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Nicht nur einmal saß ich weinend am Küchentisch, voller Sorge über den Unfall meines Mannes. Wird er es überleben? Wird er jemals wieder eigenständig atmen, sprechen oder gehen können? Dies ist die Geschichte einer Lebensphase, die von Bergen und Tälern durchzogen war, in der sich Hoffen und Bangen die Klinke in die Hand gegeben haben, in der wir Freunde verloren und gewonnen haben. Und bei der ein Konzept den roten Faden bildete: Wunder.
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Seitenzahl: 146
Veröffentlichungsjahr: 2020
Vom Weh zum Wunder
Eine Geschichte über Wendungen, Glück und Gedanken…
Sabine Hädrich
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© 2020 Sabine Hädrich · SabineHaedrich.de
In Zusammenarbeit mit Bastian Steinbacher · BuchSchreiberei.de
Satz, Umschlag & Layout: chaela · chaela.de
Verlag: tredition GmbH, Halenreie 40–44, 22359 Hamburg 1. Auflage (Januar 2020)
978-3-347-01164-9 (Paperback)
978-3-347-01165-6 (Hardcover)
978-3-347-01166-3 (e-Book)
Inhaltsverzeichnis
Einleitung…
Unser Leben vor dem Unfall
Wie findet ein Atheist zum Glauben?
Der Tag, der alles veränderte
Kurz nach der OP
Und wieder Komplikationen
Augen zu und durch
Ein kleiner Hoffnungsschimmer
Beten, bitten, hoffen, bangen
Es muss weitergehen
Stolpersteine
Der Umzug in die Reha
Urvertrauen
Ein bisschen gut, ein bisschen schlecht
Ostern
Wieder im Krankenhaus
Zurück in der Reha
Ein langer Atem
Unglaublich
Immer wieder
Was für ein Fortschritt
Intuition
Auch das noch
Der große Tag
Durchhalten
Weihnachten
Neues Jahr, neues Glück?
Frauen und Autos
Alles, was ihn voranbrachte, war gut
Der Umbau
Weil das Leben ist, wie es ist
Nachwort
Ausblick - Ich habe einen Traum
Anhang 1: Vorsorgevollmacht - Muster
Einleitung
Die halbvolle Spülmaschine – drei Teller, zwei Kaffeetassen, die befüllte Besteckschublade. Ja – ich habe es tatsächlich an der Spülmaschine festgemacht.
Wenn von der einen auf die andere Sekunde der Boden unter den Füßen weggerissen wird, sind es die Kleinigkeiten im Alltag, die Halt geben. Es ist die Zeitung, das Autofahren, die Haustiere und eben auch die Spülmaschine, die ich teilweise erst am nächsten Tag ausgeräumt habe, um mir das alte, vertraute Gefühl ein Stück weit bewahren zu können.
***
Ein Unfall kann alles verändern, so auch bei uns. Fünf Jahre sind vergangen, seit mein Mann im Februar 2015 während seiner Arbeit gestürzt ist. Im ersten Augenblick konnte ich damals keinen klaren Gedanken fassen, nur »funktionieren«, einen Fuß vor den nächsten setzen und das tun, was mir aufgetragen wurde. Das ging eine ganze Weile so weiter, bis ich meine Selbständigkeit wiedererlangt habe. Dabei fiel mir auf: Hilfe von außen ist wichtig, aber letztendlich bin ich diejenige, die die »Tipps« umsetzen muss. Ich bin es, die »bluten« muss, wenn ein Fehler begangen wird. Ich respektiere Pfleger, Ärzte und Therapeuten zutiefst für ihre hingebungsvolle Arbeit, jedoch haben diese es nicht selbst erfahren, von heute auf morgen ihr komplettes Leben umstellen zu müssen. Sie gehen nach ihrer verrichteten Arbeit zurück in sichere Gefilde; ich hingegen war nach den Terminen, nach den Tipps und Hilfestellungen, gerade auch wenn es abends und um mich und uns herum ruhiger wurde, wieder auf mich allein gestellt.
Dieses Buch soll aber keiner Klagestunde gleichen. Vielmehr möchte ich meine Geschichte erzählen, von dem ersten Anruf, der mich paralysierte und in Angst versetzte, von der schweren Zeit, aber auch von Erfolgserlebnissen, bis hin zu dem Tag, an dem ich mich entschloss, ein Zentrum zu gründen. Ich möchte meine Leserinnen und Leser teilhaben lassen an den Erkenntnissen, die ich im Laufe der Aufs und Abs gewinnen durfte.
Nicht nur das; es ist mir auch ein Bedürfnis zu erläutern, inwiefern ich mittlerweile an Wunder glaube und daran, dass wir mit unserem Geist mehr bewegen können, als es uns in der Schule oder von unseren Eltern beigebracht wurde.
Die Zeit kurz nach dem Unfall meines Mannes war hart. Von den vielen Komplikationen, die beinahe täglich auf uns einprasselten, fühlte ich mich erdrückt. Teilweise kam es mir so vor, als sei ich der Patient; eine Operation jagte die nächste, es gab unvorhergesehene Zwischenfälle und nicht nur einmal habe ich dagesessen und im Stillen gehofft, dass wenigstens der kommende Tag ein bisschen leichter zu bewältigen sein würde. Auch die Zeit nach dem Krankenhaus war kein Zuckerschlecken; die Umstellung zu Hause ist mir schwergefallen. Ich konnte mich mit meinem Mann nicht mehr absprechen, musste jede Entscheidung allein treffen, nicht nur für mich, auch für meinen pflegebedürftigen Mann.
Bereits kurz nach dem Unfall begann ich das Erlebte zu verarbeiten, indem ich ein Erinnerungsbuch erstellte. Ich weiß heute nicht mehr, welcher Gedanke mich dazu verleitete, aber ich spürte den Impuls, alles Hochkommende sammeln und zusammenfassen zu wollen. Viele Stunden habe ich gesucht, gemalt und geklebt, die einzelnen Fotos, Ausschnitte und Erinnerungen mit humoristischen Untertiteln versehen, auch unsere Kinder, unsere Nachbarn, weitere Bekannte und Verwandte haben sich in diesem Buch verewigt.
Auch die Heiler, bei denen ich 2013 die Ausbildung im geistigen Heilen gemacht habe, halfen mir, das Buch zu ergänzen. Sowieso war die Zeit eine besondere, die ich – so paradox das klingt – im Nachhinein als Geschenk betrachte. Viele Menschen schickten meinem Mann heilende Energie, wir organisierten Tage des Daumendrückens, der Hoffnung und der Motivation, bekamen unzählige Genesungswünsche und Mitfühlbekundungen.
Ja - es ist viel passiert. Und irgendwann geht jeder Abschnitt mal zu Ende, das liegt in der Natur der Sache. Nur wo ein Ende ist, kann wieder neues entstehen.
Wie durch ein Wunder geht es meinem Mann heutzutage relativ gut.Relativ, wohlgemerkt; Stand heute (Januar 2020) könnte er alleine zwar keinen Haushalt führen, aber er ist in der Lage, seinen Alltag weitestgehend eigenständig zu organisieren; weitaus mehr, als ihm die Ärzte je zugetraut hätten.
Die folgenden Kapitel bilden den Startschuss meines Zentrums, in dem ich Menschen, welche ähnliche Erfahrungen machen, die Möglichkeit gebe, zur Ruhe zu kommen und durchzuatmen. Sie sollen Kraft tanken und Freude erleben können, ausschlafen, ihre Sorgen für ein paar Stunden oder Tage abgeben und sich erholen. Das ständige »parat stehen müssen« schlaucht und ich weiß, wovon ich rede.
Danke, dass Sie dieses Buch aufgeschlagen haben. Sicher haben Sie in Ihrem Leben auch schon mal Wunder erlebt; auch dieses Buch habe ich mir durch ein Wunder ermöglicht.
Seien Sie achtsam; auf den nächsten Seiten und in den nächsten Kapiteln werde ich entschlüsseln, wie man das Universum dahingehend beeinflussen kann, dass es einem die Wunder zuteilwerden lässt, die einem selbst zustehen und von denen Sie jetzt gerade in dieser Sekunde wahrscheinlich noch nichts ahnen werden.
Viel Freude beim Lesen, und wundervolle Grüße
Ihre
Sabine Hädrich
Unser Leben vor dem Unfall
Es gibt ja diese Tage, die ein Leben lang im Gedächtnis bleiben, an denen man immer wissen wird, was man »damals« gemacht hat. Der 11. September 2001 ist so ein Tag, der Mauerfall 1989, die eigene Hochzeit, der Todestag enger Freunde oder Familienmitglieder – und bei mir ist es der Tag, an dem mein Mann seinen Unfall hatte.
Beginnen möchte ich die Geschichte ein paar Jahre vorher, und in das Leben einführen, aus dem wir so schmerzlich rausgerissen wurden.
Thomas und ich sind seit 1987 verheiratet. Heute, im Jahre 2020, also 33 Jahre lang. Wir haben zwei gesunde Kinder großgezogen, die mittlerweile selbst mit ihren Partnern ein eigenes Leben führen; unsere Tochter heißt Magdalena, ihr Ehemann (und zum Zeitpunkt des Unfalls noch Freund) Matheo, und unser Sohn heißt Sebastian, er ist seit vielen Jahren mit Leonie ein Paar.
Mein Mann war schon immer ein Mann des Handwerks, arbeitete beruflich als Elektriker, aber auch zu Hause konnte er stundenlang »werkeln«, wenn nicht bei uns, dann bei den Kindern oder sogar bei den Nachbarn. Seine Hände waren kaum stillzukriegen, er suchte immer neue Aufgaben, bis hin dazu, dass er manchmal für die ganze Familie kochen wollte. Wir schätzten seine Kreativität und seine Mühe, geschmacklich war… nun, eigentlich schmeckte es uns dann doch immer ganz gut.
Thomas legte stets viel Wert auf ein gepflegtes Äußeres, trug in der Regel eines seiner gut-sitzenden hellblauen Hemden mit einer schönen und ordentlichen dunkelblauen Jeans. Niemals wäre er im »Schlabber-Look«, wie er es nannte, vor die Tür gegangen, was ein bisschen paradox ist, weil er sich schlussendlich im »Blaumann« doch immer am wohlsten fühlte. In der Handwerkswelt hatte er feste Routinen und seinen angestammten Platz – hier war er »zu Hause«.
Ich selbst arbeitete in wechselnden Schichten halbtags an der Anmeldung einer Physiotherapie.
***
Die Natur spielte in unserem Leben immer eine große Rolle. Ich selbst sammele Kräuter (Löwenzahn und so weiter) und wir alle waren sehr tierlieb und liebten lange Spaziergänge. Manchmal fanden ausgesetzte oder kranke Tiere kurz- oder langfristig bei uns eine neue Heimat. Zu unserer Familie gehörten zwei große Mischlingshunde, Kim und Paula, sowie drei Katzen, Patzi, Obama und Leyla. Damals teilten wir uns die Arbeit mit den Katzen sowie das Hundegassi ein, je nachdem, wie unsere Arbeitszeiten waren; mit den Hunden ging morgens der eine, abends der andere raus, und um die zahlreichen Kleintiere (ich betreibe eine kleine Pension, in der ich Meerschweinchen, Kaninchen und manchmal Hamster versorge) kümmerte ich mich allein. Samstags vormittags haben wir immer den liebevoll gemachten Mist der Kleintiere zum Bauernhof gebracht und sind dann gemeinsam einkaufen gefahren, haben gefrühstückt und meistens hat mein Mann dann angefangen zu kochen, während ich draußen Kaninchen- oder Meerschweinchenställe gemistet oder diverse andere Ställe repariert und was Neues gebaut habe für die Tiere. Hier war ich stets kreativ und hatte viel Freude beim Hämmern, Bohren, Schrauben, Sägen und Draufhauen – es ergab sich immer etwas Schönes, und ich mochte es sehr, mir zu überlegen, welchen Schlafplatz das Meerschweinchen oder welche »Aussichtsplattform« das Kaninchen genießen würde. Wenn ich mal nicht weiterwusste, kam mir Thomas zur Hilfe.
Unser Sohn Sebastian hat zu der Zeit vor dem Unfall eine Ausbildung zum Polizisten in Baden-Württemberg gemacht, was ihn ebenfalls in vielen wechselnden Schichten und Einsätzen beschäftigte, und wenn er frei hatte, wohnte er hier in der Nähe bei seiner Freundin. Die beiden haben uns regelmäßig besucht und auch sonst rief er jeden Tag an und fragte, ob alles in Ordnung sei.
Unsere Tochter Magdalena wohnte mit ihrem damaligen Freund (heutzutage ihr Ehemann) in der nächsten Stadt, und beruflich war sie viel mit dem Auto unterwegs und versorgte Patienten bei sich zu Hause; auch wir telefonierten jede Woche. Regelmäßig sind wir mit allen gemeinsam zu den Großeltern gefahren, die etwas weiter außerhalb in einem Haus leben. Ich selbst wohne mit Thomas in einer Kleinstadt in einem kleinen Haus mit Garten. Ich hätte es damals gern etwas größer gehabt, aber das war nicht machbar. Wir haben finanziell unser Leben zweimal bei null anfangen müssen; zum einen sind wir 1989 mit zwei kleinen Kindern und dem, was man sich unter den Arm klemmen konnte, offiziell mit einem Ausreiseantrag aus der DDR ausgereist. Wir haben zwar beide schnell Arbeitsstellen gefunden und nebenbei als Hausmeisterehepaar gearbeitet, aber große Sprünge konnten wir uns nicht erlauben.
Nach ein paar Jahren haben wir dann mit einer anderen Familie zusammen ein renovierungsbedürftiges Haus gekauft, bei dem es Probleme gab, sodass wir nach nur einem Jahr wieder auszogen und auf einigen Schulden sitzenblieben. Es ging nicht weiter, die Kinder litten darunter und wir fingen erneut bei null an.
***
Mein Mann war immer ein sehr fürsorglicher Mensch, bereitete mir jeden Morgen Frühstück zu und schaltete die Kaffeemaschine ein. Alles rund um die Tiere haben wir uns geteilt. Thomas wusste, dass er mir mit einem großen Bund Petersilie mehr Freude machen würde als mit einem Blumenstrauß. Ich empfinde tiefe Freude, wenn ich die Tiere dabei beobachten kann, wie sie sich über die Petersilie hermachen und keine Krümel übriglassen.
Geizig waren wir nie; unsere Besucher bekamen Essen und Trinken, wir nahmen Tiere und päppelten sie auf, wenn sie notleidend waren. Ich erinnere mich an ein kleines Eichhörnchenbaby, das vom Baum gefallen war, und das wir aufzogen – Yogi.
Auch unseren Kindern wollten wir diese Werte weitergeben; es ist wichtiger, einem Lebewesen zu helfen, als Geld zu scheffeln oder sich um wirtschaftliche Belange zu kümmern. Gerade dann, wenn man in einer Situation ist, in der »genug« Geld da ist, rückt dieses schnell in den Hintergrund. Es macht mich stolz, zu wissen, dass meine Kinder beinahe täglich an mich und uns denken; auch mein Mann hatte mich jeden Tag in den Arm genommen und mir gesagt, dass er mich lieb hat. Jeden Tag meines Lebens, solange ich ihn kenne. Bis zum Tag des Unfalls. Und immer, wenn er mich in den Arm nahm, fühlte ich mich zu Hause, und alle Nöte, Ängste und Sorgen, die man so hatte, waren dann nur noch halb so groß und nur noch halb so bedrohlich.
Dieses Gefühl versuche ich zu konservieren und zu behalten, und immer dann, wenn ich es anzapfe, kann ich Kraft tanken für all das, was noch kommt.
Schon immer waren wir eine Familie, die einen Hang zum schwarzen Humor hat, egal, was das Leben brachte, wir versuchten stets, es nicht allzu ernst zu nehmen.
Der Tag des Unfalls war dahingehend eine echte Zerreißprobe.
Wie findet ein Atheist zum Glauben?
Nein, ich war kein Wunderkind, und ich konnte auch nicht zaubern – bei mir wurde eine starke Skoliose, also eine Wirbelsäulenverkrümmung festgestellt, die nur eine Seitenlage zuließ. Das Martyrium begann, ich wurde auf ein Schedebrett geschnallt und so lange geradegebogen, bis meine Wirbelsäule halbwegs der Norm entsprach. So wollte es die damalige medizinische Vorgehensweise. Für die Länge der Behandlung durfte ich weder sitzen noch laufen lernen, und generell täglich nur eine halbe Stunde vom Schedebrett abgeschnallt werden. Dennoch war meine Kindheit von Rückenschmerzen geprägt, die sich bis in mein Erwachsenenleben hineinzogen; ich kann mich an keinen Tag ohne Schmerzen erinnern. »Du musst unbedingt viel Sport treiben«, hörte ich damals häufiger, eine gute Muskulatur solle ich aufbauen. Dazu kam, dass mir viele Verbote auferlegt wurden.
Auch die Berufswahl wurde zum Problem. Alle Vorschläge, die ich dem Arzt machte, wurden abgelehnt. Ein handwerklicher Beruf? – »Zu schwer für Ihren Rücken!« – Bürokauffrau? – »Eine sitzende Tätigkeit geht leider gar nicht!« – Krankenschwester? – »Auf gar keinen Fall!«
Und so ging es weiter, auch der Traum eigener Kinder platzte, als mir gesagt wurde, die Schwangerschaft sei eine zu hohe Belastung für meinen Körper. Der traurige Höhepunkt war dann die Ankündigung darüber, dass ich in spätestens fünf Jahren im Rollstuhl sitzen würde.
Heute, wie ich diese Zeilen schreibe, merke ich erst, wie schädigend eine solche Prognose für einen jungen Kopf sein kann. In fünf Jahren im Rollstuhl? Was war mit positiven Gedanken, Hoffnung, Zuversicht, konstantem Training? Alles zunichtegemacht und im Keim erstickt durch die Ankündigung, dass ich sowieso »bald« nur noch durch die Gegend geschoben werde?
So einfach wollte ich es ihnen nicht machen, vorerst kam ich jedoch im Büro unter, und in den darauffolgenden Jahren gebar ich zwei Kinder. Der viele Sport hinterließ seine Spuren, mit Mitte 20 waren meine Knie kaputt und es folgten immer wieder Operationen sowie die OP zweier Bandscheiben. Die Schmerzen blieben, und jeder, der mal unter dauerhaften Schmerzen gelitten hat, kann nachvollziehen, wie ermüdend es ist, seinen Alltag unter Pein zu bewältigen.
»Wenn die Ärzte mir nicht helfen können,muss ich mir selbst helfen.«
Wie durch einen Zufall (seitdem glaube ich nicht mehr an ›Zufälle‹) erfuhr ich von Reiki, und dass eine Bekannte von mir Kurse gab, in denen man so etwas erlernen konnte. Ich wollte möglichst unbefangen an die Sache herangehen, fragte vorher also nicht nach und informierte mich auch nicht darüber, was es mit Reiki auf sich haben würde. Ich buchte den Kurs, in dem ich »Reiki Grad I« erlernen durfte und lernte, mit meinen Händen Energie zu geben. In den ersten Stunden war ich unsicher, ob das richtig für mich war. Zweifel wie »So etwas funktioniert nicht.«, »Das ist doch Quatsch« oder »Hast du nichts Besseres zu tun?« spukten in meinem Kopf herum. Aber ich hatte für den Kurs bezahlt, und was ich anfange, beende ich auch. Ich fühlte mich unwohl, merkte aber, dass irgendetwas in mir passierte, wie eine Art »Stöpsel« gezogen wurde. Zuversicht ergriff mich, und obwohl ich mich immer noch fehl am Platz fühlte, besuchte ich auch den zweiten Tag des Kurses und schloss ihn ab.
Zu Hause versuchte ich dann, die Tiere mit Energie zu behandeln. Ich bemerkte, dass ich dieses Gefühl in den Händen, was ich jetzt an- und abstellen und auch lenken konnte, vorher in mir trug, und sobald ich ein Tier in die Hand nahm, sich dieses immer sehr schnell entspannen konnte. Schon länger wunderte ich mich, wieso fremde Notfalltiere in meiner Nähe so ruhig wurden – jetzt hatte ich eine mögliche Erklärung. Ich begann bewusst, die kleinen »Notfällchen« zu behandeln – bei mir selbst klappte das allerdings nicht. Sobald ich die Hände auf mich legte und die Energie fließen ließ, bekam ich große Angst.
So kam es, dass ich ein halbes Jahr später erneut meine Bekannte aufsuchte und sie darum bat, mir Reiki Grad II beizubringen, denn dort lernte man, die Energie über die Ferne zu geben. Vielleicht könnte ich mich mit Fernreiki behandeln und mir auf diese Weise helfen. Und tatsächlich – es funktionierte!
Aber nicht nur das; auch die Tiere, die Schlechtes erlebt haben, konnte ich mit Fernreiki behandeln. Innerhalb von zwei Jahren erlernte ich dann noch den dritten und vierten Grad in Reiki; jetzt durfte ich mich Meister und Lehrer nennen. Allerdings war ich weit entfernt, jemandem diese Heilmethode beibringen zu wollen. In mir schlummerte immer noch der Zweifel, weil mein Verstand sich nicht erklären konnte, wie so etwas funktionieren kann. Doch es ging mir besser, und die Tiere bestätigten mir immer wieder, dass es funktionierte. Wer heilt, hat recht.
***
