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Bodo Held, ein alternder Schauspieler, ist Trinker. Seine Misserfolge auf der Bühne häufen sich. Es kommt deswegen zu einem schweren Zerwürfnis zwischen ihm und Intendant Tom Gruhl. Im Zorn beleidigt Gruhl Bodo Held, der sich betrinkt und die schöne Prostituierte Masja aus Brasilien kennen lernt. Nach dem Besuch bei ihr trinkt Held weiter, verliert die Kontrolle über sich und wird in einem Park von der Polizei unbekleidet aufgegriffen. Er erwacht in einer Ausnüchterungszelle und hat Mühe, seine Lage zu begreifen. Im Polizeigewahrsam wird Held dem Psychiater Dr. Thal vorgestellt. Am Ende des Gesprächs wächst – behutsam – die Bereitschaft Helds, sich einer Therapie zu unterziehen. Er versucht, Mut zu schöpfen, um die schwierige Lebensphase durchzustehen.
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Seitenzahl: 13
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Claus Utikal
Tiefer Fall
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Tiefer Fall
Impressum neobooks
Bodo Held erwachte aus bleiernem Schlaf. Er öffnete die Augen und erschrak. Wo war er? Schnell setzte er sich auf, doch ein stechender Kopfschmerz und Übelkeit ließen ihn zurück auf die Liege sinken. Seine Augen suchten den Raum ab. Außer der Liege schien kein Möbelstück vorhanden zu sein. Durch ein kleines vergittertes Fenster an der Wand hinter seinem Kopf fiel diffuses Licht. Von irgendwo her hörte Bodo das Gelächter mehrerer Männer. Es klang, als erzählte einer Witze und die anderen lachten in Intervallen im Chor. Die weiß getünchte Wand neben ihm wies deutliche Sohlenabdrucke auf. Jemand musste rasend gegen sie getreten haben.
Er war in einer Zelle! Wie ein Blitz durchzuckte Bodo die Erkenntnis. Ihm wurde schwindelig. Nur mit großer Mühe unterdrückte er einen Brechreiz. Was war geschehen? Warum war er hier? Bodo hatte Angst. Langsam rollte er sich von der Liege und kroch zur Tür. Mit den Fäusten hämmerte er auf das Blech ein, schrie „Hallo!" Er erhielt keine Antwort. Das Gelächter der Männer schien ihm jetzt lauter und bedrohlicher zu sein.
Bodo Held fror. Er kroch zur Liege zurück und zog die dünne Decke über seinen Körper. Er zitterte. Seine Zähne schlugen aufeinander, ein Weinkrampf schüttelte ihn. Erinnerungsfetzen, Szenen des vergangenen Tages kamen in sein Gedächtnis zurück, ließen seine Angst weiter anschwellen.
