und Verhältnis intrazellulärer und extrazellulärer Mineralstoffe rückte schließlich in den Mittelpunkt unseres Interesses.

So wollten wir dem Zusammenhang zwischen den intra- und extrazellulären Mineralstoffbereichen und deren Verbindung zum komplexen Gebiete der Nährstoffe auf die Spur kommen. Denn nicht immer ist es so einfach wie beispielsweise bei Calcium phosphoricum Nr.2 und dem dazugehörenden Kalzium als Baustoff, oder bei Magnesium phosphoricum Nr.7 und Magnesium in höherer Dosierung, eine jeweilige Entsprechung zwischen Funktions- und Baustoffen im Sinne Dr. Schüßlers zu finden. So macht es auch keinen Sinn, wenn zu Natrium sulfuricum Nr.10 einfach Glaubersalz genommen oder gar eine große Portion Speisesalz zu Natrium chloratum Nr.8 verordnet wird. Beides entspricht nicht der Wirkung und der Funktion der Mineralstoffe nach Dr. Schüßler.

Es galt also über die biochemischen Zusammenhänge zu entdecken, welche Nährstoffe der Funktion des jeweiligen Mineralstoffes nach Dr. Schüßler entsprechen bzw. den Wirkungskreis des Schüßler-Mineralstoffe umfassen.

Es hat sich gezeigt, dass es des breiten Instrumentariums der Nährstoffe bedarf, um die mit den jeweiligen Mineralstoffen nach Dr. Schüßler zusammenhängenden ganzkörperlichen Phänomene und Aufgabenbereiche ausreichend abzudecken. Das war überaus interessant und lehrreich für mich und hat mein Verständnis in Bezug auf die Biochemie nach Dr. Schüßler, aber auch bezüglich der Nährstoffe, erweitert.

Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, dass verschiedene alternative Anwendungsmöglichkeiten und Präventivmaßnahmen zur Gesunderhaltung und Vitalität der Menschen fachkundig kombiniert werden. Dazu ist kompetente Beratung eine zentrale Voraussetzung, und diese braucht Information, Wissen und Ausbildung. Eine solche Verknüpfung herzustellen, ist Inhalt und Ziel dieses Buches.

Es soll im vorliegenden Buch aber auch aufgezeigt werden, dass Schüßler-Salze durchaus ihre eigenen, einmaligen Anwendungen und Zusammenhänge haben, die eben auf diese Weise betrachtet, keine Entsprechungen in den Nährstoffen finden.

Nährstoffe werden oftmals ohne anderweitige therapeutische Entsprechung angewendet. Hier über den Tellerrand zu sehen und andere Möglichkeiten mit einzubeziehen, ist meist die Ausnahme und für viele Nährstoffkundige sicher ungewöhnlich. In diesem Buch haben wir uns bemüht, Vernetzungen zwischen beiden Bereichen, der Biochemie nach Dr. Schüßler und der Nährstoffmedizin, aufzuzeigen und deren gleichzeitige Anwendung praktisch nachvollziehbar und leicht überschaubar zu gestalten.

Im ersten Teil führt Norbert Fuchs spannend und kurzweilig in die Nährstoffmedizin ein, im Anschluss werden die allgemeinen Grundlagen der Biochemie nach Dr. Schüßler dargestellt. Der zweite Teil klärt die Kombination der Schüßler-Salze und der Orthomolekularen Medizin und im Anschluss daran wird im Repertorium diese Kombination übersichtlich dargestellt.

Dieses Buch empfehle ich besonders allen jenen Menschen, denen die Vernetzung der Biochemie nach Dr. Schüßler mit einem weiteren sehr wertvollen Anwendungsbereich, den Nährstoffen, am Herzen liegt. Es ist vor allem für Therapeuten, Ärzte und Heilpraktiker, besonders aber auch für Apotheker und alle Berater in der Biochemie nach Dr. Schüßler sehr wertvoll.

Ich wünsche Ihnen allen eine spannende und interessante Zeit mit diesem Buch!

Zell am See, im Juni 2007

Mag. pharm. Susana Niedan-Feichtinger

Inhalt

Teil I Grundlagen

1 Einführung

1.1 Stellenwert der Ernährung

1.2 Ernährung und Lebenserwartung

1.3 Wichtige Nahrungsbestandteile

1.4 Mineralstoffe in der heutigen Zeit

2 Die optimale Versorgung des Körpers

2.1 Nahrungsmittel und ihre biologischen Funktionen

2.2 Bioverfügbarkeit

2.3 Chronobiologie

2.4 Darmflora

2.5 Säure-Basen-Haushalt

2.6 Kolloidales Bindegewebe – extrazelluläre Matrix

2.6.1 Aufgaben des Bindegewebes

2.6.2 Verlust der Bindegewebselastizität

2.6.3 Schüßler-Salze zur Regeneration des Bindegewebes

2.7 Zucker und Kohlenhydrate

2.7.1 Funktionen im Körper

2.7.2 Bedeutung für Ernährung und Gesundheit

2.8 Aminosäuren und Proteine

2.8.1 Funktionen im Körper

2.8.2 Bedeutung für Ernährung und Gesundheit

2.9 Fette, Öle und Fettsäuren

2.9.1 Funktionen im Körper

2.9.2 Bedeutung für Ernährung und Gesundheit

2.10 Faserstoffe

2.10.1 Funktionen im Körper

2.10.2 Bedeutung für Ernährung und Gesundheit

2.11 Wasser

2.11.1 Funktionen im Körper

2.11.2 Bedeutung für Ernährung und Gesundheit

2.12 Vitamine und Vitaminoide

2.12.1 Funktionen im Körper

2.12.2 Bedeutung für Ernährung und Gesundheit

2.13 Antioxidanzien

2.13.1 Funktionen im Körper

2.13.2 Bedeutung für Ernährung und Gesundheit

2.14 Mineralstoffe und Spurenelemente

2.14.1 Funktionen im Körper

2.14.2 Bedeutung für Ernährung und Gesundheit

2.15 Sekundäre Pflanzenstoffe

2.15.1 Funktionen im Körper

2.15.2 Bedeutung für Ernährung und Gesundheit

3 Orthomolekulare Medizin und Therapie

3.1 Geschichte und Definition

3.2 Wirkstoffe der Orthomolekularen Medizin

3.3 Grundregeln der Orthomolekularen Medizin

3.4 Diagnose eines Mikronährstoffmangels

3.5 Empfehlungen zu Dosierung und Anwendungsdauer

3.6 Mengen- und Spurenelemente in der Orthomolekularen Therapie

3.6.1 Wasserlösliche Vitamine

3.6.2 Fettlösliche Vitamine

3.6.3 Mineralstoffe und Spurenelemente

3.6.4 Exogene Antioxidanzien

3.6.5 Essenzielle, einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren

4 Biochemie nach Dr. Schüßler

4.1 Mineralstoffe nach Dr. Schüßler und Wirkungsweisen

4.1.1 Unterscheidung zwischen Funktions- und Baustoffen

4.1.2 Intra- und Extrazelluläres Konzentrationsverhältnis

4.1.3 Verschiedene Mineralstoffspeicher

4.1.4 Verbrauch der Speichervorräte und Substanzverlust

4.2 Analyse einer Mangelsituation

4.2.1 Antlitzanalyse

4.3 Schüßler-Salze

4.3.1 Dosierung

4.3.2 Richtlinien zur Einnahme

4.3.3 Reaktionen

4.4 Weitere Applikationsformen der Schüßler-Salze

4.4.1 Dilutionen

4.4.2 Tropfen

4.4.3 Mineralstoffauflagen

4.4.4 Sprühlösung

4.4.5 Inhalation

4.4.6 Salbe

4.4.7 Gel/Cremegel

4.4.8 Bäder

4.4.9 Waschungen

4.4.10 Zäpfchen

4.5 Schlussbemerkung zur Biochemie nach Dr. Schüßler

Teil II Schüßler-Salze in Kombination mit Orthomolekularen Substanzen

5 Die Biochemie nach Dr. Schüßler in Verbindung mit Orthomolekularer Therapie

5.1 Calcium fluoratum Nr.1

5.2 Calcium phosphoricum Nr.2

5.3 Ferrum phosphoricum Nr.3

5.4 Kalium chloratum Nr.4

5.5 Kalium phosphoricum Nr.5

5.6 Kalium sulfuricum Nr.6

5.7 Magnesium phosphoricum Nr.7

5.8 Natrium chloratum Nr.8

5.9 Natrium phosphoricum Nr.9

5.10 Natrium sulfuricum Nr.10

5.11 Silicea Nr.11

5.12 Calcium sulfuricum Nr.12

5.13 Erweiterungsmittel

6 Repertorium

Teil III Anhang

Adler Ortho Produkte

Hautpflegeprodukte

Über die Autoren

Kontaktadressen

Literatur

Stichwortverzeichnis

Teil I Grundlagen

1 Einführung

Die Schnelllebigkeit der modernen Welt belastet uns zunehmend. Hektik, Stress und Überforderung beherrschen unseren Alltag und Folge ist, dass wir unachtsam mit unserem Körper umgehen und ihn nur nachlässig mit dem versorgen, was er zur Gesunderhaltung benötigt. Die Esskultur, die wir praktizieren, ist ein vortreffliches Beispiel für diese Vernachlässigung. Heutzutage nehmen wir uns keine Zeit mehr um in Ruhe zu essen und machen uns kaum Gedanken darüber, welche Lebensmittel uns gut tun und welche uns schaden. Die Hauptsache beim Essen ist, dass es schnell geht und satt macht. Usere Mahlzeiten bestehen immer öfter aus Fastfoodgerichten, die fast keine Vital- und Mineralstoffe mehr enthalten, und Fertigprodukte den Weg in unseren Haushalt finden, die kaum über Energie verfügen. Doch auch wenn wir selbst am Herd stehen und unser Essen aus frischen Lebensmitteln zubereiten, wird unserer Nährstoffbedarf nur noch unzureichend gedeckt. Der Körper hungert, obwohl wir ihn mit Nahrung versorgen.

Unsere tägliche Ernährung wird in den letzten 100 Jahren von nichts so sehr beeinflusst wie der Industrialisierung der Lebensmittelproduktion. Die Zahl der Menschen, deren körperliche und emotionale Probleme durch ein Nährstoffdefizit begünstigt bzw. mit verursacht werden, nimmt stetig zu. Dabei könnten dank der heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse immer mehr gesundheitliche Störungen vermieden bzw. beseitigt werden. Doch damit Prävention möglich wird, sich Therapieerfolge einstellen und Symptome verschwinden können, müssen erst leere Nährstoff- und Energiespeicher in unserem Körper aufgefüllt und Defizite in unserer Ernährung ausgeglichen werden.

In der Bibel steht, dass der Mensch nicht vom Brot alleine lebt. Das ist richtig, denn ohne soziale Kontakte, ohne einen regen emotionalen, körperlichen und sprachlichen Austausch, ohne eine uns erfüllende Lebensaufgabe und ohne liebevolle Zuwendung, um nur ein paar grundlegende Bedürfnisse der psychischen und geistigen Seinsebene zu nennen, würden wir innerlich verhungern. Doch wenn wir unserem Körper nicht genügend Aufmerksamkeit schenken, ihn nicht ausreichend mit qualitativ hochwertigen Mineralstoffen, Vitaminen, Eiweißen, Fetten, Kohlenhydraten und Vitalstoffen versorgen, fehlt uns für ein erfülltes Leben die physische und stoffliche Grundlage.

1.1 Stellenwert der Ernährung

Im Laufe der menschlichen Entwicklungsgeschichte hat sich der Stellenwert der Ernährung immer wieder durch äußere Einflüsse verändert, was stets auch die Esskultur geprägt hat. So diente die Nahrungsaufnahme beispielsweise in Kriegszeiten, wenn Lebensmittel und Geld knapp waren, einzig dem Zweck der Lebenserhaltung. Genuss spielte keine Rolle, die Versorgung mit möglichst vielen Kalorien stand im Vordergrund. Je mehr jedoch der Wohlstand in der Gesellschaft wieder zunahm, desto wichtiger wurde es, das Essen zu genießen und Lebensmittel als Kulturgut zu betrachten. Eine hohe Kalorienzahl und die Versorgung mit Nährstoffen traten dann immer wieder in den Hintergrund.

In der Gegenwart fällt auf, dass sich viele Menschen gar nicht mehr bewusst sind, welchen Einfluss die Ernährung auf ihre Gesundheit hat. Äußerlichkeiten sind wichtiger als der eigene Körper, und so werden Wohnungen, Häuser und Autos gepflegt und gehegt, um sich möglichst lange daran zu erfreuen. Mit der eigenen Gesundheit aber gehen viele um, als wäre jemand anderes für ihren Erhalt verantwortlich. Das Bewusstsein dafür, dass unser Körper im Durchschnitt etwa 80 Jahre lang unser Zuhause ist, und dass wir es sind, die darüber entscheiden, wie wohl wir uns darin fühlen, ist offenbar den meisten Menschen abhanden gekommen. Anders ist es nicht zu erklären, dass ernährungsbedingte Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Übergewicht, Bluthochdruck, rheumatische Krankheiten, Allergien, Krebs und Gemütsleiden verschiedenster Art un ser Gesundheitsbudget jährlich mit weit über 50% belasten.

1.2 Ernährung und Lebenserwartung

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Mitteleuropa ist während der letzten 100 Jahre von etwa 40 auf über 80 Jahre gestiegen. Dazu tragen nicht zuletzt die guten hygienischen Lebensbedingungen in der heutigen Zeit, die medikamentöse Behandlung von Infektions- und anderen Erkrankungen sowie die sinkende Säuglingssterblichkeit bei.

Es lässt sich jedoch ein paradoxes Phänomen beobachten: Ebenso wie die Lebenserwartung steigt, nimmt auch die Morbidität in unserer Gesellschaft zu. Heute erkranken Menschen bereits in jungen Jahren und wesentlich häufiger als noch vor einigen Jahrzehnten. Zurückzuführen ist das auf den Lebenswandel, der in unserer Gesellschaft vorherrscht und der irrtümlich oft mit dem Begriff Lebensqualität gleichgesetzt wird. Die Menschen muten ihrem Körper mangelhafte Ernährung zu, nehmen gesundheitsschädliche Getränke zu sich und genießen unter Umständen auch noch das Rauchen. Erkranken sie dann an den Folgen ihrer Lebensqualität, muss teure medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden, um die angeschlagene Gesundheit wiederherzustellen. Anschließend, so meinen diese Menschen, kann dann auch das Leben wieder wie zuvor genossen werden. Ein Wechselspiel, das nicht wirklich schlüssig erscheint und auf Dauer auch nicht finanzierbar ist.

Jeder Mensch sollte sich bewusst sein, dass der Körper nur aus dem bestehen und nur das verwerten kann, was ihm zugeführt wird. Ganz gleich, ob Nahrung, Getränke oder Luft. Die alte Weisheit „Der Mensch ist, was er isst“ hat nach wie vor Gültigkeit. Unser Körper bildet die Hardware, die es uns ermöglicht, unsere Software (Gefühle, Zuneigung, Liebe, Glück, Freundschaften etc.) zu leben.

1.3 Wichtige Nahrungsbestandteile

In älteren Ernährungsbüchern steht, dass Nahrung dazu dient, die stofflichen und energetischen Bedürfnisse des Körpers zu befriedigen. Lange Zeit war auch das Dogma weit verbreitet, unser Körper benötige täglich ein gewisses Quantum Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate (Makronährstoffe) sowie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente (Mikronährstoffe), damit er gesund bleibt. Diese Aussage mag an sich nicht falsch sein, reduziert jedoch die Ansprüche, die ein gesunder menschlicher Organismus an Nahrungsmittel hat, auf ein Minimum. Wir kennen mittlerweile hunderte vorwiegend pflanzliche Vitalstoffe, die den Körper im klassischen Sinne zwar nicht „ernähren“, ihn sehr wohl aber in seinen elementaren Funktionen beeinflussen und daher ebenso wichtig sind. Fachleute bezeichnen diese Vitalstoffe auch als sekundäre Pflanzenstoffe.

Vitalstoffe verlängern die Lebensdauer unserer Körperzellen, schützen vor schädlicher UV-Strahlung, modulieren das Immunsystem, stimulieren die Drüsensekretion und gleichen hormonelle Dysbalancen aus. Sie tragen dazu bei, dass unser Körper vital, elastisch, flexibel und jung bleibt. Das bestätigen mittlerweile tausende Publikationen.

Zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören

Polyphenole

Flavonoide

Carotinoide

Chlorophylle

Saponine

Terpene

Isoflavone

Bitterstoffe

ätherische Öle

Ein weiterer Punkt, den die klassische Definition von Nahrung nicht berücksichtigt, ist das Energiefeld unserer Lebensmittel. Im Gegensatz zu der Energie, die unser Organismus bei der Verwertung von Nahrung gewinnt, wird das Energiefeld, das jedem Lebensmittel zu eigen ist, dem Körper schon bei der Nahrungsaufnahme vermittelt. Diesen Zusammenhang erklärt Professor Kollath (Kollath 2005) äußerst eindrücklich. Er unterscheidet zwischen Lebensmitteln, den Mitteln zum Leben, und Nahrungsmitteln, den Mitteln zum Sattwer den. Kuschakoff hat mit seinen Forschungen zur Verdauungsleukozytose zusätzlich den Nachweis erbracht, dass naturbelassene Nahrung, im Gegensatz zu so genannter „tot“ gekochter, dem Körper mehr Energie bringt und ihn weniger belastet. Bei unbehandelter Rohkost, so weiß man heute, ist das Energiefeld vollkommen intakt, während es durch Erhitzen, Präparieren, Konservieren und Isolieren beschädigt wird.

Die Qualität und Zusammensetzung unserer Lebensmittel, egal ob in fester oder flüssiger Form, entscheiden in hohem Maße über die Beschaffenheit unseres Körpers. Wie flexibel, elastisch und funktionstüchtig die Regulationssysteme, die Organe und schließlich die Körperzellen in unserem Organismus sind, hängt letztendlich von der Art ab, wie wir uns ernähren. Auch die Effizienz therapeutischer Maßnahmen, beispielsweise die Einnahme der Schüßler-Salze, steht und fällt mit der Ernährung.

Angeregt durch die Geschmacksnerven im Mund, mobilisiert der Körper bei jeder Aufnahme von erhitzter oder denaturierter Nahrung Leukozyten. Sie besetzen die Darmwand, als drohe eine Infektion oder Vergiftung. Kommen unsere Geschmacksnerven dagegen mit Frischkost in Berührung, bleibt die Abwehrreaktion aus.

1.4 Mineralstoffe in der heutigen Zeit

Mineralstoffe und Spurenelemente sind lebenswichtig. Sie bilden die Körpersubstanz von Pflanze, Tier und Mensch und werden außerdem von jedem Organismus für ein reibungsloses Funktionieren des Stoffwechsels benötigt. Ein dauerhafter Mangel kann daher schwerwiegende Folgen haben. Als anorganische Salze sind Mineralstoffe und Spurenelemente an der Bildung von Erde und Gestein beteiligt, in gelöster Form können Pflanzen sie über ihre Wurzeln aus dem Boden aufnehmen. Mit der pflanzlichen Nahrung gelangen die lebenswichtigen Nährstoffe dann in unseren Körper.

In den letzten Jahrzehnten hat sich der Mineralstoff- und Spurenelementgehalt in den Lebensmitteln jedoch immer weiter verringert, so dass es für unsere Gesundheit mittlerweile äußerst bedenklich wird. Zu den Ursachen dieser Nährstoffabnahme zählen sicherlich auch die überstrapazierten und ausgelaugten Böden. Hauptverantwortlich dafür, dass unser täglicher Nährstoffbedarf nicht mehr gedeckt werden kann, ist jedoch die industrielle Pflanzenzucht auf minderwertigen Treibhausböden und das Raffinieren vollwertiger Getreidefrüchte sowie deren anschließende Verarbeitung zu wertlosen Kalorienträgern. Erhöhen akute oder chronische Entzündungen, schwere körperliche Arbeit, Dauerstress, Alkoholkonsum, zu proteinreiche Nahrung sowie Schwangerschaft und Stillzeit den Bedarf an Mineralstoffen und Spurenelementen zusätzlich, sind schwerwiegende körperliche Schädigungen vorprogrammiert. Unsere so genannten „Volkskrankheiten“, zu denen

Osteoporose,

Herz-Kreislauf-Schwäche,

Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises und

Allergien zählen,

lassen sich direkt oder indirekt auf eine Mangelversorgung zurückführen.

Da Mineralstoffe also in zweierlei Hinsicht wichtig sind, zum einen innerhalb der Zellen zur Unterstützung der Stoffwechselfunktionen und zum anderen außerhalb bei der Bildung der Körpersubstanz, muss zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten auch entsprechend in beide Richtungen gedacht werden. Wenn wir in der heutigen Zeit von Mineralstoffmängeln (was einen Mangel an Spurenelementen mit einschließt) sprechen, müssen wir auf beide Bereiche achten, den intra- und den extrazellulären Bereich. Zur Substitution eignet sich daher eine gezielte Kombination aus Orthomolekularer Medizin (siehe ▶Seite 33ff.) und der Biochemie nach Dr. Schüßler (siehe ▶Seite 57ff.).

Dass dem Körper mengenmäßig überhaupt genügend Mineralstoffe und Spurenelemente (aber auch andere Mikronährstoffe) zur Verfügung stehen, dafür sorgt die Orthomolekulare Medizin, indem sie ernährungs- und krankheitsbedingte Mängel durch eine entsprechende Nährstoffzufuhr ausgleicht (extrazellulär). Die Biochemie nach Dr. Schüßler verabreicht Mineralstoffverbindungen, die in die Zellen gelangen können und dort Defizite beheben (intrazellulär). Da beide Therapieformen das gleiche Ziel verfolgen, die Prävention bzw. die Beseitigung von Funktionsstörungen im Körper durch einen Ausgleich der Mangelsituation, in ihrer Wirkungsweise jedoch unterschiedliche Ebenen bedienen, ergänzen sie sich gegenseitig hervorragend.

Beispiel aus der Praxis

Viele Ermüdungsbrüche, Sehnen- und Bänderrisse sowie schwerwiegende Knorpelprobleme sind bei Sportlern darauf zurückzuführen, dass sie im inneren ihrer Zellen an Mineralstoffen verarmen, weil nur der Mineralstoffgehalt im Blut aufgefüllt wird. Dass jedoch auch in den Zellen Defizite bestehen, die ausgeglichen werden müssen, wird häufig nicht bedacht.

Ebenso sollten auch bei einer fortgeschrittenen Osteoporose sowie bei durchsichtigen Zahnspitzen die Mineralstoffe nach Dr. Schüßler mit einem höher dosierten orthomolekularen Kalziumpräparat ergänzt werden. Nur so kann ein guter intra- und extrazellulärer Ausgleich entstehen, der eine therapeutische Wirkung ermöglicht.

2 Die optimale Versorgung des Körpers

Soll unser Körper gesund bleiben oder wieder gesund werden, müssen wir also weit mehr tun, als ihn nur ausreichend mit Nahrung zu versorgen. Zunächst müssen wir unsere Esskultur verändern, unserem Körper mehr Respekt entgegenbringen, ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass wir verantwortungsvoll mit unseren Ressourcen umgehen müssen und unser Wissen über Vital- und Nährstoffe sowie wichtige Körperfunktionen auf den aktuellen Stand bringen. Ist es uns gelungen, diese Basis zu schaffen, sind wir auch in der Lage, unseren Körper optimal zu versorgen, denn nun achten wir vermehrt auf ihn und seine Bedürfnisse und richten unsere Ernährung entsprechend aus.

2.1 Nahrungsmittel und ihre biologischen Funktionen

Eine gesunde Ernährung trägt zum Aufbau unseres Organismus und zum Erhalt seiner Funktionsfähigkeit bei. Dabei können bestimmte Nahrungsmittelgruppen speziellen Funktionen in unserem Körper zugeordnet werden:

Obst

beispielsweise schützt die Zellen, tötet Bakterien und Viren und bindet Schadstoffe im Darm.

Gemüse

trägt zur Entgiftung bei, ist ebenfalls ein Zellschutz und tötet Bakterien und Viren. Es wirkt Entzündungen entgegen (antiinflammatorisch), entsäuert den Organismus, fördert die Eisenbildung, bindet Schadstoffe im Darm und schützt vor Osteoporose.

Kartoffeln

fördern den Aufbau unserer Zellen, sind für die Enzymsynthese wichtig, tragen zur Entgiftung bei und sind ein wirksamer Schutz vor Osteoporose.

Pflanzensäfte,

aus frischem Obst und Gemüse gepresst und ungefiltert, schützen die Zellen, insbesondere die der Darmschleimhaut, versorgen unseren Körper mit Flüssigkeit und unterstützen die Enzyme bei ihrer Regeneration.

Milch und Milchprodukte

unterstützen den Zellaufbau, fördern die körpereigene Vitaminsynthese, sind wichtig für den Zellschutz der Darmschleimhaut und fördern die Darmentgiftung.

Fleisch, Fisch und Eier

sind ebenfalls am Zellaufbau beteiligt, wirken bei der Blutbildung und der Enzymsynthese mit, dienen der Nervenstärkung und sorgen für eine gute Membranelastizität.

Kalt gepresste Pflanzenöle, Nüsse, Ölsamen und Butter

steigern ebenfalls die Membranelastizität, helfen das Myelin der Nervenleitbahnen aufzubauen und unterstützen die Hautregeneration.

Vollkorngetreideprodukte

geben den Zellen Energie, sind an ihrer Neubildung beteiligt und helfen bei der Enzymbildung mit.

Empfehlung

Damit wir gesund und aktiv bleiben, sollte unsere tägliche Ernährung aus folgenden Bestandteilen zusammengesetzt sein:

34% Getreide, Getreideprodukte und Kartoffeln,17% Gemüse und Hülsenfrüchte,17% Obst,8% Getränke,8% Milch und Milchprodukte,8% Fleisch, Fisch und Eier,8% Fette und Öle.

2.2 Bioverfügbarkeit

Die Bioverfügbarkeit, bzw. ob und in welcher Menge ein Mikronährstoff aus der Nahrung oder einem Nahrungsergänzungsmittel gewonnen und zu seinem Zielort in die Körperzellen transportiert werden kann, hängt von vielen Faktoren ab:

Zu welcher Tageszeit nehmen wir den Mikronährstoff zu uns?

In welcher Verbindung und welchem Nahrungsmittelumfeld liegt der Mikronährstoff vor?

Gibt es Resorptionssynergisten- oder antagonisten?

Bildet unser Magen genügend Magensäure?

Produzieren Leber und Bauchspeicheldrüse ausreichend Sekrete?

Ist die Zusammensetzung unserer Darmflora ausgewogen oder besiedeln Pilze unseren Darm?

Die Konzentration des Mikronährstoffs im Blut sagt jedoch noch nichts darüber aus, wie viel den Zellen letztendlich zur Verfügung steht. Das wiederum ist von der Durchlässigkeit des Bindegewebes sowie der Elastizität und Flexibilität der zellulären Biomembranen, also der Zellwände, abhängig.

2.3 Chronobiologie

Zahlreiche Mikronährstoffe sind heute so gut erforscht, dass nicht nur ihre Resorptionsrate (ihre Aufnahmerate aus dem Verdauungstrakt in den Blutkreislauf) bekannt ist, sondern auch ihre Aufnahmerate in Abhängigkeit von der jeweiligen Tageszeit. So wissen wir beispielsweise, dass Eisen morgens, Zink dagegen abends besser vom Körper verwertet werden kann. Für unsere tägliche Ernährung haben diese so genannten chronobiologischen Unterschiede keine große Bedeutung, denn eine regelmäßige und abwechslungsreiche Vollwerternährung ist letztendlich entscheidend. Werden jedoch Mikronährstoffe ergänzend zur Nahrung eingenommen, kann der Zeitpunkt der Einnahme die Wirksamkeit erhöhen.

2.4 Darmflora

Unser Darm wird von vielen Bakterien besiedelt (Mikroflora). Die Vielfalt dieser Bakterien macht die Zusammensetzung unserer Darmflora aus und spielt bei der Verwertung der aufgenommenen Nahrung eine entscheidende Rolle. So sind einige der Darmbakterien in der Lage, aus pflanzlichen Nahrungsbestandteilen Vitamine zu synthetisieren, die unser Körper benötigt. Wieder andere Bakterien bilden aus diesen Pflanzenbestandteilen bestimmte Antigene, die unser Immunsystem (das so genannte lymphatische Gewebe) anregen und damit dessen Leistungsfähigkeit erhalten. Andere Bakterien wiederum binden krebserzeugende Substanzen, die wir mit der Nahrung aufnehmen, und machen sie somit unschädlich.

Die Beschaffenheit unserer Nahrung sorgt aber auch für den Erhalt einer gesunden Darmflora. So sind beispielsweise bestimmte Lebensmittel wie naturbelassener Joghurt, Acidophilusmilch oder Sauerkraut reich an gesunden Mikroorganismen, weshalb sie als probiotische Nahrungsmittel gelten. Faserreiche pflanzliche Lebensmittel und Nahrungsmittel, die einen hohen Insulingehalt besitzen, beispielsweise Endivien, dienen den Bakterien unserer Darmflora als Nahrung und gelten daher als präbiotisch. Zucker- und weißmehlreiche Nahrungsmittel sowie Antibiotika fördern dagegen die Entwicklung schädlicher Darmbakterien und immunschwächender Darmpilze. Eine Stuhluntersuchung zur Beurteilung des Darmflora-Status sollte daher bei folgenden Beschwerden unbedingt von einem Arzt oder Heilpraktiker veranlasst werden:

Unspezifische immunologische Beschwerden,

Nahrungsmittelunverträglichkeiten,

erhöhte Leberenzymwerte und,

unspezifische Beschwerden, die sich nicht zuordnen lassen.

Zahlreiche Studien belegen heute, dass ein übermäßiger Fett- und Fleischkonsum bei gleichzeitig ballaststoffarmer Ernährung das Risiko für Dickdarmkrebs und viele andere Krebsarten begünstigt.

2.5 Säure-Basen-Haushalt

Der Säure-Basen-Haushalt unseres Körpers spielt in der Orthomolekularen Medizin eine besondere Rolle. Regulationssysteme wie die Lungen (Atmung), die Nieren (Urin), die Verdauungsorgane (Stuhl), die Haut (Schweiß) und so genannte „Puffersysteme“ des Blutes sorgen dafür, dass ein physiologisches Gleichgewicht an Säuren und Basen in unserem Körper erhalten bleibt.

Untersuchungen haben in den letzten Jahren bestätigt, dass in den Industrieländern viele Menschen übersäuert sind und an den Folgen der Übersäuerung leiden, obwohl herkömmliche Messungen des pH-Wertes in ihrer Atemluft, ihrem Urin und Stuhl, ihrem Schweiß sowie ihrem Blut keine Abweichung von der Norm zeigen. Im herkömmlichen Sinn liegen also keine Anzeichen für krankhafte Veränderungen vor. Subjektiv leiden diese chronisch übersäuerten Menschen jedoch sehr häufig unter Beschwerden wie

Migräne

Schlafstörungen

chronischer Müdigkeit

schlechtem Atem

Wasseransammlung in den Extremitäten

Gelenkbeschwerden

Krampfneigung

Muskelschmerzen

erhöhter Neigung zu Pilzinfektionen

Darmträgheit

Übergewicht und

körperlicher Leistungsschwäche.

Obwohl heute bekannt ist, dass unser Bindegewebe für die Regulation des Säure-Basen-Haushaltes im Wesentlichen mitverantwortlich ist, wird bei diesen Beschwerdebildern selten daran gedacht, dass es sich um eine so genannte latente Bindegewebsazidose handeln könnte. Sie entsteht dadurch, dass halbfertige und saure Produkte aus unseren Körperzellen im Bindegewebe zwischengelagert werden. Begünstigt wird dieser Ausstoß zellulärer Säuren durch

vitaminarme Ernährung,

ein Übermaß an zuckerhaltigen Getränken,

Alkohol und andere Genussmittel,

Stress,

körperliche und mentale Überforderung sowie und

Schlafmangel.

Wir belasten unser Bindegewebe oftmals über Jahre und Jahrzehnte hinweg mit diesen Säuren, ohne dass wir dabei im klassischen Sinne krank werden. Ernährungsmediziner sprechen daher vom Phänomen der „latenten Bindegewebsübersäuerung“.

Empfehlung

Ernährungsmediziner empfehlen zum Ausgleich eines Säureüberschusses

viel Salat und Gemüse zu essen, da Pflanzen über einen hohen Gehalt an basischen Nährstoffen verfügen,

regelmäßig Kartoffeln auf dem Speiseplan stehen zu haben, denn sie enthalten ebenfalls große Mengen an basischen Elektrolyten,

eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen in Form von Obst und Nahrungsergänzungen, da der Körper umso weniger Säure produziert, je besser er mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen versorgt wird,

den Eiweißkonsum auf etwa 1g/kg Körpergewicht zu reduzieren, denn ein Zuviel an Eiweiß überlastet unseren Körper mit Aminosäuren,

zuckerhaltige Limonaden, Eistee, Süßigkeiten und Weißmehlprodukte weitgehend zu meiden, denn sie belasten und entleeren die Vitamin- und Spurenelementspeicher in unserem Körper,

„säuernde“ Faktoren wie Dauerstress, Schlafmangel, Alkohol und Nikotin zu vermeiden.

2.6 Kolloidales Bindegewebe – extrazelluläre Matrix

Für die Erhaltung unserer Gesundheit ist eine zuträgliche Ernährung also unerlässlich, denn sie ist Voraussetzung für ein intaktes und funktionstüchtiges kolloidales Bindegewebe. Welch wichtige Rolle dieser Gewebetypus in unserem Körper übernimmt, war lange Zeit nicht bekannt. Erst die Forschungen von Prof. Pischinger (Pischinger 2004) haben uns in die Lage versetzt, die Räume zwischen den Zellen (subzellularer Bereich), die aus sehr vielen Faserelementen aufgebaut sind, ausreichend zu beschreiben. So erkannte Alfred Pischinger, dass jede einzelne Körperzelle von dem einheitlichen, in sich geschlossenen Bindegewebe umgeben ist. Dieses faserig-gallertige, scheinbar strukturlose Gewebe durchzieht unseren Körper vom „Scheitel bis zur Sohle“ und bildet ein in sich geschlossenes System. Innerhalb dieses Systems zirkuliert permanent Flüssigkeit, und feine Nervenendigungen, Blutkapillare und Lymphgefäße durchziehen das Gewebe. Im Gegensatz zu den einzelnen, räumlich abgegrenzten Organen ist das Bindegewebe in seiner durchgehenden Struktur mit allen Organen und Systemen in Kontakt und bildet auf diese Weise nach Pischinger ein übergeordnetes „System der Grundregulation“. Man kann es auch als eine übergeordnete Schnittstelle für

den permanenten Austausch von Blut-, Lymphsowie extra- und intrazellulärer Flüssigkeit und darin gelöster Stoffe,

neuromuskuläre Signalübermittlung,

interzelluläre Signalübermittlung,

den kybernetischen Ablauf zentraler und peripherer Regelkreise,

sowie das biochemische und biophysikalische Wechselspiel sämtlicher Organe und Systeme unseres Körpers bezeichnen.

Obwohl sich der Stoffwechsel unseres Körpers primär im Zellinneren abspielt, kommt dem „Bindegewebsorgan“ offensichtlich eine elementare Koordinations- und Steuerungsfunktion zu. Diese Erkenntnis ist Bestandteil des medizinischen Verständnisses in der fernöstlichen Heilkultur. Die therapeutischen Maßnahmen der Traditionellen Chinesischen Medizin, die Akupunktur, Akupressur und das Qigong, basieren darauf. In der westlichen Medizin wird die Bedeutung des Bindegewebes dagegen immer noch weitgehend ignoriert.

Forschungen von Felix Perger und Hartmut Heine brachten die Erkenntnis, dass jeder Therapie einer chronischen Erkrankung die Reinigung und Wiederherstellung des Bindegewebes voranzustellen ist. Nach Felix Perger haben bestimmte medikamentöse Maßnahmen, insbesondere die langfristige Einnahme von Kortikoiden, eine Entkopplung des Bindegewebes zur Folge.

Die Hyaluronsäure bildet die Grundsubstanz des Bindegewebes. Netzartige Verbindungselemente (Glykoproteine) mit gallertartigen Eigenschaften, wie Laminin und Fibronektin, sind hierin eingeflochten. Aber auch längsgestreckte Fasern wie Glykosaminoglykane durchziehen das Bindegewebe. Hinzu kommen die Kollagen- und die Elastinfasern sowie die federartigen Proteoglykane, deren Kohlenhydratanteil bei 95 % liegt.

Das Bindegewebe eines Erwachsenen hat ein Gewicht von ca. 12 kg und wird ständig von 10–15l Bindegewebsflüssigkeit durchspült. Diese Flüssigkeit hat bei einem gesunden Bindegewebe eine Zusammensetzung, die dem Tiefseewasser im Meer entspricht. All unsere 60 Billionen Körperzellen sind davon umgeben, wodurch die Kommunikation der Zellen untereinander erst möglich wird.

▶Abb. 1 Schema der Grundregulation (nach Pischinger 2004).

2.6.1 Aufgaben des Bindegewebes

Das Bindegewebe übernimmt in unserem Körper eine Reihe von Aufgaben, die lebenswichtig sind. Es verbindet die Zellen miteinander, filtert schädliche Moleküle und löst durch eine Veränderung seines elektrostatischen Grundtonus eine Vielzahl zellulärer Reaktionen aus. Aber auch die Genaktivität im Zellkern wird von dem Kontakt zwischen Zelle und umgebendem Bindegewebe beeinflusst. Letztendlich hängt die Aufnahme bzw. die Aufnahmegeschwindigkeit von Stoffen in das Zellinnere wesentlich vom Zustand des Bindegewebes ab.

Weitere wichtige Funktionen des Bindegewebes

Im Bindegewebe befinden sich tunnelförmige Transportwege für Nähr- und Schlackenstoffe. Schon Dr. Schüßler sprach von ihnen als Bindegewebsröhren, die man im Mikroskop jedoch aufgrund der vorangehenden Gewebepräparation nicht erkennen kann.

Im Bindegewebe finden Stoffwechselvorgänge statt, die von Fibrozyten (Aufbau) und Makrophagen (Abbau) gesteuert und im Gleichgewicht gehalten werden.

Die Kommunikation zwischen den Zellen läuft sowohl über immaterielle Ebenen (Bio-Oszillation und elektrochemische Reizübermittlung) als auch materielle Ebenen (Hormone und Neurotransmitter) ab. Damit die Verständigung innerhalb dieser fein abgestimmten Regelkreise überhaupt möglich ist, braucht es das kolloidale Bindegewebe, denn nur hierüber können Signale von einer Zelle zur anderen gelangen.

Die Verbindungselemente im Bindegewebe verfügen über eine Vielzahl von positiven und negativen Ladungen, wodurch ein permanentes Wechselspiel von Anziehung und Abstoßung zwischen den Strukturmolekülen entsteht. Dieses Wechselspiel wird hauptsächlich vom Dipolcharakter der vorbeifließenden Wassermoleküle beeinflusst, die in der Bindegewebsflüssigkeit enthalten sind und Hydrationshüllen von ständig wechselnder Dichte bilden. Auf diese Weise ändert das Bindegewebe unablässig seine Kolloidstruktur und ist ständig in Bewegung. Man spricht von einem elastischen Bindegewebe.

Die Nährstoffversorgung der Zellen und die

Signalübermittlung zwischen den Zellen hängt bei einem gesunden Bindegewebe somit ab vonder Zusammensetzung des Bindegewebes selbst,den Wassermolekülen der Bindegewebsflüssigkeit sowieden Stoffen, die in der Bindegewebsflüssigkeit gelöst sind.

Das Bindegewebe nimmt als Steuerungszentrale unserer Lebensvorgänge mindestens einen ebenso großen Stellenwert wie das Zentrale Nervensystem (ZNS) ein. Denn Voraussetzung dafür, dass die hormonellen Befehle des ZNS überhaupt an die Organe weitergeleitet werden, ist das Bindegewebe, das diese Kommunikation zulässt. Es ist aber auch aktiv am Aufbau eines guten Immunfeldes beteiligt, denn von ihm werden die Selbstheilungstendenzen des Organismus aktiviert.

2.6.2 Verlust der Bindegewebselastizität

Unser Bindegewebe ist im Stande, über Jahre Belastungen und schädigende Einflüsse von außen abzupuffern, abzufangen, zu absorbieren und zu deponieren. Dabei wird ununterbrochen die Struktur, Elastizität und Durchlässigkeit des Bindegewebes verändert, bis es zum Kontaktverlust zu übergeordneten Regelzentren kommt. Das Bindegewebe wird entkoppelt und es entstehen an der Körperoberfläche verfestigte Zonen, die vom versorgenden Stoffwechsel abgeschnitten sind und zu schmerzen beginnen. Zu den schädigenden Faktoren gehören

UV-Strahlen

Schwermetallbelastungen

Stress

Krankheitserreger

Stoffwechselschlacken aller Art sowie

jahrelange Fehlernährung.

Unter Säureeinwirkung verändert das Bindegewebe ebenfalls seine Konsistenz. Je größer der Säureanteil, umso fester bzw. kompakter wird es, mit allen belastenden Nachteilen. Daraus kann ein regelrechter Teufelskreis entstehen, denn wenn durch zu säurehaltige Ernährung der Säureanteil im kolloidalen Bindegewebe steigt, wird es fester und unflexibler. Das führt dazu, dass die Zellen nicht mehr optimal versorgt werden, und immer mehr Stoffwechselprozesse, wie beispielsweise die Atmungskette, werden unvollständig abgebrochen. Dadurch fallen vermehrt Proteinsäuren an, wovon die Zellen sich wieder befreien müssen, und so scheiden sie die Säuren in das umliegende Bindegewebe aus, das sich nun weiter verfestigt. Somit verschlechtert sich die zelluläre Versorgung. Es entstehen im Körper abgekoppelte und verfestigte Gewebe, die in Säurestarre liegen, wie es in der Naturheilkunde heißt.

Folgen dieses Elastizitätsverlustes sind

Kollagenosen

akute entzündliche Prozesse

chronisch degenerative Erkrankungen

Fibromyalgie

wiederkehrende Migräne

Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises

vegetative Dystonie

Allergien

Neurodermitis

Leider lässt es der Qualitätsverlust der heutigen Nahrung oft nicht mehr zu, das Bindegewebe gesund und elastisch zu erhalten. Daher wird die Einnahme von Schüßler-Salze und Nährstoffen aus dem Orthomolekularen Bereich immer öfter notwendig.

2.6.3 Schüßler-Salze zur Regeneration des Bindegewebes

Die Regeneration des Bindegewebes ist für viele Ebenen in unserem Organismus von zentraler Bedeutung. In der Biochemie nach Dr. Schüßler gibt es die Möglichkeit hervorragender Kombinationen, die das Bindegewebe entlasten und wieder aufbauen.

Calcium sulfuricum Nr.12 ist neben Kalium chloratum Nr.4 das Hauptmittel. Es werden Kompaktierungen im Bindegewebe wieder gelöst.

Das Siliziumdioxid ist integraler Bestandteil der Bindegewebssubstanz und sorgt für eine Quervernetzung der Mukopolysaccharide im Bindegewebe. Deshalb ist Silicea Nr.11 für die Raumstruktur des Bindegewebskolloids verantwortlich. Silicea Nr.11 ist aber auch für die Transmitterfunktion des Bindegewebes zwischen den Zellen wichtig, denn es stimuliert die Kollagenbildung. Für die Elastizität ist Calcium fluoratum Nr.1 zu empfehlen.

Calcium phosphoricum Nr.2 ist allgemein der Mineralstoff, der für den Aufbau der körpereigenen Proteine unentbehrlich ist. Sind die langkettigen Moleküle aufgebaut, sorgt Kalium chloratum Nr.4 dafür, dass sie zusammengefügt werden.