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Mein Buch soll interessierten Menschen erzählen, was es bedeutet, ein sportliches Ziel vor Augen zu haben und sich von nichts abbringen zu lassen, dieses Ziel auch zu erreichen. Ein ganz besonderes Ziel, nämlich einen Marathon zu laufen. Ganz wichtig ist mir, den Menschen Mut zu machen, es anzugehen, ohne ständig auf die Uhr zu sehen. Rekorde sind nicht alles. Der Weg ist das Ziel mit dem grandiosen, nicht zu beschreibenden Gefühl, das man erlebt, wenn man die Ziellinie erreicht und lächelnd überquert.
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Seitenzahl: 103
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Anni Leineweber
Trau Dich! Rekorde sind nicht alles.
Von 0 auf 42,195 Kilometer und dann lächelnd durchs Ziel.
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Von 0 auf 42,195 Kilometer und dann lächelnd durchs Ziel.
Auf geht’s!
Gemeinsam wird man stark.
Auf, auf, das nächste Ziel vor Augen!
Zuwachs beim Laufen.
Freude und Leid so nah beieinander.
Zurück am Start, oder doch nicht.
Aller guten Dinge sind drei.
Er ist da, der ganz große Tag.
Das Ziel vor Augen zum Endspurt.
Impressum neobooks
Vorwort
Sport ist in aller Munde. Ganz Deutschland bewegt sich, tönt es fast täglich aus allen Kanälen. Was also sollte einen davon abhalten, einfach mitzumachen?
Stimmt. Aber welche Art Bewegung sollte es denn sein, fragte ich mich eines Tages.
Ich bin immer ein Bewegungsmensch gewesen, aber ich könnte ja mal was anderes probieren als Gymnastik oder Schwimmen.
Überall begegnet man Mitmenschen, die joggen. Na, das wäre doch mal was. Und wenn schon Joggen, dann möchte ich auch ein Ziel anstreben.
Ich möchte einen Marathon laufen. Also nehme ich die große Herausforderung an, die ich mir selber stelle.
Den ein oder anderen Leser möchte ich ermutigen, sich ebenfalls zu trauen. Deshalb habe ich meinen ganz persönlichen Weg bis ins Ziel niedergeschrieben.
Anderen Mut machen, das Projekt anzugehen, ist mir wichtig, es einfach tun, ohne auf Rekordzeiten zu achten.
Mit dem Ziel vor Augen alles genießen, ankommen und am Ende „lächelnd durchs Ziel“ laufen, so wünsche ich es mir für meine Leserinnen und Leser.
„Dieser Weg wird kein leichter sein“, singt Xavier Naidoo. Aber der Weg ist zu schaffen und absolut erstrebenswert, weil der „Lohn“ so grandios ist und der Augenblick des Erlebens unbezahlbar auf ewig bleibt.
Ich verfasse keine Trainingsanleitung, sondern es ist einzig und alleine meine persönliche Geschichte, dievielleicht einige motivieren kann, mir nachzueifern. Es ist die Geschichte einer damals Mittfünfzigerin, die manchen Leser anspornen kann, sich den spannenden Weg zum Marathon zuzutrauen. Es ist ein starkes und faszinierendes Erlebnis, was trotz aller Höhen und Tiefen zu schaffen ist!
Meinen Leserinnen und Lesern rufe ich zu: „Trauen Sie sich!“ und wünsche ihnen ganz viel Spaß und Erfolg auf dem Weg zum großen Ziel.
Das Abenteuer Marathon beginnt, wie so oft mit der Materialbeschaffung.
Aber was brauche ich? Eigentlich nichts. Denn ich besitze Sportschuhe, Trainingskleidung, und Übungsgelände gibt es überall.
Aber so einfach war es doch nicht. Ein Blick ins Internet genügte, um mich total zu verunsichern, was Umfang und Art der Ausstattung anging. Was wird einem auf den einschlägigen Seiten nicht alles empfohlen!
Erst mal beim Arzt durchchecken lassen, wird einem ans Herz gelegt.
Also, ich will es ja nicht gleich übertreiben und Höchstleistung erbringen.
Ich bin kein Sesselpupser, sorry, ich will niemandem zu nahe treten, der weit von jeglicher Bewegung entfernt ist, und Sport ist für mich auch kein Fremdwort.
Nie hatte ich bisher gesundheitliche Probleme. Also vertage ich dieses Unternehmen.
Allerdings sollte das jeder für sich entscheiden, denn wenn man sich ungewohnter Anstrengung aussetzen will, gehört ein gesunder Körper dazu. Man will ja was für die Gesundheit tun und sich nicht selber schaden.
Als nächstes geht es um gute Laufschuhe, die die Gelenke schützen.
Okay, das verstehe ich. Aber was sind gute Laufschuhe?
Ein Blick in ein Fachgeschäft zeigt das Problem, denn man steht da wie ein Kleinkind vor dem Adventskalender.
Viel Dämpfung, wenig Dämpfung, Barfußschuh, mit Stütze an der Seite, Mittelfußbrücke usw. Es gibt nichts, was es nicht gibt.
Eigentlich habe ich es immer so gehalten, dass ich einen Schuh anziehe und wenn ich mich wohlfühle, ist es der Richtige. Im Grunde stimmt das auch beim Laufschuh. Allerdings darf man nicht vergessen, dass man einen Laufschuh längere Zeit unter Belastung am Fuß hat und der Fuß sich dabei verändert.
Welcher Schuh für einen der Richtige ist, findet man sicher heraus, wenn man sich genügend Zeit lässt und auch eine gute Beratung hat. Was aber, bei welchem Laufschuh auch immer, wichtig ist: Der Schuh muss groß genug sein. Vergessen Sie Ihre normale Schuhgröße! Am wichtigsten ist, dass vor der großen Zehe mindestens einen Daumen breit Platz ist.
Dann sollte man Funktionskleidung tragen. Also atmungsaktive Kleidung.
Sicher praktisch, denke ich mir, und kaufe eine knielange Laufhose und ein Shirt, ach ja, und im Vorbeigehen dürfen es noch ein Paar Laufsocken sein.
Wofür man sich entscheidet, hängt auch davon ab, ob man im Winter oder im Sommer anfängt zu laufen.
Aber erst mal klein anfangen, sehen, wie weit ich komme und gegebenenfalls später aufrüsten.
Also könnte ich jetzt loslegen. Klar, motiviert bis in die Haarspitzen, ziehe ich meine Errungenschaften an. Begutachte alles mit einem Blick in den Spiegel und finde mich super sportlich. Dann wollen wir mal sehen, ob der Blick nicht trügt.
Also raus ins Freie. Zum Glück wohne ich in der Nähe von Feldern und Wald und kann sozusagen gleich loslaufen. Aber um mich gedanklich ein bisschen einzustimmen, gehe ich die ersten Meter mal gemütlich. Und dann lege ich los.
10 Meter, 50 Meter, 80 Meter und so weiter: Ächz, mir geht die Puste aus, und mein Herz schlägt wie wild. Mahlzeit, das war wohl nix. Ich gehe wieder ein paar Minuten und versuche es erneut.
Gleiches Ergebnis. Nach nicht einmal hundert Metern bleibe ich fast kraftlos stehen und sehe mich um, ob es jemanden gibt, der meine untauglichen Versuche beobachtet. Zum Glück ist keiner weit und breit zu sehen.
Mensch, denke ich mir, so schwer kann das doch nicht sein. So viele Menschen rennen dauernd durch die Gegend, und ich soll nicht in der Lage sein, das auch zu schaffen? Also ein neuer Versuch. Vielleicht eine Minute bringe ich noch zustande und gebe auf. Für heute werfe ich das Handtuch und gehe ziemlich mies gelaunt nach Hause. Kaum zu glauben, aber ich spüre sogar meine Beine, als hätte ich den Mount Everest bezwungen. Unglaublich!
Wieder einmal ziehe ich das Internet zu Rate. Aha, Anfängerfehler, lese ich zu meinem Erstaunen. Zu schnell angelaufen ist des Rätsels Lösung. Zu schnell, na ja. Eine Schnecke, wenn ich denn eine gesehen hätte, hätte ich sicher so gerade noch hinter mir zurückgelassen. Aber gut, kein Problem, das lässt sich regeln. Langsamer geht immer. Zumal es mir eh nicht um Geschwindigkeit geht. Der Weg ist das Ziel und, nicht vergessen, „lächelnd“ durchs Ziel soll es irgendwann einmal gehen.
Ich brauche noch einige Versuche, die mich nicht gerade als Laufgenie ausweisen, aber es wird jedes Mal ein ganz, ganz, ganz klein bisschen besser. Es gibt Tage, da denke ich, alles kein Problem, es läuft im wahrsten Sinne des Wortes, und an anderen Tagen fühle ich mich so was von untalentiert, dass ich denke, ich sollte mich besser nach einer anderen Sportart umsehen.
Aber nein, ich habe mir etwas vorgenommen, und ich WILL es schaffen. Egal, wie lange es dauert. Alles ist möglich, nur eines gibt es nicht: AUFGEBEN!
Ich fasse den Entschluss, mir eine Pulsuhr mit GPS zu kaufen. Sie soll mir helfen, in einem gleichmäßigeren Rhythmus zu laufen, und zeigt mir ebenfalls, wie lange und wie weit ich gelaufen bin. Das macht Laune, weil ich auf diese Weise selbst die kleinsten Fortschritte sehe.
Und das klappt. Ich sehe, wie hoch mein Puls ist, und finde mit der Zeit heraus, bei welchem Pulsschlag ich mich wohlfühle und länger laufen kann, ohne mich total platt zu fühlen. Es gefällt mir, wie ich von Woche zu Woche ein bisschen besser werde.
Nun laufe ich seit etwa drei Monaten, manchmal zweimal die Woche, manchmal dreimal oder auch nur einmal die Woche. Je nachdem, wie es hinkommt, mal morgens, mal abends. Ich schaffe schon Läufe von 30 bis 45 Minuten Dauer. Manchmal gönne ich mir eine kleine Gehpause, um dann wieder locker weiterzulaufen. Na ja, nur die Länge der Strecke ist noch stark ausbaufähig. Wie heißt es so schön: „Was lange währt, wird endlich gut“. Und ganz wichtig, ich habe zwar ein Ziel, aber absolut keinen Zeitdruck.
Nachdem ich nun schon geraume Zeit meine Runden alleine drehe und überwiegend Läuferinnen oder Läufer sehe, die alleine laufen, wünsche ich mir eigentlich jemanden, mit dem ich zusammen laufen könnte. Klar ist es eine Umstellung. Wenn man alleine läuft, kann man loslaufen, wann immer man gerade Lust und Zeit hat. Wenn man mit jemandem zusammen läuft, muss man sich absprechen und Kompromisse machen. Egal, ich verspreche mir viel davon, wenn ich nicht immer alleine laufe.
In meinem direkten Umfeld wüsste ich niemanden, der auch läuft oder wie ich Anfänger ist und den ich fragen könnte.
Schnell finden sich aber, wieder einmal im Internet, Hinweise auf sogenannte Lauftreffs. Dort finden sich Menschen zusammen und teilen ihre Freude am Laufen. Rund um meinen Wohnort gibt es vier Gruppen, die zu den unterschiedlichsten Zeiten trainieren. Das möchte ich ausprobieren. Sicher sind dort auch erfahrene Läuferinnen und Läufer, die mir bestimmt auch den einen oder anderen Tipp geben können.
Also starte ich den Versuch und fahre zum Treffpunkt.
Natürlich bin ich angespannt. Erstens weiß ich nicht, was mich für Menschen erwarten, und zweitens ist offen, ob meine Laufleistung schon für eine solche Gruppe reicht.
Zuerst fällt mir die große Anzahl an Teilnehmer auf. Ein bunt gemischtes Menschenknäuel. Große und kleine, dünne und dicke, junge und ältere. Ebenfalls nehme ich die fröhliche, lockere Stimmung zur Kenntnis. Ich bewege mich auf die Menge zu und bringe ein zaghaftes „Guten Abend“ über die Lippen. Die Resonanz ist minimal. Klar, alle sind irgendwie im Gespräch und achten nicht auf einen Neuling wie mich. Ich fasse meinen Mut zusammen und spreche zwei junge Frauen an, die zusammenstehen, und frage, ob es so etwas wie einen Leiter gibt. „Ja, gibt es, der Herr in dem blauen Trainingsanzug, den kannst du ansprechen.“
Aha, man duzt sich, schließe ich aus der Antwort. Ich steuere auf den Herrn zu und warte brav neben ihm stehend, bis er mich bemerkt und sein Gespräch mit einem anderen Herrn unterbricht. „Guten Abend, mein Name ist Anni, ich bin neu hier und wollte fragen, ob ich hier mitlaufen kann und was die Voraussetzungen sind.“ Er streckt mir mit den Worten „Ich bin der Heinz“ die Hand entgegen, lächelt mich an und heißt mich herzlich willkommen. Seine erste Frage: „Bist du schon mal gelaufen?“ Kurz fasse ich meine bisherigen Aktivitäten zusammen. „Na, das ist doch schon mal was, dann schlage ich vor, du läufst bei der Gabi in der Gruppe mit.“ „Gabiiiii, kommst du mal“, ruft er mit der Hand winkend in Richtung einer etwa Mittdreißigerin.
Gabi kommt umgehend und erfährt, dass ich neu bin und bei ihr mitlaufen soll. „Hallo, ich bin die Gabi.“ „Wie lange läufst du schon, und bist du schon mal eine Stunde am Stück gelaufen?“ Oha, erwischt. Eine Stunde bin ich noch nie am Stück gelaufen. Ehrlich antworte ich, worauf umgehend die Frage nach der längsten Strecke kommt. „So ungefähr fünf Kilometer waren das Längste.“ „Tja, dann müssen wir mal sehen“, erklärt Gabi mir. „Alle Gruppen laufen immer eine Stunde, jede Gruppe in einer anderen Geschwindigkeit, und daraus ergibt sich die Streckenlänge.“ „Meine Gruppe ist die langsamste mit der kürzesten Strecke, wir laufen normalerweise sechseinhalb Kilometer, traust du dir das zu?“ Noch ehe ich antworten kann, ermutigt mich Gabi, es einfach zu probieren. „Aber was ist, wenn ich nicht mitkomme“, frage ich zögerlich. „Ach, wir versuchen es, wenn du willst, und wenn es nicht läuft, sagst du mir Bescheid, und dann sehen wir mal.“ „Okay“, reagiere ich kurz und knapp.
Aus der Ferne kommt der Aufruf zum Sammeln. Alle gehen näher zusammen, und Heinz begrüßt alle zum Trainingsabend. Es folgen ein paar Informationen zu Terminen und die Einteilung in die Gruppen. Dann ergreift eine andere Sportlerin das Wort und fordert die Teilnehmer auf, sich etwas zu verteilen, damit vor Beginn der Läufe ein paar Dehnübungen gemacht werden können. Insgesamt gefällt mir das alles schon sehr gut, aber ich bin gespannt, wie ich gleich durch die Stunde komme.
