Zwei geschenkte Leben - Dieter Kaspers - E-Book

Zwei geschenkte Leben E-Book

Dieter Kaspers

0,0
11,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Fast genau zwei Jahre vor Beginn des 2. Weltkriegs geboren, erlebt Dieter Kaspers als Kleinkind neben dem bescheidenen alltäglichen Leben auch die Gräuel des Kriegs und die verheerenden Luftangriffe auf Duisburg. Ausgebombt und völlig mittellos verschlägt es seine Familie zunächst ohne den Vater, der kurz vor Kriegsende noch eingezogen wurde, schließlich nach Thüringen, wo Dieter auch eingeschult wird. Im Sommer 1945 gelingt der vereinten Familie nach einem abenteuerlichen und ereignisreichen circa einwöchigen Fußmarsch, der ab und zu von Eisenbahnfahrten auf zum Teil offenen Waggons unterbrochen wird, die Rückkehr in ihre völlig zerstörte Heimatstadt Duisburg. Dort erlebt er u. a. hautnah den 'Kohlenklau' (das sogenannte 'Fringsen'), die Schwedenspeisung, den Wiederaufbau sowie den ersten bescheidenen Wohlstand nach den entbehrungsreichen Jahren seiner Kindheit.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 208

Veröffentlichungsjahr: 2019

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Zwei geschenkte Leben

Titel ++ Vorbemerkungen ++ Dank ++ Zum Inhalt ++ Zum AutorProlog01 Unser Zuhause02 Neue Schuhe03 Große Wäsche04 Oma05 Mutter06 Vater07 Wir Kinder08 Alarm09 Beisetzung eines Soldaten10 Frau Lenzke11 Feind hört mit12 Kinderlandverschickung13 Bei Tante Anna14 Zwanzigster April15 Urlaub bis zum Wecken16 Der Tod hat uns nicht gefunden17 Evakuierung18 Vater ist wieder da19 Mühsame Rückkehr20 Neuanfang21 Schwedenspeisung22 Abenteuerspielplätze23 Kohlenklau24 Ein Unglück kommt selten allein25 Stammkneipe26 Papas neues Fahrrad27 Helmut kündigt sich an28 Nahversorgung29 Sommerferien30 Gefährliches Pflaster31 Helmut ist da32 Straßenbahn fahren macht Spaß33 Bei Oma im "Süden"34 Fronleichnam35 Der Tierpfleger36 Unser "Nachkömmling"37 Währungsreform38 Umschulung39 Lokale Berichterstattung40 Herr Hirrle und die Nazis41 Unser neues Radio42 Konfirmation43 Das weitere LebenEpilogImpressum

Dieter Kaspers

ZWEI GESCHENKTE LEBEN

Eine Duisburger Kindheit 

zwischen

Luftkrieg und Wirtschaftswunder

Autobiografischer Roman

***

Vorbemerkungen

Die in diesem Buch geschilderten Ereignisse basieren auf meinen persönlichen Erinnerungen. Einige wenige Passagen sind frei erfunden und ergänzend hinzugefügt. Hier sind ggf. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen rein zufällig. Alle wiedergegebenen wörtlichen Reden sind realistisch nachempfunden und entsprechend formuliert.

***

Dieser Roman erschien bereits 2014 als Printausgabe beim ANNO-Verlag, Ahlen. Die Ausgabe ist vergriffen.

***

Dank

Neben den üblichen Recherchen für ein solches Buch waren die im Vorfeld mit meiner Schwester Helga geführten intensiven Gespräche sehr hilfreich sowie auch die beratende Begleitung des StD i. R. Günter Johann. Dafür an dieser Stelle mein ganz besonderer Dank.

***

D. K.

Zum Inhalt

Fast genau zwei Jahre vor Beginn des 2. Weltkriegs geboren, erlebt Dieter Kaspers als Kleinkind neben dem bescheidenen alltäglichen Leben auch die Gräuel des Kriegs und die verheerenden Luftangriffe auf Duisburg. Ausgebombt und völlig mittellos verschlägt es ihn und seine Familie zunächst ohne den Vater, der kurz vor Kriegsende noch eingezogen wurde, schließlich nach Thüringen, wo Dieter auch eingeschult wird.

Im Sommer 1945 gelingt der vereinten Familie nach einem abenteuerlichen und ereignisreichen circa einwöchigen Fußmarsch, der ab und zu von Eisenbahnfahrten auf zum Teil offenen Waggons unterbrochen wird, die Rückkehr in ihre völlig zerstörte Heimatstadt Duisburg. Dort erlebt er u. a. hautnah den „Kohlenklau“ (das sogenannte „Fringsen“), die Schwedenspeisung, den Wiederaufbau sowie den ersten bescheidenen Wohlstand nach den entbehrungsreichen Jahren seiner Kindheit.

***

Zum Autor

Dieter Kaspers wurde 1937 in Duisburg geboren. Neben seinem Beruf als Industriekaufmann stand er schon Anfang der 1960er Jahre auf verschiedenen Amateur-Bühnen. Er übernahm u. a. Rollen in Hörspielen von Jürgen Becker, Friedrich Dürrenmatt, Günter Eich, Wolfgang Hildesheimer und Siegfried Lenz.

Ab 1999 war er auch dreizehn Jahre lang journalistisch tätig und führte durch weit mehr als hundert Sendungen im Bürgerfunk bei Radio Duisburg.

Von 2000 bis 2008 sah man Dieter Kaspers in Produktionen der Comödien Bochum, Duisburg und Wuppertal.

Als Autor veröffentlichte Dieter Kaspers bereits einige Bücher.

***

Prolog

Fast genau zwei Jahre vor Beginn des Zweiten Weltkriegs geboren, erlebe ich als Kleinkind die Gräuel des Krieges, die verheerenden Luftangriffe auf Duisburg.

Die Kriegserlebnisse, die fast ausnahmslos für immer in meiner Erinnerung haften bleiben, und die Jungendzeit im frühen Nachkriegsdeutschland sind für mich mit prägend.

Meine Geschichte ist nicht spektakulär. So – oder so ähnlich – spielen sich ungezählte Lebensläufe in jener Zeit ab. Sie ist aber ein sehr persönlicher Bericht, in dem im Wesentlichen nur Menschen meiner engsten Umgebung vorkommen, ein Bericht, der 1942 beginnt und den ich mit meiner Konfirmation im Jahre 1952 enden lasse.

Es ist sowohl die Erzählung eines inzwischen alten Mannes als auch eine Erzählung aus der Perspektive eines Kindes und Jugendlichen. Dabei vermeide ich es weitgehend, die Ereignisse und das Erlebte zu kommentieren und zu bewerten, insbesondere auch politisch. Dies möchte ich vielmehr dem Leser überlassen und ihn ggf. entsprechend dazu anregen.

Die Jahre und Jahrzehnte nach 1952 gehen am Ende meiner Erzählung aber nicht völlig unter. In knapp gehaltener Fassung schildere ich „meine Zeit“ im zwanzigsten und im beginnenden einundzwanzigsten Jahrhundert.

Einerseits bezweifele ich, ob meine niedergeschriebenen individuellen Erinnerungen und die dadurch wieder neu entstehenden Bilder längst vergangener Zeiten jetzt oder später jemanden interessieren, andererseits glaube ich aber aufgrund selbst gemachter Erfahrungen, dass sie doch – nicht nur für meine Familie – aufschlussreich und bemerkenswert sein könnten. Ich selbst bedauere nämlich nach wie vor, meine Großmutter, meine Eltern und andere früher nicht mehr und öfter zu ihrem Leben befragt und viele Namen sowie Ereignisse nicht zeitnah notiert zu haben. So ging manches aus bewegten Zeiten in meinem Umfeld für immer unter. Aber dessen ungeachtet wird eben ein wenig aus meinem Leben in der nachfolgenden Erzählung noch einmal lebendig – selbst wenn es sich bei diesem Leben auch nur um ein „Sandkorn“ unter ungezählten anderen handelt.

Duisburg, im Frühjahr 2014

D. K.

01 Unser Zuhause

„Herrgott!! Lieber Herrgott!! Wo ist mein Junge? Gib mir meinen Jungen wieder! Mein Junge, mein Junge, warum kommst du nicht nach Hause?“ Immer und immer wieder brechen diese Fragen aus der Frau heraus, mal schreit sie, mal flüstert sie. Sie ist vierundfünfzig Jahre alt. Sie ist meine Oma, Kriegerwitwe seit ihrem achtundzwanzigsten Lebensjahr. Sie ruft nach ihrem Sohn Fritz, der seit Beginn der verlustreichen Schlacht um Stalingrad vermisst wird. Wie oft hat sie geweint, wie oft hat sie gehofft. Ihre Augen sind trocken, die Tränen sind versiegt, nicht aber die Hoffnung. Die gibt sie noch viele Jahre lang nicht auf.

Oma wohnt bei uns. Eigentlich schon immer. Zwar hat sie seit einiger Zeit eine eigene Wohnung auf der Bungertstraße, ganz nah bei den Stadtwerken, aber dort hält sie sich kaum auf.

„Warum schreit Oma denn wieder?“, fragt Helga, meine Schwester. Sie ist gerade sieben geworden, gibt sich aber, als wäre sie ein paar Jahre älter, insbesondere dann, wenn sie mich hier und da herumkommandieren kann. „Oma ist traurig, weil Onkel Fritz tot ist“, sage ich. „Onkel Fritz ist nicht tot“, berichtigt mich meine Schwester. „Er ist vermisst.“ „Was bedeutet vermisst?“, frage ich. „Das verstehst du nicht.“ „Doch.“ „Du bist erst fünf“, schiebt Helga nach. „Da sind so viele Soldaten“, meint Mutter, „man sucht Onkel Fritz noch.“ „Aber wenn er tot ist?“ „Er ist nicht tot. Oma hat nur schlecht geträumt. Seid still. Sie kommt.“ Die Tür geht auf. Oma betritt die Küche. Oma ist noch nicht gekämmt. Wirr hängen ihre bereits grauen Haare ohne den sonst so strengen Nackenknoten herab. Sie setzt sich stumm an den Tisch, legt ihre Brille mit dem kleinen braunen Horngestell, das immer etwas schief sitzt, vor sich auf das Wachstischtuch und umklammert mit beiden Händen eine Kaffeetasse, als wolle sie Halt suchen.  

***

Diese Szene mit Oma aus dem Herbst 1942 habe ich zunächst schnell vergessen. Aber es kommt anders, denn ich muss in der Folgezeit, obwohl ich noch so jung bin, immer wieder daran denken.

Dabei fängt das vierte Kriegsjahr den Umständen entsprechend eigentlich ziemlich normal an. „Helga, bring die Asche runter. Und du, Dieter, krümle nicht so, wasch dir gleich noch mal die Hände und geh nach nebenan, spielen.“ „Nein, ich will erst mit Helga runter.“ „Meinetwegen.“

Helga tippelt zum Küchenherd. Ein KÜPPERSBUSCH. Weiß emailliert mit vier hohen Füßen und einem Kohlenkasten, dessen ebenfalls weiß emaillierte Front mittig einen breiten Griff besitzt. Die Herdplatte, an der ich mich schon einige Male verbrannt habe, wird mindestens zwei- bis dreimal in der Woche blank gescheuert. Mit Spucke und Ruß, wie Oma immer sagt. Ein mit Silberbronze gestrichenes Ofenrohr führt oben, kurz unter der Zimmerdecke, in die Wand. An dieser Stelle sitzt zum Zwecke der Abdeckung und als Zierde ein silberfarbener Ring. Auf dem Herd steht immer ein Wasserkessel, in dem meistens leicht siedendes Wasser leise summt. Der an der Herdrückseite angebrachte Aufbau bietet Platz für verschiedene Töpfe. Links in der Herdplatte, die bei großer Hitze hellrot glüht, sind mehrere Ringe eingelassen, die man einzeln wegnehmen kann, je nachdem, wie viel Temperatur zum Kochen oder Braten gerade benötigt wird. Mit einer Zange ist es möglich, die einzelnen Ringe anzuheben. Durch die von den Ringen freigegebene Öffnung kann man auch Kohlen auf die Glut schütten, was allerdings sehr unangenehm ist, weil dann immer eine grauschwarze Dreckwolke aufsteigt. Besser ist es, Kohle mit der Schüppe aus dem Kohlenkasten, der auf vier Rädern unter dem Herd hervorrollt, zu holen und von vorn durch die kleine Feuertür in den Herd zu werfen. Eleganter geht das natürlich alles, wenn man Holz oder Briketts hat. Unterhalb der Feuertür gibt es eine weitere kleine, sich schräg nach vorn öffnende Klappe, mit der man die Luftzufuhr und damit die Glutstärke regeln kann, je nachdem, ob man heizen, kochen oder nur das Essen warmhalten will. Sie ist aber meist schräg geöffnet. Wenn man durch diese Schiebeklappe guckt, kann man den Feuerrost sehen und prüfen, wie voll der Behälter für die Asche ist. Auch kann man mit dem Stocheisen durch diese Öffnung die festsitzende Glut lösen. Dieser Innenraum mit dem Aschenkasten – heißt bei uns Aschenschoss – leuchtet in der Dämmerung, wenn noch kein Licht angemacht wird, immer so schön rot. Hinter der großen Backofentür auf der rechten Seite verbergen sich mehrere Kuchenformen. Daran, dass bei uns gebacken wurde, kann ich mich allerdings nicht erinnern. Die Vorderfront und die beiden Seiten des Herdes werden von einem verchromten Handlauf umgeben. Daran hängen Topflappen, Handtücher, die Zange zum Abheben der Ringe und natürlich das schon erwähnte Stocheisen.

***

Helga zieht das Aschenschoss heraus. „Langsam, Helga, pass auf, dass nicht wieder so viel daneben geht.“ Helga umklammert mit der rechten Hand den Griff des Aschenschosses, mit der linken angelt sie sich einen Topflappen, denn die Unterseite am hinteren Ende des Schosses ist verdammt heiß. „Los! Geh vor, Dieter, mach alle Türen auf.“ Ich beeile mich, den Befehl auszuführen. Und so geht’s runter auf den verhältnismäßig großen Hof des Hauses.

Von der Hoftür führen drei Stufen hinab auf eine rissige Betonfläche. Die wird durch einen schachtartigen Anbau, in dem sich jeweils auf den Halb-Etagen des Sechsfamilienhauses die Klos befinden, in zwei nahezu quadratische Flächen geteilt. Während zur Straßenseite hin das Haus  verputzt und gestrichen ist, blickt man vom Hof aus auf unverputzte, fast schwarze Mauersteine. Weiter hinten links, wo der Betonboden in Naturboden übergeht, stehen einige Kaninchenställe. Wir haben auch zwei Kaninchen. Für Weihnachten. Oma schlachtet im Dezember. Ich darf nie dabei sein. Man sagt, Oma habe einen harten Handkantenschlag. Ich kann mir darunter nichts vorstellen. Hinter den Ställen erstreckt sich ein kleiner Garten, den wir aber nicht benutzen dürfen, mit einem windschiefen Zaun als Abschluss. Davor erhebt sich eine etwas wackelige Teppichstange. In der anderen Ecke des Hofes stehen vier Aschentonnen.

Helga stellt das Aschenschoss, das sich inzwischen nur noch warm anfühlt, auf eine Tonne, befeuchtet ihren rechten Zeigefinger mit der Zunge, hält ihn prüfend in die Höhe und dreht sich um die eigene Achse, um festzustellen, woher heute der Wind kommt. Das tut sie meistens, denn oft genug ist ihr beim Leeren des Aschenschosses eine graue Wolke aus der Tonne heraus ins Gesicht gepufft. Ich beschließe, mir diesen Trick auf jeden Fall zu merken.

„Komm, wir gehen mal eben auf die Straße. Heute sollen doch eigentlich die Aschenmänner kommen. Dann muss die Haustür auf sein, damit die die Tonnen rausrollen können.“ Ich bewundere immer, wie die Aschenmänner mit ihren schwieligen Händen, deren Innenfläche durch einen Lederlappen geschützt ist, am Griff des Tonnendeckels anfassen und in hohem Tempo die vollen Tonnen zum Wagen und die leeren Behälter dann leicht und beschwingt wieder zu ihrem Stellplatz rollen. „Vielleicht wirst du auch mal Aschenmann, wenn du groß bist“, denke ich. 

Wir rennen durch den Flur hinaus auf die Straße. Die Hansastraße ist eine sehr schöne Straße, gesäumt auf beiden Seiten von großen alten Platanen, die jetzt im Herbst langsam damit beginnen, das bunt gewordene Laub abzuwerfen. Ein paar herbstbraune Blätter segeln zu Boden, streifen die Hauswand und bleiben vor den aus Sicherheitsgründen zugemauerten Kellerfenstern liegen. Kriegszeiten! Lediglich kleine quadratische Öffnungen hat man gelassen; sie sollen wohl der Luftzufuhr für den in jedem Haus vorgeschriebenen Luftschutzkeller dienen. Ich glaube, man kann sie bei Fliegeralarm auch verschließen. Neben der Haustür sind mit weißer Farbe drei dicke Buchstaben auf die Wand gemalt worden. S.h.r. – „Schutzraum hinten rechts“.

***

Die ziemlich flachen Steinstufen der Haustür mit einem Sprung nehmend, sind wir zurück im Flur, der einen Fliesenboden mit streng geometrischen Figuren und hellbraun geflieste Wände hat. Hier treffen wir die Hauseigentümerin, Frau Lenzke. Frau Lenzke ist Jüdin, eine liebe und beliebte, sehr freundliche Frau. Sie wohnt mit ihrem Mann Parterre, links. „Tag, Frau Lenzke.“ „Tag Kinder. Werden heute die Tonnen geleert?“ „Weiß nicht. Glaub schon.“ „Wann kommt euer Papa nach Hause?“ „Er hat Frühschicht. Heute Mittag.“ „Helga, frage ihn doch bitte, ob er mal anschellen kann.“ „Warum?“ „Ich habe was für ihn.“ „Was denn?“ „Ein Paar fast neue Lederschuhe, die meinem Mann nicht passen.“ „Sag ich ihm.“

Wir verschwinden nach oben. Das alte, dunkle Holztreppenhaus knarrt und ächzt. Auf dem Treppenabsatz glänzt die braun lackierte Tür des Etagen-Klos, das  wir zusammen mit unseren Nachbarn benutzen. Neben der Klotür ein Fenster zum Hof. Dann, nach der entsprechenden Kehrtwende, noch eine Treppe und man steht vor unserer Dielentür, hinter der sich zwei Wohnungen befinden. Die Dielentür nimmt die ganze Breite des Treppenhauses ein, ist ebenfalls braun glänzend lackiert und gibt mit ihren vielen kleinen, bunten Glaseinlassungen und den hellgrauen Milchglasscheiben – hinter denen man nur schemenhaft etwas erkennen kann – eigentlich ein ganz vornehmes Bild ab. Die Klingeln prangen darauf wie kleine Törtchen, die Beschläge und der Messingtürgriff schimmern golden.

Die Diele ist recht groß. Wir benutzen sie gemeinsam mit unseren Nachbarn, dem netten Ehepaar Weyers, das links wohnt und zwei Kinder hat, Marianne und Hans-Egon. Hans-Egon ist etwas älter als ich. Geradeaus, also zur Hansastraße hin, haben wir ein Zimmer, das aber selten benutzt wird. Tante Trude, die Schwester meines Vaters sowie Tante Wilma, die Frau von Onkel Fritz, haben dort mal eine Zeit lang nacheinander als Untermieter gewohnt. Dann sollte es mein Kinderzimmer werden. Aber mit den auch nachts ständig zunehmenden Luftangriffen und dem sich daraus ergebenden Muss, bei Alarm blitzschnell hinunter in den Keller zu eilen, hat meine Mutter mein Bett mit ins Elternschlafzimmer gestellt.

Durch die rechte Tür betritt man unsere Küche. Ein Wohnzimmer haben wir nicht. Rechts der Küchentisch sowie ein Ledersofa, besser gesagt ein Kunstledersofa, was auch übertrieben ist, denn bei dem Bezug handelt es sich eigentlich nur um braunes Wachstuch, das so wie Leder aussieht. Dann in der Wand zum Hof das Küchenfenster. Alle Fenster der Wohnung sind schmal und hoch, haben zwei Fensterflügel und ein Oberlicht. Auf der Holzfensterbank der Küche, renovierungsbedürftig wie fast alles in der Wohnung, ein Volksempfänger Typ DKE 38, ein Radio mit einem klobigen schwarzen Bakelitgehäuse. Über den kreisrunden Lautsprecher spannt sich ein grob gewebtes hellbraunes Tuch. Die wenigen empfangbaren Sender stellt man mit einem quer eingebauten, halb herausragenden Rädchen ein.

Zwischen Sofa und Fenster steht zum Weihnachtsfest immer der Baum, zumeist eine schnell nadelnde dürre Fichte, geschmückt mit viel Lametta und silbernen sowie bunten Kugeln. Besonders gefällt mir immer das kleine zerbrechliche silberne Vögelchen, das gut sichtbar auf einen Zweig gesteckt wird und feine, aber steife weißschimmernde Fäden als Schwanz hat. Ein Problem sind immer die Kerzen, die so schnell abbrennen und so sehr tropfen.

In der Ecke gegenüber ist das Wasch- und Spülbecken, unser „Spülstein“, mit einem hoch angesetzten Wasserkran. Kaltwasser natürlich. Ein Badezimmer gibt es nicht. Links neben dem Spülstein ist an der Wand eine Vorrichtung angebracht, die als Handtuchhalter dient. Immerhin hat jeder ein eigenes Handtuch. Vor den Handtüchern hängt immer ein blütenweißes, mit Kreuzstich blau besticktes Tuch. Daneben ein großer Küchenschrank, in dem auch Seife und Zahnputzzeug verstaut werden. Daran schließen sich Gas- und Küchenherd an. Ein kleiner Küchenschrank steht auch noch von der Kücheneingangstür aus gesehen links.

Auf dem Küchenboden ein bunt gemusterter Linoleumteppich. Dieses Prachtstück bedarf stets besonderer Pflege. Dazu braucht man Bohnerwachs und einen Bohnerbesen. Der besteht aus einem Besenstiel, verbunden über ein Kugelgelenk mit einem gusseisernen Block, der etwa 15 x 20 x 10 cm groß und ungefähr fünf Kilogramm schwer ist. Die Seiten des Gussblocks sind zum Schutz der Möbel und Fußleisten mit Filz beklebt, die Unterseite bedeckt ein „kurzgeschorener“ Bürstenbelag. Mindestens einmal in der Woche versieht meine Mutter die schweißtreibende Arbeit des Bohnerns. Sie verteilt mit einem Tuch das Wachs auf dem Boden und geht dann mit dem Bohnerbesen zu Werke, in dem sie das schwere Gerät heftig hin und her über den Boden schiebt. Manchmal, wenn sie besonders gut gelaunt ist, darf ich „mitfahren“ und durch mein bisschen Mehrgewicht den Glanz des Bodens maximieren. Mitunter bohnert sie rückwärts gehend zur Eingangstür hin, damit der Boden wenigstens für eine kurze Zeit makellos und ohne Trittspuren bleibt.

Von der Küchentür aus gesehen links geht’s ins Schlafzimmer. Durch seine beiden Fenster blickt man im Sommer in das Laub der Straßenbäume, im Winter auf kräftige dunkle Äste, die sich manchmal Schneehauben aufsetzen. Die Betten: tiefbraunes Holz, hoch und schwer. Darüber – direkt über den unvermeidlichen „Paradekissen“ – ein Bild mit schwarzem Lackrahmen. Hinter Glas ein farbiger Druck, eine düstere Landschaft, Frauen und Kinder in wehenden Gewändern. Oder sind es schwebende Engel? Der wuchtige Kleiderschrank hat außen einen großen Spiegel, der fast bis zum Boden reicht. Die Nachttischchen, man nennt sie Nachtkonsölchen, sind hohe Türmchen mit einer quadratischen Marmorplatten-Abdeckung. Eine Marmorplatte besitzt auch die Frisierkommode.

Ab und zu holt Mutter beim Bäcker auf der Hansastraße eine halbe „Linzer“ Torte. Manchmal auch eine „Mailänder“. Die stellt sie bei warmem Wetter dann auf der Marmorplatte der Frisierkommode ab. Hier ist nämlich eine der kühlsten Stellen der Wohnung.

Links neben der Schlafzimmertür, zwischen Zimmerecke und Kleiderschrank eingeklemmt, wie vorher schon erwähnt, mein Kinderbett. Über allem schwebt eine Deckenlampe aus Glas, eine leicht gewölbte, nach oben offene Schale, die ein milchig-trübes Licht verbreitet und im Wesentlichen die Zimmerdecke beleuchtet.

Durch die dritte Tür zwischen Küchenfenster und Spülstein gelangt man in den Anbau, den man wohl irgendwann nachträglich auf der linken Hofseite errichtet hat. Hier haben wir noch ein großes Zimmer, das man aber nur erreicht, wenn man durch einen schlauchartigen kleinen Korridor geht, in dem Helgas Bett steht. In diesem kleinen Korridor baut Mutter freitags, wenn Badetag ist, auch die große Zinkwanne auf. Im hinteren Raum befinden sich nur ein Bett für Oma und ein kleiner Schrank. Auf dem großen, freien, ebenfalls linoleumbelegten Boden spiele ich oft stundenlang mit meinen Bauklötzen.

02 Neue Schuhe

„Im Flur habe ich Frau Lenzke getroffen. Hier, diese Schuhe sind ihrem Mann zu klein“, sagt mein Vater. „Sie fragt, ob ich sie tragen könnte.“ Er spricht meistens Duisburger Platt, das ich aber hier nicht wiedergeben kann, weil ich es nie richtig gelernt habe. „Zeig mal“, meine Mutter nimmt die Schuhe und dreht sie prüfend hin und her. „Fast neu. Zieh mal an.“ Mein Vater zieht seine Arbeitsschuhe aus, schlüpft in die schwarzen Lederschuhe, macht ein paar Schritte. „Passt!“ „Deine alten Schwarzen sind ja nun auch wirklich hinüber. Die schmeiß ich jetzt gleich weg.“

„Für dich.“ Mein Vater gibt mir eine kleine Tüte mit Himbeerbonbons, die er an der Trinkhalle am Hindenburgplatz gekauft hat, als er dort wie so oft zwei Flaschen Bier für den Feierabend holte. „Und die sind für Helga.“ Ich nehme aus der zweiten Tüte ein Bonbon heraus. „Oh, lecker, Zitrone.“ „Für Helga! hab ich gesagt. Wo ist sie eigentlich?“ „Auf dem Hof.“ „Dann nimm die Tüt’ mit, wenn du gleich runter gehst.“

Meine Mutter steht bereits am Herd. „Ich mach dir das Essen warm, Hans.“ „Nee, lass sein, Lieschen. Ich bin kaputt. Die ganze vorige Woche Doppelschichten. Dauernd diese riesigen Zwei-Zentner-Säcke. Und dann dieses verfluchte Kali. Die Haut brennt. Die Augen tränen. Guck mal, Lieschen.“ Er zieht das Hemd soweit hoch, dass wir die Haut seiner Schultern sehen. „Du lieber Gott, Hans. Auf beiden Seiten durchgescheuert. Rohes Fleisch. Das muss doch sehr wehtun. Da! Fängt schon an, sich zu entzünden.“ Mein Vater brummt etwas Unverständliches. Lieschen kühlt und versorgt die Wunden. „Dann leg dich erst mal hin, Hans.“ Mein Vater zieht die neuen Schwarzen wieder aus. „Wo ist denn deine…?“ „Deine liebe Schwiegermutter ist in der Waschküche. Sie weicht ein. Wir haben morgen große Wäsche.“ Aber Hans hört den letzten Satz schon nicht mehr. Er liegt etwas gekrümmt auf dem zu kleinen Sofa, an dessen Bezug man im Sommer bei großer Hitze festkleben kann, wenn man luftig angezogen ist. Erschöpft ist er sofort in einen tiefen Schlaf gefallen. Mutter schiebt das Essen auf dem Herd nach hinten, nimmt einen großen und sehr vollen Wäschekorb mit beiden Händen auf und geht auf Zehenspitzen zur Tür. „Komm mit runter“, flüstert sie. „Oma wartet schon.“ Ich schleiche hinterher. Schon auf der Treppe, renne ich nochmals zurück. Diesmal gar nicht leise. Ich habe die Bonbons für Helga vergessen. Meine Holzkläpperchen mit den grünen Lederriemchen lärmen auf dem Linoleumboden der Küche. Vater hört aber auch das laute Getrappel seines Sohnes nicht, genau so wenig, wie die quietschenden Bremsen eines D-Zuges, der auf dem nahen Bahndamm heranrauscht. Bis zum Duisburger Hauptbahnhof ist es nicht weit.

03 Große Wäsche

Große Wäsche. Ein alle paar Wochen wiederkehrendes Ereignis der besonderen Art. Am Tag vorher werden die großen Wäschestücke eingeweicht. Am Waschtag selbst geht es morgens in aller Frühe los. Der große Kessel, in dem die Wäsche gekocht wird, ist ummauert. Das Mauerwerk ist grau verputzt. Eine besondere Herausforderung stellt der Kesseldeckel dar, der nicht nur sehr sperrig, sondern immer auch sehr heiß ist. Dann gibt es noch das riesige gemauerte Spülbecken, in das die Wäsche nach einem bestimmten Schema mit einem klobigen Holzprügel hineingehievt wird. Das Spannendste für mich ist unsere Waschmaschine mit dem geräuschvollen Wassermotor. Auf unserer Maschine prangt gut sichtbar das Firmenzeichen MIELE. Die MIELE hat einen Holzbottich mit einem im Deckel eingebauten Drehkreuz. Dieses Drehkreuz wird durch zwei Kolben des Wassermotors, die an die Wasserleitung angeschlossen werden – ein Schlauch führt das Wasser zu, ein zweiter führt es wieder ab – in gleichmäßige Rechts-links-Bewegungen versetzt. Durch die somit entstehende ständige und nicht gerade schonende Bewegung der Wäsche in dem mit Waschpulver aufbereiteten Wasser wird die Wäsche dann gereinigt. Bestimmte Teile werden auch auf dem Waschbrett mit der guten alten Kernseife bearbeitet. Eine Knochenarbeit. Der Holzbottich der Waschmaschine, die bei jedem Kolbenschlag leicht erzittert, fühlt sich immer warm und feucht an. Oben auf dem Wassermotor thront ein großer Schwengel, den Oma immer in Bewegung setzt, wenn der Wassermotor nach dem Aufdrehen des Wasserhahns anspringen soll. Es macht mir viel Spaß, zu versuchen, den Schwengel bei laufendem Motor zu fassen, um die hektischen Bewegungen des Motors mitzumachen oder ihn gar anzuhalten. Die MIELE lässt sich aber von mir nicht bezwingen, was zur Folge hat, dass ich den Schwengel immer wieder schnell loslassen muss. Nicht ganz ungefährlich. Da gibt es im Laufe der Zeit manchen blauen Flecken. Faszinierend ist für mich auch die Wringmaschine mit ihrer Handkurbel und den zwei Walzen. Sie wird an das Becken geklemmt und lässt die pitschnasse Wäsche zum Zwecke des Vortrocknens Stück für Stück erbarmungslos mit einem leichten Quietschen durch ihre mattgelben Walzen gleiten. Das macht die Wringmaschine natürlich nicht freiwillig. Man muss kräftig kurbeln, um die vielen Wäschestücke durch die Walzen zu pressen. Ich mache das gern, aber nie sehr lange, denn man braucht viel Kraft dazu.

Oft darf ich Oma Kaffee und Brote in die Waschküche bringen. Hochkommen und mit uns essen ist nicht drin. Keine Zeit. Abends muss alles fertig sein! Meistens ist die Waschküche voller Wasserschwaden, ein Nebel, der mit allerlei waschküchen-typischen Gerüchen – nicht nur vom Waschpulver oder von der Kernseife – durchsetzt ist. Oma kann man in der dichten Dampfwolke manchmal kaum sehen, allerdings ist sie gut zu hören, denn sie läuft in schweren hölzernen Klotschen. Sie trägt immer einen blauen Kittel mit weißen Punkten und ein Kopftuch. Ich stelle mir manchmal vor, wie der Kittel wohl aussähe, wenn die weißen Punkte einmal alle zusammen auf den Boden fallen würden. Von den Broten, die ich ihr bringen darf, zweigt sie natürlich stets eins für mich ab.

Wenn das Wetter es zulässt, wird die nasse und daher sehr schwere Wäsche auf den Hof gewuchtet und auf die dort gespannten Leinen gehängt. Jedes Stück muss mit hölzernen Wäscheklammern fixiert werden. Ich halte den Klammerbeutel mit den ungezählten Klammern. Das Gleiche mache ich auch oft auf dem Speicher. Hier wird die Wäsche bei schlechtem Wetter oder an frostigen Tagen getrocknet. Bei Frost erstarren die Wäschestücke dann zu kleinen steifen Figuren, was mich sehr beeindruckt.

04 Oma

Als Johanne Karoline Elisabeth Ludwig im „Dreikaiserjahr“ am 28. Januar 1888 in das letzte deutsche Kaiserreich hineingeboren, wuchs sie in einfachen Verhältnissen auf. Ihre Eltern Gotthold und Margarete Ludwig mussten acht Kinder durch eine karge Zeit bringen. Da wollten neben ihr noch die Geschwister Oskar, Eduard, Gotthold, Paul, Hermine und die Halbschwestern, Katharina und Anna, versorgt werden. Eine berufliche Ausbildung bekam sie nicht. Ein Leben lang wird Elisabeth als Haushälterin oder Putzfrau arbeiten, wann und wo immer sich eine Gelegenheit dazu bietet.

Den ärmlichen Verhältnissen in der Großfamilie entfloh Elisabeth durch frühe Heirat. Gerade mal neunzehn Jahre jung heiratete sie im Dezember 1907 den bei der Bahn beschäftigten stattlichen Arnold August Schröer. In schneller Folge gab es dreimal Familienzuwachs: bereits im März 1908 (!) Therese Elise (Lieschen) sowie später dann noch August und Fritz.

Im Ersten Weltkrieg fiel Elisabeths Mann 1916. Geblieben war ihr von ihm nur ein Soldatenfoto. Sie trug es von nun an immer bei sich. Die 28-jährige Kriegerwitwe stand jetzt mit ihren drei Kindern alleine da. Die Not zwang sie dazu, ihren Erstgeborenen, August, im Kleinkindalter in die Obhut ihrer Schwester Hermine zu geben. Hermine lebte in Rheine und war mit ihrer Heirat zum katholischen Glauben übergetreten. August wuchs dort auf und wurde katholisch erzogen. Der Kontakt zwischen Mutter und Sohn war seitdem nicht mehr sonderlich eng. Fritz, ihren Jüngsten, ihren Lieblingssohn, nahm ihr ebenfalls ein Krieg. Im Zweiten Weltkrieg im sogenannten Kessel von Stalingrad mit der 6. Armee kämpfend, wurde Fritz seit 1942 vermisst. Die Hoffnung nie aufgebend, forschte Elisabeth viele Jahre lang, hoffte auf ein Lebenszeichen. Vergebens. Fritz’ Schicksal wurde nie geklärt.

Oma hat nicht mehr geheiratet. Wenn man sie fragte, warum sie als so junge Frau denn für immer alleine geblieben sei, antwortete sie meistens, dass die Männer, die sie damals kennengelernt habe, zwar sie, aber nie ihre Kinder wollten. Zudem habe sie ja Lieschen, Hans, Helga und Dieter. Typisch für Oma waren die im Nacken als Knoten frisierten schon früh ergrauten Haare und ihre Kittel, die sie am liebsten trug, wenn sie zu Hause war. Zu ihrer Zeit war es sehr selten, dass Frauen lange Hosen trugen, eigentlich für ältere Frauen erst recht undenkbar. Oma trug immer ziemlich dicke und feste Seidenstrümpfe. Das musste sie auch, denn sie hatte als Folge ihrer kaum behandelten Diabetes „offene Beine“ und musste diese mehrmals am Tag mit frischen Verbänden wickeln. Eine stetige Qual, insbesondere im Sommer.

Oma wurde von ihrer Tochter und deren Familie sehr geliebt. Trotzdem gab es zwischen Schwiegersohn Hans und seiner Schwiegermutter hier und da schon mal ordentlich Zoff. Oft lagen eben im Krieg und auch in der Nachkriegszeit bei den beengten Wohnverhältnissen die Nerven blank.