Vorhang auf, mein Spiel beginnt - Peter Ohren - E-Book

Vorhang auf, mein Spiel beginnt E-Book

Peter Ohren

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Beschreibung

Autobiografische Erzählung aus meinem Leben. Warum Adenauer nach mir rufen lies. Warum Uwe Eric Laufenberg, ehemaliger Intendant der Kölner Oper, in mein Leben trat. Können Sie hier lesen. Geschichten - Erlebnisse - Erinnerungen

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Seitenzahl: 129

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Für meine Schwester Anna-Katharina

„Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont“

Konrad Adenauer

ERINNERUNGEN

IM Laufschritt musste meine Mutter mit meinem Vater die Straße entlang gehastet sein bis sie die Pforten des St.-Josef-Krankenhauses erreichten. Es war Fliegeralarm, und alles musste schnell gehen, selbst meine Geburt war eine Ruck-Zuck-Angelegenheit. Die Hebamme war noch gar nicht mit ihrem Fahrrad angekommen, und die Nonnen waren mit der Verdunkelung beschäftigt, als ich mich der Welt präsentierte: Ein schneller Knabe mit schwarzen Haaren ward geboren. Es war kein Arzt zugegen, und die Hebamme machte nur noch das, was man so machen musste, wenn ein Neugeborenes angekommen war. Viel später einmal hat eine Türkin für mich errechnet, wann genau ich geboren wurde, an welchem Tag und zu welcher Stunde: Es war an einem Dienstag, dem 6. August 1940 um drei Uhr in der Frühe, also auch noch ein Löwe! Ist schon Wahnsinn, wie sie das herausgefunden hat, und das fast 60 Jahre danach. Von meinem Vater habe ich später nichts mehr hierzu vernommen. Er hatte meine Mutter bei meiner Geburt begleitet, und schon war sein Sonderurlaub an der Front vorbei. Dann war meine Mama nur für mich da. Zu meiner Überraschung musste ich feststellen, dass meine Familie noch größer und ich nicht allein war. Ich hatte noch einen Bruder, Eberhard, der schon „sehr“ alt war, mir neun Jahre voraus, und eine Schwester, Anna-Katharina, die drei Jahre älter war. Na ja, damit sollte ich wohl klarkommen.

Wieder zurück ins St.-Josef-Krankenhaus. Dort musste ein Top-Personal Dienst getan haben, denn ich wurde verwechselt! Ich fand mich schließlich bei einer anderen Mutter, einer Frau B. wieder. Meine Mutter schlug gleich Alarm, als sie den Knaben von Frau B. in den Arm gelegt bekam. Rudi, so hieß der Junge, hatte gar keine Haare. Ich dagegen besaß schon volles schwarzes Haar. Meine Mutter dachte zunächst, ich hätte mir die schönen, schwarzen Haare im Schlaf ausgerissen. Vermeintlich hatte ich nun eine „Plät“, so nennt man das in Köln bei Leuten mit Glatze. Es herrschte große Aufregung auf der Station. Nonnen wie Hilfsschwestern waren bemüht, die Vertauschten wieder an die rechte Mutterbrust zu legen. So fing mein junges Leben schon sehr spektakulär an: im Bett einer fremden Frau!

Im Anschluss an die Geburt blieben damals die Frauen, auch Wöchnerinnen genannt, eine Woche im Hospital. In Decken gewickelt ging es dann zu Fuß nach Hause. Es war Krieg, und ein Taxi, wenn es überhaupt eins gegeben hätte, konnte man sich nicht leisten. Wer meine Mutter auf dem Rückweg ins traute Heim begleitete, wurde nicht überliefert.

Mein Zuhause, war eigentlich schön, gelegen in Sieglar an der Sieg. Dort wohnten meine Eltern zur Miete. Es war ein ehemaliger kleiner Bauernhof mit Stallungen und einem weiten Innenhof. Hier sollte ich groß werden in den Kriegsjahren und darüber hinaus. Kaum zuhause wurde ich am 11. August schon wieder über die Straße geschleppt: in die St.-Johannes-Kirche, und ein Kaplan Decker taufte mich auf den Namen Peter. Somit war ich Mitglied der Mater Ecclesia. Eigentlich sollte ich Max heißen, weil ein Kriegskamerad meines Vaters sich dies gewünscht hatte. Aber mein Onkel, der Bruder meines Vaters, der auch Peter hieß, hatte sich hier durchgesetzt. Also, ab jetzt war ich Peter der Löwe. Und die Löwe-Geborenen, so sagen böse Zungen, seien von allen Sternzeichen diejenigen, die immer im Fokus stehen wollen und sich das Recht herausnehmen, auf der Bühne des Lebens eine besondere Rolle zu spielen. Na, warten wir es ab.

Wir wohnten in einer Gasse, in der die Häuser schon recht dicht beieinanderstanden und die für mich, wenn ich heute darüber nachdenke, etwas unheimlich Heimeliges hatte. Auch wurden bei uns in der Straße in demselben Jahr viele weitere Kinder geboren, etwa zur gleichen Zeit. Übrigens, die Straße hieß „Eintracht Straße“. Wir waren alle „Urlaubskinder“, wie wir später, als wir etwas aufgeklärter waren, feststellten. Alle unsere Väter waren im Krieg und wenn der „Führer“ sie in Urlaub schickte, kam halt dies und das zustande - auch nicht schlecht. Was ich damit sagen will ist, dass ich mit vielen Kindern groß geworden bin und somit trotz der Kriegsjahre „eine schöne Kinderzeit“ hatte. Die Mütter waren rund um die Uhr präsent und gaben uns allen das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Doch es gab immer wieder Fliegeralarm, die Sirenen heulten und wir mussten in die Keller. Meine Mutter war dabei für uns ein „Engel ohne Flügel“. Ich frage mich noch heute, wie haben es meine und alle anderen Mütter geschafft uns unter diesen Umständen eine würdige Kindheit zu bescheren? Schon komisch, wenn ich Mütter der heutigen Generation erlebe, die alles zur Verfügung haben, aber die Kurve nicht bekommen und immer wieder vom überfordert sein reden.

Vieles habe ich mir erzählen lassen, was damals so um mich herum geschah. Aber viele Dinge habe ich als Vierjähriger schon wahrgenommen. Diese Erinnerungen wurden tief in meine Kinderseele eingebrannt. Mein großer Bruder war fast immer unterwegs, meine Mutter konnte ihn nicht anbinden. Damit will ich sagen, er war mit Kameraden in oder an der Schule, wo das Militär eine Stellung hatte, so hieß das damals. Gegen Kriegsende war bei uns in Sieglar der Fluss die Kampflinie. Auf der anderen Seite der Sieg lagen die Amerikaner. Und die hauten ganz schön auf unser Dorf. Aber die „Unseren“, ich meine die Artillerie, waren auch nicht faul und schlugen heftig zurück. In dieser bewegten Zeit war mein Bruder mit einer Clique unterwegs, so würde man heute sagen, und die war nicht ohne! Ein großer Junge aus der Gruppe hatte einen Karabiner gestohlen, und die anderen mussten für Munition sorgen, die sie schließlich bei den Soldaten stahlen. Man stelle sich vor: während über ihren Köpfen die Granaten flogen, ging mein Bruder mit seiner Clique auf Hasenjagd. Sie ballerten was das Zeug hergab.

Als die Luftangriffe zunahmen, mussten wir auf Befehl eines Luftschutzwartes mit allen Nachbarn für die Nacht in einem größeren Keller Zuflucht suchen. Dann kam auch mein Bruder von seiner Streiftour zu uns in den Kellerraum. Der Luftschutzwart, es war so ein Kleiner in Uniform mit Hakenkreuz am Ärmel, hat dann meinen Bruder durchsucht und fand in seinen Hosentaschen Munition. Das passierte sogar mehrmals, und so gab es heftigen Ärger und auch Gerangel mit dem kleinen Luftschutzmann. Die Nachbarn fanden das nicht gut, und meine Mutter, die dies ja leider nicht verhindern konnte, musste sich dann böse Dinge anhören. Schon wieder gingen die Sirenen und in der Ferne hörte man die Artillerie. Ich weiß noch heute, als ich im Bettchen gemeinsam mit meiner Schwester lag, setzte ein Gemurmel ein, und der „Schmerzhafte Rosenkranz“ wurde stundenlang gebetet. Es scheint wohl geholfen zu haben, wir alle haben den Sturm überstanden.

Es muss ein Vormittag im Sommer 1944 gewesen sein, als ein großer, schlanker Junge mit Brille sich bei uns nach meinem Bruder erkundigte. Es war Johannes M., ein Freund meines Bruders Eberhard aus der Nachbarschaft. Meine Mutter sagte ihm, dass Eberhard wieder in Richtung Schule gegangen sei, dorthin wo die Soldaten waren. Johannes verschwand und kurz darauf heulten wieder die Sirenen. Meine Mutter lief mit meiner Schwester und mir in unseren Keller.

Dann eine ohrenbetäubende Detonation vor unserem Haus, gefolgt von einem lauten, furchtbaren, langanhaltenden Schrei. So wie der Schrei klang, konnte es nur mein Bruder sein, so vernahm ich es später von meiner Mutter und meiner Schwester. Sie saßen nun unten im Kellergewölbe und stießen ihrerseits schreckliche Schreie aus. So etwas habe ich später nie mehr so vernommen. Für sie kam der Schrei vor unserem Haus von meinem Bruder Eberhard, der da oben getroffen war. Ich fand mich nur noch verkrampft in der Schürze meiner Mutter wieder und konnte nichts mehr hören, jedenfalls für kurze Zeit nicht. Es herrschte Chaos. Nachdem die Sirenen Entwarnung gaben, rannte meine Mutter mit uns nach oben. Auf der anderen Straßenseite lag Johannes M. von einer Granate getroffen mit offenem Bauch. Nachbarsfrauen hoben ihn in einen Handwagen und fuhren ihn ins St.-Josef-Krankenhaus, wo er kurze Zeit später verstarb. Er war erst 13 Jahre alt. Dies wurde mir später so erzählt, gesehen habe ich den Jungen nicht, das hat meine Mutter noch verhindern können. Kurz darauf kam mein Bruder zusammen mit noch ein paar anderen Jungs aus der Straße wohlbehalten zurück zu uns nach Hause.

Der Krieg dauerte noch ein Jahr. Im Kindergarten habe ich mich auch mal kurz blicken lassen. Es war mehr eine Verwahranstalt mit einer gestrengen Nonne und einer weiteren Frau, die ich nie vergessen werde, einem Fräulein Billa. Ihre Aufgabe war es, im Sandkasten, der wie ein Pavillon überdacht war, die Förmchen und „Schüppchen“ genau zu verteilen, denn darüber wurde verbissen gekämpft, es gab nur ein paar davon. Neue waren nicht zu bekommen, es war ja Krieg. In den Kindergarten ging ich nur, wenn meine Schwester auch hin ging. Aber die schien wohl auch keine Lust mehr auf Kindergarten zu haben, so blieben wir beide meistens zu Hause. Über meinen Bruder habe ich erfahren, dass der zu allem Lust hatte und die Kindergartenzeit wie ein „King“ genossen hatte.

Über die Zeit bis zum endgültigen Ende des Zweiten Weltkrieges sind mir nur noch markante Ereignisse in Erinnerung. So zum Beispiel der Abschuss eines englischen Kampffliegers nicht weit von uns entfernt. Da liefen alle hin, um sich die besten Stücke aus dem Fallschirm zu sichern, mit dem der Engländer mit schweren Verbrennungen gelandet war. Es gelang uns einen großen Lappen aus dem Seidentuch zu schneiden. Daraus wurde für meine Schwester dann später das Kommunionskleid geschneidert. Was für eine Zeit.

Am 8. Mai 1945 war der grausame Zweite Weltkrieg zu Ende. Was ich noch genau im Kopf habe, war der Moment, als die Nachbarn und auch meine Mutter jeweils ein weißes Betttuch an einem Besenstiel aus allen Fenstern unserer Straße hängten. Dies sollte besagen: Wir ergeben uns. Warum eigentlich sollten meine Mutter und die anderen Frauen sich ergeben, sie hatten doch nichts getan, aber das war so üblich. Was ich bis heute nicht vergessen habe, war die absolute Stille, die mich umgab. Keine Schreie, kein Flugzeug am Himmel, keine furchtbare Sirene, es war nur einfach still. Dieses Gefühl von Stille habe ich bis heute nicht noch mal so erlebt. Es war eine himmlische Ruhe. Es gab Tote zu beklagen, ja das stimmt, aber eine Zerstörung wie in den großen Städten, wie in Köln, gab es bei uns auf dem Land nicht. Wir hatten schon alle einen guten Engel an unserer Seite.

Dann kamen sie, die ersten Soldaten, die Amerikaner. Mit großen Panzern rollten sie in unser Dorf. Ich hatte solche Monsterfahrzeuge noch nie gesehen. Alles aus purem Eisen und mit einer langen Kanone. Diese Dinger machten einen Höllenlärm und obendrauf saßen die Soldaten. Sie verteilten „Chewinggum“, unter uns Kindern besser als Kaugummi bekannt. Ein großer amerikanischer Soldat, ein Schwarzer mit schneeweißen Zähnen, verteilte sogar Schokolade von seinem Panzer. Dass ich als Kleiner leider keine wirkliche Chance hatte, auch in den Besitz von Schokolade zu kommen, stand für mich eigentlich fest. Aber offenbar hatte der Soldat mich mittlerweile ins Visier genommen und hatte meine hoffnungslose Lage erkannt. Er sprang von dem Panzer herunter, nahm mich auf den Arm und drückte mir eine Tafel „Hershey“-Schokolade in die Hand. Ich, so schien mir, thronte bestimmt zwei Meter über allen anderen Kindern - mit einer Tafel Schokolade!

Im Spätsommer wurde es für uns spannend. Vater kam nach Hause. Meine Mutter hatte Bescheid bekommen, dass mein Vater aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft entlassen wurde und am Rathaus abzuholen sei. Also zogen wir alle zum Sammelplatz, wo die Männer, die man auf Lastwagen platziert hatte, heruntergeholt wurden. Sie selbst waren nicht im Stande, abzusteigen. Ein netter farbiger Soldat hob die Männer vorsichtig vom LKW. Sind alle Amerikaner schwarz, habe ich gedacht. Der Soldat machte das so behutsam, fast als handelte es sich um Weihnachtskugeln.

Nun stand er da, mein Vater, ein kleiner, hohlwangiger Mann in einem verschlissenen Soldatenmantel und einer Skimütze oder so was ähnlichem auf dem Kopf. Ich hatte ihn noch nie gesehen, und nun sollte er uns umarmen oder hochheben. Nein, dazu war mein Vater nicht imstande. Es war ein Mann, der nur aus Haut und Knochen bestand. Aber wir hatten einen Vater, viele konnten das nicht von sich sagen. Entweder sie waren gefallen, so hieß das, wenn sie an der Front erschossen wurden, oder sie blieben vermisst.

Viele Väter kamen erst mehrere Jahre später aus dem Krieg zurück, sie waren in Gefangenschaft. Mein Vater hat später nicht viel vom Krieg erzählt, ich habe es auf ganz anderem Wege erfahren. Er war nicht in Russland oder in Frankreich im Lager gewesen, er war nicht weit entfernt in Sinzig am Rhein in amerikanischer Gefangenschaft. Die Amerikaner waren mit den gefangenen deutschen Soldaten brutal umgegangen, erzählte mein Vater später. Das Lager lag direkt am Rhein, und immer wieder versuchten junge Soldaten, den Stacheldraht zu überwinden, um ans Wasser zu gelangen. Wenn man starken Durst hatte, war es egal, wie das Wasser beschaffen war. Durst ist schlimmer als Heimweh, sagte mein Vater oft. Immer wieder hätten junge Burschen, mal gerade 16 bis 18 Jahre alt, versucht, den Stacheldraht zu durchbrechen. Sie wurden dabei von Maschinengewehrsalven an ihrem Ausbruch gehindert. Mein Vater musste mit seinen Kameraden die Jungs aus dem Stacheldraht ziehen. Es hätten ihre Söhne sein können. Ich will jetzt nicht weiter darüberschreiben, ich bin ja nicht dabei gewesen. Aber für alle sollte es eine Mahnung sein. Wenn Ihr einmal nach Sinzig kommt, so sei Euch empfohlen, einmal über den Soldatenfriedhof zu gehen und für die zu beten, die noch zum Ende des Kriegs dort ihr Leben gelassen haben. Schaut genau hin, wann sie geboren und wann sie gestorben sind, oder muss ich „gefallen“ schreiben? Junge Leben starben für was?

So nach und nach kamen auch andere Männer heim aus unterschiedlichen Gefangenenlagern, und das Leben wurde jetzt wieder anders organisiert. Es hatte mit den Frauen, unseren Müttern, eigentlich gut funktioniert, aber die Männer hatten eine andere Vorstellung davon. Jetzt musste Nahrung herangeschafft werden - wie, war jetzt „Männersache“. Es gab so gut wie nichts, und es stand ein strenger Winter bevor. Dann kam die Zeit, als alle auf Hamsterfahrt gingen. Auf dem Schwarzmarkt musste man eigentlich etwas eintauschen, um etwas anderes zu bekommen, aber wir hatten nichts. Irgendwie haben meine Eltern Wunder vollbracht. Keiner von uns ist den Hungertod gestorben.

Unser Haus, unser kleiner Bauernhof, der gar kein Bauernhof mehr war, war eine Begegnungsstätte, und ich habe es mit großem Vergnügen genossen, wenn Jahre später die Männer, die ja alle im Krieg waren, sich bei uns im Wohnzimmer trafen, und ein jeder von seinen Erlebnissen erzählte. Bei diesen Treffen hörte ich genau zu, was mein Vater so von sich gab. Es wurde Pfeife geraucht mit Tabakblättern aus eigenem Anbau. Andere brachten einen selbst gebrannten Rübenschnaps mit, („Knolli Brandy“), der seine Runde machte. Ich saß auf einem kleinen Bänkchen in der Ecke und hatte alles im Blick. Für mich war dies Welttheater vom Feinsten. Meine Mutter saß schweigend am Rande und flickte an unseren Sachen herum. Je mehr die Kerle die Tasse rund gehen ließen, desto mehr wurden sie zu Kriegshelden. Ein jeder war auf einmal ein General oder, wenn er bei der Marine gedient hatte, zum Admiral aufgestiegen.

Eigentlich waren es alles großartige Männer, die viel Grausames erlebt hatten. Solche Treffen hat es dann später nie mehr gegeben.