Schwarze Niederlage - Gena Showalter - E-Book

Schwarze Niederlage E-Book

Gena Showalter

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Beschreibung

Kaia hat keine Wahl: Entweder findet sie das verschwundene göttliche Artefakt und bringt es rechtzeitig zu den Harpyien-Spielen, oder sie muss sterben. Doch auch Strider, Träger des Dämons der Niederlage, hat eine Aufgabe: Nur wenn er vor Kaia den Schatz findet, bleibt er ein Sieger und erspart sich Höllenqualen. Keiner der beiden hat mit der tödlichen Entschlossenheit des anderen gerechnet. Und keiner mit den aufflammenden Gefühlen von Lust und Anziehung...

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Seitenzahl: 647

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Alle Rechte, einschließlich das der vollständigen oder auszugsweisen Vervielfältigung, des Ab- oder Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten und bedürfen in jedem Fall der Zustimmung des Verlages.

Der Preis dieses Bandes versteht sich einschließlich der

New York Times und USA Today Bestsellerautorin Gena Showalter gilt als Shootingstar am romantischen Bücherhimmel des Übersinnlichen. Ihre Romane erobern nach Erscheinen die Herzen von Kritikern und Lesern gleichermaßen im Sturm. Die Herren der Unterwelt-Reihe gilt als ihre bislang stärkste Serie.

Gena Showalter

Die Herren der Unterwelt 8: Schwarze Niederlage

Roman

Aus dem Amerikanischen von Maike Müller

MIRA® TASCHENBÜCHER

erscheinen in der Harlequin Enterprises GmbH,

Valentinskamp 24, 20354 Hamburg

Geschäftsführer: Thomas Beckmann

Copyright © 2012 by MIRA Taschenbuch

in der Harlequin Enterprises GmbH

Titel der nordamerikanischen Originalausgabe:

The Darkest Surrender

Copyright © 2011 by Gena Showalter

erschienen bei: HQN Books, Toronto

Published by arrangement with

Harlequin Enterprises, II B.V./S.àr.l.

Konzeption/Reihengestaltung: fredebold&partner gmbh, Köln

Umschlaggestaltung: pecher und soiron, Köln

Redaktion: Daniela Peter

Titelabbildung: Harlequin Enterprises S.A., Schweiz

Satz: GGP Media GmbH, Pößneck

EPUB-ISBN 978-3-86278-555-1

www.mira-taschenbuch.de

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eBook-Herstellung und Auslieferung: readbox publishing, Dortmundwww.readbox.net

Für Donna Glass, eine Bianka Skyhawk aus dem wahren Leben.Deine Unterstützung und Begeisterung für dieHerren der Unterwelt bewegen mich stärker, als ich auszudrücken vermag.Danke, danke, tausendmal danke!(Habe ich schon erwähnt, dass ich dir dankbar bin?)Und alle Krieger, die derweil in der Budapester Burg weilen, lassen dir ausrichten, dass du jederzeit herzlich willkommen bist. Gideon fügt noch hinzu: „Ich hoffe inständig, dass du nicht kommst!“

PROLOG

Vor eintausendfünfhundert Jahren … Oder:

Vor einer Million Jahren …

(je nachdem, wen man fragt)

Zum allerersten Mal waren die zweimal im Jahrhundert stattfindenden Harpyienspiele mit mehr toten als lebendigen Teilnehmerinnen zu Ende gegangen, und jede der Überlebenden wusste, dass daran die vierzehnjährige Kaia Skyhawk schuld war.

Dabei hatte der Tag ganz unschuldig begonnen. Als die Morgensonne hell am Himmel gestanden hatte, war Kaia Hand in Hand mit ihrer geliebten Zwillingsschwester Bianka durch das überfüllte Camp geschlendert.

Zelte von unterschiedlicher Größe standen dicht nebeneinander, und überall knisterten Feuer, um die morgendliche Kälte zu vertreiben. In der Luft lag der Duft von geklauten Keksen und gemopstem Honig. Ihr lief das Wasser im Mund zusammen.

Ein ewiger Fluch der Götter verdammte die Harpyien dazu, dass sie nur essen konnten, was sie stahlen oder sich verdienten. Wenn sie irgendetwas anderes aßen, mussten sie sich tagelang schrecklich übergeben. Deshalb war Kaias Frühstück auch recht mager ausgefallen: eine pappige Reiswaffel und ein halber Krug Wasser, beides hatte sie aus den Satteltaschen eines Menschen stibitzt.

Vielleicht wäre ein Keks von einem der gegnerischen Clans besser, dachte sie, schüttelte dann aber den Kopf. Nein, sie musste halbhungrig bleiben. Zwar lebten Harpyien nicht nach besonders vielen Regeln, aber die wenigen, die sie hatten, wurden strikt eingehalten. Wie zum Beispiel: Schlaf niemals irgendwo ein, wo dich Menschen finden könnten, zeige niemandem gegenüber Schwäche und, besonders wichtig, stiehl niemals auch nur einen Krümel Essen von einer deiner Artgenossinnen – auch nicht, wenn du sie hasst.

„Kaia?“, fragte ihre Schwester neugierig.

„Ja?“

„Bin ich das hübscheste Mädchen hier?“

„Natürlich.“ Kaia brauchte sich nicht umzuschauen, um wahrheitsgemäß zu antworten. Bianka war das hübscheste Mädchen auf der ganzen Welt. Doch manchmal vergaß sie das und musste daran erinnert werden.

Während Kaia einen ekelhaften Mopp roter Haare und langweilige, graugoldene Augen hatte, war Biankas Haar voll und herrlich schwarz und ihre Augen bernsteinfarben, was sie zum Ebenbild ihrer erhabenen Mutter, Tabitha der Teuflischen, machte.

„Danke“, erwiderte Bianka und lächelte zufrieden. „Und ich denke, du bist mit Abstand die Stärkste.“

Kaia konnte das Lob ihrer Schwester gar nicht oft genug hören. Je stärker eine Harpyie war, desto mehr Respekt bekam sie. Von allen. Und Kaia sehnte sich nach Respekt. „Sogar stärker als …“ Sie ließ den Blick über die Harpyien schweifen, die in der Nähe standen, und suchte nach jemandem, mit dem sie sich vergleichen konnte.

Jene, die alt genug waren, um sich den traditionellen Prüfungen von Macht und List zu stellen, eilten geschäftig hin und her und bereiteten sich auf das bevorstehende Turnier vor, das den Titel „Last Immortal Standing“ trug. Schwerter wurden aus Scheiden gezogen, Dolche an Wetzsteinen geschärft.

Endlich erspähte Kaia eine für ihren Vergleich geeignete Mitstreiterin. „Bin ich sogar stärker als die da?“, fragte sie und zeigte auf eine bullige Frau mit stark ausgebildeten Muskeln und breiten, im Zickzack verlaufenden Narben auf den Armen.

Die Wunden, von denen diese Narben stammten, mussten wirklich schlimm gewesen sein, denn eigentlich erholten sich die unsterblichen Harpyien schnell und vor allem restlos von ihren Verletzungen. Nur selten blieben Andenken an ihre oft raue Lebensweise zurück.

„Ohne Frage“, erwiderte Bianka loyal. „Ich wette, die würde Hals über Kopf davonrennen, wenn du sie herausfordern würdest.“

„Du hast bestimmt recht.“ Aber mal ehrlich: Wer würde denn nicht vor ihr weglaufen? Kaia trainierte härter als jede andere und hatte sogar schon ihre Trainerin besiegt. Zweimal.

Sie wollte ja nicht angeben, aber wenn die anderen aus ihrem Clan Feierabend machten, trainierte sie weiter, bis ihr der Schweiß in Strömen herunterlief, ihre Muskeln vor Anstrengung zitterten und ihre Knochen ihr Gewicht nicht länger tragen konnten.

Eines Tages, vielleicht schon bald, würde ihre Mutter stolz auf sie sein. Immerhin hatte Tabitha ihr vor ein paar Tagen abends auf die Schulter geklopft und gesagt, ihre Fähigkeiten im Dolchwerfen hätten sich fast verbessert. Fast verbessert. Noch nie war ein süßeres Lob über Tabithas Lippen gekommen.

„Komm“, sagte Bianka und zerrte an ihr. „Wenn wir uns nicht beeilen, haben wir keine Zeit mehr, uns im Fluss zu waschen, und ich will wirklich top aussehen, wenn ich zusehe, wie sich unser Clan wieder einmal den Sieg holt.“

Allein beim Gedanken an die Preise, die ihre Mutter sammeln würde, richtete Kaia sich stolz auf.

Die Harpyienspiele waren vor vielen Tausend Jahren ins Leben gerufen worden. Sie sollten den Clans Gelegenheit geben, über Missstände zu „diskutieren“, ohne einander den Krieg zu erklären – oder besser: ohne noch mehr Kriege anzufangen. Obendrein bot das Ereignis den Clans die Möglichkeit, ihr Können zur Schau zu stellen und gegeneinander anzutreten. Dazu trafen sich die Älteren der zwanzig Stämme und einigten sich im Vorfeld auf Turnierablauf und Preise.

Dieses Mal stand am Ende eines jeden der vier Wettkämpfe ein Gewinn in Höhe von einhundert Goldstücken. Zweihundert dieser Goldstücke hatten die Skyhawks bereits eingesackt. Einhundert waren an die Eagleshields gegangen.

„Erde an Kaia … braves Mädchen“, sagte Bianka, als sie ihren Schritt beschleunigte und Kaia zwang, dasselbe zu tun. „Du träumst zu viel.“

„Gar nicht.“

„Jawohl.“

„Nein!“

Ihre Schwester seufzte und gab sich geschlagen.

Kaia grinste. Da die beiden die Aufmerksamkeit einiger Harpyien auf sich gezogen hatten, strich Kaia über das Skyhawk-Kriegermedaillon, das um ihren Hals baumelte. Ihre Mutter hatte es ihr erst vor wenigen Monaten gegeben, und Kaia hütete das Symbol ihrer Kraft fast genauso sehr, wie sie ihre Zwillingsschwester hütete.

Fast jede, die ihren Blick auffing, nickte ehrerbietig, selbst die, die zu einem rivalisierenden Clan gehörten. Und die anderen … Keine Harpyie würde es wagen, auf neutralem Boden anzugreifen, weshalb Kaia sich keine Gedanken über eine mögliche Auseinandersetzung machte. Sie hätte sich ohnehin nicht gesorgt. Immerhin war sie genauso mutig, wie sie stark war.

Eine Bewegung in der Baumgruppe, die am Rande des Camps stand, ließ sie innehalten. Sie sah genauer hin. „Diese Männer.“ Sie zeigte auf die Gruppe Männer mit nackten Oberkörpern. Einige liefen frei umher, ein paar waren an Pfosten angebunden und einer war in Ketten gelegt. Soweit sie wusste, war es Männern nicht gestattet, den Ort der Spiele zu betreten, geschweige denn bei den Spielen zuzusehen. „Was machen die da?“

Bianka blieb stehen und sah in die Richtung, in die ihre Schwester zeigte. „Das sind Gemahle. Und Sklaven.“

„Ich weiß. Deshalb habe ich ja auch gefragt, was sie da machen, und nicht, was sie sind.“

„Sie erledigen Pflichten, du Dummkopf.“

Kaia zog irritiert die Augenbrauen zusammen. „Was denn für Pflichten?“ Ihre Mutter hatte stets betont, wie wichtig es war, sich zuerst um sich selbst zu kümmern, danach um seine Familie und sonst um niemanden.

Bianka dachte nach, zuckte die Achseln und sagte: „Wäsche waschen, Füße baden, Waffen fertigen. Du weißt schon, all die banalen Dinge, für die wir viel zu schade sind.“

Und was sagte ihr das? Wenn man einen Gemahl oder Sklaven hatte, brauchte man nie wieder die Wäsche zu machen. „Ich will einen haben“, verkündete Kaia, und die winzigen Flügel, die ihr aus dem Rücken ragten, flatterten wild.

Wie alle Harpyien trug sie ein bauchfreies Top, das ihre Brüste bedeckte – die zu ihrer großen Enttäuschung bei ihr noch nicht einmal ansatzweise sichtbar waren –, am Rücken jedoch offen war, damit ihre kleinen Flügel genügend Platz hatten. Schließlich waren sie die Quelle ihrer überdurchschnittlichen Kraft.

„Du weißt doch, was Mutter immer sagt“, fuhr sie fort.

„Allerdings. Mit einem netten Wort verdienst du dir ein Lächeln, aber welches Wesen, das etwas im Kopf hat, will sich schon ein Lächeln verdienen?“

„Das meine ich nicht.“

Bianka schürzte die Lippen. „Einen Menschen kann man nicht mit Freundlichkeit töten, man muss sein Schwert benutzen.“

„Das auch nicht.“

Entnervt warf ihre Schwester die Arme in die Luft. „Was denn dann?“

„Wenn man sich nicht die Schätze und die Männer nimmt, die man will, wird man die Schätze und die Männer, die man will, auch nie bekommen.“

„Ach so.“ Bianka riss die Augen auf und schaute erneut zu den Männern. „Und welchen willst du?“

Kaia tippte sich mit der Fingerspitze gegen das Kinn, während sie die Kandidaten eingehend betrachtete. Alle Männer trugen Lendenschurze, und ihre gestählten Körper waren mit Schmutz und Schweiß bedeckt, aber keiner von ihnen war derart mit Wunden und Blutergüssen übersät wie sie. Also keine Anzeichen dafür, dass sie sich auf dem Schlachtfeld bewiesen hatten. Oder wenigstens den Versuch unternommen hatten.

Nein, stimmt nicht, bemerkte sie im nächsten Moment. Der Mann in Ketten präsentierte Kampfspur über Kampfspur, und seine dunklen Augen blickten definitiv aufsässig drein. Er war ein Kämpfer. „Den“, sagte sie und deutete mit dem Kinn auf ihn. „Wem gehört der?“

Bianka musterte ihn von Kopf bis Fuß und erzitterte. „Juliette der Ausmerzerin.“

Juliette Eagleshield, eine Verbündete und zugleich eine kaltherzige Schönheit, die von Tabitha Skyhawk persönlich ausgebildet worden war.

Einen Mann zu erobern, den zu zähmen die Ausmerzerin nicht geschafft hatte, wäre … „Umso besser.“

„Ich weiß nicht recht, Kye. Man hat uns gewarnt, mit keinem der Männer zu sprechen.“

„Mich hat niemand gewarnt.“

„Oh doch. Das weiß ich deswegen so genau, weil du direkt neben mir standest, als Mutter die Warnung ausgesprochen hat. Wahrscheinlich hast du wieder mal geträumt.“

Sie wollte sich nicht von ihrem Weg abbringen lassen. „Neue Regel: Wenn eine Tochter eine Warnung nicht hört, braucht sie sie auch nicht zu befolgen.“

Bianka schien nicht überzeugt. „Der riecht förmlich nach Gefahr.“

„Und wir lieben die Gefahr.“

„Aber wir lieben es auch zu atmen. Und ich denke, dass er uns eher in Stücke reißen würde, anstatt uns die Füße zu waschen. Ganz zu schweigen davon, was Juliette mit uns anstellt, falls es uns wirklich gelingt, ihn uns zu schnappen.“

„Vertrau mir. Juliette ist nicht so stark wie ich, sonst hätte sie ihn nicht festketten müssen.“ Sicher, Juliette war für ihre Bereitschaft bekannt, jeden jederzeit umzubringen, ungeachtet des Alters oder des Geschlechts, doch Kaia würde schon bald als das Mädchen bekannt werden, das sie übertrumpft hatte.

Ihre Schwester dachte einen Moment über das Argument nach und nickte. „Stimmt.“

„Ich werde ihm nur kurz erklären, welche Strafe ihm droht, wenn er mir nicht gehorcht, und dann wird er mir gehorchen, das verspreche ich dir.“ Die Sache war kinderleicht. Ihre Mutter wäre ja so stolz auf sie.

Tabitha war nicht auf viele Leute stolz, sondern nur auf jene, die sich ihr als ebenbürtig erwiesen hatten. Anders gesagt: Bis dato war sie auf niemanden stolz. Vielleicht war das der Grund dafür, dass jede Harpyie so sein wollte wie sie und dass jeder Mann sie für sich gewinnen wollte. Ihre Stärke war einzigartig und ihre Schönheit unerreicht. Ihre Weisheit war grenzenlos. Alle erzitterten, wenn man ihren Namen nur erwähnte. (Und wenn nicht, war es ein Fehler.) Alle respektierten sie. Und alle bewunderten sie.

Eines Tages werden mich alle bewundern .

„W…wie willst du ihn denn unbemerkt von ihr wegbringen?“, fragte Bianka. „Und wo willst du ihn verstecken?“

Hmm, gute Fragen. Doch während sie über die Antworten nachdachte, machte sich Empörung in ihr breit. Warum sollte sie ihn überhaupt unbemerkt von hier wegbringen? Warum sollte sie ihn verstecken? Wenn sie das täte, würde doch niemand von ihrer kühnen Tat erfahren. Dann würde niemand Geschichten schreiben, die von ihrer Stärke und ihrem Schneid erzählten.

Und was sie sich noch mehr wünschte als einen Sklaven, der ihre Wünsche erfüllte, waren solche Geschichten. Sie brauchte solche Geschichten. Weil sie und Bianka Zwillinge waren, wurden sie ständig damit aufgezogen, dass sie sich teilten, was eigentlich für eine Person vorgesehen gewesen war. Die Schönheit, die Stärke, einfach alles. Als ob jede von ihnen nur die Hälfte dessen besäße, was ihr eigentlich zustand.

Ich bin gut so, wie ich bin, verflucht! Und das werde ich beweisen.

Sie würde sich den Mann hier und jetzt schnappen. Vor den Augen aller Anwesenden.

Kaia platzte schier vor Tatendrang, als sie sich zu ihrer Schwester umdrehte und ihre Händen an die vom Wind rosa gefärbten Wangen legte. Biankas feine Gesichtszüge wurden von großer Sorge überschattet, doch das hielt Kaia nicht davon ab zu sagen: „Sorg dafür, dass niemand weiter geht als bis hierher. Es wird nur einen Moment dauern.“

„Aber …“

„Bitte. Tu es für mich, bitte.“

Unfähig zu widerstehen seufzte ihre Schwester. „Also schön.“

„Danke!“ Kaia gab ihr einen Kuss auf den Mund und eilte davon, bevor ihre gutmütige Schwester es sich anders überlegen konnte. Sie umfasste ihren Dolch. Die Männer taten, als bemerkten sie sie nicht, als sie sich an ihnen vorbeidrängelte, und sie vernahm nicht einen Laut des Protestes. Gut. Sie hatten jetzt schon Angst vor ihr.

Nachdem sie das Objekt ihrer jungen Begierde erreicht hatte, stellte sie sich so hin, wie sie es bei ihrer Mutter schon so oft gesehen hatte. Die rechte Hüfte leicht vorgeschoben, die Faust mit dem Dolch so in die Seite gestützt, dass die Klinge nach außen zeigte.

Der Mann saß auf einem Baumstumpf und hatte die Ellbogen auf seine verschorften Knie gestützt. Den Kopf hielt er leicht gebeugt, sodass ihm die tiefschwarzen Haare in die Stirn fielen.

„Du“, sagte sie in Menschensprache. „Sieh mich an.“

Er hob den Blick und schaute sie durch seine wirren Locken an. Er sieht gut aus, dachte sie. Seine Gesichtszüge wirkten wie in Stein gemeißelt. Er hatte eine markante Nase, scharfe Wangenknochen, schmale, rote Lippen und ein kantiges Kinn.

Aus der Nähe stellte sie fest, dass die Kette nur um seine Handgelenke lag, jedoch nirgends festgemacht war. Entweder hatte Juliette keine Ahnung, wie man einen Gefangenen ordentlich festhielt, oder der Mann war schwächer, als Kaia angenommen hatte.

Enttäuschend. Aber kein Grund, ihre Pläne zu ändern.

„Du gehörst mir“, sagte sie kühn. „Vielleicht wird deine vorherige Herrin versuchen, mit mir um dich zu kämpfen, aber ich werde sie besiegen.“

„Ach ja?“ Seine Stimme war tief und kräftig und schien mit Donner und Blitzschlag getränkt. Kaia unterdrückte ein Schaudern. „Wie heißt du, kleines Mädchen?“

Sie biss fest die Zähne aufeinander. Ihre vorübergehende Beunruhigung war vergessen. Sie war kein kleines Mädchen! „Ich bin Kaia die … Stärkste. Ja, genauso heiße ich.“ Beinamen waren bei den Harpyien extrem wichtig und wurden von den Stammesführerinnen ausgewählt. Zwar wartete Kaia noch auf ihren Namen, doch sie war sich ganz sicher, dass ihre Mutter ihre Wahl gutheißen würde.

„Und was genau hast du mit mir vor, Kaia die Stärkste?“

„Ich werde dich natürlich zwingen, alle meine Bedürfnisse zu erfüllen.“

Er zog eine Augenbraue hoch. „Wie zum Beispiel?“

„Meine Pflichten zu erledigen. Alle meine Pflichten. Und wenn du sie nicht erledigst, bestrafe ich dich. Mit meinem Dolch.“ Sie wedelte mit besagter Waffe in der Luft herum, wobei die Klinge bedrohlich im Sonnenlicht glänzte. „Ich bin ziemlich grausam, weißt du? Ich habe schon Menschen getötet. Richtig getötet. So getötet, dass sie selbst danach noch Schmerzen hatten.“

Er reagierte weder auf ihre Waffe noch auf ihre implizierte Drohung, und sie kämpfte darum, sich ihre Frustration nicht anmerken zu lassen. Sie tröstete sich mit der Tatsache, dass die meisten Menschen keine Ahnung von den Fähigkeiten einer Harpyie hatten. Offensichtlich gehörte er zu diesen schlecht informierten Exemplaren. Weil er selbst keinen Fünfhundertkilofels hochzuheben vermochte, konnte er sich vermutlich nicht vorstellen, dass jemand anderes dazu in der Lage war.

„Und wann soll ich mit der Erfüllung dieser neuen Pflichten beginnen?“, fragte er.

„Sofort.“

„Na schön.“ Sie hatte mit einem Streit gerechnet, doch er erhob nur seinen massigen Körper von dem Baumstumpf. Götter, wie groß er war! Sie musste hoch … hoch … und noch weiter hoch schauen.

Dennoch war sie nicht eingeschüchtert. Beim Training hatte sie gegen weitaus größere Wesen gekämpft und gewonnen. Na ja, vielleicht waren sie nur ein bisschen größer gewesen. Also gut, sie waren allesamt kleiner gewesen. Sie war sich nicht sicher, ob es überhaupt irgendwen gab, der so groß war wie dieser Mann. Kein Wunder, dass Juliette ihn für sich beansprucht hatte.

Kaia grinste. Ihr erster Soloangriff und dann auch noch am helllichten Tag, und sie würde das Feld mit einem Preis von vielen verlassen. Sie hatte eine gute Wahl getroffen. Ihre Mutter würde an dem Mann keinen Makel finden, ihn womöglich sogar selbst haben wollen. Wenn Kaia mit ihm fertig wäre, würde sie ihn vielleicht Tabitha überlassen.

Tabitha würde sie anlächeln, sich bedanken und ihr sagen, was für eine wunderbare Tochter sie war. Endlich. Kaias Herz setzte einen Schlag aus.

„Steh da nicht so rum.“ Noch ehe der Mann Zeit hatte, etwas zu erwidern, eilte sie mit wild schwirrenden Flügeln hinter ihn und gab ihm einen Schubs. „Beweg dich.“

Er stolperte, fing sich jedoch schnell wieder. Hoch erhobenen Hauptes ging er los. Doch kurz bevor er den Rand des Unterholzes erreicht hatte, blieb er abrupt stehen.

„Weiter“, befahl sie und schubste ihn abermals.

Er rührte sich nicht vom Fleck. Drehte sich nicht mal um, um sie anzusehen. „Ich kann nicht. Um diese Lichtung wurde ein Kreis aus Harpyienblut gezeichnet, und die Ketten hindern mich daran weiterzugehen, wenn ich nicht unerträgliche Schmerzen erleiden will.“

Sie musterte seinen muskulösen, breiten Rücken. „Ich bin doch nicht blöd. Ich werde dir die Ketten bestimmt nicht abnehmen.“ Außerdem wollte sie, dass er gefügig war, wenn sie ihn durch das Camp führte, und nicht etwa einen Fluchtversuch unternähme. Wenn Juliette erst entdeckte, was sie getan hatte, würde sie sie herausfordern. Dann bräuchte Kaia ihre volle Konzentration – Ablenkungen konnte sie sich nicht leisten.

„Es ist nicht nötig, mir die Ketten abzunehmen.“ Weder sein Ton noch sein Verhalten verrieten seine Gefühle. „Du brauchst nur dein Blut unter das Harpyienblut zu mischen und einen Tropfen davon auf die Ketten zu geben. Dann kannst du mich ohne Probleme über die Grenze führen.“

Ach ja. Von diesen Blutketten hatte sie schon mal gehört. Durch sie war ein Gefangener in einem Kreis eingesperrt, ganz gleich wie groß oder klein dieser Kreis war. Nur das Blut einer Harpyie konnte die Begrenzung aufheben. Das Blut jeder Harpyie. „Gute Idee. Ich bin froh, dass ich daran gedacht habe.“

Aufmerksam betrachtete sie das Harpyiencamp. Niemand hatte sie bemerkt, aber Bianka trat nervös von einem Bein aufs andere und sah mit flehendem Blick von Kaia zum Camp und zurück.

Geschickt schnitt Kaia sich mit dem Dolch in die Handfläche. Den scharfen Schmerz nahm sie kaum wahr. Nachdem sie ihr Blut auf den roten Ring am Boden geträufelt hatte, fuhr sie mit der Wunde über die kühlen Metallglieder zwischen den Handgelenken des Mannes. Als das erledigt war, eilte sie abermals hinter ihn und gab ihm einen Schubs.

Er stolperte über die Grenze, nur um kurz dahinter stehen zu bleiben. Er schüttelte den Kopf, streckte sich und zog die Schulterblätter zusammen. So fest der nächste Stoß auch war, er bewegte sich keinen Millimeter. Allerdings drehte er sich um und grinste sie an. Noch ehe sie begriff, was vor sich ging, hatte er ihr die Hände um den Hals gelegt und sie hochgehoben.

Sie riss die Augen auf, als er mit einer Kraft das Leben aus ihr herauswürgte, die absolut unmenschlich war.

Trotz des Sauerstoffmangels, des Nebels in ihrem Gehirn und der brennenden Kehle, begriff sie plötzlich: Er war gar kein Mensch.

Auf einmal strahlte er den puren Hass aus, und in seinen dunklen Augen tanzte ein hypnotischer Strudel. „Du dumme Harpyie. Die Ketten kann ich vielleicht nicht sprengen, aber dieser Kreis war das Einzige, das mich davon abgehalten hat, im Camp zu randalieren. Jetzt werdet ihr alle dafür sterben, dass ihr mich derart beleidigt habt.“

Sterben? Zum Teufel, nein! Du hast einen Dolch. Benutze ihn! Sie versuchte, ihn zu treffen. Doch er lachte nur grausam und schlug ihre Hand fort.

Im Hintergrund hörte sie Bianka kreischen, hörte die eiligen Schritte, mit denen ihre Schwester näher kam. Nein, versuchte sie zu schreien. Bleib weg von ihm. Dann würgte der Mann sie fester, und ihre Gedanken zerfielen in tausend Stücke.

Eine schwarze Welle warf sie in ein Meer aus nichts.

Nein, kein Nichts. Es ertönten Schreie … so viele Schreie … Ein Stöhnen, Grunzen und Knurren. Das Geräusch von Metall, das durch Fleisch glitt. Das Knacken von Knochen, die brachen. Das ekelhafte Geräusch von Flügeln, die ausgerissen wurden. Die albtraumhafte Symphonie dauerte mehrere Stunden an, vielleicht sogar mehrere Tage. Dann verstummte sie endlich.

„Kaia.“ Sie spürte, wie ihr jemand seine verhornten Hände unter die Oberarme schob und sie schüttelte. „Wach auf. Sofort.“

Sie kannte diese Stimme … Kaia kämpfte sich den Weg aus dem dunklen Meer empor und öffnete die Augen. Es verstrich ein Moment, ehe sich der dunkle Nebel lichtete und sie wieder einen klaren Gedanken fassen konnte. Im Mondlicht sah sie, wie sich eine blutgetränkte, düster dreinblickende Tabitha über sie beugte.

„Sieh nur, was du getan hast, Tochter.“ Noch nie hatte die Stimme ihrer Mutter so hart geklungen – und das wollte etwas heißen.

Obwohl sie sich am liebsten geweigert hätte, setzte sie sich auf. Sie verzog das Gesicht, als ihr der Schmerz durch den Nacken schoss, ehe er sich im restlichen Körper ausbreitete, und ließ den Blick über das Camp schweifen. Ihr kam die Galle hoch. Harpyien und … andere Dinger schwammen in blutroten Flüssen. Waffen lagen nutzlos am Boden. Stofffetzen von zerfledderten Zelten hatten sich in den Zweigen der Bäume verfangen und wehten nun wie eine traurige Parodie auf weißen Friedensfahnen im Wind.

„B…bianka?“, keuchte sie mit rauer Stimme.

„Deine Schwester lebt. Gerade noch.“

Kaia stellte sich auf die zittrigen Beine und sah in die bernsteinfarbenen Augen ihrer Mutter. „Mutter, ich …“

„Still! Ich habe dir verboten, diesen Bereich zu betreten, doch du hast mir nicht gehorcht. Und dann, dann hast du versucht, einer anderen Frau den Gemahl zu stehlen, ohne mich um Erlaubnis zu fragen.“

Am liebsten hätte sie gelogen, um an dem Traum vom stolzen Lob festzuhalten. Doch sie konnte nicht. Nicht gegenüber ihrer geliebten Mutter. „Ja.“ Die Tränen brannten in ihren Augen, als der Traum im Nu zu Asche zerfiel. „Das habe ich.“

„Siehst du die Verwüstung hinter mir?“

„Ja“, wiederholte sie leise.

Tabitha zeigte keine Gnade. „Dafür bist allein du verantwortlich.“

„Es tut mir leid.“ Sie senkte den Kopf, bis das Kinn ihr Brustbein berührte. „Es tut mir unendlich leid.“

„Spar dir deine Entschuldigungen. Sie können nicht das Leid rückgängig machen, das du verursacht hast.“

Oh Götter. Jetzt lag Hass in der Stimme ihrer Mutter. Echter, purer Hass.

„Du hast Schande über unseren Clan gebracht“, sagte Tabitha und riss Kaia das Medaillon vom Hals. „Das hier hast du nicht verdient. Eine wahre Kriegerin beschützt ihre Schwestern und bringt sie nicht in Gefahr. Und dein selbstsüchtiges Handeln hat dir auch endlich deinen Beinamen eingebracht. Von diesem Moment an wirst du als Kaia die Enttäuschung bekannt sein.“ Mit diesen Worten drehte Tabitha sich um und ging davon. Unter ihren Stiefeln spritzte das Blut, und dieses Geräusch brannte sich in Kaias Ohren fest.

Sie sank auf die Knie, und zum ersten Mal in ihrem Leben schluchzte sie wie ein Kind.

1. KAPITEL

Heute.

Ich will ihn haben.“

„Wo habe ich das nur schon mal gehört? Ach ja. Am Tage des unglückseligen Zwischenfalls – den ich schwören musste, nie wieder zu erwähnen, selbst nicht, wenn man mir mit dem Tode droht. Und ich werde auch jetzt nicht darüber sprechen, also reg dich nicht unnötig auf. Ich dachte einfach, du würdest mit deinen Gefühlen heute etwas vorsichtiger umgehen.“

Kaia Skyhawk sah zu ihrer Schwester hinüber – Bianka die Hure der Himmlischen Hügel, wie Kaia sie seit Neuestem nannte. Und diesen Namen hatte ihre teure Schwester verdient. Immerhin hatte sie sich einen Engel geangelt. Einen Scheißengel. Natürlich hatte Bianka im Gegenzug Kaia einen neuen Namen verpasst: Bettwärmerin der Unterwelt, weil sie sich mit Paris eingelassen hatte, der größten männlichen Nutte, die es gab.

Dieser Name stach nicht annähernd so sehr wie der letzte. Also gut, wie der aktuelle. Harpyien hatten ein gutes Gedächtnis, und noch immer hörte sie Ausrufe wie „Seht mal her, da kommt die Enttäuschung“, wenn sie ihren Artgenossinnen über den Weg lief.

Egal. Bianka sah genauso hinreißend aus wie immer, mit den dunklen Haaren, die ihr lang über den Rücken fielen, und diesen strahlenden, bernsteinfarbenen Augen. Im Augenblick wühlte sie in einem Stapel Designerkleider, wobei sie eine Mischung aus Entschlossenheit und Sorge ausstrahlte.

„Das ist schon gefühlte Millionen Jahre her“, meinte Kaia, „und Strider ist der erste Mann, den ich … verflucht, er ist eben der erste Mann, den ich will – wirklich will“, fügte sie hinzu, bevor ihre Schwester Kommentare über ihre „Freunde“ loslassen konnte, die sie in den vergangenen Jahrhunderten so gehabt hatte.

„Wenn man es genau nimmt, ist das, wie du es nennst, erst eintausendfünfhundert Jahre her, aber wir reden ja nicht darüber. Also, was ist mit Kane, dem Hüter von Katastrophe, hm? Hattest du mit dem nicht mal irgendein Erlebnis? Etwas, das deine Sinne berührt hat oder so ähnlich?“

„Nur elektrostatische Aufladung. Sonst nichts.“

Ein amüsiertes Schnauben. „Komm, sei ehrlich.“

„Keine Ahnung. Vielleicht hat sein Dämon in mir eine verwandte Seele gespürt und in der Hoffnung, die Flammen einer Romanze zu entfachen, seine Hände danach ausgestreckt. Aber das heißt nicht, dass Kane und ich füreinander bestimmt sind. Ich fühle mich nicht zu ihm hingezogen.“

„Ist auch besser so. Okay, Kane ist also raus. Vielleicht musst du dich mal woanders nach einem Mann umsehen. Wie zum Beispiel im Himmel. Ich könnte dich mit einem Engel bekannt machen.“ Bianka hielt einen Streifen fließenden blauen Stoff hoch, der oben mit einer Reihe von Blütenapplikationen und unten mit mehreren Lagen Spitzenrüschen verziert war. „Was hältst du von dem?“

Ohne das Kleid zu beachten, presste Kaia hervor: „Keine Verkupplungsaktionen. Ich will Strider.“

„Er ist nicht gut für dich.“

Er ist perfekt für mich. „Erstens gehört er zu keiner anderen Harpyie. Zweitens ist er kein Psychopath“, sie hielt einige Sekunden inne, ehe sie einschränkte: „Na ja, jedenfalls ist er nicht immer ein Psychopath. Und drittens ist er … ist er mein Gemahl, das weiß ich.“ So. Nun hatte sie die Worte gegenüber jemand anderem als sich selbst und dem gehirngeschädigten Mann, um den es hier ging, ausgesprochen.

Mein Gemahl.

Wie Kaia inzwischen wusste, waren Gemahle extrem schwer zu finden und genau deshalb sehr kostbar. Aber sie waren notwendig. Harpyien waren von Natur aus sehr launisch, gefährlich und– wenn wütend– eine tödliche Gefahr für ihre Umwelt. Gemahle beruhigten sie. Gemahle beschwichtigten sie.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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