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In dem Buch geht es um Sozialangst und Ängste im Allgemeinen. Die Autorin beschreibt wie sie ihren Ängsten mit einem Angst-Ranking auf die Spur kommt und wie sie letztendlich diese Punkte auch wieder hinter sich lassen kann, um wieder "selbstsicher und selbstbestimmt" ihr Leben mit Freude begehen zu können. Des Weiteren werden Techniken beschrieben, die dabei helfen können die Angstspirale zu durchbrechen.
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Seitenzahl: 115
Veröffentlichungsjahr: 2022
Daniela Kolk
#(selbst)Isolation
Sozialangst überwinden
Daniela Kolk
#(selbst)Isolation
Sozialangst überwinden
© 2022 Daniela Kolk Autor: Daniela Kolk
Umschlaggestaltung, Illustration: Daniela Kolk
Lektorat, Korrektorat: Daniela Kolk
Verlag & Druck:
tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg
ISBN:
978-3-347-40359-8 (Paperback)
978-3-347-40360-4 (Hardcover)
978-3-347-40361-1 (e-Book)
978-3-347-64148-8 (Großschrift)
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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
In Liebe gewidmet
♥ Werner
für seine grenzenlose Liebe& Unterstützung,
♥ meinen Eltern
für ihre bedingungslose Liebe,ihr Vertrauen in mich& meinen Lebensweg,
♥ mir selbst
für meinen Mut,meine Offenheit& meine Selbstliebe.
DANKE – ich liebe euch!
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
(selbst)Entfremdung
(meine)Angst
Sozialphobie
Soziale Ängstlichkeit
Angsthierarchie
Angst & Arbeit
(m)ein Angst-Ranking
Angstvermeidung stoppen
Angst- und Stressbewältigung
Stressreaktion
Bewältigungsmöglichkeiten
Veränderung von Gedanken
Verzerrungen umdeuten
Stress-“Impfung“
Mögliche Stressregulierungen
Scham
meine Überlegungen & Fragen in Facebook
Rückblick
Mein Leben ohne Sozialangst
Literaturverzeichnis
Internetquellen
Einleitung
Dieses Buch ist die Ergänzung und Fortsetzung meines ersten Buchs #(selbst)STIGMA. Das Thema Angst, insbesondere die Sozialangst sind mir wichtig, um diese Begebenheiten noch einmal gesondert in einem Buch zu verfassen. Auch hat es logistische Gründe, dass ich mich zu einem weiteren Teil meiner Lebensgeschichte entschieden habe. Denn mit dem Teil der Angst-Behandlung wäre mein erstes Buch über 300 Seiten geworden. Ein dickes Buch schreckt den Leser ab. Auch sind für einen Sozialphobiker die Teile der psychotischen Krisen wohl eher uninteressant. Aber ich wollte gerne auch ein Angebot für diese Menschen machen, denn ich durfte bereits vor ein paar Jahren die Bereicherung erfahren, die eine Selbsthilfegruppe von „Sozialphobikern“ hat. Somit kann diese Ausführung über Angst und Sozialangst auch eine Bereicherung für Menschen sein, die unter einer sozialen Ängstlichkeit leiden.
Auch möchte ich in diesem Buch erwähnen, dass ich mich nicht an dem Gendern im Sprachgebrauch beteilige. Ich verwende überwiegend die maskuline Begrifflichkeit, womit ich hoffentlich Niemanden zu nahe trete. Aber diese Verwendung ist simple, da es damit auch möglich ist alle Seiten miteinzubeziehen.
im Sommer 2022
Lieber Leser,
vielen lieben Dank, dass Sie auch dieses Buch lesen möchten.
Schön wäre es, wenn Sie durch dieses Buch Verständnis für Sozialangst kriegen könnten – egal, Ob Sie nun Betroffener sind oder Jemanden kennen, der eine soziale Ängstlichkeit an den Tag legt. Ich wünsche Ihnen viel Spaß & Freude beim Lesen!
Ihre Daniela Kolk
(selbst)Entfremdung
Mit den Jahren entfernen wir uns von unserem wahren und reinen Wesenskern. Einem Kern mit dem wir als Baby geboren wurden. Unserer ureigenen Essenz. Diese Essenz ist das Urvertrauen mit dem wir frei, ungezwungen, ungehemmt, glücklich und mit dem wir einfach, simple gesagt zufrieden sind.
Durch Sozialisation und Konditionierung entfremden wir uns langsam aber stetig von dieser Uressenz. Sozialisation und Konditionierung findet immer statt, wenn wir als Menschen mit anderen Menschen zusammenkommen und zusammen sind. Es passiert in der Familie, im Kindergarten, in der Schule, auf der Universität, auf der Fachhochschule, im Beruf; durch Eltern, Geschwistern, Verwandten, Bekannten, Freunden, Nachbarn, Lehrpersonen, Mitschülern, Mitstudenten, Partnerschaften, Mitarbeitern und Chefs. Überall, da wo Menschen zusammenkommen. Aber auch durch Wissen, was wir uns aneignen. Durch Medien wie Fernsehen, Internet, Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Radio, Hörbücher, Briefe, etc. werden wir konditioniert und lernen wir Sozialisation. Wir lernen Regeln im Miteinander kennen. Das ist auch gut so, denn Regeln garantieren ein MITeinander statt einem GEGENeinander. Manche Regeln sind unausgesprochen und manche sind im Grundgesetz verankert.
In der Kindheit sind wir noch unschuldig, frei und ein unbeschriebenes Blatt. Wir sind in unserem Urvertrauen und unserer Urkraft. Wir fühlen uns stark und unbezwungen. Später kann die eine und andere physische und psychische Verletzung, Schmerz und Traumatisches eine Trübung des Urvertrauen zur Folge haben. Menschen können uns enttäuschen, da sie sich anders verhalten, als wir das von ihnen erwarten. Sie können uns verlassen, verletzen oder ungerecht zu uns sein. Aber auch können wir liebe Menschen durch Tod verlieren, was uns auch aus der Bahn werfen kann. Alles was wir als Menschen erfahren ist ein weiterer Punkt auf unserem unbeschrieben Blatt. Diese Liste kann immer länger werden und manches Mal genügt nicht nur ein Blatt, um diese ganzen Erfahrungen zu speichern. Dann wird ein weiteres Blatt benutzt, um diese Dinge zu sammeln. Aber genau dieses Sammeln ist nicht gut für uns.
Es wird für uns immer schwerer, um so mehr negative Erfahrungen wir speichern. Das ist genauso zu sehen wie mit dem Rucksack der Erinnerungen, der immer schwerer auf den Schultern lastet. Manche Menschen haben nicht umsonst Rückenprobleme (Schmerzen oder Ähnliches), denn sie haben viel zu viel in ihrem Leben bereits mit sich herumgeschleppt.
Bei mir kam zu der Sozialisation und Konditionierung erschwerterweise die Traumata vom Mobbing, einem Überlebenskampf im Meer in Frankreich, psychotische Erfahrungen (der dazugehörigen psychischen medizinischen Diagnose), einem Abort und einem (selbst)STIGMA hinzu. All diese Erfahrungen haben mich nicht nur von mir selbst getrennt, sondern auch von den Menschen in meiner Umgebung. Diese Trennung war schwer und traurig zugleich.
Die Entfremdung von der Umwelt und von mir hat mich nahezu ein Vierteljahrhundert belastet. („Was 25 Jahre schon?“ – „Ja leider, aber so alt bin ich doch noch gar nicht!“). Die Entfremdung war eine Trennung von dem Urvertrauen, was ich als Baby geschenkt bekommen habe. Es fing alles bereits schon zur Schulzeit an, als ich 10 Jahre alt war. Bei mir führte die Trennung jedoch zu einem klassischen Angsterleben.
(meine)Angst
Ich habe einen Lehrgang gemacht, indem ich mich näher mit der Angst beschäftigt habe. Das Thema Angst beschäftigt mich jetzt mittlerweile seit der ersten psychotischen Krise. Ich habe mir eine blöde und hemmende Angewohnheit zunutze gemacht. In mir wuchs vor ungefähr 25 Jahren eine Sozialangst vom Feinsten. Ich habe während der Studienzeit, in der ich viel Stress und Druck ausgesetzt war, eine Sozialphobie entwickelt. Ich hatte Angst vor innerer Begegnung und Angst vor sozialer Nähe. Ich hatte Angst, dass Jemand meinen inneren Kern entdecken könnte. Warum hatte ich davor Angst? Im Grunde genommen ist dieser Gedanke unglaublich.
Als ich die Mobbingerfahrungen (Klasse 5 bis 10) während meiner weiterführenden Schulzeit endlich hinter mir lassen konnte, da blühte ich auf der gymnasialen Oberstufe auf. Ich liebte es gedanklich gefordert zu werden und konnte auch leicht neue Freundschaften schließen. Ich mochte und liebte mich. Schlicht gesagt, ich war glücklich und zufrieden mit mir und den Möglichkeiten, die ich auf dem Gymnasium hatte. Es war eine wunderbare Zeit. Ich habe mich in meinem Körper und mit mir sooo gut gefühlt. Ja, dieses Gefühl ist fantastisch gewesen, denn es war auch eine gewisse Art von Stolz in meinem Gefühl. Stolz endlich diese „alten Schuhe“ der Realschule ausgezogen zu haben, um mich selbst zu erfahren und interessante neue Dinge zu lernen. Ich merkte auch, dass ich mich selbst mochte und die Menschen um mich herum, mit denen ich zu tun hatte, mochten mich auch sehr. Das gab mir noch zusätzlich einen Auftrieb in meinem Selbstbewusstsein. Es war wie eine Spirale, die mich nach oben in ein gigantisches Selbstbewusstsein vorantrieb. Ja es war schön! Wunderschön! Wundervoll! Gigantisch!
Während dieser Gymnasialzeit begegneten mir auch vereinzelte Exmitschüler und Exmitschülerinnen, die zusammen mit mir die Schulbank während des erlebten Mobbings drückten. Diese Schüler habe ich, wer kann es mir verdenken, geflissentlich ignoriert und soweit es mir möglich war für einen näheren Kontakt gemieden. Denn ich wollte mit ihnen, die mir so wehtaten, keinen näheren Austausch mehr haben. Was mir auch nicht fehlte. Ganz im Gegenteil, denn die neuen Mitschüler waren mir sowieso sympathischer und interessanter als die Realmitschüler. Ich konnte damals zur Gymnasialzeit die bewundernden Blicke insbesondere der Exmitschülerinnen erstmalig bemerken. Das hatte ich während der Realschulzeit nie wahrnehmen können, da ich durch das schlechte Klima der Klassendynamik mich sehr schlecht fühlte. Durch die Fähigkeit meiner Psyche die äußeren Stimmungen wie ein Seismograph in mir aufzusaugen, hatte ich zur damaligen Realschulzeit ein Klima vorfinden können, was mich eher abbaute statt mir Selbstvertrauen gab.
Die Teenagerzeit selbst ist eine Zeit, in der große Veränderungen im Körper stattfinden. Diese Veränderungen sind nicht immer beglückend, sondern können auch irritierend sein. Und da ich nicht allein diese Veränderungen erlebte, sondern um mich herum die anderen Mitschüler auch selbst davon betroffen waren, führte diese Befindlichkeit mehr zur allgemeinen Unzufriedenheit bei, als das wir als Klassenverbund eine glückliche Klasse waren. Im Nachhinein habe ich von vielen Exmitschülern dieser Realschulzeit zu hören bekommen, dass sie unseren Klassenverbund als nicht wohlwollend erlebt haben. Selbst sensible Lehrer sind weinend aus der Klasse gelaufen, weil es von gewissen Jungs bemerkt wurde, wo diese ihre Schwachstellen hatten und genau an diesem Punkt angesetzt wurden, um sie wegzueckeln. Ich selbst war diesen perfiden Spielchen ausgesetzt und habe trotzdem immer für Andere, ob es sich jetzt um Mitschüler oder Lehrer handelte, Partei ergriffen und habe diese verteidigt. Ich fand es nicht schön, dass auch andere Leute fertig gemacht wurden. Deshalb war es nur gerecht von mir, fand ich, mich verteidigend vor diese Leute verbal zu stellen.
Als ich dann auf dem Gymnasium anfing das Leben zu leben und zu lieben, entwickelte ich hingegen später zur Studienzeit auf einmal so eine behindernde und hemmende Sozialangst. Das war in der Tat unglaublich und ich glaube es ist auch jetzt, wenn ich das so schreibe und es jemand liest, nicht unbedingt logisch nachzuvollziehen. Die Mobbingerfahrungen dachte ich abgeschlossen zu haben, als ich dann mit 16 Jahren aufs Gymnasium kam. Auf dem Gymnasium waren auch wieder aufgeschlossene und weltoffene Leute, mit denen es Spaß und Freude machte mich auszutauschen. Die Realschule war auf einem Dorf. Das Gymnasium war in der größeren Stadt nebenan. Vielleicht konnte man das auch daran festmachen, dass die Leute in dem Dorf noch zu sehr an alten Klischees hingen. Meine Familie ist in diesem Ort bekannt. Mein Vater hatte ein großes mittelständisches Unternehmen gehabt und geführt, was man kannte. Diese Begebenheit spielte während der Realschulzeit eine wesentliche Rolle in dem Verhalten vereinzelter Gruppenanführer/innen. Ich war immer jemand, der sich nie zu der einen noch zu der anderen Gruppe zugehörig fühlte. Ich habe die Fähigkeit durch meine empathische Art mit jedem Menschen zu reden. Das nutzte ich, um mich zwischen den Gruppen innerhalb unseres Klassenverbundes zu bewegen und zu einzelnen Schülern zu gehen, um mit ihnen zu reden. Das war interessant und spannend, denn so war ich nicht in einer Gruppe gefangen und hatte auch nie das Gefühl mich unter einem Gruppendruck zu bewegen. Wenn es mir langweilig war und ich keine Lust mehr auf eine Situation oder ein Gespräch hatte, dann verabschiedete ich mich freundlich und ging meinen Weg weiter. Ich war sozusagen immer selbst- und eigenbestimmt.
Ich erinnere mich noch an einen meiner Träume, den ich während der Gymnasialzeit hatte. Ich träumte, dass ich in einem Wald voller Tannen war. In diesem Wald war ich auf einer sehr, sehr großen Tanne ganz weit oben auf der Spitze. Um mich herum die anderen hohen Tannen. Ich träumte von dieser Höhe nach unten zu fallen. Das Fallen machte mir Angst, und das wovor ich mich fürchtete, genau das trat ein. Ich konnte mich auf der hohen Tanne nicht halten und stürzte ins Bodenlose.
Im Nachhinein trat mein Traum dann auch in der Realität ein. Ich war in jungen Jahren auf dem Gipfel meines selbstbewussten Selbstvertrauens und stürzte in ein tiefes, tiefes Tal.
Kleiner Exkurs: Selbstbewusstsein ist nicht gleichzusetzen mit Selbstvertrauen, noch mit Selbstsicherheit. Sich seiner Selbst bewusst zu sein, dass kann auch ein unsicherer Mensch sein, der kein Selbstvertrauen hat. Mein Selbstbewusstsein war immer allgegenwärtig, deshalb erlebte ich diesen Fall von einem zufriedenen, glücklichen und sicherem Selbstvertrauen in eine selbstbewusste Selbstunsicherheit als große Last, die mich sehr, sehr einsam und unglücklich machte. Ich vertraute mir nicht mehr, als ich diesen inneren Zustand der Psychose durchlebte. Da mir das Umfeld nicht mehr, wie gewohnt zugänglich war, sondern ich erlebte alles durch meine eigene Welt und war gefangen in meiner Wahrnehmung. Jetzt kann man so argumentieren, dass jeder die Welt und das Außen durch seine eigene Wahrnehmung wahrnimmt. Ja das stimmt! Aber eine psychotische Phase durchleben ist schon speziell und in sich ein Ding für sich. Die Wahrnehmung erlebt eine enorme Verunsicherung, denn nichts ist mehr so wie man es gewohnt war. Der Betroffene wird selbstbezogener, ist in sich gekehrt. Eine Verbindung zum Außen ist vielfach nicht mehr möglich. Diese Verbindung ist innerlich beim Betroffenen abgebrochen.
Derjenige in einer psychotischen Phase erlebt seinen eigenen Film. So habe ich mich zu Anfang der ersten Episode immer gepflegt auszudrücken. Ich habe das Außen auf mich in extremster Form bezogen gefühlt. Das Extremste war, dass ich eine Sendung im Fernsehen so speziell angesehen habe, dass es auf mich extra bezogen ist. Ich fand damals 3 junge Männer nett und konnte mich aber letztendlich für keinen wirklich entscheiden. So kam es, dass ich abends mitten in der Nacht die Sendung „Herzblatt“ angeschaut habe.
„Herzblatt“ war damals eine Sendung, in die 4 Singles eingeladen wurden. Es gibt einen Moderator und eine Sprecherin aus dem off-Bereich. Der Moderator stellte die 4 Singles vor. Entweder waren es 1 Frau und 3 Männer oder 1 Mann und 3 Frauen. Der einzelne Single war getrennt durch eine Trennwand von den weiteren anderen Singles. In der Sendung stellte dann der einzelne Single, den weiteren Singles ein paar Fragen, die diese ihr/ihm dann beantworteten. Als dann die Fragen gestellt und beantwortet wurden, war dann die Stimme aus dem off-Bereich dran. Sie stellte dem einzelnen Single die 3 weiteren Singles vor. Allein nach der Beurteilung der Stimmen und der Zusammenfassung der Antworten wählte dann die Frau oder der Mann für sich den „attraktivsten“ und interessantesten Single aus. In meiner Phase war diese Sendung sehr spannend, da ich dieses Szenario auf meine Situation münzte.
