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Likör – für die Einen ein süffiges Getränk für feine Damen beim Kaffeekränzchen, für die Anderen ein viel verwendbarer Genuss in köstlichen Desserts, Cocktails, oder aber pur getrunken. Heute finden wir den Johannisbeerlikör im Kir Royal, den Holunderlikör im Hugo und natürlich diverse Liköre in allen Geschmacksrichtungen und Farben in raffinierten Mixgetränken. Doch wie komme ich darauf ein Buch über Likörherstellung zu schreiben? Es fing damit an, dass ich ein Erdbeer-Tiramisu machen wollte und dafür einen Erdbeerlikör suchte. Den habe ich auch gefunden – einen wunderbaren Likör mit ganzen Walderdbeeren drin. Er hat so wunderbar geschmeckt, dass er ruck zuck "vernichtet" war. Dann entdeckte ich in unserem Garten die Walderdbeeren und die Idee zur Herstellung von Likör war geboren. Ich fing an mit Früchten, Gewürzen, Kräutern und Lagerzeiten zu experimentieren. Viele Rezepte beschreiben die Likörherstellung in einem 6-Wochen Zeitraum, das ist definitiv zu kurz. Es soll ja nicht ein Getränk sein das nach gezuckertem Schnaps mit Früchten schmeckt, sondern es sollte ein sanfter, fruchtiger Genuss daraus werden. Zwischenzeitlich bin ich bei einer Lagerzeit von 3 Jahren angekommen. Wozu verwende ich den Likör? Ist er nicht "aus der Mode" gekommen? Nein, der Likör kann vielfach verwendet werden, wie z. B. in Tiramisu, köstlichen Desserts, Cocktails, Aperitif und als Kräuterlikör nach dem guten Essen. In diesem kleinen Büchlein stehen nicht nur Rezepte, sondern auch was zur Likörherstellung benötigt wird sowie wissenswertes über die Früchte, Kräuter und Gewürze. Aufgelockert wird dieses kleine Werk durch kleine Geschichten und Märchen, die dem Leser in die Natur mit einbinden und ein besonderes Lesevergnügen bereiten soll.
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Seitenzahl: 46
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Sylvia Riemer
Sylvie kocht...
Liköre selbstgemacht
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Mein Lieblingslikör
Was ist Likör
Kleine Geschichte des Likörs
Was ist denn alles drin im Likör?
Was wird für die Likörherstellung benötigt?
Wie lange sollte er reifen
Wissenswertes über Früchte und Wildfrüchte
Wissenswertes über Gewürze:
Rezepte
Brombeerlikör:
Ebereschenlikör
Erdbeerlikör
Hagebuttenlikör
Himbeerlikör
Holunderlikör
Holunderblütenlikör
Ingwerlikör
Kirschlikör
Kräuterlikör
Mirabellenlikör
Quittenlikör
Schlehenlikör
Impressum neobooks
Zutaten:
200 gr. frische Brombeeren
4 Stiele Lavendelblüten und Lavendelblätter
25 gr. Bitterschokolade
150 gr. Kandiszucker
6 Kardamomkapseln
1 Stück Zimtstange
1 Flasche Wodka
Vorbereitung:
Lavendelblüten und -blätter vom Stiel abziehen
Samen aus der Kardamomkapsel lösen
Zubereitung:
Lavendelblüten und -blätter in ein großes Gefäß füllen. Brombeeren, Kandiszucker, Zimtstange, Kardamomsamen und Bitterschokolade dazugeben und mit 1 Flasche Wodka aufgießen. Vorsichtig schütteln und mindestens 1 Jahr stehen lassen, besser sind 3 Jahre Reifezeit. Zwischendurch immer mal kurz schütteln.
Likör durch ein Abseihtuch in eine Schüssel füllen. Anschließend in Fläschchen abfüllen und natürlich zwischendurch mal kosten.
Geschmack:
Der Duft und Geschmack sind phänomenal – der ganze Raum hat nach Lavendel und Brombeere geduftet. Den Geschmack beschreibe ich so: zuerst schmeckt man den hohen Geschmack vom Lavendel, anschließend die dumpfe Fruchtigkeit der Brombeere und zum Schluss bleibt auf der Zunge der Geschmack von Bitterschokolade und Kardamom.
Likör ist ein alkoholisches Getränk, gesüßt mit Zucker oder Honig und mit Früchten oder Kräutern angesetzt. Nach einer Lagerzeit von mehreren Monaten wird der Likör durch ein Sieb oder Passiertuch abgeseiht und in kleine Fläschchen abgefüllt.
Likör – ein Gedicht von Wilhelm Busch, bearbeitet von „Seeräuber Jenny“
Im Wein liegt Wahrheit, Wut im Schnaps,
vom Bierfreund setzt es einen Klaps.
Ich sitz allein in der Budik,
mach mir nen Kopf um Politik.
Im Schampus schwimmt die Haute-Volée,
der Pfeffersack säuft Rum mit Tee,
das Straßenkind, das schnüffelt Leim,
nennt einen Pappkarton sein Heim
Wen intressiert schon mein Gebell,
wen rührt mein flammender Appell,
der Lyrikerin Wortgewalt lässt selbst den letzten Zecher kalt.
Voll Kummer sitz ich da und wein,
doch da fällt Wilhelm Busch mir ein
"Es ist ein Spruch von alters her:
Wer Sorgen hat, hat auch Likör."
Die einzig wahre Seligkeit
hält fruchtiger Likör bereit.
Ob Minz, ob Kirsch, ob Schleh man wählt,
der geistreiche Genuss nur zählt.
Rubinrot, golden, wonnig, süß
wie Nektar aus dem Paradies
beflügelt der Likör das Wort,
erwärmt das Herz an jedem Ort.
Schnell winke ich den Wirt heran,
da spricht ein hübscher Mann mich an:
"Komm, trink mit mir, ich lad dich ein,
will heut mit dir zusammen sein."
Die Politik, die kann mich mal,
der Weltschmerz ist mir piepegal.
Ein süßes Früchtchen im Likör
und eins im Arm, was will ich mehr!
Im Mittelalter versuchte man aus Kräutern und Kräutermischungen, eingelegt in Alkohol, Heilmittel herzustellen. Den Ursprung hat die Likörbereitung mit größter Wahrscheinlichkeit in Italien. So bereitete bereits im 13. Jhdt. der Leibarzt verschiedener Päpste, Arnoldus Villanovanus, diverse gesüßte Medikamente auf der Basis von Branntwein. Das italienische „Liquore" (= Flüssigkeit) war auch namensgebend für den Likör. Katharina von Medici brachte die Kunst der Likörherstellung nach Frankreich. „Likörmacher!“ standen in höchstem Ansehen. Im 20. Jahrhundert gönnte man sich gerne mal ein Gläschen guten Likör. Dann kam der Likör etwas aus der Mode, es wurden mehr herbere Weine und Champagner getrunken und Liköre vermehrt für Cocktails verwendet. Heute weiß man wieder einen köstlichen Likör zu schätzen.
Gemäß Österreichischem Lebensmittelcodex sind Liköre versüßte Spirituosen, die unter Verwendung von Zucker, geeigneten Zuckerarten oder Honig hergestellt werden.
Es können nachstehende Stoffe verwendet werden: Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs oder andere alkoholische Flüssigkeiten wie Edelbranntweine, Geiste, Spritdurchzüge, alkoholische Auszüge, Destillate, Wein, Obstwein, frische Früchte, eingelegte und getrocknete Früchte, Fruchtpasten, Fruchtsäfte, Kräuter, Eier, Kakao, Kaffee, Tee, Milch, Schokolade, usw., natürliche Aromen, Aromen aus naturidenten Aromastoffen und zur Herstellung von Aromalikören künstliche Aromen, spezielle Zusätze wie Genuss sauren, Blattgold usw.
Reife, ausgesuchte Früchte
Kandiszucker (weiß oder braun) oder Honig
Kornbranntwein, Wodka, Gin oder Obstbrände
Ansatzflaschen mit einem weiten Hals, der mit einem Korken oder Stöpsel dicht zu verschließen ist
Filter und/oder Abseihtuch
Hübsche kleine Fläschchen zum Abfüllen
Manch einer fragt sich: warum muss der Likör so lange ziehen. Es ist einfach der Geschmack. Nach einigen Wochen schmeckt der Likör noch nicht nach Likör sondern nach Schnaps mit Zucker und Fruchtgeschmack. Nur die lange Lagerung mit den Früchten macht den Schnaps zum Likör, sanft, fruchtig und Nuancen nach Kräutern bzw. Gewürzen.
Die Brombeere gehört zur Familie der Rosengewächse. Der stachelige Brombeerstrauch bietet kleinen Vögeln und Kaninchen, die vom Raubwild gehetzt werden, eine sichere Zuflucht. Unter dem Schutz des Brombeerstrauches wachsen kleine Bäume heran, ohne Pflanzenfressern zum Opfer zu fallen. Sobald sich die Bäumchen entwickelt haben, überlässt der Brombeerstrauch ihnen den Platz und siedelt sich woanders an. Er vermehrt sich durch Senker, das bedeutet, ein Zweig neigt sich herab, schlägt Wurzeln und daraus wächst ein neuer Brombeerstrauch.
